DE1178881B - Verformen von Staehlen in einer Zieh- oder Pressmatrize - Google Patents
Verformen von Staehlen in einer Zieh- oder PressmatrizeInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B21—MECHANICAL METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL; PUNCHING METAL
- B21C—MANUFACTURE OF METAL SHEETS, WIRE, RODS, TUBES, PROFILES OR LIKE SEMI-MANUFACTURED PRODUCTS OTHERWISE THAN BY ROLLING; AUXILIARY OPERATIONS USED IN CONNECTION WITH METAL-WORKING WITHOUT ESSENTIALLY REMOVING MATERIAL
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- Mechanical Engineering (AREA)
- Heat Treatment Of Steel (AREA)
Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: C21d
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Deutsche Kl.: 18 c-7/14
L 17667 VI a/18 c
12. Januar 1954
1. Oktober 1964
12. Januar 1954
1. Oktober 1964
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verformen von Stählen in einer Zieh- oder Preßmatrize,
wodurch sich Stähle mit verbesserten mechanischen Eigenschaften ergeben. Dabei werden Stähle mit verbesserten
Eigenschaften erhalten, wie sie sonst nur die Legierungsstähle oder teureren vergüteten Stähle
aufweisen, so daß diese durch die billigeren nichtaustenitischen Stähle ersetzt werden können.
Es ist bekannt, Stähle in einem kontinuierlichen Verfahren oberhalb der Raumtemperatur, aber unterhalb
der unteren Umwandlungstemperatur zu verformen. Es war auch herrschende Ansicht, daß beim
plastischen Verformen bei erhöhten Temperaturen entweder die Zugfestigkeit oder die Verarbeitbarkeit
des Materials abnimmt. Es war auch bekannt, daß Ausscheidungsvorgänge einen wichtigen, aber noch
nicht geklärten Einfluß bei der Verformung ausüben, wodurch der Stahl in unbeabsichtigter und unbeherrschbarer
Weise härter und spröder sowie weniger verformbar werden kann. Ein Verformen von Stählen
bei erhöhter Temperatur ließ deshalb bei solchen Stählen, welche die Erscheinung der Ausscheidungshärtung
aufweisen, keine bedeutenden Erfolge erwarten. Überraschenderweise wurde nun aber gefunden,
daß bei dem plastischen Verformen bei erhöhten Temperaturen von Stählen, deren Zugfestigkeit bei
dieser Verarbeitung vergrößert wird, die Verarbeitbarkeit des Materials nicht nur aufrechterhalten
wird, sondern es sogar möglich ist, die Verarbeitbarkeit noch zu verbessern.
Von besonderer Bedeutung ist noch die Tatsache, daß beim erfindungsgemäßen Verfahren die Verformungsstufe
bei erhöhter Temperatur mit dem heiß gewalzten Stahl ausgeführt wird, ohne daß besondere,
sonst übliche Verfahrens- und Glüharbeitsgänge dazwischen vorgenommen werden müssen.
Erfindungsgemäß wird das Verfahren zum kontinuierlichen plastischen Verformen von heiß gewalzten
Stählen durch Führen in Stangenform durch eine Zieh- oder Preßmatrize bei gegenüber Raumtemperatur
erhöhten Temperaturen, aber unterhalb der unteren Umwandlungstemperatur auf Stähle angewandt,
die a) ein Perlitgefüge in einer Grundmasse von freiem Ferrit aufweisen und die b) bei Verarbeitung
bei erhöhter Temperatur im Gebiet zwischen 200 und 300° C Verformungsverfestigung ergeben
sowie durch irgendeine Ausscheidungsart härten, wobei das Verformen in der Zieh- oder Preßmatrize
zwischen 200 und 300° C vorgenommen wird.
Durch das Ziehen bei der angegebenen erhöhten Temperatur werden zahlreiche unerwartete Vorteile
in bezug auf die verminderte Ziehbelastung, die er-Verformen von Stählen in einer Zieh- oder
Preßmatrize
Preßmatrize
Anmelder:
Lassalle Steel Company, Hammond, Ind.
(V. St. A.)
Vertreter:
Dr.-Ing. H. Ruschke, Patentanwalt,
Berlin 33, Auguste-Viktoria-Str. 65
Als Erfinder benannt:
Elliot S. Nachtman,
Eldon B. Moore, Park Forest, JIl. (V. St. A.)
höhte Ziehgeschwindigkeit und/oder die Möglichkeit, stärkere Verformungen des Stahles vorzunehmen,
erreicht. Es werden auch bisher nicht vorhandene mechanische Eigenschaften in dem Stahl hervorgerufen,
wie hohe Zugfestigkeit, hohe Proportionalitätsgrenzen, Härte u. dgl. Von besonderer Wichtigkeit
ist die verbesserte Zerspanbarkeit. Die Zerspanungskennwerte werden im allgemeinen durch Vergleich
des Metalls gegen ein Standardmetall (im vorliegenden Fall Standardmetall B 1112) bewertet.
Dazu werden die Metalle auf einer Drehbank angeordnet und mit einem nicht angetriebenen Werkzeug
geschnitten. Durch den auf das Drehbankwerkzeug ausgeübten konstanten Druck ergeben sich in Abhängigkeit
von der Zerspanbarkeit des zu untersuchenden Metalls Änderungen des Vorschubes, so
daß die Vorschubgeschwindigkeit als Vergleichswert für die Zerspanbarkeit des Stahles genommen
werden kann. Die Oberflächenrauheit des Metalls wird mittels eines Profilometers festgestellt.
Die Erfindung beruht auf der Feststellung, daß die Erzielung verbesserter Eigenschaften, insbesondere
von verbesserter Zerspanbarkeit von der Zusammensetzung des Stahles und dem Zustand, in dem sich
dessen Bestandteile während des Zieharbeitsganges befinden, abhängig ist.
Es ist natürlich schwierig, genau die Beziehung zwischen Verarbeitbarkeit, Zusammensetzung, Ziehtemperatur
und Verformung aufzuzeigen. Es ergab
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sich jedoch, daß bei einigen Sorten nichtaustenitischer Stähle, die mehr als 0,1%, aber nicht weniger als
0,5% Kohlenstoff enthalten, die Zerspanbarkeit des Stahles vergrößert wird, wenn sie bei Temperaturen
innerhalb des Bereiches von 200 bis 300° C gezogen werden. Bei derartigen Stahlzusammensetzungen ergeben
sich sehr wichtige Verbesserungen der Zerspanungskennwerte bei schwefelarmen Stählen mit
einem Kohlenstoffgehalt zwischen 0,1 und 0,25%, wenn sie bei diesen Temperaturen gezogen werden.
Bei anderen Versuchen wurde auch festgestellt, daß bei nichtaustenitischen Stählen, die freies Ferrit
enthalten und bei Verarbeitung bei der angegebenen Temperatur Verformungsverfestigung ergeben sowie
durch irgendeine Ausscheidungsart härten, sich die unerwarteten Verbesserungen ihrer Eigenschaften
beim Ziehen bei diesen Temperaturen ergeben. Bei Stählen, die wenig oder kein freies Ferrit in ihrer
Struktur haben, scheint die Zerspanbarkeit im wesentlichen von der Ziehtemperatur unbeeinflußt zu sein.
Andererseits zeigen nichtaustenitische Stähle, die wesentliche Mengen freies Ferrit enthalten, das als
Einfluß des Ziehvorgangs gehärtet wird, eine ausgeprägte Verbesserung bei der Zerspanbarkeit durch
genaue Regelung der Ziehtemperatur, d. h. bei Temperaturen zwischen 200 und 300° C bei nichtaustenitischen
Stählen, die einen Kohlenstoffgehalt von bevorzugt zwischen 0,10 und 0,20% haben.
Durch Verarbeitung der nichtaustenitischen Stähle bei erhöhten Temperaturen in dem Bereich von
200° C bis unterhalb der unteren Umwandlungstemperatur für die Stahlzusammensetzung ist es nicht
nur möglich, bisher nicht erzielbare Festigkeiten, Proportionalitätsgrenzen und andere Verbesserungen
der mechanischen und physikalischen Eigenschaften zu erreichen, sondern es ergibt sich durch die Wahl
der Temperatur eine sehr wesentliche Verbesserung der Zerspanbarkeit. Die Verbesserungen der Festigkeit
und der Proportionalitätsgrenzen können auf Kosten der Dehnung erhalten oder nicht erhalten
werden, die durch die Behandlungstemperatur bestimmt wird. Durch Behandlung bei erhöhten Temperaturen
in der beschriebenen Weise ist es auch möglich, Restspannungen auf niedrige Werte zu vermindern,
wie sie bisher durch die üblichen Methoden des Ziehens von Stahl verfügbar waren, denen aber
eine Entspannung folgte. Auf diese Weise ist es durch das vorliegende metallurgische Verfahren möglich,
in einem einzigen Schritt viele der Vorteile zu gewährleisten, die bisher viele Schritte erforderten.
Während die Verbesserungen der Zerspanbarkeit von der Zusammensetzung des Stahls abhängen,
scheinen die Größe der Kaliberabnahme und andere Eigenschafften, wie beispielsweise die Oberflächenrauheit,
nicht so abhängig zu sein, obgleich sie allgemein durch Behandlung des Stahles bei erhöhten
Temperaturen weitgehend verbessert werden.
Die folgenden Beispiele dienen zur weiteren Erläuterung der Erfindung.
In einer Versuchsreihe wurde warmgewalzter Bessemer-Schraubenstahl, eine frei bearbeitbare
Sorte des nichtaustenitischen Typs mit Perlitgefüge in einer Grundmasse von freiem Ferrit, bei verschiedenen
Temperaturen gezogen, um eine 19%ige Querschnittsverminderung an 15,88-mm-Rundmaterial
zu erzielen. Die Zusammensetzung des Stahles istfolgende:
0,08% Kohlenstoff, 0,75% Mangan,
0,12% Phosphor, 0,27 % Schwefel, 0,01% Silizium. 0,015% Stickstoff.
In einer anderen Versuchsreihe wurde warmgewalzter Siemens-Martin-Stahl mit mittlerem Kohlenstoffgehalt
und ausreichender Zerspanbarkeit des nichtaustenitischen Typs mit Perlitgefüge in einer
Grundmasse von freiem Ferrit bei Temperaturen gezogen, die denen im Beispiel 1 entsprechen, um
eine ähnliche Reduktion an 15,88-mm-Rundmaterial zu erzielen. Die Zusammensetzung dieses Stahles ist
folgende:
0,48% Kohlenstoff, 1,50% Mangan,
0,03% Phosphor, 0,27% Schwefel, 0,30% Silizium,
0,03% Phosphor, 0,27% Schwefel, 0,30% Silizium,
0,005% Stickstoff.
In einer dritten Versuchsreihe wurde warmgewalzter Siemens-Martin-Stahl mit geringem Schwefelgehalt
und verhältnismäßig schlechter Zerspanbarkeit des nichtaustenitischen Typs unter den Bedingungen
der Beispiele 1 und 2 gezogen, um eine ähnliche Verminderung an 15,88-mm-Rundmaterial zu
erzielen. Die Zusammensetzung dieses Stahles ist folgende:
0,17% Kohlenstoff, 0,75% Mangan,
0,03% Phosphor, 0,04% Schwefel, 0,08% Silizium,
0,005 % Stickstoff.
0,03% Phosphor, 0,04% Schwefel, 0,08% Silizium,
0,005 % Stickstoff.
Verfahren
Stäbe oder Stangen jeder der oben Zusammensetzungen wurden ohne jede vorhergehende Erwärmung
durch die Ziehmatrize geschickt, wobei sich die üblichen Schmiermittel auf deren Oberflächen
befanden. Andere Stangen jeder Zusammensetzung wurden auf verschiedene Temperaturwerte erwärmt
und dann durch dieselbe Matrize mit derselben Art des Schmiermittels auf deren Oberfläche geschickt,
um eine 19%ige Querschnittsverminderung zu erreichen. Die gezogenen Stangen konnten sich natürlich
auf Raumbedingungen abkühlen und wurden dann auf Zerspanbarkeit untersucht. Die folgende Tabelle
zeigt die erhaltenen Ergebnisse:
Claims (2)
1. Anwendung des Verfahrens zum kontinuierlichen plastischen Verformen von heißgewalzten
Stählen durch Führen in Stangenform durch eine Zieh- oder Preßmatrize bei gegenüber Raumtemperatur
erhöhten Temperaturen, aber unterhalb der unteren Umwandlungstemperatur, auf Stähle, die
a) ein Perlitgefüge in einer Grundmasse von freiem Ferrit aufweisen und die
b) bei Verarbeitung bei erhöhter Temperatur im Gebiet zwischen 200 und 300° C Verformungsverfestigung
ergeben sowie durch irgendeine Ausscheidungsart härten,
wobei das Verformen in der Zieh- oder Preßmatrize zwischen 200 und 300° C vorzunehmen
ist.
7 8
2. Anwendung nach Anspruch 1 auf Stähle mit Bullens, »Steel and its Heat Treatment«, 1948,
einem geringen Kohlenstoffgehalt von etwa 0,1 Bd. 1, S. 234;
bis 0,2%. Goer ens, »Metallographie«, 1948, S. 397, Abs. 3
und 4;
In Betracht gezogene Druckschriften: 5 F. Rap atz, »Die Edelstahle«, 4. Auflage, 1951,
Französische Patentschrift Nr. 767 081; S. 100;
USA.-Patentschrift Nr. 2 320 040; »Metals Handbook«, 1948, S. 261.
409 689/225 9.64 © Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL17667A DE1178881B (de) | 1954-01-12 | 1954-01-12 | Verformen von Staehlen in einer Zieh- oder Pressmatrize |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL17667A DE1178881B (de) | 1954-01-12 | 1954-01-12 | Verformen von Staehlen in einer Zieh- oder Pressmatrize |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1178881B true DE1178881B (de) | 1964-10-01 |
Family
ID=7260820
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL17667A Pending DE1178881B (de) | 1954-01-12 | 1954-01-12 | Verformen von Staehlen in einer Zieh- oder Pressmatrize |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1178881B (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR767081A (fr) * | 1933-12-29 | 1934-07-09 | Bethlehem Steel Corp | Perfectionnement au traitement de tôles et analogues |
| US2320040A (en) * | 1940-04-11 | 1943-05-25 | Lasalle Steel Co | Steel product and method for the manufacture thereof |
-
1954
- 1954-01-12 DE DEL17667A patent/DE1178881B/de active Pending
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR767081A (fr) * | 1933-12-29 | 1934-07-09 | Bethlehem Steel Corp | Perfectionnement au traitement de tôles et analogues |
| US2320040A (en) * | 1940-04-11 | 1943-05-25 | Lasalle Steel Co | Steel product and method for the manufacture thereof |
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