DE1168455B - Verfahren zum Betrieb von Sinteranlagen - Google Patents
Verfahren zum Betrieb von SinteranlagenInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C22—METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
- C22B—PRODUCTION AND REFINING OF METALS; PRETREATMENT OF RAW MATERIALS
- C22B1/00—Preliminary treatment of ores or scrap
- C22B1/14—Agglomerating; Briquetting; Binding; Granulating
- C22B1/16—Sintering; Agglomerating
- C22B1/20—Sintering; Agglomerating in sintering machines with movable grates
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Description
- Verfahren zum Betrieb von Sinteranlagen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb von Sinteranlagen, bei dem das zu sinternde Gut auf ein Band oder einen Drehrost aufgegeben, mit einer auf die Beschickung gerichteten Flamme gezündet und unter Anwendung eines Saugzuges erhitzt wird.
- Bei den bekannten Verfahren zur Sinterung von Eisenfeinerzen oder anderen feinkörnigen Materialien, wie z. B. Flugstaub, Flotationskonzentrate od. dgl., die durch die Sinterung stückig gemacht werden sollen, wird das staubförmige oder feinkörnige Aufgabegut zusammen mit dem den Sintervorgang bewirkenden Brennstoff, beispielsweise Koksgrus oder anderen feinkörnigen festen Brennstoffen, direkt oder nach vorheriger Pelletisierung auf das Band oder den Drehrost aufgebracht und von oben durch einen Hilfsbrenner, der beispielsweise mit C51 oder Gas betrieben wird, gezündet. Anschließend saugt man Luft durch das Gutbett, so daß der Brennstoff verbrennt und die Wärme für den Sintervorgang abgibt. Wird bei der Zündung eine Gasflamme verwendet, hat man bisher vornehmlich mit Stark- oder Gichtgas gearbeitet.
- Wird ein solches Sinterverfahren beispielsweise zur Erzvorbereitung in einem Hüttenwerk betrieben, so sinkt bekanntlich durch die Verhüttung der gesinterten Feinerze der spezifische Koksverbrauch bei der Roheisenherstellung ganz erheblich, weshalb zwangläufig auch ein Gichtgas mit einem geringeren Heizwert anfällt. Hierdurch tritt aber ein fühlbarer Mangel an Gichtgas auf, so daß dieses zur Zündung der Sinterbrennstoffe nicht ausreicht und statt dessen auf andere wertvolle Brenngase zurückgegriffen werden muß.
- Es sind andererseits Verfahren zur Herstellung der für die Sinterung benötigten Brennstoffe, vornehmlich Koksgrus, bekannt, die .darin bestehen, daß Feinkohle, Feinstkohle oder Staubkohle durch Erhitzen in einem heißen Gas- und/oder Luftstrom oder mit festen heißen Wärmeträgern in einem Reaktionsraum, Beispielsweise in einer Flugstaubwolke oder einem Wirbelbett, ganz oder teilweise entgast werden. Die heißen Abgase gibt man hierbei zumeist nach einer Reinigung bis auf Stadtgasqualität in die Gasversorgung oder ungereinigt in eine Kesselfeuerung. Nach einem noch nicht zum Stand der Technik gehörenden Verfahren wird vorgeschlagen, die Entgasung während der Blasförderung der Kohle mit heißer Luft in einem zum Kesselhaus führenden Förderrohr vorzunehmen und die heißen ungereinigten Abgase nach Abtrennung des gebildeten Koksgruses unmittelbar der Kesselfeuerung zuzuführen. Bei diesem Verfahren ist die Koksgruserzeugung also zwangläufig mit der Verwertung des Abgases zur Energieerzeugung in einem Kraftwerk oder Kesselhaus verbunden.
- Ziel der Erfindung ist es, bei einem Sinterverfahren das Gutbett unabhängig von dem Vorhandensein von Brenngasen aus anderen oder Folgeverfahren zu zünden und durch die gleichzeitige Verwertung von Sinterbrennstoff und Zündgas aus der gleichen Quelle den eigentlichen Sintervorgang leicht zu steuern.
- Dieses der -Erfindung zugrunde liegende Ziel wird erreicht, indem der Sinterbrennstoff durch Verbrennen der bei der Erzeugung des als Sinterbrennstoff dienenden Koksgruses anfallenden Abgase im Zündofen der Sinteranlage gezündet wird. Die Erfindung ermöglicht es also, den Betrieb von Sinteranlagen unmittelbar mit der Erzeugung der zum Betrieb erforderlichen Brennstoffe zu verbinden und dadurch unabhängig von anderen Energiequellen zu machen.
- Außer den bereits gegenüber den bisherigen Verfahren geltend gemachten Vorteilen kommt beim erfindungsgemäßen Verfahren noch hinzu, daß der heiße Koksgrus unmittelbar nach der Abscheidung aus den Entgasungsgasen auf das Sinterband bzw. in die Mischtrommel zur Herstellung des Beschickungsgutes gegeben werden kann, wodurch die fühlbare Wärme des Koksgruses nicht verlorengeht. Es kommt außerdem hinzu, daß die heißen Abgase nach der Koksgrusabscheidung ohne besondere Reinigung unmittelbar im Zündofen der Sinteranlage zur Ausbildung der Zündflamme benutzt werden können, wodurch dann auch hier die fühlbare Wärme der Gase ausgenutzt wird, während der mitgerissene Teer und Feinststaub, die ebenfalls hoch erhitzt sind, den Zündungs- und Verbrennungsvorgang in der Sinterschicht weiterhin unterstützen. Es ist jedoch je nach der Zusammensetzung der Abgase auch möglich, diese im Bedarfsfall zu reinigen. Die Luft für den Zündbrenner wird gegebenenfalls von einem von den Wärmequellen des Verfahrens gespeisten Wärmeaustauscher vorgewärmt.
- Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung erfolgt die Vorwärmung des für die eventuelle Trocknung und Vorerhitzung der zu entgasenden Feinkohle, sowie des für die Verkokung erforderlichen heißen Gas- und/oder Luftstromes durch die heißen Abgase aus den letzten Saugkästen des Sinterbandes. Diese Erhitzung kann direkt oder auch mittels eines Wärmeaustauschers vorgenommen werden.
- Weitere Vorteile und Merkmale des erfindungsgemäßen Verfahrens gehen aus der nachfolgenden Beschreibung an Hand der Zeichnung hervor. Die Zeichnung zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens.
- Ein wanderrostartiges Sinterband 1 wird durch einen Aufgabetrichter 2 mit dem in der Mischtrommel 3 vorbereiteten Aufgabegut, das aus einer Mischung von durch Leitung 4 zugeführten zu sinterndem Material und dem durch Leitung 5 beigefügten Brennstoff besteht, beschickt. Das auf dem Sinterband 1 aufgelegte Gut bildet das Gutbett 6.
- Der Sinterbrennstoff wird hergestellt, indem die aus dem Bunker 7 kommende und durch die Schleuse 8 zugeteilte Kohle in der Blasförderleitung 9 auf den durch die Leitung 10 zugeführten aus dem Wärmeaustauscher 11 kommenden etwa 400c C heißen Luftstrom trifft. In der Zeichnung wird die Möglichkeit, die aus dem Bunker 7 kommende Kohle zu trocknen und vorzuerhitzen, nicht dargestellt, um die Zeichnung zu verdeutlichen. Die Feinkohle wird in der Förderleitung 9 nach oben getragen, wobei sie entgast und die Koksgrusteilchen bis auf etwa 800'' C aufgeheizt werden. Die im Abscheider 12 anfallenden Koksgrusteilchen werden durch die Schleuse 13 unmittelbar durch die Leitung 5 in die Mischtrommel 3 ausgetragen. Die Abgase treten dagegen in den Feinstaubzyklon 14 ein, wo etwa noch vorhandener Feinkoksgrus abgeschieden und durch die Schleuse 15 einer gesonderten Verwendung zugeführt werden kann.
- Die Zündung des Gutbettes 6 erfolgt durch die aus dem Zyklon 14 abgezogenen noch Teer und Feinststaub enthaltenen etwa 800=C heißen Abgase, indem sie im Zündofen 17 mit durch die Leitung 18 beigemischter vorgewärmter Frischluft verbrannt werden. In der Zeichnung ist ebenfalls die Möglichkeit, die durch. die Leitung 18 zugeführte Luft vorzuwärmen, nicht dargestellt.
- Mit Hilfe der unterhalb des Gutbettes angebrachten Saugkästen 19 und des Ventilators 20 werden die Abgase abgeführt. Die heißen Abgase aus den letzten Saugkästen 19 des Sinterbandes werden hierbei zunächst durch den Wärmeaustauscher 11 geleitet, wo sie die durch den Ventilator 21 durch die Leitung 10 in den Entgasungsraum 9 gedrückte Förderluft aufheizen. Durch die Regulierung der Menge dieser heißen Abgase mit Hilfe des Ventils 22 läßt sich die Temperatur der Förderluft genau regeln.
Claims (7)
- Patentansprüche: 1. Verfahren zum Betrieb von Sinteranlagen, bei dem das zu sinternde Gut auf ein Band oder einen Drehrost aufgegeben, mit einer auf die Beschickung gerichteten Flamme gezündet und unter Anwendung eines Saugzuges erhitzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Sinterbrennstoff durch Verbrennen der bei der Erzeugung des als Sinterbrennstoff dienenden Koksgruses anfallenden Abgase im Zündofen der Sinteranlage gezündet wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß der Sinterbrennstoff durch Blasförderung von feinkörniger Kohle in einem heißen Luftstrom, wobei die für die Entgasung erforderliche Wärme durch einen im Entgasungsraum stattfindenden Teilverbrennungsprozeß erzeugt wird, hergestellt und die heißen ungereinigten Abgase unmittelbar zur Verbrennung dem Zündofen (17) zugeführt werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der im Abscheider (12) anfallende Koksgrus im heißen Zustand direkt auf das Sinterband (1) und/oder die Mischungsvorrichtung (3) aufgegeben wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Luft für den Zündbrenner durch einen von den Abwärmequellen des Verfahrens gespeisten Wärmeaustauscher vorgewärmt wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Luft für den Zündbrennef durch die Abgase der Sinterzone vorgewärmt wird.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der für die Verkokung erforderliche Gas- und/oder Luftstrom durch die Abgase aus den letzten Saugkästen des Sinterbandes entweder direkt und/oder in einem Wärmeaustauscher (11) aufgeheizt wird.
- 7. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die feinkörnige Kohle durch die Abwärmequellen des Verfahrens getrocknet und vorgeheizt wird.
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