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Anordnung zur Kompensation von Störimpulsen bei Magnetkernspeichern
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur Kompensation von Störimpulsen
bei Magnetkernspeichern, insbesondere zur Kompensation von Impulsen, die induktiv
von den Ansteuerdrähten auf den Lesedraht übertragen werden.
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Bei Magnetkernspeichern, deren Magnetkerne in Reihen und Spalten angeordnet
sind, treten bekanntlich bei der Ansteuerung eines bestimmten ausgewählten Magnetkernes
außer dem gelesenen Nutzsignal noch Störsignale auf. Diese Störsignale rühren vor
allem daher, daß außer dem ausgewählten Magnetkern auch noch andere Magnetkerne
mit einem Ansteuerstrom beaufschlagt werden. Die nicht ausgewählten Kerne erhalten
im allgemeinen bei den nach dem Koinzidenzprinzip arbeitenden Magnetkernspeichern
nur den halben zur Ummagnetisierung eines Magnetkernes nötigen Strom. Da aber die
Hystereseschleife des für die Speicherkerne verwendeten Materials nicht streng rechteckförmig
ist, treten bei der Ansteuerung der Magnetkerne mit dem halben Ummagnetisierungsstrom
gewisse Störspannungen in den Ausgangswicklungen der Magnetkerne, d. h. der Lesewicklung
des Magnetkernspeichers, auf.
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Zur Kompensation dieser unerwünschten Störimpulse ist bereits eine
ganze Anzahl von Anordnungen und Methoden bekanntgeworden. So ist es beispielsweise
bekannt, den Lesedraht in einer bestimmten Weise durch eine Ebene des Magnetkernspeichers
zu führen. Es ist weiterhin bekannt, die Magnetkerne nach Art eines Fischgrätenmusters
anzuordnen. Die von einem Magnetkern herrührenden Störspannungen werden dabei durch
die Störspannungen eines anderen Magnetkernes wieder kompensiert, da dieser in entgegengesetzter
Richtung von den Drähten durchlaufen wird. Es ist auch bekannt, mit der Lesewicklung
des Magnetkernspeichers einen besonderen Kompensationskern zu verknüpfen, der die
bei dem Lesevorgang auf der Leseleitung auftretenden Störimpulse durch entgegengesetzt
gerichtete Impulse kompensiert.
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Die Erfindung bezieht sich aber gegenüber diesen bekannten Kompensationsverfahren
nicht auf die Kompensation von durch die teilweise Ummagnetisierung von Magnetkernen
hervorgerufenen Störspannungen, sondern von Störspannungen, die dadurch entstehen,
daß von den Ansteuerdrähten her induktiv Störimpulse auf den Lesedraht übertragen
werden. Zur Lösung dieser Aufgabe ist es bekannt, ein die induktiven Eigenschaften
des Magnetkernspeichers nachbildenden Übertrager vorzusehen, dessen Primärwicklung
in den Ansteuerkreis eingeschaltet ist und dessen Sekundärwicklung so mit dem Lesekreis
verbunden ist, daß sich Störspannung und Kompensationspannung gegenseitig aufheben.
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Da der Lesedraht eines Magnetkernspeichers zusammen mit den Ansteuerdrähten
einen aus lose miteinander gekoppelten Luftspulen bestehenden übertrager darstellt,
ist es vorteilhaft, den Kompensationsübertrager ebenfalls aus zwei lose miteinander
gekoppelten Luftspulen aufzubauen. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die
Ausbildung eines solchen Übertragers und besteht darin, daß die spaltenparallelen
oder die zeilenparallelen Haltedrähte für den Lesedraht des Magnetkernspeichers
als mit den Ansteuerdrähten des Magnetkernspeichers gekoppelte Sekundärwicklung
des Übertragers ausgenutzt und zur Kompensation der Störspannung mit in den Lesedraht
einbezogen sind. Durch eine derartige Verwendung der Ansteuerdrähte als Primärwicklung
und die Einbeziehung der spaltenparallelen oder zeilenparallelen Haltedrähte in
den Lesekreis als Sekundärwicklung des Übertragers erübrigt sich die Anbringung
eines zusätzlichen Übertragers. Die Kompensation der am Lesekreis auftretenden Störspannungen
erfolgt also ohne zusätzliche Bauteile durch Verwendung der sonst nur zur Halterung
dienenden zeilen-oder spaltenparallelen Haltedrähte als Luftspule des Kompensationsübertragers.
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An Hand der Figur wird ein spezieller Aufbau und die Wirkungsweise
der Anordnung gemäß der Erfindung näher erläutert.
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Die Figur zeigt eine im wesentlichen an sich bekannte Matrixanordnung
von Magnetkernen zur Speicherung von Informationseinheiten. Die Magnetkerne sind
in Reihen und Spalten angeordnet. Zur Auswahl einer bestimmten Reihe dienen die
Y-Drähte, zur Auswahl einer bestimmten Spalte die X-Drähte.
Weiterhin
ist mit allen Kernen der Matrixanordnung ein sogenannter Inhibit- oder Informationsdraht
verknüpft, der parallel zu den Spaltendrähten durch die einzelnen Magnetkerne hindurchgeführt
ist. In der dargestellten Anordnung, die, wie dargestellt, nur die eine Hälfte einer
Matrixebene ist, beginnt der Inhibit-oder Informationsdraht bei der Klemme 11 und
endet bei der Klemme 12. Außerdem ist mit allen Kernen noch ein Lesedraht verknüpft,
der ebenfalls in an sich bekannter Weise durch die Magnetkerne hindurchgeführt ist.
Als Besonderheit ist anzusehen, daß dieser Lesedraht in jeder Hälfte der Matrixebene
in zwei Teile aufgeteilt ist, dessen erster Teil z. B. bei der Klemme
A beginnt und an der Klemme B
endet und dessen zweiter Teil z. B. bei
der Klemme C beginnt und an der Klemme D endet. Durch diese Anordnung des Lesedrahtes
in zwei Teilen ergibt sich für seinen Richtungssinn in bezug auf eine angenommene
Spalten- und Zeilenrichtung an den Rändern der Matrix eine bestimmte Verteilung.
Diese Verteilung der Richtung der Drähte ist am Rand der Matrix jeweils durch kleine
Pfeile dargestellt. Wie man aus der Richtung dieser Pfeile erkennt, ist der Richtungssinn
von zwei benachbarten, am Rand der Matrix verlaufenden Lesedrahtschlaufen zueinander
entgegengesetzt. Der Wicklungssinn derjenigen Lesedrahtschlaufen, die am Rande der
Matrix parallel zu den Spaltendrähten verlaufen, ist jedoch überall der gleiche.
Im Inneren der Matrix verlaufen die Lesedrähte geradlinig und kreuzen die Zeilen
und Spaltendrähte immer unter dem gleichen Winkel, jedoch mit wechselnder Richtung.
Die Anzahl der sich dabei in der ganzen Matrixebene ergebenden Kreuzungspunkte ist
geradzahhg. Aus diesem Grunde kompensieren sich die längs dieser geradlinigen Teile
induzierten Störspannungen aus der Verdrahtung von selbst.
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Die Lesedrahtschlaufen, die in der zu den Zeilendrähten parallelen
Richtung liegen, haben, wie zu sehen ist, zur einen Hälfte den Richtungssinn, zur
anderen Hälfte den Gegenrichtungsinn der Zeilendrähte. Die in ihnen induzierten
Störspannungen kompensieren sich also ebenfalls. Da aber die in der zu den Spaltendrähten
parallelen Richtung liegenden Schlaufen der Lesedrähte alle den gleichen Richtungssinn
haben, heben sich die in ihnen induzierten Störspannungen nicht auf.
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Zur Kompensation dieser Störspannungen ist ein Kompensationsübertrager
vorgesehen, der gemäß der Erfindung auf der Primärseite aus den Spaltendrähten und
auf der Sekundärseite aus den spaltenparallelen Haltedrähten besteht. Diese Haltedrähte
sind dazu in den Lesekreis einbezogen. Wie aus der Figur zu ersehen ist, besteht
deshalb sowohl zwischen dem Punkt B und dem Punkt C als auch zwischen dem Punkt
D und dem Punkt E eine Verbindung durch die dort angebrachten spaltenparallelen
Haltedrähte. Der Richtungssinn dieser beiden Haltedrähte im Hinblick auf deren Einschaltung
in den Lesekreis ist ebenfalls durch einen Pfeil dargestellt und hat, wie zu erkennen
ist, die entgegengesetzte Richtung wie der Richtungssinn der zu diesen Haltedrähten
in paralleler Richtung liegenden Lesedrahtschlaufen. Die in diesen beiden Haltedrähten
jeder Matrixhälfte induzierten Spannungen wirken also als Kompensationsspannung
für die Störspannungen, welche in den spaltenparallel verlaufenden Lesedrahtschlaufen
induziert werden.