DE1190445B - Verfahren zur Herstellung von Cyanwasserstoff und Nitrilen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Cyanwasserstoff und NitrilenInfo
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Classifications
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
uuic
Deutsche KL: 12 k-3/02
Nummer: 1190 445
Aktenzeichen: Z 9693 IV a/12 k
Anmeldetag: 29. September 1962
Auslegetag: 8. April 1965
Es ist bekannt, Gemische aus Ammoniak und niederen Kohlenwasserstoffen, wie Methan, Propan,
Propylen, mit Luftsauerstoff an Platin bzw. Platin-Rhodium-Netzen und anderen Katalysatoren durch
partielle Oxydation in Cyanwasserstoff oder Nitrile zu überführen. Für die Erzielung guter Ausbeuten an
Blausäure bzw. Nitrilen ist es notwendig, daß ein möglichst homogenes Gemisch dem Reaktor zugeleitet
wird. Eine vollständige Mischung der Kohlenwasserstoffe mit dem oxydierenden Gas, d. h. mit
Luft oder Sauerstoff angereicherter Luft, ist technisch insofern schwierig durchzuführen, als beim
Mischen dieser Bestandteile stets ein Bereich durchschritten werden muß, in dem Explosionen oder Verpuffungen
auftreten können. Die obere Explosionsgrenze von Gemischen von Luft mit Methan, Propan,
Propylen oder anderen niederen Kohlenwasserstoffen wird zwar durch Zugabe von Ammoniak herabgesetzt,
jedoch nicht bis zur unteren Explosionsgrenze, so daß bei der Herstellung der für die Synthese von
Cyanwasserstoff oder Nitrilen erforderlichen Gemische in allen Fällen der Explosionsbereich bei der
Mischung durchschritten werden muß.
Es ist bekannt, die Mischung der Bestandteile in der Weise vorzunehmen, daß zunächst die Kohlen-Wasserstoffe
mit Ammoniak in dem für die Synthese optimalen Verhältnis innig gemischt und diesem
Gemisch dann in einer weiteren Mischvorrichtung die gesamte erforderliche Menge des oxydierenden
Gases beigegeben wurden, was beispielsweise unmittelbar vor den Netzen erfolgen kann. Bei diesem
bekannten Verfahren kann es zu Schwankungen der Zusammensetzung des Gasgemisches und örtlicher
Überhitzung der Netze kommen. Bei größeren Unregelmäßigkeiten in der Gemischzusammensetzung
können sogar Verpuffungen auftreten, die dann eine Beschädigung der Netze zur Folge haben. Bekanntlich
verändert sich bei der katalytischen Herstellung von Cyanwasserstoff und Nitrilen die Oberfläche des
Platins. Die Netze ergeben dann zwar bessere Ausbeuten, leiden aber erheblich in ihren mechanischen
Eigenschaften und sind dann gegen Schwankungen der Gaszusammensetzung und daraus resultierenden
Verpuffungen und örtlichen Uberhitzungen besonders empfindlich.
Erfindungsgemäß werden die vorgenannten Nachteile dadurch vermieden, daß dem innigen Gemisch
von Ammoniak und Kohlenwasserstoffen in dem für die Synthese optimalen Verhältnis das oxydierende
Gas oder die mit Sauerstoff angereicherte Luft in zwei oder mehr Stufen zugegeben wird. Die Zugabe
des oxydierenden Gases in den einzelnen Stufen er-Verfahren zur Herstellung von Cyanwasserstoff
und Nitrilen
und Nitrilen
Anmelder:
Hans J. Zimmer Verfahrenstechnik,
Frankfurt/M., Borsigallee 1-7
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Chem. Dr. phil. Leonid Andrussow, Paris
folgt zweckmäßig tangential, beispielsweise durch Düsen od. dgl. Setzt man beispielsweise einem Gemisch
aus Ammoniak und Methan statt der vollen für die Synthese benötigten Menge zunächst nur etwa
die Hälfte hinzu, so ist die Gefahr des örtlichen Auftretens von explosiven oder zu Verpuffung neigenden
Gemischen wesentlich vermindert. Das auf diese Weise erhaltene Gemisch liegt damit mit etwa 18%
Methan wieder weit über der Explosionsgrenze, und auch die Zugabe der restlichen noch erforderlichen
Menge an oxydierendem Gas kann daher wesentlich rascher und gefahrloser erfolgen. Bei der erfindungsgemäßen
mehrstufigen Zugabe der oxydierenden Gase kann die letzte Zugabe auch am Generator, also
unmittelbar vor dem Netz, erfolgen. Es empfiehlt sich, das gesamte zuzugebende Gas oder auch nur
den in einer Stufe zugeführten Teilstrom desselben vorzuwärmen. Diese Vorwärmung kann beispielsweise
durch Wärmeaustausch mit Abgasen, beispielsweise den Abgasen der vorliegenden Synthese, erfolgen.
Im Fall von Propylen empfiehlt sich der Zusatz von Wasserdampf bei der partiellen Oxydation, da
er die Aufrechterhaltung der optimalen Temperatur erleichtert.
Im Fall von Propylen erweist sich die erfindungsgemäße Zugabe der Luft in zwei oder mehr Stufen
zu einer gut durchgemischten Vormischung von Propylen mit Ammoniak als besonders wichtig, denn das
Auftreten von explosiven Gemischen ist hier noch viel größer als im Fall von Methan. Der Explosionsbereich von Propylen-Luft-Gemischen liegt zwischen
2,0 und 11,1 Volumprozent. Bei Propan ist dieser Bereich mit 2,37 bis 9,5 % etwas kleiner. Durch den
Zusatz von etwa dem gleichen Volumen Ammoniak zu Propylen oder Propan wird die obere Explosionsgrenze um etwa 6 bis 7 % gesenkt.
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An Hand der Beispiele sei das Verfahren näher erläutert.
100 ms Ammoniak werden stündlich mit 109 m3
Methan in einer mit Raschigringen gefüllten Kolonne innig vermischt und zugleich von etwaigen
Staubpartikeln gereinigt. Diesem Gemisch wird in einem Rohr tangential 350 ms gereinigte Luft zugegeben,
wobei das Rohr an geeigneter Stelle mit einer Explosionsscheibe versehen wird. Man fügt zu dem
entstandenen Gemisch von 559 m3, mit einem Gehalt von 19,8 °/o Methan, 338 m3 auf 200° C vorgewärmte
Luft tangential durch mehrere Düsen zu und leitet es mit einer Strömungsgeschwindigkeit von etwa
120cm/sec (bezogen auf Zimmertemperatur) durch
die in bekannter Weise eingespannten Platin-Rhodium-Netze. Die Betriebsdauer der Netze konnte bei
dieser Arbeitsweise, verglichen mit der Zugabe der gesamten Luft an einer Stelle, um 60% erhöht so
werden.
100 m8 Ammoniak werden mit 95 ms Propylen
innig vermischt und mit 240 m3 Luft vermengt. So- dann wird dem eigentlichen Reaktor 80 m3 Wasserdampf
und der Rest der Luft (360 m3), gegebenenfalls auf etwa 120° C vorgewärmt, zugefügt. Nach
der Reaktion des erhaltenen Gemisches an einem bekannten Katalysator, z. B. Cerphosphat, wird das
Reaktionsgemisch in an sich bekannter Weise aufgearbeitet und daraus das erzeugte Acrylnitril gewonnen.
Auch bei diesem Versuch war eine erhöhte Lebensdauer des Katalysators zu beobachten.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Blausäure und Nitrilen, durch katalytische partielle Oxydation
eines Gemisches von niederen Kohlenwasserstoffen und Ammoniak, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kohlenwasserstoffe mit Ammoniak innig vermischt werden und dem so gebildeten Gemisch das oxydierende Gas, insbesondere
Luft, in zwei oder mehr Stufen zugegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das gesamte oxydierende
Gas oder nur den in einer Stufe zugeführten Teilstrom vorwärmt.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch den Zusatz von Wasserdampf.
Priority Applications (1)
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| DEZ9693A DE1190445B (de) | 1962-09-29 | 1962-09-29 | Verfahren zur Herstellung von Cyanwasserstoff und Nitrilen |
| FR946904A FR1447129A (fr) | 1963-09-09 | 1963-09-09 | Procédé pour la préparation des composés cyanhydriques et cyaniques |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE1190445B true DE1190445B (de) | 1965-04-08 |
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Family Applications (1)
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1190445B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1997009273A1 (en) * | 1995-09-01 | 1997-03-13 | Imperial Chemical Industries Plc | Hydrogen cyanide process and apparatus therefor |
-
1962
- 1962-09-29 DE DEZ9693A patent/DE1190445B/de active Pending
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| WO1997009273A1 (en) * | 1995-09-01 | 1997-03-13 | Imperial Chemical Industries Plc | Hydrogen cyanide process and apparatus therefor |
| AU702825B2 (en) * | 1995-09-01 | 1999-03-04 | Lucite International Uk Limited | Hydrogen cyanide process and apparatus therefor |
| AU702825C (en) * | 1995-09-01 | 2002-09-19 | Lucite International Uk Limited | Hydrogen cyanide process and apparatus therefor |
| US6491876B2 (en) | 1995-09-01 | 2002-12-10 | Imperial Chemical Industries Plc | Hydrogen cyanide process and apparatus therefor |
| CN1095806C (zh) * | 1995-09-01 | 2002-12-11 | 因奥斯-艾瑞利克斯英国有限公司 | 生产氰化氢的方法及其装置 |
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