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Verfahren zum Übertragen von Zeichen von einer Magnetspur auf eine
andere, insbesondere für Zugnummern in Eisenbahnanlagen Die Erfindung betrifft ein
Verfahren zum Übertragen von Zeichen von einer Magnetspur auf eine andere über Niederfrequenzleitungen,
insbesondere für Zugnummern in Eisenbahnanlagen, die mittels Kathodenstrahlröhren
angezeigt werden und dazu in Form von Magnetspuren gespeichert sind, wobei mindestens
zwei Magnetköpfe und mindestens zwei Kathodenstrahlröhren vorhanden sind.
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Es sind Einrichtungen bekannt, die gestatten, ein mittels einer Kathodenstrahlröhre
gezeigtes Bild zu speichern, indem die das Bild erzeugenden Spannungsimpulse in
Form von Magnetspuren beispielsweise auf Magnetbänder aufgeschrieben werden. Durch
Ablesen der Magnetspur mit Magnetköpfen ist es möglich, das Bild erneut zu erzeugen
und, wenn dieselbe Impulsserie dauernd wiederholt wird, ein ruhendes Bild zu erhalten,
das so lange bestehenbleibt, wie die die Spur vorhanden ist und von derselben abgelesen
wird.
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Diese Möglichkeit hat speziell in den Kommandoeinrichtungen größerer
Eisenbahnanlagen zum Anzeigen von Zugnummern Eingang gefunden. Dabei sind in einem
Bild der Gleisanlage jeweils an den Stellen, an denen sich Züge befinden können,
Kathodenstrahlröhren angeordnet, so daß die Zugnummer im Gleisbild dort erscheint,
wo sich in der tatsächlichen Gleisanlage der Zug befindet.
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Da sich die Züge innerhalb der Gleisanlage bewegen, muß die von einer
Kathodenstrahlröhre angezeigte Zugnummer in einem bestimmten Zeitpunkt von einer
Stelle zu einer anderen Stelle im Gleisbild wechseln. Dazu muß der Informationsinhalt
einer Magnetspur auf eine andere Magnetspur übertragen werden, wo er von demjenigen
Magnetkopf, der einer anderen Kathodenstrahlröhre zugeordnet ist, abgelesen werden
kann.
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Es sind verschiedene Verfahren bekanntgeworden, die eine solche Übertragung
von einer Magnetspur auf die andere gestatten, wobei zwischen dem lesenden und dem
schreibenden Magnetkopf jeweils eine Verbindung hergestellt wird, die die Impulsserie
von hoher Folgefrequenz zu übertragen vermag. Eine Schwierigkeit besteht jedoch
dann, wenn die Impulsserie über eine größere Entfernung übertragen werden muß, beispielsweise
von der Magnetspur auf einer Magnettrommel in einem Stellwerksgebäude zu einer Magnetspur
auf einer Trommel in einem weit entfernten anderen Gebäude. Auf kürzere Entfernungen
sind unter Umständen noch Spezialkabel wirtschaftlich anwendbar, die die hohen Folgefrequenzen
direkt übertragen können. Immerhin müßte dabei auch eine Synehronisiervorrichtung
für die zwei weit auseinanderliegenden Magnettrommelspeicher vorgesehen werden.
Bei größeren Entfernungen ist aber insbesondere der Kabelaufwand nicht mehr tragbar.
Zur überbrückung großer Entfernungen ließen sich Richtstrahler verwenden; aber auch
hierfür wäre der Aufwand, besonders in gebirgigen Gegenden erheblich zu hoch.
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Die Erfindung befaßt sich mit der Aufgabe, diese Nachteile zu vermeiden
und die Nummernkennzeichen mit möglichst geringem Aufwand zu übertragen. Diese Aufgabe
ist erfindungsgemäß dadurch lösbar, daß die Magnetspur außer den Steuerkennzeichen
für die Bildpunkte noch Codekennzeichen für den Bildaufbau enthält und daß diese
letzteren allein über die Niederfrequenzleitung übertragen werden und mindestens
am jeweils empfangenden Ort einer Vorrichtung zugeführt werden, welche die empfangenen
Codekennzeichen speichert sowie aus ihnen wieder die zugehörigen Bildpunkt-Steuerkennzeichen
aufbaut.
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Die in der empfangsseitigen Vorrichtung gespeicherten Codekennzeichen
sowie die entsprechenden Bildpunkt-Steuerkennzeichen können nun auf eine Magnetspur
übertragen werden. Die Bildpunktkennzeichen können aber auch unmittelbar einer Kathodenstrahlröhre
zugeführt werden. Diese letztere Möglichkeit ist besonders auf weit entfernten Außenstationen
vorteilhaft.
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Von besonderem Vorteil ist es, wenn auf der Magnetspur die Codekennzeichen
den zugehörigen Bildpunktkennzeichen jeder Ziffer unmittelbar voranlaufen. Selbstverständlich
können die Codekennzeichen
einer ganzen Nummer auch zusammengefaßt
und unmittelbar hintereinander aufgeschrieben werden.
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Eine zweckmäßige Weiterbildung ergibt sich ferner, wenn die auf die
Magnetspur übertragenen Codekennzeichen identisch sind mit den beim ersten Einspeichern
durch die Tastatur erzeugten Codekennzeichen.
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Die Übertragung kann unmittelbar über zusammengeschaltete Niederfrequenzleitungen
erfolgen; sie kann aber auch unter Zwischenschaltung einer Fernsteueranlage geschehen.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
das im folgenden beschrieben wird.
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F i g. 1 zeigt die Bilder von drei Ziffern 7, 1 und 2, wie sie von
der Kathodenstrahlröhre angezeigt werden und z. B. eine Zugnummer 712 darstellen.
Der Kathodenstrahl durchläuft die Spalten 11, 12, 13 usw. bis 37 nacheinander, beispielsweise
von oben nach unten, wobei er jeweils in denjenigen Zeilen 1 bis
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hellgesteuert wird, wo ein zum betreffenden Bild gehöriger Bildpunkt aufleuchten
soll, z. B. beim Durchlaufen der Spalte 12 in den Zeilen 1, 7 und
B. In dem dargestellten Beispiel stehen für jede Zahl fünf Spalten mit je
acht Zeilen, also vierzig Bildpunkte, zur Verfügung. Je eine Spalte vor und eine
Spalte hinter jeder Ziffer bleiben leer, damit der notwendige Abstand zwischen den
einzelnen Ziffern gewahrt bleibt. Somit gehören zur ersten Ziffer die Spalten
11 bis 17, zur zweiten Ziffer die Spalten 21 bis 27 und zur dritten Ziffer
die Spalten 31 bis 37. Entsprechend dem Durchlauf des Kathodenstrahls durch die
aneinandergereihten Spalten befinden sich Markierungen auf der Magnetspur, die,
von einem Lesekopf aufgenommen, in einem Verstärker verstärkt und zur Steuerelektrode
der Kathodenstrahlröhre geführt werden. Die jeweils erste Spalte für jede Ziffer,
also gemäß F i g. 1 die Spalte 11, 21 oder 31, enthält nun ebenfalls acht Abschnitte,
die aber nicht für Bildpunkte ausgenutzt werden, sondern das Codekennzeichen für
den Bildaufbau enthalten. Im Beispiel von F i g. 1 ist dabei angenommen, daß jeweils
in der ersten Zeile jeder ersten Spalte ein Synchronisierimpuls abgegeben wird,
während beispielsweise für das Bild der Ziffer »7« die Abschnitte 3, 4 und 7 mit
Codezeichen belegt sind; für das Bild der Ziffer »1« sind die Abschnitte 3, 5 und
7 mit Codezeichen belegt.
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Im dargestellten Beispiel sind also jeweils drei Codezeichen verwendet,
mit denen drei von sieben beliebigen Abschnitten der ersten Spalte belegt werden
können, so daß 35 Möglichkeiten für den Code entstehen, was genügt, um alle erforderlichen
Buchstaben und Ziffern darzustellen. Einrichtungen solcher Art sind bekannt und
nicht Gegenstand der Erfindung.
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In F i g. 2 ist ein Schaltungsbeispiel zum übertragen der Zugnummer
schematisch dargestellt, wobei angenommen wird, daß die Magnetspuren auf rotierenden
Magnettrommeln aufgezeichnet sind. In der Station 1 befinden sich die Magnettrommel
T mit der Magnetspur a, die Leseköpfe L 1 und L
2, die Leseverstärker Lv 1 und Lv 2, der Magnetkopf Ka,
der hier zum Lesen und zum Schreiben vorgesehen ist, der Schreibverstärker Sa und
der Leseverstärker Lva, das Anzeigegerät Ja, der Umsetzer U und einer
aus den Tasten E 1, E 2 und E 3 bestehende Tastatur. In der Station
Il befinden sich die Magnettrommel T' mit der Magnetspur a', die Leseköpfe
L 1' und L 2', die Le3everstärker Lv 1' und Lv 2', der
Magnetkopf Kä mit dem Schreibverstärker Sä und dem Leseverstärker Lva
, das Anzeigegerät Ja', der Umsetzer U' und die Tasten El'. E2' und E3'.
Die beiden Stationen sind durch die Niederfrequenzleitung L, z. B. ein Stellwerkkabel,
miteinander verbunden. Als Anzeigegeräte dienen, wie eingangs erwähnt, Kathodenstrahlröhren.
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In der Station 1 sei mit den Tasten E1, E2 und E3 die in F i g. 1
dargestellte Zugnummer 712 in dem Umsetzer U eingegeben worden. Der Umsetzer
hat daraufhin sowohl die den Ziffern 7, 1 und 2 zugeordneten Codekennzeichen wie
auch die zugehörigen Bildpunkt-Steuerkennzeichen über den Schreibverstärker Sa dem
Magnetkopf Ka zugeführt und in der Magnetspur a aufgeschrieben, und zwar durch Aneinanderreihung
der Spalten 11 bis 37 gemäß F i g. 1. Dem Leseverstärker Lva werden daher
bei jeder Umdrehung der Trommel T diese Bildpunkt-Steuerkennzeichen zugeführt, so
daß im Anzeigegerät Ja die Nummer 712 angezeigt wird.
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Parallel zum Anzeigegerät Ja ist auch noch der Umsetzer U über
den Kontakt K geschaltet. Es läßt sich auf einfache, bekannte Weise erreichen, daß
dem Anzeigegerät nur die Steuerkennzeichen für die Bildpunkte (also die Informationen
zum Anzeigen der Ziffern), dem Umsetzer U dagegen, sobald der Kontakt K geschlossen
ist, nur die Codekennzeichen für diese Ziffer zugeführt bzw. diese jeweils im betreffenden
Gerät aufgenommen werden. Der Umsetzer U ist hier im wesentlichen nichts anderes
als ein Speicher, der gestattet, die Codekennzeichen mit der Geschwindigkeit, mit
der sie vom Lesekopf kommen, aufzunehmen und sie nachher in einem beliebig verlangsamten
Rhythmus über die Leitung L zu senden. Diese Sendegeschwindigkeit kann den übertragungseigenschaften
der Leitung L angepaßt werden; solange die in der Station 11 angezeigte Zugnummer
ihren Ort nicht ändert, brauchen die zugehörigen Codekennzeichen überhaupt nur einmal,
nämlich zu Beginn der Anzeige, zur Station 1I übertragen zu werden. In der Station
1I am anderen Ende der Leitung L befindet sich ein ähnlicher Umsetzer U', der die
empfangenen Codekennzeichen einerseits in die zum Anzeigen der Zugnummer notwendige
Geschwindigkeit umsetzt und andererseits aus ihnen gemäß F i g. 1 die Bildpunkt-Steuerkennzeichen
aufbaut. Diese letzteren Steuerzeichen werden über den Schreibverstärker
Sä
dem Magnetkopf Ka' zugeführt und in die Magnetspur ä eingeschrieben; diese
Magnetspur wird vom Magnetkopf Kä abgelesen, die erhaltene Impulsfolge dem Leseverstärker
Lva' und von dort dem Anzeigegerät Ja' zugeführt. Es entsteht somit am Anzeigegerät
Ja' dasselbe Bild wie am Anzeigegerät Ja der Station I.
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Selbstverständlich können auch Informationen von der Station 1I nach
der Station I gesandt werden.
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In derselben Weise, wie die Vorgänge für Magnetspuren a und
ä beschrieben wurden, können Informationen in weitere Magnetspuren über die
Magnetköpfe L 1 und L 2 bzw. L 1 und L
2' eingeschrieben und aus ihnen abgelesen werden. Die zugehörigen Stromkreise
sind nur angedeutet; sie sollen zeigen, daß zahlreiche unterschiedliche Informationen
gleichzeitig gespeichert und, wenn nötig, nacheinander übertragen werden können.
Das wird erforderlich bei Gleisanlagen, in denen mehrere Zugnummern zugleich angezeigt
und gemäß dem Betriebsablauf weitergegeben werden müssen.
Aus dem
dargestellten und beschriebenen Beispiel geht deutlich hervor, daß mit deren. Verfahren
gemäß der Erfindung auf einer normalen Niederfrequenzleitung, sei es ein Stellwerks-
oder ein Telephonkabel, eine an sich hochfrequente Impulsfolge übertragen werden
kann, ohne daß diese Leitung besonders dafür ausgebildet zu sein braucht.