DE1199662B - Vorrichtung zum Ausloesen einer Sprengladung zur Bekaempfung von Bodenfahrzeugen - Google Patents
Vorrichtung zum Ausloesen einer Sprengladung zur Bekaempfung von BodenfahrzeugenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
Deutsche KI.: 72 d-17/08
Nummer:
Aktenzeichen;
Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen;
Anmeldetag:
Auslegetag:
1199 662
B69095Ic/72d
4. Oktober 1962
26. August 1965
B69095Ic/72d
4. Oktober 1962
26. August 1965
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Auslösen einer an einem ortsfesten Abschußgestell
über dem Boden befestigten, zur Bekämpfung von Bodenfahrzeugen dienenden Sprengladung mit
einer Metallbelegung, deren Achsrichtung im wesentliehen parallel zur Bodenoberfläche verläuft und
welche unter der an sich bekannten Wirkung einer Hohlladung bei der Detonation der Sprengladung
aus der kegelförmigen Hohlraumauskleidung ein Geschoß bildet. ίο
Zur Bekämpfung von Bodenfahrzeugen, insbesondere Panzern, sind Hohlladungsgeschosse bekannt,
die von einer bodenfesten Abschußvorrichtung mittels manueller Fernauslösung gegen das Ziel abgefeuert
und an der Panzerung des Fahrzeuges durch einen Aufschlagzünder zur Detonation gebracht
werden, worauf der von der Hohlladungsauskleidung gebildete Strahl die Panzerung durchschlägt.
Außer Hohlladungsgeschossen der vorgenannten Art können zur Panzerbekämpfung jedoch auch
Sprengladungen eingesetzt werden, bei welchen unter der an sich bekannten Wirkung einer Hohlladung
die gesamte Auskleidungsmasse bei der Detonation der Sprengladung zu einem zusammenhängenden geschoßartigen
Körper verformt wird, welcher Geschwindigkeiten zwischen 1000 und 2000 m/sec erreicht
und auf Entfernungen bis etwa 100 m eine hohe Durchschlagsleistung besitzt.
Sowohl Hohlladungsgeschosse als auch geschoßbildende Sprengladungen sind jedoch mit dem Nachteil
behaftet, daß die Art ihrer Auslösung, die bisher mittels einer Fernleitung von Hand durch einen
Schützen oder mittels eines beim Auffahren des Fahrzeugs auf eine Sprengladung betätigten Druckzünders
erfolgt, der modernen Einsatz- und Bekämpfungstaktik von Panzerfahrzeugen nicht mehr gerecht
wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so auszubilden, daß außer
einer bedienungsunabhängigen Auslösung auch eine optimale Treffgenauigkeit auf Entfernungen bis etwa
100 m gewährleistet ist, wobei die Vorrichtung einen im Prinzip einfachen und von den jeweiligen Boden-
und Witterungsverhältnissen unbeeinflußbaren funktionssicheren Aufbau besitzen soll.
Eine Lösung dieser Aufgabe erfolgt gemäß der Erfindung dadurch, daß die Sprengladung unmittelbar
durch das zu bekämpfende Objekt beim Überqueren zweier mit einer Zündvorrichtung verbundener,
sich im wesentlichen in Wirkungsrichtung des Geschosses erstreckender und am Boden verlegter
elektrischer Kontaktschwellen ausgelöst wird, welche Vorrichtung zum Auslösen einer Sprengladung
zur Bekämpfung von Bodenfahrzeugen
zur Bekämpfung von Bodenfahrzeugen
Anmelder:
Bölkow Gesellschaft mit beschränkter Haftung,
Ottobrunn bei München;
Dipl.-Ing. Franz Rudolf Thomanek,
Sandizell (Kr. Schrobenhausen) 381A
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Ing. Franz Rudolf Thomanek,
Sandizell (Kr. Schrobenhausen)
in Reihe hintereinandergeschaltet und symmetrisch zur Wirkungsrichtung des Geschosses in einem Abstand
voneinander angeordnet sind.
In den Figuren sind verschiedene Ausführungsformen der Erfindung dargestellt. Hieran sind die
vorgenannten und weitere sich aus der Erfindung ergebende Vorteile näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 im Längsschnitt eine in einem Behälter angeordnete geschoßbildende Sprengladung, an dessen
der Sprengladung entgegengesetzten Behälterteil in einem freien Raum desselben eine elektrische Zündeinrichtung
sowie zwei Kontaktschwellen untergebracht sind, die Sprengladung ist mit der Auslösevorrichtung
im Transportzustand gezeigt,
F i g. 2 die Anordnung der Sprengladung gemäß F i g. 1 mit den zur Auslösung der Sprengladung dienenden
Kontaktschwellen im Gelände,
F i g. 3 ein Schaltbild einer elektrischen Auslöseeinrichtung gemäß Fig. 1.
Wie aus F i g. 1 ersichtlich, ist die Sprengladung 1 in einem rohrförmigen, dünnwandigen Behälter 2
aufgenommen, welcher an dem der Sprengladung gegenüberliegenden Ende einen freien Raum 3 zur
Unterbringung der elektrischen Zündeinrichtung 4 und zweier zur Auslösung der Sprengladung 1 vorgesehener
Kontaktschwellen 5 aufweist. In dem in der Figur gezeigten Transportzustand der Sprengladung
ist der freie Raum 3 durch einen Deckel 6 verschlossen.
Die Sprengladung 1 besitzt an ihrer Vorderseite einen in Schußrichtung offenen Hohlraum 7, der im
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Ausführungsbeispiel kegelförmig ausgebildet ist. Die Erfindung ist jedoch weder auf die in der Figur gezeigte
zylindrische Form der Sprengladung noch auf die kegelförmige Ausbildung des Hohlraums? beschränkt,
sondern in ebenso vorteilhafter Weise könnte in bestimmten Anwendungsfällen in dem
rohrförmigen Behälter 2 auch eine Sprengladung mit kegelförmiger Gestalt angeordnet sein, wie andererseits
auch für den Hohlraum 7 eine kugelförmige Ausbildung möglich wäre.
Der Hohlraum 7 besitzt eine Metallbelegung 8, die bei einer Detonation der Sprengladung 1 zu einem
zusammenhängenden, geschoßartigen Körper verformt wird, welcher mit hoher Geschwindigkeit in
Achsrichtung der Sprengladung abgeschleudert wird und auf das zu bekämpfende Fahrzeug mit einem
hohen Durchschlagsvermögen auftrifft. Die Zündung der Sprengladung 1 erfolgt in an sich bekannter
Weise mittels eines Zünders 9, welcher über eine elektrische Leitung 10 mit der Zündvorrichtung 4
verbunden ist.
In F i g. 2 ist die Sprengladung im einsatzfähigen
Zustand gezeigt. Wie aus dieser Figur hervorgeht, sind an dem rohrförmigen Behälter drei Beine 11,
12,13 befestigt, mit denen die Schußlinie der Sprengladung
auf eine Höhe H von etwa 1 bis 1,5 m annähernd parallel zur Bodenoberfläche eingestellt
werden kann. Zum besseren Ausrichten der Sprengladung auf die vermutliche Zielrichtung ist auf der
Oberseite des Behälters 2 eine aus Kimme 14 und Korn 15 bestehende Zielvorrichtung befestigt.
Die ursprünglich im freien Raum 3 des Behälters während des Transportes untergebrachte Zündvorrichtung
4 und die als Auslösestrecke dienenden Kontaktschwellen 5 sind nach Lösen des Deckels 6
aus dem Behälter herausgenommen und gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung in unmittelbarer
Nähe der Sprengladung parallel zur Wirkungsrichtung des Geschosses in einem Abstand a/b am Boden
verlegt.
Die Kontaktschwellen, deren Aufbau von an sich bekannter Art sein kann und deshalb nicht näher gezeigt
ist, können beispielsweise aus einem von einem isolierenden Schutzschlauch umgebenen gelochten Isolierstoffband
bestehen, auf dem beidseitig eine Metallfolie angebracht ist. Lochgröße und Dicke des Isolierbandes
sowie die Metallfolienzusammensetzung und ihre Stärke bestimmen die Empfindlichkeit der
Kontaktschwelle gegenüber einer Druckbelastung. Bei einem Überrollen der Kontaktschwellen 5 durch
ein zu bekämpfendes Fahrzeug werden die Metallfolien in Berührung gebracht und in der Zündeinrichtung
4 ein Stromkreis geschlossen, welcher die Sprengladung 1 zur Detonation bringt.
Die Anordnung von zwei Kontaktschwellen, die in Reihe hintereinandergeschaltet sind, besitzt den
Vorteil einer erhöhten Sicherheit gegen eine unbeabsichtigte Auslösung. Bei dem Betreten nur einer
einzigen Kontaktschwelle wird z. B. der Zündstromkreis nicht geschlossen. Erst wenn beide Kontaktschwellen
gleichzeitig betreten oder überfahren werden, wird die Zündung ausgelöst. Der Abstand alb,
den die Kontaktschwellen voneinander besitzen, beträgt je nach der voraussichtlichen Größe des zu
bekämpfenden Fahrzeuges zwischen 1 und 5 m.
F i g. 3 zeigt ein Schaltbild der in einem Gehäuse untergebrachten elektrischen Zündeinrichtung 4. Danach
umfaßt die Einrichtung einen Zündkondensator 16 mit Diode oder Funkenstrecke mit Entladewiderstand
17, einen Ladewiderstand 18, eine Batterie 19, einen Sicherheitsschalter 20 und eine
Schaltuhr 21. Die beiden Kontaktschwellen ,5 sind in
ihrer Funktion im Schaltbild symbolisch durch die Kontakte 22, 23 angedeutet.
Die Arbeitsweise, der Zündeinrichtung 4 mit den Kontaktschwellen 5 ist folgende:
Nachdem der elektrische Zünder 24 in die Sprengladung eingesetzt ist, wird die vorher auf Spannung
geprüfte Batterie 19 angeschlossen und die Schaltuhr 21 auf eine bestimmte Zeit eingestellt. Nach Ablauf
dieser Zeit, z. B. 5 bis 10 Min., schließt der Sicherheitsschalter 20 bedingungsgemäß den Stromkreis
zur Batterie 19, wodurch die Sprengladung 1 scharf ist. Bei einem gleichzeitigen Betreten bzw.
Überfahren beider Kontaktschwellen 5 werden die in ihrer Wirkung den Schwellen 5 entsprechenden
Schalter 22 und 23 geschlossen und nach entsprechender Aufladung des Zündkondensators 16 durch
den Zünder 24 die Detonation der Sprengladung 1 ausgelöst.
Bei Verwendung von zwei parallel nebeneinanderliegenden Kontaktschwellen wie in Fig. 2, die insbesondere
über eine größere Strecke, z. B. bis etwa 100 m, ausgelegt sind, kann sich unter Umständen
der Nachteil bemerkbar machen, daß bei einem zu weiten Abstand der Kontaktschwellen voneinander
und bei einer entsprechend hohen Geschwindigkeit des zu bekämpfenden Fahrzeuges nach Auslösen der
Sprengladung das von der Auskleidung gebildete Geschoß das Ziel nicht mehr voll trifft und in Grenzfällen
hinter dem Fahrzeug vorbeifliegt.
Andererseits würde bei einem zu geringen Abstand der Kontaktschwellen voneinander und relativ
langsamer Geschwindigkeit des Fahrzeuges dieses bei einem nahen Vorbeifahren an der Sprengladung
möglicherweise nur im vorderen Teil getroffen werden, so daß z. B. bei Panzerfahrzeugen eine absolute
Kampfunfähigkeit nicht mit der gewünschten Sicherheit gewährleistet ist.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung lassen sich die vorgenannten Nachteile dadurch beheben,
daß die Kontaktschwellen gegen die Sprengladung hin divergierend angeordnet sind.
Claims (4)
1. Vorrichtung zum Auslösen einer an einem ortsfesten Abschußgestell über dem Boden befestigten,
zur Bekämpfung von Bodenfahrzeugen dienenden Sprengladung mit einer Metallbelegung,
deren Achsrichtung im wesentlichen parallel zur Bodenoberfläche verläuft und welche
unter der an sich bekannten Wirkung einer Hohlladung bei der Detonation der Sprengladung aus
der kegelförmigen Hohlraumauskleidung ein Geschoß bildet, dadurch gekennzeichnet,
daß die Sprengladung (1) unmittelbar durch das zu bekämpfende Objekt beim Überqueren zweier
mit einer Zündvorrichtung (4) verbundener, sich im wesentlichen in Wirkungsrichtung des Geschosses
erstreckender und am Boden verlegter elektrischer Kontaktschwellen (5) ausgelöst wird,
welche in Reihe hintereinandergeschaltet und symmetrisch zur Wirkungsrichtung des Geschosses
in einem Abstand voneinander angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktschwellen (5) parallel
zur Wirkungsrichtung des Geschosses angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktschwellen gegen
die Sprengladung hin divergierend angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktschwellen
(5) und die elektrische Zündeinrichtung
(4) beim Transport in einem hinter der Sprengladung (1) ausgebildeten rohrförmigen Behälter
(2) aufgenommen sind.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 1101 227;
schweizerische Patentschrift Nr. 214 642; französische Patentschriften Nr. 815 386,
629;
britische Patentschrift Nr. 453 335.
britische Patentschrift Nr. 453 335.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
509 658/160 8.65 © Bundesdruckerei Berlin
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ID=6976161
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