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Vorrichtung zum Einwaschen von elastischen Walzen von Kalendern Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einwaschen von elastischen Walzen von Kalendern.
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Nach längerem Gebrauch der elastischen Kalenderwalzen, deren Mantel
in der Regel von einer Baumwollschicht gebildet ist, zeigen sich an deren Außenumfang
Vertiefungen, die sich nachteilig beim Kaiandern auswirken. Es ist deshalb erforderlich,
diese derart veränderte Oberfläche der Walzen in gewissen Zeitabständen wieder zu
egalisieren, was allgemein mit Einwaschen bezeichnet wird. Dabei wird der elastische
Oberzug der Walzen an den Stellen, wo die Vertiefungen liegen, unter Verwendung
von Wasser mit Zusätzen von Szife bzw. Quellmitteln stark engfeuchtet und zu-u Quellen
gebracht. Daran anschließend wird die elastische Walze bei gleichzeitiger indirekter
Aufheizung durch die Hartwalzen wieder getrocknet. Dies-,r Vorgang ist so oft zu
wiederholen, bis die Vertiefungen wieder behoben sind.
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Um das übliche manuelle Anfeuchten der elastischen Walzen mittels
Schwamm zu vermeiden, ist es bereits bekanntgeworden, unter der Walze einen mit
der Behandlungsflüssigkeit gefüllten Behälter anzuordnen, in den die Walze teilweise
eintaucht. Dadurch wird zwar das manuelle Befeuchten vermieden, es ist damit aber
der Nachteil verbunden, daß die Walze insgesamt gleichmäßig angefeuchtet und somit
auch gleichmäßig zum Quellen gebracht wird. Dies ist aber gerade nicht erwünscht.
Die Vertiefungen in der Walzenoberfläche sind nämlich nicht gleichmäßig verteilt,
so daß es erforderlich ist, die Walze an verschiedenen Stellen zum Quellen zu bringen.
Dies ist aber mit der bekannten Einrichtung keinesfalls möglich.
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Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, diesen Nachteilen zu
begegnen und eine Vorrichtung zu schaffen, die die Behandlung auf einzelne Stellen
zu beschränken erlaubt, und zwar durch einen rohrartigen Berieselungsbehälter, der
parallel zu der einzuwaschenden Walze angeordnet ist, deren Länge entspricht und
der in seiner Längsrichtung in Kammern unterteilt ist, die an je eine regulier-
und abstellbare Zuführungsleitung für die Behandlungsflüssigkeit angeschlossen sind.
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Vorteilhaft sind dabei die Kammern, von in der Längsrichtung des Berieselungsbehälters
verstellbaren Kolben gebildet, so daß die Behandlungsstelle durch die Stellung der
Kolben eingegrenzt werden kann.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
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Es zeigt Fig. 1 die erfindungsgemäße Vorrichtung in schematischer
Darstellung in Vorderansicht, Fig. 2 eine vergrößerte Darstellung des Berieselungsbehälters
- teilweise .aufgebrochen - und Fig. 3 eine Vorderansicht eines Kalenders, dessen
beide Seitenwände durch einen über den Walzen hegenden Riegel miteinander verbunden
sind.
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Über der einzuwaschenden Walze 1 des Kalenders, die mit einem an sich
bekannten elastischen überzug 2, z. B. aus Baumwolle, versehen ist, befindet sich
ein Berieselungsbehälter 3 (Fig. 1). Dieser Berieselungsbehälter 3 erstreckt sich
über die gesamte Länge der Walze 1 und ist parallel zu dieser angeordnet. Wie aus
der Fig. 2 hervorgeht, ist dieser Berieselungsbehälter 3 in mehrere Kammern 4 bis
6 unterteilt, wobei jede Kammer über eine regulier- und abstellbare Leitung 7 bis
9 mit einem darüber befindlichen Fall-Flüssigkeitsbehälter 10 verbunden ist. In
jeder der Leitungen 7 bis 9 liegt ein Ventil 11 bis 13. Diese Ventile sind als Magnetventile
ausgebildet, die sowohl einzeln durch Druckknöpfe als auch durch einen nicht dargestellten
Zeitschalter, der die Kontakt- und Pausendauer des jeweils zugeschalteten Magnetventils
steuert, betätigt werden. Ein zweiter, nicht dargestellter Zeitschalter beendet
die gesamte Einwaschperiode.
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Die Bildung und Begrenzung der Kammern 4 bis 6 erfolgt durch im Innern
des Berieselungsbehälters 3 vorgesehene Kolben 14, 15, die in Längsrichtung
des Berieselungsbehälters 3 verstellbar sind. Zu dem Zweck besitzen sie ortsfest
angeordnete, jedoch drehbar gelagerte Gewindespindeln 16, 17, die sich von
beiden Seiten des Berieselungsbehälters 3 in dessen Innenraum erstrecken. Die Gewindespindeln
sind von außerhalb des Berieselungsbehälters 3 bedienbar und an ihren äußeren Enden
mit je einem Handgriff 18, 19 versehen. Zur Sicherung gegen eine Verdrehung der
Kolben
14, 15 sind im Inneren des Berieselungsbehälters 3 Führungsstangen 20, 21 fest angeordnet.
Durch ein Verstellen der Kolben in Längsrichtung des Berieselungsbehälters 3 kann
die Größe der Kammern 4 bis 6 verändert werden. Bei Kalandern, deren Seitenwände
22, 23 (Fig. 3) durch einen über der einzuwaschenden Walze 1 befindlichen Riegel
24 miteinander verbunden sind, ist dieser zweckmäßig zugleich als Fall-Flüssigkeitsbehälter
10 ausgebildet. Der Stand der Behandlungsflüssigkeit im Behälter 10 ist selbsttätig
regelbar, so daß .die Behandlungsflüssigkeit immer mit gleichbleibendem Druck dem
Berieselungsbehälter 3 zugeführt wird. Ebenfalls in Abhängigkeit von dem Spiegel
der Behandlungsflüssigkeit im Behälter 10 erfolgt der Einsatz einer Zugabevorrichtung
für das Wasch- bzw. Quellmittel, das mit Frischwasser gemischt wird. Die Zugabevorrichtung
besteht aus einem unnachgiebigen mit Wasser gefüllten Behälter 25, der mittels einer
Abzweigleitung 26 an die unter Druck Frischwasser zuführende Leitung 27 auschließbar
ist. In dem Behälter 25 befindet sich eine verformbare Blase 28 zur Aufnahme des
konzentrierten Wasch- bzw. Quellmittels, die über eine Leitung 29 an die das Frischwasser
zuführende Leitung 27 angeschlossen ist.
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In dieser Leitung 27 ist vor der Anschlußstelle der zu dem Behälter
25 führenden Abzweigleitung 26 ein Ventil 30 vorgesehen; das in Abhängigkeit von
dem Spiegel der Behandlungsflüssigkeit im Behälter 10 steuerbar ist. Dieses Ventil
30 erhält seinen Steuerimpuls von einem Meßgerät 31, das von dem Flüssigkeitsspiegel
im Behälter 10 beeinflußt ist.
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Zwischen der Anschlußstelle der Blase 28 an die Leitung 27 und deren
Anschluß an den Behälter 25 der Zugabevorrichitung befinden sich ein Strömungsmesser
32 und ein Regelventil 33. Vor der Anschlußstelle der Blase 28 an die Leitung 27
sind in der Leitung 29 ein Rückschlagventil 34 und eine Drossel 35 vorgesehen. Der
Behälter 25 weist eine mittels Ventil 36 verschließbare Abflußleitung 37 auf und
ist ferner mit einem Entlüftungsventil 38 versehen. Unmittelbar vor dem Behälter
25 befindet sich in der Zweigleitung 26 ein Ventil 39. Über einen Leitungszweig
40, der mittels Ventil 41 abschließbar ist, kann der Blase 28 bei Bedarf konzentriertes
Wasch- bzw. Quellmittel zugeführt werden.
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Die Wirkungsweise ist folgende: Zum Einwaschen der Walze 1 ist zunächst
die Ware aus dem Kalander zu entfernen. Je nach Lage und Ausbildung der Vertiefungen
sind die Kammern 4 bis 6 durch axiales Verschieben der Kolben 14,15 im Berieselungsbehälter
3 einzustellen. Dadurch werden Zonen geschaffen, die behandelt und nicht behandelt
werden müssen. Sind Zonen vorhanden, in deren Bereich die Vertiefung bzw. Verformung
des elastischen Walzenbelages 2 unterschiedlich ausgeprägt ist, so sind sie auch
entsprechend intensiv zum Quellen zu bringen, d. h. diese Zonen müssen besonders
stark angefeuchtet werden. Durch Betätigung der Druckknöpfe für die Magnetventile
11 bis 13 von Hand wird die gewünschte Berieselungsstärke durch die Zeitdauer der
Einschaltung des betreffenden Magnetventiles erreicht, wobei es ohne weiteres möglich
ist, eine Zone überhaupt nicht zu benetzen. Während die Walze 1 ständig umläuft,
wird sie zunächst gründlich angefeuchtet und .der Belag zum Quellen gebracht. Danach
wird die Zufuhr der Behandlungsflüssigkeit unterbrochen, und zwar mittels Druckknopfes
des betreffenden Magnetventiles bzw. durch den nicht dargestellten Zeitschalter,
mit dem alle Ventile 11 bis 13 gleichzeitig geschlossen werden können. Die Walze
1 wird nunmehr in an sich bekannter Weise indirekt aufgeheizt und dabei ständig
gedreht, bis sie wieder abgetrocknet ist. Dieser Vorgang des Einwaschens wird so
oft wiederholt, bis die Vertiefung bzw. Verformung auf der Walzenoberfläche beseitigt
ist.
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Die Behandlungsflüssigkeit kann je nach Bedarf mit oder ohne Quellmittel
verwendet werden. Bei Verwendung eines Quellmittels geschieht das mittels der beschriebenen
Zugabevorrichtung. Durch den auf die Blase 28 einwirkenden Wasserdruck, der beim
Öffnen der Ventile 30 und 39 wirksam wird, strömt über die Leitung 29 immer eine
gleichbleibende Menge des konzentrierten Wasch- bzw. Quellmittels in die Frischwasser
zuführende Leitung 27. Durch die Drossel 35 ist diese Menge einstellbar. Gleichzeitig
wird über die Leitung 27 Frischwasser zugeführt, das hierbei mit dem Wasch- bzw.
Quelhnittel vermischt wird. Je nach der gewünschten Konzentration der Behandlungsflüssigkeit
ist die Frischwassermengedurch das Ventil 33 regelbar. Die genaue Durchflußmenge
des Frischwassers ist am Strömungsmesser 32 ablesbar.
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Hat sich die Blase 28 nahezu vollständig entleert, so wird diese wie
folgt gefüllt: Das Ventil 39 wird geschlossen und damit die Frischwasserzufu,hr
in dem Behälter 25 unterbrochen. Darauf wird die Abflußleitung 37 geöffnet und der
Behälter 25 entleert. Zu diesem Zweck ist auch das Entlüftungsventil 38 zu öffnen.
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Durch das sich dabei in der Blase 28 bildende Vakuum wird über den
inzwischen geöffneten Leitungszweig 40 neues konzentriertes Wasch- bzw. Quellmittel
angesaugt, bis die Blase 28 vollständig gefüllt ist. Die beiden Ventile 36 und 41
werden hierauf geschlossen, das Ventil 39 hingegen geöffnet, so daß der Behälter
25 wieder an der Frischwasser zuführenden Leitung 27 anliegt.
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Beim Füllen des Behälters 25 kann die Luft über das geöffnete Entlüftungsventil
38 entweichen, das nach Beendigung des Füllvorganges zu schließen ist.
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Sinkt der Flüssigkeitsspiegel im Fall-Flüssigkeitsbehälter 10 unter
das Sollmaß ab, dann öffnet sich über das Meßgerät 31 das Ventil 30, wodurch die
Blase 28 unter Frischwasserdruck gesetzt wird und dabei das konzentrierte Wasch-
bzw. Quellmittel in die Leitung 27 abgibt. Dieses vermischt sich hierbei mit dem
in dieser Leitung 27 fließenden Frischwasser in dem jeweils eingestellten Verhältnis.
Das Ventil 30
wird nach Erreichen des eingestellten Flüssigkeitsspiegels im
Fall-Flüssigkeitsbehälter 10 wieder verschlossen.