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DE1190789B - Vorrichtung zur Verfolgung und Registrierung des Blickverlaufs beim Menschen - Google Patents

Vorrichtung zur Verfolgung und Registrierung des Blickverlaufs beim Menschen

Info

Publication number
DE1190789B
DE1190789B DES79044A DES0079044A DE1190789B DE 1190789 B DE1190789 B DE 1190789B DE S79044 A DES79044 A DE S79044A DE S0079044 A DES0079044 A DE S0079044A DE 1190789 B DE1190789 B DE 1190789B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
course
camera
gaze
reading
subject
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DES79044A
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Psych Gert Gutjahr
Dr Bernt Spiegel
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
WERNER FRIEDMANN DR
Original Assignee
WERNER FRIEDMANN DR
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by WERNER FRIEDMANN DR filed Critical WERNER FRIEDMANN DR
Priority to DES79044A priority Critical patent/DE1190789B/de
Priority to GB1407963A priority patent/GB1022661A/en
Priority to CH460263A priority patent/CH403154A/de
Publication of DE1190789B publication Critical patent/DE1190789B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61BDIAGNOSIS; SURGERY; IDENTIFICATION
    • A61B3/00Apparatus for testing the eyes; Instruments for examining the eyes
    • A61B3/10Objective types, i.e. instruments for examining the eyes independent of the patients' perceptions or reactions
    • A61B3/113Objective types, i.e. instruments for examining the eyes independent of the patients' perceptions or reactions for determining or recording eye movement

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Heart & Thoracic Surgery (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Biophysics (AREA)
  • Ophthalmology & Optometry (AREA)
  • Biomedical Technology (AREA)
  • Human Computer Interaction (AREA)
  • Medical Informatics (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • Surgery (AREA)
  • Animal Behavior & Ethology (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Public Health (AREA)
  • Veterinary Medicine (AREA)
  • Eye Examination Apparatus (AREA)
  • Investigating Materials By The Use Of Optical Means Adapted For Particular Applications (AREA)

Description

  • Vorrichtung zur Verfolgung und Registrierung des Blickverlaufs beim Menschen Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum photographischen Registrieren des Blickverlaufes eines Menschen während des Lesens.
  • Zur Verfolgung und Registrierung des Blickverlaufs beim Menschen sind verschiedene Möglichkeiten bekannt; sie dienen vorwiegend ophthalmologischen Zwecken. Für die Untersuchung der Beachtung von Zeitschriften, Zeitungen und ähnlichen Informationsträgern unter werbepsychologischen Gesichtspunkten sind diese Verfahren jedoch nicht anwendbar. Sie eignen sich allenfalls zur Durchführung von Forschungsexperimenten, deren Ergebnisse nur unter bestimmten experimentellen Bedingungen Gültigkeit besitzen müssen.
  • Vor allem sind die bisher bekannten Vorrichtungen zur Verfolgung und Registrierung des Blickverlaufs, die für Untersuchungen der Beachtung von Bildern, Texten oder Inseraten in Zeitschriften oder Zeitungen angewandt wurden, mit folgenden Mängeln behaftet: a) Die Versuchsperson erlebt in starkem Maße den experimentellen Charakter der Versuchssituation, die eindeutig auf ihr Auge zielt, und erkennt unter Umständen sogar den Zweck des Versuchs. Dadurch wird ihr wahrnehmendes Verhalten in einer Weise beeinflußt, die eine Aussage über den in normaler, lebensnaher Situation zu erwartenden Blickverlauf nicht mehr zuläßt. In der alltäglichen Lesesituation fehlt die Gespanntheit einer Experimental-Situation völlig. Der Blickverlauf erfolgt weitgehend unbewußt, die Wahrnehmung ist meistens verhältnismäßig unkonzentriert und selbst bei näherer Zuwendung häufig noch flüchtig und jederzeit zum Abbruch und zur Zuwendung auf neue Gegenstände bereit. Jede durch einen Versuch gesetzte Intention nimmt dem Blickverlauf diese schmetterlingshafte Beweglichkeit, Leichtigkeit und geIöste Ungebundenheit und bringt sofort Momente der Selbstbeobachtung mit ins Spiel. b) Die umständliche Auswertung der bekannten Verfahren bringt schwer kontrollierbare Fehlerquellen mit sich und beeinträchtigt somit die Genauigkeit der Ergebnisse. c) Die praktische Nutzung der Verfahren wird durch den hohen Auswertungsaufwand in Frage gestellt, zumal unter solchen Umständen die zur statistischen Sicherung der Ergebnisse erforderliche relativ hohe Zahl von Versuchspersonen nur schwer zu erreichen ist.
  • Für sehphysiologische Untersuchungen verwendet man zum Beispiel kleine Spiegel, die, auf der Hornhaut des Auges befestigt, einen Lichtstrahl reflektie- ren und so die Augenbewegungen in photographisch registrierbare Lichtspuren umsetzen.
  • Obwohl als Forschungsexperiment von großer Bedeutung, ist dieses Verfahren für die Untersuchung der Beachtung von Teilen des Inhalts von Zeitungen, Zeitschriften u. dgl. unbrauchbar, denn 1. kann man den Versuchspersonen, die für solche routinemäßig durchzuführende Tests in Frage kommen, die Anbringung eines Spiegel auf dem Augapfel nicht zumuten, 2. muß der Kopf der Versuchsperson unbeweglich eingespannt werden, was sehr störend wirkt [vgl.
  • Punkt a)j, 3. sind die Auswertungsarbeiten überaus langwierig und mühselig [vgl. Punkt b) und c)].
  • Die Brandtsche Augenkamera, die besonders in den USA zur Werbemittelprüfung verwendet wird, vermeidet den erstgenannten Nachteil, indem sie den Lichtstrahl nicht von einem Spiegel, sondern von der Hornhaut direkt reflektieren läßt. Trotz erheblicher technischer Verbesserungen (z. B. vereinfachte Kopffixierung, verbesserte Bildauswertung) ist die Verwendbarkeit des Geräts ziemlich gering. Das Objektfeld ist recht klein, die Versuchsperson kann - behindert durch die Apparatur - in der dargebotenen Zeitschrift nicht oder nur schwer blättern. Vor allem aber setzt der unter Punkt a) beschriebene Mangel der Anwendung dieses Verfahrens enge Grenzen.
  • Auch die Vorrichtung von Tiffin und Kars lake (USA-Patentschrift 2311914) ist mit einigen der obengenannten Mängel behaftet: 1. In vollem Umfange muß der unter Punkt a) gemachte Vorbehalt gelten.
  • 2. Der Erfolg des Experiments hängt in starkem Maße von Verhaltenszufälligkeiten der Versuchsperson ab. Schon bei geringen Kopf- und Körperbewegungen nach der Seite oder nach oben und unten befindet sich die Augenpartie außerhalb des Bereichs der totalen Reflektion der Glasscheibe (vgl. Fig. 1 und 2 der Patentschrift).
  • 3. Die Zeitschrift muß fixiert sein.
  • 4. Die Auswertung kann nur mit Hilfe von Eichbildern erfolgen und ist daher umständlich, aufwendig und möglicherweise ungenau [vgl.
  • Punkt c)].
  • Die nachfolgend beschriebene Erfindung ermöglicht die routinemäßige Durchführung von Untersuchungen des Blickverlaufs und damit der Beachtung von redaktionellen Teilen oder von Inseraten und Werbetexten in Zeitschriften, Zeitungen und ähnlichen Informationsträgem.
  • Es ist mit dieser Vorrichtung gemäß der Erfindung erstmals möglich, die Untersuchungen quasibiotisch, d. h. in lebensnaher Situation durchzuführen, wodurch der unter Punkt a) beschriebene Hauptmangel der bisher bekannten Verfahren behoben ist: Die Durchführung geschieht ohne störende apparative Hilfsmittel und von der Versuchsperson völlig unbemerkt. Der Blickverlauf behält dadurch die in alltäglicher Lesesituation anzutreffende schmetterlingshafte Beweglichkeit, Leichtigkeit und gelöste Ungebundenheit.
  • Die Auswertung der kinematographischen Registrieraufnahmen kann - ebenfalls im Gegensatz zu den bisher bekannten Möglichkeiten - sehr rasch und mit großer Genauigkeit erfolgen.
  • Die Erfindung erreicht diese Vorteile dadurch, daß eine Kamera derart im Rücken der Versuchsperson angeordnet ist, daß sie über deren Kopf hinweg unmittelbar die Lesevorlage und mittelbar über einen Spiegel gleichzeitig die Augen der Versuchsperson erfaßt.
  • An Hand der schematischen Zeichnung wird die Erfindung im folgenden an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
  • Die Versuchsperson sitzt auf einem normalen Stuhl 1 vor dem an einem Tisch verstellbar angebrachten Pult 2 und betrachtet das zu untersuchende Objekt 3 in gewohnter Lesehaltung und aus normaler Leseentfemung. Eine in einem schalldichten Schrank 4 unhörbar und unsichtbar eingebaute Filmkamera 5 hinter dem Stuhl 1 nimmt das Objekt und damit die jeweils aufgeschlagene Seite auf und gleichzeitig auch das Gesicht des Lesers, das in einem an der Oberkante des Pults befestigten Spiegel 6 erscheint. Das Spiegelbild des Lesers ist nur aus der Blickrichtung der Kamera sichtbar; für den Leser selbst erscheint der Spiegel mit einer dunklen leeren Fläche.
  • Dabei kann sich die Versuchsperson in jeder in einer Lesesituation überhaupt möglichen Weise bewegen, ohne daß ihr Gesicht aus dem Spiegel verschwindet; gleichfalls kann die Zeitung oder Zeitschrift in jeder Richtung bewegt werden, ohne die Durchführung der Untersuchung zu behindern.
  • Eine über Tisch und Pult angebrachte Beleuchtung 7 sorgt für die notwendige Helligkeit.
  • Von großer Bedeutung für das Erreichen einer weitgehend lebensnahen Situation, die jede Störung durch Selbstbeobachtung usw. ausschließt, ist die Instruktion. In der Psychologie wird die sogenannte quasibiotische Versuchssituation mit Vorliebe durch Einbettung des Versuchs in einen größeren Ablauf herbeigeführt, so daß die Versuchsperson während des eigentlichen Versuchs gar nicht weiß, daß sie sich in einer Versuchssituation befindet. Beispielsweise wird sie zur Durchführung der Blickregistrierung einfach in eine Wartesituation gebracht, die der alltäglichen Lesesituation in Wartezimmern sehr nahe kommt. Sie wird etwa, angeblich um auf einen anderen Versuch zu warten, in den Raum geführt, in dem sich das Pult mit der Zeitschrift befindet. Dabei wird ihr beiläufig gesagt, daß sie in dieser Zeitung oder Zeitschrift, von der die Versuchsperson annimmt, daß sie sich von einem anderen Versuch noch zufällig hier befände, inzwischen etwas lesen könne.
  • Das Leseverhalten wird über ein im Schrank neben der Kamera eingebautes Fernauge vom Nebenraum aus beobachtet und der Beginn bzw. das Ende der kinematographischen Aufnahme von dort elektrisch gesteuert.
  • Die Aufnahmegeschwindigkeit der von einem Elektromotor angetriebenen Kamera beträgt vier Bilder pro Sekunde, doch können die Aufnahmen mit Hilfe eines stufenlosen Zwischengetriebes auch mit jeder anderen Geschwindigkeit im Bereich von zwei bis vierundsechzig Bildern pro Sekunde durchgeführt werden.
  • Eine Variation der Versuchsanordnung besteht darin, daß auch die Registrieraufnahmen selbst nicht mit einer Kamera, sondern mit einem im Schrank an Stelle der Kamera aufgestellten Fernauge durchgeführt werden. Die Aufnahmen werden dann im Nebenraum wieder mit einer Schmalfilmkamera vom Bildschirm übernommen.
  • Statt des isolierten Einzelpultes, das an einem Tisch befestigt werden muß, kann auch ein Lesetisch mit drei pultartigen schrägen Auflageflächen verwendet werden, an deren Oberkanten der Spiegel in Form einer unauffälligen Zierumrandung aufgesetzt ist. Dadurch kann die zur Versuchsdurchführung erforderliche ungezwungene Wartesituation noch lebensnäher gestaltet werden, so daß selbst leiseste Verdachtsmomente der Versuchspersonen, es könnte sich um eine Versuchsanordnung handeln, ausgeschlossen sind. Die Durchführung der Blickregistrierung ist damit vollbiotisch, d. h. absolut lebensecht. Es bedarf auch keiner Anweisung der Versuchspersonen, die sich jetzt unaufgefordert an den Tisch setzen, um die Wartezeit mit dem Lesen der aufliegenden Objekte auszufüllen.
  • Die Auswertung erfolgt mit Hilfe eines Filmprojektors, der die Aufnahmen als Einzelbilder oder in jeder gewünschten Laufgeschwindigkeit im Abbildungsmaßstab 1: 1 auf einen Auswertungstisch projiziert, wo die angeblickte Stelle auf physiognomischem Wege unmittelbar (ohne Eichbilder oder Eichraster) lokalisiert werden kann. Der geübte Auswerter erreicht unschwer eine Auswertegeschwindigkeit von ungefähr fünfzig Bildern in der Minute. Die Beachtungsdauer kann durch Auszählen von Einzelbildern leicht ermittelt werden.

Claims (6)

  1. Patentansprüche: 1. Anordnung zum photographischen Registrieren des Blickverlaufes eines Menschen während des Lesens, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kamera derart im Rücken derVersuchsperson angeordnet ist, daß sie über deren Kopf hinweg unmittelbar die Lesevorlage und mittelbar über einen Spiegel gleichzeitig die Augen der Versuchsperson erfaßt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine über Tisch und Pult(2) angebrachte Beleuchtung.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch ein im Schrank (4) neben der Filmkamera eingebautes Fernauge.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die kinematographische Aufnahme elektrisch gesteuert werden kann.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kamera durch einen Elektromotor angetrieben wird.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektromotor mit einem stufenlosen Zwischengetriebe versehen ist.
DES79044A 1962-04-17 1962-04-17 Vorrichtung zur Verfolgung und Registrierung des Blickverlaufs beim Menschen Pending DE1190789B (de)

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DES79044A DE1190789B (de) 1962-04-17 1962-04-17 Vorrichtung zur Verfolgung und Registrierung des Blickverlaufs beim Menschen
GB1407963A GB1022661A (en) 1962-04-17 1963-04-09 Apparatus for evaluating the attractiveness of reading matter
CH460263A CH403154A (de) 1962-04-17 1963-04-10 Vorrichtung zur Verfolgung und Registrierung des Blickverlaufs bei einem Menschen, der als Versuchsperson ein Objekt betrachtet

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DES79044A DE1190789B (de) 1962-04-17 1962-04-17 Vorrichtung zur Verfolgung und Registrierung des Blickverlaufs beim Menschen

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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NL1002854C2 (nl) * 1996-04-12 1997-10-15 Eyelight Research Nv Methode en meetsysteem voor het meten en interpreteren van reacties van respondenten op gepresenteerde stimuli, zoals advertenties of dergelijke.
NL1002853C2 (nl) * 1996-04-12 1997-10-15 Eyelight Research Nv Methode voor het herkennen van een door een persoon waargenomen pagina of object, voor het vastleggen van de tijdsduur en de plaatsen van de pagina of het object die hij opmerkt of bekijkt, alsmede middelen voor toepassing bij de methode.

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CH403154A (de) 1965-11-30
GB1022661A (en) 1966-03-16

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