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Verfahren und Anordnung zum Übertragen von Daten über Fernmeldewählanlagen
mit Einrichtungen zur Sicherung der Datenübertragung Die Erfindung bezieht sich
auf ein Verfahren und eine Anordnung zur Übertragung von Daten über Fernmeldewählanlagen
mit Einrichtungen zur Sicherung der Datenübertragung.
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Es ist in der Fernmeldetechnik bekannt, Daten von einzelnen Sendestellen
über die Selbstwählanlagen des Fernsprechdienstes zu übertragen. Dabei ist es erforderlich,
um eventuell auftretende Übertragungsfehler erkennen zu können, die Datensendung
selbst gegen Übertragungsfehler zu sichern. Dies kann entweder dadurch geschehen,
daß man für die Übertragung der Daten einen sogenannten Sicherheitscode verwendet,
der an Hand seiner Redundanz die Fehler erkennen läßt, oder aber die Nachricht in
sogenannte Blöcke aufteilt und jedem Block ein bestimmtes Sicherheitskennzeichen
mitgibt, das Aufschluß gibt über die innerhalb eines Blockes vorhandene Anzahl von
Trenn- und Zeichenstromschritten.
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Trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen kann der Teilnehmer nicht von vornherein
bestimmen, mit welcher Arbeitsgeschwindigkeit er die Datensendung abwickeln wird,
da er nicht weiß, über welche Leitungskategorie seine gewünschte Verbindung durch
die Selbstwählanlage aufgebaut wird, d. h., die von dem Teilnehmer gewünschte Verbindung
kann von der Selbstwählanlage über ältere Leitungen oder Kabelstränge aufgebaut
werden, auf denen es nur möglich ist, die Datenübertragung selbst mit einer bestimmten
Arbeitsgeschwindigkeit abzuwickeln. Er kann aber auch von der Selbstwählanlage beim
Aufbau seiner Verbindung auf neuere Leitungen bzw. Kabelstränge gelegt werden, auf
denen er die gewünschte Datenübertragung mit einer wesentlich größeren Arbeitsgeschwindigkeit
abwickeln könnte.
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Benutzt er im ersteren Fall, also bei schlechten Leitungen, eine zu
hohe Arbeitsgeschwindigkeit, so wird die Datenübertragung selbst durch die fortwährenden
Rückfragen der Empfangsstelle über die falsch übertragenen und an Hand der erwähnten
Sicherheitseinrichtungen ermittelten Fehlzeichen laufend gestört werden. Im anderen
Fall, wenn also der Teilnehmer bei guten Leitungen von vornherein eine zu niedrige
Arbeitsgeschwindigkeit wählt, sind die vorhandenen Anlagen nicht genügend wirtschaftlich
ausgenutzt, und die Zulassung des Datenverkehrs über die Fernsprecheinrichtungen
des Selbstwähldienstes bringt dann eine zu große Belastung der bereits vorhandenen
Anlagen mit sich. Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, diese geschilderten
Nachteile zu beseitigen und ein Verfahren und eine Anordnung zu schaffen, durch
das die Arbeitsgeschwindigkeit des Senders sich jeweils automatisch der Güte der
durch die Selbstwählanlagen zur Verfügung gestellten Leitungen anpaßt. Zur Lösung
dieser Aufgabe geht die Erfindung von dem Gedanken aus, das Anpassen der Arbeitsgeschwindigkeit
in der Sendestelle über den rückwärtigen Verbindungsweg abhängig von der in der
Empfangsstelle auftretenden Fehlerhäufigkeit zu steuern. Gemäß der Erfindung wird
diese Aufgabe dadurch gelöst, daß jedes Datensende- und jedes Datenempfangsgerät
auf verschiedene, untereinander jedoch gleiche Arbeitsgeschwindigkeiten einstellbar
ist, zunächst mit einer bestimmten Arbeitsgeschwindigkeit die Sendung begonnen wird
und daß dann jeweils abhängig von der Fehlerhäufigkeit in der Empfangsstelle sowohl
die korrespondierende Sendeeinrichtung als auch die eigene Empfangseinrichtung in
ihren Arbeitsgeschwindigkeiten umgeschaltet werden.
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Auf diese Weise ist es gemäß der Erfindung erreichbar, jede Datensendung
entsprechend der jeweiligen Güte der zur Verfügung gestellten Leitungen auf die
maximal günstigste Arbeitsgeschwindigkeit einzustellen.
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Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, die jeweils nach der Art und Menge
der vorhandenen Leitungen ihren Vorteil haben. Besteht z. B. die Fernmeldeanlage
überwiegend aus neueren, eine hohe übertragungsgeschwindigkeit zulassenden Leitungen,
so wird es zur Durchführung der Erfindung sinnvoll sein, jedes Datensendegerät mit
der höchsten seiner Arbeitsgeschwindigkeiten die Sendung beginnen zu lassen und
bei Auftreten einer bestimmten Fehlerhäufigkeit
in der Empfangsstelle
auf eine niedrigere Sendegeschwindigkeit umzuschalten.
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Besteht dagegen die Selbstwählanlage überwiegend aus älteren, nur
eine niedrigere Arbeitsgeschwindigkeit zulassenden Leitungen, so wird es sich zur
Durchführung der Erfindung empfehlen, jedes Datensendegerät mit der niedrigsten
seiner Arbeitsgeschwindigkeiten die Sendung beginnen zu lassen und bei Ausbleiben
einer bestimmten Fehlerhäufigkeit in der Empfangsstelle auf eine höhere Sendegeschwindigkeit
umzuschalten. Beide geschilderten Arten haben den Vorteil, daß jeweils entsprechend
der vorhandenen gütemäßigen Anzahl der Leitungen mit der geringsten Umschaltmöglichkeit
jeweils gerechnet werden kann.
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Einzelheiten der Erfindung gehen aus dem an Hand der Zeichnung beschriebenen
Ausführungsbeispiel hervor.
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In der Figur ist ein Verbindungsweg zwischen einem Daten sendenden
Teilnehmer DTn 1 auf der linken Seite und einem Daten empfangenden Teilnehmer
DTn2 auf der rechten Seite im Prinzip dargestellt. Jeder verfügt über ein Datensende-
und -empfangsgerät DE, über eine die von ihm ausgesendeten Daten in einen
Sicherheitscode umsetzende Codierungseinrichtung SC, einen Sendespeicher
Sp und eine diesem zugeordnete Geschwindigkeitsumschalteinrichtung GU.
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Wie schon eingangs angedeutet, kann die Sicherheitscodierungseinrichtung
SC entweder in einem Codewandler bestehen, der z. B. die von dem Daten-Sende-Empfangs-Gerät
in einem fünf- oder sechsschrittigen Code ausgesendeten Nachrichten in einen sieben-,
acht- oder zehnschrittigen Sicherheitscode mit entsprechenden Redundanzen umwandelt
oder aber in einer Sicherheitseinrichtung, die bestimmte Nachrichtenblöcke ermittelt
und sie mit einem entsprechenden Sicherheitszeichen versieht, aus dem dann wiederum
mit Sicherheit ableitbar ist, welche Zeichen durch die übertragung verfälscht worden
sind.
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In der Speichereinrichtung Sp werden die Nachrichten gesammelt und
entweder für einen Abrufverkehr oder für einen von der Teilnehmerstelle selbst ausgehenden
Sendeverkehr bereitgehalten. Der Einfachheit halber ist in dem hier dargestellten
Ausführungsbeispiel auf die Darstellung der für das Aufbauen einer Verbindung im
Sendeverkehr über die Selbstwählanlage erforderlichen Schaltmittel verzichtet worden.
Genauso sind auch in diesem Ausführungsbeispiel die für einen Abrufverkehr von selten
einer anderen Teilnehmerstelle, beispielsweise DTn 2, erforderlichen
Schaltmittel nicht dargestellt. Die Erfindung kann aber mit gleichem Vorteil so-wohl
für einen Sendeverkehr von selten des sendenden Teilnehmers bzw. für einen Abrufverkehr
von selten des empfangenden Teilnehmers aus angewendet werden.
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Es wird zunächst angenommen, daß der Verbindungsweg Tiber die im Prinzip
dargestellte Datenübertragung DU 1, den Wähler GW und die Datenübertragung
DfI2 zustande gekommen ist und in dem Speicher Sp 1 eine Nachricht eingespeichert
ist, die mit der größtmöglichen Arbeitsgeschwindigkeit an den Teilnehmer DTn
2 gesendet werden soll. Nachdem der Teilnehmer DTn 1 nicht weiß, zu
welcher Leitungskategorie die zwischen ihm, der Wahlstufe und dem anderen Teilnehmer
eingeschalteten Leitungen gütemäßig gehdren und mit welcher maximal möglichen Arbeitsgeschwindigkeit
er über diese Leitungen senden könnte, beginnt er zunächst im Rahmen der Erfindung
seine Datensendung mit der größtmöglichen Arbeitsgeschwindigkeit seines Speichers
Spl.
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Trifft auf der anderen Seite der Leitung bei dem Teilnehmer DTn2 die
nach einem Sicherheitsverfahren übertragene Nachricht ein und ergibt sich auf Grund
der Redundanz oder anderen Sicherheitsmöglichkeiten, daß ein oder mehrere Zeichen
oder Blöcke falsch übertragen worden sind, so wird von der empfangenden Teilnehmerstelle
aus in bekannter Weise über die gleichzeitig zu der Verbindung vorhandene, in diesem
Beispiel aber nicht dargestellte Rückrichtung eine Rückfrage eingeleitet. Auf Grund
dieser Rückfrage wird in bekannter Weise von der Teilnehmerstelle DTn
1 aus der als falsch erkannte Nachrichtenblock oder aber die als falsch
erkannten Nachrichtenzeichen wiederholt.
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Im Rahmen der Erfindung werden nun in einer dieser beiden Teilnehmerstellen
die Anzahl der Rückfragen entweder pro Zeit oder pro Nachrichtenmenge gemessen und
registriert. überschreitet das Meßergebnis eine bestimmte vorgeschriebene Anzahl
von Rückfragen, so kann daraus der Schluß gezogen werden, daß die Arbeitsgeschwindigkeit
für die benutzten Leitungswege zu hoch ist, und es wird demzufolge von der Datenempfangsstelle
an die Datensendestelle ein Umschaltkommando auf eine niedrigere Arbeitsgeschwindigkeit
unter gleichzeitiger Umschaltung des eigenen Empfangsgerätes gegeben.
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Wurde die Bewertung der Fehlerrückfragenanzahl in der Sendestelle
durchgeführt, so kann selbstverständlich im Rahmen der Erfindung das Umschaltkommando
für die Empfangseinrichtung auch von der Sendestelle aus gegeben werden. In beiden
Fällen würde z. B. der Geschwindigkeitsumschalter GU in beiden Teilnehmerstellen
benötigt werden und auf eine niedrigere Arbeitsgeschwindigkeit umschalten.
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Um im Rahmen der Erfindung den jeweils eine Datensendung durchführenden
Teilnehmer gerecht mit den anfallenden Gebühren zu belasten, kann das die Gebühren
ermittelnde Tarifgerät, z. B. der dem ersten Gruppenwähler zugeordnete Zeitzonenzähler
ZZZ, mit einer die Arbeitsgeschwindigkeit messenden oder registrierenden Einrichtung
ausgerüstet sein. Diese Einrichtung kann entweder mit einer Uhrenanlage gekoppelt
sein und lediglich die Zeiten registrieren, innerhalb der mit einer hohen, mittleren
oder niedrigeren Arbeitsgeschwindigkeit geschrieben worden ist. Sie kann aber im
Rahmen der Erfindung auch so ausgebildet sein, daß sie sofort auf Grund der ermittelten
Arbeitsgeschwindigkeit den die Gebührenimpulse festlegenden Taktgeber in seiner
Impulsfrequenz umschaltet, so daß die Teilnehmerzähler sofort mit einem der Arbeitsgeschwindigkeit
entsprechenden Gebührenimpuls beaufschlagt werden. Zur Durchführung der Gebührenermittlung
könnte beim Zeitzonenzähler auch eine Auswerteeinrichtung angeordnet sein, die die
Umschaltkommandos für die Arbeitsgeschwindigkeiten bewertet und aus der Art dieser
Umschaltkommandos die entsprechende Arbeitsgeschwindigkeit ermittelt.
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Im Rahmen der Erfindung kann, wenn die Selbstwählanlage überwiegend
aus Leitungen älteren Typs
und geringerer Güte besteht, die Anpassung
der Arbeitsgeschwindigkeit an diese Leitungen auch so durchgeführt werden, daß zunächst
mit der niedrigsten Arbeitsgeschwindigkeit begonnen wird und auf der anderen Seite
beim empfangenden Teilnehmer beim Ausbleiben einer bestimmten Fehlerhäufigkeit ein
Arbeitsgeschwindigkeits-Umschaltkommando an die sendende Datenstelle gegeben wird.
Auch in diesem Fall kann die Bewertung des Ausbleibens einer bestimmten Fehlerhäufigkeit
beim sendenden Teilnehmer durchgeführt und dann von diesem aus das Umschaltkommando
für den Empfangsspeicher an die Daten empfangende Stelle gegeben werden.
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Die vorliegende Erfindung ist nicht allein auf das dargestellte Ausführungsbeispiel
beschränkt, sondern kann in gleichem Umfang auch für Teilnehmerstellen mit einem
wahlweisen Telefon-, Fernschreib- und Datenverkehr angewendet werden. Genauso ist
es zur Durchführung der Erfindung nicht erforderlich, daß die Gebührenermittlung
unbedingt mittels eines Tarifgerätes und einer von diesem ausgesendeten Gebührenimpulsfolge
erfolgt, sondern im Rahmen der Erfindung könnte an Stelle dessen auch ein sogenannter
Gebührenzetteldrucker angewendet werden.