-
Verfahren zum festen oder lösbaren Aufbringen mehrerer flacher Gegenstände
aus thermoplastischem Kunststoff auf eine gemeinsame Unterlage durch Spritzgießen
oder Spritzpressen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum festen oder
lösbaren Aufbringen mehrerer flacher Gegenstände aus thermoplastischem Kunststoff
auf eine dünnwandige, allen Gegenständen gemeinsamc Unterlage mittels Spritzgießens
oder Spritzpressens Bei der Herstellung von aus thermoplastischem Kunststoff bestehenden
Gegenständen, wie Spielzeuge, Spielzeug- oder Mosaikteilchen, besteht häufig das
Bedürfnis, diese Gegenstände auf einer gemeinsamen Unterlage anzuordnen, damit sie
nach ihrer Herstellung bereits im verarbeitungsfertigen Zustand vorliegen. Dies
ist besonders bei Mosaikteilchen erwünscht, damit ganze Mosaikplatten verarbeitet
werden können. Auch für die Aufbewahrung, Sortierung und Verpackung von kleinen
Einzelteilen, wie beispielsweise Knöpfen, ist es erwünscht, daß diese auf eine gemeinsame
Unterlagc aufgebracht sind.
-
Die bisher bekannten Verfahren, um derartige aus thermoplastischem
Kunststoff bestehende Gegenstände auf eine gemeinsame Unterlage aufzubringen, sind
wenig befriedigend.
-
So sind bereits Mosaiken bekannt, bei denen die Einzelteilchen zu
Verbänden zusammengestellt sind, die die normale Fliesengröße haben und bei denen
die Einzelteilchen, aus denen sich das Mosaik zusammensetzt, von einer Folie oder
einer ähnlichen dünnwandigen Schicht zusammengehalten werden.
-
Dabei ist es aber notwendig, daß nach dem Verlegen der einzelnen Mosaikplatten
diese Folie abgezogen wird. Sie ist infolgedessen auf der später sichtbaren Fläche
der Einzelteilchen aufzukleben.
-
Das Abziehen dieser Folie von den verlegten Teilchen ist aber oft
nur unter Beschädigung dieser Teilchen möglich.
-
Man kennt ferner bereits Mosaiken, bei denen die Einzelteilchen mittels
Bändern, Streifen oder Fäden auf derjenigen Seite zusammengehalten werden, die später
der Unterlage zugewandt ist. Auch kleines Holzparkett wird auf Folien aufgeklebt
und so in den Handel gebracht und dann mit Hilfe dieser Folien im Gesamtverband
verlegt. Das Aufbringen dieser Einzelteilchen auf die Bänder, Streifen oder Fäden
erfolgt aber bisher durch nachträgliches Aufkleben der Einzelteilchen auf diese
als Unterlage dienenden Verbindungselemente und erfordert somit einen weiteren Arbeitsgang.
-
Es ist zwar auch bereits bekannt, kleine, aus Kunststoff bestehende
Einzelteile durch den Spritz-oder Preßvorgang unmittelbar mit einzelnen Streifen,
die einen gewissen Abstand voneinander besitzen, zu verbinden. Bei diesen bekannten
Verfah-
ren werden die einzelnen Fäden oder Streifen in Netzform miteinander verknüpft,
so daß zwischen den einzelnen Befestigungs- oder Zusammenhalteelementen genügend
Zwischenraum besteht, um das jeweilige zur Herstellung des Gegenstandes verwendete
Material in die Form einzuführen. Sollen andererseits einzelne Gegenstände mit einer
zusätzlichen Gewebeschicht versehen werden, so ist es auch bereits bekannt, in die
Form, die zur Herstellung dieser Gegenstände dient, die betreffende Gewebeschicht
einzulegen, die dann mit dem jeweiligen Kunststoff umspritzt bzw. durch Aufspritzen
verbunden wird. Dieses bekannte Verfahren erlaubt es aber nicht, eine Vielzahl von
Gegenständen auf eine allen Gegenständen gemeinsame Unterlage aufzubringen.
-
Das vorliegende Verfahren zum festen oder lösbaren Aufbringen mehrerer
Gegenstände aus thermoplastischem Kunststoff auf eine in eine mehrteilige Form einlegbare
dünnwandige, ebene und allen Gegenständen gemeinsame Unterlage unterscheidet sich
von diesem bekannten Verfahren dadurch, daß eine mit mehreren der Zahl der herzustellenden
Gegenstände entsprechenden Durchtrittsöffnungen für den plastifizierten Kunststoff
versehene Unterlage derart in die Form eingelegt wird, daß sie auf der einen Seite
an der einen Formhälfte, die entsprechenden Öffnungen der Unterlage Angußkanäle
oder Angußdüsen aufweist, dicht anliegt, während sich auf deren anderen Seite jeder
Öffnung bzw. Angußdüse gegenüberliegend je der eigentliche Formhohlraum der anderen
Formhälfte für die herzustellenden Gegenstände befindet, und daß nach
dem
Schließen der Formhälften plastifizierter Kunststoff durch die Angußkanäle oder
Angußdüsen und die Öffnungen der Unterlage hindurch jedem Formhohlraum zugeführt
wird. Zweckmäßig wird als Unterlage Pappe oder Papier verwendet, die mit einem wärmebeständigen
Füllmittel, beispielsweise Asbest, versehen sind. Man kann auch eine Unterlage verwenden,
die auf der den aufzubringenden Gegenständen abgewandten Seite derart saugfähig
ist, daß sie an dieser Seite eine Bindung mit abbindefähigem Material, wie Kalkmörtel
oder Zement, ermöglicht, was besonders für die Herstellung von Mosaikplatten wesentlich
ist. Die Bindung der jeweiligen Unterlage mit den herzustellenden Gegenständen kann
auch in der Weise erfolgen, daß Kunststoffolien, die beispielsweise aus Polyäthylen
bestehen, verwendet werden, die durch Temperatureinwirkung sich mit den herzustellenden
Gegenständen verbinden.
-
Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es möglich, sowohl Gegenstände
gleicher Farbe mi einer gemeinsamen Unterlage zu verbinden, als auch die Gegenstände
selbst in ihrer Farbe nach einem vorgegebenen Plan zu variieren. Im ersteren Fall
münden die Angußkanäle oder Angußdüsen in der Formhälfte in einem gemeinsamen, mit
dem Spritzaggregat in Verbindung zu bringenden Angußkanal.
-
Im andern Fall werden gemäß einem weiteren Kennzeichen der Erfindung
zwischen der die Angußkanäle oder Angußdüsen enthaltenden Formhälfte und einer mit
den Spritzaggregaten in unmittelbarer Verbindung stehenden Hauptverteilerplatte
mehrere Zwischenplatten austauschbar angeordnet, in denen Durchgangsbohrungen und
auf deren Oberfläche mit den Bohrungen in Verbindung stehende Nuten derart angebracht
sind, daß eine Verteilung der verschiedenfarbigen Kunststoffe auf die Formhohlräume
in einer gewünschten, untereinander abwechselnden Zusammenstellung möglich ist.
-
Weist die Form nietkopfförmige Vertiefungen in den Angußkanälen oder
Angußdüsen, an der dem Formhohlraum zugewandten Seite der Formhälfte auf, so wird
dadurch sichergestellt, daß ein Lösen der einzelnen Gegenstände von der gemeinsamen
Unterlage unmöglich wird, da diese nietkopfartig mit der Unterlage verbunden werden.
-
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Es zeigt F i g. 1 die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendete
Spritzvorrichtung in auseinandergezogener Darstellung der wesentlichen Einzelteile,
F i g. 1 a eine perspektivische Ansicht der einzelne Formnester tragenden Formhälfte,
F i g. 2 einen Ausschnitt aus der durch das erfindungsgemäße Verfahren herzustellenden
Mosaikplatte, bei der die einzelnen Mosaikelemente aul einer gemeinsamen Unterlage
aufgebracht sind, und F i g. 3 einen Ausschnitt einer Spritzvorrichtung, durch die
die einzelnen Gegenstände nietartig mit der gemeinsamen Unterlage verbunden werden.
-
An der Hauptverteilerplatte 2 der F i g. 1 sind ein, zwei oder mehrere
Spritzaggregate, beispielsweise Spritzzylinder 1 und 1 a, angeschlossen. Der jeweilige
Zylinderraum ist durch Durchbrechungen 3 und 3 a zugänglich. Als nächstes Element
der Spritzvorrichtung, die im auseinandergezogenen Zustand dargestellt ist, folgt
eine erste Zwischenplatte 4, auf
deren Oberfläche Nuten 6 und eine Durchgangsbohrung
7 eingearbeitet sind. Eine zweite Zwischenplatte 5 ist in gleicher Weise gestaltet,
wobei allerdings die Nuten 8 unterschiedlich zu den Nuten 6 der Verteilerplatte
4 verlaufen. Entsprechend sind auch die Durchgangslöcher 9 in diese Zwischenplatte
5 eingearbeitet.
-
An diese beiden Platten schließt sich eine Formhälfte 10 an, die
lediglich mit Angußbohrungen 11 versehen ist, die aber ihrerseits mit den Nuten
und Durchgangsbohrungen der Zwischenplatten 4 und 5 in Verbindung stehen. Zwischen
der Formhälfte 10 und der Formhälfte 14 wird die Unterlage 12 mit den Öffnungen
13 angeordnet. Auf der Formhälfte 14, und zwar auf der der Unterlage 12 zugewandten
Seite, werden durch Stege 16 die einzelnen Formnester 15 gebildet.
-
Diese die Spritzvorrichtung bildenden Teile werden in an sich bekannter
Weise mittels Spannelementen zusammengepreßt, wobei durch Stifte, Bolzen, Nuten
u. dgl. eine genaue Justierung dei Platten hinter- und aufeinander gewährleistet
wird.
-
Nach dem Zusammenpressen der Platten 4, 5 und 10 mit der Formhälfte
10 und der Hauptverteilerplatte 2 werden die Nuten 6 und 8 auf der Oberseite der
Platten 4 und 5 von den jeweiligen Rückseiten der Platten 5 und 10 so abgedeckt,
daß die bisher offenen Kanäle zu geschlossenen Verteilerröhren werden. Der auf der
Oberseite der Platte 4 befindlichen Nut 6 sind Durchgangsbohrungen 9 in der Platte
5 zugeordnet und der Nut 8 auf der Platte 5 ebensolche Bohrungen 11 in der Platte
10.
-
In dieser befinden sich noch weitere mit den Bohrungen 9 in der Platte
5 fluchtende Durchgangsbohrungen.
-
Die Öffnungen 13 in der Unterlage 12, die bei jedem Arbeitsvorgang
des Spritzgerätes jeweils neu eingebracht werden muß, entsprechen diesen oben erwähnten
Bohrungen in der Formhälfte 10.
-
Durch diese zweckmäßige Anordnung von Durchgangsbohrungen und Nuten
ergibt sich die Möglichkeit, mit verschiedenfarbigen Kunststoffen, die sich jeweils
in den Spritzaggregatenl, la getrennt voneinander befinden, die Formhohlräume 15
in der Formhälfte 14 entsprechend dem Verlauf der Nuten 6 und 8 verschiedenfarbig
zu füllen. Das Ausführungsbeispiel, das lediglich zwei Spritzaggregate 1, la enthält,
beschränkt infolgedessen nicht die Zahl der erfindungsgemäßen Möglichkeiten zui
verschiedenfarbigen Ausgestaltung der einzelnen Gegenstände, die auf eine gemeinsame
Unterlage aufgespritzt werden sollen. Je nach der Zahl der Spritzaggregate bzw.
nach der Zahl der Zwischenplatten und dem Verlauf der einzelnen Durchgangsbohrungen
und Nuten kann die Anzahl der verwendeten Farben und deren jeweilige Verteilung
auf die einzelnen Gegenstände in beliebiger Weise variiert werden.
-
Mit beginnender Tätigkeit des Druckmittels im Zylinder 1 tritt das
in diesem Zylinder 1 befindliche eingefärbte, spritzbare Material aus der Öffnung3
aus und gelangt zunächst durch die Durchgangsbohrung 7 der Zwischenplatte 4 hindurch
in die mit den Bohrungen 7 fluchtend liegenden Bohrungen in den Platten 5 und 10.
Über diese Durchgangsbohrungen der Platten 5 und 10 hindurch gelangt das entsprechende
eingefärbte Material in Formhohlräume 15 der Formhälfte 14.
-
In der Zwischenplatte 5 fließt das verwendete Material jedoch nicht
nur in einer Richtung, sondern tritt auch in die abzweigenden Verteilerkanäle 8
dieser Platte ein, von denen aus dann wieder Bohrungen der Platte 10 zu entsprechenden
Formhohlräumen der Formhälfte 14 führen. In der in F i g. 1 a dargestellten Formhälftel4
werden also die mit a, b, c, d, e und f bezeichneten Formhohlräume über den Austrittsschlitz
3 hindurch aus dem Zylinder 1 beschickt.
-
Für den anderen, im Zylinder enthaltenen andersartig gefärbten Kunststoff
vollzieht sich der gleiche Vorgang zur gleichen Zeit. Nach Beendigung des Spritzvorganges
wird die Formhälfte 14 abgezogen, wodurch die nunmehr auf der Unterlage 12 haftenden
Formteile zugänglich werden. Im Bedarfsfall sorgt eine Abtrennvorrichtung in bekannter
Weise für die Ablösung des Gesamtverbandes, der aus den aufgespritzten Formteilen
und der Unterlage besteht, aus der Formhälfte 10.
-
Der die Unterlage bildende Werkstoff ist vorzugsweise so ausgewählt,
daß sich formseitig eine arteigene Bindung dieses Werkstoffes mit den aufgespritzten
Teilen ergibt. Dies ist dann möglich, wenn man die Unterlage aus einer thermoplastischen
Folie herstellt, die sich unter dem Wärmeeinfluß mit den einzelnen, aus thermoplastischem
Kunststoff bestehenden Gegenständen verbindet.
-
Die Verbindung der einzelnen Gegenstände mit der gemeinsamen Unterlage
kann aber auch in der Weise erfolgen, daß diese Gegenstände durch einen gleichzeitig
mitgespritzten, nietkopfartigen Ansatz ihren Halt an der Unterlage 12 bekommen.
So zeigt die F i g. 3 einen Schnitt durch den Gegenstand 17, die Unterlage 12 und
die FormhälftelO. Der dargestellte Angußkanal 11 dieser Formhälfte mündet in einer
Eintiefung 19. Dadurch bildet sich beim Spritzvorgang ein nietkopfartiger Ansatz
20, der den Gegenstand 17 an der Unterlage festhält, wenn diese aus der Vorrichtung
gelöst wird.
-
Die beiden Seiten der Unterlage 12 werden zweckmäßig in einer dem
späteren Verwendungszweck der einzelnen Gegenstände angepaßten Weise vorbehandelt.
So ist es beispielsweise möglich, sie durch Benetzung mit Wasser oder einem Lösungsmittel
klebefähig zu machen. Sie kann aber auch selbst mit einer selbstklebenden Schicht
ausgestattet sein. Es ist ferner möglich, die Zwischenlage aus einem von organischen
Fasern freien Material herzustellen, das mit abbindefähigen Massen, wie Kalkmörtel
oder Zement, verträglich und saugfähig ist. Sie kann aber auch dekoriert oder in
irgendeiner Weise bedruckt sein, um ein Innenraumdekor bei Spielzeugen od. dgl.
zu ergeben.
-
Die Elastizität der Unterlage ermöglicht bei der Spritzung von Mosaiken
auch die Verlegung der fertig gespritzten Mosaikplatten auf gerundeten Unterlagen,
beispielsweise zur Verkleidung von Säulen.
-
Die durch die Stege 16 in der Formhälfte 14 entstehenden Fugen 18
(F i g. 2) gestatten ein normales Ausfugen der Mosaikteilchen mit einem geeigneten
Material nach der erfolgten Verlegung dieser Mosaikteilchen an einer Wand, einer
Decke oder auf einer anderen mit Mosaik zu belegenden Fläche.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren ist natürlich auch anwendbar, wenn
die Formhohlräume 15 in der Formhälfte 14 nicht regelmäßig gegliederte Quadrate
sind, sondern mehr oder weniger beliebig
geformte Gestalt besitzen. Die Durchgangsbohrungen
7, 9 und 11 und die einzelnen Verteilerkanäle 6 und 8 sind dann sinngemäß anzuordnen.
Es wurde bereits im vorstehenden erwähnt, daß man auch mehr als zwei Farben gleichzeitig
verarbeiten kann, wenn man nur durch entsprechende Zahl von Spritzaggregaten, Verteilerkanälen
und Durchgangsbohrungen dafür sorgt, daß die verschiedenfarbigen Spritzmaterialien
gleichzeitig in die ihnen jeweils zugeordneten Formhohlräume der Formhälfte 14 gelangen.
-
Es ist ferner möglich, die erwähnten Zwischenplatten 4 und 5 als
ein leicht auswechselbares Aggregat auszubilden, so daß vor allem bei der Mosaikherstellung
ein Wechsel in der Farbenverteilung ohne einen komplizierten Umbau der gesamten
Form leicht vorgenommen werden kann.