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Vorrichtung zur klimatischen Behandlung von Erkrankungen der Atemwege
in Form einer zeltartigen, oben luftdicht abgeschlossenen Haube Die Erfindung bezieht
sich auf eine Vorrichtung zur klimatischen Behandlung von Erkrankungen der Atemwege,
insbesondere Asthma, Bronchitis u. dgl., in Form einer zeltartigen, oben luftdicht
abgeschlossenen Haube, in die ein konditioniertes Gas eingeblasen wird.
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Es ist bekannt, daß chronische Bronchitis und Asthma durch Einfluß
eines Wüstenklimas erfolgreich behandelt werden können. Es ist ferner bekannt, daß
vielfach bei Asthmatikern eine Oberempfindlichkeit gegen Hausstaub, insbesondere
gegen Staub aus Bettinhaltsstoffen, Bettfedern und auch gegenüber Schimmelpilzsporen
und anderen in der Luft befindlichen Stoffen besteht. Um diesen dübeln beizukommen,
hat man versucht, Kammern zu errichten, in denen ein bestimmtes Klima aufrechterhalten
werden soll oder deren Luft allergenfrei ist. Da diese Anlagen sehr kostspielig
sind und auch oft durch den kühlen Luftzug Erkältungserscheinungen mit sich bringen,
haben diese Kammern sich im allgemeinen nicht durchsetzen können. Man ist deshalb
dazu übergegangen, den stauballergischen Asthmatikern zu empfehlen, alle staubverursachenden
Stoffe aus den Schlafzimmern, Bettfedern u. dgl. zu entfernen. Dieser Weg führt
aber nur zu einem sehr geringen Teil zu einem Ziel.
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Man hat weiterhin versucht, den überstand mittels Sauerstoffzelten
zu beheben, die haubenartig über dem Krankenbett od. dgl. angebracht werden, wobei
der Zeltsaum zwischen Matratze und Matratzen schoner eingeschoben werden soll. Die
Zuführung des Sauerstoffes erfolgt mittels eines Schlauches, dessen Ende auf das
Bett bzw. in der Nähe des Kopfes des Patienten gelegt wird. Bei dieser Anordnung
ist einerseits ein luftdichter Abschluß erforderlich, andererseits ist es dem Zufall
überlassen, in welcher Weise sich das zugeführte Gas in dem Zelt ausbreitet.
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Es ist eine Schlafkabine mit einem das Bett umgebenden Gehäuse bekannt,
bei der die Kabine gegen die Umgebung schalldicht abgeschlossen wird. Für die Luftverteilung
ist eine Luftverteilerplatte vorgesehen, die im wesentlichen eine Prallfläche darstellt,
gegen die die aus der Leitung zugeführte Luft strömt. Bei Ausbleiben der Luftzufuhr
öffnet sich eine Klappe und der Austritt der verbrauchten Luft soll in überwiegendem
Maß nach oben durch besondere Öffnungen erfolgen. Bei einem weiteren Sauerstoffzelt
bzw. einer Haube ist eine einseitige Luftzuführung an der Stimseite des Zeltes od.
dgl. vorgesehen, wobei das Zelt durcheinen gitterförmigen Dachträger gehalten wird.
An der unteren Kante des Zeltes bzw. der Haube befinden sich besondere Mittel zum
Dichthalten, z. B. ein Schaumgummivolant.
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Bei einem anderen Sauerstoffzelt mit gleichzeitiger Kühlanlage erfolgt
die Zuführung des Gases in dem oberen Bereich der Haube durch Austritt aus einem
freien Rohrende, wobei die verbrauchte Luft durch eine um das Zuführungsrohr befindliche
Ringöffnung abgesaugt wird. Die Haube ist am unteren Rand abgedichtet. Hierbei ist
eine kontrollierte gleichmäßige Verteilung des zugeführten Gases nicht gegeben.
Baulich ist an dem Sauerstoffzelt vorgesehen, die Zuführungsleitung als Haltegestell
für die Haube zu verwenden. Ferner ist es bei Dampfbadekabinen bekannt, die Zuführung
der Dämpfe mittels Ringleitungen vorzusehen, wobei diese Leitungen unterhalb des
Auflagerostes für die zu behandelnde Person angeordnet sind und die Rohrleitungen
teilweise oder ganz gelocht sein können. Bei den Dampfkabinen handelt es sich um
geschlossene Holzkästen. Der Kopf des Patienten befindet sich außerhalb der Kabine,
so daß es sich nicht um die Einatmung der Dämpfe, sondern um die Auswirkung dieser
Dämpfe auf die übrige Körperhaut handelt.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine gleichmäßig verteilte und zugfreie
Luftströmung zu erreichen. Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß eine über die Querschnittsfläche
der Haube verteilte Ausblasvorrichtung für das unter Überdruck zuzuführende Gas
od. dgl. in dem oberen Bereich des Innenraumes der Haube angeordnet ist, die als
eine unter dem Haubendach sich erstreckende Ringleitung ausgebildet ist. Vorteilhaft
ist die Ringleitung hierbei an der Kopfseite der Haube frei von Ausblasdüsen. Durch
eine solche Anordnung des zuzuführenden Gases unter dem Dach ist dafür gesorgt,
daß sich eine völlig zugfreie Gaszuführung ergibt. Weiterhin wird erreicht, daß
durch die über den Querschnitt der Haube verteilte gleichmäßige Luftströmung auch
der durch die Gaszuführung erzielbare Überdruck in der ganzen Haube gleichmäßig
verteilt
bleibt. Dies führt dazu, daß die Haube mit den Seitenwänden unten frei auf der Fläche,
auf der sich der zu behandelnde Patient befindet, aufliegt. Der über den ganzen
Querschnitt der Haube verteilte Gasstrom kann gleichmäßig bis unten zu der Liegefläche
vordringen, so daß die verbrauchte Luft unten an den frei herunterhängenden Haubenwänden
aus der Haube herausgeblasen bzw. -gedrückt wird. Auf diese Weise ergibt sich die
Gewähr, daß die von dem Patienten ausgeatmete Luft durch den von oben kommenden
gleichmäßig verteilten Luftstrom an jeder Stelle der Haube nach unten befördert
wird und durch die nicht abschließenden unteren Haubenränder entweichen kann, ohne
daß die Gefahr besteht, daß die Raumluft von außen in den Haubenraum gelangt. Dadurch
erzielt man ein Universalgerät zur Behandlung der verschiedensten Formen von Erkrankungen
der Atemwege, insbesondere des Asthmas und von Bronchialerkrankungen.
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Die Zuführungsleitung zu der Ringleitung führt zweckmäßig von unten
in den Haubenraum, so daß die Haube selbst nicht durchbrochen zu werden braucht.
Hierbei kann die Zuführungsleitung zugleich ein Traggestell für die Haube aufweisen.
Bei Verwendung einer an sich bekannten Heizvorrichtung für das zuzuführende Gas
kann diese in dem außerhalb der Haube befindlichen Teil der Zuführungsleitung angeordnet
sein. Vorteilhaft weist die Zuführungsleitung vor dem Heizelement noch einen Abzweigstutzen
mit Ventil zur Abzweigung von gefilterter Luft auf.
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Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung können die Vorteile des Klimas
mit denen eines staubfreien Milieus verknüpft werden. Man kann eine Klima- und allergenfreie
Kammerbehandlung mit dem Wirkungsprinzip der Raumaerosol-Inhalation verbinden. Die
Vorrichtung kann überall dort aufgestellt werden, wo sich der Patient längere Zeit
aufzuhalten wünscht, d. b. nicht nur am Krankenbett, sondern auch am einfachen Ruhebett,
im Arbeitsraum bzw. in einem sonstigen Aufenthaltsraum Die Vorrichtung gemaß der
Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
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F i g. 1 zeigt die Vorrichtung gemaß der Erfindung in Ansicht schematisch;
F i g. 2 ist eine Draufsicht auf die Vorrichtung der Fig. 1.
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Die Vorrichtung gemäß der Erfindung zur staubfreien lslimatischen
Behandlung von Erkrankungen der Atemwege weist eine zeltartige Haube 1 auf, die
nach oben hin luftdicht geschlossen ist und aus einer durchsichtigen Kunststoffolie
bestehen kann, In die Haube führt vorteilhaft von unten her eine Ausblasvorrichtung
2 für eins staubfrei gemachte Luft od. dgl.
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Diese Ausblasvorriehtung 2 ist als Ringleitung 2a ausgebildet, von
der die Buft durch Düsen in den Innenraum 3 der Haube 1 strömen kann. An der Seite,
an der sich der Kopf des Patienten befindet, sollen möglichst keine Ausströmdiisen
vorhanden sein. Bei dem dargestellten Beispiel ist der Leitungsteil Xh b frei von
solchen Ausblasdusen Die Zuführungsleitung 4 zu der Ringleitung hat zwvßcbäZig einen
U-förmigen Verlauf so, daß die Hanbenwände la ungehindert frei nach unten han können.
In dem Teil 4a der Zuführungsleitung kann eine Heizvorrichtung 5 vorgesehen werden,
die mittelt eines Schalters 6 od. dgl. stufenweise regulierbar ist. Die Luft wird
mittels eines von einem Motor 7 angtriXenes Geblases 8 ange-
saugt. Hierbei ist der
Ansaugestelle ein Filter 9 vorgeschaltet. Weiterhin kann eine Be- oder Entfeuchtungsvorrichtung
10 vorgesehen sein. In der Leitung 4 ist noch ein Abzweigstutzen 11 mit einem Ventil
12 angeordnet. Diese Abzweigung dient zur Führung eines Teils der filtrierten Luft
über ein an sich bekanntes Aerosolgerät, dessen Ausströmdüse ebenfalls von unten
in die zeltartige Haube geführt ist.
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Das Haubendach und überhaupt die Haube insgesamt befindet sich in
einem gewissen Abstand von der Ringleitung 2 a. Hierzu dient eine Haltevorrichtung
13, die zweckmäßig von der Ringleitung getragen wird. Man kann auch eine selbständige
Abstützvorrichtung für die Haube vorsehen. Die unteren Bänder der Haubenwände 1
a liegen freihängend auf der Bettdecke od. dgl. auf.
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Die zeltartige Haube gemäß der Erfindung kann an sich jede beliebige
Gestalt aufweisen. Sie kann eine solche Höhe haben, daß man darunter sitzen oder
stehen kann. Für die Benutzung der zeltartigen Haube über einem Bett od. dgl. wird
man diese Haube kürzer halten. Die erfindungsgemäße Vorrichtung erlaubt die Erzeugung
jedes beliebigen Klimas hinsichtlich Feuchtigkeit oder Trockenheit der Luft und
Wärme.
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Durch die Möglichkeit einer zeitweiligen Einleitung von Aerosolen
kann eine zusätzliche medikamentöse Behandlung oder auch eine Sole-Aerosol-Behandlung
durchgeführt werden.