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DE1107946B - Verfahren zum Reinigen von Gasen aus OEfen fuer die schmelzelektrolytische Aluminium-erzeugung - Google Patents

Verfahren zum Reinigen von Gasen aus OEfen fuer die schmelzelektrolytische Aluminium-erzeugung

Info

Publication number
DE1107946B
DE1107946B DEE13460A DEE0013460A DE1107946B DE 1107946 B DE1107946 B DE 1107946B DE E13460 A DEE13460 A DE E13460A DE E0013460 A DEE0013460 A DE E0013460A DE 1107946 B DE1107946 B DE 1107946B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
washing
gases
solution
furnaces
aluminum
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEE13460A
Other languages
English (en)
Inventor
Kristian Fredrik Langfel Ramse
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Elektrokemisk AS
Original Assignee
Elektrokemisk AS
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Elektrokemisk AS filed Critical Elektrokemisk AS
Priority to DEE13460A priority Critical patent/DE1107946B/de
Publication of DE1107946B publication Critical patent/DE1107946B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F7/00Compounds of aluminium
    • C01F7/48Halides, with or without other cations besides aluminium
    • C01F7/50Fluorides
    • C01F7/54Double compounds containing both aluminium and alkali metals or alkaline-earth metals

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)

Description

  • Verfahren zum Reinigen von Gasen aus Öfen für die schmelzelektrolytische Aluminiumerzeugung Bei der Aluminiumerzeugung durch Schmelzflußelektrolyse entstehen Gase und Staubpartikeln, die einesteils erhebliche Nachbarschäden verursachen können und anderenteils Werte in Form von Fluorverbindungen, hauptsächlich als Fluorwasserstoff und als Staubpartikeln, enthalten.
  • Um die Schadenauswirkungen auf die Umgebung zu vermeiden, muß man die Elektrolysegase weitgehend reinigen, bevor man sie in die Atmosphäre abgehen läßt. Dies geschieht dann in möglichst einfacher Weise, z. B. durch Waschen der Gase mit Wasser und Neutralisieren mit Kalk. Der gebildete kalkhaltige Schlamm ist eine Mischung von Fluorid-, Sulfat-, Carbonat- und Oxydverbindungen und kann nicht in den Elektrolyseprozeß geleitet werden. Es würde auch viel zu teuer sein, den kalkhaltigen Schlamm als Ausgangsmaterial für die Rückgewinnung des Fluorgehaltes zu verwenden. Er muß in der Nähe der Fabrik angesammelt oder in Kloaken bzw. Gewässer abgeleitet werden. Das Ansammeln oder Abführen des kalkhaltigen Schlammes kann in größeren Anlagen mit Schwierigkeiten verbunden sein und Kosten verursachen.
  • In den letzten Jahren ist der Bedarf an Fluor, insbesondere in der Aluminiumindustrie, sehr viel größer geworden mit der Folge von Preissteigerungen, z. B. für Kryolith.
  • Bei dem gegenwärtigen Stand der Aluminiumerzeugung liegt der Fluorbedarf zwischen 50 000 und 100 000 t pro Jahr. Der Fluorgehalt der Ofengase und des mit diesen abgehenden fluorhaltigen Staubs beträgt etwa 25 bis 500/, hiervon. Man hat daher versucht, die Gasreinigung mit einem Rückgewinnungsverfahren zu kombinieren. Das Verfahren sollte vorzugsweise ein Produkt ergeben, das in die Elektrolyseöfen unmittelbar eingeleitet werden kann. Die Rückgewinnung des Fluorgehaltes wurde jedoch in der Industrie nicht allgemein vorgenommen, was dem Umstand zuzuschreiben ist, daß die Rückgewinnungskosten an der Grenze des wirtschaftlich Zulässigen liegen.
  • Als Hauptursache kann folgendes erwähnt werden: Die angewandten Verfahren arbeiten mit großen Reagenzverlusten. Man arbeitet mit sehr verdünnten Lösungen und Suspensionen in diskontinuierlichen Verfahren. Daher sind die Installationen umfangreich und die Installations- und Betriebskosten hoch.
  • Die Elektrolysegase werden gewöhnlich in stark verdünnter Form aus den Elektrolyseöfen abgeleitet. Sie enthalten HF, SO" SO" CO, und CO. Ferner enthalten sie Staub, bestehend aus Fluoriden, Eisenverbindungen, Aluminiumoxyd und Ruß. Das Gas aus den Söderberg-Öfen mit Seitenkontakten enthält außerdem Teerdampf. Der Staub und auch der Teer können entweder in Staubsammlern, z. B. Zyklonen oder Elektrofiltern, vor dem Auswaschen der gasförmigen sauren Komponenten oder in der Waschapparatur selbst niedergeschlagen werden.
  • Der Fluorgehalt der Gase kann innerhalb weiter Grenzen schwanken, da aus den verschiedenartigen Ofentypen ungleiche Gasmengen abgezogen werden. Die Gase aus Öfen mit fertig gebackenen Anoden können z. B. 10 mg F/Nm3 oder weniger enthalten, während Gase aus Söderberg-Öfen mit vertikalen Kontakten 600 bis 1000 mg F/Nm3 enthalten können.
  • Der Gehalt an Schwefeloxyden stammt vom Schwefelgehalt der Anode, der während der elektrolytischen Oxydation der Anode oxydiert wird. Der Schwefelgehalt der Anodenmaterialien ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen, eine Tendenz, die fortzudauern scheint. Es ist heute nicht ungewöhnlich, daß die Anode 1,5 bis 2°/o S enthält.
  • Auch der C 02-Gehalt kann innerhalb weiter Grenzen schwanken. Er ist bei Gasen aus Söderberg-Öfen mit vertikalen Kontakten am größten und kann nach dem Brennen der aufgesammelten Elektrolysegase bei etwa 5 °/o liegen.
  • Man hat bisher als Absorptionsmedium für den Fluorgehalt des Gases gewöhnlich eine schwache, z. B. eine 4- bis 5°/oige Sodalösung angewandt; dabei wurde in der Weise gearbeitet, daß zum Auswaschen des Fluorgehaltes der Gase aus einer gewissenAnzahl von Öfen für eine bestimmte Periode, die im allgemeinen 1 bis 3 Tage umfaßt, eine ausreichende Menge Wasch- Lösung hergestellt wird. Diese Menge Waschlauge wurde im Kreislauf durch die Waschapparatur hindurchgeführt, bis die Lösung fast mit NaF gesättigt war. Dies besagt in der Praxis, daß eine NaF-Endkonzentration von 30 bis 35g/1 erzielt wurde. Am Ende der Waschperiode enthielt die Lösung immer noch einen kleinen Überschuß an freiem Alkali. Die Waschlauge hat sich also während des ganzen Waschverfahrens im pH-Gebiet über 7 befunden. Zur Aufarbeitung der Waschlauge kann man wie folgt vorgehen: Die gesättigte NaF-Lösung wird in die Anlage zur Fällung und Rückgewinnung von Fluor in Form von Kryolith übergeleitet. Falls der Staub- und Teergehalt des Gases im Wäscher selbst niedergeschlagen worden ist, wird der sogenannte Schwarzschlamm vor Fällung des Kryoliths ausgeschieden. Die Ausfällung findet gemäß einer der folgenden Reaktionsgleichungen statt: Es ist für sämtliche bisher benutzten Rückgewinnungsverfahren charakteristisch, daß das Auswaschen mit einer ständig alkalischen Lösung ausgeführt wird, gleichgültig ob Naßverfahren (Waschtürme od. dgl.), Trockenverfahren (Elektrofilter) oder andere Maßnahmen zur Neutralisierung, z. B. Einblasen von Ammoniakgasen, angewandt werden.
  • Die alkalische Waschlauge absorbiert aber auch den Inhalt des Gases an Schwefeloxyden. Hierdurch geht die entsprechende Menge Soda verloren, weil es praktisch oder wirtschaftlich nicht zweckmäßig ist, dieses Alkali zu regenerieren. Mit den Schwefelmengen, welche die Anodenmaterialien jetzt enthalten, kann der Sodaverbrauch zum Neutralisieren der Schwefeloxyde leicht doppelt so groß sein wie der Verbrauch zur Bildung von NaF. Es ist deshalb klar, daß es für die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens von wesentlichem Interesse ist, Sodaverluste vermindern zu können.
  • Es wurde nun gefunden, daß die Reagenzverluste und die Installations- sowie Betriebskosten wesentlich vermindert werden können und daß eine hochgradige selektive Absorption des Fluorgehaltes der Ofengase erzielt werden kann, -wobei die Schwefeloxyde nur in sehr beschränktem Maße absorbiert werden, wenn eine Waschlösung mit ausreichend niedrigem pH-Wert angewandt wird. Der pH-Wert der Waschlösung muß unter 7 und soll vorzugsweise unter 5 liegen.
  • Der gewünschte Effekt kann in verschiedener Weise erreicht werden. Nach einer Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung kann man in der Weise arbeiten, daß dem Waschwasser Soda in kontrollierten Mengen zugegeben wird. Hierbei kann die Zugabe in Form einer Lösung erfolgen, da während des Waschens der heißen Gase Wasser verdampft, das durch die entsprechende Menge Zusatzwasser ausgeglichen wird.
  • Bei der kontrollierten Zugabe von Soda bilden sich saure Fluoride. Nach der Sättigung der Waschlösung werden diese zur Fällung und Rückgewinnung des Fluorgehaltes der Rückgewinnungsanlage zugeleitet. Die gesättigte Lösung wird durch eine frische Lösung ersetzt.
  • Es ist stets von großem Interesse, die Waschlauge nach Aufarbeitung in der Rückgewinnungsanlage einem neuen Waschzyklus zuführen zu können, da die Fällungsreaktionen keine 100%ige Ausbeute ergeben. Außerdem enthalten die aufgearbeiteten Waschlösungen bei Anwendung der genannten Reaktionen (2) und (3) nach dem Fällen noch bedeutende Mengen an Soda.
  • Wie die Reaktionsgleichung (2) zeigt, ist die Reaktion (2) nicht mit Vorteil anwendbar, da bei dieser Methode mehr Soda gebildet wird, als für die Bildung von NaF erforderlich ist.
  • Falls die Fällungsmethode (3) verwendet wird, kann die regenerierte Lösung nicht in derselben Weise wie bisher in den Waschprozeß zurückgeführt werden, sondern muß nach und nach in eine bereits vorhandene Waschlösung eingeführt werden, wobei darauf zu achten ist, daß der pH-Wert der Waschlösung unter 7 bleibt.
  • Der Gehalt des Waschwassers an HF kann diesem auch durch Zugabe von Al(OH)3 entzogen werden. Der pH-Wert der Lösung beträgt dabei etwa z. Bei Anwendung dieser Methode soll jedoch der Staubgehalt und insbesondere der Teergehalt des Gases vor dem Auswaschen entfernt sein, damit der gebildete A1F3-Schlamm möglichst frei von Verunreinigungen ist.
  • Man kann auch so arbeiten, daß während des Waschvorganges Natriumaluminat der Waschlösung in kontrollierten Mengen zugesetzt wird. Hierbei werden die oben angegebenen Rücksichten genommen, um ein für die verminderte Aufnahme von. Schwefeloxyden, einen ausreichend niedrigen pH-Wert aufrechtzuerhalten. Bei Zugabe von Aluminat wird Kryolith ausgefällt:
    3NaF -- AIF3 -> Na, AlF, (1)
    6NaF -i- NaA102, -!- 4NaHC03 > Na3AIFs ; 4Na2C03 -I- 2H,0 (2)
    6NaF -f- NaA102 -I- 2C02 > Na3AIF6 -I- 2Na2C03 (3)
    6HF -E- Na3A103 3. Na3AIFs + 3H20
    Die Ausfällung kann durch kontinuierliche oder periodische Zugabe des Fällungsmittels zur Waschlösung erfolgen. In einer Versuchsanlage zum Auswaschen von Ofengasen aus einem Elektrolyseofen industriellen Maßstabes ist es unter Anwendung von gewöhnlichem weichem Süßwasser als Waschmedium gelungen, eine HF-Konzentration von 10 bis 20 g/I zu erzielen. Diese Konzentration ist im Vergleich zu der maximalen Fluorkonzentration (als NaF), die unter Anwendung der jetzigen Waschmethoden erzielt werden kann, sehr zufriedenstellend.
  • Wenn man die Verfahrensweise anwendet, das Waschwasser vor der Aluminatzugabe zur maximalen (temperaturabhängigen) HF-Konzentration aufzukonzentrieren, kann das Fällen entweder im Zirkulationssystem der Waschapparatur ausgeführt werden, oder man kann die Lösung in ein separates Ausfällungssystem geben.
  • Die Absorption der schwefelhaltigen Gase bedeutet nicht nur einen Reagenzverlust, sondern auch, daß die Waschlösung ziemlich rasch mit Sulfat gesättigt wird, wonach dies auskristallisiert und dadurch Verfahrensschwierigkeiten, wie Verstopfung von Rohr- Leitungen, Ventilen u. ä., auftreten. Außerdem wird der ausgefällte Kryolith durch mitgerissenes Sulfat verunreinigt; dies ist nachteilig, da nur ein Teil des Sulfats auswaschbar ist.
  • Die Sulfatkonzentration braucht notwendigerweise nicht schon im ersten Waschzyklus die Sättigungsgrenze zu erreichen, denn früher oder später wird diese erreicht, wenn die Lösungen nach beendeter Ausfällung des Fluorgehaltes in das Waschsystem zurückgeführt werden.
  • Um den Sulfatgehalt der Lösung auf angemessener Höhe zu halten, hat man aus Rücksicht auf den Verlauf des Verfahrens und auf die Reinheit des Kryoliths in vielen Fällen das Mittel ergriffen, nach jeder Ausfällung einen Teil der Lösung abzulassen und zu verwerfen. Dieses Verfahren bedeutet aber einen nicht unwesentlichen Verlust an nicht umgesetztem NaF und auch an Soda.
  • Durch die Anwendung von Waschlösungen mit einem p,1-Wert unter 7 wird die Sulfatbildung wesentlich vermieden. Das Verfahren der Erfindung zeichnet sich auch dadurch aus, daß es weitgehend kontinuierlich arbeitet. Bei ihm nimmt der für die Rückgewinnung notwendige Behälterraum nur einen Bruchteil desjenigen ein, der bei den bisher bekannten diskontinuierlichen Verfahren erforderlich ist. Somit können 800/, und mehr des Behältervolumens im Vergleich zu den bis jetzt angewendeten Verfahren eingespart werden.
  • Das Volumen der Kreislaufflüssigkeit wird bei dem üblichen Verfahren dadurch bestimmt, daß die Lauge innerhalb eines gewissen Zeitraumes - wenigstens 24 Stunden - gesättigt werden muß. Bei Anwendung des Verfahrens der Erfindung ist eine solche begründete niedere Begrenzung nicht mehr notwendig.
  • Wie vorstehend ausgeführt, beträgt die NaF-Konzentration der zur Fällung gehenden Lösung höchstens 30 bis 35 g/l. Je nach der Fällungsmethode wird sich beim Fällen eine Suspension bilden, die zwischen 50 und 120 g Schlamm pro Liter enthält. Für die Behandlung auf Filtern oder in Zentrifugen ist es ein Vorteil, daß die Schlammkonzentration bedeutend größer ist, und man sieht deshalb ein Absetzen des Schlammes vor. Das Absetzen kann bis zu mehreren Tagen dauern. Es ist z. B. nicht ungewöhnlich, daß Fällung, Absetzen und Filtrieren ein Behältervolumen erfordern, das viermal größer ist als das Volumen für die Kreislaufflüssigkeit im Waschsystem.
  • Nach dem Verfahren der Erfindung wird zur Rückgewinnung des Fluors das Fällungsreagenz im Kreislaufsystem der Waschapparatur selbst zugegeben.
  • Die Verfahrensweise für die Reaktionen 1) und 2) ist schematisch in Fig. 1 veranschaulicht. 1 bezeichnet den Wäscher und 2 den Behälter für die Waschflüssigkeit. Dieser kann so konstruiert sein, daß in ihm ein Absetzen von Schlamm möglich ist. Bei 3 wird das Fällungsmittel, z. B. Natriumaluminat, zugegeben. Die Zugabe kann kontinuierlich oder periodisch erfolgen. 4 bezeichnet eine Vorrichtung zum Ausscheiden des Kryolithschlammes aus der Lauge, z. B. ein Filter oder eine Zentrifuge. Der Schlamm kann kontinuierlich oder periodisch aus dem Behälter entfernt werden. Wenn die Entfernung kontinuierlich erfolgt, kann eine Filterapparatur geringerer Größe angewendet werden. 5 ist eine Pumpe, die die Waschflüssigkeit umpumpt. Sie wird teils von der vom Kryolithschlamm abgetrennten Lauge und teils von dem Überlauf des Behälters 2 -sofern ein solcher vorhanden - gespeist.
  • Für die Durchführung des Verfahrens der Erfindung ist es von untergeordneter Bedeutung, ob die Kreislaufflüssigkeit beim Passieren des Wäschers Schlamm enthält oder nicht. Die maximal erreichbare Konzentration des Schlammes, der aus dem Behälter 2 abgelassen wird, ist jedoch in gewissem Maße von dem im Wäscher angeordneten Sprühsystem abhängig. Zur Erzielung der höchstmöglichen Schlammkonzentration muß das Sprühsystem möglichst »offen« sein, d. h. die Gefahr, daß das Sprühsystem verstopft wird, soll möglichst gering sein.
  • Das Verfahren gemäß Reaktion (3) ist in der Fig. 2 veranschaulicht. Hierbei werden zwei in Serie geschaltete Behälter 6 und 7 verwendet.
  • Die Waschflüssigkeit wird kontinuierlich oder in Portionen vom Behälter 6 in den Behälter 7 geleitet. Das Gesamtvolumen der Behälter 6 und 7 kann dasselbe sein wie dasjenige des Behälters 2 der Fig. 1. Der Behälter 6 enthält die eigentliche Waschlauge, die mit Hilfe der Pumpe 8 kontinuierlich zirkuliert.
  • Die Ausfällung erfolgt im Behälter 7 mit Hilfe von C02-haltigem Gas. Durch Kontrolle des CO,-Gehaltes im Gase kann die Fällung so reguliert werden, daß die Fällungsgeschwindigkeit, d. h. die Sodabildung, rascher erfolgt als der Sodaverbrauch in der Waschapparatur. Die Lösung im Behälter 7 wird mit Hilfe der Pumpe 9 in den Waschprozeß zurückgepumpt, und zwar in Mengen, die den Anforderungen an einen genügend niedrigen p$-Wert in der Waschlauge entspricht. Es ist hierbei von untergeordneter Bedeutung, ob die Fluorausfällung in der zurückgeführten Lösung vollständig gewesen ist oder nicht. Es ist ebenfalls von untergeordneter Bedeutung, ob etwas ausgefällter Schlamm in den Waschprozeß zurückgeleitet wird.
  • Mit Rücksicht auf die Umgebung kann es wünschenswert sein, daß die Ofengase nach dem selektiven Waschen im sauren Medium einer endgültigen Reinigung, besonders vom Gehalt an Schwefeloxyden, aber auch, soweit möglich, vom Restgehalt an Fluor, unterworfen werden. Dies kann durch Waschen mit Wasser mit nachfolgender Neutralisierung des Waschwassers unter Anwendung von Kalk oder kalkhaltigen Verbindungen oder durch Waschen mit einer Lösung, die solche Verbindungen enthält, geschehen. Man kann z. B. die Gase durch einen Turm passieren lassen, der mit wasserberieseltem Kalkstein gefüllt ist. Statt Kalk kann auch eine Alkaliverbindung verwendet werden.
  • In Verbindung mit der endgültigen Reinigung der Gase können auch Elektrofilter angewendet werden. Es ist bereits ein Trockenreinigungsverfahren zur Rückgewinnung von Kryolith aus den Abgasen der Öfen für die Schmelzflußelektrolyse von Aluminium bekannt, das so arbeitet, daß die Ofenabgase durch Filter aus Tonerdehydrat, wasserfreier calcinierter, jedoch nicht gesinterter Tonerde oder Gemischen dieser oder aus thermisch aktiviertem Tonerdehydrat geleitet werden, anschließend die verbrauchte Filtermasse gegebenenfalls nach korrektivem Zusatz von Alkali calciniert und die so gewonnene, kryolithhaltige Tonerde zur Deckung der entstandenen Fluorverluste den Öfen wieder zugeführt wird. Durch dieses Verfahren sollen die Nachteile vermieden werden, die sich daraus ergeben, daß bei den zuvor bekannten Verfahren die Endlösungen bei der geringen Löslichkeit von NaF sehr verdünnt sind und zusätzlich beträchtliche Mengen an Na H C 03, Nag C 03, Nag S O" Nag Si 03 usw. enthalten. Gegenüber dem Trockenverfahren besteht jedoch das beträchtliche Bedenken, daß die von selbstbackenden Elektroden herstammenden Teerdämpfe die Tonerdehydratfilter verstopfen und so vorzeitig unbrauchbar machen.
  • Das hier behandelte Trockenreinigungsverfahren läßt sich also nur bei fertiggebackenen Elektroden betreiben, während das Verfahren der vorliegenden Erfindung sowohl mit fertiggebackenen als auch mit selbstbackenden Elektroden betrieben werden kann.
  • Weiterhin ist das mit Filtern arbeitende Trockenverfahren dadurch nachteilig, daß die Filter durch Staubpartikeln verstopft werden bzw. diese zurückhalten und dadurch der wiedergewonnene Kryolith so stark verunreinigt wird, daß er praktisch nicht in den Ofen zurückgenommen werden kann.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zum Reinigen von Gasen aus Öfen für die schmelzelektrolytische Aluminiumerzeugung durch Waschen der Gase, dadurch gekennzeichnet, daß dem Waschwasser Alkali in solchen Mengen zugegeben wird, daß der pH-Wert der Waschflüssigkeit zwecks Bildung saurer Fluoride unter 7, vorzugsweise unter 5, gehalten wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Waschlösung im Kreislauf geführt wird und aus diesem durch Zugabe von Natriumaluminat und Soda, oder im Falle der Anwesenheit ausreichender Alkalimengen durch Zugabe von Natriumaluminat und Kohlendioxyd, fluorhaltige Verbindungen ausgefällt werden.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Entfernung von Schwefeloxyden nach der Behandlung der Ofengase mit saurer Waschflüssigkeit eine alkalische Nachbehandlung angeschlossen wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Entfernung von Schwefeloxyden nach der Behandlung der Ofengase mit saurer Waschflüssigkeit eine Naßwäsche mit Wasser, vorzugsweise in einem Turm, mit wasserberieseltem Kalkstein durchgeführt wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 970 919.
DEE13460A 1957-01-02 1957-01-02 Verfahren zum Reinigen von Gasen aus OEfen fuer die schmelzelektrolytische Aluminium-erzeugung Pending DE1107946B (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1184093B (de) * 1962-02-15 1964-12-23 Pechiney Prod Chimiques Sa Verfahren und Vorrichtung zur Reinigung von Abgasen aus der Aluminium-Schmelzflusselektrolyse
DE3604403A1 (de) * 1985-02-12 1986-08-14 Mitsubishi Denki K.K., Tokio/Tokyo Verfahren und vorrichtung zur entfernung von sauren komponenten aus einem gas

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Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE970919C (de) * 1953-01-08 1958-11-13 Bruno Schmidl Dr Ing Verfahren zur Rueckgewinnung von Kryolith aus den Abgasen bei der Schmelzflusselektrolyse des Aluminiums

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