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Traggeschirr für die Verlastung von mehrachsigen Fahrzeugen an senkrecht
startenden Flugzeugen Die Erfindung bezieht sich auf die Ausbildung eines Traggeschirrs
für die Verlastung von mehrachsigen Fahrzeugen an senkrecht startenden Flugzeugen,
wie Hubschraubern. Es gibt bereits verschiedene Traggeschirre für die Verlastung
von mehrachsigen Fahrzeugen, insbesondere von Kraftwagen, beispielsweise für das
Anheben und Bewegen durch Krane zur Verschiffung von Fahrzeugen. So sind solche
mit an Traggurten befestigten Greifern oder ähnlichen Haltevorrichtungen bekannt,
die an den Rädern oder an der Karosserie angesetzt werden. Diese Traggurte werden
an Lasthaken eines Krans od. dgl. mittels einer Öse angehängt. Bei manchen derartigen
Traggeschirren ist zur Sicherung gegen unerwünschtes Abgleiten der Greifer von den
Rädern eine Sicherung in Form von Klemmeinrichtungen, beispielsweise Klemmbügeln,
vorgesehen, die an den Fahrzeugrädern angreifen.
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Diese bekannten Traggeschirre können jedoch nicht völlig zufriedenstellen,
da sie mehrere Personen für das Anlegen des Traggeschirrs und das Befestigen des
Kranhakens an dem Geschirr erforderlich machen und trotz ihrer zum Teil vorgesehenen
Klemmeinrichtungen ein Abrutschen oder Abgleiten der Greifer von den untergriffenen
Rädern oder der Karosserie nicht ausschließen. Die bekannten Traggeschirre sind
daher z. B. nicht geeignet, ein Fahrzeug über eine längere Luftstrecke an einem
senkrecht startenden Flugzeug hängend zu transportieren, da bei ihnen die Gefahr
besteht, daß Windböen, Kurvenflug und dergleichen größere Pendelbewegungen des meist
abgefedert auf seinen -von dem Geschirr untergriffenen Rädern stehenden Fahrzeugs
hervorruf2n, bei welchen der eine oder andere der zu den Greifern oder Haltevorrichtungen
des Traggeschirrs führenden Traggurte vorübergehend entspannt wird und infolgedessen
der an ihm befestigte Greifer vom Fahrzeug abgleiten kann. Bei den bekannten Geschirren
kann ein derartiges Lösen der Greifer von den Rädern auch dann eintreten, wenn z.
B. aus dem von einem Greifer unterfaßten Reifen des Fahrzeugs Luft entwichen ist,
was nicht nur bei Beschuß des zu transportierenden Fahrzeugs im Kriegsfall möglich
ist.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das Aushaken der Traggurte
bzw. Greifer während des Transports des Fahrzeugs bei plötzlich einseitig angreifendem
Windruck, bei Böen od. dgl. oder bei plötzlicher Kursänderung des Flugzeugs zu vermeiden
sowie das Anhängen des Fahrzeugs am Lasthaken des Flugzeugs od. dgl. durch eine
einzige Person in einfacher und rascher Weise zu ermöglichen, ohne daß nach dem
Ansetzen der Greifer des Traggeschirrs vor dem Anheben des Fahrzeugs durch das Flugzeug
und der erst dabei auf die Greifer einwirkende Zugspannung ein vorzeitiges Wiederabhaken
der Greifer vom Fahrzeug erfolgen kann.
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Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die Greifer zusätzlich
unter der Wirkung von Spanngurten stehen, die oberhalb der Greifer am Fahrzeug unter
Vorspannung befestigt werden können und die Greifer in ihrer Greiflage festhalten.
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Durch diese Ausbildung des Traggeschirrs können die Greifer nach ihrem
Ansetzen am Fahrzeug sogleich und schon vor dem Anheben des Fahrzeugs unter eine
ständige Zugspannung gesetzt werden, welche sie in ihrer Greiflage am Fahrzeug mit
absoluter Sicherheit festhält. Damit ist es einer einzigen Bedienungsperson möglich,
die Greifer des Traggeschirrs nacheinander am Fahrzeug anzusetzen und anschließend
das Traggeschirr an einen Lasthaken anzuhängen, ohne daß die Gefahr besteht, daß
sich inzwischen der eine oder andere Greifer durch sein Eigengewicht oder durch
irgendwelche Erschütterungen oder andere auf den Greifer einwirkende Kräfte vom
Rad oder seiner Befestigungsstelle wieder vorzeitig löst. Außerdem wird durch die
Spanngurte ein unerwünschtes Abhaken der Greifer auch während des Lufttransports
des Fahrzeugs bei eventuellen Pendelbewegungen verhindert, die eine vorübergehende
Entspannung des einen oder anderen Traggurts herbeiführen können, so daß durch die
Tragvorrichtung gemäß der Erfindung ein Gerät gegeben ist, mit welchem Fahrzeuge
mit großer Sicherheit auch über längere Luftstrecken an einem Flugzeug hängend transportiert
werden können.
Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform greifen die
vorzugsweise elastisch ausgebildeten zusätzlichen Spanngurte einerseits an einer
oberhalb der Greifer neben dem Fahrzeug liegenden Stelle des Gurtbandes und andererseits
am oberen Teil des Fahrzeugs an, beispielsweise am Dach oder an einem Aufbau desselben.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines Traggeschirrs nach
der Erfindung dargestellt.
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F i g. 1 zeigt eine Seitenansicht eines Traggeschirrs und eines in
diesem hängenden Fahrzeugs; F i g. 2 ist eine entsprechende Ansicht des Traggeschirrs
und des Fahrzeugs von hinten.
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Das Traggeschirr für die Verlastung von mehrachsigen, mit entsprechender
Zahl von Rädern ausgerüsteten Fahrzeugen besteht im wesentlichen aus einer der Zahl
der Räder 2 des Fahrzeugs 1 entsprechenden Zahl von Traggurten 3, die mit ihren
oberen Enden 3b von einer gemeinsamen oberen ringförmigen Öse 4 ausgehen.
Mittels dieser Öse 4 wird das Traggeschirr an einem nicht dargestellten Lasthaken
eines senkrecht startenden Flugzeugs, z. B. eines Hubschraubers, eingehängt. An
ihren unteren Enden 3 a weisen die Traggurte 3 je einen Greifer 5 auf, der die Räder
2 umgreift. Beim Anheben des Traggeschirrs durch das Flugzeug wird damit das Fahrzeug
1 vom Boden abgehoben.
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Die an den unteren Enden 3 a der Traggurte 3 befestigten Greifer
5 für die Räder 2 stehen zusätzlich unter der Wirkung je eines am
Fahrzeug 1 angreifenden Spanngurtes 6, welche elastisch ausgebildet sind.
Diese elastischen Spanngurte 6 bestehen aus dehnbarem oder federndem Material und
greifen einerseits an den Traggurten 3 an einer oberhalb der Greifer 5 neben dem
Fahrzeug 1 liegenden Stelle 7 des Traggurtes 3 und andererseits an einem
Dachaufbau des Fahrzeugs 1 an. Der Dachaufbau 8 kann z. B. ein Dachgepäckträger
sein. Die Spanngurte 6 können auch direkt am Dach an der Dachrinne des Fahrzeugs
1 angreifen.
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Die Greifer 5 für die Räder 2 werden von Bügeln gebildet, die sich
unterhalb der Radachsen über die Außenseite der Räder 2 erstrecken und mit ihren
umgebogenen Enden 5 a die Radreifen bis auf deren Innenseite umfassen. Die
Greifer 5 sind außerdem mit senkrechten Platten 9 versehen, welche gegen die Außenseite
der Radreifen anliegen und unter Last ein Kippen der Greifer 5 verhindern.
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Die Verlastung eines mehrachsigen Fahrzeugs wird mit dem beschriebenen
Traggeschirr in folgender Weise durchgeführt: Eine Bedienungsperson legt der Reihe
nach die Greifer 5 um die einzelnen Räder 2 und befestigt die Spanngurte 6 am Dach
oder am Dachaufbau 8 des Fahrzeugs 1. Danach halten die Spanngurte
6 die unteren Enden 3 a der Traggurte 3 und die Greifer 5 gegenüber dem Fahrzeug
1 bzw. dessen Rädern 2 fest. Nun steigt die Bedienungsperson auf das Dach des Fahrzeugs
1, hebt die oberen Enden 3 b der Gurte 3 mit der Öse 4 auf und befestigt die Öse
4 am Lasthaken des über dem Fahrzeug 1 schwebenden Flugzeugs. Die Verlastung
läßt sich demnach durch eine einzige Person rasch und sicher durchführen.
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Wenn durch Schwankungen des Fahrzeugs 1 beim Flug ein oder zwei Traggurte
3 entlastet werden und ihre Spannung verlieren, so bleiben trotzdem die Greifer
5 sicher im Eingriff an den Rädern 2, da sie durch die unteren Enden 3 a der Traggurte
3 und die Spanngurte 6 stets fest und unter Spannung mit dem Fahrzeug 1 verbunden
bleiben. Die Belastung der Federn des Fahrzeugs 1 ist vor dem Anheben, während des
Fluges und nach dem Absetzen praktisch immer die gleiche, da das Fahrzeuggewicht
ständig auf den abgefederten Rädern 2 ruht.
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Nach dem Absetzen des Fahrzeugs 1 wird die Öse 4 vom Lasthaken
des Flugzeugs abgehängt und fällt auf das Dach des Fahrzeugs 1. Die unteren Enden
3 a der Traggurte 3 werden zunächst durch die elastischen Spanngurte 6 weiterhin
mit den Greifern 5 an den Rädern 2 in Stellung gehalten, so daß das Fahrzeug 1 für
einen weiteren Flug einsatzbereit bleibt. Beim Abmontieren der Tragvorrichtung vom
Fahrzeug 1 brauchen nur die Spanngurte 6 abgenommen zu werden, worauf die Greifer
5 und die Traggurte 3 zu Boden fallen.
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Statt an der etwa in der Mitte zwischen den Radachsen und dem Dachaufbau
8 liegenden Stelle 7 der Traggurte 3 können die Spanngurte 6 auch direkt an den
Greifern 5 angreifen. Dabei sind aber die Traggurte 3 über ihre ganze Länge gegenüber
dem Fahrzeug 1 frei beweglich und können vor dem Einhängen der Öse 4 am Lasthaken
des Flugzeugs zu Boden fallen. Auch würde die größere Länge der elastischen Spanngurte
6 zusätzliche Kosten verursachen.
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Zur Schonung der Traggurte 3 und des Fahrzeugs 1 besitzen die Traggurte
3 verschiebbare Pufferkissen 10, die die Traggurte 3 gegenüber dem Fahrzeug 1 abstützen
und eine Reibung der Traggurte 3 am Fahrzeug 1 verhindern.
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Zur weiteren Sicherung der Befestigung der Tragvorrichtung an dem
Fahrzeug 1 ist an den Enden 5a der Greifer 5 ein lösbarer Verschluß vorgesehen,
der aus einem unter einer Kröpfung der Fahrzeugachse, z. B. unter der Bremstrommel,
durchgezogenen Drahtseil 11 besteht. Dieses Drahtseil 11 verhütet das Abrutschen
der Greifer 5. Falls diese sich trotzdem von den Rädern 2 lösen sollten, wird es
auf Zug beansprucht und hält die in den Traggurten 3 hängende Last als Sicherungs-
und Notmaßnahme, ohne daß die Karosserie des Fahrzeugs 1 beschädigt wird.