DE1195751B - Verfahren zur Herstellung von Methylaethylbleiverbindungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von MethylaethylbleiverbindungenInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. α.:
C07f
Deutsche Kl.: 12 ο - 26/03
Nummer: 1195 751
Aktenzeichen: E 24770IV b/12 ο
Anmeldetag: 30. April 1963
Auslegetag: 1. Juli 1965
Es ist bekannt, daß man Mischalkylbleiverbindungen durch Umverteilung, d. h. Substituentenaustausch
zweier oder mehrerer Tetraalkylbleiverbindungen, herstellen kann. Letztere können sich entweder durch ihre
Alkylgruppen unterscheiden, wobei aber jede Verbindung nur eine spezifische Alkylgruppe enthält.
Statt dessen können die Verbindungen auch je verschiedene Alkylgruppen aufweisen, wobei sie sich
voneinander in der Anzahl dieser jeweils vorhandenen, verschiedenen Alkylgruppen unterscheiden.
So wurde z. B. versucht, durch gegenseitige Umsetzung von Tetraäthylblei und Tetramethylblei unter
geeigneten Bedingungen und mit Hilfe eines Katalysators ein Produkt zu erzielen, das eine Mehrzahl von
Methyläthylbleiverbindungen im gleichen Molekül enthält. Bei der gegenseitigen Umsetzung von Tetraäthylblei
und Tetramethylblei in äquimolaren Mengen enthält das Produkt dann geringere Mengen an
Tetraäthylblei und Tetramethylblei, überwiegend jedoch Triäthylmethylblei, Diäthylmethylblei und Äthyltrimethylblei.
Eine andere mögliche Umverteilungsart besteht darin, daß man ein Gemisch aus z. B. Trimethyläthylblei
und Methyltriäthylblei umsetzt.
Es ist ein Verfahren zur Ausführung der oben beschriebenen Reaktionen bekannt, bei dem Diäthylzink,
Zinkfiuorid, QuecksilberQ^-chlorid, Bortrifluorid,
Dimethylaluminiumchlorid, Zirkonchlorid, Phosphortrichlorid oder Eisen(III)-chlorid als Katalysator
verwendet wird.
Bestimmte Aluminium-Alkylhalogen-Verbindungen, wie Methylaluminiumsesquichlorid, stellen sehr wirksame
Katalysatoren dar. Auch Halogenide, wie Aluminiumchlorid und insbesondere Bortrifluorid
sowie ihre Ätherate, sind sehr wirksam. Mit den oben beschriebenen chemisch aktiven Katalysatoren arbeitende
Verfahren weisen jedoch im fabrikatorischen Betrieb bestimmte Mängel auf. Die verwendeten
Katalysatoren neigen nämlich dazu, etwas vom eingegebenen Tetraalkylblei zu zersetzen, und die Zersetzungsprodukte
müssen dann vom Endprodukt abgetrennt werden. Darüber hinaus sind einige der bekannten Katalysatoren ziemlich gefährlich und
schwierig zu handhaben. Zum Beispiel ist Bortrifluorid ein giftiger gasförmiger Stoff. Ein anderer Mangel
der bekannten Verfahren beruht auf einer gewissen Affinität der bekannten Katalysatoren zu gewissen
in den Endprodukten in geringer Menge enthaltenen Komponenten. So wäre es im Hinbilick auf die Verwendung
von Tetraäthylbleiverbindungen in Antiklopfmitteln mit Farbstoffzusatz sehr zweckmäßig,
einen solchen Farbstoff schon von Anfang an zuzusetzen, um dadurch ein zusätzliches Zumischen nach
Verfahren zur Herstellung von
Methyläthylbleiverbindungen
Methyläthylbleiverbindungen
Anmelder:
Ethyl Corporation, New York, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr.phil. G.Henkel
und Dr. rer. nat. W. D. Henkel, Patentanwälte,
München 9, Eduard-Schmid-Str. 2
Als Erfinder benannt:
Rex DeWayne Closson,
Royal Oak, Mich. (V. St. A.)
Rex DeWayne Closson,
Royal Oak, Mich. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 1. Mai 1962 (191421) --
erfolgter Umverteilung der beiden Tetralalkylbleiverbindungen einzusparen. Dies war jedoch bisher
nicht möglich, da die bekannten Katalysatoren mit dem Farbstoff reagieren oder diesen adsorbieren und
damit seine Wirksamkeit zerstören.
Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur Herstellung
von Methyläthylbleiverbindungen durch Umverteilung von Bleimethyl- und -äthylverbindungen in Gegenwart
von Katalysatoren geschaffen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man als Katalysatoren aktivierte
Aluminsilikattone oder Zeolithe verwendet. Die Umsetzung wird so lange fortgesetzt, bis das geünschte
Ausmaß an Umverteilung erzielt ist, das jedoch gelegentlich absichtlich unter dem möglichen Maximum
gehalten wird. Die Arbeitstemperatur ist dabei nicht kritisch, obwohl natürlich über der Zersetzungstemperatur der Komponenten liegende Temperaturen
vermieden werden müssen. Je nach dem gewünschten Ergebnis können Kontaktdurchführung und Kontaktzeit
weitgehend variiert werden.
Die verwendeten Aluminsilikattone oder Zeolithe mit großer Oberfläche besitzen keine genau definierbaren,
charakteristischen chemischen Eigenschaften, von denen man weiß, daß sie für die Wirksamkeit des
Verfahrens verantwortlich sind. Anorganische Großoberflächenstoffe
schlechthin sind nicht in jedem Fall wirksam. So zeigten sich beispielsweise Diato-
509 598/434
3 4
meenerde und Aktivkohle als für die gewünschte Schickung durchgeleitet. Wie sich aus der Analyse
Umsetzung ungeeignet. des ausgetragenen Produkts ergibt, wurde eine voll-
_. . . , , ständige Umverteilung der Gesamtbeschickung erzielt.
B eispiel 1
In einen 500-mI-Dreihalskolben mit mechanischem 5 Verb*ndunS . Molprozent
Rührer, Rückflußkühler und Tropftrichter werden Tetamethylbk TMB) 6,9
11,8g eines aktivierten Tons folgender ungefährer 5™ÄW&^5"2,X
S3,
Zusammensetzung eingegeben: ^^f^SifS^
TA
.. Methyltriathylblei (MAt3Pb) .... 26,6
Bestandteil ^r" 10 Tetraäthylblei (TAB) 5,6
SiO8 74 Dann wurde unter den gleichen Bedingungen und
AIgO8 17,5 ohne Wechsel der Tonbeschickung in der Kolonne
MgO 4,5 eine weitere Beschickung nochmals 28 Stunden lang
Fe2O3 1,4 unter den gleichen Bedingungen durchgeleitet.
15 Die Analyse des Produkts ergab hierbei eine gleich-
Weiterhin wurden 64,7 g Tetraäthylblei (TAB) und bleibende Aktivität und ebenfalls vollständige Um-
53,5 g Tetramethylblei (TMB) eingefüllt, was einem verteilung mit den annähernd gleichen Analysendaten
TAB zu TMB-Molverhältnis von 1,2: 1 entsprach. wie bei der ersten Beschickung.
Der Kolbeninhalt wurde 2 Stunden auf etwa 55 bis Bei theoretisch vollständiger Umverteilung einer
65 0C erhitzt und dabei kräftig durchgerührt. Der ao Beschickung aus äquimolaren Anteilen an Tetraverwendete
aktivierte Ton bestand aus Feinteilchen, äthylblei und Tetramethylblei ergeben sich folgende
die zum größten Teil durch ein Sieb von 2 mm Molausbeuten:
Maschenweite hindurchgingen. v^-VunriiincT ., ,
Nach Ablauf dieser 2 Stunden wurde der Kolben- ^lf™8 Molprozent
inhalt abgekühlt und von den Feststoffen abfiltriert. 25 aJx tPh
9S η
Die filtrierte Flüssigkeit wurde dann bei einem a/tX + pk
vi^
Unterdruck abdestilliert, der bei Destillationsbeginn 7α
λ7α Ph
50 Torr betrug und bis zum Schluß der mehrstündigen
Destillation auf etwa 5 Torr absank. Aus der Destilla-
tionskurve und den Volumenmengen der Destillat- 30 Dieser vorstehenden theoretischen Umverteilung
fraktionen ergab sich die Anwesenheit folgender liegt äquivalente Beweglichkeit aller anwesenden
Komponenten in nachfolgend angegebener Konzen- Methyl- und Äthylgruppen zugrunde. Diese Annahme
tration: ist aber nicht ganz zutreffend, und häufig werden Um-
Verteilungsprodukte mit einem Gehalt von mehr als
Verbindung Molprozent 35 37,5 Molprozent Dimethyldiäthylblei erhalten. Die
Tetramethylblei 2,7 erzielbare Höchstkonzentration an diesem Bestandteil
Trimethyläthylblei 20,1 iiegt etwa -m der Größenordnung von 110% obiger
Dimethyldiäthylblei 41,7 theoretischer Molkonzentration. Als Bezugsgröße
Methyltriathylblei 27,7 wjrd hier der Ausdruck »100%ige Umverteilung« als
Tetraäthylblei 2,8 40 Äquivalent für eine molare Konzentration von 37,5 °/0
gemäß obiger Tabelle verwendet.
Die oben aufgeführte Destillatzusammensetzung Die als Ausgangsstoffe verwendeten Bleitetramethylentsprach
einer Ausbeute von über 90 Gewichtsprozent; bzw. -äthylverbindungen müssen natürlich miteinander
eine geringe Menge ging bei der Handgabung verloren, umsetzbar sein. Damit ist gemeint, daß das Be-
und ein Rückstand von etwa 5 % wurde nicht destill iert 45 schickungsmaterial selbst kein im Umverteilungsoder analysiert. Im allgemeinen zeigte der vor- gleichgewicht befindliches Produkt sein darf. Gleichstehende
Versuch eine annähernd vollständige Um- zeitig darf das Ausgangsmaterial aber alle erwarteten
verteilung der Methyl- und Äthylgruppen. Reaktionsprodukte in anderen Mengenverhältnissen,
Das nächste Beispiel dient zur Erläuterung des als dem Gleichgewichtszustand entspricht, enthalten
erfindungsgemäßen Verfahrens unter Verwendung 50 und daher z. B. ein teilweise umverteiltes Gemisch
einer Festbettreaktionszone. sein oder zwei oder mehrere, jedoch nicht alle End-.
-ίο produkte in beliebigen Mengenverhältnissen enthalten.
Beispiel 2 ^n Deson(jerer Vorzug des erfindungsgemäßen Ver-Eine
Glaskolonne wurde mit aktiviertem Ton der fahrens liegt in der Möglichkeit, die gewünschte Umgleichen
Zusammensetzung wie im Beispiel 1, jedoch 55 verteilung in Gegenwart anderer Komponenten der
aus der Kornfraktion «ntsprechend einer Maschen- gewünschten, endgültigen Antiklopfgemische durchweite
zwischen 2,0 und 0,84 mm, in einer Betthöhe zuführen, für die das Alkylblei vorgesehen ist. Dies
von etwa 20 cm beschickt. Am Kolonnenkopf gab bringt insofern einen sehr großen Vorteil, als hierdurch
man ein äquimolares Gemisch aus Tetraäthylblei und unter Verwendung von nur zwei in Vorrat gehaltenen
Tetramethylblei und — auf Tetramethylblei bezogen — 60 Antiklopf gemischen schnell je nach rasch wechselndem
etwa 20 Gewichtsprozent Toluol zu und ließ es bei Bedarf spezielle Methyläthylblei-Antiklopfmittelan-Raumtemperatur,
d.h. bei etwa 24° C, durchfließen. sätze hergestellt werden können. Es ist daher nunmehr
Das Gemisch wurde mit einer Geschwindigkeit von möglich, aus zwei vorher verschnittenen Antiklopfetwa
2 g (1,9 bis 2,4 g) je Gramm Katalysator und mischungen einenMethyläthylblei-AntiklopfansatzentStunde
zugegeben und die Fließgeschwindigkeit durch 65 sprechend den jeweiligen Erfordernissen eines speziellen
Abziehen am Boden geregelt. Das Verfahren wurde Treibstoffes zu liefern, ohne diesen Ansatz auf Lager
30 Stunden fortgesetzt, und dabei wurden je Gramm halten zu müssen. So kann man insbesondere beispiels-Katalysatorbeschickung
insgesamt etwa 66 g Be- weise einerseits eine tetraäthylbleihaltige und anderer-
5 6
seits eine tetramethylbleihaltige Antiklopfmischung Ώ ., Gewichts-
mit einem Gehalt an allen üblichen anderen Zusätzen Bestandteil Prozent
auf Lager halten und aus diesen beiden Gemischen Tetraäthylblei 32,5
direkt neue Antiklopfgemische herstellen, die Methyl- Tetramethylblei 26,8
äthylbleiverbindungen mit jeweils gewünschter Methyl- 5 Toluol 5,6
äthylverteilung besitzen, ohne daß man ein solches 1,2-Dibromäthan 17
Spezialgemisch auf Lager halten, neu anmischen oder 1,2-Dichloräthan 18
neu anfärben müßte. Das folgende Beispiel erläutert Bei diesem Gemisch lagen Tetraäthylblei und Tetraeine
Umverteilung von handelsüblichen, aber unge- methylblei in annähernd äquimolarer Menge und die
färbten TMB- und TÄB-Antiklopfflüssigkeiten. io Halogenäthankomponenten in einem Handelsgemisch
. -ίο nahekommender Menge vor. Das Gemisch wurde
Beispiel ό längere Zeit durch die im Beispiel 2 beschriebene
Die Beschickung bei diesem Verfahren bestand aus Kolonne gegeben, wobei die in nachfolgender Tabelle
folgendem Ansatz: aufgeführten Ergebnisse erhalten wurden:
| Geschwindigkeit | Zeit in | TMB | M3AtPb | Produkt in Molprozent | MAt3Pb | TAB |
| Gramm Eingabe/10 g Feststoff | ||||||
| und Stunde | Stunden | |||||
| 120 | 3,5 | 7,4 | 21,4 | 27,0 | 5,8 | |
| 100 | 1,8 | 9,8 | 20,5 | 25,7 | 5,9 | |
| 81 | 1,9 | 6,9 | 21,7 | 26,9 | 5,3 | |
| 55 | 2,9*) | |||||
| 45 | 3,8 | |||||
| M2At2Pb | ||||||
| 38,1 | ||||||
| 37,4 | ||||||
| 39,2 | ||||||
*) Stichprobe.
Zusätzlich dazu, daß das erfindungsgemäße Verfahren nicht, wie Beispiel 3 zeigt, durch die Anwesenheit von Halogenäthanverbindungen beeinflußt wird,
hat es auch keine Wirkung auf die Anfärbung der behandelten Stoffe.
Beispie 14
Das Verfahren des Beispiels 3 wurde mit der Abänderung wiederholt, daß beide vorgesehene Antiklopffiussigkeitenm.it
so viel wasserunlöslichem Orangefarbstoff, nämlich Phenylazo-2-naphthyl, versetzt
wurden, daß im Treibstoff-Fertigansatz eine anerkannte Färbung oder Farbintensität entstand. Das
Verfahren wurde wie früher ausgeführt, und die Dampfphasenchromatographie ergab wiederum eine
annähernd vollständige Umverteilung. Darüber hinaus war die Orangefärbung im behandelten Produkt ebenso
stark wir in den Ausgangsstoffen. In ähnlicher Weise wurde eine mit blauem Farbstoff versetzte Beschickung
mit gleichem Erfolg behandelt.
Die Arbeitsweise gemäß Beispiel 3 wurde mit der Abänderung wiederholt, daß ein synthetischer, annähernd
wasserfreier Zeolith der Formel
Na2O · Al2O3 ■ 2 SiO2
in einer Menge von etwa 130 g verwendet wurde. Solche Materialien besitzen einen Teilchendurchmesser von
etwa 0,42 ΐημ und eine innere Oberfläche von 700 bis
800m2/g. Ihre Herstellung ist in den USA.-Patentschriften
2 882 243 und 2 882 244 beschrieben. Die Umsetzung erfolgte in Anteilen von 10,20 und 100 g
bei Eingabegeschwindigkeiten von 460, 19 und 4 g Beschickung je Gramm Feststoff und Stunde. Es
wurde eine Umverteilung von etwa 102% erreicht.
Wird bei gleicher Beschickungsgeschwindigkeit die Länge der Kolonne annähernd verdoppelt, so wird
eine praktisch vollständige Umverteilung erzielt.
Die Lebensdauer der bei dem Verfahren angewandten Kontaktfeststoffe ist sehr hoch, so daß eine Regenerierung
normalerweise nicht wirtschaftlich ist. Man kann jedoch ohne weiteres eine Regenerierung erreichen,
indem man die Feststoffe mit Dampf behandelt und anschließend, vorzugsweise unter Durchleiten
eines inerten Gases, bei etwa 120 bis 1250C
trocknet.
Das folgende Beispiel schildert das Verfahren auf größerer Betriebsbasis und zeigt die Wirkung von
Temperaturvariationen.
Ein normengemäßer Reaktor aus 3"-Stahlrohr wurde mit etwa 51J2 kg aktiviertem Ton der im Beispiel
1 beschriebenen Zusammensetzung und mit einem Teilchendurchmesser entsprechend einer Siebmaschenweite von 2,00 bis 0,84 mm gefüllt. Ein solcher
Ton ist im Handel unter der Bezeichnung Filtrol Sorte 24 von der Filtrol Corporation erhältlich.
Die Beschickung des Reaktors bestand aus einem Verschnitt von tetramethylblei- und tetraäthylbleihaltigen Antiklopfgemischen mit einem Gehalt — auf Tetramethylbleimenge bezogen — von etwa 20 Gewichtsprozent Toluol sowie von Dichloräthan und Dibromäthan im Molverhältnis von 1,0 bzw. 0,5 Mol je Mol Alkylblei. Das Antiklopfmittelgemisch enthielt fernerhin einen Orangefarbstoff sowie geringe Mengen sonstiger Bestandteile. Die Beschickung wurde im Aufwärtsstrom durch das Bett geleitet, so daß die in der Kolonne befindlichen Feststoffe jederzeit überflutet waren. Die Beschickungsgeschwindigkeit wurde auf eine zumindest 100%ige Umverteilung eingestellt. Von einem Versuchsabschnitt zum anderen wurde die Temperatur variiert und die Beschickung jeweils auf dem für die gewählte Temperatur zulässigen Höchstmaß gehalten.
Die Beschickung des Reaktors bestand aus einem Verschnitt von tetramethylblei- und tetraäthylbleihaltigen Antiklopfgemischen mit einem Gehalt — auf Tetramethylbleimenge bezogen — von etwa 20 Gewichtsprozent Toluol sowie von Dichloräthan und Dibromäthan im Molverhältnis von 1,0 bzw. 0,5 Mol je Mol Alkylblei. Das Antiklopfmittelgemisch enthielt fernerhin einen Orangefarbstoff sowie geringe Mengen sonstiger Bestandteile. Die Beschickung wurde im Aufwärtsstrom durch das Bett geleitet, so daß die in der Kolonne befindlichen Feststoffe jederzeit überflutet waren. Die Beschickungsgeschwindigkeit wurde auf eine zumindest 100%ige Umverteilung eingestellt. Von einem Versuchsabschnitt zum anderen wurde die Temperatur variiert und die Beschickung jeweils auf dem für die gewählte Temperatur zulässigen Höchstmaß gehalten.
Temperatur
0C
0C
30
50
70
85
50
70
85
Eingabegeschwindigkeit
je Kilogramm Feststoff und Stunde
je Kilogramm Feststoff und Stunde
0,90
3,63
5,44
7,26
3,63
5,44
7,26
Bei einer Verfahrenstemperatur von 300C wurde
nach Behandlung von annähernd 119 kg Mischeingabe je Kilogramm Feststoff eine beträchtliche Abnahme
der Aktivität festgestellt. Bei den übrigen oben angeführten Temperaturen wurde aber keine Aktivitätsgrenze
erreicht. Es wurden insgesamt 2,140 kg Beschickung je Kilogramm Ton-Feststoff ohne Nachlassen
der Umwandlung und unter praktisch vollständiger Rückgewinnung des Methyläthylbleis umgesetzt.
Das gleiche Verfahren wurde wiederholt, dabei jedoch an Stelle äquimolarer Tetramethyl- und Tetraäthylbleimengen
in der Beschickung das TMB zu TÄB-Verhältnis auf 1 : 3 bzw. 3: 1 eingestellt. In beiden
Fällen wurde eine im wesentlichen vollständige Umverteilung erreicht.
Wie sich aus den vorangegangenen Beispielen ergibt, kann beim erfindungsgemäßen Verfahren gegebenenfalls
bei Raumtemperatur gearbeitet werden; eine Temperaturerhöhung auf beispielsweise 85 bis 90° C so
bewirkt jedoch eine wesentliche Durchsatzerhöhung.
Die bei einigen vorangehenden Beispielen beschriebene, gleichzeitige Verwendung von Halogenkohlenwasserstoffkomponenten
und Toluol bewirkt eine Erhöhung der thermischen Stabilität der Ansätze.
Die bei den vorangehenden Beispielen verwendeten Großoberflächenstoffe sind »rein«, enthalten also
weder Fälschungsmittel noch Zusätze. In bestimmten Fällen ist die Beigabe zusätzlicher inerter Stoffe oder
Füllstoffe, wie Sand, zweckmäßig.
Auf die genaue Teilchengröße der angewandten Feststoffe kommt es nicht an. Ersichtlicherweise ergibt
bei den Verfahrensweisen, bei denen das Eingabematerial durch ein stationäres Feststoffbett hindurchgeschickt
wird, die Verwendung von physikalischen Aggregaten allzu feiner Teilchen eine recht niedrige
Durchlaufgeschwindigkeit. Dagegen kann man bei Verfahrensformen etwa gemäß Beispiel 1, bei denen
die Feststoffe einer durchgeführten Mischung des zu behandelnden Stoffes zugegeben werden und die Umverteilung
im Chargenbetrieb erfolgt, sehr fein verteilte Stoffe verwenden. Diese lassen sich dann in einfacher
Weise nach herkömmlichen Verfahren abfiltrieren. Allgemein bevorzugt man bei Festbettverfahren
Teilchenaggregate, die zumindest von einem Sieb von 0,074 mm Maschenweite zurückgehalten werden und
zweckmäßigerweise nicht größer sind, als es 2 mm Siebmaschenweite entspricht. Ein noch stärker bevorzugter
Teilchengrößenbereich bei solchen Verfahrensformen liegt bei Teilchen zwischen 2 und
0,84 mm Maschenweite.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Methyläthylbeiverbindungen durch Umverteilung von Bleimethyl-
und -äthylverbindungen in Gegenwart von Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Katalysatoren aktivierte AIuminosilikattone oder Zeolithe verwendet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Umverteilung ein Gemisch,
das je Mol Bleitetraäthyl 0,2 bis 0,4 Mol Bleitetramethyl enthält, verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umverteilung in Gegenwart
von bekannten Stabilisatoren gegen thermische Zersetzung durchführt.
509 598/434 6.65 © Bundesdruckerei Berlin
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