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Elektromechanisches Pilotpegelregelungssystem für Vielkanal-Weitverkehrsträgerfrequenzsysteme
Die Erfindung betrifft ein elektromechanisches Pilotpegelregelungssystem für Vielkanal-Weitverkehrsträgerfrequenzsysteme,
insbesondere für Freileitungs-Trägerfrequenzsysteme, bei dem durch Vergleich einer
aus der empfangenen Pilotspannung abgeleiteten, dieser proportionalen Gleichspannung
mit einer Sollspannung eine Differenzspannung gebildet wird, die bei Pegelabweichungen
einen Takteber einschaltet, der mittels seiner Impulse auf ein Speicherelement,
das eile Stellglied steuert, so lange einwirkt, bis der Sollwert der Pilotspannung
erreicht ist.
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Trägerfrequenzsystenie mit elektromechanischer impulsgesteuerter Pegelregelung
sind bekannt. Bei einer bekannten Einrichtung zur stufenweisen Pegelregelung wird
die empfangene, gleichgerichtete Pilotspannung von einem Spannungsdiskriminator
ausgewertet, der aus zwei Schmitt-Triggern besteht, von denen der eine bei Unter-
und der andere bei überpegel anspricht und jeweils einen astabilen Multivibrator,
der als Taktgeber dient, zum Anschwingen bringt. Der jeweils schwingende Multivibrator
betätigt eine Einstellvorrichtung, die einen stufenweise regelbaren Strom für ein
Regelelement, z. B. einen Thermistor, liefert. Als Einstellvorrichtun2 werden digitale,
elektronische Schaltungen oder Schrittschaltmotoren verwendet. Nachteilig ist bei
einer derartigen Pegelregelung der große Aufwand an Baugruppen und Bauelementen.
Ferner wird bei plötzlich auftretenden, z. B. durch Fehler der Leitung oder durch
Fehlbedienung verursachten Pegelabweichungen keine Stillsetzung des Reglers erreicht.
Außerdem wird von dieser Pegelregelung nicht unterschieden, ob die auftretende Pegelabweichung
durch witterungsbedingte Dämpfungsschwankungen oder durch die vorstehend genannten
Fehler hervorgerufen worden ist.
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Aufgabe der Erfindung ist es, unter Vermeidung der vorgenannten Nachteile
eine einfache impulsgesteuerte Pegelregelung für Trägerfrequenzsysteme zu schaffen.
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Die elektromechanische Pilotpegelregelung wird gemäß der Erfindung
so ausgebildet, daß der Taktgeber erst nach Überwindung einer angelegten Sperrspannung
von der in einer Steuerschaltung erzeugten Differenzspannung in Betrieb gesetzt
wird, daß die Steuerschaltung ein Umschalterelais bei Unterpegel im erregten und
bei Überpegel im stromlosen Zustand hält, daß das Speicherelement ein Potentiometer
ist, das von einem Schrittschaltwerk verstellt wird, das zwei Schaltmagneten enthält,
die entsprechend der erforderlichen Regelrichtung von einem Kontakt des Umschalterelais
in den Ausgangskreis des Taktgebers eingeschaltet sind, so daß bei jedem Taktimpuls
der Schleifkontakt des Potentiometers, das mit mindestens einem der durch den Schleifkontakt
gebildeten beiden Abschnitte in den Heizstromkreis eines Heißleiters als Stellglied
eingeschaltet ist, um einen Schritt in die vorgegebene Richtung verschoben wird,
daß in den beiden Endstellungen des Schrittschaltwerks ein Umschaltekontakt derart
betätigt wird, daß der jeweils schaltende Magnet kurzgeschlossen ist, und daß eine
Alarmbaugruppe, die bei einem jeweils einstellbaren Wert des Über- bzw. Unterpegels
einen Alarm auslöst, derart mit dem Taktgeber verbunden ist, daß der Versorgungsstrom
für den Taktgeber bei Erreichen dieses Wertes unterbrochen wird.
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Das Pegelregelungssystern kann so ausgebildet sein, daß der Taktgeber
ein astabiler Multivibrator mit unsymmetrischem Tastverhältnis ist, zu dessen Ausgang
eine Reihenschaltung, bestehend aus einem Lastwiderstand und einem Kondensator,
parallel geschaltet ist, wobei der Kondensator über einen ohmschen Widerstand mit
der Versorgungsspannungsquelle derart verbunden ist, daß er während der Sperrzeit
des aktiven Elementes des Ausgangskreises des Taktgebers aufgeladen wird, und daß
an den Taktgeber eine Steuerspannung angelegt ist, die ab einem einstellbaren Schwellwert
den Schwingvorgang anregt und unterhalb dieses Schwellwertes unterbricht. Das Potentiometer
wird zweckmäßig von einer Stro mkonstanthalteanordnung mit einem stabilisierten
Strom gespeist. Zum Zwecke der Einpegelung des Systems kann die automatische Pegelregelung
mittels eines Schalters von Hand stillgesetzt werden.
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Durch diese Maßnahmen erreicht man gegenüber den einleitend erwähnten
bekannten Systemen den Vorteil einer wesentlich vereinfachten Pegelregelungseinrichtung.
Bei
Pegelabweichungen, die über einen im Regler einstellbaren Grenzwert hinausgehen,
wird die Versorgungsleitung des Taktgebers unterbrochen, so daß die Regelung außer
Betrieb gesetzt ist. Sowohl bei einem festgelegten über- als auch Unterpegel wird
ein Alarm ausgelöst. Die Alarmanzeige kann entweder optisch oder akustisch oder
gleichzeitig optisch und akustisch erfolgen. Für den Fall des über- oder Unterpegelalarms
wird der eingespeiste Informationsinhalt von der Einstellvorrichtung gespeichert.
Ist das Schrittschaltwerk in einer Richtung am letzten Schaltschritt angelangt,
so wird der für diese Drehrichtung verantwortliche Schaltmagnet stillgesetzt, so
daß nur noch die entgegengesetzte Drehrichtung freigegeben ist. Gegenüber einem
Regelsystem, das als Einstellvorrichtung eine vollelektronische Schaltung benutzt,
weist die elektromechanische Pegelregelung nach der Erfindung den weiteren Vorteil
auf, daß bei Ausfall der Netzspannung der zuletzt vorhandene Einstellzustand gespeichert
bleibt. Durch diese Speicherung werden ferner sehr kurze Einregelzeiten der Strecke
nach dem Beheben von Leitungsschäden erreicht. Das ist besonders bei Vielkanal-Trägerfrequenzsystemen
erwünscht. Die Stabilität der Regelstrecke ist auch bei Dämpfungseinbrüchen stets
gewährleistet. Ferner werden die bei rein elektronisch gesteuerter Pegelregelung
benötigten komplizierten Ersatzschaltungen zur Speicherung des Einstellzustandes
vermieden.
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An Hand des Ausführungsbeispiels nach den F i g. 1 und 2 und der Diagramme
nach den F i g. 3 und 4 wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 ein
Blockschaltbild des elektromechanischen Pegelregelungssystems nach der Erfindung,
F i g. 2 ein Ausführungsbeispiel des Pegelregelungssystems mit Schaltungseinzelheiten,
F i g. 3 ein Diagramm, in dem die Kollektorspannungen U, der Transistoren der Steuerschaltung
des Pegelregelungssystems über dem der Pilotspannung proportionalen Pilotgleichstrom
aufgetragen sind, und F i g. 4 die Kurvenform der von der Steuerschaltung abgegebenen
Steuerspannung U für den Taktgeber.
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Im Blockschaltbild der F i g. 1 ist die Pegelregelungseinrichtung
nach der Erfindung schematisch dargestellt. Der Pilotbandpaß 2 trennt die
Pilotfrequenz von dem im Sendeverstärker eines Trägerfrequenzsystems mit einer Gabel
l ausgekoppelten Übertragungsband. Anschließend wird die Pilotfrequenz mittels des
Pilotvorverstärkers 3 und des Pilotverstärkers 4 verstärkt und in der Gleichrichteranordnung
5 gleichgerichtet. Nach dem Pilotvorverstärker 3 kann der Pilotpegel
hochohmig gemessen werden. Der gleichgerichtete Pilotstrom ist dem Pilotpegel proportional
und wird den nachgeschalteten Geberschaltungen zugeführt. Bei Pegelabweichungen
läßt der Sollwertgeber 6 den Taktgeber 7 anlaufen, der den Schleifkontakt des Potentiometers
8 mittels eines nicht dargestellten Schrittschaltwerks bewegt. Die Drehrichtung
des Potentiometers wird ebenfalls vom Sollwertgeber 6 mittels des Umschalterelais
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bestimmt. Ein von einer Stromkonstanthalteschaltung 10 erzeugter
Konstantstrom wird durch das Potentiometer 8 variiert und dem im Zuge der
übertragungsleitung liegenden Regelentzerrer 11 zur Heizung des in diesem Regelentzerrer
verwendeten Heißleiters zugeführt. Der Heißleiter verändert die frequenzabhängige
Dämpfung des Regelentzerrers. Mit dem Gleichrichter 5 sind ferner der Unterpegelgeber
12 und der überpegelgeber 13 gekoppelt. Unter-und überpegel werden dem Alarmrelais
14 zugeführt, das beim Ansprechen die Stillsetzung des Taktgebers 7 bewirkt. Mit
dem Unterpegelgeber 12 und dem Überpegelgeber 13 ist jeweils eine Anzeigelampe 15
bzw. 16 verbunden. Der Schalter S dient zur Stillsetzung des Taktgebers für den
Fall der Einpegelung des Trägerfrequenzsystems.
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In F i g. 2 ist die Schaltung eines Ausführungsbeispieles im einzelnen
gezeigt. über die Gabel l wird ein Teil der Pilotspannung abgezweigt und, wie bereits
an Hand der F i g. 1 erläutert, in den Baugruppen 4 und 5 verstärkt und gleichgerichtet.
Die gleichgerichtete Spannung wird sowohl der Pilotüberwachungseinrichtung 17 als
auch der Regelbaugruppe 18 zugeführt. Die Regelbaugruppe 18 beinhaltet die Steuerschaltung
19, den Taktgeber mit Schrittschaltwerk 20 und die Stromkonstanthalteanordnung 21.
Am Eingang der Steuerschaltung 19 liegt ein aus drei ohmschen Widerständen 22, 23
und 24 bestehender Spannungsteiler. Der ohmsche Widerstand 23 ist mit einem Schleifkontakt
versehen, der über zwei Gleichrichterdioden 25 und 26 mit der Basis des Transistors
T1 verbunden ist. Zwischen Basis dieses Transistors T1 und positivem Pol der Versorgungsspannungsquelle
liegt der ohmsche Widerstand 27. Zwischen den Verbindungspunkt der beiden Halbleiterdioden
25 und 26 und den negativen Pol der Versorgungsspannungsquelle ist der ohmsche Widerstand
28 geschaltet. Die positive Emitterspannung wird dem Transistor T1 über den ohmschen
Widerstand 29 und die negative Kollektorspannung über den ohmschen Widerstand 30
zugeführt. Der Kollektor des Transistors T1 ist über den ohmschen Widerstand 31
mit der Basis des zweiten Transistors T2 verbunden. Die Basis dieses Transistors
liegt über den ohmschen Widerstand 32 am positiven Pol der Versorgungsspannungsquelle.
Außerdem ist sie über den Kondensator 33 mit dem Kollektor dieses Transistors verbunden.
Die Emitterspannung wird diesem Transistor und dem dritten Transistor T3 über den
ohmschen Widerstand 34 zugeführt. Die Basis des dritten Transistors T3 ist mit dem
Emitter des ersten Transistors T 1 gekoppelt, und parallel zum Emitterwiderstand
29 liegt ein zur Temperaturkompensation verwendeter Heißleiter 35. Im Kollektorkreis
des Transistors T2 liegt das Umschalterelais U. Sowohl der Kollektor des
Transistors T 2
als auch der Kollektor des Transistors T3 sind jeweils über
den ohmschen Widerstand 36 bzw. 37 an den ohmschen Widerstand 38 geführt. Die Kollektorspannung
des Transistors T3 wird über den ohmschen Widerstand 39 zugeführt.
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über den ohmschen Widerstand 38 gelangt die Steuerspannung
U an die Basis des ersten Transistors T4 der Ausgangsstufe des Taktgebers
20. Dem ersten Transistor T4 der Ausgangsstufe des Taktgebers ist ein weiterer
Transistor T5 derart nachgeschaltet, daß beide Transistoren einen Gleichstromverstärker
bilden. Der Taktgeber 20 ist als astabiler Multivibrator aufgebaut. Die Basis des
Transistors T4 führt über die Kapazität 40 an den Kollektor des dritten Transistors
T6 des Taktgebers. Die Basis dieses Transistors ist wiederum über die Kapazität
41 mit dem Kollektor des zweiten Transistors T5 der Ausgangsstufe verbunden. Der
Kollektor des ersten
Transistors T4 der Ausgangsstufe des Taktebers
ist über den ohmsehen Widerstand 4? mit der Basis des dritten Transistors T6 des
Taktgebers gekoppelt. Der Emitter des dritten Transistors T6 des Taktgebers ist
über die ohmschen Widerstände 43 und 43a, die Basis über den ohmschen Widerstand
44 und der Emitter des ersten Transistors T4 der Ausgangsstufe des Taktgebers über
den Heißleiter 45 mit dem Ruhekontakt des al-Kontaktes des in der Pilotüberwachungseinrichtung
17 liegenden A-Relais verbunden, der die Verbindung zum positiven Pol der Versorgungsspannungsquelle
herstellt. Der Kollektor des zweiten Transistors T5 der Ausgangsstufe des Taktgebers
liegt über den ohmschen Widerstand 46 am Gelenkpunkt des u,-Kontaktes des Umschalterelais
U. Der Kollektor des zweiten Transistors T5 des Taktgebers ist außerdem einerseits
über die Wicklung R des einen Schaltmagneten des Schrittschaltwerks mit dem Ruhekontakt
des ul-Kontaktes und andererseits über die Wicklung S des anderen Schaltmagneten
des Schrittschaltwerks mit dein Arbeitskontakt des ul-Kontaktes des U-Relais verbunden.
Jede der Wicklungen Rund S der beiden Schaltmagneten kann mit Hilfe des Urnschaltekontakts
h über einen ohmschen Widerstand 47 bzw. 48 kurzgeschlossen werden. Die Dioden 49
und 50, die ebenfalls parallel zu den Wicklungen R und S der Schaltmagneten geschaltet
sind, dienen der Unterdrückung von induktiven Spannungsstößen. Zwischen dein Gelenkpunkt
des ul-Kontakts und dem positiven Pol der Versorgungsspannungsquelle liegt die Kapazität
51. Zwischen dem negativen Pol der Versorgungsspannungsquelle und dem mit dem Gelenkpunkt
des tt,-Kontakts verbundenen Pol des Kondensators 51 ist der ohmsche Widerstand
52 geschaltet. Die Stromkonstanthalteschaltung 21 besteht im wesentlichen aus den
beiden Transistoren T 7, T 8 und der Zenerdiode 53. Die über den Widerstand
54 gespeiste Zenerdiode 53 hält das Basispotential der Transistoren T7 und T8 konstant.
Über die Widerstände 55, 56 und 57 wird dadurch ein konstanter Strom erzwungen,
so daß der Spannungsabfall an diesen Widerständen zusammen mit der Emitter-Basis-Spannung
der Transistoren gleich der Zenerspannung der Zenerdiode 53 ist. Mit dem veränderbaren
Widerstand 57 wird die Toleranz der Zenerspannung ausgeglichen und der Konstantstrom
auf einen gewünschten Wert eingestellt. Der Heißleiter 58 bewirkt ein Ansteigen
des Stromes bei tiefen Temperaturen, um die hierbei stärkere Kühlwirkung der Außenluft
auf die im Regelentzerrer 11 befindlichen Heißleiter zu kompensieren. Der konstante
Strom wird dem Mittelabgriff des Potentiometers 8 zugeführt und dort in zwei Teilströme
aufgeteilt, von denen der eine Teilstrom als Heizstrom des im Regelentzerrer befindlichen
Heißleiters dient.
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Am Eingang der Pilotüberwachungseinrichtung 17 liegt ebenfalls ein
aus drei ohmschen Widerständen 59, 60 und 61 bestehender Spannungsteiler, und parallel
zu diesem Spannungsteiler ist ein zweiter Spannungsteiler, bestehend aus den ohmschen
Widerständen 62 und 63, geschaltet. Der ohmsche Widerstand 60 und der ohmsche Widerstand
62 sind als Schleifpotentiometer ausgebildet. Der Schleifkontakt des Schleifpotentiometers
60 ist über die beiden Halbleiterdioden 64 und 65 mit der Basis des zweiten Transistors
T9 und der Schleifkontakt des Schleifpotentionreters 62 über ebenfalls zwei Halbleiterdioden
66 und 67 mit der Basis des ersten Transistors T10 der Pilotüberwachungseinrichtung
verbunden. Den Basen der beiden Transistoren wird die positive Versorgungsspannung
über den ohmscher. Widerstand 68 bzw. 69 zugeleitet. Der Verbindungspunkt der Dioden
64 und 65 bzw. 66 und 67 ist jeweils über einen ohmschen Widerstand 70 bzw. 71,
der Kollektor des Transistors T10 über einen ohmschen Widerstand 73 mit dem negativen
Pol der Versorgungsspannungsquelle verbunden. Zwischen Basis und Kollektor der Transistoren
T 9 und T10 liegt jeweils ein. Kondensator 74 bzw. 72, während die Basis
des Transistors T9 über die Reihenschaltung einer Diode 75 und eines Widerstandes
80 mit dem Kollektor des Transistors T10 verbunden ist. Die Emitter beider Transistoren
sind über die Halbleiterdiode 76 mit dem positiven Pol der Versorgungsspannungsquelle
verbunden. Dieser Diode ist ein ohmscher Widerstand 77, der mit seinem einen Ende
am negativen Pol der Versorgungsspannungsquelle liegt, in Reihe geschaltet. In der
Kollektorzuleitung des Transistors T 9 liegt die Wicklung eines Relais
A.
Der Gelen'xpunkt des a,-Kontakts liegt ebenfalls am positiven Pol der Versorgungsspannungsquelle,
und der Arbeitskontakt des a,-Kontakts ist mit dem Gelenkpunkt des trl,-Kontakts
verbunden. Zwischen den Kontakten des trl,-Kontakts und negativem Pol der Versorgungsspannungsquelle
ist jeweils eine Anzeigelampe 78 bzw. 79 geschaltet. Die Kontakte a" und all, betätigen
jeweils eine akustische Alarmanlage.
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Im folgenden soll nun die Zusammenarbeit der vorstehend beschriebenen
Baugruppen untereinander beschrieben werden. Die Steuerschaltung hat die Aufgabe,
den gleichgerichteten Pilotstrom auszuwerten. Dabei müssen zwei Kriterien berücksichtigt
werden. Bei Abweichung des Pilotpegels um einen bestimmten einstellbaren Wert vom
Sollwert muß der Taktgeber in Tätigkeit treten. Ferner muß die Steuerschaltung unterscheiden,
ob die Abweichung positiv oder negativ ist, d. h. ob der Istwert größer oder kleiner
als der Sollwert ist. Diese Unterscheidung ist erforderlich, um die Drehrichtung
des Schrittschaltwerks zu bestimmen. Wird die Ansprechschwelle überschritten, dann
beginnt der Taktgeber zu arbeiten und setzt seinerseits das Schrittschaltwerk in
Bewegung. Gleichzeitig wird mit dem Umschaltrelais U die Drehrichtung des Schrittschaltwerks
festgelegt. Die Auswertung der gleichgerichteten Pilotspannung geschieht folgendermaßen:
Über den Eingangsspannungsteiler 22, 23, 24 der Steuerschaltung 19 fließt ein Teil
des gleichgerichteten Pilotstromes. Dieser Gleichstrom ist dem Pilotpegel proportional.
Am Potentiometer 23 dieses Spannungsleiters wird die abgegriffene Spannung so eingestellt,
daß beim Sollwert die als Zenerdiode ausgebildete Halbleiterdiode 26 gerade durchlässig
wird. Somit erhält die Basis des ersten Transistors T1 der Steuerschaltung über
den ohmschen Widerstand 28 und die Halbleiterdiode 26 negatives Potential, und der
Transistor wird leitend.
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Für Pegelwerte, die kleiner als der Sollwert sind, wird der erste
Transistor T1 gesperrt (vgl. die Kurve U,1 in F i g. 3). Der Basis des Transistors
T2 wird über den ohmschen Widerstand 31 neatives Potential zugeführt. Der Transistor
T2 ist' daher leitend. Durch den Emitterwiderstand 29 des ersten Transistors T1
fließt kein Strom, somit findet die Basis des dritten Transistors T3 kein negatives
Potential.
T 3 ist gesperrt (vgl. die Kurve U", in F i g. 3).
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Für Pegelwerte, die größer als der Sollwert sind, wird der erste Transistor
T1 leitend. Die Basis von T2 erhält über den ohmschen Widerstand 31 vom Kollektor
des ersten Transistors T 1 positives Potential. Es wird der Transistor T2
gesperrt (vgl. die Kurve U, 2 in F i g. 3). Der Emitterstrom des ersten Transistors
T 1 erzeugt am ohmschen Widerstand 29
einen Spannungsabfall, der den
dritten Transistor T3 durchsteuert. Zwischen diesen beiden Zuständen, d. h. genau
beim Sollwert, gibt es einen Zustand, bei dem der Transistor T2 gerade noch und
der dritte Transistor T3 schon leitend ist. In diesem Bereich, in dem beide
Transistoren leitend sind, wird der Taktgeber, der mit den beiden hochohmigen Widerständen
36 und 37 angekoppelt ist, stillgesetzt. Die Funktion der Kollektorspannungen U,
in Abhängigkeit vom Pilotstrom I pllot Ist aus dem Diagramm
der F i g. 3 ersichtlich. Die Abhängigkeit der dem Taktgeber zugeführten Steuerspannung
U vom Pilotstrom 1 p;iot zeigt das Diagramm nach F i g. 4. Aus diesem
Diagramm ist deutlich die durch die gleichzeitige Aussteuerung der beiden Transistoren
T 2 und T 3
erzielbare Totzeit, bei der das Regelsystem nicht anspricht,
ersichtlich. Durch diese Totzeit wird ein Eigenschwingen des Regelsystems vermieden.
Durch entsprechende Spannungsverhältnisse an den Transistoren T 2 und
T 3 läßt sich diese Totzeit verändern. Das in den Kollektorzweig des zweiten
Transistors T 2 der Steuerschaltung eingeschaltete Umschalterelais U ist bei Pegelwerten
unter dem Sollwert erregt und fällt bei Pegelwerten, die größer als der Sollwert
sind, ab. Das Umschalterelais U schaltet mit seinem Kontakt ui die richtige Drehrichtung
des Schaltwerks ein. Der Kontakt uII steuert die Signallampe 78, 79 der Pilotüberwachungseinrichtung.
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Das Schrittschaltwerk ist das eigentliche Stellglied in der gesamten
Regelanordnung. Das Schaltwerk besteht aus einem hochwertigen Drehpotentiometer
mit Zahnradgetriebe und zwei Schaltmagneten. Die Achse des Potentiometers wird von
den Ankern der Magneten über das Getriebe schrittweise bewegt Für beide Drehrichtungen
sind getrennte Schaltwerke R, S vorgesehen.
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Wird der Taktgeber 20 durch die Steuerschaltung 19 in
Betrieb genommen, so gibt er in durch die Dimensionierung festgelegten Abständen
einen durch den zweiten Transistor T5 des Taktgebers verstärkten Impuls zur Weiterschaltung
des Schrittschaltwerks ab. Um eine Rückwirkung der Schaltstromstöße auf die Stromversorgung
zu vermeiden, wird die Energie für das Weiterschalten des Schrittschaltwerks aus
dem in der Impulspause über den ohmschen Widerstand 52 aufgeladenen Elektrolytkondensator
51 entnommen. An den Kollektor des zweiten Transistors T5 des Taktgebers
wird über den uI-Kontakt des Umschalterelais U jeweils eine der beiden Magnetwicklungen
geschaltet.
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Bei abgeschaltetem Taktgeber und während der Impulspausen sind die
beiden Transistoren T4 und T5 der Ausgangsstufe des Taktgebers gesperrt. Dadurch
erhält die Basis des ersten Transistors T6 über die ohmschen Widerstände 81 und
42 negatives Potential und ist leitend. Der mit einem ohmschen Widerstand
82 versehene Kollektor des dritten Transistors T6 hat im wesentlichen Emitterpotential,
so daß der Kondensator 40 entladen ist. Wenn die Steuerschaltung eine Pegelabweichung
festgestellt hat, erhält die Basis des ersten Transistors T4 des Taktgebers über
die ohmschen Widerstände 38 und 36 bzw. 37 negatives Potential und wird leitend.
Gleichzeitig wird auch der zweite Transistor T 5 leitend und schaltet das Schrittschaltwerk
einen Schritt weiter. Für die Dauer des Schaltimpulses wird der dritte Transistor
T 6 gesperrt. Durch diese kurzzeitige Sperrung wird der Kondensator 40 aufgeladen,
der nun während der Impulspause den ersten Transistor T4 gesperrt hält und sich
langsam über den ohmschen Widerstand 38 entlädt. Wenn sich der Kondensator 40 ganz
entladen hat, wird der erste Transistor T4 des Taktgebers wieder leitend, und der
Vorgang beginnt von neuem, so lange, bis die Pegelabweichung kleiner als der Totzeitpunkt
geworden ist.
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In den beiden Endstellungen des Schrittschaltwerks wird der Umschaltekontakt
k betätigt. Er schließt jeweils eine der beiden parallel zu den Wicklungen R, S
der beiden Schaltmagneten liegenden Dioden kurz. Damit wird der jeweils schaltende
Magnet außer Betrieb genommen, weil seine Wicklung durch den jeweiligen niederohmigen
Widerstand 47 bzw. 48, der parallel zur entsprechenden Magnetwicklung liegt, überbrückt
wird. Der Schaltmagnet für die andere Drehrichtung bleibt betriebsfähig.
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Mit dem Schalter S kann die Pegelregelung außer Betrieb gesetzt und
das Potentiometer im Schrittschaltwerk von Hand betätigt werden. Die Kontrolllampe
L zeigt an, daß die Regelung stillgelegt ist.
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Die Pilotüberwachungseinrichtung 17 hat die Aufgabe, bei einem unzulässigen
Unter- oder Überpegel eine Alarmierung hervorzurufen. Ein Teil des vom Gleichrichter
5 abgegebenen Stromes fließt über die beiden am Eingang der Pilotüberwachungseinrichtung
liegenden, parallelgeschalteten Spannungsteiler, bestehend aus den Widerständen
59, 60, 61 bzw. 62, 63. Die jeweils an den ohmschen Widerständen 60 bzw. 62 abgegriffenen
Spannungen werden mit den Zenerspannungen der Halbleiterdioden 65 bzw. 67 verglichen.
Mit den Potentiometern 60 bzw. 62 können die Ansprechgrenzen der Alarmierung für
über-und Unterpegel getrennt eingestellt werden.
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Beim Über- oder Unterschreiten der eingestellten Grenzpegelwerte wird
über die Kontakte des A-Relais Pilotalarm gegeben. Je nachdem, ob Über- oder Unterpegel
vorhanden ist, leuchtet eine der beiden Signallampen 78 bzw. 79 auf. Die Signallämpchen
werden vom Umschalterelais U gesteuert.
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Bei Sollpegel ist die Zenerdiode 67 niederohmig. Der Transistor T10
ist dann durchgesteuert. Damit erhält die Basis des Transistors T9 keine negative
Spannung. Die Zenerdiode 65 ist hochohmig, so daß die Basis des Transistors T9 über
den ohmschen Widerstand 69 positives Potential erhält. Der Transistor T 9 ist daher
gesperrt.
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Bei Unterpegel reicht der Spannungsabfall am Spannungsteiler 62, 63
nicht mehr aus, um die Zenerdiode 67 durchzusteuern. Diese wird hochohmig und sperrt
den Transistor TIO. Dadurch gelangt über den ohmschen Widerstand 73, die Halbleiterdiode
75 und den ohmschen Widerstand 80 negative Spannung an die Basis des Transistors
T9. Dieser Transistor wird leitend, und das A-Relais zieht an. Der Kontakt al schaltet
über den Kontakt uII des Umschalterelais U die Signallampe für Unterpegel ein. Der
Kontakt all gibt Pilotalarm.
Bei Überpegel wird der Transistor T9
über die Zenerdiode 65 leitend, das A-Relais zieht gleichfalls an und bringt die
Signallampe für Überpegel sowie Pilotalarm.