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Vorrichtung zum Übertragen von Flaschen aus einer unteren aufrechten
Lage in einer gebogenen Bahn in eine horizontale Hochlage Den Gegenstand der Erfindung
bildet eine Vorrichtung zum Übertragen von Flaschen aus einer unteren aufrechten
Lage in einer gebogenen Bahn in eine horizontale Hochlage. Es sind Vorrichtungen
bekannt, die aus einer Anzahl Schubfinger bestehen, die um eine gemeinsame Achse
auf- und abwärts schwenkbar sind und sich von unten gegen die Flaschenböden einer
Reihe legen, um sie aus der Tieflage in die Hochlage zu befördern, wobei die Flaschen
vor der Übertragung auf einer mit Durchtrittsschlitzen für die Schubfinger versehenen
Platte stehen und während der Übertragung von Führungen gehalten werden. Die bekannten
Vorrichtungen dieser Art besitzen lediglich einen Fingersatz zur Bewegung einer
einzigen Flaschenquerreihe. Die Leistungsfähigkeit derartiger Vorrichtungen ist
damit sehr begrenzt.
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Erfindungsgemäß sind zwei Sätze Schubfinger drehbar um dieselbe Achse
vorgesehen, und dabei liegt jeweils ein Finger des zweiten Satzes zwischen zwei
Fingern des ersten Satzes und ragt radial über diese hinaus.
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Bei einer Flaschenwaschmaschine mit einem Träger für vierzig Flaschen
pro Reihe verarbeitet eine übliche Beschickungsvorrichtung (die nur eine Reihe gleichzeitig
aufnirnmt) bei fünfzehn Arbeitsgängen pro Minute 15 40 oder 600 Flaschen pro Minute.
Bei Verwendung der Vorrichtung gemäß der Erfindung, durch die zwei Flaschenquerreihen
gleichzeitig übertragen werden, verarbeitet die Maschine, selbst wenn die Geschwindigkeit
von fünfzehn auf zwölfeinhalb Arbeitsgänge pro Minute herabgesetzt ist, z. B. 12t/2
40 2 oder 1000 Flaschen pro Minute.
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Dadurch wird die Kapazität bei verringerter Geschwindigkeit vergrößert.
Die Verringerung der Arbeitsgeschwindigkeit ist wichtig, da die Arbeit glatter vonstatten
geht und weniger die Möglichkeit von Verklemmungen, Brüchen, Umkippen gegeben ist
und eine geringere Abnutzung der Teile erfolgt.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die von den Schubfingern
zu durchdringende Platte in Richtung der Flaschenzuführungsbewegung nach vorn neigbar
gelagert. Dadurch werden die Flaschen vorwärts gegen den Träger geneigt, ehe die
Flaschenübertragungseinrichtung zur Anlage kommt.
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Bei Vorrichtungen, bei denen eine Anzahl Führungsteile zur Führung
der Flaschen aus der Fördervorrichtung heraus vorgesehen sind, um die Flaschen gleichzeitig
in versetzten Querreihen auszurichten, sind die Führungsteile zweckmäßig erfindungsgemäß
hin und her gehend ausgebildet, derart, daß eine Flaschenreihe in die Bewegungsbahn
des ersten Fingersatzes und die nächste Reihe in die Bewegungsbahn des zweiten Fingersatzes
gelangt.
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Es ist eine Vorrichtung zum Versetzen von Gegenständen in diagonal
angeordnete Reihen bekannt, bei der das Versetzen durch feststehende konvergente
Führungen und feststehende Schrägflächen sowie parallele Führungen bewirkt wird.
Die Vorrichtung dient dazu, die Gegenstände in aufeinanderfolgenden, kontinuierlichen
Reihen auszurichten, erlaubt jedoch nicht ein Versetzen der Gegenstände in nebeneinanderliegende
Reihen. Durch eine ein Versetzen in nebeneinanderliegende Reihen ermöglichende Vorrichtung
wird die Verarbeitungskapazität der Übertragungsvorrichtung wesentlich gesteigert.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend an Hand der
Zeichnungen näher erläutert, in denen zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht einer Flaschenbeschikkungsvorrichtung
gemäß der Erfindung, F i g. 2 eine teilweise Draufsicht auf die Beschikkungsvorrichtung
gemäß Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt nach Linie 3-3 der Fig. 2, F i g. 4 einen Schnitt
nach Linie 4-4 der F i g. 3, F i g. 5 einen Schnitt nach Linie 5-5 der Fi g. 4,
Fi g. 6 einen Teilschnitt nach Linie 6-6 der F i g. 3,
Fig. 7 einen
Teilschnitt nach Linie 7-7 der F i g. 4.
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F i g. 1 zeigt das Beschickungsende einer Flaschenwaschmaschine 10,
die mit einer Beschickungsvorrichtung 12 versehen ist. Die Vorrichtung 12 ist zwischen
Seitenplatten 14, 15 angeordnet und wird durch Füße 16 gehalten. Die Flaschen 18
werden durch einen endlosen Kettenförderer 20 (Fig.2 und 3) getragen. Die Beschickungsvorrichtung
kann zwei Flaschenreihen gleichzeitig in den Flaschenträger22 (der teilweise gestrichelt
in Fig. 4 dargestellt ist) der Waschmaschine 10 einbringen.
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Die auf der Kette 20 willkürlich mit Abstand aufgestellten Flaschen
werden zunächst in parallele Reihen durch Platten 24 aufgetrennt, die über die Kette
20 in der Querrichtung verteilt sind, derart, daß nur eine einzige Flasche gleichzeitig
zwischen ihnen hindurchtreten kann, wie aus F i g. 2 erkennbar.
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Die getrennten Reihen der sich stehend bewegenden Flaschen werden
alsdann auf eine Platte 26 neben einer Elaschenführung aufgeschoben, die mit 28
bezeichnet ist, und zwar durch eine Einrichtung zur Versetzung der Flaschen, die
mit dem Bezugszeichen 30 bezeichnet ist. Die Versetzeinrichtung 30 kann abwechselnde
Querreihen 32 und 34 von Flaschen 18 versetzen und besteht aus einer Anzahl Führungsteilen
36, die schwenkbar an senkrechten Achsen 38 angeordnet sind und die sich zwischen
den voll ausgezogenen Linien und den gestrichelten Linien nach Fig. 2 parallel zueinander
bewegen können. Die Führungsteile 36 der Versetzeinrichtung werden einheitlich mittels
einer Betätigungsstange 40 verschoben, welche schwenkbar mit den Führungen 36 mittels
Zapfen 42 verbunden ist. Die Stange 40 wird in sachgemäßer Folge durch einen Nocken
und eine Gestängeeinrichtung nach Fig. 1 hin und her bewegt.
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Die Flaschenführung 28 besteht aus einer Anzahl paarweise angeordneter
Flaschenführungsteile 44 (Fig. 6), die schwenkbar an einer Welle 46 sitzen, die
zwischen den Seitenplatten 14, 14 gehalten wird.
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Jedes Teil 44 besteht aus einem geneigten Tragstreifen 50 und einer
senkrechten Seitenwand 48.
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Wie F i g. 6 zeigt, sind die geneigten Haltestreifen 50 für jedes
Paar von Gleitteilen 44 so angeordnet, daß Tröge zum Halten der Flaschen gebildet
werden. Ein besonderes Gleitelement 45 ist am rechten Ende der Führungsvorrichtung
vorgesehen (wie aus Fig. 4 und 6 erkennbar), um die Flasche am rechten Ende der
oberen Reihe 34 teilweise zu stützen. Auf diese Weise wird, wie aus Fig. 6 ersichtlich,
die erste Querreihe 32 der Flaschen unmittelbar von dem Teil 44 gehalten, während
die zweite Reihe 34 mit Bezug auf die erste versetzt ist und von dieser ersten Flaschenreihe
versetzt getragen wird.
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Die beiden versetzten Reihen 32 und 34 werden gleichzeitig übertragen,
und zwar eine Reihe oben auf der nächsten in versetzter Form. Die Flaschen gelangen
von der Platte 26 über die Führung 28 zu dem Träger 22 mittels einer Übertragungseinrichtung
52 (F i g. 3). Die flbertragungsvorrichtung 52 besteht aus einer Anzahl Schubfinger
54 und 56, die sich von unten an die Böden der Flaschen 18 der beiden Reihen 32
und 34 anlegen. Die Finger 54 und 56 sitzen auf einer Welle 58 und führen eine Schwenkbewegung
mit Bezug auf zwei Schwenkarme 60 aus, die mittels einer Schwenkwelle 62 hin und
her bewegt werden, die in Lagern 64 in den Seitenplatten
14, 14 gelagert ist. Wie
aus Fig. 5 erkennbar, sind die Finger 56 zum Schieben der zweiten oberen Reihe 34
länger als die Finger 54 zum Schieben der ersten oder unteren Flaschenreihe 32.
Wenn die Schwenkarme 60 durch die Welle 62 hin und her bewegt werden, so bewegen
sich die Finger 54 und 56 durch Schlitze66 und 68 in der Platte 26 hindurch nach
oben (Fig. 2) und gelangen an den Böden der Flaschen beider Reihen 32 und 34 zur
Anlage, um beide Reihen gleichzeitig von der Platte in den Flaschenträger 22 zu
befördern.
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Der Mechanismus zum Verschwenken der Finger 54 und 56 mit Bezug auf
die Schwenkarme 60 ist so ausgebildet, daß Störungen zwischen den Fingern und den
Flaschen auf der Platte 26 beim Rückwärtsgang jener Arme gemäß F i g. 7 und 4 nicht
möglich sind. Dieser Mechanismus besteht aus einer Nockenrolle 70, die auf einer
auf dem Ende einer Welle 58 befestigten Kurbel 72 angeordnet ist. Die Nockenrolle
70 läuft auf der Oberseite eines verschwenkbaren Nockenteils 74 beim Aufwärtsgang
und an der Unterseite des Nockenteils beim Rückwärtshub. Der Nockenteil 74 ist bei
76 angelenkt und wird nach oben gegen einen Anschlag 78 durch eine Feder 80 gezogen.
Wie aus Fig. 3 erkennbar, wird die Welle 58 durch eine Feder 82 in die Lage gezogen,
in der die Finger nach außen weisen, so daß beim Aufwärtsgang die Nockenrolle oben
auf dem Nockenteil 74 aufliegt und diesen veranlaßt, abwärts zu schwenken, so daß
die Nockenrolle vom Ende des Nockenteils abgleiten kann. Beim Rückwärtsgang läuft
die Nockenrolle unter dem Nockenteil und veranlaßt diesen, die Welle 58 (und die
Finger 54, 56) so zu drehen, daß die Finger an den Flaschen auf der Platte 26 frei
vorbeigehen, die auf den Transport in den Träger bei dem nächsten Aufwärtshub warten.
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Um sicher zu stellen, daß die beiden Reihen 32, 34 der Flaschen 18
nicht rückwärts umfallen, wenn sie von der Platte 26 auf die Führung 28 gehoben
werden, ist eine Neigevorrichtung 84 vorgesehen (F i g. 1), um die Flaschen vorwärts
gegen die Träger zu neigen, ehe sie von den Schubfingern 54, 56 erfaßt werden. Diese
Neigungsvorrichtung besteht aus einer Schwenklagerung 86 (F i g. 3) für die Platte
26 sowie einer Einrichtung zum Schwenken der Platte 26 zu einer geeigneten Zeit.
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Die Vorrichtung zum Verschwenken der Platte 26, zum Betätigen der
Versetzungseinrichtung 30 und zum Hinundherbewegen der tJbertragungsvorrichtung
52 müssen miteinander ebenso wie mit der Bewegung des Trägers 22 synchronisiert
sein. Während hierzu die verschiedensten Anordnungen benutzt werden können, ist
eine einfache Anordnung in F i g. 1 dargestellt, wobei die drei Arbeitsgänge durch
einen einzigen Nockenteil 88 gesteuert werden, der auf einer Welle 90 sitzt, die
mit der Bewegung des Trägers 22 durch Zahnräder verbunden ist.
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Die Versetzungseinrichtung 30 wird als Einheit mittels einer Stange
92 betätigt, die mit dem Nocken 88 über einen Winkelhebel94 verbunden ist, sowie
mit der Betätigungsstange 40 über einen Winkelhebel 96, der an der Seitenwand 14
der Beschickungsvorrichtung angeordnet ist. Der Winkelhebel 94 ist mit einer Nockenrolle
98 versehen, welche auf einem Nocken 100 läuft, der in die Innenfläche des Nockenteils
88 eingearbeitet ist, um der Stange 92 die geeignete Bewegung zu erteilen, die die
Betätigungsstange 40 rückwärts und vorwärts bewegt, um die
Führungsteile
36 von einer Stellung in die andere zu verschwenken.
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Die Platte 26 ist schwenkbar angelenkt, um die Flaschen mittels einer
Stange 102 zu neigen, welche mit dem Nocken 88 über einen Hebel 104 verbunden ist
und welche mit der Platte 26 durch einen Winkelhebel 106 und einen Lenker 108 verbunden
ist. Eine Nockenrolle 110 auf dem Hebel 104 läuft auf der Nockenfläche 112 am Umfang
des Nockens 88, um der Platte 26 die notwendige Neigungsbewegung zu erteilen, wenn
der Nocken gedreht wird.
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Die Flaschenübertragungs- oder Schubfinger 54, 56 werden durch eine
Stange 114 hin und her bewegt, die gelenkig mit der Außenfläche des Nockens 88 verbunden
ist und außerdem mit der Treibwelle 62 durch kurze Hebelarme 116. Wenn der Nocken
88 sich dreht, wird die Welle 62 vorwärts und rückwärts gedreht, um bei jeder Umdrehung
des Nockens zwei Flaschenreihen von der Platte 26 in den Träger 22 zu übertragen.
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Der Betrieb der Einrichtung erfolgt in folgender Weise: Wenn die
Flaschen 18 mit dem Beschickungsmechanismus 12 auf die Kette 20 gelangen, so werden
sie zunächst in eine Anzahl paralleler Reihen durch die Ausrichtplatten aufgeteilt.
Die Reihen werden alsdann auf die Platte 26 durch die Führungsteile 36 geführt,
welche die erste Reihe 32 der Flaschen in die Stellung gemäß F i g. 2 bringen. Die
Führungen 36 werden alsdann durch die Stange 40 so verschoben, daß die zweite Flaschenreihe
34 zwischen der ersten Reihe liegt, wie in F i g. 2 gezeigt.
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Die beiden Flaschenreihen 32 und 34 sind nunmehr gegeneinander versetzt
und fertig zur Übertragung auf den Träger 22.
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Sind die Flaschen in dieser Weise angeordnet, so wird die Platte
26 abwärts verschwenkt, um die Flaschen nach vorn zu neigen. Unmittelbar hierauf
werden die Flaschen von den Schubfingern 54, 56 erfaßt, und diese schieben die Flaschen
aufwärts und vorwärts über die Gleitteile 44 in den Träger 22. Wie bereits erläutert,
werden während dieser Übertragung die Flaschen der ersten oder unteren Reihe 32
unmittelbar von den Teilen44 gehalten, während die zweite oder obere Reihe34 von
der unteren Reihe in versetzter Anordnung gehalten wird, wobei die Flaschen der
zweiten Reihe zwischen den Flaschen der ersten Reihe ruhen, wie in Fig. 6 dargestellt.
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Aus dem Vorstehenden ist erkennbar, daß es durch die gleichzeitige
Übertragung zweier Flaschenreihen von der Platte 26 auf den Träger 22 möglich ist,
die Anzahl der zugeführten Flaschen weitgehend zu steigern, ohne daß die Betriebsgeschwindigkeit
der Maschine oder die Abmessungen der Maschine vergrößert werden müssen.