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Schaltungsanordnung zum überwachen und zur Störungsmeldung für Stellwerke
mit elektrisch betriebenen Weichen oder ähnlichen Einrichtungen Die Erfindung betrifft
eine Schaltungsanordnung zum Überwachen und zur Störungsmeldung für Stellwerke mit
elektrisch betriebenen Weichen oder ähnlichen Einrichtungen, in der für mehrere
oder für alle Weichen eine gemeinsame durch eine Verzögerungseinrichtung anschaltbare
Störungsmeldung vorgesehen ist, die bereits bei einer gestörten Weicheneinrichtung
wirksam wird.
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In Stellwerken mit elektrischen Verschlüssen, in denen die Weichen
elektrisch ferngestellt und überwacht werden, ist es bekannt, gemeinsame überwachungseinrichtungen
vorzusehen, die die Grundstellung und den ordnungsgemäßen Ablauf beim Umstellen
einer Weiche überprüfen. Die Überwachungseinrichtung tritt in Tätigkeit, wenn z.
B. eine Weiche beim Umstellen die Endlage nicht erreicht oder durch Auffahren aus
ihrer Endlage gebracht wird. Um zu vermeiden, daß die Störungsmeldung auch beim
Umstellen einer Weiche erscheint, wird eine Verzögerungseinrichtung für die Sammelüberwachungs-
und Störungsmeldung verwendet, mit welcher die Meldung nicht eingeschaltet wird,
wenn nur der betriebsmäßige Zustandswechsel einer Weiche eintritt. Dies geschieht
dadurch, daß die Ansprechverzögerung der Meldung größer bemessen wird (z. B. 6 Sekunden)
als die betriebsmäßig erforderliche Zeit zum Anschalten und zum Umstellen einer
Weicheneinrichtung. Diese Zeit genügt in Stellwerken mit Einzelumstellung der Weichen.
In Stellwerken mit fahrstraßenweisem Umstellen der Weichen schaltet sich jedoch
in vielen Fällen die bekannte Störungsmeldung schon ein, ohne daß eine Weichenstörung
tatsächlich vorliegt. Das kann durch entsprechend längere Verzögerungszeit (z. B.
15 Sekunden) ausgeglichen werden, so daß innerhalb dieser Zeit mehrere Weichen umgestellt
werden können. Hierdurch tritt aber der unter Umständen erhebliche Nachteil ein,
daß Weichenstörungen erst nach dieser Zeit gemeldet werden.
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Mit einer weiteren bekannten Schaltungsanordnung für Stellwerke, in
denen für mehrere oder alle Weichen gemeinsame Störungsmelder vorgesehen sind und
die eingeschaltet werden, wenn ein einer Weiche zugeordnetes Relais (z. B. ein Überwacher
oder ein Auffahrmelder) die Ruhestellung verläßt, kann dieser Nachteil dadurch vermieden
werden, daß den Störungsmeldern ein oder mehrere Verzögerungsrelais zugeordnet sind,
die bei jedem Einleiten einer Weichenumstellung vorübergehend in Arbeitsstellung
gebracht werden und während ihrer Rückstellzeit das Störungssignal abschalten. Diese
Schaltungsanordnung erfordert jedoch einen Mehraufwand an Schaltmitteln bei den
einzelnen Weichenrelaisgruppen und besondere Beachtung aller schaltungsmäßigen Umstellmöglichkeiten
einer Weiche, z. B. Einzelumstellung, fahrstraßenweises Umstellen im Fahrweg oder
fahrstraßenweises Umstellen als Schutzweiche.
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In einer anderen bekannten Schaltungsanordnung mit einem Sammelmelder
,für Weichenstörungen sind, um die Störung einer Weiche auch dann zu melden, wenn
der Sammelmelder bereits durch einer anderen Weiche zugeordnete tastengesteuerte
Schaltmittel abgeschaltet ist, zum An- und Abschalten des Sammelmelders unverzögert
arbeitende Schaltmittel für jede einzelne Weiche vorgesehen. Hierbei verhindern
andere Schaltmittel, die während des Umstellens einer Weiche betätigt werden, lediglich
das Ansprechen des Sammelmelders in Abhängigkeit von den unverzögerten Schaltmitteln
dieser Weiche, aber nicht in Abhängigkeit von den unverzögerten Schaltmitteln der
anderen Weiche. Auch diese Schaltungsanordnung hat den Nachteil; daß mehrere Verzögerungseinrichtungen
oder aber zusätzliche Schaltmittel in jeder Weicheneinrichtung benötigt werden,
um das Anschalten der Störungsmeldung während der fahrstraßenweisen Umstellung der
Weichen zu verhindern.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Schaltungsanordnung
mit-verzögerter Störungsmeldung für elektrisch betriebene Weichen die Verzögerung
des Anschaltens der Meldung einer gestörten Weiche auf eine betriebsmäßig mögliche
Mindestzeit zu beschränken, ohne daß zusätzliche Schaltmittel in den einzelnen Weicheneinrichtungen
vorgesehen werden müssen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß
dadurch
gelöst, daß die Verzögerungseinrichtung bei dem Umstellen jeder Weiche durch Schaltmittel
eingeschaltet wird, die abhängig sind von dem zeitlichen Verlauf des Umstellstromes
in den gemeinsamen zu der Stromversorgung führenden Stehstromleitungen. Gemäß einer
weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist es vorteilhaft, die vom Umstellstrom der
Weiche betätigten Schaltmittel durch den Anlaufstrom jeder Weichenstelleinrichtung
in die Wirkstellung und durch den folgenden gleichbleibenden oder verminderten Umstellstrom
wieder in die Grundstellung zu bringen. Nach einem weiteren Erfindungsmerkmal können
die durch den Anlaufstrom in die Wirkstellung gebrachten Schaltmittel zum Zurückstellen
der bereits eingeschalteten Verzögerungseinrichtung in Grundstellung vorgesehen
werden, wobei diese Schaltmittel in ihrer Grundstellung die Verzögerungseinrichtung
wieder einschalten. In vorteilhafter Weise wird nach einem weiteren Merkmal der
Erfindung für die von dem zeitlichen Verlauf des Umstellstromes betätigten Schaltmittel
ein Relais verwendet, welches in Reihe mit einem Kondensator über einen vorbelasteten
Gleichrichter im Sekundärstromkreis eines Weichenstellstromwandlers liegt und bei
Stellstromerhöhung die Wirkstellung, jedoch bei gleichbleibendem Stellstrom oder
bei Stellstromverminderung wieder die Grundstellung einnimmt. Hierbei ist es zweckmäßig,
ein gepoltes Relais mit einseitiger Ruhelage zu verwenden; ebensogut kann jedoch
ein neutrales Relais mit vorgeschalteter Gleichrichteranordnung verwendet werden.
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In der Zeichnung ist ein mögliches Ausführungsbeispiel der Erfindung
dargestellt. Es sind nur diejenigen Schaltmittel gezeichnet, die für das Verständnis
der Erfindung von Bedeutung sind. In dem oberen Teil der Zeichnung ist ein Stromwandler
Tr dargestellt, dessen Primärwicklung P in einer Phase der gemeinsamen Stellstromversorgung
der Weichen angeordnet ist; im Stromkreis der Sekundärwicklung S befindet sich ein
Gleichrichter Gr. An dem Gleichrichterausgang sind der Widerstand W I und beispielsweise
ein gepoltes Relais K mit einseitiger Ruhelage in Serie mit dem Kondensator C 1
parallel angeschlossen. Der untere Teil der Zeichnung zeigt den Stromkreis eines
Relais Z, zu dessen Wicklung der Kondensator C2 und der Widerstand W2 parallel geschaltet
sind. In diesem Stromkreis sind weiterhin ein Kontakt WGtll eines nicht dargestellten
Weichengruppen-überwachungsrelais sowie ein Kontakt KI des Relais K angeordnet.
Der Kontakt WGÜ1 öffnet, wenn eine oder mehrere der gemeinsam überwachten Weichen
nicht ordnungsgemäß in der Endlage sind. Rechts neben diesem Stromkreis sind die
Anschaltkreise für den Störwecker W und der Störmeldelampe La dargestellt,
die durch die zu dem Relais Z gehörenden Kontakte Z1 bzw. Z2 betätigt werden.
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Tritt in einer Weicheneinrichtung eine Störung auf, so öffnet der
Kontakt WGÜ1 und schaltet die Spannung vom Relais Z ab. Das Relais Z wird jedoch
durch die Ladung des Kondensators C2 über den Widerstand W 2 vorübergehend in seiner
dargestellten Lage gehalten. Nach einer bestimmten Verzögerungszeit, die sich aus
den Zeitkontakten des Stromkreises mit dem Kondensator C2 und dem Widerstand W 2
sowie dem Eigenwiderstand der Relaisspule ergibt, fällt das Relais Z ab, schließt
seine Kontakte Z1 und Z2 und schaltet dadurch den Störwecker W und die Störmeldelampe
La ein.
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Beim Umstellen einer einzelnen Weiche beginnt wiederum mit dem Öffnen
des Kontaktes WGÜ1 die Verzögerungszeit für das Abfallen des Relais Z. Diese Verzögerungszeit
ist jedoch so lang bemessen, daß nach beendeter Weichenumstellung der Kontakt WGVl
schon wieder geschlossen ist und Spannung an das Relais Z anlegt, bevor es abgefallen
ist.
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Das Umstellen mehrerer Weichen hintereinander könnte allerdings so
lange dauern, daß der Kontakt WGV1 den Stromkreis des Relais Z über die Verzögerungszeit
hinaus unterbräche. Um dies zu verhindern und damit die unnötige Störungsmeldung
zu unterdrücken, schließt der Kontakt K 1 bei Beginn jeder hinzukommenden Weichenumstellung
vorübergehend und legt Spannung an die Wicklung des Relais Z bzw. über den Widerstand
W 2 an den Kondensator C2. Dies wird dadurch erreicht, daß jede hinzukommende Weichenumstellung
in der Primärwicklung P des Transformators Tr eine Stromerhöhung zur Folge hat.
Die Stromerhöhung in der Primärwicklung erzeugt in der Sekundärwicklung des Transformators
eine Spannungserhöhung, die über den Gleichrichter Gr eine Stromänderung in dem
Kondensator C 1 erzeugt. Da der Kondensator-Strom über die Relaiswicklung K fließt,
wird das Relais K in Wirkstellung gebracht und schließt seinen Kontakt K l. Ist
die Stellstrom-Anlaufspitze abgeklungen, so geht nach beendetem Aufladen des Kondensators
C1 der Ladestrom auf Null zurück; das Relais K wird stromlos und öffnet seinen Kontakt
K 1 wieder. Dadurch wird die Verzögerungszeit für das Relais Z wieder voll wirksam.
Wird der Weichenstellstrom geringer, so entlädt sich der Kondensator C
1 über die Wicklung des Relais K und den Widerstand W l. Da dieser Entladestrom
dem Ladestrom entgegengesetzt gerichtet ist, hält das Relais K den Kontakt K 1 geöffnet.
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Da die Schaltmittel der erfindungsgemäß ausgebildeten Schaltungsanordnung
in den gemeinsamen zu der Stromversorgung führenden Stellstromleitengen der Weichen
angeordnet sind, ist die Schaltungsanordnung nach der Erfindung - unabhängig von
der Art der jeweilig vorgesehenen Weichenschaltung - bei allen Schaltungen mit elektrisch
betriebenen Weichen zu verwenden. Außerdem ist die Erfindung nicht auf eine bestimmte
Stromart, wie z. B. gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel auf wechsel- oder
drehstrombetriebene Weichen, beschränkt, sondern sie kann ebensogut bei gleichstrombetriebenen
Weichen verwendet werden. Weiterhin können die im Ausführungsbeispiel dargestellten
Schaltmittel ohne weiteres durch elektronische Schaltmittel ersetzt werden.