DE1108901B - Verfahren zur Herstellung von hochelastischen vernetzten Kunststoffen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von hochelastischen vernetzten KunststoffenInfo
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- C08G—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
- C08G18/00—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates
- C08G18/06—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates with compounds having active hydrogen
- C08G18/28—Polymeric products of isocyanates or isothiocyanates with compounds having active hydrogen characterised by the compounds used containing active hydrogen
- C08G18/40—High-molecular-weight compounds
- C08G18/48—Polyethers
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
F 28328 IVb/39b
DES ÖEUTSÖKE»
PATSKTAMTES
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UNDAUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT: 15. JUNI 1961
Es sind Verfahren zur Herstellung von kautschukelastischen Kunststoffen bekannt, wobei man lineare
Hydroxylverbindungen mit einem Molekulargewicht über 750, meistens jedoch über 1000 mit einem Überschuß
eines organischen Diisocyanates umsetzt und das Reaktionsprodukt nach Zugabe eines Vernetzungsmittels unter Formgebung aushärtet. Verfahrenstechnisch
kann man dabei so verfahren, daß man nach Zugabe des Vernetzungsmittels das flüssige Reaktionsgut in Formen gießt und in der Wärme aushärtet. Man
kann aber auch beispielsweise in einem Kneter die Umsetzung bis zu einem bröckeligen Material führen
und dieses dann in geheizten Pressen aushärten.
Als lineare Polyhydroxylverbindungen nach dem beschriebenen Verfahren werden in erster Linie
Polyester und Polyäther verwendet. Unter den PoIyäthern zeigen die Tetrahydrofuran- und Propylenoxydpolymerisate
besonders günstige Eigenschaften der daraus hergestellten Endprodukte. Den Polyacetalen
und insbesondere aber den Äthylenoxydpolymerisaten kann als Polyhydroxylverbindung insofern bisher eine
untergeordnete Bedeutung zu, als sie, durch ihre weitgehende Wasserlöslichkeit bedingt, den daraus
erhaltenen vernetzten Kunststoffen hydrophile Eigenschaften verleihen. Das bewirkt, daß die Fertigprodukte
schon nach verhältnismäßig kurzer Lagerung in Wasser eine starke Quellung zeigen, die einen Abfall
der mechanischen Eigenschaften nach sich zieht. Die Anwendungsbreite derartiger Produkte wird dadurch
erheblich eingeschränkt.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von hochelastischen vernetzten Kunststoffen,
wobei man lineare Polyhydroxylverbindungen mit einem Molekulargewicht über 1000 mit einem
Überschuß eines organischen Diisocyanates umsetzt und das Reaktionsprodukt nach Zugabe eines organischen
Vernetzungsmittels unter Formgebung aushärtet, welches die vorbeschriebenen Nachteile auch
bei Verwendung von Polyäthylenoxyden oder Polyacetalen zu vermeiden gestattet. Das neue Verfahren
ist dadurch gekennzeichnet, daß man als Polyhydroxylverbindung das aus einem linearen Polyäthylenoxyd
oder einem linearen Polyacetal mit einem Molekulargewicht unter 750 durch Umsetzung mit einem auf die
freien Hydroxylgruppen des Polyäthylenoxyds oder Polyacetals bezogenen Unterschuß eines organischen
Diisocyanates erhaltene Reaktionsprodukt verwendet.
Die Umsetzung verhältnismäßig niedermolekularer Polyäthylenoxyde und Polyacetale mit einer kleineren
Menge eines Diisocyanates, als sich auf die Hydroxylgruppen berechnet, bewirkt schon eine starke Hydrophobierung
der so erhaltenen Polyhydroxylverbin-
Verfahren zur Herstellung
von hochelastischen vernetzten
Kunststoffen
Anmelder:
Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft,
Leverkusen-Bayerwerk
Leverkusen-Bayerwerk
Dr. Erwin Müller, Leverkusen,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
düngen, die jetzt schon zum Teil wasserunlöslich geworden sind. Die Umsetzung dieser linearen Polyhydroxylverbindungen,
die nunmehr ein Molekulargewicht über 1000 (vorzugsweise etwa 2000) besitzen,
mit einem Überschuß eines organischen Diisocyanates und mit einem organischen Vernetzungsmittel führt zu
hochelastischen vernetzten Kunststoffen mit verhältnismäßig geringem Quellvermögen in Wasser, die eine
ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit gegenüber alipha-
tischen Kohlenwasserstoffen und hydraulischen Ölen besitzen und in diesen praktisch keine Quellung zeigen.
Das ist insofern überraschend, als normalerweise bei der Verwendung von modifizierten niedermolekularen
hydroxylgruppenhaltigen linearen Verbindungen, z. B.
Polyestern, als Ausgangs-Polyhydroxylverbindung zur Herstellung von vernetzten Kunststoffen nach dem
vorliegenden Verfahren lederartige Produkte mit geringer Elastizität erhalten werden.
Zu den Polyäthylenoxyden gehören sowohl die reinen Polymerisate des Athylenoxyds als auch die
Anlagerungsprodukte desselben an bifunktionelle Startmoleküle, z. B. von Glykolen oder Diaminen.
Auch Pfropfpolymerisate, bei denen Äthylenoxyd z. B. auf Di- oder Tripropylenglykol aufgepfropft
wird, zählen zu den für das vorliegende Verfahren geeigneten Polyäthylenoxyden.
Zu den linearen Polyacetalen mit einem Molekulargewicht unter 750 zählen die in bekannter Weise
erhältlichen Umsetzungsprodukte eines Glykols, z. B.
von Hexandiol, Butan-l,4-di-/S-hydroxyäthyläther, Triäthylenglykol
oder 2-Dimethylpropandiol-l,3-di-/?-hydroxyäthyläther,
mit einem Aldehyd, z. B. Formalde-
109 617/461
3 4
hyd, Paraformaldehyd, Acetaldehyd oder Propion- mühlen, elastische Maschinenbauteile, Fußmatten,
aldehyd. Absätze, Gummipfropfen, Dichtungen, Handgriffe
Für die Umsetzung dieser Polyäthylenoxyde oder u. dgl.
Polyacetale mit einem auf die freien Hydroxylgruppen Beispiel 1
bezogenen Unterschuß eines organischen Diiso- 5
cyanates eignen sich besonders 4,4'-Diphenylmethan- In 1,207 kg eines aus 1,17 kg Butan-l,4-|S-dihydroxy-
diisocyanat, Hexamethylendiisocyanat, Hexahydro- äthyläther und 145 g Paraformaldehyd erhaltenen
p-phenylendiisocyanat, 2,4-Toluylendiisocyanat und Polyacetals (OH-Zahl 162) werden nach dem Ent-
dessen technische Gemische mit 2,6-Toluylendiiso- wässern bei 90°C 210 g 2,4-Toluylendiisocyanat unter
cyanat. io Rühren eingetropft. Dann steigert man noch 10 bis
Die Umsetzung erfolgt in der Wärme, etwa bei 15 Minuten die Temperatur zur Beendigung der
80 bis 1500C, bevorzugt zwischen 100 und 1300C so Reaktion auf 13O0C. Man erhält ein viskoses, wasserlange,
bis keine freien NCO-Gruppen mehr im Reak- unlösliches Öl (OH-Zahl 53).
tionsgut vorhanden sind. In 200 g des so erhaltenen Additionsproduktes
tionsgut vorhanden sind. In 200 g des so erhaltenen Additionsproduktes
Diese modifizierten Polyäthylenoxyde oder Poly- 15 werden nach sorgfältiger Entwässerung bei 90 bis
acetale werden nunmehr als Polyhydroxylverbindungen 100°C/12mm 60 g 1,5-Naphthylendiisocyanat ein-
in an sich bekannter Weise bei erhöhten Temperaturen gerührt und die Temperatur auf 130 bis 1400C
mit einem Überschuß an Diisocyanaten, der zwischen gesteigert. Nach etwa 10 Minuten rührt man in die
20 und 300 Molprozent über die sich auf die End- gießbare Schmelze 15,1 g Butandiol-(1,4) ein und gießt
gruppen berechnende Menge betragen kann, um- 2° in vorbereitete Formen. Nach 1V4 Minuten wird die
gesetzt. gießbare Masse fest, und nach 24stündigem Nachheizen
Für diese Umsetzung besonders geeignete Diiso- bei 100° C ist ein kautschukelastischer Stoff mit
cyanate sind z. B. 1,5-Naphthylen-diisocyanat, p-Phe- folgenden Eigenschaften entstanden:
nylendiisocyanat und 4,4'-Diphenylmethan-diiso-
nylendiisocyanat und 4,4'-Diphenylmethan-diiso-
cyanat. 25 Zerreißfestigkeit 240 kg/cm2
In ebenfalls an sich bekannter Weise wird in das Dehnung 525 %
Umsetzungsprodukt der Polyhydroxylverbindung mit Bleibende Dehnung . . 42°/0
dem Überschuß eines organischen Diisocyanate nun- Weiterreißfestigkeit 40 kg/cm
mehr em organisches Vernetzungsmittel eingebracht, _ . , ., _Λ „, _ , ,,,,, ,
zweckmäßig in einem solchen Mengenverhältnis, daß 30 Spannungsweite bei 100% Dehnung 144 kg/cm
der Überschuß an NCO-Gruppen nicht ganz ver- Elastizität 41 %
schwindet. Man verwendet die Vernetzungsmittel also Shore-Härte 92° C
in etwas weniger als dem stöchiometrischen Verhältnis.
Alle bekannten organischen Vernetzungsmittel lassen Beispiel 2
sich dazu verwenden, z. B. 1,4-Butandiol, 1,6-Hexan- 35
diol, !,S-Naphthylen-yS-dioxyathylather, Hydrochinon- 2 kg eines Polyäthylenoxyds (Molekulargewicht 600;
ß-dioxäthyläther, Trimethylolpropan,Glycerin,Hexan- OH-Zahl 186; 5,6% OH) werden nach Zugabe von
triol, 3,3'-Dichlorbenzidin, 3,3'-Dichlor-4,4'-diamino- 2 ecm konz. Salzsäure zur Neutralisation vorhandenen
diphenylmethan und 2,5-Dichlorphenylen-l,4-diamin. Alkalis bei 130°C/12mm sorgfältig entwässert. Nach
Die Umsetzung kann in Gegenwart von sauer oder 40 Zugabe von 8 Tropfen Benzoylchlorid werden dann
alkalisch reagierenden Verbindungen, die die Reak- bei 90 bis 1000C 400 g 2,4-Toluylendiisocyanat
tionsfähigkeit der Isocyanate beschleunigen oder eingerührt. Man kondensiert noch _ 30 Minuten bei
verzögern, durchgeführt werden. Als Verzögerungs- 13O0C nach und erhält ein viskoses Öl (OH-Zahl 50).
mittel seien unter anderem Säuren, wie Salzsäure, oder 400 g dieses Produktes werden nach Zusatz von
Säurechloride, wie Benzoylchlorid, ferner Schwefel- 45 5 Tropfen konz. Salzsäure bei 1300C entwässert,
dioxyd, Borsäureester und saure Füllstoffe genannt, an Sodann werden nach Zugabe von 8 g Phenol 120 g
Beschleunigern sei insbesondere auf tertiäre Amine, wie 1,5-Naphthylendiisocyanat in die Schmelze eingerührt.
N-Methylmorpholin, Dimethylbenzylamin, Methyl- Das Reaktionsgut wird 20 Minuten bei 130 bis 14O0C
diäthanolamin und Triäthylendiamin, verwiesen. gehalten. Nach Zugabe von 31g Butandiol gießt man
Gleichzeitig können auch wasserabstoßende Mittel, 50 die homogene Schmelze in vorbereitete Formen. Nach
wie beispielsweise Paraffine, Silikonöle, die gegebenen- 24stündigem Nachheizen bei 1000C ist ein Kunststoff
falls noch funktionelle, mit Isocyanaten reagierende mit folgenden Eigenschaften entstanden:
Gruppen enthalten und die daher in das Molekül
Gruppen enthalten und die daher in das Molekül
eingebaut werden können, sowie Phenol oder dessen Zerreißfestigkeit 284 kg/cm2
noch lösliche Formaldehyd-Kondensationsprodukte 55 Dehnung 565 %
mitverwendet werden. Bleibende Dehnung 30 %
Das Verfahren ist besonders zur Herstellung von Weiterreißfestigkeit 41 kg/cm
Kunststoffen mit hoher Härte und hoher Elastizität _ . , .'''',"'\
,-„, ,
geeignet. Neben ihrer geringen Quellbarkeit in Wasser Spannungsweite bei 300 % Dehnung 152 kg/cm
erweisen sich die Verfahrensprodukte als außer- 60 Elastizität 36 %
ordentlich beständig gegenüber hydraulischen Ölen Shore-Härte 89° C
und aliphatischen Kohlenwasserstoffen. Sie stellen
daher, was ihre Eigenschaften anbelangt, eine wertvolle Beispiel 3
Ergänzung der bisher bekannten Kunststoffe auf
Isocyanatbasis dar. Sie eignen sich insbesondere für 65 Setzt man 400 g des gemäß Beispiel 2 hergestellten
viele Zwecke, in denen bisher andere synthetische und Additionsproduktes (OH-Zahl 50) in der beschriebenen
natürliche Kautschukarten verwendet wurden, z. B. Weise nach Zusatz von 4 g Silikonöl mit 140 g
als Platten, Röhren, Zylinder, Ringbeläge, für Kugel- 1,5-Naphthylendiisocyanat und 40 g Butandiol um,
Claims (1)
- 5 6so erhält man ein Produkt mit folgenden Eigen- über 1000 mit einem Überschuß eines organischenschäften: Diisocyanates umsetzt und das ReaktionsproduktZerreißfestigkeit 248 kg/cm* nach Z^abe e^es organischen VernetzungsmittelsDehnung 420°/ unter Formgebung aushärtet, dadurch gekenn-Bleibende Dehnung"'.'.'.'.'.'.'.'.'.'.'.'.'. 30% 5 zeichnet, daß man als Polyhydroxylverbindung dasWeiterreißfestigkeit 41 kg/cm f™ emei» mearen Polyäthylenoxyd oder einemSpannungsweite bei 300 % Dehnung 188 kg/cm linearen Polyacetal mit einem MolekulargewichtElastizität 32°/ unter 750 durch Umsetzung mit einem auf dieShore-Härte 95 C freien Hydroxylgruppen des Polyäthylenoxyds oderίο Polyacetals bezogenen Unterschuß eines orga-DATIMTAV811DTT/-TJ nischen Diisocyanates erhaltene ReaktionsproduktPATENTANSPRUCH: verwendet.Verfahren zur Herstellung von hochelastischenvernetzten Kunststoffen, wobei man lineare Poly- In Betracht gezogene Druckschriften:hydroxylverbindungen mit einem Molekulargewicht 15 Deutsche Auslegeschrift Nr. 1029 559.© 109 617/461 6.61
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|---|---|---|---|
| DEF28328A DE1108901B (de) | 1959-04-27 | 1959-04-27 | Verfahren zur Herstellung von hochelastischen vernetzten Kunststoffen |
| GB1243560A GB902638A (en) | 1959-04-27 | 1960-04-07 | Polyurethane plastics |
| FR825311A FR1254843A (fr) | 1959-04-27 | 1960-04-26 | Matières plastiques de polyuréthane et leur procédé de fabrication |
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|---|---|---|---|
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|---|---|
| DE (1) | DE1108901B (de) |
| GB (1) | GB902638A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1254794B (de) * | 1964-02-12 | 1967-11-23 | Bayer Ag | Verlaengerung der Standzeiten von Zweikomponentenpolyurethanlacken |
| DE2248382A1 (de) * | 1972-10-03 | 1974-04-11 | Bayer Ag | Thermoplastische polyurethane |
Citations (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE1029559B (de) * | 1956-11-16 | 1958-05-08 | Bayer Ag | Verfahren zur Herstellung hochmolekularer vernetzter Kunststoffe unter Formgebung |
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1959
- 1959-04-27 DE DEF28328A patent/DE1108901B/de active Pending
-
1960
- 1960-04-07 GB GB1243560A patent/GB902638A/en not_active Expired
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1029559B (de) * | 1956-11-16 | 1958-05-08 | Bayer Ag | Verfahren zur Herstellung hochmolekularer vernetzter Kunststoffe unter Formgebung |
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| GB902638A (en) | 1962-08-01 |
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