DE1106671B - Verfahren zur Stabilisierung von Asphalten (Erdoelbitumen) fuer Bauzwecke oder von deren Oberflaechen - Google Patents
Verfahren zur Stabilisierung von Asphalten (Erdoelbitumen) fuer Bauzwecke oder von deren OberflaechenInfo
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Description
DEUTSCHES
Gegenstand der Erfindung sind verbesserte Asphaltmischungen, die insbesondere gegenüber Witterungseinflüssen besonders beständig sind und sich durch
ihre Beständigkeit gegenüber einer »Netzader- und Rißbildung« auszeichnen.
Die weitverbreitete Verwendung von Bitumen für Dächer und als Baustoff im Straßenbau beruht vor
allem darauf, daß er billig und in großen Mengen verfügbar ist und im allgemeinen befriedigende physikalische
Eigenschaften aufweist. Er läßt sich leicht als Überzug auftragen und erstarrt rasch zu einem
dauerhaften und harten Überzug. So kann er beispielsweise als Bestandteil für Bedachungen in geschmolzener
Form gleichmäßig über die zu bedeckende Oberfläche aufgestrichen oder aufgetupft
werden und erstarrt beim Abkühlen. Er kann aber auch als konzentrierte Lösung in einem organischen
Lösungsmittel aufgetragen, vorzugsweise aufgesprüht werden. Bei einem noch anderen Verfahren zur Auftragung
von Bitumen auf eine Oberfläche werden wäßrige Emulsionen verwendet, die ebenfalls aufgesprüht
werden. In den letztgenannten Fällen erhält man die endgültige Bitumenschicht jedesmal als Rückstand
nach Verdunstung des Lösungsmittels oder des Wassers.
Bitumenüberzüge sind gegenüber den normalen Witterungsverhältnissen, wie Hitze, Regen, Schnee
usw., beständig; eine Erhöhung dieser Beständigkeit wäre jedoch wünschenswert. Untersuchungen der Ursachen
einer Verschlechterung der Bitumenüberzüge haben ergeben, daß als erstes Anzeichen einer solchen
Verschlechterung sehr kleine Risse in der Oberfläche auftreten, die einen Kern für die weitere, rasch fortschreitende
Verschlechterung des Asphaltes bilden. Diese sehr kleinen Risse werden immer größer, bis sie
die den Überzug tragende Oberfläche erreichen. Danach gewährt der Bitumenüberzug natürlich keinen
Schutz mehr für die darunterliegende Fläche.
Die winzigen Risse sind als »Netzaderbildung« bekannt. Entwickeln sich Netzadern zu größeren Rissen,
so nennt man diese Erscheinung »Rißbildung«.
Die Erfindung benutzt eine Klasse von Zusatzmitteln, durch welche die Bitumen die verbesserten
Eigenschaften hinsichtlich der aufgezählten Nachteile erhalten und die Oberflächen stabilisiert werden.
Es werden stabilisierte Mischungen hergestellt, die zu einem größeren Teil, d. h. zu etwa 0,01 bis etwa
10 Gewichtsprozent, aus einem Kupfer (I) -Phosphordithioat der Formel
RO S
Verfahren zur Stabilisierung
von Asphalten (Erdölbitumen)
von Asphalten (Erdölbitumen)
für Bauzwecke
oder von deren Oberflächen
oder von deren Oberflächen
Anmelder:
The Lubrizol Corporation,
Cleveland, Ohio (V. St. A.)
Cleveland, Ohio (V. St. A.)
Vertreter:
Dr. W. Beil und A. Hoeppener, Rechtsanwälte,
Frankfurt/M.-Höchst, Antoniterstr. 36
Frankfurt/M.-Höchst, Antoniterstr. 36
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 13. März 1958
V. St. v. Amerika vom 13. März 1958
William Albert Higgins
und Robert George Wurstner, Cleveland, Ohio
und Robert George Wurstner, Cleveland, Ohio
(V. St. A.),
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
R'O
SCu
in der R und R' gesättigte Kohlenwasserstoffreste oder gesättigte Ätherreste bedeuten, und zu etwa
0,005 bis etwa 3,0 Gewichtsprozent aus einem p-Phenylendiamin bestehen.
Solche Gemische zeichnen sich durch ihre auffallende Beständigkeit gegenüber allen Witterungseinflüssen sowohl im sehr heißen Sommer als auch
im Winter aus. Sie sind besonders beständig gegenüber den Bedingungen, die gewöhnlich eine Netzaderund
Rißbildung in der zu bedeckenden Oberfläche verursachen.
Kupfer(I)-Phosphordithioate sind leicht herstellbar durch Umsetzung von pulverisiertem Kupfer mit
einer Phosphordithiosäure. Die hier nicht beanspruchte Umsetzung erfolgt einfach durch Mischen der beiden
Reaktionsteilnehmer vorzugsweise bei etwas erhöhter Temperatur, d. h. bei 50 bis 100° C. Im allgemeinen
verwendet man Lösungsmittel, wie Benzol, um die Verarbeitung des Umsetzungsgemisches zu erleichtern,
doch kann dies auch unterbleiben.
Die Herstellung der Phosphordithiosäure-Vorstufe des Kupferphosphordithioats kann durch die Umsetzung
von Phosphor-pentasulfid mit 4 Äquivalenten
109 580/374
3 4
eines Alkohols oder Phenols erfolgen. Sie wird bei /J-naphthyl-, N,N'-Di-p-xenyl-, Ν,Ν'-Di-isoamyl-,
einer Temperatur von 50 bis 150° C durchgeführt. Ν,Ν'-Alkylphenyl und -p-Phenylendiamine.
Hierfür können auch Gemische aus Alkoholen und Soweit diese p-Phenylendiamine im Handel nicht
Phenolen verwendet werden, so daß Phosphordithio- erhältlich sind, können sie durch Umsetzung von
säuren entstehen, die in demselben Molekül ungleiche 5 Hydrochinon mit aliphatischen oder aromatischen
organische Gruppen enthalten. Erfindungsgemäß Aminen hergestellt werden. Diese Umsetzung erfolgt
können sowohl Kupfersalze, die aus solchen Phosphor- nach der Gleichung
dithiosäuren mit ungleichen organischen Gruppen, als
auch solche, die aus einfachen Phosphordithiosäuren ττη_/===Ν\_ηττ _i_ 9 ρ Mti
hergestellt worden sind, verwendet werden. Spezielle io nu \ / Uti + ZKJNW2
Beispiele von Alkoholen und Phenolen, die bei der
Herstellung von Phosphordithiosäuren verwendet RNH f' ~'~- NHR + 2HO
werden können, sind: Äthyl-, Butyl-, Hexyl-, Decyl-, / 2
Cetyl- und andere Alkohole, Glykole, Octylphenol,
Heptylphenol, Cyclohexanol u. a. Selbstverständlich 15 (Vergleiche z. B. für die Verwendung von aliphaist
die Identität der in obiger Formel verwendeten tischen Aminen das USA.-Patent 2 163 639. Die AnSymbole
R und R' abhängig von dem Alkohol oder wendung der Umsetzung auf die Herstellung von
Phenol, der zur Herstellung der Phosphordithiosäure Ν,Ν'-Diaryl-p-phenylendiaminen ist in »Encyclopedia
verwendet wird. of Chemical Technology«, Interscience, Bd. 10,
A.Di-(4-methylpentyl-2)-phosphordithiosäurewurde ao S. 378ff., von Kirk·—Othmer behandelt.)
hergestellt, indem man 1 Mol Phosphor-pentasulfid p-Phenylendiamin selbst kann durch Reduktion von
hergestellt, indem man 1 Mol Phosphor-pentasulfid p-Phenylendiamin selbst kann durch Reduktion von
bei 75 bis 85° C langsam zu 4 Mol 4-Methylpentan- p-Nitroanilin mit Eisen und Salzsäure hergestellt
2-ol zufügte und das Gemisch 1 Stunde lang auf 75 werden. Auch andere Reduktionsmittel, z. B. diebis
85° C erwärmte. Das Umsetzungsgemisch wurde jenigen, die in der obengenannten Literaturstelle von
filtriert, und dem 324 g wiegenden (1,09 Mol) Filtrat, 25 Kirk—Othmer beschrieben sind, können mit
das im wesentlichen aus der Säure bestand, wurden guten Ausbeuten verwendet werden. Die monosubstibei
75 bis 85° C 64 g (1,0MoI) pulverförmiges Kupfer tuierten Produkte von p-Phenylendiamin können durch
zugesetzt. Das Gemisch wurde 16 Stunden auf 75 bis Alkylierung oder Arylierung mit dem entsprechenden
85° C erwärmt und filtriert. Das Filtrat bestand Halogenid hergestellt werden.
im wesentlichen aus dem Kupfer (I)-Di-(4-methyl- 30 Die stabilisierten Bitumen werden hauptsächlich
pentyl-2)-phosphordithioat. Analyse: zur Herstellung von Dachoberflächen verwendet. Sie
eignen sich auch, allerdings in kleinerem Ausmaß, zur
p 8·9°/ο Behandlung von Straßen.
S 17,1% Erdölbitumen ist in vielen Handelsgraden er-
C11 15,7% 35 hältlich, die meistenteils von Petroleum sich herleiten.
Die Asphalte werden im allgemeinen nach ihrem
B. Ein Alkoholgemisch aus 962 g (13 Mol) Iso- »Nadeldurchdringungswert« bei einer bestimmten
butylalkohol und 616 g (7 Mol) eines n-Pentylalkohols Temperatur eingeteilt. Dieser Wert wird nach dem
wurde auf 55° C erwärmt und mit 1110g (5 Mol) ASTM-Test D 5-52 bestimmt. Nach diesem Test gibt
Phosphor-pentasulfid bei 55 bis 60° C behandelt. Dann 40 die in Zehntelmillimetern gemessene Durchdringungswurde
das Gemisch 3 Stunden bei 60° C erwärmt und tiefe einer Standardnadel den Nadeldurchdringungsfiltriert.
Zu 1228 g (4,4 Mol) dieses Filtrats wurden wert an. Bei Bitumen, die einen Nadeldurchdringungsbei
70 bis 80° C 1000 ecm Benzol und 308 g (4,8 Mol) wert von 0 bis 200 bei 25° C aufweisen, wirkt sich die
pulverförmiges Kupfer zugesetzt. Das Gemisch wurde Einverleibung von kleinen Mengen des kupferhaltigen
21 Stunden bei Rückflußtemperatur erwärmt und fil- 45 Phosphordithioats und der erfindungsgemäßen p-Phetriert.
Das Filtrat. das 39,5% Benzol enthielt, ergab nylendiamin-Zusatzmittel am günstigsten aus.
folgende Analyse: Das Bitumen kann entweder in Form von heißem
folgende Analyse: Das Bitumen kann entweder in Form von heißem
Asphalt, einer Asphaltlösung in einem organischen
P 6,3 % Lösungsmittel oder einer wäßrigen Asphaltemulsion
S 11,7% 50 auf Oberflächen aufgetragen werden. Die erste Form
Cu 11,7% ist offensichtlich die billigste, doch weist sie einige
Nachteile auf, die die bei der Verwendung not-
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Kupfer(I)- wendigerweise hohen Temperaturen nach sich ziehen.
Phosphordithioate sind dunkle flüssige, manchmal Die beiden anderen Formen sind zwar teurer, doch
viskose Stoffe, die sich mit Bitumen sehr gut ver- 55 haben sie den Vorteil, daß man bei niedrigen Temtragen.
Im allgemeinen sind sie chemisch nicht rein, peraturen arbeiten kann. Ferner können diese beiden
doch ist es nicht notwendig, sie zu reinigen, um sie als Formen den erfindungsgemäßen Verbesserungen besser
Stabilisatoren für Bitumengemische verwenden zu angepaßt werden. Konzentrierte Asphaltlösungen in
können. Die nach den beiden vorstehenden Beispielen einem organischen Lösungsmittel, wie Rohbenzin,
hergestellten Produkte besitzen für die erfindungs- 60 Kerosin, Benzol, Toluol, Xylol u. dgl. haben eine
gemäßen Zwecke einen ausreichenden Reinheitsgrad. Konzentration von im allgemeinen 40 bis 60 Ge-AIs
p-Phenylendiamine, wie sie erfindungsgemäß wichtsprozent. Die Lösung wird aufgetupft oder vorverwendet
werden, können außer p-Phenylendiamin zugsweise aufgesprüht, worauf man das Lösungsselbst auch die kohlenwasserstoffsubstituierten p-Phe- mittel verdunsten läßt und als Rückstand den harten
nylendiamine, die zum großen Teil im Handel erhält- 65 Bitumenüberzug erhält. Bitumenemulsionen werden
lieh sind, verwendet werden. Eine besonders wertvolle in ähnlicher Weise aufgetragen.
Verbindung für die Erfindungszwecke ist Ν,Ν'-Di- Die erfindungsgemäß zu verwendende Menge des
butyl-p-phenylendiamin. Andere geeignete p-Phe- Kupfer (I) -Phosphordithioats sollte größer als 0,01 Genylendiamine
sind: N-Phenyl-, N-Naphthyl-, N-p-Xy- wichtsprozent, bezogen auf das zu stabilisierende
IyI-, N.N'-Diphenyl-, N,N'-Di-a-naphthyl-, Ν,Ν'-Di- 70 Asphaltbitumen, sein. Mengen von mehr als 10%
tragen jedoch anscheinend nicht wesentlich zur Stabilisierung bei. Um einen ausreichenden, sich als
wirtschaftlich erweisenden Schutz für einen Asphaltüberzug, der extremen Wetterverhältnissen ausgesetzt
wird, zu gewähren, ist eine Konzentration des verwendeten Kupfer (I)-Phosphordithioats von 0,5
bis 2% angebracht. Höhere Konzentrationen gewähren natürlich größeren Schutz, doch in vielen Fällen ist
dieser erhöhte Schutz im Vergleich zu den zusätzlichen Kosten nicht genügend.
Die Konzentration des p-Phenylendiamins muß mehr als 0,005 betragen. Die durch die Kombination
der beiden Stoffe erzielte Wirkung ist der Konzentration des p-Phenylendiamins bis zu etwa 3,0% annähernd
proportional. Diese prozentualen Angaben beziehen sich auf das Gewicht des Bitumens, der durch
die vereinigten Zusätze beständig gemacht wird. Ein besonders bevorzugter Konzentrationsbereich des
p-Phenylendiamins beträgt 0,5 bis 1,5%, bezogen auf das Gewicht des Asphaltes.
Die Hauptanwendung der erfindungsgemäßen Gemische besteht in der Einverleibung des Kupfer (I)-Phosphordithioats
und des p-Phenylendiamins in die Bitumenlösung oder die Bitumenemulsion und in dem
Auftragen der Mischung auf eine zu überziehende Oberfläche. Für solche Zwecke wird gewöhnlich die
Form der Bitumenlösung (cutback) bevorzugt, da sich dieser den meisten Witterungsbedingungen einschließlich
niedriger Temperaturen gut anpaßt. Diese Art der Anwendung führt zu den besten Ergebnissen, da
es leicht ist, das Kupfer (I)-Phosphordithioat und ein p-Phenylendiamin gleichmäßig in der ganzen Bitumenschicht
zu dispergieren, wodurch eine einheitliche Stabilität gewährleistet wird. Die vorliegende Erfindung
kann aber auch auf die Stabilisierung von bereits fertigen Asphaltbitumenoberflächen angewendet
werden. Wenn solche Oberflächen noch nicht sehr schlecht sind, können sie durch direktes Auftragen
eines Gemisches aus einem Kupfer (I)-Phosphordithioat und einem p-Phenylendiamin gegen weitere
Verschlechterung beständig gemacht werden. Das Kupfer (I) -Phosphordithioat und das p-Phenylendiamin
können entweder als solche oder in Form einer Lösung oder Emulsion oder einer konzentrierten Bitumenschicht
aufgetragen werden.
Die Stabilisierung, die durch das Einverleiben der beschriebenen Kombination von Zusatzmitteln erreicht
wird, wurde durch Versuche in einem Apparat geprüft, der eine beschleunigte Wetterprüfung gestattete.
Es wurde ein von der Atlas Electric Device Co., Chicago, Illinois, hergestellter »Weather-Ometer«,
Modell DMC-H, verwendet. Der Versuch bestand darin, daß 3 g Bitumen gleichmäßig auf einer AIuminiumplatte
(7· 15-0,76 mm) aufgetragen wurden und diese Platte in vertikaler Lage ultraviolettem
Licht und einer Temperatur von 65,5° C und kaltem Leitungswasser in Sprühform während 9 Minuten je
Stunde ausgesetzt wurde. Die Probe wird stündlich untersucht und die Zeit bis zum Auftreten erster,
winziger Haarrisse als »Stabilitätszeit« gemessen.
Die Stabilitätszeit einer Bitumenoberfläche, die kein Stabilisierungsmittel irgendwelcher Art enthält, beträgt
etwa 10 bis 12 Stunden. Die Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Stabilisierungsmittel wurde als
prozentuale Verbesserung gemessen, die bei einer Bitumenoberfläche durch Einverleiben von Zusatzmitteln
in das Bitumen erzielt wurde. Jeder Versuch mit einer Zusatzmittelkombination wurde durch einen entsprechenden
Versuch mit dem gleichen Bitumen ohne Zusatzmittel wiederholt. Durch Gegenüberstellung der
Stabilitätszeiten, die sich aus diesen beiden Versuchen ergaben, erhielt man ein Maß der Stabilität,
die der Bitumenoberfläche durch die Zusatzmittel verliehen wird. Diese Stabilität wird durch die prozentuale
Verbesserung ausgedrückt, d. h., eine Erhöhung der Stabilitätszeit einer Asphaltprobe von 12
auf 36 Stunden, die dann eintritt, wenn die Probe eine geringe Menge einer Zusatzmittelkombination enthält,
bedeutet eine Verbesserung von 200%.
Nachstehende Tabelle enthält eine Reihe von Stabilisierungsversuchen
sowie die damit erzielten Ergebnisse. Aluminiumplatten wurden mit einer Bitumenlösung
aus 60% eines mit Luft durchblasenen Bitumens mit einem Nadeldurchdringungswert von
25 bei 25° C, 40% Benzol und der berechneten Zusatzmittel überzogen. Nachdem das gesamte Benzol verdunstet
war, wurde die überzogene Platte in den Prüfapparat gebracht und den obengenannten Versuchsbedingungen
unterworfen.
| Kupfer(I)-Phosphordithioat als Zusatzmittel |
Gewichts prozent im fertigen Überzug |
Amin-Zusatzmittel | Gewichts prozent im fertigen Überzug |
Prozentuale Verbesserung gegenüber nicht stabilisierten Überzügen |
| Kupfer(I)-Di-(4-methyl- pentyl-2) -phosphordithioat |
1 | N-Phenyl-p-phenylendiamin | 0,5 | 450 |
| Kupfer (I) -Di- (4-methyl- pentyl-2) -phosphordithioat |
1 | ohne | — | 150 |
| ohne | — | N-Phenyl-p-phenylendiamin | 0,5 | 100 |
| Kup f er (I) -D i- (4-methy 1- pentyl-2) -phosphordithioat |
1 | N,N'-Dibutyl-p-phenylendiamin | 0,5 | 380 |
| ohne | — | Ν,Ν'-Dibutyl-p-phenylendiamin | 0,5 | 90 |
| Kupfer (I)-Di-(4-methyl- pentyl-2) -phosphordithioat |
1 | N,N'-Diphenyl-p-phenylendiamin | 0,5 | 450 |
| ohne | — | Ν,Ν'-Diphenyl-p-phenylendiamin | 1,5 | 170 |
| Kupfer (I) -Di- (4-methyl- pentyl-2) -phosphordithioat |
1 | N,N'-Di-2-naphthyl-p-phenylen- diamin |
0,5 | 250 |
| ohne | — | N,N'-Di-2-naphthyl-p-phenylen- diamin |
1,5 | 65 |
Die Zusatzmittel sind dann am wirksamsten, wenn
sie dem Bitumen vor dessen Auftragen auf eine Dachoberfläche unmittelbar einverleibt werden. Sie erweisen
.sich aber auch bei der Stabilisierung von Bitumenoberflächen
als sehr wirksam, wenn sie der Bitumenoberfläche eines Daches einverleibt werden.
So kann es in manchen Fällen angebracht sein, die Haltbarkeit eines Bitumendaches, das noch keine Anzeichen
einer Verschlechterung aufweist, zu verlängern. In solchen Fällen können das als Zusatzmittel
verwendete Kupfer(I)-Phosphordithioat und p-Phenylendiamin direkt aufgetragen werden, doch sollte
es vorzugsweise in Form einer Lösung oder einer wäßrigen Emulsion aufgestrichen oder aufgesprüht
werden. Infolge der guten Verträglichkeit der Zusatzmittel mit dem Bitumen durchdringen das Kupfer(I)-Phosphordithioat
und p-Phenylendiamin rasch die Oberflächenschicht und bewirken eine Stabilisierung
der gesamten Oberfläche.
Wird das Zusatzmittel auf eine bereits vorhandene Dachoberfläche aufgetragen, so sollten mindestens
0,01 Gewichtsprozent (bezogen auf das Bitumen der Dachoberflächej des Kupfer(I) -Phosphordithioats und
mindestens 0,01 Gewichtsprozent (ebenfalls bezogen auf das Bitumen der Dachoberflächej des p-Phenylendiamins
der Dachschicht einverleibt werden. Diese beiden Bestandteile sollten, wenn sie auf diese Art
verwendet werden, in einem Verhältnis von 1 Teil Kupfer(I)-Phosphordithioat zu 0,25 bis 1,0 Teil
p-Phenylendiamin eingesetzt werden. Die kombinierte Verwendung von Kupfer (I)-Phosphordithioaten und
p-Phenylendiamin kann auch zusammen mit Mineral-Zuschlagstoffen oder anderen Bindemitteln zur Herstellung
von Bitumenüberzügen mit erhöhter Tragfähigkeit verwendet werden. Die für derartige Verwendungszwecke
bestimmten Bitumen enthalten oft noch andere Verbesserungsmittel, z. B. Antiabstreifmittel,
durch die die i\dhäsion des Asphalts und der Mineral-Zuschlagstoffe verbessert wird.
Die in der Tabelle aufgeführten Versuchsdaten sind nur Beispiele für die verschiedenen Zusatzmittelkombinationen.
Viele andere, nicht in der Tabelle aufgeführten Kupfer(I)-Phosphordithioate erwiesen sich
ebenso wie viele andere p-Phenylendiatnine für die erfindungsgemäßen
Zwecke als wirksam. Beispiele hierfür sind: Kupfer(I)-Diisopropyl-phosphordithioat,
Kupfer(I) -Di-n-butyl-phosphordithioat, Kupfer(I)-Di
- (octylphenyl) -phosphordithionat, Kupfer (I) -Dicetyl-phosphordithioat,
Kupfer (I) -Di- (heptylphenyl J phosphordithioat, Kupfer (I) -Dicyclohexyl-phosphordithioat,
das Kupfersalz einer Phosphordithiosäure, das durch Umsetzung von P2S5 mit einem Gemisch
aus 2 Äquivalenten Isooctylalkohol und 2 Äquivalenten Bis-(2-oxypropyl)-äther hergestellt worden ist, das
Kupfersalz einer Phosphordithiosäure, das durch Umsetzung vonP2S5 mit einem Gemisch aus 2,6 Äquivalenten
Isobutylalkohol und 1,4 Äquivalenten n-Amylalkohol hergestellt worden ist.
Claims (3)
1. Verfahren zur Stabilisierung von Asphalten für Bauzwecke oder von deren Oberflächen, dadurch
gekennzeichnet, daß den Asphalten (Erdölbitumen) in geschmolzener, in organischen Lösungsmitteln
gelöster oder in mit Wasser emulgierter Form ungefähr 0,01 bis 10 Gewichtsprozent eines Kupfer (I)-Phosphordithioats
der Formel
R-O S
R' —O
SCu
in der R und R' gesättigte Kohlenwasserstoffreste oder gesättigte Ätherreste bedeuten, und ungefähr
0,005 bis etwa 3 Gewichtsprozent eines p-Phenylendiamins zugesetzt werden bzw. die genannten Gemische
auf Asphaltoberflächen aufgetragen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R und R' Alkylreste, wie 4-Methylenpentyl-2,
sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein N-Hydrocarbyl-p-phenylendiamin,
z. B. Ν,Ν'-Dibutyl-p-phenylendiamin, zugesetzt
wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 814 866, 954 583,
583;
Deutsche Patentschriften Nr. 814 866, 954 583,
583;
französische Patentschrift Nr. 847 829.
© 109 580/374 5.61
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US1106671XA | 1958-03-13 | 1958-03-13 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1106671B true DE1106671B (de) | 1961-05-10 |
Family
ID=22334236
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL31912A Pending DE1106671B (de) | 1958-03-13 | 1958-12-06 | Verfahren zur Stabilisierung von Asphalten (Erdoelbitumen) fuer Bauzwecke oder von deren Oberflaechen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1106671B (de) |
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|---|---|---|---|---|
| FR847829A (fr) * | 1938-12-20 | 1939-10-17 | Standard Francaise Petroles | Procédé pour améliorer le pouvoir d'adhérence des bitumes |
| DE814866C (de) * | 1948-05-14 | 1951-09-17 | Bataafsche Petroleum | Verfahren zur Herstellung von Bitumen oder Bitumen-Verschnitten mit verbesserter Haftfestigkeit an festen Materialien |
| DE965583C (de) * | 1957-05-29 | Eduard Lmnhoff, Maschinenfabrik Berlin - Tem pelhof | Mit Verteilerdusen ausgestat tete Sprengrampe |
-
1958
- 1958-12-06 DE DEL31912A patent/DE1106671B/de active Pending
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