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Schaltungsanordnung zur Prüfung des Belegungszustandes von Teilnehmerleitungen
in Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung
zur Prüfung des Belegungszustandes von Teilnehmerleitungen in Fernmelde-, insbesondere
Fernsprechanlagen, bei der jeder Teilnehmeranschluß einen Speisestromkreis besitzt,
an dem bei Änderung des Belegungszustandes Potentialänderungen auftreten, die über
Torschaltungen durch Steuerimpulse verschiedener zeitlicher Lage ausgewertet werden,
sowohl zur Feststellung und Kennzeichnung anrufender Leitungen als auch zur Freiprüfung
anzurufender Leitungen, und bei der die Auswertung der Potentialänderungen erst
nach einer Zeit erfolgt, die größer ist als die Dauer der möglichen Störspannungsspitzen.
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Es sind Einrichtungen zur Feststellung und Kennzeichnung der anrufenden
Leitungen aus einer größeren Anzahl von Leitungen, die auch gleichzeitig die anzurufenden
Leitungen auf Freisein zu prüfen in der Lage sind, bekannt. Fig. 1 zeigt beispielsweise
eine solche nach bekannten Grundsätzen aufgebaute Identifiziereinrichtung. Es erhält
dort die Ader a der Anschlußleitung jedes Teilnehmerapparates Tln negatives Potential
aus der Amtsbatterie -U1 über den hochohmigen Widerstand R l, während die Ader b
und damit auch über den gleich großen Widerstand R 2 die Prüfader c Nullpotential
führt. Zum Ausgleich unvermeidlicher Ableitströme zwischen den Adern a und
b wird zusätzlich über den Hochohmwiderstand R 3 positives Potential von
der Quelle +U2 zugeführt. Es sind an die Prüfader c die Dioden Gr 1 und Gr
2 mit ihren Katoden angeschlossen, während an ihren Anoden die Quellen
B l, B 2 der Steuerimpulse verschiedener zeitlicher Lage anliegen. Die Steuerimpulse
können beispielsweise eine Pulshöhe von -10 V haben, durch die die Dioden Grl und
Gr2 in Sperrichtung beaufschlagt werden. Da die beiden Pulsquellen B 1 und
B 2 eine voneinander abweichende Frequenz aufweisen, wird für diesen Teilnehmer
Tln in regelmäßigen Zeitabständen Koinzidenz der Pulse der beiden Quellen eintreten.
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Hebt ein Teilnehmer seinen Handapparat ab, so wird wegen der Schleifenbildung
zwischen den Adern a und b das Potential der Ader b und folglich
auch das der Prüfader c ins Negative verschoben. Hierfür liegen jedoch die Dioden
Grl und Gr2 in Durchlaßrichtung, so daß sich diese Potentialänderung an der Ader
c nur dann ausbilden kann, wenn die beiden Impulsquellen gerade in Koinzidenz Sperrpotential
anlegen. In diesem Falle erhält der Markierer M über die Torschaltung Gr3
ein Signal, ; daß der der gerade anliegenden Impulskombination entsprechende Teilnehmer
einen Vermittlungswunsch hat und über einen Wähler EW zu einem Verbindungssatz VSA
durchgeschaltet werden möchte.
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Diese bekannte Einrichtung ist ebenso geeignet, bei ankommendem Verkehr
die Prüfung durchzuführen, ob ein anzurufender Teilnehmer frei oder besetzt ist.
Bei einem besetzten Teilnehmer ist der Kontakt c 1 geschlosen, die c-Ader ist geerdet,
und ein mit dem Schalter w zum Zwecke der Freiprüfung angelegtes negatives Potential
-U3 kann nicht zum Markierer M durchgreifen, auch wenn der Markierer die Impulsquellen
B 1 und B 2 auf die den Teilnehmer kennzeichnende Impulskombination
gestellt hat. Ist der Teilnehmer dagegen frei, so erhält der Markierer bei der Freiprüfung
Signal von -U3 über w, R4, Gr 4 und Gr 3 koinzidenten Anliegen negativen
Sperrpotentials an Gr 1 und Gr 2.
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Diese beschriebene bekannte Einrichtung hat Nachteile bei Anwendung
schneller elektronischer Suchwähler. Störspannungen auf der Teilnehmerleitung, die
als Längsspannung aus Starkstromnetzen induziert oder durch atmosphärische oder
sonstige Ereignisse entstehen können, führen unter Umständen zu dem Signal »Tln
wünscht Verbindung«, auch wenn der Teilnehmer den Handapparat nicht abgehoben hat.
Mit einem Kondensator, der von der c-Ader zur Erde gelegt wird, könnte man zwar
diese Störspannungen abflachen, aber die Aufprüfung durch die Impulsquellen wäre
ebenso nicht möglich, da sich in der kurzen Koinzidenzzeit der Impulsquellen eine
Spannung an der mit einer Kapazität
belasteten c-Ader nicht aufbauen
könnte. Aus diesem Grunde ist auch die beschriebene bekannte Einrichtung auf kapazitätsarme
Führung der c-Ader beschränkt. Umfangreiche Vermittlungseinrichtungen würden aber
lange c-Prüfadern bedingen, so daß hier Schwierigkeiten auftreten.
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Es ist auch bekannt, in Teilnehmeranschlußkreisen die Ausbildung von
Störspannungen durch Neutralisation der Einflüsse von Längsinduktion und Längsunsymmetrie
der Teilnehmerleitungen zu unterbinden. Diese Maßnahmen führen an sich zu aufwendigen
Schaltungsanordnungen, in denen eine Kompensation besonders niederfrequenter Störungen
stattfindet, die beispielsweise durch Induktion von benachbarten Starkstromleitungen
hervorgerufen werden. Diese bekannten Maßnahmen könnten an sich zusätzlich auf Identifizierungsanordnungen
gemäß der Erfindung angewendet werden. Bei der Schaltungsanordnung nach der Erfindung
wird vorwiegend eine Beseitigung der höherfrequenten Störspannungen neben den niederfrequenten
erreicht.
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Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß diejenige Ader der Teilnehmerleitung,
deren Potentialänderung ausgewertet wird, über einen Widerstand mit einem Kondensator,
die gemeinsam die Dauer der Ansprechverzögerung bestimmen, verbunden ist, und daß
an deren Verbindungspunkt die Steuerader c und die Auswerteeinrichtung über eine
weitere Torschaltung angeschlossen ist, die das Ansprechen der Auswerteeinrichtung
bei Koinzidenz der Steuerimpulse verschiedener zeitlicher Lage erst dann erlaubt,
wenn das Belegungspotential den Kondensator aufgeladen hat.
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In der weiteren Ausbildung der Erfindung wird bei der Freiprüfung
im ankommenden Verkehr der Fußpunkt des Verzögerungskondensators zeitweise von Erdpotential
auf ein negatives Potential gebracht.
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Die Erfindung wird an Hand der Fig. 2 erklärt, in der eine Teilnehmerschaltung
und die Auswerteeinrichtung schematisiert wiedergegeben ist. Alle für die Erfindung
unwesentlichen Teile der Vermittlungseinrichtungen sind entweder nur angedeutet
oder ganz weggelassen. Im Ruhezustand, d. h. wenn der Handapparat des Teilnehmers
Tln aufgelegt ist und auch seine Kontakte a, b, c im Durchschaltefeld EW
nicht betätigt sind, erhält seine a-Ader über den Widerstand R 1 aus der Amtsbatterie
- U 1 negatives Potential von beispielsweise -60 V. Gleichzeitig fließt von
- U 5 (beispielsweise - 20 V) über R 5, Gr 5
und R 3 ein schwacher
Strom nach -I- U2 (beispielsweise -I- 10 V). Die Punkte I, 1I und damit auch die
c-Ader erhalten dadurch ungefähr Erdpotential. Die Impulsquelle B 12 liefert über
R 12 .an den Punkt III kurze Impulse von beispielsweise - 20 V, die über Gr 11 und
die Impulsquelle B 11 abfließen. Kommt jedoch inKoinzidenz mit B 12 auch ein SperrimpulsB
11, der beispielsweise -10V betragen: kann, so wird hierbei die Diod'eGr 6 leitend.
Es wird dabei ein Ladestrom in die Verdrahtungskapazität CL der c-Ader bewirkt
und gleichzeitig über Gr 5 ein Ladestrom nach C 1. Die entstehende Spannung
an CL und an C1 ist jedoch nicht nennenswert, da die durch R12 und R 5 mit
CL und C 1 gebildete Zeitkonstante viel zu groß ist. Die eintretende geringfügige
Spannungserhöhung am Punkt III reicht nicht aus, um über Gr 7 die Anzeigevorrichtung
M zu betätigen. Ebenso sind auch Leitungsstörspannungen impuls- oder wechselstromartigen
Charakters nicht in der Lage, über R 2 den Kondensator C 1 so weit umzuladen, daß
die beschriebenen Potentialverhältnisse gestört werden.
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Hebt nun Tln seinen Handapparat ab, so wird von - U 1 über R 1 die
Teilnehmerschleife und R 2 der Kondensator C 1 geladen. Die Zeitkonstante kann beispielsweise
so eingerichtet sein, daß nach 100 ms das Potential am Punkt I so negativ geworden
ist, daß die Diode Gr 5 den Punkt II auf Nullpotential festhält. Damit setzt auch
von - U5
über R 5 die Ladung der Verdrahtungskapazität CL
der c-Ader
ein, so daß auch die Diode Gr6 den Punkt 111 auf Nullpotential halten kann.
Bei der nächsten Koinzidenz der Impulsquellen B 11 und B12 kann sich nun
am Punkt III ein negatives Potential aufbauen, das über Gr7 die Anzeigevorrichtung
in M betätigt und den Teilnehmer Tln als rufend meldet.
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Es kann dann der Teilnehmer durch Schließen der Kontakte im Durchschaltefeld
EW mit einem freien Verbindungssatz VSA verbunden werden. Beim Schließen des c-Kontaktes
braucht dann nur die verhältnismäßig kleine Verdrahtungskapazität CL über
diesen Kontakt entladen zu werden, während sich die große Kapazität C 1 über R 2
und R 3 entlädt, so daß Beschädigung des Kontaktes nicht befürchtet werden muß.
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Die Prüfung, ob ein zu rufender Teilnehmer frei oder besetzt ist,
wird ebenfalls mit dieser Schaltungsanordnung durchgeführt. Hierfür werden die Impulsquellen
B 11, B12 so eingestellt, daß sie die Kennung des Teilnehmers Tln
als Impuls- oder auch als Dauerspannungskoinzidenz abgeben. Sodann wird der Schalter
w, der vorzugsweise als elektronischer Schalter ausgebildet sein kann, in die andere,
nicht gezeichnete Stellung gebracht. Dadurch erfolgt am Punkt l eine zeitweise Potentialänderung
um -U3. Ist Tln besetzt, so ist sein Punkt II über den c-Kontakt geerdet und die
Potentialänderung an I kann sich nicht auf den Punkt III auswirken. Die koinzidierenden
Quellen B 11, B12 liefern über Gr 6 ihren Strom nach Erde, und es
erfolgt keine Betätigung von M. Ist jedoch Tln frei, so bewirkt die Potentialänderung
um -U3 am Punkt I die Sperrung der Diode Gr 5, so daß Punkt 1I von - U 5 über R
5 auf -- U 3 geladen wird, so daß Punkt III über R 12 auf negatives Potential angehoben
wird. Die Abgabe des Signals »Tlh kann durchgeschaltet werden« erfolgt dann über
Gr 7 ebenso, wie oben bei der Suchwahl nach rufenden Teilnehmern beschrieben wurde.
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Es bedarf noch eines Hinweises, daß beim Abbau einer bestehenden Verbdung
die Auftrennung des Kontaktes c verzögert erfolgen muß, damit sich der Kondensator
C 1 nach dem Auflegen des Handapparates über R 3 entladen kann, sonst erfolgt eine
Neubelegung des Teilnehmers.
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Durch die vorteilhafte Einführung der Zeitkonstante in diese Identifizierungseinrichtung
können sich Störspannungen auch langsamer Art, wie sie beispielsweise durch Induktion
aus 50-Hz- oder 16'2/3-Hz-Netzen hervorgerufen werden, nicht auswirken.