DE1179707B - Thermoplastische Massen zur Herstellung schlagfester Formkoerper - Google Patents
Thermoplastische Massen zur Herstellung schlagfester FormkoerperInfo
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
Internat. KL: C08d
Nummer
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Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Deutsche Ki.: 39 b-4/01
B 54753 IVd/39 b
10. September 1959
15. Oktober 1964
10. September 1959
15. Oktober 1964
Viele Polymerisate weisen eine große Stabilität gegenüber Umgebungseinflüssen auf und zeigen
dabei einen ausgezeichneten Widerstand gegenüber einem Abbau durch Sauerstoff, Ozon und ultraviolettes
Licht. Diese Eigenschaft legt die Verwendung solcher Polymerisate zur Herstellung von
gestanzten Platten, Kunstlederpolsterungen für Automobile und Gartenmöbeln, Bezüge für Autositze
und ähnliche Zwecke unmittelbar nahe, wo die Umgebungseinflüsse besonders hohe Anforderungen *°
stellen.
Polymerisate, die eine große Stabilität gegenüber Umgebungseinflüssen aufweisen, entbehren jedoch
fast ohne Ausnahme in beträchtlichem Umfange anderer wünschenswerter oder sogar notwendiger '5
Eigenschaften. So weisen z. B. solche Polymerisate häufig eine geringe Kerbschlagzähigkeit auf.
Es ist bereits bekannt, daß durch Mischen von Polyurethan mit Polymerisaten einer bestimmten
Klasse Formmassen erhalten werden, aus denen Formkörper mit hoher Kerbschlagzähigkeit hergestellt
werden können, ohne dabei eine der anderen wünschenswerten Eigenschaften der Komponenten
des Gemisches aufzugeben.
In den letzten Jahren ist man mehr und mehr dazu übergegangen, für diesen Zweck sogenannte
»Pfropf«-Polymerisate herzustellen. Wie aus dem »Report on Nomenclature of the International
Union of Pure and Applied Chemistry« (veröffentlicht in »Journal of Polymer Science«, Bd. 8, S. 260,
1952) zu entnehmen ist, wird der Ausdruck »Pfropfpolymerisation« zur Bezeichnung eines Verfahrens
angewandt, bei welchem eine polymerisierbare Verbindung (oder eine Mischung von polymerisierbaren
Verbindungen) in der Gegenwart eines vorher gebildeten Polymerisats oder Mischpolymerisats unter
Polymerisationsbedingungen umgesetzt wird.
Es hat sich nun herausgestellt, daß Gemische bestimmter Pfropfmischpolymerisate mit einem Polyurethan
durch eine hohe Kerbschlagzähigkeit ausgezeichnet sind.
Daher bezieht sich die vorliegende Erfindung auf thermoplastische Massen zur Herstellung schlagfester
Körper, die ein Gemisch von 10 bis 50 Gewichtsprozent eines Polyurethans und 50 bis 90 Gewichtsprozent
eines Pfropfmischpolymerisats darstellen, welches in an sicher bekannter Weise durch
Polymerisation aus 20 bis 60 Gewichtsprozent Polybutadien als Pfropfgrundlage und 40 bis 80 Gewichtsprozent
eines Gemisches aus 50 bis 87,5 Gewichtsprozent Styrol und 12,5 bis 50 Gewichtsprozent Acrylnitril
hergestellt worden ist, wobei die thermoplasti-Thermoplastische
Massen zur Herstellung
schlagfester Formkörper
schlagfester Formkörper
Anmelder:
Borg-Warner Corporation, Chicago, JH.
(V. St. A.)
Vertreter:
Dr.-Ing. H. Negendank, Patentanwalt,
Hamburg 36, Neuer Wall 41
Als Erfinder benannt:
Thomas S. Grabowski, Vienna, W. Va. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V· St. v. Amerika vom 24. September 1958
(762929)
sehen Massen gegebenenfalls 10 bis 50 Gewichtsteile feinverteilte Kieselsäure als Füllstoff enthalten und der
Anteil von Styrol vorzugsweise 30 bis 70 und der des Acrylnitril vorzugsweise 10 bis 30 Gewichtsprozent
des aus den drei Komponenten (Acrylnitril, Styrol, Polybutadien) zusammengesetzten Gemisches
ausmacht.
Ein Pfropfmischpolymerisat, daß für die Herstellung der Formmassen gemäß der Erfindung verwendet
werden kann, enthält z. B.
Gewichtsprozent
Polybutadien 30
Acrylnitril 25
Styrol 35
Die physikalischen Eigenschaften dieses Pfropfmischpolymerisats sind in der folgenden Tabelle
aufgeführt:
Kerbschlagzähigkeit nach Izod,
Kerbe 3,174 mm kg/cm
(ASTM Probe D-256) 3,025
Rockwell-Härte, R-Skala
(ASTM Probe D-785) 87
Zugfestigkeit, kg/cm2
<ASTM Probe D-636) 316,62
Dehnung, % 30
Fließindex A 1 (s. Bemerkung A) 1,5
409 707/350
Bemerkung A
Der mit A1 bezeichnete Fließindex ist das Gewicht
eines Polymerisats oder eines Polymerisatgemisches in Gramm, das in einer Minute durch eine öffnung
von 3,175 mm Durchmesser und 8,00 mm Länge aus einem Behälter von 9,50 mm Durchmesser gepreßt
wird, in dem sich das Polymerisat oder das Polymerisatgemisch bei einer Temperatur von 2100C
und bei einem von einer Last von 5,664 kg erzeugten Druck befindet. So bedeutet ein mit A 1 bezeichneter
Fließindex von 1,5, daß 1,5 g des Polymerisats unter den genannten Bedingungen in einer Minute durch
die öffnung gepreßt worden sind.
Die bei der Herstellung der thermoplastischen Massen gemäß der Erfindung verwendete Polyurethan-Komponente
entspricht den handelsüblichen Polyurethansorten.
Die folgenden Beispiele stellen Angaben über die Zusammensetzungen und Eigenschaften einer Anzahl
thermoplastischer Massen aus Polyurethan und dem Pfropfmischpolymerisat dar, die gemäß der
Erfindung hergestellt worden sind.
B e i s ρ i e 1 e 1 bis 5
Die thermoplastischen Massen dieser Beispiele enthalten auf je 100 Gewichtsteile der Gesamtmasse
10 bis 50 Gewichtsteile Polyurethan. Mit nur einer Ausnahme enthalten sämtliche thermoplastischen
Massen auf je 100 Gewichtsteile der thermoplastischen Masse 10 Gewichtsteile feinverteilte Kieselsäure
als Füllstoff. Die einzige Ausnahme hierbei ist die Formmasse Nr. 5, die auf 100 Gewichtsteile der
Formmasse 50 Gewichtsteile Kieselsäure enthält.
Alle Formmassen wurden durch Mischen der Komponenten in einer auf 1600C erwärmten Mahlanlage
hergestellt. Aus diesen Formmassen wurden dann bei einer Gießtemperatur von 160rC Probestücke
gegossen und deren physikalische Eigenschaften bestimmt.
| 2 | Beispiel | 4 | 5 | |
| 1 | 20 | 3 | 50 | 50 |
| 10 | 80 | 40 | 50 | 50 |
| 90 | 100 | 60 | 100 | 100 |
| 100 | 10 | 100 | 10 | 50 |
| 10 | 0,5 | 10 | 0,5 | 0,5 |
| 0,5 | 302 | 0,5 | 110 | 149 |
| 297 | 192.5 | 174 | 66,8 | 77,4 |
| 237,5 | 90 | 91,1 | 150 | 30 |
| 60 | 80 | 2,8 | ||
| 2,8 | 1,8 | |||
| (8,4) | (33,6) | 0,2 | ||
| 0,9 | (21,6) | |||
Polyurethan
Pfropfmischpolymerisat aus Polybutadien, Acrylnitril und Styrol (30 : 25 : 45)
Füllstoff in Form eines fein verteilten, hydratisierten
Siliciumdioxyds (Teilchengröße 0,025 Mikron)
Siliciumdioxyds (Teilchengröße 0,025 Mikron)
Calciumstearat ..;.
Kerbschlagzähigkeit, kg/cm (ASTM Probe D-1004)
Zugfestigkeit, kg/cm2 (ASTM Probe D-638)
Dehnung, %
Fließindex A 1Ja (Bemerkung A)
Fließindex Al
Fließindex A 3 (Bemerkung A)
Bemerkung zu A 1I^, A 1 und A 3
(vgl. Bemerkung A zur Tabelle)
(vgl. Bemerkung A zur Tabelle)
Die mit A J/4, A 1 und A 3 bezeichneten Fließindizes beziehen sich jeweils auf das Gewicht der
Formmassen in; Gramm, das durch die öffnung
in 15 Sekunden, einer Minute und 3 Minuten gepreßt wird. Wie zu erwarten, ist der Fließindex A 3
etwa dreimal so groß wie der Fließindex A I und zwölfmal so groß wie der Fließindex A 1^- Die in
der obigen Tabelle in Klammern eingeschlossenen Fließindizes A 3 wurden nach den gemessenen
Fließindizes A 1^ und A 1 berechnet, wobei der
vorstehend gegebene annähernde Umrechnungsfaktor verwendet wurde.
In bezug auf die Formmassen, die auf 100 Gewich tsteile der Formmasse jeweils 10 Gewichtsteile
Kieselsäure als Füllstoff enthalten, ist zu bemerken, daß der Anteil einer verhältnismäßig geringen Menge
Polyurethan (10 bis 20 Gewichtsteile auf 100 Gewichtsteile der Gesamtmasse) eine Formmasse ergibt,
aus der Formkörper mit sehr hoher Kerbschlagzähigkeit erhalten werden. Die Kerbschlagzähigkeit
der hergestellten Formkörper nimmt dann mit Zunahme des in der Formmasse vorhandenen
Polyurethananteiles ab. Jedoch kann die Kerbschlag-Zähigkeit bei einem Verhältnis von 50 : 50 des
Pfropfmischpolymerisats zum Polyurethan noch als »gut« bezeichnet werden.
Die Zugfestigkeiten der Formkörper nehmen mit dem Anstieg der der Formmasse zugefügten
Mengen Polyurethan fortlaufend ab, während die Dehnung ein gegenteiliges Verhalten aufweist, d. h.,
sie steigt mehr oder weniger regelmäßig mit dem Polyurethangehalt in der Formmasse an.
Die Fließindizes dieser Formmassen zeigen ein interessantes Verhalten. Wie bereits erwähnt
(s. Tabelle), hat das Pfropfmischpolymerisat einen verhältnismäßig hohen Fließindex, 1,5 A 1, was
annähernd einem Fließindex A 3 von 45 entspricht. Bei Hinzufügen einer geringen Menge Polyurethan
zu diesem Pfropfmischpolymerisat, z. B. einer Formmasse aus 10 Gewichtsprozent Polyurethan und
90 Gewichtsprozent Pfropfmischpolymerisat, zeigt diese einen sehr niedrigen Fließindex (praktisch
0,9 A 3). Jedoch das Hinzufügen eines weiteren geringen Zusatzes an Polyurethan zur Bildung
einer Formmasse aus Polyurethan und dem Pfropfmischpolymerisat im Verhältnis von 20 : 80 ergibt
eine Formmasse mit einem sehr hohen Fließindex,
und durch Hinzufügen von noch größeren Anteilen Polyurethan zu dem Pfropfmischpolymerisat werden
Formmassen erhalten, die einen außergewöhnlich hohen Fließindex aufweisen. Da der Fließindex
ein gutes und ausreichendes Kennzeichen für die Verwendung der Formmasse z. B. im Spritzgußverfahren
ist, können somit Formmassen von sehr geringer bis zu ausgezeichneter Eignung im Spritzgußverfahren
hergestellt werden.
Während die meisten Formmassen 10 Gewichts-Prozent
feinverteilte Kieselsäure enthalten, enthält die Formmasse Nr. 5 50 Gewichtsteile dieses Füllstoffes.
Diese Füllstoffmenge hat auf die physikalischen Eigenschaften die zu erwartende Wirkung.
Im Vergleich zur Formmasse Nr. 4 (10 Gewichtsprozent Füllstoff) weist ein Formkörper aus der
Formmasse Nr. 5 mit dem hohen Füllstoffgehalt eine etwas erhöhte Kerbschlagzähigkeit und Zugfestigkeit
sowie eine stark verminderte Dehnung auf. Der Fließindex dieser Formmasse mit dem hohen
Füllstoffgehalt ist besonders niedrig.
Beispiele 6 und 7
Die zugehörige Tabelle enthält Angaben über die Zusammensetzung von zwei Formmassen und die
physikalischen Eigenschaften der daraus hergestellten Formkörper. Diese Formmassen wurden in einem
etwas anderen als dem bei der Herstellung der Formmassen der Beispiele 1 bis 5 angewendeten
Verfahren hergestellt. In diesem Falle wurden die Bestandteile der Formmassen zunächst in einem
Mahlgang bei 1600C gemahlen. Die Mahlanlage
wurde dann auf 93 0C abgekühlt und der Mahlgang bei dieser niedrigen Temperatur zu Ende geführt.
Dieses Mischverfahren hat eine schwerere physikalische Bearbeitung der Formmassen zur Folge
als bei Durchführung des Mischverfahrens bei einer gleichbleibenden Temperatur von 16O0C.
Aus den Formmassen dieser Beispiele wurden durch Formen bei einer verhältnismäßig niedrigen
Temperatur (1210C) Probestücke hergestellt und
deren physikalische Eigenschaften bestimmt.
45
| Beispiel | 6 | 7 | |
| 50 | 50 | ||
| Polyurethan | |||
| Pfropfmischpolymerisat (wie in den | 50 | 50 | |
| Beispielen 1 bis 5) | 100 | 100 | |
| Insgesamt | |||
| Füllstoff in Form eines feinverteilten, | |||
| hydratisierten Siliciumdioxyds | 10 | 20 | |
| (Teilchengröße 0,025 Mikron) ... | |||
| Kerbschlagzähigkeit, kg/cm | 96,3 | — | |
| (ASTM Probe D-1004) | |||
| Zugfestigkeit, kg/cm2 | 66,8 | 71,0 | |
| (ASTM Probe D-638) | 670 | 450 | |
| Dehnung, % |
55
60 Bei dem Mischverfahren in den Beispielen 6 und 7 bei zwei verschiedenen Temperaturen erhält man
Formmassen, die hinsichtlich der Kerbschlagzähigkeit und der Zugfestigkeit der Formkörper die erwarteten
Eigenschaften aufweisen. Durch dieses Mischverfahren erhält man Formmassen gleicher oder
ähnlicher Zusammensetzung, wobei jedoch die Dehnungswerte der Formkörper außergewöhnlich
stark erhöht sind.
Eine Erhöhung der Menge der feinverteilten Kieselsäure von 10 Gewichtsteilen auf 20 Gewichtsteile (gerechnet auf 100 Gewichtsteile der Formmasse)
übt bei den Formmassen der Beispiele 6 und 7 auf die physikalischen Eigenschaften der Formkörper
Wirkungen aus, die auf Grund der in den Beispielen 1 bis 5 erzielten Resultate in etwa zu
erwarten sind. Eine Erhöhung des Anteils der feinverteilten Kieselsäure in den Formmassen dieser
Beispiele 6 und 7 erbringt eine geringe Erhöhung der Zugfestigkeit und eine ausgesprochene Verminderung
der Dehnung.
Die erfindungsgemäßen Formmassen können zusätzliche Komponenten, wie z. B. Pigmente, andere
Füllstoffe, Stabilisatoren und Weichmacher, enthalten, die gemäß den in der Praxis bekannten
Verfahren häufig Polymerisaten oder Mischpolymerisaten zugesetzt werden.
Die Formmassen gemäß der Erfindung eignen sich insbesondere für die Herstellung von kalandrierten
und in geeigneter Weise gestanzten Platten, von Polsterungsmaterial für Kraftfahrzeuge, das
großen Anforderungen ausgesetzt ist, von Polsterungen von Gartenmöbeln und von Bezügen für
Kraftfahrzeugsitze. Die aus den Formmassen hergestellten Formkörper weisen einen hohen Widerstand
gegenüber der Einwirkung von Sauerstoff, Ozon, ultraviolettem Licht und ähnlichen Einwirkungen
auf. Außer dieser ausgezeichneten chemischen Stabilität haben diese Formmassen die physikalischen
Eigenschaften, die bei der Verwendung in den angedeuteten Verwendungsgebieten erforderlich
sind.
Claims (1)
- Patentanspruch:Thermoplastische Massen zur Herstellung schlagfester Formkörper, bestehend ausA. 10 bis 50 Gewichtsprozent eines Polyurethans undB. 50 bis 90 Gewichtsprozent eines Pfropfmischpolymerisats, das hergestellt worden ist aus 20 bis 60 Gewichtsprozent Polybutadien als Pfropfgrundlage und 40 bis 80 Gewichtsprozent eines Gemisches aus 50 bis 87,5% Styrol und 12,5 bis 50 Gewichtsprozent Acrylnitril,wobei die thermoplastischen Massen gegebenenfalls 10 bis 50 Gewichtsteile feinverteilte Kieselsäure als Füllstoff enthalten.In Betracht gezogene Druckschriften:
Französische Patentschrift Nr. 982 718.409 707/350 10.64 © Bundesdruckerei Berlin
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| FR1233850A (fr) | 1960-10-12 |
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