DE1165845B - Stabilisieren von Polyaetherurethanen - Google Patents
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: C 08 g
Deutsche Kl.: 39 b - 22/04
Nummer: 1165 845
Aktenzeichen: D 36869 IV c / 39 b
Anmeldetag: 23. August 1961
Auslegetag: 19. März 1964
Polyätherurethane werden zum Teil durch die Umsetzung von Polyäthern mit mindestens zwei
Hydroxylgruppen mit Diisocyanaten hergestellt. Die auf diese Weise gewonnenen Polyätherurethane
haben die Neigung, sich aus der Farblosigkeit rasch S in verschiedene Tönungen von Gelb bis Braun zu
verfärben. Diese Verfärbung ist auf die Einwirkung von Luft und Licht zurückzuführen und wird durch
Hitzeeinwirkung unterstützt. Die bisher zur Verfügung stehenden Stabilisatoren beseitigen diesen
Nachteil der an sich ausgezeichneten und brauchbaren Polymeren nicht.
Es ist bekannt, phenolische Verbindungen mit weiteren OH-, Alkyl- oder Cycloalkylgruppen in
Mengen von 0,05 bis 10% zum Stabilisieren von is Polyätherurethanschaumstoffen gegen Einfluß von
Licht und Sauerstoff zu verwenden. Die zum Erreichen einer befriedigenden Stabilisierung erforderlichen
Mengen solcher phenolischen Verbindungen sind verhältnismäßig groß. Große Mengen phenolischer
Verbindungen als Zusatz zu Polyätherurethanen beeinflussen jedoch verschiedene Eigenschaften
dieser Polyurethane in nachteiliger Weise.
Die Erfindung schlägt demgegenüber die Verwendung einer Phenolverbindung der allgemeinen
Formel vor:
in der R, R' und R" ein Wasserstoffatom, eine OH-Gruppe, einen Alkyl-, eine Carbalkoxy- oder
einen Alkoxyrest bedeuten und R' oder R außerdem einen Phenylrest der Formel
OH
(A = Alkyliden und R und R" haben die gleiche Bedeutung wie oben) bedeuten können, zusammen
mit Phosphationen als Stabilisatoren für gegebenenStabilisieren von Polyätherurethanen
Anmelder:
The Dow Chemical Company, Midland, Mich.
(V. St. A.)
Vertreter:
Dr.-Ing. A. Weickmann,
Dipl.-Ing. F. Weickmann,
Dipl.-Ing. H. Weickmann
und Dipl.-Phys. K. Fincke, Patentanwälte,
München 27, Möhlstr. 22
Als Erfinder benannt:
William Albert Rogers jun.,
Claude Andrew Latta jun.,
Louis Robert Knödel,
Arthur Emilio Gurgiolo, Lake Jackson, Tex.
(V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 29. August 1960
(Nr. 52 334)
falls verschäumte Polyätherurethane. Unter Carbalkoxyreste werden veresterte Carboxylgruppen verstanden,
die unmittelbar am aromatischen Kern sitzen.
Die Verwendung von Phosphationen bei Polyätherurethanen ist bekannt, wenn auch nicht allein
zum Zwecke der Stabilisierung.
Durch die gleichzeitige Anwendung der Phenolverbindung und der Phosphationen tritt ein unerwarteter
synergistischer Effekt ein, wie daraus entnommen werden kann, daß Phosphationen in
Abwesenheit der Phenolverbindungen kaum einen besseren und keinen schlechteren Stabilisierungseffekt ergeben als andere Säureionen, z. B. H2SO4-Ionen
oder Cl-Ionen. Daß hingegen bei gleichzeitiger Anwendung der Phosphationen und der Phenol-So
Verbindungen ein weit stärkerer Stabilisierungseffekt eintritt als bei gleichzeitiger Anwendung
gleicher Mengen Phenolverbindungen und gleichem
409 539/574
PH-Wert entsprechenden Mengen von Cl oder H2SO4, war nicht zu erwarten. Beste Resultate ergeben
sich bei Verwendung von 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenol
zusammen mit Phosphationen. In der Praxis wird man auf 1 Million Teile Polyätherurethan
die Phosphationen in einer Menge von 25 bis 75 Teilen und die Phenolverbindung in einer
Menge von 250 bis 1000 Teilen zur Anwendung bringen.
Der pH-Wert der zu härtenden Massen sollte bei Anwendung erfindungsgemäßer Stabilisatoren neutral
oder leicht sauer sein, vorzugsweise im Bereich von 5,0 bis 7,0 liegen.
Mit dem obengenannten pH-Bereich beträgt die
tatsächliche Konzentration des Phosphors, ausgedrückt als PO4, vorzugsweise von 25 bis 75 Teilen
pro 1 Million Teile und mehr, vorzugsweise 40 bis 50 Teile pro 1 Million Teile. Liegt die POi-Ionenkonzentration
über oder unter dem angegebenen Wert, so nimmt die Neigung zur Verfärbung wieder
zu. Die phenolischen Verbindungen werden zweckmäßig in einem Ausmaß von mindestens etwa 250
bis 1000 Teilen pro 1 Million Teile und höher angewendet. Liegen mehr als 1000 Teile pro 1 Million
Teile vor, so ist weiterhin nur mehr eine geringe Verbesserung zu erwarten.
Der synergistische Effekt ist mehr durch die Phosphationen als durch die Phosphorsäure selbst
hervorgerufen. Wenn Polyglykole verwendet werden, welche eine pH-Werteinstellung nicht erfordern, so
kann das notwendige Phosphat ganz oder teilweise in Form eines Salzes vorliegen.
Da es bei der Herstellung von Polyglykolen üblich ist, sich eines Alkalikatalysators zu bedienen, so
kann man — wenn erwünscht — den Katalysator unmittelbar mit Phosphorsäure neutralisieren und
zusätzliche Phosphationen in Form der erforderlichen Menge von Phosphaten zugeben.
Die Benennung »Polyätherurethan« umfaßt polymere Polyurethane, die durch die Reaktion eines
organischen Polyisocyanates mit einem Polyätherpolyol gewonnen sind. Die letztere Bezeichnung
umfaßt Polyole, die durch Kondensierung von einem oder mehreren Alkylenoxyden mit einer
Verbindung erhalten werden, die mindestens zwei mit Alkylenoxyden in Reaktion tretende Wasserstoffatome
enthalten.
Die Stabilität wurde durch den nachstehenden Versuch bestimmt:
In eine 25 χ 200-mm-Versuchsröhre wurden 30 g Polyoxypropylenglykol eines Molekulargewichts von
etwa 2000 und 3,9 g Toluylendiisocyanat gegeben. Die angegebene Menge des Diisocyanates bedeutet
einen Überschuß von 50%. Eine 0,4 x 6-mm-Kapillarglasröhre wurde durch einen Pfropfen hindurch- ^j
geführt, und dieser wurde leicht in die Versuchsröhre in solcher Weise aufgesetzt, daß die Glasrohre
sich fast bis zum Boden der Versuchsröhre erstreckte. Die Versuchsröhre wurde sodann in ein Ölbad einer
konstanten Temperatur von 1200C eingesenkt; es e0
wurde Trockenluft durch die Reaktionsmischung in einem Ausmaß von 180 ecm pro Minute geleitet.
Nach Ablauf einer Stunde wurde die Versuchsröhre aus dem Bad genommen, und der Inhalt wurde in
eine Standard-Gardnerröhre eingegossen. Die Farbe wurde sodann verglichen mit einer Gardner-Vergleichstafel,
worin die Farbe 1 ein sehr farbloses Gelb und die Farbe 10 ein sehr tiefes Gelb darstellt.
Bei einer Serie von Versuchen wurde das Polyoxypropylenglykol mit einem Molekulargewicht von
etwa 2000 und einem pH-Wert von 6,5 ohne Zugabe einer Säure mit verschiedenen Mengen des 2,6-Ditert.-butyl-4-methylphenols
stabilisiert und der Stabilisationsgrad wie oben bestimmt. Der pH-Wert
wurde durch Auflösen einer 10-g-Probe des PoIyalkylenglykols
in 60 ml Methanol-Wasser-Lösung und Messen der gewonnenen Lösung mit einem PH-Meßgerät bestimmt. Die Methanol-Wasser-Lösung
hatte einen pH-Wert, entweder von Natur aus oder mit Salzsäure eingestellt, von 7 und bestand
aus 90 Gewichtsprozent Methanol und 10% Wasser. Bei einem weiteren Versuch wurden Vorpolymere
in geschäumte Polyurethane durch Einstellen des NCO-Gehaltes und Aufschäumen in an sich bekannter
Weise übergeführt. Die Ergebnisse sind in der nachstehenden Tafel wiedergegeben.
Tafel I
| 2,6-Di-tert.-butyl- 4-methylphenol (Teile pro 1 Million Teile) |
Vorpolymeres Gardner-Farbe Nr. |
Schaumstoffarbe nach 3 Tagen bei gedämpftem Zimmerlicht |
| 250 500 1000 |
7 2 1 |
Gelb Blaßgelb Blaßgelb |
Tafel I zeigt, daß 250 Teile pro 1 Million Teile des 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenols ungenügend
sind, um die Oxydation und Verfärbung zu verhindern, während 500 Teile des genannten Stabilisators
pro 1 Million Teile wohl eine Verbesserung bringen, aber keine Beseitigung der Farbbildung. Auch
Schaumstoffe, hergestellt mit Vorpolymeren, die obengenannten Mengen des 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenols
enthaltend, verfärben entsprechend der Spalte 3 der Tafel. Nach 3 Tagen zeigte sogar ein
Schaumstoff mit 1000 Teilen pro 1 Million Teile des obengenannten Phenols eine schwache Gelbfärbung.
Die nachstehende Tafel II zeigt die Verfärbungsergebnisse, wenn man dem pH-Wert des Vorpolymeren
von 3 bis 8,0 variierte, und zwar unter Verwendung der angegebenen Säuren.
Tafel II
| Polyoxypropylenglykol- | PH | Säure | 2,6-Di-tert.-butyl- | Farbtest |
| vorpolymeres | 5,6 | H3PO4 | 4-methylphenol | Gardner- |
| 5,6 | H3PO4 | (Teile pro 1 Million Teile) | Farbe | |
| 5,6 | H2SO4 | 0 | 7 | |
| 5,6 | HCl | 250 | 1 | |
| 4,0 | H3PO4 | 250 | 7 | |
| 7,0 | H3PO4 | 250 | 7 | |
| 5,0 | H3PO4 | 250 | 7 | |
| 250 | 1 | |||
| 250 | 1 |
Nicht nur das Vorpolymere war bei Stabilisierung mit 250 Teilen 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenol
pro 1 Million Teile bei einem mit H3PO4 eingestellten
pH-Wert von 5,6 farblos, sondern auch damit hergestellte Schaumstoffe hatten eine weit verbesserte
Stabilität, insbesondere gegenüber Gelbfärbung. Wenn ein Vorpolymeres, stabilisiert mit 250 Teilen
pro 1 Million Teile des obengenannten Methylphenols,
bei einem mit HCl eingestellten pH-Wert von 5,6 verwendet wird, so ist der Schaumstoff anfangs
leicht gelb, die Färbung wird nach 6 Tagen tief gelb. Weder Salzsäure noch Schwefelsäure besitzen einen
synergistischen Effekt zusammen mit dem 2,6-Ditert.-butyl-4-methylphenol.
In ähnlicher Weise wurden Stabilisierungsversuche an Vorpolymeren durchgeführt unter Verwendung
von 2,5-Di-tert.-amylhydrochinon, butyliertem Hydroxyanisol, n-Propylgallat, n-Butyl-parahydroxybenzoat
und Bisphenol A, wobei die angewendeten Mengen 250 Teile pro 1 Million Teile und
der mit Phosphorsäure eingestellte pH-Wert 5,6 waren. Es ergaben sich Gardner-Verfärbungen von
weniger als 1, 1, 1,2 bzw. 2.
Ähnliche Ergebnisse wurden erzielt durch Verwendung von anderen Polyoxyalkylenpolyolen, die
für die Herstellung von Polyurethanen brauchbar sind, so z. B. von Polyäthern mit Molekulargewichten
von 1000 bis 4000, wie sie durch Kondensation von Äthylenoxyd, Propylenoxyd oder 1,2-Butylenoxyd
oder Mischungen davon mit Wasser, einem Alkylenglykol, Glycerin, Trihydroxybutan,
Rohrzucker od. dgl. gewonnen sind.
Die Stabilisierung ist auch bei Verwendung anderer Polyisocyanate, wie z. B. Phenylendiisocyanat,
Hexamethylendiisocyanat oder 4,4'-Alkylenbis-(phenylisocyanat), gegeben.
Claims (1)
1. Verwendung von Phenolverbindungen der allgemeinen Formel
OH
in der R, R' und R" ein Wasserstoffatom, eine OH-Gruppe, einen Alkyl-, einen Carbalkoxy-
oder einen Alkoxyrest bedeuten und R' oder R außerdem einen Phenylrest der Formel
OH
worin A einen Alkylenrest bedeutet und R und R" die gleiche Bedeutung wie oben haben, bedeuten
können, zusammen mit Phosphationen als Stabilisatoren für gegebenenfalls verschäumte PoIyätherurethane.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 042 889;
USA.-Patentschrift Nr. 2 842 506.
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 042 889;
USA.-Patentschrift Nr. 2 842 506.
Applications Claiming Priority (1)
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| US52334A US3072605A (en) | 1960-08-29 | 1960-08-29 | Polyurethane stabilization |
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