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DE395851C - Sandsackpresse fuer die Hutherstellung - Google Patents

Sandsackpresse fuer die Hutherstellung

Info

Publication number
DE395851C
DE395851C DEH94839D DEH0094839D DE395851C DE 395851 C DE395851 C DE 395851C DE H94839 D DEH94839 D DE H94839D DE H0094839 D DEH0094839 D DE H0094839D DE 395851 C DE395851 C DE 395851C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
sandbag
press
steam
hat
die
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEH94839D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Rieter Ingolstadt GmbH
Original Assignee
Schubert und Salzer Maschinenfabrik AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Schubert und Salzer Maschinenfabrik AG filed Critical Schubert und Salzer Maschinenfabrik AG
Priority to DEH94839D priority Critical patent/DE395851C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE395851C publication Critical patent/DE395851C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A42HEADWEAR
    • A42CMANUFACTURING OR TRIMMING HEAD COVERINGS, e.g. HATS
    • A42C1/00Manufacturing hats
    • A42C1/04Blocking; Pressing; Steaming; Stretching

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

  • Sandsackpresse für die Hutherstellung. Bei der Anfertigung von Well- und Haarhüten erfolgt die endgültige Formgebung des Hutrandes in vielen Fällen auf sogenannten Sandsackpressen, weil dieselben sich jeder Schweifung des Hutrandes leicht anpassen und infolge der Wärmewirkung unter Druck dem Filz eine besondere Nachgiebigkeit verleihen.
  • Diese Sandsackpressen bestehen in der Regel aus einer eisernen, doppelwandigen, mit Dampf geheizten Wärmplatte, auf welcher eine Anzahl Säcke aus Segelleinwand, mit trockenem Sand gefüllt und mit je einer entsprechend großen Blechhaube ausgestattet, liegen. Um nun den auf einer zugehörigen Randform, der Matrize, vorgearbeiteten Hut der Wirkung des erhitzten Sandsackes auszusetzen, muß letzterer von der Wärmplatte abgehoben, die Matrize mit dem Hut zwischengestellt und der Sandsack wieder niedergelassen werden, so daß sich der lose Sand in dem Sack der Form der Matrize anschmiegt und die Wärme des Sandes den Filz überall leicht nachgeben läßt, wobei die Blechhaube das seitliche Ausweichen des Sandes verhindert. Ein über den Hutrand gelegtes, angefeuchtetes Tuch begünstigt infolge der dabei eintretenden Verdampfung die Nachgiebigkeit des Filzes und verursacht nicht nur nach dem Trocknen eine gewisse Formenbeständigkeit des gepreßten Hutrandes, sondern erteilt auch gleichzeitig dem Filz eine eigentümliche #)Griffigkeit«.
  • Um bei der Bedienung der Sandsackpresse für das Heben und Senken des schweren Sandsackes nicht ganz auf die Kraft des Arbeiters angewiesen zu sein, legte man oberhalb der Sandsäcke eine mit Riemen angetriebene, drehbare Welle mit je einer Gurtscheibe für jeden einzelnen Sandsack an, befestigte an der Haube des Sandsackes einen Gurt, legte denselben über die Gurtscheibe, und wenn man jetzt an dem freien Ende des Gurtes leicht anzog, so hob man infolge der zwischen Gurt und Gurtscheibe auftretenden Reibung den Sandsack so lange hoch, bis man den Gurt wieder freigab, wodurch das Eigengewicht des Sandsackes denselben zum Senken brachte.
  • Diese fast in der ganzen Welt bekannte Einrichtung hat aber den besonderen Nachteil, daß der Arbeiter zur Auswechslung des soeben gepreßten Hutes gegen den inzwischen zum Pressen vorbereiteten Hut immer nur eine Hand frei hat, da er ja während des Auswechselns mit der anderen Hand den Sandsack in seiner gehobenen Stellung halten muß.
  • Aus diesem Grunde hat man an anderen Sandsackpressen einen durch Druckwasser bewegten Kolben angewendet, welcher mit Hilfe geeigneter Hebelgestänge den Sandsack hochdrückt. Die hierdurch erreichte Verbesserung ist wesentlich, denn der Arbeiter hat dabei beide Hände für das Aus- und Einbringen der auszuwechselnden Hüte frei und kann während des Niedergehens des Sandsackes ein etwaiges Verlagern der Sandmassen leicht verhindern.
  • Die praktische Verwertbarkeit der mit Wasserdruck betriebenen Sandsackpresse ist jedoch von der Aufstellung eines besonderen Pumpwerkes abhängig und hat infolgedessen keine besondere Verbreitung gefunden.
  • Die Sandsackpresse nach vorliegender Erfindung erfordert dagegen zum Heben und Senken der Säcke weder eine drehbare Welle und die dazu nötige Antriebskraft noch eine besondere Wasserdruckeinrichtung, denn sie wird lediglich durch Dampf angetrieben, welcher zur Heizung der zugehörigen Wärmplatte ohnehin vorhanden sein muß und infolgedessen nicht nur in bezug auf seine Wärme, sondern auch in bezug auf seine Druckkraft, also doppelt ausgenutzt wird. Dadurch wird jede weitere Kraftquelle zum Betriebe der Sandsackpresse überflüssig, und da die Steuerung der Dampfzuführung durch den Fuß des Arbeiters erfolgt, so bleiben beide Hände des Arbeiters für das rasche und sichere Auswechseln der Matrize frei.
  • In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer derartigen Sandsackpresse dargestellt, und zwar zeigt Abb. x den Aufriß der Maschine mit auf der Wärmplatte liegendem Sandsack, letzteren auch in punktierten Linien in gehobener Stellung; Abb. 2 zeigt die Vorderansicht der Hebevorrichtung mit Schnitt durch den Zylinder; Abb. 3 und q. lassen letzteren in größerem Maßstabe erkennen, und Abb. 5 zeigt das am Fuße des Zylinders angeordnete Dampfventil.
  • Auf dem Gestell a liegt die doppelwandige, heizbare Wärmplatte b und davor der Arbeitstisch c mit der Matrize d. Auf der Wärmplatte befindet sich der Sandsack e mit seiner Blechhaube f, welche durch Bügel g in dem Galgen h hängt. Der senkrechte Tragarm des Galgens führt sich durch Rollen i, il, welche zwischen den Stützlaschen k liegen, in senkrechter Richtung und ist an seinem unteren Ende mit der Stange L des Kolbens m verbunden, der in dem Zylinder n auf und ab bewegt werden kann. Am Fuße des Zylinders n ist das doppelte Ventil o angeordnet, dessen Kegel o1, oll durch den Hebel P bzw. die damit verbundenen Knaggen p1, pll gesteuert werden, Der Hebel p ist unterhalb des Ventils o auf dem Zapfen q drehbar gelagert und faßt mit seinem freien Ende zwischen die Anschläge rl, rll des Tritthebels r, der durch Zapfen s am Maschinengestell a drehbar gelagert ist. Eine Rohrleitungi verbindet den Austrittkanal des Ventils oll mit dem Raum des Zylinders n oberhalb des Kolbens m, während ein anderes Rohr u von dem Austrittkanal oll in den Dampfraum der Wärmplatte b mündet. Ein Absperrventil v ermöglicht die Abstellung der direkten Dampfzuleitung durch das Rohr nach der Wärmplatte b, und das Absperrventil x verschließt das Zuleitungsrohr y zum Eintrittkanal o1 während der Zeit des ersten Anwärmens der Wärmplatte b, wenn das Ventil v geöffnet ist.
  • Die Wirkungsweise der neuen Presse ist folgende : Bei der Inbetriebsetzung der Maschine wird das Ventil x geschlossen, Ventil v geöffnet, und der durch das Rohr w zugeführte Dampf ,strömt in den Heizraum der Wärmplatte b ein, um diese zu erwärmen. Der auf der Wärmplatte liegende Sandsack erwärmt sich mit, doch erst wenn der Sand genügend durchgewärmt ist, kann mit dem Pressen begonnen werden. Das Ventil v wird dazu geschlossen, Ventil x geöffnet, und nachdem der zu bearbeitende Hut auf die Matrize d gelegt und mit einem angefeuchteten Tuch bedeckt ist, wird der Tritthebel r niedergedrückt. Der Anschlag r1 schwingt den Hebel p nach oben, so daß die Knagge p1 das Einlaßveniil o1 öffnet und den durch das Rohr v zugeführten Dampf in den Zylinder n unter dem Kolben m eintreten läßt. Sofort* geht der Kolben na in die Höhe, wobei der in den Rollen i, il geführte Galgen h mitgehoben wird, und hebt den Sandsack e ebenfalls hoch.
  • Jetzt wird die Matrize d mit dem aufgelegten Hut auf die Wärmplatte b geschoben und der Tritthebel r losgelassen, so daß der Hebel P durch sein Eigengewicht niedersinken und das Auslaßventil o11 öffnen kann, während das Einlaßventil o1 durch die Wirkung seiner Feder geschlossen wird. Der noch unter dem Kolben m befindliche Dampfdruck gleicht sich sofort durch die Verbindung des Ventils o11 und Rohr t mit dem Raum über dem Kolben aus; der Kolben geht durch sein Eigengewicht, unterstützt von dem Gewicht des Galgens h und des Sandsackes e, nach unten und drückt dabei den überschüssigen Dampf durch das Rohr u in den Dampfraum der Wärmplatte b hinein, damit er hier durch Abgabe seiner Wärme nochmals ausgenutzt wird und die Wärmplatte dauernd heiß erhält.
  • Der Sandsack e hat sich inzwischen auf den Hutfilz der Matrize d gesenkt und verdampft infolge seiner aufgespeicherten Hitze die Feuchtigkeit des beigelegten Tuches, so daß der darunterliegende Filz willig die Form der Matrize annehmen kann, die er nach erfolgter Trocknung auch beibehält.
  • Da eine Sandsackpresse in der Regel mehrere Sandsäcke auf einer gemeinsamen Wärmplatte besitzt, die der Reihe nach bedient werden, so ist die Wärme des Abdampfes aus den Hebevorrichtungen genügend, um die Platte in ihrer nötigen Temperatur zu erhalten. ' Nach Beendigung des Preßvorganges wird eine weitere Matrize mit einem Hutfilz vorgerichtet, der Tritthebel r niedergedrückt, so daß der Sandsack e hochgeht, die Matrize mit dem fertiggepreßten Hut vorgenommen und die neu vorgerichtete Matrize eingeschoben, dann durch Nachlassen des Tritthebels y der Sandsack gesenkt und -so fort.
  • Infolge der großen Fläche der Wärmplatte b kondensiert der darin enthaltene Dampf; das dabei abgesetzte Kondenswasser wird aus der Wärmplatte am besten durch ein besonderes Rohr in Verbindung mit einem Kondenstopf abgeleitet.
  • Durch die doppelte Ausnutzung des Dampfes, zuerst für das Heben des Sandsackes und nachher für das Heizen der Wärmplatte, wird eine wesentlich größere Wirtschaftlichkeit im Betriebe der Sandsackpresse erzielt, und die Maschine kann von einem jugendlichen Arbeiter bedient werden, während bei der alten Ausführung mit Reibungsgurt die Bedienung als Schwerarbeit bezahlt werden muß.
  • Die Ventile o und deren Steuerungsteile P, y usw. können selbstverständlich auch durch andere Organe, z. B. Hähne, Schieber o. dgl., ersetzt werden und bilden an sich keinen Teil der Erfindung.

Claims (3)

  1. PATENT-ANSPRÜcHE: i. Sandsackpresse für die Hutherstellung, dadurch gekennzeichnet, daß das Heben und Senken des Sandsackes (e) durch eine aus Zylinder (n) mit Kolben (m) und Galgen (h) bestehende Hebevorrichtung mittels Dampfdruckes erfolgt, der vornehmlich der Dampfleitung zur Heizung der Wärmplatte (b) der Presse entnommen wird.
  2. 2. Sandsackpresse nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventile (o), Schieber oder Hähne für den Dampfzutritt zum Zylinder (n) der Hebevorrichtung für den Sandsack durch einen vom Fuß des Arbeiters bewegten Tritthebel (r) gesteuert werden, um beide Hände des Arbeiters für die Bedienung der Matrize (Ziehform d) freizuhalten.
  3. 3. Sandsackpresse nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Austrittskanal des Dampfventils (o11) zur Abführung des im Hubzylinder (n) ausgenutzten Dampfes zum Heizen der Wärmplatte (b) mit letzterer durch eine Rohrleitung (u) verbunden ist.
DEH94839D 1923-09-16 1923-09-16 Sandsackpresse fuer die Hutherstellung Expired DE395851C (de)

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