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Betätigungsvorrichtung für Fernbedienungsanlagen von umsteuerbaren
Diesel-Brennkraftmaschinen Die Erfindung bezieht sich auf eine Betätigungsvorrichtung
für Fernbedienungsanlagen von durch Verschiebung der Steuerwelle umsteuerbaren,
bei Erreichen der Endlagen der Steuerwelle durch Druckluft anzulassenden Diesel-Brennkraftmaschinen,
die einen Bedienungshebel aufweist, der mindestens eine Stopstellung sowie zwei
Stellungen für »Umsteuern« oder »Anlassen« und an jedem äußeren Teil seines Weges
eine Betriebsstellung für jede der beiden Drehrichtungen einnehmen kann, wobei der
Bedienungshebel in der Stellung »Umsteuem« so lange festgehalten wi#rd, bis die
Steuerwelle die gewünschte Endlage erreicht hat.
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Die Aufgabe der Erfindung ist folgende: Der Bedienungshebel soll bei
einer pneumatischen Fernbedienungsanlage automatisch so lange in der Stellung »Umsteuem
und Anlassen« festgehalten werden, bis die Maschine angesprungen ist, wobei es ohne
Einfluß sein soll, ob die Maschine vorher in die gewünschte Drehrichtung umgesteuert
war oder nicht.
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Diese Aufgabe wird an einer Betätigungsvorrichtung der eingangs erwähnten
Art dadurch gelöst, daß ein zur pneumatischen Fernbedienung dienender, an einem
Fernbedienungsstand befindlicher Bedienungshebel auf seinem Weg durch eine Arretiervorrichtung
so lange in der Stellung »Umsteuem und Anlassen« festgehalten wird, bis die Anlaßluft
über eine Verzögerungsvorrichtung zu der Arretiervorrichtung, diese dabei lösend,
gelangt ist, und daß die Verzögerungsvorrichtung so ausgelegt ist, daß die Dieselmaschine
bis zum Lösen der Arretiervorrichtung anspringt.
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Durch diese Maßnahme ist es möglich, die Dieselmaschine bei völliger
Dunkelheit und bei großem Lärm, der das Motorengeräusch übertönt, völlig fehlerfrei
in der gewünschten Drehrichtung in Betrieb zu setzen. Auch wenn mehrere Bedienungshebel,
beispielsweise an den Brücken- oder Schiffsenden, mechanisch miteinander durch Kettentriebe
gekuppelt sind, ist die Arretierung deutlich fühlbar, so daß der Bedienungshebel
auch in diesen Fällen ganz zwangläufig an der Weiterbewegung in die Stellung »Betrieb«,
in der die Anlaßluftzufuhr abgeschaltet ist, gehindert wird, bis die Dieselmaschine
angesprungen ist.
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Es ist eine Betätigungsvorrichtung der eingangs angeführten Bauart
ohne Fernbedienungsmöglichkeit bekannt, bei welcher der an der Dieselmaschine angebrachte
Bedienungshebel in Zwischenlagen der Steuerwelle mechanisch in der Umsteuerstellung
blockiert wird. Diese Vorrichtung ist auch als hydraulische Fernbedienungsanlage
bekanntgeworden, wobei aber die Bewegungen des Fernbedienungshebels und des blockierten
Maschinenhebels nicht synchron erfolgen. Die bekannten Vorrichtungen können schon
aus diesem Grund die Erfindungsaufgabe nicht lösen. Außerdem wird bei den bekannten
Vorrichtungen nur der Umsteuervorgang, nicht aber der Anlaßvorgang überwacht, was
für Fernbedienung nicht ausreicht, denn es könnte beispielsweise die Anlaßluft versehentlich
abgestellt sein, was bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung deutlich als Fehler angezeigt
wird.
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Es wird noch bemerkt, daß bereits eine ältere Betätigungsvorrichtung
vorgeschlagen worden ist, welche für Fernbedienungsanlagen von umsteuerbaren, durch
Druckluft anzulassenden Diesel-Brennkraftmaschinen bestimmt ist, bei welchen das
Umsteuern durch Verschieben einer Steuerwelle in je
eine zu einer Drehrichtung
gehörende Endlage geschieht und die Steuerwelle jeweils am Ende ihres Verschiebeweges
ein Anlaßventil öffnet, das die Anlaßluft zur Maschine strömen läßt.
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Die ältere Vorrichtung weist ebenfalls einen am Fahrstand angeordneten
Bedienungshebel auf, der auf einer Kreisbahn verschwenkbar ist und eine mittlere
Stopstellung sowie beiderseits davon mindestens je eine Stellung für »Umsteuein
und Anlassen« sowie »Betrieb« für jede der beiden Drehrichtungen einnehmen kann.
Es wird dort vorgeschlagen, daß der Bedienungshebel bei einem Umsteuervorgangjeweils
in der Stellung »Umsteuem und Anlassen«, die zu der neuen gewünschten Drehrichtung
gehört, so lange durch eine Arretiervorrichtung gegen Weiterschwenken in die Stellung
»Betrieb« blockiert ist, bis das Anlaßventil geöffnet hat, wodurch die Anlaßluft
die Arretiervorrichtung löst.
Vorteilhaft besteht die Arretiervorrichtung
nach der vorliegenden Erfindung in an sich bekannter Weise aus einem Kolben, der
in einem Zylinder gleitet und bei entlastetem Zylinderraum durch eine Feder mit
seiner Kolbenstange in eine Ausnehmung einer Blockierungsseheibe in den Stellungell
>Anlassen und Unisteuernt für beide Drehrichtungen einrastet, bei Beaufschlagung
des Zylinderraumes mit Anlaßluft jedoch außer Eingriff der Ausnehmung gelangt. Durch
diese Öestaltung ergibt sich ein sehr einfacher Aufbau der Arretierungsvorrichtung.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt.
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Auf der Welle 1 der Betätigungsvorrichtung ist der Bedienungshebel
2 befestigt, der sich auf einer Kreisbahn 3 bewegt. Er kann dabei die Stellungen
S=Step, AUV=.Umsteuem und Anlassen voraus, AUZ=Umäteuern und Anlassen zurück, BV=Betrieb
voraus, BZ=Betrieb zurück, DV=Drehza-hlverstellung voraus und DZ=Drehzahlverstellung
zurück einnehmen. Auf der Wellel ist die Kurvenscheibe4 befestigt, die über den
Schlepphebe15 das Druckmind,erventil 6 verstellt, wenn der Bedienungshebel
2 in den Büreichen DV und DZ verstellt wird. Das Druckminderventil 6j dem durch
die Leitung 7
Druckluft zugeführt wird) stellt einen verschieden hohen Druck
in der Leitung 9 ein, die zu einem nicht dargestellten Fliehkraftregler führt,
dessen Müffenbelastung durch einen mit ]Jtuckluft beaufschlagten Kolben gellefiert
wird. Auf diese Weise wird die Drehzahl der Dieselmaschine eingestellt. Auf der
Welle 1 ist der Betätigungshebel 9 befestigt, der in Stellung
A UV des Bedieriungshebels 2 das Druckkhopfventil 10 über den
Schlepphebel 11 geöffnet. Dadurch stffimt Druckluft aus der Leitung 12 über
die Leitung 13 auf die eine Kolbenseite des doppeltwirketiden Servozylinders
14, der über den Hebel 15
den Mehrfachnocken 16 in die dargestellte
Lage verdreht. Däbei stößt der Umsteuernocken 18 gegen den Stößel
19 des Umsteuerventils 20 und öffnet dasselbe. Das Umsteumentil 20 hat den
gleichen Innenaufbaü wie des Ventil 10 und wird über die Leitung
21 mit Druckluft versorgt. Durch das geöffnete Ventil 20 strömt Druckluft
über die Leitung 22 in den ölbehälter 23, dessen Inhalt in den Raum 24 des
Zylindm 25 verdrängt wird, was den Kolben 26 veranlaßt, die Steuerwelle
17 nach links zu verschieben. Am Ende dieses Wege§ kommt der Anlaßnocken
27
in den Bereich des Anlaßventils 28 und öffnet das-
selbe.
Der Necken 18 gerät aus dem Bereich des Stößels 19, wodurch das Umsteuerventil
20 wieder geschlosseit wird und die Leitung 22 entlüftet. Aus der Leitung
29 strömt Druckluft durch das geöffnete Ventil 28 über die Leitung
31 zu den nicht dargestellten Anleorganen der Dieselmaschine, die infolgedessen
In der geWilfischten Drehrichtung anspringt. Wenn die Steuerwelle 17 in der
linken Eridstellung steht, wird das Anlaßventil 28 beim Verdrehen des Mehrfachneckens
16 in die gezeigte Lage, d. h.) wenn der Hebel 2 in Stellung
A UV steht, sofort geöffnet und die Maschine springt an. Der Druck
in der Leitung 30 pflanzt sich auch in die Leitung 32
fort. Die Druckluft
strömt langsam über die Drosselstelle 33 in den Behälter 34 und füllt denselben.
Wenn der Behälter 34, der auch durch eine lange Leitung gebildet Werden kann, aUfgefüllt
ist, steigt der Druck in dem Raura M des Zylinders 36 auf einen Wert, der
eine nach rechta gerichtete Kraft an dem Kolben 37 erzeugt, die imstande
ist, die Kolbenstange 38 nach rechts gegen die Kraft der Feder
39
zu verschieben, wobei die Kolbenstange außer Eingriff mit der Ausnehmung
40 der Blockierungsscheibe 41 gerät. Der Bedienungshebel 2 kann dann in die Stellung
B V weitergedreht werden, wodurch das Ventil 10 auf seinen Sitz zurückgeht
und die Leitung 13 entlüftet. Dadurch wird die vorher beaufschlagt gewesene
Kolbenseite des Servozylinders 14 entlastet, und der Hebel 15 geht in seine
Mittelstellung zurück. Dadurch gerät der Anlaßnocken 27 aus dem Bereich des
Auslaßventils 28, das auf seinen Sitz zurückgeht und die Leitungen
30, 31 und 32 entlüftet, womit der Anlaßvorgang beendet ist. Da dann
auch der Zylinderraum 35 entlüftet ist, kann die Feder 39 die Kolbenstange
38 gegen die Blockierungsscheibe 41 pressen, was ohne weitere Wirkung bleibt,
da die Ausnehmung 40 inzwischen so weit verschoben ist, daß die Kölbenstange
38 nicht einrasten kann. Wird der Bedienungshebel in die Stellung
S gebracht, so rastet die Kolbenstange 38 wieder in die Ausnehmung
40 ein, hindert aber nicht die Bewegung des Bedienungshebels 2, da die Ausnehmung
so groß ist, daß der Hebel 2 ungehindert zwischen den Stellungen A UV
und
A UZ bewegt werden kann, zwischen denen die Stellung S liegt. In der
Stellung S öffnet der Befät!-gungshebel 42 das Stopventil 43 über den Schlepphebel
44. Dadurch gelangt Druckluft über die Leitung 45 zu einer nicht dargestellten Abstellvorrichtung,
welche die Kraftstoffzufuhr zu der Diesel,-maschine eibstellt. Wird der Bedienungshebel
2 in die StellungAUZ gelegt, so öffnet der Betätigungshebel 46 das Umsteuerveritil
47 über den Schlepphebel 48. Dadurch strömt Druckluft über die Leitung 40 zu der
anderen Kolbenseite des Servozylinders 14, der den Mehrfachnocken 16 so verdreht,
daß ein dem Umsteuernocken 18 gegenüberliegender nicht dargestellter weiterer
Umsteuernocken ein dem Umsteuerventil 20 gegenüberliegendes weiteres, ebenfalls
nicht dargestelltes Umsteuerventil öffnet, das Druckluft in den Ölbehälter
50 strömen läßt, wodurch die Steuerwelle 17 in die dargestellte Lage
gelangt. Dabei wird das Anlaßventil 28 durch einen nicht sichtbaren weiteren
Anlaßnocken geöffnet. Dadurch gelangt Druckluft über die Leitungen 30 und
31 zu den Auslaßorganen und die Maschine springt in Drehrichtung zurück an,
weil die Steuerwelle 17 in der dargestellten Lage einen nicht gezeigten Anlaßluftverteiler
für Rückwärtsdrehsinn zur Wirkung britigt. Außerdem wiederholt sich der schon beschriebene
Vorgang der Beaufschlagung des Zylinderraumes 35 mit der Wirkung, daß der
Hebel 2 nach einer gewissen Zeit, während der die Maschine anspringt, in die Stellung
BZ gebracht werden kanne womit auch dieser Anlaßvorgang beendet ist. Die Drosselstelle
33 kann zum Einstellen dieser Verzugszeit mit veränderlichem Querschnitt
ausgeführt sein.