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Schaltung mit Begrenzerwirkung, besonders für Niederfrequenzschwingungen
In Schaltungen der elektrischen Nachrichtentechnik ist es häufig erforderlich, das
Anwachsen der Signalamplitude über einen vorbestimmten oberen Grenzwert hinaus zu
verhindern, um Übersteuerungen zu vermeiden. Zu diesem Zweck werden sogenannte Begrenzerschaltungen
benutzt.
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Es ist beispielsweise eine Begrenzerschaltung bekannt, in der die
Verstärkung vor Erreichen der Übersteuerungsgrenze derartig in Abhängigkeit von
der Signalamplitude heruntergeregelt wird, daß die Ausgangsspannung einen vorbestimmten
Maximalwert praktisch nicht überschreitet. Ein solcher Begrenzungsverstärker kann
jedoch nur verhältnismäßig kleine Amplituden verarbeiten, wenn er geringe Verzerrungen
aufweisen soll. Wenn auch derartige Regelverstärker im allgemeinen befriedigend
arbeiten, so weisen sie doch einen bisher noch nicht behobenen Nachteil auf. Dieser
Nachteil ergibt sich aus der Zeitverzögerung, welche zwischen dem Einsetzen der
Regelwirkung und der als Ursache vorausgehenden Amplitudenänderung besteht. Bei
den bisher erreichbaren Zeitkonstanten für die Regelschleife werden steile Übergänge
in der Signalamplitude nicht schnell genug ausgeregelt und daher auch Übersteuerungen
bei starken Amplitudensprüngen nicht immer mit Sicherheit unterdrückt.
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Im Gegensatz zu den mit einer Verstärkungsregelung arbeitenden Begrenzungsverstärkern
werden bei den Abkappern je nach der Signalamplitude mehr oder weniger große Teile
der ursprünglichen Signalschwingung weggeschnitten oder »abgekappt«. Aus diesem
Grunde muß man bei den bisher bekannten Abkappern beim Auftreten von Übersteuerungen
mit beträchtlichen Verzerrungen rechnen.
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Außer Schaltungen, bei denen die einen vorbestimmten Grenzwert überschreitenden
Teile weggeschnitten oder begrenzt werden, gibt es auch Schaltungen, in welchen
die unterhalb eines vorbestimmten Grenzwertes bleibenden Amplituden unterdrückt
werden. Während die erste Art von Schaltungen als »Amplitudentiefpaß« bezeichnet
werden kann, bildet die zweite Art in diesem Sinne einen »Amplitudenhochpaß«. Die
Eigenschaften eines »Amplitudenbandpasses« besitzt eine Schaltung, welche nur Amplituden
zwischen zwei vorbestimmten Pegelwerten durchläßt. Eine solche Schaltung mit getrennt
einstellbarem, aber während der normalen Arbeitsweise unveränderlichem oberem Begrenzer-
und unterem Schwellwert beschreibt die deutsche Patentschrift 691876. Es ist ohne
weiteres ersichtlich, daß diese Schaltung stets wesentliche Verzerrungen der Signalschwingungen
ergibt, die bei kleinen Amplituden bis zur völligen Unterdrückung gehen. Demgegenüber
soll bei der Schaltung nach der Erfindung eine Amplitudenbegrenzung mit einem Minimum
von Verzerrungen durchgeführt werden.
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In Fig. 1 a ist der Kurvenverlauf einer Signalschwingung dargestellt,
von welchem beim Überschreiten der mit unterbrochenen Linien eingezeichneten übersteuerungsgrenzen
die schraffierten Kurventeile weggeschnitten werden sollen. Dies kann in bekannter
Weise durch vorgespannte Gleichrichterelemente bewirkt werden, welche in den übertragungsweg
als Querglieder eingeschaltet sind und leitend werden, wenn die Momentanspannung
in der einen oder anderen Richtung eine vorgegebene Spannungsgrenze überschreitet.
Man erkennt aus Fig. l a, daß eine Wellenform übrigbleibt, die annähernd aus zwei
Trapezstücken zusammengesetzt ist. Die Verzerrungen bei dieser Art der Begrenzung
sind also verhältnismäßig groß.
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Anstatt von dem ursprünglichen Kurvenverlauf gewisse Stücke an der
Spitze wegzuschneiden, kann man auch der Null-Linie benachbarte Basisteile der ursprünglichen
Schwingung wegschneiden. Diese Möglichkeit ist in Fig. 1 b dargestellt. Allerdings
ist zur praktischen Ausführung dieser Methode zunächst eine Trennung der beiden
Halbwellen erforderlich. Diese wird beispielsweise in einem Gegentakt-B-Verstärker
ohnehin durchgeführt, da in jeder der in einer Stufe zusammenarbeitenden Röhren
nur eine der beiden Halbwellen verstärkt wird. Man kann dann mit Hilfe einer durch
Spitzengleichrichtung gewonnenen Spannung die Gittervorspannung der beiden in der
B-Verstärkerstufe zusammenarbeitenden Röhren in
negativer Richtung
verlagern, so daß die schraffierten Flächenteile unter den Kennlinienknick der Verstärkerstufe
fallen und keine Stromaussteuerung im Anodenkreis bewirken. Es bleibt dann eine
aus zwei Kuppen der ursprünglichen Signalkurve zusammengesetzte begrenzte Kurve
übrig. Man erkennt aber auch in diesem Fall ohne weiteres, daß beträchtliche Verzerrungen
vorhanden sind.
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Es ist jedoch ein Vorteil der unter Bezugnahme auf in Fig. 1 a und
1 b beschriebenen Begrenzerschaltungen, daß sie mit wesentlich geringeren Verzögerungen
arbeiten als die vorerwähnte, mit einem Regelverstärker arbeitende Anordnung. Bei
der Methode der Spitzenabkappung nach Fig. 1 a ist praktisch Überhaupt keine Verzögerung
vorhanden, da die Wirkung unmittelbar durch den einsetzenden Stromfluß in einem
Quergleichrichter erzielt wird, sobald die Momentanspannung den durch die Gleichrichtervorspannung
gegebenen Spannungswert überschreitet. Bei der Methode nach Fig. 1 b ist die Wirkung
nicht ganz so unmittelbar, weil auf dem Umweg über eine Spitzengleichrichtung zunächst
eine Verlagerung des Ruhespannungswertes einer Verstärkerstufe erzielt werden muß.
Jedoch ist die dafür in Kauf zu nehmende Verzögerung immer noch wesentlich kleiner
als in der vorerwähnten Anordnung mit einem Regelverstärker.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Vorteile der mit Regelverstärkern
arbeitenden Anordnungen, also im wesentlichen ihre geringe Verzerrung, mit den Vorteilen
der Abkapperanordnungen zu verbinden. Es ist das Ziel der Erfindung, eine Schaltung
mit Begrenzerwirkung anzugeben, welche geringe Verzerrungen besitzt und bei schnellen
Amplitudenänderungen sehr geringe Verzögerungen der Wirkung aufweist, so daß auch
beim Auftreten solcher schnellen Amphtudenänderungen keine merklichen zusätzlichen
Verzerrungen in Kauf genommen werden müssen, wie dies bei dem Regelverstärker der
Fall war.
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Zu diesem Zweck wird in einer Schaltung mit Begrenzerwirkung besonders
für Niederfrequenzschwingungen, in welcher sowohl einen vorbestimmten Amplitudenwert
überschreitende Spitzen als auch der Null-Linie benachbarte Basisteile der ursprünglichen
Schwingung mit Hilfe von innerhalb des übertragungsweges wirkenden vorgespannten
Gleichrichterelementen abgeschnitten bzw. unterdrückt werden, erfindungsgemäß die
Ruhevorspannung eines bei Übersteuerung die Unterdrückung von Basisteilen bewirkenden
Gleichrichterelementes durch Zuführung einer durch ein erst bei Übersteuerung leitend
werdendes, vorzugsweise gleichzeitig zur Spitzenabscheidung dienendes Gleichrichterelement
gewonnenen Spannung in solchem Sinne geändert, daß infolge der Vorspannungsänderung
in dem erstgenannten Gleichrichterelement mehr als die eine Halbwelle der ursprünglichen
Schwingung gesperrt wird.
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Fig. 1 c dient zur näheren Erläuterung der Wirkungsweise und der Vorteile
einer Schaltung mit Begrenzerwirkung nach der Erfindung. Von den Spitzen der ursprünglichen
Signalschwingung sind die schraffierten Flächenteile mit der Höhe d abgeschnitten,
was dem Abkappungsvorgang nach Fig.1 a entspricht. Die Höhe d der in Fig. c abgeschnittenen
Spitzen ist jedoch geringer als die Höhe der entsprechenden Teile in Fig.
l a. In Fig. 1 c sind außerdem gewisse Basisteile mit der Höhe e abgeschnitten,
was der Abschneidung entsprechender Basisteile in Fig. 1 b vergleichbar ist. Die
Höhe e der in Fig. 1 c abgeschnittenen Basisteile ist jedoch geringer als die Höhe
der entsprechenden Teile in Fig. 1b. Wenn man den nach der Begrenzung übrigbleibenden
Kurvenzug der Fig. 1 c mit der ursprünglichen Signalkurve vergleicht, so erkennt
man ohne weiteres, daß in Fig.1 c die Verzerrungen geringer sind als bei den Methoden
nach Fig. 1 a und 1 b. Dies liegt daran, daß die beiden Abkappungsarten nach Fig.
1 a und 1 b teilweise höhere Harmonische in Gegenphase zueinander erzeugen. Bei
der gleichzeitigen Anwendung beider Abkappungsarten entsprechend der Erfindung,
wie dies in Fig. 1 c dargestellt ist, löschen die durch die einzelnen Abkappungsarten
erzeugten Harmonischen also einander teilweise aus. Vorzugsweise soll das Verhältnis,
in welchem die Höhen d und e der an der Spitze abgeschnittenen und der an der Basis
unterdrückten Teile der ursprünglichen Schwingung zueinander stehen, wenigstens
in einem Teilbereich vorkommender übersteuerungsgrade derartig bemessen sein, daß
die durch die Begrenzerwirkung entstehende Vergrößerung der Gesamtverzerrungen oder
der dritten Harmonischen allein ein Minimum wird. Die Gesamtverzerrungen können
durch den Effektivwert sämtlicher Harmonischen außer der Grundschwingung bestimmt
werden. Häufig ist es erwünscht, hauptsächlich die dritte Harmonische zu dämpfen,
da diese zu den hörbaren Verzerrungen am meisten beiträgt. Es ist dann möglich,
durch Anwendung der Erfindung eine fast vollständige Unterdrückung der dritten Harmonischen
zu erzielen.
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Es ist für die gute Wirkung einer Schaltung nach der Erfindung wesentlich,
daß der Vorzug der Abkappungsart a, daß sie praktisch ohne jede Verzögerung wirksam
wird, auch bei der gleichzeitigen Anwendung beider Abkappungsarten, also bei der
entsprechend der Erfindung arbeitenden Mischform c erhalten bleibt. Wenn die Signalamplitude
plötzlich von einem niedrigen Wert auf einen hohen, oberhalb der übersteuerungsgrenze
liegenden Wert ansteigt, so tritt die Abkappungswirkung an den Spitzen auch in einer
Schaltung nach der Erfindung unverzüglich ein. Die Verlagerung der beiden Schwingungshalbwellen
gegenüber ihrer Null-Linie tritt allerdings erst nach einer gewissen Verzögerung
ein, die größer als die Periodendauer der tiefsten Frequenz ist, für die diese Art
der Abkappung wirken soll. Da jedoch die Abkappung a zunächst wirksam wird, so geht
bei plötzlichen Übersteuerungen die Abkappung innerhalb dieser Übergangszeit stetig
von der Abkappungsart a auf die Mischform c über. Nur während einer sehr kleinen
Übergangszeit werden also die größeren Verzerrungen der Abkappungsarta auftreten,
während nach dem Ablauf der übergangszeit nur noch die kleineren Verzerrungen der
Abkappungsart c übrigbleiben. Während der ganzen Dauer dieses überganges werden
jedoch Übersteuerungen des auf die Abkappungsschaltung folgenden Übertragungsweges
vermieden.
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In Fig. 2 ist als Ausführungsbeispiel einer Schaltung nach der Erfindung
ein Gegentakt-B-Verstärker dargestellt. Bei den Eingangsklemmen 1 und 2 wird die
Signalschwingung der Primärwicklung eines Gegentakt-Eingangstransformators zugeführt.
An den Ausgangsklemmen 3 und 4 wird die verstärkte Ausgangsschwingung von der Sekundärspule
eines Gegentakt-Ausgangstransformators abgenommen. Zwischen diesen beiden Transformatoren
liegt die
zweistufige Verstärkerschaltung mit den Röhren 5 und 6
bzw. 7 und B. Die erste Verstärkerstufe ist dabei in Anoden-Basis-Schaltung ausgeführt,
während die zweite Stufe in normaler Kathoden-Basis-Schaltung aufgebaut ist. An
den mit -f- bzw. - bezeichneten Klemmen werden entsprechende Betriebsspannungen
zugeführt. In den Steuergitterkreisen der Röhrenstufen 5 und 6 liegen die Reihenschaltungen
der Kondensatoren 11 und 12 mit den Wirkwiderständen 9 und 10, welche den auf den
entsprechenden Verstärkerzug entfallenden Anteil des Innenwiderstandes der Steuerspannungsquelle,
dargestellt durch den Eingangstransformator, wenigstens teilweise enthalten können.
Über die Gitterwiderstände 13 und 14 sind die Gitteranschlüsse der Röhren 5 und
6 mit dem negativen Pol einer Gittervorspannungsquelle verbunden. In die Kathodenleitung
der Röhren 5 und 6 sind die Widerstände 17 und 18 eingeschaltet. Bekanntlich läßt
sich durch Aussteuerung bis in das Gebiet positiver Gittervorspannungen im Gitterkreis
einer Röhre eine Gleichrichterwirkung erzielen. Diese Wirkung kann auch bei den
Röhren 5 und 6 ausgenutzt werden. Es kann jedoch unter Umständen eine bessere Wirkung
erzielt werden, wenn den Gitter-Kathoden-Strecken der beiden Röhren die mit unterbrochenen
Linien angedeuteten Gleichrichterelemente 15 und 16 parallel geschaltet werden.
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Diese Gleichrichterelemente oder an ihrer Stelle die Gitter-Kathoden-Strecken
der Röhren 5 und 6 bilden diejenigen, erst bei Übersteuerung leitend werdenden Gleichrichterelemente,
welche zur Spitzenabschneidung und zur Erzeugung einer mit wachsender Übersteuerung
zunehmenden Vorspannung dienen, welche im vorliegenden Beispiel unmittelbar an den
beiden Steuergittern wirksam wird und ihre Ruhepotentiale so verlagert, daß in den
Kathoden-Anoden-Kreisen der Röhren 5 und 6 mit wachsender Übersteuerung auch in
zunehmendem Maße nach Fig. 1 c Basisteile der Schwingung unterdrückt werden.
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Das gewünschte Verhältnis der Höhen (vgl. d und e in Fig. 1 c) der
durch das Leitendwerden der Gleichrichterstrecke im Gitterkreis abgeschnittenen
zu den Höhen der durch die Verlagerung des Spannungsmittelwertes am Gitter im Anodenkreis
unterdrückten Teile der ursprünglichen Schwingung kann nun in der Schaltung nach
Fig. 2 eingestellt werden durch Bemessung des Verhältnisses des am Gitteranschlußpunkt
erscheinenden Wechselstrom-Innenwiderstandes der Steuerspannungsquelle zu ihrem
resultierenden Gleichstrom-Innenwiderstand. Dies geschieht durch Wahl der Größen
der Kapazität der Kondensatoren 11 und 12 und der Wirkwiderstände
9 und 10
sowie der Wirkwiderstände 13 und 14.
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Fig. 3 enthält Kurvenbilder, welche zur Erläuterung der Wirkungsweise
der in Fig. 2 dargestellten Schaltung bei verschiedenen Bemessungen der Kondensatoren
11 und 12 und der Wirkwiderstände 9 und 10 sowie 13 und 14 dienen. In Fig. 3 ist
jeweils für die einzelnen Abkappungsarten a, b und c in der oberen Reihe der Verlauf
der zugehörigen Gitterspannung einer Seite des Gegentaktverstärkers dargestellt.
Die untere Reihe zeigt für diese Fälle den Verlauf der Ausgangsspannung an der Reihenschaltung
der Widerstände 17 und 18, welche die Ausgangswiderstände der Röhrenstufe 5 und
6 bilden.
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Fig. 3 a gilt für den Fall, daß die Kondensatoren 11 und 12 kurzgeschlossen
sind. Die Gitteranschlüsse der Röhren 5 und 6 stehen dann über die verhältnismäßig
kleinen Widerstände 9 und 10 und die Sekundärwicklung des Eingangstransformators
mit dem Masseanschluß in Verbindung. Daher kommt es durch Gleichrichtervorgänge
im Gitterkreis nicht zu einer Verlagerung des Ruhepotentials des Gitters. Infolgedessen
ergibt sich die Abkappungsart a bei demjenigen Wert der Momentanspannung, bei welchem
über die Gleichrichter 15 und 16 bzw. bei Aussteuerung bis zu positiven Gitterspannungen
die Gitter-Kathoden-Strecken selbst leitend werden. In Fig. 3 a ist jeweils im oberen
und unteren Teil der Darstellung der abgeschnittene Teil des Kurvenzuges mit unterbrochenen
Linien eingezeichnet. In jedem Zuge des Gegentaktverstärkers wird die Halbschwingung
einer bestimmten Polarität abgekappt. Da jeweils nur die abgekappte Halbwelle den
Anodenstrom der Röhre steuert, ergibt sich im Ausgangskreis die in beiden Richtungen
abgekappte Kurve im unteren Teil der Fig. 3 a. Eine notwendige Voraussetzung für
die Abkappung der am Gitter erscheinenden Spannungswelle beim Einsetzen des Stromflusses
über eine der Gleichrichterstrecken ist es natürlich, daß der Innenwiderstand der
Steuerspannungsquelle einen hinreichend großen Wert besitzt, damit beim Einsetzen
des Gleichrichterstromes die Spannung an der Steuerspannungsquelle zusammenbricht.
Zur Vergrößerung des scheinbaren Innenwiderstandes dienen dabei die Wirkwiderstände
9 und 10.
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Betrachtet man den anderen Extremfall, bei welchem der Wechselstrom-Innenwiderstand
der Steuerspannungsquelle gleich Null ist, wobei jedoch die Kondensatoren 11 und
12 große Kapazitätswerte aufweisen, so erkennt man, daß es zu einem Spannungszusammenbruch
im Steuergitterkreis infolge des einsetzenden Gleichrichterstromes nicht kommt,
daß aber infolge der Spitzengleichrichtung und infolge der Absperrung des einen
Gleichstromweges durch die Kondensatoren 11 und 12 eine Spannungsverlagerung ins
Negative an beiden Steuergittern die Folge ist. Daher ergibt sich in diesem Fall
eine Abkappungsart gemäß b (vgl. Fig. 1). In Fig. 3 b ist dieser Vorgang dargestellt.
Im oberen Teil erkennt man die Verlagerung der Gittervorspannung einer Seite durch
die eintretende Spitzengleichrichtung. Daher ist die Gitterspannung einer Seite
in ihrer Null-Lage gegenüber der Ruhevorspannung in negativer Richtung verschoben.
Da es sich um einen B-Verstärker handelt, werden also gewisse, unter der Null-Linie
liegende Teile der Steuerspannung nicht mehr im Anodenstrom wiedergegeben. Sie werden
also unterdrückt. Die zusammengesetzte Kurve der Anodenströme ist im unteren Teil
von Fig. 3b angedeutet.
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In dem ersten Fall der Abkappungsart a war das Verhältnis des Wechselstrom-Innenwiderstandes
zum Gleichstrom-Innenwiderstand der Steuerspannungsquelle gleich Eins. Im zweiten
Fall, nämlich der Abkappungsart b, war dieses Verhältnis gleich Null. Die erfindungsgemäße
Abkappungsart c ergibt sich nun, wenn dieses Verhältnis einen Wert zwischen Eins
und Null erhält. Dieser Fall ist in Fig. 3 c dargestellt. Außer der Abkappung an
der Spitze erfährt die Steuergitterspannung auch eine Verlagerung in negativer Richtung.
Die resultierende Kurve des Ausgangsstromes bzw. der Ausgangsspannung ist also gleichzeitig
an den Spitzen abgekappt und weist unterdrückte Teile an ihrer Basis auf. Die sich
ergebende resultierende Verzerrung ist dabei geringer als bei den Abkappungsarten
a und b allein.
Eine Gegentakt-B Verstärkeranordnung
ist nicht die einzige Möglichkeit, eine gleichzeitige Abkappung an der Spitze und
an der Basis einer Signalschwingung zu erzielen. Man kann diese Aufgabe auch dadurch
lösen, daß einer gewöhnlichen Verstärkerstufe ein Längsglied vorgeschaltet wird,
welches einen vorgespannten Längsgleichrichter enthält, wobei in einem Punkt zwischen
dem Längsgleichrichter und dem Ausgangsende des Längsgliedes ein einen vorgespannten
Quergleichrichter enthaltendes Querglied angeschlossen ist. Ferner sind Mittel vorgesehen,
um durch den einsetzenden Stromfluß bei einem Quergleichrichter die Ruhevorspannung
eines Längsgleichrichters in solchem Sinn zu ändern, daß er mehr als die halbe Welle
der ursprünglichen Schwingung sperrt.
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Fig.4 zeigt eine nach diesem Prinzip aufgebaute Begrenzerschaltung.
Um eine symmetrische Arbeitsweise der Schaltung zu erzielen und dadurch beide Halbwellen
gleichmäßig zu behandeln, sind zwei einander parallele Zweige vorgesehen, welche
Paare von einander entgegengesetzt gepolten Längs- und Quergleichrichtern enthalten.
Auf der Eingangsseite der Schaltung ist die Steuerspannungsquelle 19 angeschlossen.
Mit dieser in Reihe liegt der Wirkwiderstand 20, der hier dieselbe Aufgabe erfüllt
wie die Widerstände 9 und 10 in Fig. 2. Die Kondensatoren 21 und 22 entsprechen
hinsichtlich ihrer Aufgabe den Kondensatoren 11 und 12 der Fig. 2. Die Quergleichrichter
25 und 26 können mit den Gleichrichtern 15 und 16 der Fig. 2 verglichen werden.
Auf der Ausgangsseite der Schaltung ist über einen Kondensator 39 der Verbraucherwiderstand
27 angeschlossen, der beispielsweise den Eingangswiderstand eines nachfolgenden
Verstärkers darstellen kann. In den beiden Zweigen befinden sich nun die entgegengesetzt
zueinander gepolten Längsgleichrichter 23 und 24 sowie Anschlußklemmen für die Zuleitung
der Ruhevorspannungen für die Gleichrichter. Die Wirkungsweise ist leicht zu übersehen.
Bei Übersteuerung fließt ein Strom über den die Abkappung bewirkenden Quergleichrichter,
beispielsweise über den Gleichrichter 25 oder den Gleichrichter 26. Ist die Steuerspannung
eine reine Wechselspannung, so werden im allgemeinen Ströme über beide Quergleichrichter
fließen. Diese Ströme bewirken nun eine Gleichspannungsverschiebung für die Längsgleichrichter
23 und 24, so daß durch diese mehr als eine Halbwelle der Steuerspannungsschwingung
gesperrt wird. Es ergeben sich damit die gleichen Arbeitsverhältnisse, wie diese
an Hand von Fig. 3 c erläutert worden ist.
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Häufig ist es nicht erforderlich, eine vollkommen symmetrisch aufgebaute
Begrenzerschaltung zu verwenden, wie sie in Fig. 4 dargestellt ist. Besonders bei
selbst symmetrierenden Gegentaktverstärkern können auch einfachere Anordnungen ausreichen.
Unter einem selbst symmetrierenden Gegentaktverstärker versteht man bekanntlich
einen solchen, der für alle unsymmetrischen Spannungen in den beiden Zweigen eine
sehr starke Gegenkopplung enthält. Diese kann beispielweise durch einen gemeinsamen
Widerstand im Kathodenkreis zweier in Gegentakt arbeitender Röhren einer Stufe gebildet
werden. Ein Ausführungsbeispiel einer solchen Schaltung ist in Fig. 5 dargestellt,
jedoch unter Weglassung aller für die Erläuterung nicht erforderlichen Teile. Die
zu betrachtende Verstärkerstufe enthält die in Gegentakt arbeitenden Röhren 28 und
29, in deren Kathodenkreis ein die Kathodenströme beider Röhren führender Widerstand
liegt. Die beiden Quergleichrichter 32 und 33 entsprechen den Gleichrichtern 15
und 16 der Fig. 2. Es ist jedoch nicht erforderlich, in jedem Verstärkerzag zur
symmetrischen Behandlung der beiden Halbwellen eine Schaltung mit zwei parallel
geschalteten Längszweigen vorzusehen. Es genügt, in jedem Zug einen Längsgleichrichter
30 bzw. 31 zu verwenden.
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Es kann vorteilhaft sein, in dem Längsglied Gleichrichterzweige von
untereinander verschiedener Zeitkonstante einander parallel zu schalten. Ein Ausführungsbeispiel
ist in Fig. 6 dargestellt. Darin ist der Kondensator 34 zusammen mit dem Widerstand
35 für eine große Zeitkonstante für die tiefen Niederfrequenzen bemessen, während
der Kondensator 36 zusammen mit dem Widerstand 37 für eine kleine Zeitkonstante
für die mittleren bis hohen Niederfrequenzen bemessen ist. Dadurch kann erreicht
werden, daß für mittlere und höhere Frequenzen die Abschneidung nach vorausgegangenen
Übersteuerungen wesentlich rascher verschwindet, als es mit der die tiefen Frequenzen
berücksichtigenden Zeitkonstante allein möglich wäre. Der Quergleichrichter 38 entspricht
in seiner Bedeutung beispielsweise dem Gleichrichter 32 der Fig. 5.