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Vorrichtung zum Übertragen von Flaschen in gebogener Bahn zwischen
einer horizontalen Hochlage und einer tiefer gelegenen aufrechten Lage Die Erfindung
betrifft eine Vorrichtung zum Übertragen von Flaschen in gebogener Bahn zwischen
einer horizontalen Hochlage und einer tiefer gelegenen aufrechten Lage der Flaschen.
Es sind Vorrichtungen bekannt, die aus einer Reihe koaxial umlaufender Oberleitungsteile
mit im wesentlichen radialen Tragflächen als Anlage für die Flaschenböden bestehen
sowie Flaschenkippfingern, die die Rücken der Flaschen stützen. Die bekannten Maschinen
dieser Art sind lediglich in der Lage, eine einzige Flaschenreihe zu übertragen.
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Die Übertragungsvorrichtung für Flaschen gemäß der vorliegenden Erfindung
ist imstande, zwei Flaschenreihen gleichzeitig zu übertragen, worin ein wesentlicher
Fortschritt liegt, da die Vorrichtung eine bedeutend größere Flaschenmenge überträgt
als die bekannten Vorrichtungen.
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Erreicht wird dieser Fortschritt dadurch, daß erfindungsgemäß zwei
Sätze der koaxial drehbaren Überleitungsteile derart ineinander verschachtelt vorgesehen
sind, daß die Oberleitungsteile des einen Satzes abwechselnd mit den Oberleitungsteilen
des anderen Satzes angeordnet sind und daß die Flaschentragflächen dieser beiden
Sätze in gleicher Ebene liegen und die Tragflächen des einen Satzes über die Tragflächen
des anderen Satzes nach außen vorstehen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend an Hand der
Zeichnungen näher erläutert, in denen zeigt Fig. 1 eine Draufsicht des Abgabeendes
einer Flaschenwaschvorrichtung, die mit einer Flaschenentladevorrichtung gemäß der
Erfindung versehen ist, F i g. 2 einen Schnitt nach Linie 2-2 der F i g. 1, Fig.
3 einen Schnitt nach Linie 3-3 der F i g. 2, Fig. 4 einen mäanderförmigen Schnitt
durch die Nockenübertragungsvorrichtung nach F i g. 2, Fig. 5 einen Teilschnitt
nach Linie 5-5 der Fig. 6, Fig.6 und 7 teilweise schematische Darstellungen der
Vorrichtung, durch die die Arbeitsfolge veranschaulicht wird.
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Die Fig. 2 der Zeichnung zeigt einen drehbaren Entlademechanismus
10 nach der Erfindung, der am Auslaßende einer Flaschenwaschvorrichtung 12 angeordnet
ist. Die Flaschen 14 wurden am Beschickungsende der Flaschenwaschvorrichtung in
die Flaschenträger 16 (Fig.3) gebracht und durch die verschiedenen Stellen in der
Waschvorrichtung durch eine endlose Trägerkette, die sich in Schienen 18 (F i g.
2) bewegt, geführt. Die Flaschenhülsen 20 der Träger 16 sind in Tandem in Batterien
oder Reihen
bis zu 40 Hülsen pro Reihe angeordnet und schieben die Flaschen gleichzeitig
in zwei Reihen 22, 24 an eine Ausstoßstelle, wie sie in den F i g. 2 und 3 dargestellt
ist.
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Die Entladevorrichtung 10 nach der Erfindung wird an dem Auslaßende
der Waschvorrichtung 12 (F i g. 1 und 2) durch zwei Seitenrahmen 26 gehalten, die
durch Bolzen an der Waschvorrichtung befestigt sind und die einen querverlaufenden
Doppel-T-Träger 28 tragen. Eine Abförderplattenkette 30 üblicher Ausbildung läuft
auf dem Doppel-T-Träger 28. Der Entlademechanismus wird schwenkbar von dem Doppel-T-Träger
28 mittels einer Schwenkachse 32 getragen und besteht aus einer Flaschenführung
34 und einer Flaschenübertragungsvorrichtung 36.
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Eine feststehende Flaschengleitplatte 38 besitzt querverlaufende Nuten
40, 42 (F i g. 1) und ist neben der Förderkette 30 angeordnet, um Flaschen aufzunehmen,
die durch den Entlademechanismus auf sie abgesetzt werden, wie nach dem beschrieben.
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Wie aus den Fig. 1, 2 und 3 erkennbar, werden die Flaschen 14 zugleich
in zwei Reihen aus den Trägern ausgestoßen, und zwar mittels zweier Reihen Ausstoßfinger
44, die am Ende eines Ausstoßhebels (nicht dargestellt) sitzen. Sobald die beiden
Reihen Flaschen 22, 24 die Ausstoßstelle (F i g. 2) erreichen, befinden sie sich
im wesentlichen in horizontaler
Lage, vorzugsweise um 180 gegenüber
der Horizontalen geneigt. Weder vor dem Ausstoßen noch bei dem Ausstoßen nehmen
die Flaschen 14 eine aufrechte Lage ein, und daher besteht keine Möglichkeit, daß
Wasser oder anderes Material von der Trägerkette und den oberen Flaschen her in
die offenen Enden der Flaschen hineintropft. Werden die Ausstoßfinger betätigt,
so werden zwei Flaschenreihen gleichzeitig durch Anstoßen der Finger 44 an die Flaschenhälse
ausgestoßen, wodurch die Gefahr beseitigt ist, daß die Flaschen in den Trägern hängenbleiben.
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Die beiden Flaschenreihen 22, 24, die gleichzeitig ausgestoßen werden,
werden von der Führung 34 aufgenommen und sanft und rasch auf die Gleit platte 38
durch eine Flaschenübertragungsvorrichtung 36 abgesetzt.
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Die Führung 34 besteht aus einer Anzahl gekrümmter Flaschenrutschen
46 mit Schwenkzapfen 48 an den unteren Enden; sie sind in einer Reihe auf der Schwenkachse
32 montiert. Die Rutschen 46 (F i g. 5) besitzen abgewinkelte Schenkelteile 50,
die paarweise auswärts geneigt sind und zusammenwirken, um V-förmige Flaschenführungen
für die untere Reihe 22 der Flaschen, die von den Trägern ausgestoßen werden, zu
bilden. Wie unten im einzelnen beschrieben, wird die zweite bzw. obere Reihe 24
der Flaschen von der ersten Flaschenreihe getragen. Die oberen Enden der Rutschen
46 an der Ausstoßstelle werden von einer Platte 52 gehalten, die zwischen Lagerplatten
54, 54' befestigt sind, welche an jedem Ende der Schwenkachse 32 schwenkbar angeordnet
sind.
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Die Flaschenübertragungsvorrichtung 36 wird drehbar auf einer im
Querschnitt viereckigen Treibwelle 56 gehalten, welche in Lagern 58 gelagert ist,
die in den Platten 54, 54 angeordnet sind. Die Vorrichtung 36 besteht aus einer
Anzahl Flaschenschiebenocken 60 und 62, die abwechselnd auf der Treibwelle 56 montiert
sind und sich mit ihr drehen.
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Die Schiebenocken 60 sind mit einer Anzahl Flaschenstütz- oder -kippfinger
64 versehen (drei an jedem Nocken), die auf drei Kippfingerwellen 66 montiert sind
und die gegenüber den Nocken geschwenkt werden können. An den Nocken 62 sind keine
Kippfinger vorhanden. Die Nocken 60 und 62 besitzen viereckige Öffnungen 68, um
die Welle 56 aufzunehmen. Wie in F i g. 4 gezeigt, sind zwecks genauer Abstandseinhaltung
der Nocken Spannstangen 70 und Abstandsrohre 72 vorgesehen, die die Teile zusammenziehen,
um eine einheitliche Nockenbatterie zu bilden.
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Die Kippfingerwellen 66 gehen durch fluchtende Öffnungen 74 in den
Nocken 60 und 62 und sind um die Treibwelle 56 herum in gleichen Winkelabständen
angeordnet. Die Kippfingerwellen 66 werden durch Nockenhebel 76 betätigt, die auf
dem Ende jeder Welle sitzen und Nockenauflagerollen 78 drehbar tragen, welche an
einem Kippfingemocken 80 anliegen, der an einer Lagerplatte 54 montiert ist.
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Wie in F i g. 3 dargestellt, sind die Flaschenschiebenocken 60 und
62 drehbar in den Zwischenräumen zwischen den Flaschenrutschen 46 angeordnet, so
daß die beiden Flaschenreihen, die auf die Führung 34 ausgestoßen werden, durch
die Flaschenübertragungsvorrichtung 36 erfaßt werden können und auf die Kette 30
übertragen werden, wie nachstehend beschrieben. Die Nocken 60 und 62
(Fig. 6 und
7) sind mit drei Nasen A, B und C zur Aufnahme der Flaschen versehen. Jede Nase
bildet eine radial verlaufende Flaschentragfläche 82 bzw.
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84, und sie sind außerdem mit weich gekrümmten Flaschenschiebeflächen86
und 88 versehen, die in Zusammenwirkung mit den Kippfinger 64 die beiden Flaschenreihen
jeder Nase oder insgesamt sechs Reihen bei einer vollständigen Umdrehung der Nockenvorrichtung
übertragen.
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Die Flaschenkippfinger 64 bestehen aus einem unteren Teil 90 zur
Befestigung auf der Welle 66 und zwei aufrechten Fingerteilen 92, die im wesentlichen
parallel zu den danebenliegenden Nocken 60 ausgerichtet sind. Wie aus den F i g.
4 und 5 erkennbar, sind die Kanten 94 der Fingerteile 92 leicht gebogen, um die
Finger an den Flaschen der ersten oder unteren Reihe 22 anliegen zu lassen, wenn
diese auf die Flaschenrutschen 46 ausgestoßen werden.
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Der Fingerteil 92 eines Kippfingers wirkt mit dem Fingerteil des nächsten
anstoßenden Kippfingers derart zusammen, daß die Flaschen in der unteren Reihe 22
gehalten werden, wenn sie aus der horizontalen Ausstoßlage in die aufrechte Lage
zum Absetzen auf die Flaschengleitplatte 38 übertragen werden, wie nachstehend beschrieben.
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Die Nockenvorrichtung wird durch einen Kettentrieb, der von dem Hauptantrieb
der Waschvorrichtung angetrieben wird, gedreht. Der gesamte Mechanismus kann um
die Achse 32 abwärts verschwenkt werden, wenn es notwendig ist, um eine Flaschenverklemmung
aufzuheben. Der Entlademechanismus wird durch eine nicht dargestellte Gegengewichtsanordnung
in die Betriebslage zurückgebracht, die durch Stangen 96 (Fig.3) mit dem Mechanismus
verbunden ist und die dazu dient, die Entladevorrichtung nach oben gegen einstellbare
Anschläge 98 zu schwenken.
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Der Betrieb der Vorrichtung erfolgt in folgender Weise: Die Bewegung
der Trägerkefte 30 ist mit der doppelten Reihe der hin- und hergehenden Ausstoßfinger
44 synchronisiert, so daß, wenn zwei Flaschenreihen sich in die Ausstoßstellung
bewegen, die Stoßfinger 44 betätigt werden und zwei Flaschenreihen von dem Träger
auf die V-förmigen Führungen schieben, die aus den Flaschenrutschen 46 der Führung
34 bestehen. Wie in Fig.5 dargestellt, wird die untere Reihe 22 der Flaschen im
Anfang des Ausstoßes der Flaschen unmittelbar durch die Rutschen getragen, während
die zweite oder obere Reihe 24 der Flaschen durch die untere Flaschenreihe gehalten
wird, wobei die Flaschen der zweiten Reihe gegen die erste Reihe versetzt sind.
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Die Drehung der Flaschenübertragungsvorrichtung 36 ist mit der Betätigung
der Ausstoßfinger synchronisiert, so daß, wenn die beiden Flaschenreihen auf die
Führung34 ausgestoßen werden, die fortgesetzt umlaufenden Nocken 60 und 62 genau
zur Aufnahme der Flaschen ausgerichtet sind.
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Aus den F i g. 6 und 7 ist erkennbar, daß, wenn die beiden Flaschenreihen
aus dem Träger auf die Führung ausgestoßen werden, die Flaschen durch die Finger
44 in die Lage, die in Fig. 6 an der Nase A dargestellt ist, geschoben werden, wobei
die Böden der unteren Reihe 22 sich an die Flaschentragflächen 82 der Nocken 60
anlegen und die Bögen der Flaschen der oberen Reihe 24 an den Flaschentragflächen
84 der Nocken 62 anliegen. Gleichzeitig
legen sich zwei Haltekanten
94 zweier benachbarter Flaschenkippfinger 64 an die Seiten der unteren Flaschenreihe
22. In der F i g. 6 ist der Kippfingernocken 80 so eingestellt, daß die Kippfinger
64 die Flaschen an der Nase A derart erfassen, daß die Kanten 94 rechtwinkelig zu
den Flaschentragflächen 82 und 84 stehen. Da die Nocken 60 und 62 im Uhrzeigersinne
gedreht werden (wie durch den Pfeil angedeutet), wird aus der Stellung gemäß F i
g. 6 in diejenige gemäß Fig. 7 das rechtwinkelige Verhältnis zwischen den Kanten
94 und den Flächen 82 und 84 aufrechterhalten, um die Flaschen der beiden Reihen
aus ihrer horizontalen Ausstoßlage in die aufrechte Lage zum Absetzen auf der horizontalen
Flaschengleitplatte 38 sanft zu kippen. Während dieser Flaschenkippbewegung berühren
die Flaschen der unteren Reihe 22 normalerweise nicht die Rutschen 46, sondern werden
statt dessen durch die Oberfläche 82 sowie die Kippfingerkanten 94 getragen (die
Flaschen der oberen Reihe 24 werden von den Tragflächen 84 und den Seiten der Flaschen
der unteren Reihe getragen). Die Böden der unteren Flaschenreihe 22 verbleiben in
den Trögen, die durch die Flaschenrutschen 46 gebildet werden, so daß die Stabilität
der Flaschenreihen stets erhalten bleibt.
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Wenn die Nocken 60 und 62 ihre Drehung fortsetzen, so erfassen die
Schiebenockenflächen 86 und 88 die beiden Flaschenreihen (durch die Nuten 40 und
42 in der Flaschengleitplatte 38 hindurch) und schieben sie horizontal von der Flaschengleitplatte
auf die Förderkette 30. Die Nockenflächen 86 und 88 sind so ausgebildet, daß eine
kurze Verweilzeit verbleibt, nachdem die Flaschen auf die Gleitplatte abgesetzt
sind und ehe sie auf die Kette 30 geschoben werden, so daß die Flaschen vollständig
zur Ruhe kommen, sofern sie beim anfänglichen Absetzen auf die horizontale Fläche
ins Schwanken geraten sind.
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Die Nocken 60 und 62 drehen sich nach dem Absetzen der beiden Flaschenreihen
auf die Gleitplatte durch die Nase A weiter. Es ist nötig, die Kippfinger 46 mit
Bezug auf die Nocken zu verschwenken, um eine Störung zwischen den Kippfingern und
den auf die Platte 38 abgesetzten Flaschen zu vermeiden. Dies geschieht dadurch,
daß der Kippfingernocken 80 so ausgebildet wird, daß er die Kippfingerhebel 76 betätigt
und hierdurch die
Kippfinger 46 dreht (im Uhrzeigersinne mit Bezug auf die Nocken),
und zwar von der rechtwinkeligen Stellung in eine Stellung (Nase, Fig. 6 und 7),
in der sie mit Bezug auf die Flächen 82, 84 einen größeren Winkel als 900 einnehmen,
wenn die Kippfinger unter der Platte 38 hindurchgehen. Das Ausmaß der Drehung des
Kippfingers ist so bemessen, daß, wenn die Finger sich an den Flaschen auf der Gleitplatte
38 abwärts bewegen, die Kanten 94 der Kippfinger im wesentlichen rechtwinkelig zu
der Gleitplatte verbleiben und hierbei eine senkrechte Rückenstütze für die Flaschen
bilden, im Falle diese aus irgendeinem Grunde nach rückwärts kippen wollen, während
sie nach dem Absetzen auf der Platte verweilen.
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Es ist erkennbar, daß durch die Benutzung der abwechselnd vorgesehenen
Nocken 60 und 62 und der Kippfinger 64 es möglich ist, zwei Flaschenreihen, die
gleichzeitig von dem Träger ausgestoßen sind, aufzunehmen und zu halten und aus
der horizontalen Ausstoßlage in die senkrechte Stellung auf der Platte 38 zu führen.