DE1110148B - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von 1,4-Dibrombutan - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von 1,4-DibrombutanInfo
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- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07C—ACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
- C07C17/00—Preparation of halogenated hydrocarbons
- C07C17/093—Preparation of halogenated hydrocarbons by replacement by halogens
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Description
Zur Herstellung von 1,4-Dibrombutan ist es bekannt, von Tetrahydrofuran und wasserfreier Bromwasserstoffsäure
auszugehen und diese Stoffe bei erhöhter Temperatur umzusetzen (vgl. J. Am. Chem.
Soc., 62 [1940], S. 3258). Dabei wird diskontinuierlich gearbeitet und in das in einem Behälter befindliche
Tetrahydrofuran unter ständigem Anstieg der Reaktionstemperatur durch Bildung von 1,4-Dibrombutan
und Siedeverzug auf etwa 150° C in stöchiometrischer Menge die Bromwasserstoffsäure eingeleitet.
Im Ergebnis entsteht hier und bei ähnlichen Verfahren (vgl. J. Am. Chem. Soc, 65 [1943],
S. 1467) ein schwarzes, teeriges Produkt, das vor Weiterverwendung einer besonderen und schwierigen
Aufbereitung bedarf. Diese bekannten, notwendig diskontinuierlichen Verfahrensweisen sind schon
wegen der Diskontinuität für großtechnische Zwecke nicht anwendbar und auch insofern nicht frei von
Nachteilen, als die Reaktion nur bei einer hohen Temperatur von z. B. 150° C zu Ende geführt werden
kann; tatsächlich führt gerade die hohe Temperatur dazu, daß ein Teil des gebildeten 1,4-Dibrombutans
sich zu einem teerigen, harzartigen, durchaus unerwünschten Nebenprodukt zersetzt, und zwar in
einem derartigen Umfang, daß bei dem bekannten Verfahren von diesen Nebenprodukten her der
Charakter des Produktes im ganzen als schwarz und teerig bestimmt wird und das Produkt in seinem
Wert erheblich beeinträchtigt wird. Außerdem wird durch diese Bildung der teerigen Nebenprodukte die
Ausbeute beachtlich verringert und die Anlage gefährdet. Für ein großtechnisches Verfahren sind die
bekannten Maßnahmen daher auch aus diesem Grunde nicht brauchbar. Die beschriebenen Nachteile
lassen sich im übrigen nicht etwa durch Kühlung beseitigen, vielmehr würde bei Kühlung die Reaktion
im kühltemperaturbedingten Gleichgewicht einfrieren.
Es ist außerdem vorgeschlagen worden, Tetrahydrofuran mit Bromwasserstoffsäure in Gegenwart
eines Katalysators umzusetzen. Insbesondere ist es bekannt, als Katalysator unter anderem geeignete
heterocyclische Amine (vgl. deutsche Patentschrift 894 554) oder auch Schwefelsäure (vgl. J. chem. Soc.
[1945], S. 50) zu verwenden, wobei letztere offenbar zugleich als wasserentziehendes Hilfsmittel wirkt.
Zwar kann man hier die angegebenen hohen Temperaturen reduzieren, doch bedingen die Katalysatoren
oder auch sonstige Hilfsstoffe störende Nebenreaktionen, deren Reaktionsprodukte in umständlicher
Weise wieder entfernt werden müssen. Im übrigen arbeitet man auch hier diskontinuierlich.
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von 1,4-Dibrombutan
Anmelder: Cellulose-Polymeres & Derives CE PE DE
Societe Anonyme, Brüssel,
und RED-Gesellschaft m. b. H.,
Hamburg 39, Rondeel39
Vertreter:
Dr.-Ing. H. Idel und Dipl.-Phys. Dr. W. Andrejewski,
Patentanwälte, Essen, Kettwiger Str. 36
Beanspruchte Priorität: Frankreich vom 4. März 1957
John Elian, Uccle, Brüssel, und Dr. Marcel Lepingle,
Schaerbeek, Brüssel (Belgien), sind als Erfinder genannt worden
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, aus Tetrahydrofuran und wasserfreier Bromwasserstoffsäure
1,4-Dibrombutan unter Verzicht auf die Anwendung von Katalysatoren oder Hilfsstoffen und bei
Vermeidung der Bildung von harzartigen Nebenprodukten auf einfache Weise kontinuierlich herzustellen.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von 1,4-Dibrombutan durch Umsetzung von
Tetrahydrofuran und wasserfreier Bromwasserstoffsäure bei erhöhter Temperatur. Die Erfindung besteht
darin, daß die genannten Ausgangsstoffe kontinuierlich in einer Füllkörpersäule unter normalem Druck
in der Dampfphase im Gegenstrom umgesetzt und danach die Reaktionsprodukte in an sich bekannter
Weise destillativ in 1,4-Dibrombutan und Wasser getrennt werden.
Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind vor allem darin zu sehen, daß bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren die Reaktionsprodukte kontinuierlich weggehen, so daß eine Kühlung der Füllkörpersäule
möglich ist und ohne nachteilige Beeinflussung des Gleichgewichtes Reaktionstemperaturen aufrecht-
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erhalten werden können, bei denen die Bildung dei beschriebenen harzartigen, teerigen Nebenprodukte
nicht auftritt. Im Ergebnis arbeitet das erfindungsgemäße Verfahren folglich ohne derartige Nebenprodukte
bei überraschend guter Ausbeute. Von besonderem Vorteil ist ferner die Tatsache, daß im Rahmen
des erfindungsgemäßen Verfahrens kontinuierlich gearbeitet wird, was für eine großtechnische Herstellung
von 1,4-DibrQmbutan aus Tetrahydrofuran und wasserfreier Bromwasserstoffsäure von erheblicher
Bedeutung ist. I'.
Im folgenden wird (Jie Erfindung an Hand einer
lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung einer Anlage zur Durchfürung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ausführlicher erläutert;
Die in der Figur dargestellte Anlage zur .Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht in ihrem grundsätzlichen Aufbau aus einer mit Füllkörpern
5 gefüllten Reaktionssäulei mit Anordnungen (bei 9) zur Einführung von gasförmiger,
wasserfreier Bromwasserstoffsäure, die durch die Leitung 9 zuströmt, in dem Säulenunterteil und Anordnungen
(bei 4) zur Einführung von gasförmigen Tetrahydrofuran in den Säulenkopf, sowie nachgeschaltetem
Verdampfer 25 mit Produktabzug über die Leitung 36 und im einzelnen weiter unten beschriebene
Rückführung der im Verdampfer 25 verdampften Anteile. In der Reaktionssäule 1 werden so
Tetrahydrofuran und wasserfreie Bromwasserstoffsäure zur Einwirkung gebracht. Das Tetrahydrofuran
wird dazu im einzelnen aus dem Behälter 2, durch den Verdampfer 3, durch die Leitung 4 in den oberen
Teil der Reaktionssäule 1 mit den Füllkörpern 5 hineingeführt. In den Verdampfer 3 wird durch die Leitung
6 heißer Dampf hineingeführt, das Kondenswasser wird durch die Leitung 7 abgeführt. Der Behälter
2 kann mittels der Leitung 8 mit frischem Tetrahydrofuran versorgt werden.
In der Reaktionssäule 1 liegen die Füllkörper 5 auf einer durchlöcherten Scheidewand 10, welche
nach unten eine Kammer 11 begrenzt. Diese Kammer wird durch einen ringförmigen Raum 12 umfaßt,
welcher außen von der Wand 13 und den Boden 14 umschlossen ist. In den oberen Teil dieses ringförmigen
Raumes mündet eine Dampfzuführungsleitung 15 ein, während aus dem unteren Teil eine, zur Entfernung
des Kondenswassers dienende Leitung 16 hinaustritt.
In der Reaktionssäule 1 findet die Reaktion zwischen der durch die Leitung 9 zugeführten wasserfreien
Bromwasserstoffsäure und dem aus dem Verdampfer 3 hinzufließenden Tetrahydrofurandampf
in der Gasphase statt. Diese Reaktion ergibt die Bildung von 1,4-Dibrombutan und Wasser. Die Reaktionsprodukte
fließen durch die Füllkörperschicht 5 und durch die durchlöcherte Wand 10 hindurch ab
und sammeln sich in der unten angeordneten Kammer 11.
Die überschüssige Bromwasserstoffsäure in der Säule 1 wird durch die oben angeordnete Leitung 17
abgeführt, welche in einen Rückflußkühler 18 einmündet, der durch die Leitung 19 mit kaltem Wasser
versorgt wird. Nach Ausnutzung wird dieses Wasser durch die obere Leitung 20 wieder entfernt. Nachdem
die Bromwasserstoffsäure den Rückflußkühler durchlaufen hat, wird sie durch die Leitung 22 im Behälter
21 aufgefangen. Dieses Sammelgefäß 21 ist mittels einer Leitung 23 mit der vorerwähnten Leitung
0 verbunden, welche die wasserfreie Bromwasserstoffsäure in die Reaktionssäule 1 hineinführt.
Das von der überschüssigen Bromwasserstoffmenge auf ihrem Wege zum Kühler 18 mitgeführte Tetrahydrofuran
fließt "in die Säule 1 zurück.
Die bei der Reaktion erzeugten Produkte werden über die Leitung 24 aus der Kammer 11 entfernt. Die
Leitung 24 mündet in den Verdampfer 25, der mittels der Leitung 26 mit Dampf gespeist wird. Das Kondenswasser
wird hier durch die Leitung 27 entfernt. Das nicht umgesetzte Tetrahydrofuran sowie das
gebildete Wasser verdampfen. Die Dämpfe werden durch die Leitung 28 in die Destilliersäule 29 eingeführt,
wo sie voneinander getrennt werden. Das Wasser fließt ab durch die untere Leitung 30; die
Tetrahydrofurandämpfe treten wieder in den Umlauf ein, indem sie durch die Leitung 31 in den Verflüssiger
32 fließen, woraus sie sodann durch die Leitung 33 in den oben erwähnten Behälter! geraten,
von wo aus die Reaktionssäulei mit Tetrahydrofuran gespeist wird. Kaltes Wasser wird in den erwähnten
Verflüssiger durch die Leitung 34 hineingeführt, und nach Ausnutzung durch die Leitung35 wieder, ab-·
geführt.
Das in flüssigem Zustand aus dem Verdampfer 25 hinaustretende 1,4-Dibrombutan fließt über die Leitung
36 in den Verdampfer 37, wo es im Vakuum verdampft. Wasserdampf tritt in diesen Verdampfer
durch die Leitung 38. ein, während das Kondenswasser
durch die Leitung 39 hinaustritt. Die aus der Vorrichtung 37 heraustretenden Dämpfe werden
durch die Leitung 40 in die Vakuumdestilliersäule 41 geführt, und die aus letzterer austretenden Dämpfe
werden durch die Leitung 42 dem Verflüssiger 43 zugeführt. Dieser wird mittels der Leitung 44 mit kaltem
Wasser gespeist, welches durch die Leitung 45 wieder, abgeführt wird. Nachdem es in dieser Weise rektifiziert
worden ist, wird das 1,4-Dibrombutan vermittels der Leitungen 48-49-50 in den Behältern 46-47 aufgefangen.
Das Vakuum wird über die Pumpe 54 auf-
. rechterhalten, deren Saugleitungen in. <Jen Leitungen
53-52-51 angeschlossen ist, während das Druckrohr in die Leitung 55 ausläuft. Die Behälter 46-47 können
mittels geeigneter (nicht dargestellter) Leitungen und Absperrhähne irgendwelcher an sich bekannter-Art
. geleert werden.
Das Verfahren arbeitet kontinuierlich. Arbeitet man mit der beschriebenen Anlage, in der Reaktionssäule z. B. bei Temperaturen von etwa 80° C, und
werden in stöchiometrischer Abstimmung Tetrahydro-
. furan und Bromwasserstoffsäure zugeführt, so zieht man aus der Reaktionssäule eine Flüssigkeit ab, die
sich alsbald in zwei Schichten trennt. Die obere Schicht ist Wasser mit überschüssigem Bromwasserstoff,
die untere 1,4-Dibrombutan. Je Mol zugeführtem Tetrahydrofuran (72,10 g) erhält man dabei
176 g Dibrombutan, was einer Ausbeute von 82% entspricht. Die Temperatur der Reaktionssäule
läßt sich dabei auf der angegebenen Temperatur von 80° C halten. Die Zufuhr der Komponenten Tetrahydrofuran
und wasserstofffreier Bromwasserstoffsäure wird zweckmäßig auf die temperaturbedingte
Reaktionsgeschwindigkeit eingestellt. — Man kann selbstverständlich auch bei höheren Temperaturen
arbeiten, beispielsweise bei Temperaturen von 140° C, wie sie durch entsprechende Beheizung der
Reaktionssäule sich einstellen lassen, so erhält man eine Ausbeute von 182,5 g Dibrombutan je MoI
Tetrahydrofuran, was einer Ausbeute von 84,5% entspricht. In keinem Falle wird die Bildung von
teerartigen, harzartigen Nebenprodukten beobachtet.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von 1,4-Dibrombutan durch Umsetzung von Tetrahydrofuran und
wasserfreier Bromwasserstoffsäure bei erhöhter Temperatur, dadurch gekennzeichnet, daß die genannten
Ausgangsstoffe kontinuierlich in einer Füllkörpersäule unter normalem Druck in der
Dampfphase im Gegenstrom umgesetzt und danach die Reaktionsprodukte in an sich bekannter
Weise destillativ in 1,4-Dibrombutan und Wasser getrennt werden.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine
füllkörpergefüUte Reaktionssäule (1) mit Anordnungen
(bei 9) zur Einführung von gasförmiger wasserfreier Bromwasserstoffsäure in den Säulenunterteil
und Anordnungen (bei 4) zur Einführung von gasförmigem Tetrahydrofuran in den
Kolonnenkopf sowie einen der Reaktionssäule (1) nachgeschalteten Verdampfer (25) mit Produktabzug
(36) und Rückführungseinrichtung (28 bis 33) für das nicht umgesetzte Tetrahydrofuran.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 894 554;
Journ. Am. Chem. Soc, 62, S. 3258 (1940); 65, 15 S. 1467 (1943);
J. chem. Soc, 1945, S. 48 bis 51, besonders S. 50, Abschnitt III.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| FR1110148X | 1957-03-04 |
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|---|---|
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|---|---|---|---|
| DEC14950A Pending DE1110148B (de) | 1957-03-04 | 1957-06-05 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von 1,4-Dibrombutan |
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Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE894554C (de) * | 1946-08-08 | 1953-10-26 | Du Pont | Verfahren zur Herstellung von 1, 4-Dichlor- oder 1, 4-Dibrombutan |
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Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE894554C (de) * | 1946-08-08 | 1953-10-26 | Du Pont | Verfahren zur Herstellung von 1, 4-Dichlor- oder 1, 4-Dibrombutan |
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| Publication number | Publication date |
|---|---|
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| BE565333A (de) | |
| GB876921A (en) | 1961-09-06 |
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