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Oxydationskatalysatoren und Verfahren zu ihrer Herstellung Die Erfindung
betrifft neue Oxydationskatalysatoren zur Verbrennung von Verunreinigungen in Gasströmen
und Verfahren zu ihrer Herstellung. Die erfindungsgemäßen neuen Katalysatoren werden
vor allem in Auspuffsystemen von Verbrennungsmotoren zur Verhinderung oder Herabsetzung
des Ausströmens von Kohlenmonoxyd und anderer unverbrannter oder teilweise verbrannter
Produkte in die Atmosphäre verwendet. Dadurchkönnen rauchartige Nebel (» Smog «
3 bildende Stoffe aus-den Auspuffgasen von Verbrennungsmotoren praktisch voliständig
entfernt werden.
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Die Verbrennung von Treibstoffen in einem Fahrzeugmotor, z. B. einem
normalen Benzin-oder Dieselmotor, ist bekanntlich verhältnismäßig unvollständig.
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Ein beträchtlicher Teil des Treibstoffes wird in unverbranntem oder
teilweise oxydiertem Zustand als Auspuffgas in die Atmosphäre entlassen und führt
insbesondere in Stadtgebieten zur Luftverseuchung. Die Auspuffgase aus Verbrennungsmotoren
enthalten ein Gemisch giftiger Stoffe, wie Kohlenmonoxyd, und andere unerwünschte
oxydierbare Verbindungen, wie gesättigte und ungesättigte Kohlenwasserstoffe, sauerstoffhaltige
organische Verbindungen, wie Aldehyde und organische Säuren, welche auf Grund der
obengenannten verhältnismäßig unvollständigen Verbrennung der Treibstoffe vorliegen.
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Mit » Kaltstartauspuffgase< werden in der Beschreibung die Auspuffgase
bezeichnet, welche beim Betrieb von Verbrennungsmotoren gebildet werden, wenn diese
niedrige Temperaturen von 250 bis 350°C atfweisen. Derartige Gase enthalten verhältnismäßig
große Mengen an unverbrannten oder teilweise verbrannten Treibstoffen, die bis zu
50 °/o des dem Motor zugeführten Treibstoffes ausmachen.
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Unter » Leerlaufauspuffgase « sind solche Auspuffgase zu verstehen,
die in Verbrennungsmotoren bei negativer Beschleunigung oder im Leerlauf gebildet
werden. Diese Gase enthalten ebenfalls erhebliche Mengen an unverbrannten oder teilweise
verbrannten Treibstoffen. Die Mengen liegen in der gleichen Größenordnung wie bei
den Kaltstartauspuffgasen.
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Die Menge an unverbrannten oder teilweise verbrannten oxydierbaren
Verbindungen in Auspuffgasen schwankt beträchtlich. Derartige Gase enthalten im
allgemeinen 2 bis 3 Volumprozent Kohlenmonoxyd und 0, 1 bis 0, 3 °/0 einer Mischung
gesättigter und ungesättigter Kohlenwasserstoffe und sauerstoffhaltiger organischer
Verbindungen, wie Aldehyde und organische Säuren. Die Menge dieser Stoffe in Auspuffgasen
hängt vom Verbrennungsmotor und den Bedingungen, unter denen dieser betrieben wird,
ab.
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Da Verbrennungsmotoren, wie Benzinmotoren, normalerweise mit'einembenzin-reichenLuftgemisch
laufen, werden beispielsweise während der normalen Fahrtbedingungen eines Kraftwagens
etwa 1 bis 4Q/0 des dem Motor zugefiihrten TreibstoSs als unverbranntes oder teilweise
verbranntes Material in Form des obengenannten Gemisches :-in die Auspuffgase entlassen.
Diese Menge nimmt beim Leerlauf des Motors auf etwa 2 bis 8°/o zu und kauri beim
Kaltstart oder bei negativer Beschleunigung bis zu 50°/0 betragen.
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Es ist bereits bekannt, zur Reiniging oder Beseitigung der obengenannten
Auspuffgase bestimmte Oxydationskatalysatoren zu verwenden. Derartige Katalysatoren
wurden gew6hnlich in der-Auspuffleitung von Verbrennungsmotoreli angeordnet und
mit einer Mischung von Luft und den Auspuffgasen der Motoren zusammengebracht, un-i
die unerwünschten Bestandteile der Auspuffgase katalytisch zu oxydieren und damit
zu entfernen. Es wurde auch schon vorgeschlagen, bestimmte spezielle Oxydationskatalysatoren
in besonders konstruierten W. uspufftopfen derartig zu verwenden, daß Luft mit den
Auspuffgasen unmittelbar vor dem Kontakt dieser Gase mit dem Katalysator vermischt
wird. Die Luft dient als Sauerstoffquelle zur katalytischen Oxydation. Ein derartiger
typischer katalytischer Auspufftopf ist in der USA.-Patentschrift 2 909 415 beschrieben.
Auf Grund der Schwierigkeit, einen genügend aktiven Oxydationskatalysator zur Verfügung
zu stellen, der bei den starken Schwankungen der Temperatur und Konzentration
an
oxydierbaren Stoffen, wie sie gewöhnlich in den obengenannten Auspuffgasen angetroffen
werden, arbeitet, fanden bisher allerdings solche Oxydationskatalysatoren und bzw.
oder Auspufftöpfe, welche derartige Katalysatoren enthalten, keine nennenswerte
Verwendung. Es sind ferner Verbrennungskammern bekannt, deren Innenwandung teilweise
eine fest haftende hochfeuerfeste keramische Schicht mit Oxydationskatalysatoreigenschaften
aufweist, wobei diese Schicht ein Gemisch bestimmter seltener Erdmetalle enthält.
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Die vorstehend besprochenen Oxydationskatalysatoren arbeiten bei
Temperaturen unterhalb 450°C nicht oder nicht wirksam. Derartige Katalysatoren sind
im allgemeinen wirkungslos bei der katalytischen Oxydation, wenn sie mit lufthaltigen
Kaltstartauspuffgasen bei Temperaturen von 250 bis 350°C während der Startbedingungen
zusammengebracht werden. Der Zusatz von Luft zu den Auspuffgasen, der zwar notwendig
ist, um Sauerstoff zur katalytischen Oxydation der Auspuffgase zur Verfügung zu
stellen, setzt gewöhnlich ebenfalls die Temperatur der Auspuffgase unter 450° C
herab.
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Zweck der Erfindung ist es, neue Oxydationskatalysatoren und Verfahren
zu ihrer Herstellung zur Verfügung zu stellen, die den vorstehend aufgezeigten Nachteilen
wirksam begegnen.
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Die Erfindung stellt neue Oxydationskatalysatoren zur Verfügung,
die durch einen Gehalt an aktiviertem porösem Metalloxyd von Metallen der Gruppe
11, III, IVa und VIa des Periodischen Systems gekennzeichnet sind, welches auf seiner
Oberfläche ein Gemisch aus einer überwiegenden Menge Kupferoxyd und einer geringeren
Menge eines seltenen Erdmetalloxyds oder einer Mischung von Oxyden der seltenen
Erdmetalle aufweist.
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Die vorliegende Erfindung stellt auch Katalysatoren der beschriebenen
Art zur Verfügung, bei denen das aktive poröse Metalloxyd bestimmte nachstehend
definierte physikalische Eigenschaften aufweist, die sie zur praktisch vollständigen
Oxydation und Entfernung der giftigen und smogbildenden Gase und Dämpfe in den Auspuffgasen
von Verbrennungsmotoren geeignet machen.
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Die vorliegende Erfindung beruht zum Teil auf dem Befund, daß ein
Katalysator, der ein aktives poröses Metalloxyd von Metallen der Gruppe 11, III,
IVa und VIa des Periodischen Systems aufweist, welches auf seiner Oberfläche eine
vorzugsweise einheitliche Mischung aus einer überwiegenden Menge an Kupferoxyd und
einem Oxyd eines oder mehrerer der Metalle der seltenen Erden, vorzugsweise einem
Oxyd eines oder mehrerer Metalle der seltenen Erden, welche zu höheren Wertigkeitsstufen
als der dreiwertigen Stufe oxydierbar sind, enthält, ein äußerst aktiver Oxydationskatalysator
darstellt.
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Die aktiven porösen Metalloxyde von Metallen der Gruppe II, III,
IVa und VIa des Periodischen Systems sind schwer schmelzbare Metalloxyde, die eine
bestimmte Kristallstruktur besitzen und vor der Aktivierung ein definiertes Röntgenbeugungsdiagramm
aufweisen. Bei der Aktivierung, die gewöhnlich durch Erhitzen auf erhöhte Temperaturen
erfolgt, verliert ein derartiges Metalloxyd in beträchtlichem Ausmaß seine Kristallinität
und zeigt ein, wenn auch weniger deutlich definiertes Röntgenbeugungsdiagramm als
das entsprechende katalytisch inaktive poröse Metalloxyd.
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Besonders brauchbare katalytisch aktive, poröse Metalloxyde für die
vorliegende Erfindung sind poröses Aluminiumoxyd, Thoriumoxyd, Chromoxyd, Magnesiumoxyd,
Zirkonoxyd und Berylliumoxyd. Von diesen aktiven porösen Metalloxyden werden Aluminiumoxyd,
Thoriumoxyd und Zirkonoxyd bevorzugt.
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Besonders bevorzugt ist Aluminiumoxyd.
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Erfindungsgemäß wurde festgestellt, daß beim Zusammenbringen einer
Mischung von Luft und Auspuffgasen von Verbrennungsmotoren mit dem neuen Katalysator
der Erfindung bei Temperaturen im Bereich von 250 bis 950°C praktisch sämtliche
unerwünschten oxydierbaren Bestandteile katalytisch zu Kohlendioxyd und Wasser oxydiert
und hierdurch die Abgase gereinigt werden.
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Es ist bekannt, daß die vorstehend genannten porösen Metalloxyde
in einer speziellen Form existieren oder hergestellt werden müssen, um katalytisch
aktiv zu sein. So sind z. B. vom Aluminium mehrere kristalline Formen bekannt, z.
B. das sogenannte -, y-, X und A-Aluminiumoxyd. Im allgemeinen kann man y-Aluminiumoxyd
durch Erhitzen von gefälltem Aluminiumhydroxyd oder durch Zersetzen eines Aluminiumsalzes,
beispielsweise Aluminiumnitrat, bei Temperaturen zwischen etwa 425 und 540° C herstellen.
Es ist auch bekannt, daß beim Erhitzen von y-Aluminiumoxyd auf über 1150°C diese
Form nach und nach in A-Aluminiumoxyd, x-Aluminiumoxyd und schließlich in das trigonale
kristalline oder a-Aluminiumoxyd übergeht, das ohne weitere Verarbeitung katalytisch
inaktiv ist. Man kann jedoch ein derartiges a-Aluminiumoxyd katalytisch aktiv machen,
beispielsweise durch Behandlung mit Ammoniumnitrat und Salpetersäure und anschließende
Kalzinierung. Es wurde erfindungsgemäß jedoch festgestellt, daß man jedes der vorstehend
genannten katalytisch aktiven, porösen Aluminiumoxyde oder andere beschriebene aktivierte,
hochschmelzende poröse Metalloxyde für die Zwecke der Erfindung verwenden kann.
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Man kann zwar jedes poröse Aluminiumoxyd mit den vorstehend genannten
Eigenschaften für die erfindungsgemäßen Katalysatoren verwenden, doch wurde festgestellt,
daß man vorzugsweise ein im Handel erhältliches katalytisches A-Aluminiumoxyd verwendet.
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Die als ein Bestandteil oder Teil der erfindungsgemäßen Katalysatoren
als besonders brauchbar befundenen aktiven porösen Metalloxyde sind durch ein Porenvolumen
von etwa 0, 2 bis etwa 0, 4 ml/g und einem durchschnittlichen Porendurchmesser von
70 bis 90 A gekennzeichnet. Die Messung der Porengröße, einschließlich des Porenvolumens
und Porendurchmessers an verschiedenen porösen Stoffen ist eingehend von C. L. Drake
und H. L. Ritter in der Zeitschrift » Industrial and Engineering Chemistry «, Analytical
Edition, Bd. 17, S. 782 bis 791 (1945), beschrieben. Die dort angegebenen Methoden
wurden im wesentlichen zur Bestimmung der durchschnittlichen Porendurchmesser und
anderer Porenmessungen der katalytisch aktiven, porösen Metalloxyde, die in den
Katalysatoren der Erfindung verwendet wurden, angewandt. Die bevorzugten katalytisch
aktiven, porösen Metalloxyde sind weiterhin gekennzeichnet durch eine spezifische
Oberfläche von 50 bis 150 m2/g, vorzugsweise 80 bis 120 m3/g, gemessen nach der
Methode von Brunauer, E m m e t und T e 11 e r, sAdvances in Colloid Science «,
Bd. I, S. I bis 36 (1932), New York, Interscience Publishers.
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Eines der aktivierten porösen Metalloxyde, welches in einer bevorzugten
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Katalysatoren verwendet wird, ist ein katalytisch
aktives A-Aluminiumoxyd, welches durch Kalzination bei Temperaturen zwischen 400
und 900° C, vorzugsweise 450 bis 550° C, von ou-Aluminiumoxydtrihydrat hergestellt
ist. Während der Kalzinierung bilden sich durch den Verlust an Wasser und die gleichzeitig
erfolgende Aluminiumoxydumkristallisation zahlreiche große Poren, und man erhält
gewöhnlich ein poröses, katalytisch aktives A-Aluminiumoxyd, welches die nachstehenden
charakteristischen Röntgenbeugungsdiagramm-d-Werte (gefilterte Cu-K-Strahlung) und
relativen Intensitäten aufweist. 10 bedeutet die stärkste Beugung.
| d-Werte Relative Intensität |
| 2, 4 4 |
| 2, 27 2 |
| 2, 11 3 |
| 1, 98 2 |
| 1, 53 |
| 1, 39 10 |
Das auf die beschriebene Weise hergestellte poröse A-Aluminiumoxyd ist durch ein
Porenvolumen von 0, 25 bis 0, 35 ml/g, eine spezifische Oberflache von 90 bis 100
m2/g und einen durchschnittlichen Porendurchmesser von 70 bis 90 A gekennzeichnet.
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Wie oben bereits bemerkt, wird zur Herstellung der neuen Katalysatoren
der Erfindung eine Mischung aus Kupferoxyd und bestimmten Oxyden der seltenen Erdmetalle,
vorzugsweise diejenigen der Cer-Gruppe, z. B. Cer, Praseodym, Neodym Samarium oder
Europium, oder ein Gemisch von Kupferoxyd und Mischungen dieser seltenen Erdmetalloxyde,
auf die Oberflächen irgendeines der aktivierten porösen Metalloxyde aufgebracht.
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Die Mischungen von Kupferoxyd und seltenen Erdmetalloxyden können
auf die Oberfläche einschließlich der Oberflächen innerhalb der Poren irgendeines
der vorstehend erwähnten aktivierten porösen Metalloxyde auf verschiedenste Weise
aufgebracht oder einverleibt werden. Beispielsweise kann man ein aktives poröses
Metalloxyd mit einer Dispersion von Kupferoxyd und einem oder mehreren der seltenen
Erdmetalloxyde in einem flüchtigen organischen Lösungsmittel, wie Methanol, Athanol
oder Aceton, behandeln. Das Lösungsmittel läßt man dann aus dem porösen Metalloxyd
verdampfen. Die aktiven porösen Metalloxyde können auch getrennt in beliebiger Reihenfolge
mit einer Dispersion von Kupferoxyd in einem flüchtigen organischen Lösungsmittel
und mit einer Dispersion eines oder mehrerer der seltenen Erdmetalloxyde in einer
flüchtigen Flüssigkeit behandelt werden. Allerdings bietet diese getrennte Behandlung
keine Vorteile, und eine einzige Behandlung mit einer eine Mischung von Kupferoxyd
und einem oder mehreren der seltenen Erdmetalloxyde enthaltenden Dispersion wird
bevorzugt.
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Eine weitere und bevorzugte Verfahrensweise zum Aufbringen der Mischung
von Kupferoxyd und einem oder mehreren der seltenen Erdmetalloxyde auf die Oberfläche
des porösen Metalloxyds besteht darin, daß man das poröse Metalloxyd mit Mischungen
von
Kupfersalzen und einem oder mehreren seltenen Erdmetallsalzen erhitzt. Die genannten
Salze werden beim Erhitzen auf eine Temperatur oberhalb des Schmelzpunktes der Salze
in Kupferoxyd und seltene Erdmetalloxyde umgewandelt.
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Eine andere und besonders bevorzugte Verfahrensweise besteht in der
Behandlung oder dem Zusammenbringen des porösen Metalloxyds, vorzugsweise aktiven
Aluminiumoxyd, zweckmäßigerweise in granulierter bzw. körniger Form mit einer wäßrigen
Lösung, die ein wasserlösliches, thermisch zersetzbares Kupfersalz, vorzugsweise
Kupferacetat oder Kupfernitrat, und ein wasserlösliches, thermisch zersetzbares
seltenes Erdmetallsalz, vorzugsweise Praseodymacetat oder Praseodymnitrat enthält.
In einigen Fällen kann es erwünscht sein, die Behandlung mehrmals zu wiederholen,
beispielsweise ein-, zwei-oder dreimal. Die erhaltene Mischung wird hierauf zur
Verdampfung des Wassers und zur Umwandlung der Kupfersalze und der seltenen Erdmetallsalze
auf eine entsprechend hohe Temperatur erhitzt. Die Arbeitstemperatur zur Durchführung
dieser Umwandlung liegt vorzugsweise zwischen etwa 250 und 950°C. Man erhält auf
diese Weise einen granulierten bzw. körnigen Katalysator, der ein aktives poröses
Metalloxyd mit einer gleichmäßigen Mischung von Kupferoxyd und einem seltenen Erdmetalloxyd
auf seiner Oberfläche enthält.
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Man kann zwar zur Herstellung der erfindungsgemäßen Katalysatoren
jedes thermisch zersetzbare Kupfer-und seltene Erdmetallsalz verwenden, z. B. die
Formiate, Acetate und Nitrate, doch werden die Nitrate besonders bevorzugt.
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Der Anteil an Kupferoxyd in der Mischung von Kupferoxyd und einem
oder mehreren der seltenen Erdmetalloxyde auf dem aktiven porösen Metalloxyd kann
in gewissem Ausmaß schwanken. Im allgemeinen beträgt der Anteil 10 bis 20 Gewichtsteile
Kupfer in Form von Kupferoxyd auf der Oberfläche von je 100 Gewichtsteilen des aktiven
porösen Metalloxydes.
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Das Kupferoxyd befindet sich gewöhnlich in der Form von Kupfer (In-oxyd,
doch kann es auch in Form einer Mischung von Cupri-und Cuprooxyden vorliegen.
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Der Anteil der seltenen Erdmetalloxyde in der Mischung von Kupferoxyd
und einem oder mehreren der vorstehend genannten seltenen Erdmetalloxyde beträgt
gewöhnlich etwa 05 bis 0, 4 Gewichtsteile seltenes Erdmetall in Form dessen Oxyd
je 100 Teile des aktiven porösen Metalloxyds. Die seltenen Erdmetalloxyde, welche
die bevorzugten Bestandteile des erfindungsgemäßen Katalysators sind, existieren
gewöhnlich in einer oder mehreren Oxydformen. Beispielsweise bilden Praseodym, Terbium,
Neodym, Cer und Dysprosium im allgemeinen dreiwertige Oxyde, welche zu höheren Wertigkeitsstufen
oxydierbar sind.
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Zum Beispiel kann Praseodym Oxyde mit einer Wertigkeit von 3, 4 oder
5 bilden, und es kann in drei Oxydformen existieren, z. B. Prsosn PrOs und Pr6Oll.
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Gewöhnlich liegt das Praseodym als dreiwertiges Metalloxyd vor.
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Die auf die oben beschriebene Weise hergestellten erfindungsgemäßen
Katalysatoren können als Oxydations-oder Dehydrierungskatalysatoren in einer Anzahl
von Verfahren verwendet werden, z. B. zum Cracken und bei der Raffination in der
Erdölindustrie, sowie zur Oxydation oxydierbarer giftiger und smogbildender Stoffe
in den Auspuffgasen von Verbrennungsmotoren.
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Die vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen Katalysatoren können
z. B. als Pulver, grobe oder feine Körnchen, Strangpreßstücke, Scheiben, Tabletten,
Plätzchen u. dgl. hergestellt werden. Die Katalysatoren können in diesen Formen
durch Grobvermahlen, Feinvermahlen, Strangpressen oder Tablettieren der fertigen
Katalysatoren in an sich bekannter Weise erhalten werden. In einigen Fällen kann
das aktive poröse Metalloxyd vor dem Einverleiben der Oxyde des Kupfers und einem
oder mehreren der seltenen Erdmetalle in dessen Oberfläche in der gewünschten physikalischen
Form hergestellt werden.
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Die jeweilige physikalische Form oder Gestalt der Oxydationskatalysatoren
der Erfindung hangt im allgemeinen von der Umgebung ab, in welcher der Katalysator
verwendet werden soll, sowie von der jeweiligen Verwendung. Soll der Katalysator
z. B. mit den Auspuffgasen von Verbrennungsmotoren zusammengebracht werden, so ist
ein Katalysator in Form von Plätzchen, Tabletten oder Körnchen vorteilhaft. Die
letztgenannte Form ist besonders bevorzugt.
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Die Größe und die Gestalt der Katalysatorplätzchen, -körnchen oder-tabletten
kann in gewissen Ausmaß schwanken.
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In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind körnige Katalysatoren
aus unregelmäßig geformten Körnchen mit einer durchschnittlichen Breite von 1, 6
bis 0, 8 mm und einer durchschnittlichen Länge von 2, 4 bis 5, 6 mm besonders zur
Verwendung in Auspufftöpfen erwünscht, durch welche Auspuffgase in die Atmosphäre
entlassen werden.
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Die aktivierten porösen Metalloxyde werden in körniger Form durch
Brechen größerer Massen inaktiver oder nicht aktivierter poröser Metalloxyde und
sieben des gebrochenen Materials durch eine Anzahl von Sieben vor der Aktivierung
des porösen Metalloxyds erhalten.
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Die Menge an Kupfernitrat und Praseodymnitrat in der zum Imprägnieren
des porösen A-Aluminiumoxyds verwendeten Lösung kann in gewissem Ausmaß, je nach
der Menge der Lösung, die man zu verwenden wünscht, schwanken. Es wurde jedoch als
besonders günstig festgestellt, eine Lösung mit einem Gehalt von 50 bis 75, besonders
von 65 bis 75 Gewichtsprozent Kupfernitrat und 0, 2 bis 3, 0, besonders 0, 6 bis
1, 2 Gewichtsprozent Praseodymnitrat zu verwenden. Es wurde auch als zweckmäßig
befunden, diese Lösung in solcher Menge zu verwenden, daß sie von dem porösen Aluminiumoxyd
vollständig absorbiert wird.
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Mit anderen Worten, die bevorzugte Menge der Lösung hängt in gewissem
Ausmaß vom Porenvolumen des Aluminiumoxyds ab. In einer Ausführungsform, in welcher
das poröse Aluminiumoxyd ein Porenvolumen zwischen 0, 3 und 0, 4 ml/g hat, wurde
es als zweckmäßig befunden, 100 Gewichtsteile des porösen A-Aluminiumoxyds mit 30
bis 40 Gewichtsteilen der obigen Lösung zusammenzubringen.
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Das auf diese Weise erhaltene Produkt ist eine feuchte Masse, bei
der man keine Flüssigkeit feststellen kann.
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Im allgemeinen ist es erwünscht, das absorbierte Wasser durch Verdampfen,
vorzugsweise durch Erhitzen auf eine Temperatur von 70 bis 90 ° C zu entfernen.
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Das getrocknete Produkt kann hierauf, wie oben beschrieben, auf 300
bis 900°C erhitzt werden, bis sich das Kupfernitrat und Praseodymnitrat in das entsprechende
Oxyd umgewandelt hat. Diese Oxyde sind in gleichmäßigem Gemisch auf der Oberfläche
des körnigen, porösen A-Aluminiumoxyds keramisch
geschmolzen. Der Oxydationskatalysator
ist über einen breiten Temperaturbereich, der nachstehend erläutert wird, aktiv,
und kann zur katalytischen Oxydation und Reinigung der Auspuffgase von Verbrennungsmotoren
verwendet werden.
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Allgemein wurde festgestellt, daß 1 Volumteil der Katalysatoren der
Erfindung etwa 10000 bis 40000 Standardvolumteile Auspuffgas je Stunde während 150
bis 300 Betriebsstunden oxydiert. Mit anderen Worten, man kann mit den Katalysatoren
der Erfindung zwischen 85 und 100 0/0 der in den Auspuffgasen vonVerbrennungsmotoren,
z. B. Kraftfahrzeugmotoren, enthaltenen Kohlenwasserstoffe und sauerstoffhaltigen
organischen Stoffe, wie Aldehyde und Ketone, und mehr als 90 duo des vorhandenen
Kohlenmonoxyds während etwa 9000 bis 18000 Fahrtkilometern und in manchen Fällen
sogar noch mehr katalytisch oxydieren.
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Die nachstehenden Beispiele erläutern die Erfindung.
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Falls nichts anderes angegeben, beziehen sich Teile und Prozentangaben
auf das Gewicht.
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Beispiel 1 75 Teile einer wäßrigen Lösung, die 60°/o Kupfernitrat
und 0, 25 °/o Praseodymnitrat enthält, werden mit 100 Gewichtsteilen körnigem, porösem
A-Aluminiumoxyd einer durchschnittlichen Breite von 2, 38 mm und einer durchschnittlichen
Länge von 5, 56 mm vermischt. Das verwendete l-Aluminiumoxyd besitzt ein Porenvolumen
von 0, 3 ml/g, eine spezifische Oberfläche von 100 m'/g und einen durchschnittlichen
Porendurchmesser von etwa 85 A. Die Mischung wird auf 75°C erwärmt. Hierbei tränkt
die Lösung das poröse Aluminiumoxyd vollstãndig. Sobald die Mischung trocken ist,
wird sie 6 Stunden auf 500°C erhitzt. Das Kupfernitrat und das Praseodymnitrat werden
in die entsprechenden Oxyde verwandelt, welche auf den Oberflächen, einschließlich
den Porenoberflachen des Aluminiumoxyds als fest haftende Schicht haften. Der auf
diese Weise hergestellte Katalysator besteht aus einem A-Aluminiumoxyd mit praktisch
dem gleichen Porenvolumen, Porendurchmesser und spezifischer Oberfläche wie das
unbehandelte A-Aluminiumoxyd, es weist jedoch auf seiner Oberiache eine gleichmäßige
Mischung aus 15 Teilen Kupfer in Form von Kupferoxyd und 0, 08 Teilen Praseodym
in Form von Praseodymoxyd auf.
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Beispiel 2 Das Verfahren des Beispielsl wird wiederholt, jedoch werden
100 Teile des A-Aluminiumoxyds mit 75 Teilen einer wäßrigen 60"/ Kupfemitrat und
0, 5 0/0 Praseodymnitrat enthaltenden Lösung vermischt. Der erhaltene Katalysator
gleicht dem des Beispiels 1, jedoch enthält er eine gleichmäßige Mischung aus 15
Teilen Kupfer als Kupferoxyd und 0, 15 Teilen Praseodym als Praseodymoxyd auf 100
Teile des körnigen, porösen A-Aluminiumoxyd.
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Beispiel 3 Das Verfahren des Beispiels 1 wird wiederholt, jedoch
werden 100 Teile eines feinzerteilten porösen y-Aluminiumoxyds mit einem Porenvolumen
von 0, 2 ml/g, einer spezifischen Oberfäche von 70m'/g und einem durchschnittlichen
Porendurchmesser von 75 A an Stelle des porösen x-Aluminiumoxyds verwendet.
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Der feinzerteilte Katalysator, der eine Mischung aus 15 Gewichtsteilen
Kupfer in Form von Kupferoxyd
und 0, 8 Gewichtsteilen Praseodym
in Form von Praseodymoxyd auf der Oberfläche des y-Aluminiumoxyds enthält, wird
zu runden Plätzchen mit einem Durchmesser von 9, 52 mm verpreßt.
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Beispiel 4 Das Verfahren des Beispiels 3 wird wiederholt, jedoch
werden 100 Teile des feinzerteilten porösen y-Aluminiumoxyds mit 80 Teilen einer
75°/0 Kupfernitrat und 0, 9 0/0 Neodymnitrat enthaltenden Lösung vermischt. Der
auf diese Weise hergestellte Katalysator enthält je 100 Teile y-Aluminiumoxyd auf
der Oberfläche des Aluminiumoxydes eine gleichmäßige Mischung aus 20 Gewichtsteilen
Kupfer als Kupferoxyd und 0, 3 Gewichtsteilen Neodym als Neodymoxyd.
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Beispiel 5 Das Verfahren des Beispiels 4 wird wiederholt, jedoch
werden 100 Teile eines feinzerteilten porösen, aktivierten Thoriumoxyds mit einem
Porenvolumen von 0, 2 ml/g und einer spezifischen Oberfläche von 60 mz/g mit der
Lösung des Beispiels 4 vermischt.
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Der auf diese Weise hergestellte Katalysator enthält je 100 Teile
des Thoriumoxyds eine gleichmäßige Mischung von 20 Teilen Kupfer als Kupferoxyd
und 0, 3 Teilen Neodym als Neodymoxyd auf der Oberfläche des Thoriumoxyds.
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Beispiel 6 Ein zylinderförmiges 45, 72 cm langes Rohr mit einem Durchmesser
von 5, 08 cm wird in die Auspuffleitung derartig eingebaut, daß sie 0, 057 m3/min
der nachstehend beschriebenen Auspuffgase aus einem Vierzylinderbenzinmotor erhält,
der bei einer Geschwindigkeit von 1800 U/min betrieben wird. Bei dieser Geschwindigkeit
enthält das Auspuffgas gasförmige organische Stoffe, einschließlich Kohlenwasserstoffe
und sauerstoffhaltige organische Verbindungen in einer Menge von 0, 15 bis 0, 4
Volumprozent, sowie zwischen 2 und 3 °/o Kohlenmonoxyd.
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Der Anteil an organischen Stoffen im Auspuffgasstrom wird mit Hilfe
eines Liston-Becker-Ultrarot-Analysators, Modell 15, bestimmt, der mit n-Hexan sensibilisiert
ist. Der Gehalt des Auspuffgasstromes an Kohlenmonoxyd wird nach O r s a t analysiert.
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Der stromaufwärts liegende 22, 86 cm lange Teil des Rohres wird mit
einem 22, 86 cm langen elektrischen Widerstandsheizer umwickelt. Hierdurch kann
man die Temperatur der Gase innerhalb des Temperaturbereiches von 250 bis 950°C
regelbar einstellen, gerade bevor diese Gase mit dem Katalysatorbett in Berührung
kommen. Das Katalysatorbett ist im stromabwärts liegenden 22, 86 cm langen Teil
des Rohres angeordnet. Der stromaufwärts liegende Teil des Rohres enthält auch einen
Lufteinlaß, in-lichen man gesteuerte Mengen an Luft einpumpen kann, um einen Auspuffgasstrom
mit einem Luftgehalt von 4 bis 34 Volumprozent vorzusehen. Die Luft-Auspuffgas-Mischung
wird dann durch das mit Hilfe eines Thermostats gesteuerte Heizelement erhitzt.
Der stromabwärts liegende 22, 8 cm lange Teil des Rohres enthält 0, 351 des Katalysatorbetts.
Eine fortlaufende Messung einer 20 Volumprozent Luft enthaltenden Auspuffgasmischung
ergibt, daß die Menge an vorhandenen gasförmigen Stoffen in der Größenordnung von
0, 1 bis 0, 3 Volumprozent und die Menge an vorhandenem Kohlenmonoxyd zwischen 1
und 2 Volumprozent während des Betriebs des Vierzylindermotors beträgt.
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Die Gase werden nach den vorstehend angeführten Methoden forlaufend
gemessen.
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Der Katalysator des Beispiels 1 wird in das vorstehend beschriebene
Rohr eiagebracht, an die Auspuffleitung angeschlossen und 0,35 1 des obengenannten
Katalysators fortlaufend mit, der Mischung aus Luft und Auspuffgasen gehálten ibei
einer Temperatur zwischen 270 und 300bC des Vierzylindermotors) zusammengebracht,
bis der Katalysator ersebSpft ist.
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Sobald nennenswerte Mengen an gasförmigen organischen Stoffen, z.
B. 0, 05 Volumprozent, und Kohlenmonoxyd, z. B. 0,5 Volumprozent, im Auspuffgas
auftreten, das mit dem Katalysator zusammengebracht ist, wird der Versuch abgebrochen.
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Der Vierzylindermotor wM mit normalem gebleitem Benzin betrieben.
Der mit dem Kat&lysatorbett zusammengebrachte Gasstrom wird fortlaufend auf
organische Stoffe, wie Kohlenwasserstoffe, und organische sauerstoffhaltige Stoffe
nach dem oben beschriebenen ultrarbtspektralanäjytischea Verfahren und auf Kohlenmonoxyd
mit Hilfe der Vorrichtung nach O r s a t gemessen.
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Der aus einer Mischung von Auspuffgasen und 20 Volumprozent Luft
bestehende Gasstrom wird mit dem Katalysatorbett 150 Stunden oder dementsprechend
9000 Fahrtkilometer zusammengebracht, bevor der Katalysator erschöpft ist. Die Auspuffgase
enthalten danach 0, 05'Volumprozent gasfarmige organische Stoffe und 0, 5 Volumprozent
Kohlenmonoxyd.
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Während der 150 Betriebsstunden entfernt der Katalysator aus den Auspuffgasen
praktisch das gesamte Kohlenmonoxyd und mehr als 85% der obengenannten organischen
Stoffe.
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Das Auspuffgas wird stündlich in der 1n0fachen Menge des Volumes
des Katalysators während der gesamten 150 Betriebsstunden erzeugt.
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Beispiel 7 Das Verfahren des Beispiels 6 wird wiederholt, jedoch
wird der Katalysator des Beispiels 2, der doppelt soviel Praseodymoxyd wie der Katalysator
des Beispiels 1 enthalt, in das Rohr zur Bildung des Katalysatorbetts in der Auspuffleitung
eingebracht.
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Der Motor wird 250 Stunden entsprechend 15000 Fahrtkilometer betrieben,
bevor der Katalysator nicht mehr länger eine ausreichende Menge Kohlenmonoxyd und
die genannten gasförmigen organischen Stoffe aus den Auspuffgasen entfernt.
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Beispiel 8 Der Katalysator des Beispiels 1 wird an einem Sechszylinder-Chevrolet-Kraftwagen,
Baujahr 1955, im Straßenversuch getestet. Der Katalysator wird hierbei in einen
üblichen Auspufftopf eingebracht. Wahrend dieses Versuches entfernt der Katalysator
88,der gasförmigen organischen Stoffe und 98% des Kohlenmonoxyds aus den Auspuffgasen
des Chevrbletmotors.
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Ähnliche Katalysatoren wie die Katalysatoren des Beispiels 1 und
2, die jedoch kv seltenes Erdmetalloxyd enthalten, entfemen wenige)'als 50''/ (,
der Kohlenwasserstoffe und des Koblenmonoxyds aus dem Auspuffgas des vorstehend
erwähnten Vierzylindermotors.
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Diese Katalysatoren sind im allgemeinen nach 25 Betriebsstunden erschöpft
und können danach nicht mehr nennenswerte Mengen an organischen Stoffen und Kohlenmonoxyd
aus dem Ausp gasstrom entfernen.
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Bei der Prüfung der in den Beispielen 3, 4 und. 5 hergestellten Katalysatoren
auf die im Beispiel 6 beschriebene Weise, entfernten diese Katalysatoren über 95%
der organischen Stoffe, z.B. Kohlenwasserstoffe und sauerstoffhaltige organische
Verbindungen, und mehr als 99% des Kohlenmonoxyds aus den Auspuffgasen während einer
Betriebsdauer von über 100 Stunden der Verbrennungsmotoren.