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DE1175824B - Verfahren zur Reinigung kristallinen Insulins - Google Patents

Verfahren zur Reinigung kristallinen Insulins

Info

Publication number
DE1175824B
DE1175824B DEN20626A DEN0020626A DE1175824B DE 1175824 B DE1175824 B DE 1175824B DE N20626 A DEN20626 A DE N20626A DE N0020626 A DEN0020626 A DE N0020626A DE 1175824 B DE1175824 B DE 1175824B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
insulin
crystals
distilled water
crystalline insulin
amorphous
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEN20626A
Other languages
English (en)
Inventor
Serge Hoek
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Koninklijke Philips NV
Original Assignee
Philips Gloeilampenfabrieken NV
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Philips Gloeilampenfabrieken NV filed Critical Philips Gloeilampenfabrieken NV
Publication of DE1175824B publication Critical patent/DE1175824B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07KPEPTIDES
    • C07K14/00Peptides having more than 20 amino acids; Gastrins; Somatostatins; Melanotropins; Derivatives thereof
    • C07K14/435Peptides having more than 20 amino acids; Gastrins; Somatostatins; Melanotropins; Derivatives thereof from animals; from humans
    • C07K14/575Hormones
    • C07K14/62Insulins

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Gastroenterology & Hepatology (AREA)
  • Toxicology (AREA)
  • Endocrinology (AREA)
  • Biophysics (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Genetics & Genomics (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Proteomics, Peptides & Aminoacids (AREA)
  • Diabetes (AREA)
  • Peptides Or Proteins (AREA)

Description

  • Verfahren zur Reinigung kristallinen Insulins Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Reinigung kristallinen Insulins von damit vermischten amorphen oder mikrokristallinen Bestandteilen.
  • Es ist bekannt, daß in verschiedenen, sogar sehr reinen Insulinpräparaten amorphe oder mikrokristalline, fremde Bestandteile anwesend sind, und es sind auch schon mehrere Verfahren zur Abtrennung dieser Verunreinigungen vorgeschlagen worden, die jedoch alle sehr umständlich sind. So wird in der USA.-Patentschrift 2 826 534 und in der französischen Patentschrift 1106 298 ein Verfahren beschrieben, bei dem eine wäßrige Säurelösung eines Insulinpräparates durch langsames Hinzufügen einer Base alkalisch gemacht und darauf das Insulin durch Erniedrigung des PH-Wertes auf 5,3 bis 5,9 präzipitiert wird. Das -so erhaltene Insulin ist aber amorph und muß zur Herstellung kristallinen Insulins erst weiter verarbeitet werden.
  • In der deutschen Auslegeschrift 1036 469 ist beschrieben, daß ein kristallines Insulinpräparat gereinigt werden kann, indem man eine wäßrige Lösung desselben bei einem PH-Wert von 4,0 bis 5,5 in Gegenwart von weniger als 1 Gewichtsprozent eines Alkali- oder Ammoniumsalzes einer einbasischen Mineralsäure mit einem organischen Lösungsmittel versetzt und nach Abfiltrieren der gefällten Verunreinigungen das gereinigte Insulin aus dem Filtrat in bekannter Weise isoliert.
  • Es wurde nun gefunden, daß kristallines Insulin, das mit amorphen oder mikrokristallinen fremden Bestandteilen gemischt ist, auf überraschend einfache Weise von fremden Bestandteilen gereinigt werden kann, indem das unreine kristalline Insulin mit Wasser gewaschen wird, das mittels einer schwachen Säure oder eines Puffergemisches auf einen PH-Wert zwischen 3,8 und 4,3 gebracht wird.
  • Auf diese Weise erübrigt sich ein umständliches, selektives Sedimentationsverfahren, das nur bei einer weitgehenden Reinigung des Kristallisats gute Ergebnisse liefern kann, und darüber hinaus werden Verluste beim Auflösen vermieden.
  • Außerdem ergab es sich, daß die Gewichtsverringerung des Kristallisats im Vergleich zu der Zunahme an biologischer Aktivität überraschend gering war. Es wurde gefunden, daß z. B. ausgehend von 10 g Insulin mit einer Aktivität von 24 I. E. 9,5 g reines Insulin mit einer Aktivität von 27 I. E. erhalten wurde. Durch biologische Prüfungen wurde bestätigt, daß bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens unter anderem der sogenannte hyperglycämische Faktor, d. h. die Verunreinigung, die beim Verabreichen von Insulin anfangs eine Zunahme des Blutzuckergehalts hervorruft, weggewaschen wird.
  • Die Waschflüssigkeit wird vorzugsweise auf einem pH-Wert zwischen 4,0 und 4"3 gehalten, da unter diesen Verhältnissen, sogar wenn das kristalline Insulin während sehr langer Zeit in der Flüssigkeit bleibt, kein Insulin gelöst wird.
  • Obgleich das Verfahren nach der Erfindung auch für die Reinigung von Kristallisaten mit einem sehr hohen Gehalt, an fremden Bestandteilen von Bedeutung ist, ist es in besonderem Maße anwendbar zur Herstellung kristallinen Insulins mit einer sehr hohen biologischen Aktivität aus Kristallisaten mit einer Aktivität von mindestens 22 I. E. pro Milligramm. Solche Kristallisate können auf jede bekannte Weise erhalten worden sein.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren kann in der Weise durchgeführt werden, daß ein Kristallisat aus einer Lösung von amorphem Insulin von der Mutterlauge getrennt und in einer wäßrigen Flüssigkeit suspendiert wird, die mittels einer schwachen Säure oder eines Puffers auf den PH-Wert zwischen 3,8 und 4,3 gebracht worden ist.
  • Nach dem einige Zeit dauernden Rühren wird das reine Kristallisat ausgeschieden, mit einem Puffer mit einem pH von 5,9, dann mit destilliertem Wasser und darauf gegebenenfalls mit Alkohol, Aceton und Äther gewaschen.
  • Das abfiltrierte rohe Kristallisat kann z. B. auch in destilliertem Wasser, 50 bis 500 ml pro 10 g Kristallisat, aufgenommen werden, worauf die Flüssigkeit mittels Essigsäure auf den gewünschten PH-Wert gebracht wird. Es ist empfehlenswert, um schnelles Auswaschen fremder Bestandteile zu erzielen, das rohe Kristallisat unmittelbar nach dem Abtrennen aus der Mutterlauge mit der Waschflüssigkeit nach der Erfindung zu waschen. Das rohe Kristallisat wird z. B. abfiltriert, das zunächst mit destilliertem Wasser und darauf mit einer Pufferlösung z. B. Ammoniumacetat-, Zitrat- oder Ammoniumphosphat oder Natriumphosphat gewaschen wird. Es ist auch möglich, die abfiltrierte Mutterlauge des rohen Kristallisats bis zu einem pH-Wert zwischen 3,8 bis 4,3 anzusäuern, welche Flüssigkeit beim Waschen gemäß der Erfindung benutzt wird.
  • Es ist schließlich auch möglich, die Flüssigkeit, in der sich das rohe Kristallisat nach der Kristallisierung befindet, vorzugsweise nach dem Entfernen des größten Teiles der oberhalb des Kristallisats vorhandenen Flüssigkeit, nachdem die Kristallisierung bei einem PH von 5,5 bis 6,5 vollzogen worden ist, anzusäuern. Nach Filtrierung und Waschen mit destilliertem Wasser wird ein von amorphen Bestandteilen befreites kristallines Insulin mit einer stark erhöhten biologischen Aktivität erhalten.
  • Beispiel I 80 g amorphes Insulin, das aus Rinderpankreas gewonnen und in Form eines isoelektrischen Niederschlags mit einer biologischen Aktivität von 18 I. E. pro Milligramm erhalten worden ist, wurde in 41 destilliertem Wasser gelöst, dem 90 ml Essigsäure und 800 mg Zink in Form von Zinkacetat zugesetzt wurde. Die Lösung wurde filtriert, und das Filter wurde mit 11 destilliertem Wasser nachgespült, dem 10 ml Essigsäure zugesetzt worden war. Das Spülwasser wurde der Lösung zugesetzt und damit vermischt. Unter Rühren wurden 31 destillierten Wassers zugesetzt, das eine solche Menge Ammoniak (130 bis 140 ml 25 % Ammoniak) enthielt, daß der pH-Wert nach vollständiger Mischung sich auf 5,9 einstellte.
  • Nach Beendigung der Kristallisierung wurde die klare Mutterlauge scharf abgehebert. Der Niederschlag wurde in 0,51 destilliertem Wasser homogen suspendiert. Unter Rühren wurde eine solche Menge 30% Essigsäure zugesetzt, daß der pH-Wert 4,05 betrug. Eine mikroskopische Prüfung bestätigte, daß die Suspension frei von amorphem Material war. Die Kristalle wurden abfiltriert und einmal mit einem Puffer gewaschen, der durch Neutralisierung einer 2% Essigsäurelösung mit Ammoniak bis zu einem pH-Wert von 5,9 hergestellt war. Darauf wurden die Kristalle dreimal mit destilliertem Wasser, zweimal mit 9611/o Äthylalkohol und einmal mit Äther gewaschen. Nach dem Trocknen ergaben sich 68 g Kristalle mit einer Aktivität von 23 I. E. pro Milligramm bei einem Feuchtigkeitsgrad von 5019. Das gelöste amorphe Material wurde durch Zusatz von Ammoniak bis zu einem pH-Wert von 5,9 niedergeschlagen. Die Aktivität des trockenen Niederschlags betrug 3 I. E. pro Milligramm. Beispiel 1I 5 g mangelhaft kristallisierten Rinderinsulins mit einer biologischen Aktivität von 22,6 I. E. pro Milligramm bei einem Feuchtigkeitsgehalt von 7% wurde in 200 ml 2% Essigsäurelösung in destilliertem Wasser gelöst, dem 2 mg Zn in Form von Zinkacetat zugesetzt war. Die Lösung wurde klar ausfiltriert, und das Filter wurde mit 50 ml 20.:ö Essigsäure in destilliertem Wasser nachgespült. Das Spülwasser wurde der Lösung zugesetzt und damit vermischt. Unter Rühren wurden 250 ml verdünnter Ammoniak zugesetzt, so daß der pff-Wert nach vollständiger Mischung 5,95 war. Nach Beendigung der Kristallisierung wurde die klare Mutterlauge scharf abgehebert, und das Kristallisat wurde homogen in 30 ml destilliertem Wasser suspendiert. Unter Rühren wurde eine solche Menge 30% Essigsäure in destilliertem Wasser zugesetzt, daß der pH-Wert 4,2 betrug. Durch mikroskopische Prüfung wurde bestätigt, daß alles amorphe Material gelöst worden war. Die Kristalle wurden abfiltriert und einmal mit 10 ml der Mutterlauge, dreimal mit 10 ml destilliertem Wasser, zweimal mit 25 ml 99 % Aceton und einmal mit Äther gewaschen. Nach dem Trocknen wurden 4,6 g regelmäßiger Kristalle mit einer Aktivität von 25,7 I. E. bei einem Feuchtigkeitsgehalt von 5 % erhalten. Der Zinkgehalt betrug 0,32 0/0. Das amorphe Material wurde durch Zusatz von Ammoniak bis zu einem PH-Wert von 5,9 niedergeschlagen. Nach dem Trocknen dieses Niederschlags ergab es sich, daß dieser eine Aktivität von etwa 1 I. E. pro Milligramm hatte, die auf biologischem Wege schwer genau festgestellt werden kann.

Claims (4)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Reinigung kristallinen Insulins, das mit amorphen oder mikrokristallinen fremden Bestandteilen vermischt ist, d a d u r c h gekennzeichnet, daß das unreine Kristallisat mit einer wäßrigen Flüssigkeit gewaschen wird, die mittels einer schwachen Säure oder eines Puffergemisches auf einem pH-Wert zwischen 3,8 und 4,3 gehalten wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der pH-Wert der Waschflüssigkeit zwischen 4 und 4,3 gehalten wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß von einem Kristallisat mit einer biologischen Aktivität von mindestens 22 I. E. pro Milligramm ausgegangen wird.
  4. 4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mutterlauge des rohen Kristallisats bis zu einem pH-Wert von 4,0 bis 4,3 angesäuert und darauf als Waschflüssigkeit verwendet wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Auslegeschrift Nr. 1036 469; USA.-Patentschrift Nr. 2 826 534; französische Patentschriften Nr. 1106 298, 1091732.
DEN20626A 1960-10-07 1961-10-04 Verfahren zur Reinigung kristallinen Insulins Pending DE1175824B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
NL1175824X 1960-10-07

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1175824B true DE1175824B (de) 1964-08-13

Family

ID=19870991

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEN20626A Pending DE1175824B (de) 1960-10-07 1961-10-04 Verfahren zur Reinigung kristallinen Insulins

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DE (1) DE1175824B (de)

Citations (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR1091732A (fr) * 1953-09-11 1955-04-14 Armour & Co Procédé de production de fibrilles pouvant être transformées en insuline à partir d'une solution contenant de l'insuline
FR1106298A (fr) * 1953-03-30 1955-12-16 Armour & Co Procédé d'épuration de l'insuline
US2826534A (en) * 1957-04-04 1958-03-11 Armour & Co Process for the purification of insulin
DE1036469B (de) * 1956-02-23 1958-08-14 Organon Nv Verfahren zur Herstellung protaminasefreier Insulinpraeparate

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