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Kunststoffhaltiger Beton mit verbesserten Oberflächeneigenschaften
und Verfahren zu dessen Herstellung Die Erfindung betrifft kunststoffhaltigen Beton
mit verbesserter Oberflächengüte, insbesondere hinsichtlich Gleitsicherheit und
Dauerhaftigkeit. Weiter zeichnet sich der erfindungsgemäße Beton durch sein dekoratives
Aussehen aus.
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Während der letzten Jahre wurden viele Versuche unternommen, um Zementmassen
zu erzeugen, welche beim Anfeuchten mit Wasser erhärten und dabei Betonsorten bilden
mit solchen Eigenschaften, daß sie als zufriedenstellende Oberflächenüberzugsstoffe
verwendet werden können. Betonsorten, die in der üblichen Weise aus Portlandzement
oder aus Tonerdezementen hergestellt werden, sind recht zufriedenstellend als Baustoffe,
insofern als sie die notwendige Druckfestigkeit und Dauerhaftigkeit besitzen. Verwendet
man diese Betonsorten jedoch als Oberflächenüberzugsstoffe, beispielsweise bei der
Herstellung von Fußböden, dann wirken dieselben schmutzig und unangenehm. Sie sind
zwar relativ gleitsicher, bewirken jedoch, z. B. an Schuhen, einen hohen Verschleiß.
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Es sind nun schon Beton-Bauelemente bekannt, welche kleinteilige,
poröse thermoplastische Kunststoffkörper enthalten. Derartige Materialien sind indessen
auf Grund der schlechten Festigkeitseigenschafen überall dort, wo die Oberflächen
mechanisch beansprucht werden, praktisch nicht zu verwenden, da bei der geringsten
Belastung die porösen Kunststoffschaumkörperchen aus der Oberfläche herausbrechen.
Es entstehen zerklüftete Oberflächen, aus denen weiter Beton herausbricht, was schließlich
die Bildung unebener Flächen mit hoher Verschleißwirkung sowie Sturz- und Rutschgefahr
zur Folge hat.
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Es wurde nunmehr festgestellt, daß alle diese Nachteile in überraschend
einfacher und wirkungsvoller Weise überwunden werden können und kunststoffhaltiger
Beton dann gleitsicher, dauerhaft, von erheblich verringerter Verschleißwirkung
und beispielsweise äußerst anziehendem Aussehen ist, wenn der Kunststoff darin in
Gestalt von aus thermoplastischem Harz gebildeten, festen, nicht porösen Formkörpern
vorliegt.
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In der Praxis wird zur Herstellung des erfindungsgemäßen Betons so
vorgegangen, daß man dem "Zement und den Harzkörperchen einen der üblichen Füllstoffe,
wie z. B. Silbersand bzw. Schweißsand, beifügt; überdies haben vorzugsweise die
dabei verwendeten Körperchen aus dem thermoplastischen Harz häufig eine Farbe, welche
dem Beton ein dekoratives Äußeres verleiht. Das Aussehen hängt offensichtlich von
der Farbe oder dem Farbengemisch der Körperchen des Kunstharzes ab, während die
anderen Eigenschaften des Betons von der Art des dabei verwendeten Harzes abhängen.
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Die Oberflächen der erfindungsgemäßen Betonsorten sind gleitsicher
und von angenehmem Griff; durch geeignete Auswahl des Harzes ist es möglich, die
Dauerhaftigkeit der Oberfläche dem erforderlichen Zweck bzw. den besonderen Bedingungen
anzupassen. Weiter besitzen diese Oberflächen eine deutlich verringerte Verschleißwirkung.
Es ergibt sich ferner der zusätzliche Vorteil, daß ein Beton von einem ganz bestimmten
Aussehen hergestellt werden kann, der zu jeder besonderen Umgebung gut paßt.
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Bevor die Betonoberfläche erhärtet, muß dieselbe normalerweise geformt
und geglättet werden, beispielsweise durch die Verputzkelle oder durch Aufstampfen,
wo es sich um eine ebene Oberfläche, wie z. B. einen Fußboden, handelt, oder durch
Einpressen des nassen Betons in die Form, wenn Formgegenstände hergestellt werden.
Sehr oft wird natürlich die Oberfläche eben sein. Sobald der Beton erhärtet ist,
bleibt nur noch übrig, die dünne oberflächliche Schicht feiner Zementteilchen abzuwaschen,
welche die Oberfläche bedecken und das Hervortreten der Kunstharzkörperchen verdunkeln.
Jedoch kann man ganz beträchtliche und hervorragende Effekte erzielen, wenn man
die Oberfläche, nachdem dieselbe genügend erhärtet ist, poliert. Das kann beispielsweise
ausgeführt werden mit den üblichen Polierwerkzeugen hoher Drehzahl, jedoch muß man
darauf achten, daß diese Arbeit unterbrochen wird, sobald das Werkstück so heiß
wird, daß die Körperchen des Harzes erweichen und dabei die Oberfläche verschmieren.
Solches
kante verhindert bzw. ausgeschlossen werden, indem man beispielsweise die Oberfläche
während des Polierens mit kaltem Wasser überflutet. Wenn die Oberfläche in dieser
Weise poliert werden soll, dann muß man zunächst einen ausreichenden Zeitraum verstreichen
lassen, während dessen der Beton gründlich erhärten kann, und zwar je nach der Art
des verwendeten Betons 4 bis 28 Tage.
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Die bei der Herstellung des Betons verwendeten Harzkörperchen sind
normalerweise farbig, da das dem Beton das wirkungsvollste Aussehen verleiht.
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. Mit »Formkörperchen« sollen hier alle kleinteiligen Körper des thermoplastischen
Harzes erfaßt werden, ,vie sie auch immer gebildet sind, welches auch immer ihre
Gestalt sei. Beispielsweise können diese Körperehen erhalten werden durch Zerkleinern
größerer Harzstücke oder durch Zerschneiden von im Strangpreßverfahren hergestellten
Harzstäben in kürzere Längen. Ein Körperchen zweckmäßiger Größe ist ein solches,
welches ungefähr einem Würfel nahekommt, mit einer Kantenlänge von etwa 3 mm, jedoch
kann man auch Körperchen verwenden, die sehr viel kleiner oder auch größer sind
als dieses. Die Körperchen können alle von der gleichen Farbe sein; wahlweise kann
man sehr ansprechende Wirkungen erzielen, wenn man ein Gemisch von Körperchen verschiedener
Farben verwendet, so z. B. glänzende Farben wie Rot, Grün und- Blau.
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Die Körperchen können aus jedem geeigneten thermoplastischen Harz
hergestellt sein, beispielsweise aus einem Polymerisat oder llischpolymerisat einer
Vinylverbindung. So können z. B. Körperchen aus Poly vinylchlorid, Methyl-polyacrylat,
Methyl-polyinethacrylat und Polyäthylen, insbesondere aus den Polyäthylenen hoher
Dichte, enthalten sein. Das bevorzt,gte thermoplastische Harz ist jedoch ein Polymerisat
oder Mischpolymerisat von Styrol, mit welchem man äußerst gute Ergebnisse erzielt.
Die Körperchen können aus Polystyrol selbst gemacht werden, ferner aus einem zähe
gemachten Polystyrol, beispielsweise einem Polystyrol, welches mit einem kleinen
Anteil eines natürlichen oder synthetischen Kautschuks modifiziert wurde, oder aus
einem Mischpolynierisat von Styrol mit einem anderen Monomer, beispielsweise Acrylnitril
oder Butadien, z. B. ein 'Mischpolymer aus 75% Styrol und 25°/o des anderen 1J'onomers.
Bei der Herstellung von Betonsorten zur Verwendung auf Fußböden oder an anderen
Orten, wo man mit starker Abnutzung rechnen muß, verwendet man vorzugsweise Körperchen
aus einem zähe gemachten Polystyrol anstatt solcher aus Polystyrol selbst. obwohl
für Wände u. dgl. Körperchen aus gewöhnlichem Polystyrol zufriedenstellend sind.
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Der Zement kann aus den allerverschiedensten Stoffen ausgewählt werden,
sofern dieselben fähig sind, mit Wasser zu reagieren, um von selbst erhärtende Körper
zu bilden. Unter diesen Stoffen i vi iireii Portlandzement, Tonerdezement (Schmelzzument),
Weißzement und Estrichgips anzuführen. Obwohl Tonerdezement vom technischen Standpunkt
aus gesehen den meisten anderen Zementen vorzuziehen ist. da derselbe während des
Abbindens ein verhältnismäßig größeres Volumen an Wasser absorbiert, gibt man im
allgemeinen doch dem Portlandzement wegen seines niedrigen Preises den Vorzug. Der
Füllstoff, welcher, obwohl er nicht wesentlich ist, normalerweise in dem Beton enthalten
ist, kann jedes beliebige billige und verhältnismäßig inerte Material sein, vorzugsweise
ein solches, welches sich in, Zustand feiner Verteilung befindet. Der Füllstoff
welcher selbst-auch farbig sein kann, kann aus einem anorganischen Stoff bestehen,
wie z. B. aus Sand, Ziegelstaub oder vermahlenem Granit, oder aus einem organischen
Stoff, wie z. B. granuliertem Kork, I3olzmehl oder Sägespänen; vorzugsweise handelt
es sich dabei um einen anorganischen Stoff, wie z. B. Silbersand oder Schweißsand.
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Der erfindungsgemäße Beton kann unter Anwendung der überlieferten
Methoden hergestellt werden, und die notwendigen Bestandteile können in jeder beliebigen
Reihenfolge entweder mechanisch oder von Hand miteinander gemischt werden. In vielen
Fällen ist es zweckmäßig, ein Verfahren anzuwenden, bei welchem alle festen Bestandteile
zunächst im trockenen Zustand miteinander gemischt werden, also einschließlich der
Körperchen des thermoplastischen Harzes, worauf man die sich dabei ergebende Zementmasse
mit Wasser anfeuchtet. Wahlweise kann eine gute Wirkung auch unter Verwendung einer
etwas geringeren Menge der Kunstharzkörperchen erzielt -,verden, indem man eine
Oberfläche aus einer üblichen angefeuchteten Zementmasse herstellt, über diese Oberfläche
eine Schicht von Körperchen streut und die letzteren in der Oberfläche in angemessener
Weise einbettet.
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Die erfindungsgemäßen Betonsorten können in der gleichen Weise verwendet
werden wie normaler Beton. Diese Betonsorten können beispielsweise für die Herstellung
ausgedehnter Oberflächen verwendet werden, so z. B. bei Terrazzo-Fußböden, oder
auch für die Herstellung bestimmter Gegenstände, wie z. B. Fliesen oder Formstücke.
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Wenn es auch möglich ist, eine Betonoberfläche allein unter Verwendung
eines nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Betons zu verfertigen,
so wird in der Praxis doch vorgezogen, der Kosten wegen nur eine verhältnismäßig
dünne obere, die Kunstharzkörperchen enthaltende Betonschicht über einer dauerhaften
Bettung aus einem anderen Werkstoff, beispielsweise normalem Beton, zu verlegen.
Wird aber eine solche Bettung aus normalem Beton verwendet, dann wird die obere
Betonschicht, welche die Kunstharzkörperchen enthält, vorzugsweise verlegt, bevor
noch die untere Betonoberfläche völlig erhärtet ist. Diese obere Betonschicht, welche
die Kunstharzkörperchen enthält, hat vorzugsweise eine Stärke von mindestens 12,7
mm. Eine zusätzliche Verbesserung der Bindung zwischen den beiden Schichten kann
- falls es gewünscht wird - dadurch erreicht werden, daß man die obere Betonschicht
auf einer Oberfläche aus normalem Beton verlegt. welch letztere mit einer Schlämme
aus reinem Zement und Wasser benetzt wird.
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Wird aber die die Kunstharzkörperchen enthaltende Betonschicht auf
normalem Beton verlegt, der bereits völlig erhärtet ist, dann muß die Oberfläche
der Unterlage aufgerauht oder eingekerbt werden, damit eine gute Bindung zwischen
beiden Schichten zustande kommt. Unter solchen Umständen muß man eher eine dickere
obere, die Kunstharzkörperchen enthaltende Betonschicht verwenden, beispielsweise
eine solche mit einer Stärke von etwa 40 bis 75 mm.
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Der Anteil der Körperchen aus dein thermoplastischen Harz im Beton
kann innerhalb weiter Grenzen schwanken. Klan erhält ausgezeichnete Ergebnisse bei
einem Anteil der Kunstharzkörperchen von 25 his 75 %, insbesondere etwa 500°/a,
auf das Volumen des fertigen Betons bezogen. Die Menge des verwendeten Füllstoffs
kann in ähnlicher Weise schwanken, beispielsweise also zwischen 25 und 75 % auf
der gleichen
Volumenbasis. Wird der Beton in der Weise hergesstedlt,
daß man die Kunstharzkörperchen Tiber die Oberfläche einer feuchten Zementmasse
streut und sie in dieselbe hineinpreßt, dann hat man lediglich darauf zu achten,
daß eine genügende Menge der Kunstharzkörperchen hinzugesetzt wird, um die- Oberfläche
in dem erforderlichen Ausmaß zu bedecken.
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Es wurde nun festgestellt, daß-falls es gewünscht wird-eine wässerige
Dispersion eines Polymerisats oder Mischpolymerisats von. Styrol verwendet werden
kann, wenn die Kunstharzkörperchen ebenfalls aus einem Polymer bzw. Mischpolymer
von Styrol bestehen. In einigen Fällen wird durch den Zusatz der wässerigen Polymerdispersion
die Bindung der Körperchen mit den anderen Bestandteilen des Betons verbessert.
Eine geeignete wässerige Dispersion erhält man durch das Verfahrender Emulsionspoly
merisation monomeren Styrols. Der Anteil des Polystyrols in der wässerigen Dispersion
kann innerhalb weiter Grenzen schwanken und beläuft sich zweckmäßigerweise auf etwa
20 bis 70,'o/@, auf das Gewicht der Dispersion bezogen. Dispersionen von Styrolmischpolymeren
können in ähnlicher Weise verwendet werden. Geeignete Mischpolymerisate sind beispielsweise
diejenigen aus Styrol und Butadien, wie z. B. ein solches aus 75 Gewichtsprozent
Styrol und 25 % (Gewicht) Butadien. Um homogene Massen zu erhalten, welche zu einem
Beton abbinden, der zur Verwendung als Oberflächenüberzug geeignet ist, ist es in
der Praxis gewöhnlich erwünscht, mit der wässerigen Dispersion des Styrolpolymerisats
oder -mischpoly rnerisats einen Weichmacher einzuverleiben. In solchen Fällen jedoch,
wo eine wässerige Dispersion eines Styrolmischpolymerisats, wie z. B. eines Styrol-Butadien-Mischpolymerisats,
verwendet wird, kann es überflüssig sein, einen Weichmacher zu verwenden, da das
Mischpolvmerisat dann selbst die zufriedenstellenden filmbildenden Eigenschaften
besitzen könnte. Wird aber eine Plastifizierung des in der wässerigen Dispersion
enthaltenen Polymerisats oder Mischpolymerisats gewünscht, dann kann man dazu die
allerverschiedensten Weichmacher benutzen. Sehr zufriedenstellende Ergebnisse wurden
mit wässerigen Dispersionen eines Polystyrols erzielt, wenn man als Weichmacher
ein i)ialkylphthalat, wie z. B. Dibutylphthalat, oder ein chloriertes Diphenyl verwendet.
Der Anteil, in welchem der Weichmacher verwendet wird, kann innerhalb weiter Grenzen
schwanken, je nach der Konzentration des Polymers oder Mischpolymers in der wässerigen
Dispersion und der Art der anderen Bestandteile des Betons. In der Praxis wird man
in der Regel finden, daß die Menge an Weichmacher, die für 100 Gewichtsteile einer
wässerigen Polystyroldispersion mit einem Gehalt von etwa 40 Gewichtsprozent Polystyrol
erforderlich ist, je nach dem verwendeten Weichmachertyp zwischen 20 und 60 Gewichtsteilen
schwankt.
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Wie bereits dargelegt wurde, ist die Verwendung einer wässerigen Dispersion
eines Styrolpolymers nur ein wahlweises Kennzeichen des erfindungsgemäßen Verfahrens
und auf jeden Fall nur dann anwendbar, wenn auch Körperchen aus einem Styrolpolyrner
verwendet werden. Wird aber eine solche wässerige Dispersion verwendet, dann ist
es erwünscht, dieselbe durch die Einverleibung eines Schutzkolloids, wie z. B. Kasein,
oder eines Dispergens, insbesondere eines solchen des ionenfreien Typs., zu stabilisieren,
wobei das letztere mit oder ohne Kasein oder ein sonstiges Schutzkolloid verwendet
werden. kann. Natürlich müssen sich die verschiedenen Bestandteile, die der wässerigen
Polymerisat- oder Mischpolymerisatdispe,rsion 1
einverleibt werden, miteinander
vertragen, sowohl hinsichtlich des pH-Wertes als auch hinsichtlich der elel:-trischen
Ladung der betreffenden Materialteilchen, denn wenn diese Umstände nicht beachtet
werden, kann es unter Umständen zu einer Gerinnung kommen. Polystyroldispersionen
haben nämlich Teilchen, welche negativ geladen sind, und die hinzugesetzten Stoffe
dürfen daher nicht eine übermäßige positive Ladung haben.
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Die vorliegende Erfindung wird durch die nachstehenden Beispiele des
näheren erläutert.
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Beispiel 1 Dieses Beispiel beschreibt die Herstellung eines Terrazzo--Fußbodens,
welcher Körperchen aus einem zähe gemachten Polystyrol enthält. Dieses letztere
besteht aus einem mit einem Kautschuk modifizierten Polystyrol. Dieser Zusatz bestand
aus einem Gemisch zu gleichen Teilen von roten und jedes von der ungefähren Größe
eines Würfels mit einer Kantenlänge von etwa 3 mm.
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Zur Herstellung des Betons wurden die folgenden Bestandteile miteinander
vermischt:
| Polystyrolkörperchen . . . . . . . . . . . . . 29,0 kg |
| Weißzement . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27,2 kg |
| Füllstoff (Silbersand) . . . . . . . . . . . . 36.2 kg |
| Wasser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
4,0 kg |
Die Bestandteile wurden nach dem überlieferten Verfahren für die Herstellung von
Beton miteinander vermischt, d. h., die festen Bestandteile wurden zuerst auf einer
flachen Oberfläche miteinander vermischt, in dem Gemisch wurde eine »Wanne« geformt.
worauf das Wasser hinzugesetzt und gründlich einverleibt wurde.
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Nach 1stündigem Mischen war die nasse Masse leicht mit der Verputzkelle
zu verarbeiten; sie wurde als eine Schicht von etwa 12 mm Dicke über einer Fläche
von 0,9 X 1,7 m ausgebreitet, und zwar auf einer flachen, aus normalem Beton hergestellten
L7nterlage. Diese letztere war nur 2'4 Stunden vorher hergestellt worden; ihre Oberfläche
wurde vor dem Auftragen der die Kunstharzkörperchen enthaltenden Masse, und zwar
gerade kurz zuvor, mit einer Schlämme aus. Zement und Wasser benetzt. Die Oberfläche
der die Kunstharzkörperchen enthaltenden Masse wurde mit einer Kelle geglättet,
durch Aufstampfen verfestigt und dann mit einer geraden Kante abgestrichen.
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Nach 6 Wochen wurde die Betonoberfläche abgewaschen, um eine dünne
Oberflächenschicht feiner Zementteilchen zu beseitigen, worauf die Oberfläche mit
einem Poliergerät hoher Drehzahl abgeschliffen und poliert wurde. Bei dieser Arbeit
wurde die Oberfläche mit kaltem Wasser überflutet, um ein Überhitzen zu vermeiden.
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Der damit erhaltene Betonfußboden hatte ein dekoratives Aussehen,
war dauerhaft und bot eine gleitsichere Oberfläche dar. Beispiel 2 Dieses Beispiel
beschreibt die Herstellung eines Terrazzo-Fußbodens, welcher die im Beispiel 1 beschriebenen
Körperchen aus zähe gemachtem Polystyro.1 enthält und bei dessen Fertigung ein Zusatz
von wässerigem Polystyrollatex gemacht wurde. Der Latex wurde durch die Emuls.ionspolymerisation
von Styro:l hergestellt und enthielt eine geringe Menge Kaliumstearat, die während
des Polymerisationsvo-rganges hinzugesetzt wurde, um als ein Emulgator und als ein
Dispergens
zu wirken. Dieser Latex hatte einen Polystyrolgehalt von etwa 40 Gewichtsprozent.
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Der Polvstvrollatex wurde zunächst unter Verwendung der 'folgenden
Bestandteile plastifiziert und statilisiert:
| Gewichtsteile |
| 40oloiger Polystyrollatex ........... 238,0 |
| Chlorierter Diphenyl-Weichmacher .. 75,0 |
| Diliutylphthalat .................... 25,0 |
| Stearinsäure ...................... 1,5 |
| 201°Iaige Natronlauge . . . . . . . . . . . . . . . 15,0 |
| Milclhcasein (Stabilisator) .......... 24,0 |
| Wasser ........................... 72,0 |
| Dispergiermittel aus. einem sekun- |
| dären Alkylsulfat ................ 1,5 |
| 1G`ofaige wässerige Lösung von Na- |
| triumpentachlorphenolat als Schutz- |
| kolloid. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . 10,0 |
Das Casein wurde dem Wasser in einem großen Gefäß hinzugesetzt, und das Gemisch
wurde mit einem Propeller-Riihrwerk bei einer Drehzahl von ia =
1500
gerührt.
Nach 10 Minuten wurde das Dispergiermittel hinzugesetzt und durch weiteres 10minutiges
Rühren aufgelöst. Hierauf wurde die Natronlauge hinzugesetzt und das Rühren auf
weitere 30 Minuten fortgesetzt, worauf der Po-lystyrollatex während eines weiteren
halbstündigen Rührens hinzugesetzt wurde.
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Der Weichmacher und der Phthalsäureester wurden mit der Stearinsäure
in einem besonderen Gefäß vermischt. Dieses Gemisch. wurde erwärmt und langsam unter
Rühren dem den Polv stv rollatex enthaltenden Gemisch hinzugesetzt, bis man eine
homogene Emulsion erhalten hatte. Schließlich wurde die Schutzkolloidlösung hinzugesetzt,
und das Gemisch wurde weitere 30 Minuten lang gerübrt, um den plastifizierten und
stabilisierten Polvstvrollatex als eine dicke viskose Flüssigkeit zu erhalten.'
Es wurde sodann eine Masse aus den folgenden Bestandteilen hergestellt:
| Polystyrolkörperchen ............. 29,0 kg |
| Weißzement ..................... 27,2 kg |
| Füllstoff (Silbersand) . . . . . . . . . . . . 36,2 kg |
| Plastifzierter Polystyrollatex ..... 3,1 kg |
| Wasser . . . . . . . . . . . . . . . . : . . . . . . . . .
0,9 kg |
Das auf diese Weise erhaltene Gemisch wurde verwendet. um einen Terrazzo-Fußboden,
wie er im Beipiel 1 l:escliriebeit ist, herzustellen. Das Aussehen des Fußhodens
war sehr ähnlich demjenigen nach dem vorhergehenden Beispiel, jedoch bildete derselhe
weniger leicht den dem Betonfullboden eigenen Staub. Beispiel 3 Dieses Beispiel
beschreibt die Herstellung eines T errazzG-Fußbodens, welcher die im Beispiel l
beschriebenen Körperchen aus zähe gemachtem Polystyrol enthält, hierbei wurden die-
Körperchen in einer feuchten Zementmasse eingebettet. Wie im Beispiel 1 wurde eine
flache Unterlage mit einer Fläche von 0',9 X 1,6 m aus einem normalen Beton hergestellt.
Diese Unterlage wurde dann mit einer 12,7 mm dicken Schicht aus einer Zementmasse
bedeckt, die durch Vermischen der folgenden Bestandteile hergestellt worden war:
Diese Zementmasse wurde! nach demselben Mischverfahren hergestellt, wie es im Beispiel
1 beschrieben ist. Nach dem Ausbreiten wurde die, Masse mittels der Handkelle oberflächlich
geglättet. Über die noch weiche Oberfläche, wurden dann 3,8 kg der Körperchen aus
zähe gemachtem Polystyrol gleichmäßig verteilt und mittels einer Kelle darin eingebettet.
Schließlich wurde die Oberfläche mit einer geraden Kante abgestrichen.
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Den Beton ließ man dann abbinden; nach 4 Tagen wurde derselbe gewaschen,
um feine Zementteilchen zu beseitigen, und dann wie, im Beispiel 1 poliert.
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Der auf diese Weise erhaltene Betonfußboden hatte die guten Eigenschaften
des im Beispiel 1 beschriebenen Fußbodens, jedoch hatte das andersartige Verfahren
der Herstellung die Verwendung einer geringeren Menge der Körperchen zugelassen.