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DE1110288B - Anordnung zur raschen Unterbrechung elektrischer Stromkreise - Google Patents

Anordnung zur raschen Unterbrechung elektrischer Stromkreise

Info

Publication number
DE1110288B
DE1110288B DES60360A DES0060360A DE1110288B DE 1110288 B DE1110288 B DE 1110288B DE S60360 A DES60360 A DE S60360A DE S0060360 A DES0060360 A DE S0060360A DE 1110288 B DE1110288 B DE 1110288B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
arrangement according
arrangement
secondary path
current
conductor
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DES60360A
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Ing Gustav Wilhe Pristsak
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Siemens Corp
Original Assignee
Siemens Corp
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Siemens Corp filed Critical Siemens Corp
Priority to DES60360A priority Critical patent/DE1110288B/de
Publication of DE1110288B publication Critical patent/DE1110288B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01HELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
    • H01H3/00Mechanisms for operating contacts

Landscapes

  • Fuses (AREA)

Description

  • Anordnung zur raschen Unterbrechung elektrischer Stromkreise Zum Schutz elektrischer Anlagen gegen Überströme und Kurzschlüsse hat man bisher elektrische Selbstschalter mit überstromauslösem verwendet. Bei den immer mehr steigenden Kurzschlußleistungen der Verteilungsnetze ist aber die Zeit, die solche Schalter zur Abschaltung benötigen, zu lang. Unter Verwendung üblicher Schaltgeräte ist daher mit wirtschaftlich tragbarem Aufwand ein sicherer Schutz der Anlage und des Schalters selbst nicht immer gewährleistet. Man hat daher versucht, Schaltelemente zu entwickeln, deren Eigenzeit wesentlich kürzer ist als die der bisher bekannten Selbstschalter.
  • Ein bekannter Vorschlag dieser Art sieht vor, die Unterbrechung elektrischer Stromkreise durch Zerstörung eines von dem zu unterbrechenden Strom durchflossenen Leiterstückes mittels Explosionskräfte zu bewirken. Die Verwendung von Sprengstoffen zur Unterbrechung des Leiters bedingt aber besondere Sicherheitsvorkehrungen. Außerdem unterliegt die Ansprechempfindlichkeit solcher Mittel zu einem gewissen Grad atmosphärischen Einflüssen, wodurch ein mehr oder weniger großer Unsicherheitsfaktor bezüglich des Ansprechens geschaffen wird. Diese Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt.
  • Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur raschen Unterbrechung elektrischer Stromkreise, insbesondere zur Abschaltung von überströmen oder Kurzschlüssen, durch willkürlich oder in Abhängigkeit von dem zu überwachenden Strom bzw. der Steilheit seines Anstieges erfolgende Zerstörung eines von dem zu unterbrechenden Strom durchflossenen Leiterstückes.
  • Sie besteht in der Verwendung einer mechanischen Trenn-, insbesondere Schneidvorrichtung für die Zerstörung des Leiterstückes.
  • Es ist an sich bereits eine Anordnung zur raschen Abschaltung von überströmen und Kurzschlüssen bekannt, die eine in Abhängigkeit von dem zu überwachenden Strom zu betätigende mechanische Trenn-und Schneidvorrichtung besitzt. Durch diese Schneidvorrichtung wird eine Arretiervorrichtung für den beweglichen Kontaktarm abgerissen oder abgebrochen. Für die Ausschaltung dieses Schalters sind die durch den Kurzschlußstrom selbst erzeugten Kräfte erforderlich, so daß der Schalter erst ausschaltet, wenn der Kurzschlußstrom seine volle Höhe erreicht hat. Ein Schalter gemäß der Erfindung spricht dagegen schon bei Beginn des Stromanstieges an, so daß seine Arbeitszeit dem Bekannten um Größenordnungen überlegen ist und die Entwicklung des vollen Kurzschlußstromes verhindert wird.
  • Die Antrieb der Trennvorrichtung kann auf ver-. schiedene Weise erfolgen. Beispielsweise kann hierfür ein Kraftspeicher, z. B.. in Gestalt einer Feder, Verwendung finden, der durch einen geeigneten Auslöser entklinkt wird. Man kann- für den Antrieb der Trennvorrichtung aber auch einen elektrischen Antrieb, beispielsweise in Gestalt einer elektrodynamischen Vorrichtung, vorsehen. Der Antrieb - für die Trennvorrichtung kann dabei vorzugsweise in bekannter Weise durch einen Auslöser betätigt werden. - Eine Anordnung gemäß der Erfindung kann mit einem betriebsmäßig zu bedienenden Leistungsschalter in Reihe geschaltet werden. Dieser - Schalter übernimmt dann die Abschaltung des Stromkreises im normalen Betrieb und gegebenenfalls auch bei kleineren Überströmen, während die Anordnung gemäß der Erfindung für die Abschaltung von Kurzschlüssen dient.
  • Für die Beherrschung größerer Kurzschlußleistungen wird vorzugsweise in an sich bekannter Weise parallel zu der Vorrichtung gemäß der Erfindung eine Impedanz angeordnet, durch die der Kurzschlußstrom. auf einen Wert begrenzt wird, der ohne Gefahr vondem in Reihe geschalteten Selbstschalter abgeschaltet werden kann. Zur Erleichterung der Kommutierung des Stromes auf diese Parallelimpedanz nach Durchtrennung des Hauptleiters empfiehlt es sich, wegen der vorerst nur geringen Lichtbogenspannung an der Trennstelle eine möglichst induktionsfreie Impedanz, d. h. einen ohmschen Widerstand, für die Begrenzung des Stromes vorzusehen. Trotzdem wird eine Induktivität der aus dem zu durchtrennenden Leiter und der'parallel geschalteten Impedanz gebildeten Leiterschleife nicht zu vermeiden sein. Die Kommutierung kann deshalb gemäß einer Weiterbildung der Erfindung durch Erzeugung einer wesentlich größeren Lichtbogenspannung in der Weise unterstützt werden, daß dem zu durchtrennenden Leiterstück ein Nebenpfad, z. B. in Gestalt eines dünnen Schmelzdrahtes, zugeordnet wird. Dieser Nebenpfad kann in unmittelbarer Nachbarschaft des durchzutrennenden Hauptleiters angeordnet werden, so daß eine nennenswerte Induktivität in dieser Stromschleife nicht auftritt; die Kommutierung des Stromes von dem durchtrennten Hauptleiter auf den Nebenpfad verläuft daher ohne wesentliche Behinderung. Der Nebenpfad, der dann praktisch den vollen Kurzschlußstrom führen muß, wird infolgedessen sofort zum Abschmelzen kommen, und die sich dabei ausbildende hohe Lichtbogenspannung sorgt dann für eine einwandfreie Kommutierung auf die Parallelimpedanz. Die Wirkungsweise kann dabei noch dadurch verbessert werden, daß auch dieser Nebenpfad unmittelbar nach der Durchtrennung des Hauptleiters mechanisch durchtrennt wird. Auf diese Weise wird unmittelbar die Bildung eines Lichtbogens eingeleitet, der dann das Abschmelzen und Verdampfen des gesamten Schmelzleiters und damit den Aufbau der für die Kommutierung erforderlichen Lichtbogenspannung zur Folge hat. Das Durchtrennen des Nebenpfades kann dabei vorzugsweise mit Hilfe der gleichen Vorrichtung erfolgen, durch die der Hauptleiter durchtrennt wird.
  • In der Zeichnung ist zur Erläuterung der Erfindung schematisch ein Ausführungsbeispiel einer solchen Vorrichtung dargestellt. In den Zug des den zu überwachenden Strom führenden Leiters, bestehend aus der Zuleitung 1 und der Ableitung 1 a, ist ein kurzes Leiterstück 2 hoher elektrischer Leitfähigkeit eingefügt. Dieses Leiterstück erhält zweckmäßig Bandform und kann beispielsweise aus Silber hergestellt werden. Seine Bemessung wird so gewählt, daß sich bei Dauerstrom nur eine vorbestimmte zulässige Erwärmung ergibt. Seine Uängenausdehnung wird so kurz wie möglich gehalten. Zur Durchtrennung dieses Leiterstückes 2 dient ein Schneidorgan 3, das beispielsweise so angeordnet ist, daß seine Schneide mit der einen Einspannstelle des Leiters 2 zusammenarbeitet. Dieses Schneidorgan kann beispielsweise, um eine Isolierung gegenüber dem Stromleiter überflüssig zu machen, aus einem geeigneten isolierenden Schneidwerkstoff, beispielsweise einem keramischen Stoff, z. B. aus gebranntem Speckstein, bestehen. Man kann aber auch Schneidorgane aus Metall oder Hartmetall verwenden. In beiden Fällen ist das Schneidorgan, das Messer, dann gegenüber der Zuleitung 1 elektrisch zu isolieren. Sein Antrieb kann durch einen Kraftspeicher erfolgen, der entweder von Hand oder durch einen geeigneten Auslöser in Abhängigkeit von dem Zustand des zu überwachenden Stromes entklinkt wird. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine elektrodynamische Antriebsvorrichtung vorgesehen, die aus einem Kurzschlußring 4 in Verbindung mit der gleichachsig mit diesem angeordneten Erregerspule 5 besteht. Auf dem Kurzschlußring 4 ist zweckmäßig das Schneidorgan 3 unmittelbar befestigt.
  • Im Nebenschluß zu dem zu durchtrennenden Hauptleiterzweig 2 wird an den stromführenden Leiter 1 eine zur Begrenzung eines auftretenden Kurzschlußstromes dienende Parallelimpedanz angeschlossen, die in der Zeichnung nicht dargestellt ist. Ledi-C ]ich ihre Anschlußstellen 6 sind in der Zeichnung angedeutet. Zur Erleichterung der Kommutierung auf diese ParaUelimpedanz ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel jedoch ein Nebenpfad zu dem zu durchtrennenden Hauptleiter 2 vorgesehen. Dieser Nebenpfad besteht bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem Schmelzleiter 7, der parallel zu dem Hauptleiterstück 2 an den Leitern 1 befestigt ist. Dieser Nebenpfad ist durch eine untergelegte isolierende Zwischenlage 8 gegenüber dem Leiter 1 isoliert, so daß sich eine ausreichende wirksame Länge ergibt. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, daß dieser Nebenpfad von dem Schneidorgan 3 nach Durchtrennung des Hauptleiterstückes 2 ebenfalls mit durchtrennt wird. Hierfür ist eine mit dem Schneidorgan zusammenwirkende Gegenstätze 9 angebracht.
  • Die Wirkungsweise der dargestellten Vorrichtung ist folgende: Sobald die Schneidvorrichtung 3 entweder willkürlich oder bei Auftreten eines Fehlers in dem zu überwachenden Stromkreis erregt wird, wird zunächst das Hauptleiterstück 2 durchtrennt. Während des Durchschneidens erhöht sich bereits der Spannungsabfall im Hauptstromkreis, demzufolge ein Teil des Stromes auf den Nebenpfad übergeleitet wird. Beim endgültigen Durchtrennen des Hauptleiterstückes tritt ein kleiner Lichtbogen mit einer geringen Lichtbogenspannung von etwa 12 bis 15 Volt auf, der ausreicht, um eine einwandfreie Kommutierung auf den Nebenpfad zu bewirken. Im Verlauf der Bewegung des Schneidorgans 3 wird dann kurz nach Durchtrennung des Hauptleiterstückes 2 auch der Nebenpfad 7 durchtrennt. Der dadurch entstehende Lichtbogen bringt dann den gesamten Nebenpfad zum Abschmelzen und Verdampfen, so daß an Stelle des Nebenpfades ein Lichtbogen gleicher Länge entsteht. Das ergibt eine hohe Brennspannung, die gegebenenfalls die Höhe der treibenden Spannung erreicht und unter Umständen sogar noch höher liegen kann. Damit wird dann eine sehr rasche Kommutierung des Stromes auf die Parallelimpedanz erreicht.
  • Die Höhe der Brennspannung des beim Abschmelzen des Nebenpfades auftretenden Lichtbogens kann durch geeignete Mittel beeinflußt werden. Abgesehen von einer entsprechenden Bemessung der Länge des Parallelbandes kann dies beispielsweise dadurch erreicht werden, daß das Parallelband in einem geeigneten Medium, wie z. B. Wasserstoff oder S F., angeordnet wird. Man kann andererseits auch in unmittelbarer Nähe des Lichtbogens einen zur Gasabgabe neigenden Stoff, beispielsweise Fiber oder Melaminharz, anordnen. So kann beispielsweise die Isolierung 8 aus einem solchen Stoff hergestellt werden. Weitere Möglichkeiten bestehen darin, die gesamte Anordnung unter Öl zu setzen oder den Parallelpfad in Quarzsand einzubetten. Die dadurch bewirkte Kühlung des Lichtbogens treibt die Lichtbogenspannung ebenfalls stark in die Höhe.
  • Ein weiteres Mittel zur Erhöhung der Lichtbogenspannung besteht darin, daß man zwei oder mehrere der beschriebenen Anordnungen in Reihe schaltet; dieses Verfahren kann besonders bei höheren Spannungen zweckmäßig sein.
  • Ein besonderer Vorzug der Erfindung besteht darin, daß die Zeiten, mit denen die Vorgänge eingeleitet werden, genau definiert sind. Die Zeiten sind darüber hinaus auch kürzer als bei Anordnungen, bei denen Schmelzdrähte erst nach ihrem Durchbrennen die gewünschte Lichtbogenspannung erzeugen. Bei einer Anordnung gemäß der Erfindung wird der Lichtbogen gleich bei Beginn des Vorganges durch mechanisches Aufschneiden der Strompfade zwangläufio, eingeleitet. Es entfallen daher die Verlustzeiten bis zu dem Durchschmelzen der Leiter, während derer der Strom ständig ansteigt. Dabei ist die Zeit bis zum Entstehen der Lichtbogenspannung auch unabhängig von der Stromstärke im Gegensatz zu anderen Anordnungen, bei denen bei kleineren Strömen auch mit wesentlich längeren Schmelzzeiten bis zum Durchschmelzen der Leiter gerechnet werden muß.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Anordnung zur raschen Unterbrechung elektrischer Stromkreise, insbesondere zur Abschaltung von Überströmen oder Kurzschlüssen, durch willkürlich oder in Abhängigkeit von dem zu überwachenden Strom bzw. der Steilheit seines Anstieges erfolgende Zerstörung eines von dem zu unterbrechenden Strom durchflossenen Leiterstückes, gekennzeichnet durch eine mechanische Trenn-, insbesondere Schneidvorrichtung für die Zerstörung des Leiterstückes.
  2. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidvorrichtung ein Trennmesser aus einem isolierenden keramischen Werkstoff oder aus isoliertem Metall oder isoliertem Hartmetall hat. 3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennvorrichtung durch einen elektrodynamischen Antrieb betätigt wird. 4. Anordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein in die Stromschiene eingeschaltetes kurzes, dünnes, insbesondere bandförmiges Leiterstück aus einem Werkstoff hoher elektrischer Leitfähigkeit, das durch die Trennvorrichtung durchtrennt wird. 5. Anordnung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine parallel zu der Anordnung geschaltete Parallelimpedanz. 6. Anordnung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch eine praktisch induktionsfreie Impedanz, vorzugsweise in Gestalt eines ohmschen Widerstandes. 7. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zu dem zu durchtrennenden Hauptleiterstück ein Nebenpfad hohen Widerstandes angeordnet ist. 8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Nebenpfad kurz nach Durchtrennung des Hauptleiterstückes ebenfalls mechanisch durchtrennt wird. 9. Anordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrennung des Hauptleiters und Nebenpfades von der gleichen Vorrichtung bewirkt wird. In Betracht gezogene Druckschriften-Deutsche Patentschrift Nr. 385 385; ETZ-A, Bd. 76, H. 21 vom 1. 11. 1955, S. 765 bis 769. In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsches Patent Nr. 1071208.
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Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1071208B (de) * 1958-05-07
DE385385C (de) * 1922-05-18 1923-11-23 Siemens Schuckertwerke G M B H Hoechststromausschalter

Patent Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE385385C (de) * 1922-05-18 1923-11-23 Siemens Schuckertwerke G M B H Hoechststromausschalter
DE1071208B (de) * 1958-05-07

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