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Bügelpresse zum Bügeln von Hosen od. dgl. Die Erfindung betrifft eine
Bügelpresse zum Bügeln von Hosen od. dgl., bei welcher gleichzeitig die Bügelfalte
und die mehrere Stofflagen enthaltenden Seitennähte gepreßt werden können.
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Die Verwendung von Bügelpressen zum Bügeln oder Plätten von Kleidungsstücken,
Wäsche od. dgl. ist bekannt. Beim praktischen Gebrauch solcher Pressen treten nicht
nur je nach Art der zu behandelnden Stoffe, sondern auch je nach Machart der Kleidungsstücke
usw. ganz verschiedenartige Ansprüche an den Ablauf des Pressens auf. Diese Ansprüche
können auch bei ein und demselben Kleidungsstück sehr verschieden sein, z. B. je
nachdem ob es sich um Nahtstellen oder Brüche handelt oder ob Versteifungs- und
Futterteile vorhanden sind. Es kommt noch hinzu, daß die einzelnen Kleidungsstücke
auch große Unterschiede in der Verarbeitung selbst dann aufweisen können, wenn sie
aus ein und demselben Gewebe hergestellt sind, und außerdem können Unterschiede
dadurch entstehen, daß sich die Gewebeteile, sei es bei der Herstellung, sei es
bei einem vorhergehenden Tragen, noch verzogen haben. Es ist deshalb vielfach nötig,
die verschiedenen Teile selbst eines einzelnen Kleidungsstückes in verschiedener
Weise zu behandeln.
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Bei Herrenhosen ist z. B. empfehlenswert, die Nähte und die Bruchstellen
in verschiedener Weise zu pressen, und auch die doppelten Teile am Schlitz der Hose
und nahe dem Bund müssen in anderer Weise gepreßt werden. Dasselbe gilt auch für
Hosenaufschläge. Ähnliche Verhältnisse liegen auch bei anderen Kleidungsstücken
vor, z. B. bei Mänteln, deren Reversteile besonders schwer zu behandeln sind.
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Zur Beschleunigung und Vereinheitlichung der hauptsächlich in Frage
kommenden verschiedenartigen Preßvorgänge hat man bereits Steuervorrichtungen für
Kleiderbügelpressen und Bedampfungseinrichtungen vorgeschlagen, wobei die Bedampfung
und die Bedampfungszeit bei solchen Pressen durch einstellbare Zeitwerke schaltbar
sind, und wobei diese Vorrichtungen nach Betätigung eines Initialschalters selbsttätig
ablaufen, und zwar für die verschiedenen Pressungsarten in verschiedener Weise nach
vorgeschriebenen Arbeitsabläufen hintereinander. Mit diesen Steuervorrichtungen
ist es jedoch nicht möglich, an ein und demselben Kleidungsstück verschiedene Arbeitsrythmen
ablaufen zu lassen, je nach den besonderen Erfordernissen der einzelnen Teile.
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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bügelpresse zum Bügeln von
Hosen oder Kleidungsstücken, bei welcher gleichzeitig die Bügelfalten und die mehrere
Stofflagen enthaltenden Seitennähte unmittelbar zwischen Preßplatten preßbar sind,
und wobei die Preßplatten durch Ventile steuerbare Dampf- und Absaugeanschlüsse
aufweisen. Die Erfindung besteht dabei darin, daß im Bereich der Seitennähte die
Preßplatten einen von dem übrigen Plattenraum abgeteilten Dampfverteilungs- und
Absaugeraum mit unabhängig von den übrigen Ventilen steuerbaren Dampf-und Absaugeventilen
aufweisen. Die Dampf- und Absaugeventile der Dampfverteilungs- und Absaugeräume
in den Preßplatten können vorteilhaft durch Nockenscheiben über Nockenrollen betätigbar
sein, deren Schwenkung in Abhängigkeit von der Schwenkung der beweglichen Platte,
üblicherweise der Oberplatte, erfolgt, wobei die Nockenrollen durch Schlepphebel
beim Auf- oder Niederschwenken der beweglichen Platte festgehalten werden.
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Die Steuerung zur wahlweisen Einstellung mehrerer Arbeitsfolgen kann
über gleichlaufende, entsprechend dem Schwenkungswinkel des beweglichen Pressenteils,
d. h. vorzugsweise des Oberteils, angetriebene und für die Behandlungsdauer einstellbare
Zeitwerke einschaltende Initialnocken erfolgen, wobei durch über Schlepphebel betätigte
Schalter während der öffnungsbewegung des Pressenoberteils die Initialnocken überbrückt
werden. Man kann jedoch auch die Zeitwerke durch in bekannter Weise von Schlitzblenden
geschaltete Lichtstrahlenschalter einschalten.
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Bügelpressen dieser Art zeigen erhebliche Vorteile im Betrieb. Dadurch,
daß die Preßplatten hierbei in zwei oder mehrere Zonen unterteilt sind, ist es möglich,
in der einen Zone den einen Behandlungsablauf (A) und in einer oder mehreren der
anderen Zonen einen anderen Behandlungsablauf (B) vor sich gehen zu lassen. Hierbei
kann die untere Preßplatte so gestaltet sein, daß das ganze Hosenbein bis weit in
den Schritt hinein aufgelegt werden kann und somit alle Teile des Beins einschließlich
des Schrittes mit der
richtigen Bedampfungs- und Absaugefolge erfaßt
werden können.
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Während bisher die meiste Zeit beim Pressen von Hosen aus Stoffen
verschiedener Art dazu gebraucht wurde, um falsche Bedampfungen und Absaugungen
und deren Folgen wieder zu verbessern, und in vielen Fällen die entstandenen Schäden,
insbesondere bei hochwertigen Kammgarnstoffen, bei den früher üblichen Bügelpressen
gar nicht mehr beseitigt werden konnten, ermöglicht es die oben beschriebene Unterteilung
der Preßplatten, die Entstehung solcher Fehler an einzelnen Stellen der Kleidungsstücke
mit Sicherheit zu vermeiden und dabei, was besonders wichtig ist, die erforderliche
Arbeitszeit bedeutend zu verkürzen.
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Um möglichst kurze Preßzeiten zu erreichen, ist es außerdem notwendig,
die Bedampfungs- und Absaugezeiten sowie deren programmatische Folgen sehr genau
einstellen zu können, was durch die vorliegende Erfindung besonders gut gelingt,
und darüber hinaus ist man bed Pressen dieser Art sicher, daß die einmal eingestellten
Bearbeitungswerte (Bedampfungs- und Absaugezeiten, Preßdauer) unverändert bleiben.
Diese Vorteile erreicht man auch, wenn die Pressen als Ganzbeinpressen ausgebildet
sind.
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Alles dies gilt insbesondere auch für die Pressung bereits getragener
Kleidungsstücke, z. B. nach chemischer Reinigung.
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In den Zeichnungen wird das Wesen der Erfindung beispielsweise dargestellt
und in der folgenden Beschreibung an Hand einer Zeichnung noch näher erläutert.
In den Zeichnungen stellt dar A b b. 1 eine Seitenansicht der Bügelpresse und der
Steuerungsvorrichtung, A b b. 2 einen vergrößerten Schnitt durch die untere Preßplatte
entlang der Linie II-11 in A b b. 3, A b b. 3 eine Draufsicht auf die untere Platte,
A b b. 4 eine Vorderansicht der Bügelpresse, A b b. 5 eine andere Ausführung der
Bügelpresse mit mechanischer Schaltung, A b b. 6 und 7 Einzelheiten der Steuerung
nach A b b. 5, A b b. 8 eine Abwicklung von Steuerscheiben, A b b. 9 einen Gesamtschaltplan
der Steuereinrichtung; A b b. 10 zeigt einen etwas abgeänderten Schaltplan und A
b b. 11 den Schaltplan des Schaltrelais für die einzelnen Betätigungsrhythmen.
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Die Bügelpresse nach A b b. 1 bzw. 4. hat eine obere Preßplatte 201
und eine entsprechend geformte untere Preßplatte 202. Die untere Platte
202 wird von einer Tragplatte od. dgl. und diese zusammen mit einer Kunstharzplatte
204 von dem Gestell 205
getragen. Die untere Platte 202 enthält
einen Dampfraum 208, der zwei voneinander getrennte Dampfverteilungsräume
212A und 212B enthält. Außerdem sind durch den Dampfraum 208 zwei
Absaugleitungen 216A und 216B zu den Dampfverteilungsräumen geführt, die
Verbindung mit den Absaugventilen 211A und 211B haben. Die Dampfverteilungsräume
sind mit einer Abdeckplatte 213 nach außenhin überdeckt, die Bohrungen 214 enthält.
Die in den Dampfraum 208 mündende Dampfzuleitung 215 besteht aus einem
stahlgepanzerten Asbestschlauch; außerdem führt in den Dampfraum 208 eine Kondensatableitung
217. Die obere Preßplatte 201 hat analog der unteren Platte 202 voneinander getrennte
Dampfverteilungskammern. Zu dem Dampfraum der oberen Platte führt ebenfalls eine
Dampfzuleitung 215A und ein Kondensatabfluß 217A. Die obere Platte
201 wird von dem Haltejoch 218 getragen, das in dem Lager 219 schwenkbar
an dem Gestell 205 gelagert ist. Dieses Joch trägt an seinem äußeren Ende starre
Fortsetzungen 220 seine Holme. Die obere Platte ist in den Gelenken 221 kippbar
gelagert, wobei die Kippbewegung durch zwei Abfederungen 222 und durch eine Einstellschraube
223 begrenzt wird. Zum Anheben des Haltejochs dient ein mit ihm fest verbundener
Betätigungsarm 226, der in dem Gelenkpunkt 227 mit einer Kolbenstange
228 verbunden ist. Die Wirkungsweise dieser Stange. und des zugehörigen Mechanismus
wird weiter unten noch näher erläutert.
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Der Dampfverteilungsraum 212B der unteren Platte umfaßt nur
einen Teil des Zwischenraumes zwischen der Abdeckplatte 213 und den übrigen
Teilen der Platte 202; er wird seitlich begrenzt durch den Steg 140, jenseits
dessen der Dampfverteilungsraum 212A liegt, der hier flächenmäßig den größten
Teil der Bügelfläche ausmacht, und an den sich die untere Absaugleitung
216 A anschließt. 155 B ist eine Stange zur Betätigung
des Unterdampfventils 210B.
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Wie A b b. 3 zeigt, sind im Bereich des Hohlraumes 212A wegen
dessen größerer Flächenerstreckung bei dieser Ausführung zwei Bedampfungsventile
210 A 1 und 210 A 2 beiderseits des Absaugrohrs 216 vorgesehen, während
für den kleineren Dampfverteilungsraum 212B nur ein Bedampfungsventil 210B
neben einem Absaugerohr 216B angeordnet ist. In A b b. 3 ist gestrichelt die Lage
einer Herrenhose dargestellt, die auf die Unterplatte 202 in solcher Weise aufgelegt
ist, daß die Seitennaht 153 des Unterteils des einen Hosenbeines in dem Bereich
des Dampfverteilungsraumes 212B zu liegen kommt, während der Bruch und insbesondere
die Schrittpartie und die vordere Bügelfalte 154 im Bereich des Raumes
212A liegen. Es ist auf diese Weise möglich, die Naht 153 nach dem Trocknungsverfahren
zu bügeln, wobei nur vor dem Auftreffen der Oberplatte Dampf zum Befeuchten gegen
diese Zone des Kleidungsstückes geblasen wird, während man durch alle übrigen Teile,
insbesondere Brüche und Schritt, nach Auftreffen der Oberplatte Dampf durchströmen
läßt. Andererseits ist die Absaugung in den beiden Dampfverteilungsräumen nicht
gleichartig vorgesehen; in dem Dampfverteilungsraum 212A setzt die Absaugung
unmittelbar nach Abheben der Oberplatte ein, während in der Dampfverteilungskammer
212B
die Absaugung stark verzögert erst nach dem Abheben beginnt, wenn der
Stoff schon hinreichend abgekühlt ist, um ein Durchdrücken der Nähte zu vermeiden.
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Bei der Ausführung nach A b b. 1 dient zum Heben und Senken der Oberplatte
ein besonderer Mechanismus. Hierbei greift die obenerwähnte Verbindungsstange
228 an einen Zapfen 141 einer tiefer gelegenen Scheibe 142 an. Diese
Scheibe 142 ist durch einen weiteren Zapfen 143 und die Pleuelstange 144
über den Zapfen 145 mit der Scheibe 146
verbunden, die sich in Richtung
des Pfeils 147 drehen kann, sobald eine (in A b b. 1 nicht sichtbare) Rutsch-oder
hydraulische Kupplung von Hand oder automatisch betätigt wird. Bei der Drehung der
Scheiben
146 und 142 im Uhrzeigersinn hebt sich der Teil 226, und
gleichzeitig senken sich die Holme 218 mit der Oberplatte, bis die Oberplatte auf
der Unterplatte aufliegt. Bei Auskupplung der Scheibe 146 dagegen wird die Verbindungsstange
228 mit dem Teil 226 durch das Gewicht 150 nach unten gezogen, das auf einem mit
der Scheibe 142 festverbundenen Hebel 148 in einem Schlitz 149 verstellbar ist.
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Statt der vorstehend beschriebenen Betätigung durch die Scheiben 142
und 146 kann die Stange 228 auch entweder über ein mit einem Hebel 237 A
verbundenes Segment 237 betätigt werden, das im Eingriff mit einem Ritzel
239 auf der Welle 189 steht, wobei die Welle 189 über eine hier nicht dargestellte
Kupplung angetrieben wird, oder auf die in dem Schaltschema nach A b b. 9 und 10
gezeigte Weise.
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Die Absaugleitungen 216A und 216B haben bei der Ausführung
nach A b b. 1 Ventile 211 A und 211B, die unterhalb der Platte 204 liegen und durch
Magnete 263 A und 263 B geöffnet und geschlossen werden.
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152 ist hierbei eine Verbindungsstange zu dem Fußhebel 292, durch
den die Absaugeventile 263 A und 263B betätigt werden können. In der Zeichnung nicht
dargestellt ist die Betätigung der Unterdampfventile 155 A 1, 155 A 2 und
155 B.
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In der oberen Platte nach A b b. 5 sind entsprechende Ventile
156 A 1, 156 A 2 und 156 B vorgesehen, die hier der besseren
Übersicht halber nicht im einzelnen erläutert sind, aber grundsätzlich in gleicher
Weise arbeiten wie die entsprechenden Ventile in der Unterplatte. Eine Absaugung
aus der Oberplatte fehlt bei dieser Ausführungsform.
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Die Ausführungsform nach Ab b.5 unterscheidet sich von derjenigen
nach A b b. 1 bis 4 dadurch, daß einerseits die Ventile der Preßplatten rein mechanisch
betätigt werden und andererseits für das Heben und Senken der Oberplatte sowie für
die Betätigung der Steuerung der Ventile der Unterplatte Kettenradantriebe dienen.
Die in der Oberplatte vorgesehenen Ventile 156 A 1, 156 A 2 und
156 B werden hierbei durch Seilzüge betätigt, die durch Drehung der Ventilschäfte
in Steilgewindemuttern wirken und beim Heben und Senken der Holme 218 durch mit
diesen fest verbundene Nockenfühler 165 gegenüber unbeweglichen Nockenscheiben 163
A 1, 163 A 2 und 163 B in Tätigkeit versetzt werden. Die Einzelheiten
dieser Nockensteuerung sind aus Abb. 7 ersichtlich.
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In dieser Abbildung bezeichnen die strichpunktierten Linien
OS die geschlossene Stellung der Presse, OG die ganz geöffnete Stellung
und OH die etwa halboffene Stellung. Die Stellung der Steuerorgane entspricht
der Aufwärtsbewegung der Holme.
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Jede der obenerwähnten Nockenscheiben ist auf einer nicht drehbaren
Achse 162 befestigt, die beiderseits starr durch eine besondere gekröpfte Stützstange
162A an dem Gestell 205 befestigt ist. (Der Übersicht halber zeigen A b b. 5 und
7 nur die Stützstange 162A auf der linken Seite.) Für den Arbeitsablauf A haben
im vorliegenden Falle die Nocken je ein Segment 463 A 1 und 463 A 2, deren Form
derjenigen der entsprechenden Nockenfühler 165 angepaßt ist. Die Nockenfühler sind
in einer solchen Winkelstellung angebracht, daß sie der Lage der Holme parallel
zu der Linie OS entsprechen. Das Nockensegment 463 B auf der Scheibe
163B jedoch schließt einen etwas größeren Winkel ein und endet, von oben gesehen,
in einer Höhe, die größer ist als der Anfang der Segmente 463 A 1 und 463
A 2 der Scheiben 163 A 1 und 163 A 2. Infolgedessen wird das
Ventil 156B früher geöffnet als die Ventile 156 A 1 und
156 A 2 und bereits geschlossen, bevor die Presse geschlossen ist.
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In A b b. 7 sind die Nockenfühler 165 A 1 und 165 A 2
gerade aus den Segmenten 463 A 1 und 463 A 2 der Scheiben 163 A 1
und 163 A 2 herausgetreten, während der entsprechende Nockenfühler an der
Scheibe 163B nicht in das entsprechende Segment 463B eingreift. Zwar wäre ein solches
Eingreifen des entsprechenden Nockenfühlers 165B in das Segment 463 B möglich,
wenn die Holme 218 angehoben werden; doch wird dies durch die entsprechende Gabel
188 B des Schlepphebels 187 B verhindert, der beim Anheben der Holme
von der darunterliegenden Stange des Nockenfühlers 165B mitgenommen wird
und der in dieser Stellung die Scheibe 186B gegen den Druck der Feder 166B festhält,
so daß der entsprechende Nocken nicht in das Segment 463B der Scheibe 163B
eingreifen kann. Der Schlepphebel 187B ist an der Welle 162 gleitend durch eine
Gleitkupplung befestigt. Die Scheiben 186 sind jeweils starr auf dem Nockenfühler
165 angebracht.
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Dies gilt für den Arbeitsablauf B.
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Bei Arbeitsablauf A gilt ähnliches für die Nockensegmente
463 A 1 und 463 A 2 mit ihren entsprechenden
Nockenfühlern 165 A 1 und 165 A z. Bei Beginn der Anhebebewegung greifen die Schlepphebel,
die auf der Welle 162 gleitend sitzen, mit ihren Gabeln 188 unter die Scheiben 186,
die starr an den Nockenfühlern 165 befestigt sind, und etwa gleichzeitig werden
die Nockenfühler 165 aus den Segmenten 463A 1 und 463A 2 herausgezogen. So bleiben
die Nockenfühler während der ganzen Aufwärtsbewegung blockiert.
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Wenn die Holme 218 ihre höchste Stellung erreicht haben, und wenn
die Oberplatte gesenkt wird, um einen neuen Arbeitsvorgang zu beginnen, dann haben
die Schlepphebel die Neigung, über der Welle 162 zu verbleiben, denn sie sind gleitend
auf ihr angebracht. So lassen die Gabeln 188 die Scheiben 186 los, und die Nockenfühler
werden freigegeben und können durch die Federn 166 betätigt werden.
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Dieses Freigeben dauert während der ganzen Zeit des Absenkens der
Holme 218 an, und auch noch während der Zeit, in der die Presse geschlossen ist,
bis die Holme 218 wieder nach oben gehen, worauf sich der ganze Vorgang wiederholen
kann.
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Die Klammer 189 C kann der Höhe nach verstellbar sein und ist
gewöhnlich so hoch eingestellt, daß sie eine erste Berührung mit den Hebeln 187
zuläßt, wenn die nach oben gehenden Holme ein Winkelsegment von etwa 3 bis 5° unter
der Stellung der größten C)ffnung einschließen.
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Die Nockenfühler 165 steuern abwechselnd entweder als eine Funktion
der Segmente 463 A 1 und 463 A 2 die Bedampfungsventile 156 A 1 und
156 A 2
beim Arbeitsablauf A oder als Funktion des Segmentes 463
B die Ventile 156B beim Arbeitsablauf B.
In den Zeichnungen sind die
entsprechenden Nokkenfühler 165, Federn 166, Scheiben 186, Schlepphebel 187 und
Gabeln 188 noch jeweils besonders mit den entsprechenden Indexzeichen
B, A 1 und A 2 für die entsprechenden Vorgänge bezeichnet worden.
Zum
selbsttätigen Heben und Senken der Oberplatte ist seitlich der Lagerung 219 der
Holme 218 ein mit letzterem fest verbundenes Kettenrad 161 angebracht, über das
eine Kette 168 nach dem unteren Kettenrad 169 läuft, das auf der Welle 170 sitzt.
Diese Welle trägt noch ein weiteres Kettenrad 173, über das eine Kette 174 nach
dem Kettenrad 175 auf der Steuerungswelle 176 für die Ventile der Unterform läuft.
Zum selbsttätigen Hochheben der Oberplatte dienen hier Zugfedern 159, die an den
Verlängerungsstücken 226 oben und an zwei Hebeln 160 unten sitzen. Die Welle 170
wird über eine Kupplung 171 von dem Motor 172 angetrieben Für die Betätigung der
Unterdampfventile sitzen auf der Welle 176 fünf Nockenscheiben 178 A 1, 178A 2 und
178B sowie 177A und 177B. Die Lage dieser Ausschnitte ist aus der
A b b. 6 ersichtlich; zu jeder Nockenscheibe gehört ein entsprechender Schlepphebel;
diese Hebel sind hier mit 181 A 1, 181 A 2 und 181 B sowie 182
A und 182 B bezeichnet. Sie sind in entsprechender Weise, wie in A
b b. 7 gezeigt, so angebracht, daß sie die auf den Stangen der Nockenfühler 179
sitzenden Scheiben 184 und 185 gegen den Druck der Federn 180 anheben können. Die
Gabeln 182, die die Nockenfühler für die Bedampfungsventile gegen das Eingreifen
in die Ausschnitte der Scheiben 178 A 1, 178 A 2 und 178B
sperren
sollen, sitzen auf Schlepphebeln, die so angeordnet sind, daß sie in entgegengesetzter
Richtung unter die Scheiben 184 greifen als die Gabeln, die in Abhängigkeit von
den Nockenscheiben 177A und 177B arbeiten. Für die ersteren Schlepphebel
ist ein gemeinsamer Anschlagbügel 178 C vorgesehen, für die beiden anderen
Schlepphebel ein gemeinsamer Anschlagbügel 177 C.
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Die Schaltvorrichtung, die in A b b. 9 zusammen mit dem Schaltschema
dargestellt ist, enthält zwei Steuerscheiben 190 A und 190 B
und vier Nockenscheiben 191A und 191B und 192A und 192B. Die Nockenscheiben 191A
und 191B, 192A und 192B sitzen auf der Welle 189, die an einem Ende das Ritzel 239
trägt, und drehen sich mit dieser, wohingegen die Scheiben 190A und 190B sich nicht
drehen und nur dazu dienen, die Schalter 194A und 194 B sowie die Anschläge
373 A und 373 B aufzunehmen. Durch die Linie X-Y wird die Schließstellung
der Presse angedeutet; diese Schließstellung ist in der Abwicklung nach A b b. 8
durch die gleichen Buchstaben bezeichnet. Die Schlepphebel 374A und
374B sitzen ebenfalls auf der Welle 189.
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In A b b. 9 sind die vier mittleren Nockenscheiben nicht mit ihren
Nocken dargestellt; der besseren Übersicht halber wird die Lage dieser Nocken in
A b b. 8 gezeigt. Die Bezugszeichen auf der linken Seite der Abwicklung geben die
jeweiligen Bezugszeichen der Nockenscheiben wieder, und zwar das eine Mal für den
Unterdampf mit dem Ablauf A und B, und das andere Mal für den Oberdampf, ebenfalls
mit A und B. Die Drehungsrichtung der Scheiben wird durch den Pfeil
175 C angegeben. Die schraffierten Bereiche der Abwicklungen geben die Lage der
Nocken wieder; während bei Ablauf B der Nocken vor Erreichung der Schließstellung
liegt und etwa 10° vor dieser Stellung endet, beginnt er bei Ablauf A überhaupt
erst bei diesem Bereich und reicht ein gewisses Stück über die Schließstellung hinaus.
Bei dieser Art der Abwicklung ist angenommen, daß das übersetzungsverhältnis zwischen
den Holmen und den Nockenscheiben 1 : 1 ist. In der Praxis wird man natürlich zur
Verbesserung der Einsteilbarkeit mit einem größeren Verhältnis arbeiten, wobei dann
die entsprechenden Nocken der Scheiben einen größeren Bereich überdecken.
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Um die Anordnung der Wirkungsweise des ganzen Schaltschemas nach A
b b. 9 und 11 zu erläutern, soll der Verlauf der Arbeitsvorgänge A und
B im Zusammenhang mit dem Schaltschema nachstehend näher beschrieben werden.
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Zunächst muß, wenn die ganze Vorrichtung betrieben werden soll, der
Sicherheitsschalter 327 am Ende der Hauptleitung 306 geschlossen werden. Die Bedienungsperson
kann nun entweder durch Betätigung des Schalters 198 das Relais R0 in Tätigkeit
setzen (A b b. 11), wodurch die Schalter 298 und 195 A geschlossen werden,
oder sie schließt den Schalter 199, wodurch über das Relais R U die Schalter
298,
196A1 und 195A geschlossen werden. Die Bedienung kann aber
auch den Schalter 200 schließen, wodurch über die Relais RA B 1 und RA B
2 die Schalter 298, 197 A 2 und 197B, 196 A 1, 196
A 2 und 196B sowie 195A und 195B geschlossen werden.
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Wird über eines der genannten Relais der Hauptschalter 298 geschlossen,
so beginnt das Absinken der Oberplatte durch die Wirkung des Magneten
262,
sei es unmittelbar oder durch Zwischenschaltung irgendwelcher Kupplungen
oder sonstiger Arbeitsmittel. Gleichzeitig wird die Welle 189 entgegengesetzt
zur Pfeilrichtung 375C gedreht. Am Doppelschalter 194A werden die Leitungen 303A
und 304 miteinander verbunden und 369 von 355 getrennt.
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Durch den Einfachschalter 184B wird die Verbindung zwischen den Leitungen
303 und 309 unterbrochen. Durch diese Schaltvorgänge erhält die Leitung
312, die die Steuerung der Bedampfungsorgane regelt, Strom; die Leitungen 355 und
309, die zu den Steuerungen der Absaugung führen, werden stromlos gemacht.
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Im Laufe des weiteren Absinkens der Oberplatte werden, wie aus A b
b. 8 ersichtlich, entsprechend der Ausbildung der Nockenscheiben die Mikroschalter
für die Bedampfungsorgane betätigt (193A, 193B, 193 A 1 und 193
B 1). Durch die Betätigung dieser Schalter werden bei 193 A die Leitungen
347 und 315 miteinander verbunden und das Verzögerungsrelais 311 in Tätigkeit
gesetzt, wodurch sekundärseitig eine Verbindung zwischen den Leitungen 325 und 326
zustande kommt, und der Magnet 265 A 1 wird mit Strom versorgt. Ebenso erhält die
Leitung 328
Spannung.
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Wird der Schalter 193B geschlossen, so verbindet dieser die Leitungen
348 und 316 miteinander, wodurch das Verzögerungsrelais 310 betätigt
wird. Dies Relais stellt eine Verbindung zwischen den Leitungen 312, 330 und 331
her.
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Der Schalter 193A 1 stellt eine Verbindung her zwischen den
Leitungen 349 und 336 zu dem Verzögerungsrelais 317. Hierdurch wird eine Verbindung
hergestellt zwischen den Leitungen 312, 338 und 360, und auch die Leitung 359 wird
mit Strom versorgt.
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Bei Betätigung des Schalters 193 B 1 wird die Leitung 350 mit der
Leitung 339 verbunden, wodurch das Zeitrelais 318 betätigt und eine Verbindung zwischen
den Leitungen 312, 341 und 358 hergestellt wird.
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Beim Anheben der Oberplatte wird die Welle 189 in Pfeilrichtung
375C bewegt. Dabei werden durch
den Schlepphebel 374A am
Schalter 194A die Verbindungen zwischen 369 und 355 geschlossen und die Verbindung
zwischen 303A und 304 getrennt.
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Am Schalter 194B wird durch den Schlepphebel 374B die Verbindung
zwischen 303 und 390 geschlossen. Durch die Leitungen 309 und 355 wird eine Verbindung
zu den Zeitrelais 322A und 322B geschaffen, die ihrerseits Verbindungen zwischen
den Leitungen 364 und 357 sowie 346 und 351 herstellen.
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Der Beginn der Schaltvorgänge in den Schaltern 194A und 194B
wird durch Einstellung der Lage dieser Schalter gegenüber den Anschlagstiften 373
A und 373B bestimmt, wofür in den Scheiben 190 A
und 190B Schlitze
370A und 370B für die Anschläge und 371A und 371B für die Schalter
vorgesehen sind.
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Ist nun bei Beginn des Arbeitsvorganges von der Bedienungsperson der
Schalter 198 geschlossen worden, so werden über das Relais R0 einerseits der Hauptschalter
298 und andererseits der Schalter 195A betätigt; der letztere stellt eine Verbindung
her zwischen den Leitungen 351 und 352, welch letztere zu dem Magneten
264A führt, der das Absaugeventil 211A betätigt (Arbeitsablauf A). Der Kürze
halber werden diese und die folgenden Absauge- und Bedampfungsvorgänge mit Absaugung
A usw. bezeichnet. Hat die Bedienungsperson statt des Schalters 198 den Schalter
199 geschlossen, so werden über das Relais RU außer dem Hauptschalter 298 noch die
Schalter 196 A 1 und 195 A betätigt. Der Schalter 196 A 1 verbindet
die Leitungen 360 und 361, wodurch der Magnet 263 A 1 Strom erhält, der das Unterdampfventil
159 A 1 öffnet. Der Schalter 195A arbeitet wie oben für das Schließen des
Schalters 198 beschrieben.
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Wird von der Bedienungsperson der Schalter 200 geschlossen, so werden
die Relais RAB 1 und RAB 2
betätigt. Das erstere schließt wieder den
Hauptschalter 298 und gleichzeitig fünf weitere Schalter: Der Schalter 197 A 2 stellt
eine Verbindung her zwischen den Leitungen 328 und 333 zu dem Magneten
265 A 2. Dadurch wird das Oberdampfventil 159 A 2
betätigt. (Das Bedampfungsventil
159 A 1 wird bei jeder Schließung des Hauptschalters 298 über den Magneten
265 A 1 ohnehin betätigt, wie oben beschrieben.) Der Schalter 197B stellt
eine Verbindung her zwischen den Leitungen 331 und 335 zu dem Magneten 265B, der
das Oberdampfventil 159B
öffnet.
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Der Schalter 196 A 1 hat bei seiner Betätigung die oben beschriebenen
Wirkungen.
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Der Schalter 196 A 2 verbindet die Leitungen 359 und 362, wodurch
der Magnet 263 A 2 Strom erhält und das Unterdampfventil 210 A 2 geöffnet wird.
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Der Schalter 196B verbindet die Leitungen 358 und 363, wodurch über
den Magneten 263B das Unterdampfventil210B geöffnet wird.
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Das Relais RAB 2 betätigt über den Schalter 195 A in der oben
beschriebenen Weise die Absaugung A und der ebenfalls vorgesehene Schalter
195B durch Verbindung der Leitungen 353 und 354 über den Magneten 264 die
Absaugung B.
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Der Schaltplan A b b. 10 entspricht vollkommen dem Schaltplan A b
b. 9, mit dem einzigen Unterschied, daß an Stelle der Mikroschalter hier Fotoschalter
vorgesehen sind. Die Scheiben 376A und 376B, 377A und 377B sind statt
mit Nocken mit Schlitzen 378A und 378B, 379A und 379B
versehen. Zwischen je zwei Schlitzen befinden sich die Lichtquellen 380 und 381,
und auf den den Lichtquellen abgekehrten Seiten jeweils die Fotozellen 381A und
381B, 382A und 382B. Von diesen Fotozellen aus werden die verschiedenen Verzögerungsrelais
in gleicher Weise gesteuert wie durch die Mikroschalter in A b b. 9.