-
Rohrprüfpresse Die Erfindung bezieht sich auf eine Rohrprüfpresse
für hohe Prüfdrücke mit zwei auf einer gemeinsamen Achse drehbar angeordneten Revolverprüftrommeln,
die mit mehreren als Prüfköpfe ausgebildeten Einspannvorrichtungen ausgerüstet sind,
zwischen denen sich mehrere zu prüfende Rohre gleichzeitig befinden, die sich absatzweise
von einer Aufnahmestelle bis zu einer Abgabestelle drehen, und bei der die Widerlager
gegen die Wirkung des Prüfdruckes mit parallel zum Prüfling angeordneten Säulen
miteinander verbunden sind.
-
Zweck der Erfindung ist es, eine vollautomatische Rohrprüfpresse
für große Rohrdurchmesser und beliebig hohe Drücke zu schaffen. in der Rohre fortlaufend
zu prüfen sind.
-
Es sind vollautomatische Rohrprüfpressen für kleine Rohrdurchmesser,
etwa für Gasrohre, bekannt. Die dort vorhandenen Prüfdrücke sind in der Regel nur
so hoch, daß die Reaktionskräfte ohne weiteres von dem Pressenrahmen über die Revolvertrommel
aufgenommen werden können. Die Prüfköpfe der Revolvertrommel stützen sich dabei
in axialer Richtung auf Steuerscheiben ab.
-
Da die Prüfdrücke und deren Reaktionskräfte bei automatischen Rohrprüfpressen
stets nur auf einem bestimmten Sektor der Prüftrommeln auftreten, wo hingegen an
der Rohraufnahme- bzw. -abgebestelle keine Kräfte wirksam sind, werden die Revolvertrommeln
unsymmetrisch beansprucht. Bei hohen Prüfdrücken ist daher die Gefahr einer tJberbeanspruchung
vorhanden.
-
Um eine solche Überbeanspruchung bei einer bekannten Rohrprüfpresse
auszuschließen, sind deren Widerlager gegen die Wirkung des Prüfdruckes mit parallel
zum Prüfling angeordneten Säulen verbunden.
-
Durch die in einer Ebene mit dem Prüfling liegenden Säulen werden
sowohl die Prüfköpfe als auch die Verbindungselemente der Rahmenkonstruktion mit
Sicherheit die vorhandenen Kräfte aufnehmen und die überaus hoch auf Biegung beanspruchten
Pressenteile nicht gefährdet.
-
Diese Maßnahme ist jedoch nicht geeignet, um bei vollautomatischen
Rohrprüfpressen die Wirkung des hohen Prüfdruckes von den Revolvertrommeln fernzuhalten.
-
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine solche vollautomatische
Rohrprüfpresse durch eine Säulenkonstruktion mit den beiden Widerlagern zu einem
geschlossenen Kraftfiußaufnahmesystem auszubilden, daß sowohl unsymmetrische Belastungen
von den gefährdeten Pressenteilen, insbesondere den Revolver-
trommeln, ferngehalten
werden, als auch ein vollautomatischer Prüfbetrieb durchzuführen ist.
-
Die Erfindung wird darin gesehen, daß eine der Verbindungssäulen
die Drehachse für die Revolverprüftrommeln bildet.
-
Durch die Widerlagerabstützung, die mit den Säulen ein geschlossenes
System bildet, ist die gleichmäßige Beanspruchung sichergestellt, da die Achse dieses
Systems mittig der Prüfdruckrichtung verläuft.
-
Andererseits liegt diese Systemachse zwischen den beiden Verbindungssäulen
und somit außermittig der Drehachse für die Revolverprüftrommeln. Dadurch ist es
möglich, bei dieser Presse mit einem Revolverkopfprogramm zu arbeiten, bei dem das
zu prüfende Rohr fortlaufend die einzelnen Funktionsstationen - Aufnahme station
1, Füllstation II, Prüfstation III und Abgabestation IV - passiert, wobei in einer
Betriebsphase gleichzeitig an diesen vier Stellen eine Arbeitsfunktion erfüllt wird.
-
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die als Drehachse ausgebildete
Säule gleichzeitig mit dem Antriebsmittel für die Revolverprüftrommeln verstehen.
Sie ist zu diesem Zweck von einer zwischen den Widerlagern vorhandenen antreibbaren
Hülse umschlossen, auf der die Revolverprüftrommeln angeordnet sind. Die Hülse wird
von einem Antrieb bewegt, der an dem Widerlager angeordnet ist, das dem mit den
Funktionsstationen versehenen Widerlager gegenüberliegt.
-
Während der Drehbewegung sind die Prüftrommeln nicht mit der Füll-
bzw. Prüfstation verbunden, sondern frei drehbar. In der Ruhestellung ist es dann
dank der in dem stationsseitigen Widerlager vorhandenen Füllkolben möglich, nach
einem Einfahrhub
in jeweils einen Prüfkopf zur gleichen Zeit je
ein Rohr zu füllen und je eines zu prüfen, wobei andererseits zur gleichen Zeit
ein neuer Prüfling von der Presse aufgenommen und ein bereits geprüfter abgegeben
wird.
-
Das geschieht in einer ständigen Folge und entspricht einem vollautomatischen
Revolverprogramm, was bislang nur bei Rohrprüfpressen mit niedrigen Prüfdrücken
möglich war, die sämtlich mit Steuerscheiben ausgerüstet sind.
-
Bei anderen bekannten Rohrprüfpressen werden lediglich ein oder mehrere
Prüflinge an einer Stelle in der Presse eingespannt, gefüllt, geprüft und ausgespannt.
-
Bei der Presse nach der Erfindung werden dagegen die Prüflinge an
vier verschiedenen Stellen gleichzeitig einer Arbeitsfunktion unterworfen, die hohen
außermittigen Belastungen wirkungslos gemacht durch ein in sich geschlossenes Kraftflußaufnahmesystem,
wobei die Kräfte gleichmäßig verteilt aufgenommen werden, und ist das Prüfen der
Rohre nach Art eines Revolverprogramms durchzuführen, wobei eine Pressenseite für
den Antrieb und die andere für die Funktionsstationen eingerichtet ist.
-
Weitere Merkmale der Erfindung sind Gegenstand der Ansprüche 4 bis
7, die an Hand der Zeichnung näher erläutert werden. In dieser Zeichnung ist ein
Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt, und zwar zeigt Fig.
1 eine Seitenansicht der Rohrprüfpresse, Fig. 2 eine Draufsicht, Fig. 3 einen Schnitt
nach der Linie III bis III nach Fig. 1 und Fig. 4 eine Teildraufsicht bei verstellter
Verschiebetraverse für kurze Rohrlängen.
-
Die dargestellte Rohrprüfpresse besteht im wesentlichen aus zwei
feststehenden Widerlagern 10, 11, die mit zwei Säulen 12 ein geschlossenes Kraftflußaufnahmesystem
bilden, wie es an sich bekannt ist.
-
Dem einen Widerlager 10 ist eine auf den Säulen 12 verschiebbar geführte
Traverse 13 vorgelagert, die von dem Widerlager 10 über eine Spindel 14 und Drehantrieb
15 zum Einrichten der Presse für Grobverstellung bei verschiedenen Rohrlängen verschoben
werden kann.
-
Eine Säule 12 bildet die Drehachse für die Revolverprüftrommeln 18,
19. Sie ist von einer Hülse 16 umgeben, die von dem Widerlager 10 aus mittels des
Drehantriebes 17 absatzweise gedreht wird. Die Revolverprüftrommeln 18, 19 sind
auf der Hülse 16 angeordnet; dabei ist die Trommel 19 fest auf der Hülse verkeilt,
während die Trommel 18 verschiebbar gelagert ist, jedoch über die Nut 16 a mittels
in diese Nut eingreifender Federl6b stets mitgedreht wird.
-
Die Revolverprüftrommeln 18, 19 tragen umfangsverteilte, nicht näher
dargestellte Prüfköpfe als Einspannvorrichtungen. Diese Prüfköpfe sind in den Revolvertrommeln
axial verschiebbar geführt und werden durch Antrieb zum Erfassen des Rohres herausbewegt.
Die rohrseitigen Enden dieser Prüfköpfe sind in den Fig. 1, 2 und 3 mit ihren Enden
20 zu sehen, wobei sie paarweise je ein zu prüfendes Rohr 21, 22, 23 und 24 zwischen
sich aufgenommen haben. Die vier Funktionsstationen sind wie
folgt bezeichnet: Aufnahmestation
I, Füllstation II, Prüfstation III und AbgabestationIV, so wie es in der Fig. 3
dargestellt ist. Bei einer Drehung der Revolverköpfe 18, 19 werden die Rohre, die
bei 1 von einer schrägen Zulaufbahn 35 aufgenommen werden, auf einem Kreisbogen
25 zunächst zur Füllstation II, von da aus weiter zur Prüfstation III und dann zur
Rohrabgabestelle IV bewegt. Während der Drehbewegung sind die Prüftrommeln nicht
mit der Füll- bzw. Prüfstation II, III verbunden, sondern frei drehbar. Erst in
der Ruhestellung werden von der Füllstation II bzw. der Prüfstation III aus die
Füllkolben 26, 29 in die Einspannvorrichtung eingefahren. Zu diesem Zweck ist das
Widerlager 11 mit je einem Sitz für einen axial bewegbaren Zylinderkolben 26, 29
ausgestattet. Der Füllkolben 26 ist in der Traverse 11 gelagert und durch den Drehantrieb
27 aus der Traverse 11 herauszubewegen; das gleiche gilt für den Füllkolben 29,
dem ein Dreh antrieb 30 zugeordnet ist. Im eingefahrenen Zustand der Füllkolben26,
29 steht das zu füllende bzw. zu prüfende Rohr mit den jeweiligen Druckwasserieitungen
in Verbindung, weil die Prüfköpfe auf der ganzen Länge durchbohrt sind.
-
Auf der gegenüberliegenden Seite sind die Prüfköpfe 20 der Revolvertrommel
18 nicht durchbohrt.
-
Sie sind mit einem (nicht dargestellten) Ablaßventil versehen.
-
Die Reaktionskraft des Prüfdruckes in Richtung auf die Revolvertrommel
18 bewirkt auf Grund der verschiebbaren Lagerung dieser Trommel, daß sie sich gegen
die Verschiebetraverse 13, die sich wiederum über die Spindel 14 am Widerlager 10
abstützt, anlegt. Dadurch wird der Kräftefluß über die Widerlager 10, 11 und die
Säulen 12 geschlossen.
-
Wenn der Prüfdruck abgeschaltet wird, kommt eine zwischen der Lagerung
der Trommel 18 und dem Augel3a der Traversel3 angeordnete Feder 18 a zur Wirkung.
Diese drückt die Trommel 18 um ein geringes Maß wieder in Richtung auf das Rohr
zu, damit zum Weitertransport der Rohre zur folgenden Station die Trommel 18 leicht
gedreht werden kann.
-
Auf der gegenüberliegenden Seite wird der Füllkolben26 nach dem Abschalten
des Druckwassers zurückgezogen, so daß auch an dieser Seite keine Behinderung während
der Drehbewegung der Trommel 19 auftritt.
-
Bei der großen Länge derartiger Rohrprüfpressen muß eine Vorkehrung
gegen das Durchhängen der Verbindungssäulen 12 und auch der zu prüfenden Rohre getroffen
werden. Dazu wird die freie Säule 12 durch einen aufliegenden Träger 31 versteift,
da eine Abstützung nach unten wegen des Abtransports der geprüften Rohre von der
Abgabestation IV nicht möglich ist. Die zweite Säule 12, die gleichzeitig die Drehachse
bildet, wird an der sie umgebenden Hülse 16 durch einen schräg herangeführten Stützbock
32 abgestützt.
-
Um auch die zu prüfenden Rohre ebenfalls gegen Durchhang zu sichern,
wird auf der Hülse 16 ein Stern 33 gelagert, der mit umfangsverteilten Greiforganen
33a für die Unterstützung der Rohre ausgestattet ist. Dieser Stern dreht sich bei
dem schrittweisen Transport der Rohre mit. Die Greiforgane werden erst an der Abgabestation
IV geöffnet.
-
Zur Einstellung der Rohrprüfpresse auf verschiedene Abstandslängen
ist die verschiebbare Traverse
13 vom WiderlagerlO aus über die
Spindel 14 zu bewegen. Gleichzeitig wird dadurch auch die Revolvertrommel 18 mitgenommen,
und zwar in beiden Richtungen. Um nun die Länge der Spindel 14 zu begrenzen, werden
Distanzstücke34 (s. Fig. 4) auf der Spindelachse vorgesehen.
-
Wirkungsweise der Rohrprüfpresse nach der Erfindung Auf einer schrägen
Rollbahn 35 werden die zu prüfenden Rohre herangeführt. Jeweils das vorderste Rohr
wird an der Aufnahmestation 1 durch axiale Verschiebung der beiden Einspannvorrichtungen
20 der Revolvertrommeln 18, 19 erfaßt und eingespannt.
-
Danach wird der Drehantrieb 17 am Widerlager 10 eingeschaltet und
die Hülse 16 mit den Revolvertrommeln 18, 19 um 900 auf dem Kreisbogen 25 gedreht,
so daß das Rohr 21 (gemäß Fig. 3) die Füllstation II erreicht. Das zuvor aufgenommene
Rohr 22 gelangt bei dieser Drehbewegung in die Prüfstation III und das bereits geprüfte
Rohr 23 in die AbgabestationIV. Zur gleichen Zeit, wo das Rohr 21 in der Aufnahmestation
eingespannt wird, verläßt das Rohr 24 die Rohrprüfpresse. Während der Ruhestellung
zwischen den einzelnen Drehphasen werden bei II und III die Drehantriebe 27, 30
eingeschaltet, vermöge derer die Füllkolben 26, 29 in die Prüfköpfe 20 eingeschoben
werden.
-
Auf der Station II wird das Füllwasser eingeführt und auf der Station
III Druckwasser in den Prüfling geleitet.
-
Während die Füllung in dem die StationII verlassenden Rohr durch
ein (nicht dargestelltes) Rückschlagventil im Prüfkopf 20 der Trommel 19 gesichert
ist, erfolgt an der Station III kurz vor einer weiteren Drehbewegung der Trommeln
18, 19 ein Ablaß des hohen Prüfdruckes durch ein (nicht dargestelltes) Ablaßventil
in den Prüfköpfen der Trommel 18.
-
Ein die Prüfstation III verlassendes Rohr, das nur noch Wasser von
geringem Druck, etwa dem Fülldruck, enthält, wird an der Abgabestation IV durch
Zurückziehen der Prüfköpfe 20 freigegeben, so daß das Wasser auslaufen kann. Das
geprüfte Rohr rollt dann über eine schräge Laufbahn 36 aus der Presse ab.
-
Sämtliche Steuerbewegungen werden nach einer Programmsteuerung selbsttätig
ausgelöst, so daß mit dieser Rohrprüfpresse nach der Erfindung ein vollautomatischer
Prüfbetrieb möglich ist.