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Einrichtung zum Aufwickeln von bandförmigen Aufzeichnungsträgern Die
Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Aufwickeln von bandförmigen Aufzeichnungsträgern
in übereinanderliegenden achtförmigen Schleifen, so daß bei einer nachfolgenden
Auswertung der Aufzeichnungsträger ohne Zuhilfenahme besonderer Vorrichtungen vom
Anfang her verwindungsfrei abziehbar ist.
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Eine derartige Einrichtung ist bereits bekannt, wobei der Streifen
in Form von zwei nebeneinanderliegenden, sich an einer gleichbleibenden Stelle lagenweise
kreuzenden Wickeln auf einen Dorn oder eine Karte aufgespult wird. Ein derart aufgewickelter
Streifen hat jedoch den Nachteil, daß das Abziehen vom Dorn bzw. von der Karte nicht
ohne weiteres möglich ist und daß der seiner Halterung dann beraubte Doppelwickel
relativ labil bist und einer vorsichtigen Handhabung bedarf, um ein Auseinanderfallen
zu verhindern.
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Es ist auch bekannt, strangförmige Gebilde in Achterform in einen
Behälter einzulagern, so daß sich beim späteren Abziehen, z. B. zur weiteren Verarbeitung,
die sich dadurch ergebenden Verdrehungen gegenseitig aufheben. Diese Einrichtung
ist mit dem Nachteil behaftet, daß der in losen Lagen übereinanderliegende Strang
an ein Behältnis gebunden ist. Schon allein die dadurch bedingte hinderliche Handhabung
und den größeren Raumbedarf läßt die Anwendung einer derartigen Einrichtung auf
dem Gebiet der Nachrichten- und Datenverarbeitung unvorteilhaft erscheinen.
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Zur Umgehung a11 der sich aus den vorgenannten bekannten Einrichtungen
ergebenden Nachteile wird gemäß der Erfindung eine Einrichtung vorgeschlagen, die
dadurch gekennzeichnet ist, daß die an ihrem Ende einen mit zwei diametral angeordneten
Wickelrollen versehenen Wickelkörper tragende Welle eine schwingende Drehbewegung
ausführt, der zeitweise eine axial gerichtete Längsbewegung der Welle überlagert
ist.
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Mittels dieser Einrichtung läßt sich ein Wickel erzeugen, bei dem
der Streifen in dicht aufeinanderliegenden achtförmigen Schleifen ein in sich steifes
Gebilde darstellt, das einerseits leicht von der Wickeleinrichtung abgehoben werden
kann und ohne besonders vorsichtige Sorgfalt gehandhabt werden kann.
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Nachfolgend soll an Hand der Zeichnungen eine Einrichtung zur Durchführung
des Verfahrens gemäß der Erfindung näher beschrieben werden.
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F i g. 1 zeigt einen nach dem Verfahren gemäß der ; Erfindung in achtförmigen
Schleifen aufgewickelten Aufzeichnungsträger; F i g. 2 zeigt eine Wickeleinrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens; F i g. 3 zeigt an Hand von verschiedenen
Stellungen des Wickelkörpers der F i g. 2, in welcher Weise sich der Aufwickelvorgang
vollzieht.
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F i g. 1 zeigt einen in achtförmigen, übereinanderliegenden Schleifen
aufgewickelten Streifen 1, dessen Anfang und Ende mit »I« bzw. »0« bezeichnet ist.
Es sei darauf hingewiesen, daß der Wickel in der dargestellten Form durch die aufeinanderfolgenden,
sich stets kreuzenden Schleifen ein in sich festes Ganzes bildet und daß dieser
in der abgebildeten Form durch die nachfolgend beschriebene Einrichtung gemäß der
F i g. 2 und 3 hergestellt wird.
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Die in F i g. 2 dargestellte Einrichtung sieht einen Wickelkörper
2 vor, dessen Wickelrollen 3 und 4 von Stiften 28 und
29 getragen werden, die ihrerseits mit dem Wickelkörper 2 fest verbunden
sind. Der Wikkelkörper 2 ist am Ende einer Welle 5 befestigt, die drehbar
in Lagerarmen 6 und 7 gehaltert ist. Die Lagerarme 6 und 7 stehen
in starrer Verbindung zum nicht dargestellten Geräterahmen. Auf der Welle 5 ist
weiterhin eine Zahnradbuchse 8 befestigt, die an ihrem einen Ende mit einer ringförmigen
Nut 9 versehen ist. Ein Zahnsegment 10, das auf einer Achse 11 drehbar gelagert
ist, steht im Eingriff mit der Zahnradbuchse B. Das Zahnsegment
10 läuft an seinem anderen Ende in einen Kurvenabtaster 12 aus, der durch
die Wirkung der am Zahnsegment angreifenden
Feder 15 in
Gegenlage gegen die Nockenbahn der Nockenscheibe 13 gehalten wird. Die Nockenscheibe
selbst ist auf einer Welle 14 fest angeordnet, die durch einen Motor in Drehung
versetzt wird. Auf der gleichen Welle ist noch ein Kurvenglied 16 angeordnet, das
mit einer ringförmigen Kurvenbahn 17 versehen ist. Ein auf einem fest angeordneten
Bolzen 19 drehbar gelagerter Doppelhebel 18 ist an jedem seiner beiden Enden
mit Führungsbolzen 20 und 21
versehen, von denen der Bolzen 20 in die
Kurvenbahn 17 des Kurvengliedes 16 eingreift, während der Bolzen 21 im Eingriff
mit der Ringnut 9 der Zahnradbuchse 8 steht. Der Zweck der über die Welle
14 in Drehung versetzten Nockenscheibe 13 besteht darin, die Achse 5 über das Zahnsegment
10 und die Zahnradbuchse 8 in hin- und herdrehende Bewegung zu versetzten, entsprechend
den Pfeilen A und B. Die Aufgabe des Kurvengliedes 16 besteht zur
gleichen Zeit darin, über den Doppelhebel 18 die Welle 5 in axial gerichtete Hin-
und Herbewegung, entsprechend den Pfeilen C und D, zu versetzen.
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Eine aus einem gebogenen flexiblen Metallstreifen gebildete Streifenführung
22 ist dazu vorgesehen, den Streifen 1 aus beispielsweise einem Behälter
dem Wickelkörper 2 zuzuführen. Die Streifenführung 22 ist einerseits an einer Halterung
23 befestigt, die in fester Verbindung zu einer mit dem Geräterahmen fest verbundenen
Stütze 24 steht. Andererseits ist die Streifenführung 22 mit ihrem oberen
Ende beweglich auf einem Stift 25 gelagert, der seinerseits fest in der Stütze
24 angeordnet ist. Die seitlich an der Führung angebrachten Lappen 26 sind
lediglich dazu vorgesehen, um den Streifen 1 in den Verlauf der Führung zu zwingen.
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Nachfolgend soll der Funktionsablauf der vorbeschriebenen Einrichtung
in Verbindung mit den F i g. 2 und 3 beschrieben werden. Das zu Anfang freie Ende
eines Streifens 1 (F i g. 2), das von einem Streifenlocher oder einem Leser
kommt bzw. aus einem Behälter oder einer anderen nicht dargestellten, geeigneten
Speichereinrichtung abgezogen wird, ist von Hand in achtförmigen Schleifen ein paarmal
um die Wickelrollen 3 und 4 zu legen. Hierbei ist es erforderlich, daß die Anzahl
der Schleifen nicht zu gering ist, da sonst die Gefahr besteht, daß die Schleifen
auf Grund der geringen Haftung wieder von den Wickelrollen abrutschen. Danach wird
der Streifen in der dargestellten Weise in die Streifenführung 22 eingelegt, so
daß dieser beim Abziehen von der Speichereinrichtung dem durch die Führung 22 vorgeschriebenen
Weg bis zu den Wickelrollen 3 und 4 folgen muß. Mit dem nachfolgenden Anschalten
des Motors 27 wird die Welle 14 in der mit E bezeichneten Pfeilrichtung
in Drehung versetzt. Demzufolge führt durch die sich drehende Nockenscheibe
13 das Zahnsegment 10 um seine Achse 11 eine im Gegenuhrzeigersinn
gerichtete Schwenkbewegung aus, die, über die Zahnradbuchse 8 übertragen, die Welle
5 in die mit B bezeichnete Pfeilrichtung dreht. Gleichzeitig bewirkt die Drehung
der Welle 14, daß sich der Doppelhebel 8 unter der Steuerung über die Kurvenbahn
17 um seinen Lagerbolzen 19 im Uhrzeigersinn dreht, so daß der in formschlüssigem
Eingriff mit der Ringnut 9 stehende Führungsbolzen 21 des Doppelhebels 18 die Welle
5 in Richtung des Pfeiles C verschiebt.
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F i g. 3, (a) zeigt in schematischer Darstellung die Ansicht des Wickelkörpers
2 mit den Wickelrollen 3 und 4 in der in F i g. 2 durch den Pfeil F gekennzeichneten
Richtung. Die Figur zeigt die Lage des Streifens 1 in bezug auf die Wickelrollen
3 und 4 und die Streifenführung 22 zum Zeitpunkt des Wikkelbeginns. Aus Gründen
der Übersichtlichkeit sind die von Hand gelegten Schleifen nicht dargestellt, da
sie die Erläuterung des Wickelvorganges nur stören würden. Die mit A und
B und C und D bezeichneten Pfeile in den F i g. 3, (a) bis
(r) zeigen jeweils die Richtung der schwingenden bzw. axial gerichteten Hin-
und Herbewegung des Wickelkörpers 2 an, wobei diese den in gleicher Weise bezeichneten
Schwingbewegungen der F i g. 2 entsprechen.
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Wenn das Gerät in vorbeschriebener Weise gestartet wird, so wird der
Wickelkörper 2 zur Drehung in Richtung des Pfeiles B veranlaßt und gleichzeitig
mit der Welle 5 in die Richtung des Pfeiles C (F i g. 2) verschoben. Diese Bewegungsvorgänge
erstrecken sich über die Zeit, bis der Wickelkörper 2 die in F i g. 3, (b) dargestellte
Lage erreicht. Zu diesem Zeitpunkt ändert sich die Axialbewegung der Welle 5 in
eine gegenläufige Bewegung, so daß sie nun in Richtung des Pfeiles D verschoben
wird. Währenddessen setzt der Wickelkörper 2 seine in Richtung des Pfeiles B verlaufende
Drehbewegung fort, bis die Stellung gemäß F i g. 3, (c) erreicht ist. Zu diesem
Zeitpunkt liegt der Streifen 1 auf den zuvor um die Wickelrolle 4 gelegten Schleifen
auf. Durch die von diesem Zeitpunkt ab fehlende Längsbewegung der Welle 5 in Pfeilrichtung
D wird es dem Streifen 1 ermöglicht, sich während des nachfolgenden Bewegungsabschnittes
des Wickelkörpers 2 um die Wickelrolle 4 zu legen, wie F i g. 3, (d) zeigt. Bei
der weiter erfolgenden Drehung des Wickelkörpers 2 nimmt dieser schließlich die
Stellung gemäß F i g. 3, (e) ein. Zu diesem Zeitpunkt setzt eine in Pfeilrichtung
C verlaufende Längsbewegung der Welle 5 ein, so daß die Wickelrolle 3 des sich in
gleichbleibender Richtung weiterdrehenden Wickelkörpers 2 zum Zeitpunkt der F i
g. 3, (f) aus dem Bereich des Streifens 1 gezogen ist. Durch die weitere Drehung
des Wickelkörpers 2 in Pfeilrichtung B nimmt dieser schließlich die Stellung gemäß
F i g. 3, (g) ein. Zu diesem Zeitpunkt wird die Drehrichtung des Wickelkörpers 2
umgesteuert, so daß dieser von nun ab eine gemäß Pfeil A gerichtete Bewegung ausführt.
Gleichzeitig wird auch die zuvor in Pfeilrichtung C verlaufende Längsverschiebung
der Welle 5 in die Pfeilrichtung D umgesteuert. In dem Moment, wo die Stellung gemäß
F i g. 3, (h) erreicht ist, in der sich der Streifen 1 gegen die bereits um die
Wickelrolle 3 geschlungenen Schleifen legt, setzt die Längsbewegung der Welle 5
in Pfeilrichtung D aus. Mit der weiteren Drehung des Wickelkörpers 2 legt sich der
Streifen gemäß F i g. 3, (i). auf die bereits vorhandenen Schleifen um die Wickelrolle
3. Zu diesem Zeitpunkt ist eine vollständige, achtförmige Schleife um die Wickelrollen
3 und 4 des Wickelkörpers 2 gelegt worden.
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Zum Aufwickeln der zweiten Streifenschleife setzt der Wickelkörper
2 seine Drehung in Pfeilrichtung A fort, bis über die Stellung gemäß F i g. 3, (j)
die Stellung F i g. 3, (k) erreicht ist. Innerhalb dieses Bewegungsablaufs legt
sich der Streifen 1 um die Wickelrolle 3. Zum Zeitpunkt F i g. 3, (k) setzt wieder
eine in Pfeilrichtung C verlaufende Längsbewegung der Welle 5 ein, die den Wickelkörper
2 zurückzieht und damit die Wickelrolle 4 aus dem Bereich des Streifens 1 zieht,
bis die in F i g. 3, (4 gezeigte Stellung
erreicht ist. Zu diesem
Zeitpunkt setzt mit einer in Pfeilrichtung D verlaufenden Längsverschiebung der
Welle 5 eine Umsteuerung der Drehrichtung der Welle 5 in Pfeilrichtung B ein. Erstere
wird beendet, sobald die Stellung gemäß F i g. 3, (m) erreicht ist. Zu diesem Zeitpunkt
liegt der Streifen 1 durch die sich zuvor geänderte Drehrichtung des Wickelkörpers
2 auf den bereits um die Wickelrolle 4 gelegten Schleifen auf. Durch die von diesem
Zeitpunkt ab fehlende Längsbewegung der Welle 5 in Pfeilrichtung D wird es dem Streifen
ermöglicht, sich während der beiden nachfolgenden Bewegungsabschnitte des Wickelkörpers
2 in Pfeilrichtung B um die Wickelrolle 4 zu legen, wie F i g. 3, (n) und (o) zeigen.
Zu diesem Zeitpunkt setzt eine in Pfeilrichtung C verlaufende Längsbewegung der
Welle 5 ein, so daß die Wickelrolle 3 des sich in gleichbleibender Richtung weiterdrehenden
Wickelkörpers 2 zum Zeitpunkt der F i g. 3, (p) aus dem Bereich des Streifens 1
gezogen ist. Durch die weitere Drehung des Wickelkörpers 2 in Pfeilrichtung B nimmt
dieser schließlich die Stellung gemäß F i g. 3, (q) ein. Zu diesem Zeitpunkt wird
die Drehrichtung des Wickelkörpers 2 umgesteuert, so daß dieser von nun ab eine
gemäß Pfeil A gerichtete Bewegung ausführt. Gleichzeitig wird auch die zuvor in
Pfeilrichtung C verlaufende Längsverschiebung der Welle 5 in die Pfeilrichtung D
umgesteuert. In diesem Moment, wo die Stellung gemäß F i g. 3, (r) erreicht ist,
in der sich der Streifen 1 gegen die bereits um die Wickelrolle 3 geschlungenen
Schleifen legt, setzt die Längsbewegung der Welle 5 in Pfeilrichtung D aus. Mit
der weiteren Drehung des Wickelkörpers 2 legt sich der Streifen in der beschriebenen
Weise auf die bereits vorhandenen Schleifen um die Wickelrolle 3. Zu diesem Zeitpunkt
des Wickelvorganges ist eine zweite vollständige, achtförmige Schleife um die Wickelrollen
3 und 4 des Wickelkörpers 2 gelegt worden. In dieser Weise ist es möglich, Schleife
um Schleife auf die Wickelrollen 3 und 4 aufzuwickeln.
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Eine Fortsetzung des vorbeschriebenen Vorganges bewirkt somit ein
lagenweises Aufwickeln des Streifens auf die Wickelrollen 3 und 4 in übereinanderliegenden
achtförmigen Schleifen. Der so entstehende Streifenwickel ist leicht von den Wickelrollen
3 und 4 abzuheben, indem man ihn erst von der einen Rolle und dann von der anderen
Rolle abhebt. Durch die sich kreuzenden Schleifenlagen erhält der Wickel einmal
eine besondere Festigkeit, die seine Handhabung wesentlich erleichtert, andererseits
ist dadurch einem Auseinanderfallen in der bisher möglichen Weise begegnet. Allein
durch Sicherung der Enden ist der Wickel ohne weiteres lagerfähig. Bei der Auswertung
ist der Wickel vom Anfang her leicht aufzuziehen, wobei durch die achtförmige Einlagerung
des Streifens der Wickel fest liegen kann, ohne daß eine Verwindung des Streifens
zu befürchten ist. Zu den F i g. 3, (a) bis (r) sei bemerkt, daß sich
der Winkel des Streifens 1 in bezug auf die Horizontale während des Wickelvorganges
ständig ändert. Dieser Winkelveränderung paßt sich die Streifenführung
22 durch Drehung um den Stift 25 an, wobei der Streifen steif genug
ist, die Streifenführung 22 in die jeweils erforderliche Winkelstellung zu bewegen.
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Durch eine andere Ausbildung der Wickeleinrichtung läßt sich die oszillierende
Längsbewegung der Welle 5 parallel zur drehenden Hin- und Herbewegung vermeiden.
In diesem Fall wäre eine Vorrichtung notwendig, die die Streifenführung 22 in schwingende
Bewegung versetzt. Nur müßte diese gegenüber der vorherigen axialen Bewegung der
Welle 5 entgegengesetzt gerichtet sein. Mit dieser Einrichtung wäre es auch möglich,
den Streifen 1 so zu führen, daß er sich in achtförmigen Schleifen um die Wickelrollen
3 und 4 legt.