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DE1156791B - Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Naphthalinsulfonsaeuren und Aldehyden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Naphthalinsulfonsaeuren und Aldehyden

Info

Publication number
DE1156791B
DE1156791B DEB61610A DEB0061610A DE1156791B DE 1156791 B DE1156791 B DE 1156791B DE B61610 A DEB61610 A DE B61610A DE B0061610 A DEB0061610 A DE B0061610A DE 1156791 B DE1156791 B DE 1156791B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
aldehydes
reaction
condensation products
production
naphthalenesulfonic acids
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEB61610A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Hans-Joachim Nebel
Dr Hans Stanger
Dr Otto Hertel
Dr Albert Palm
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
BASF SE
Original Assignee
BASF SE
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by BASF SE filed Critical BASF SE
Priority to DEB61610A priority Critical patent/DE1156791B/de
Priority to CH240662A priority patent/CH412866A/de
Priority to BR136959/62A priority patent/BR6236959D0/pt
Priority to BE614909A priority patent/BE614909A/fr
Priority to FR890511A priority patent/FR1317095A/fr
Priority to GB9091/62A priority patent/GB948695A/en
Publication of DE1156791B publication Critical patent/DE1156791B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C309/00Sulfonic acids; Halides, esters, or anhydrides thereof

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Phenolic Resins Or Amino Resins (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Naphthalinsulfonsäuren und Aldehyden Es ist aus der deutschen Patentschrift 292531 bekannt, daß man durch Umsetzung von Naphthalinsulfonsäuren und ihren Homologen mit Formaldehyd oder Formaldehyd abgebenden Mitteln in saurem Medium Kondensationsprodukte erhält, die die schwerlöslichen Bestandteile natürlicher Gerbstoffe mit Leichtigkeit lösen. Für die Kondensation hat man dabei Temperaturen zwischen 60 und 1000 C empfohlen. Dieses bekannte Verfahren hat eine Reihe von Nachteilen: Die Kondensation schreitet sehr langsam voran, so daß man zur völligen Bindung des Formaldehyds Reaktionszeiten von ungefähr 24 Stunden in Kauf nehmen muß; mehr als 0,55 Mol Formaldehyd lassen sich an 1 Mol Naphthalinsulfonsäure praktisch nicht ankondensieren. Versucht man das Verfahren auf andere Aldehyde zu übertragen, so erhält man durch zu rasche Reaktion der Aldehyde mit sich selbst außer großen Mengen an unerwünschten Nebenprodukten nur wenig oder kein Naphthalinsulfonsäurekondensat. Wegen der langen Reaktionszeiten ist es nicht möglich, das bekannte Verfahren kontinuierlich durchzuführen.
  • Es wurde nun gefunden, daß man die geschilderten Nachteile vermeiden und auf wesentlich verbesserte Weise Kondensationsprodukte aus Naphthalinsulfonsäuren und Aldehyden oder Aldehyde abgebenden Stoffen in saurem Medium herstellen kann, wenn man die Ausgangsstoffe bei Temperaturen über 1000 C in einer geschlossenen, vollständig mit Reaktionsgemisch gefüllten Rohrschlange kontinuierlich umsetzt, wobei man die Zugabe der Ausgangsstoffe und die Entnahme des Endproduktes so regelt, daß in der Reaktionszone der Apparatur ein Druck herrscht, der den Dampfdruck der Reaktionsmischung übersteigt.
  • Als Naphthalinsulfonsäuren kommen die a- und die ß-Naphthalinsulfonsäuren und deren Homologen, wie die Methylnaphthalinsulfonsäuren, sowie die entsprechenden Naphthalindisulfonsäuren in Betracht.
  • Dabei ist die 23-Naphthalinsulfonsäure von besonderem technischem Interesse.
  • Als Aldehyde, die nach dem neuen Verfahren umgesetzt werden können, kommen vorzugsweise solche mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen in Betracht, beispielsweise Acetaldehyd, Propionaldehyd, Butyraldehyd und Furfurol. Mit gleich gutem Erfolg kann man Stoffe verwenden, die solche Aldehyde abgeben, beispielsweise Paraldehyd. Technisch besonders wertvolle Kondensationsprodukte erhält man, wenn man als Aldehyd Formaldehyd verwendet. Er kann entweder als solcher, vorzugsweise in wäßriger Lösung, oder in Form von Stoffen, die Formaldehyd abgeben, wie Paraformaldehyd, Hexamethylentetramin oder Trioxymethylen, eingesetzt werden.
  • Die Ausgangsstoffe werden in Gegenwart von Säuren miteinander umgesetzt. Der pH-Wert der Reaktionsmischung kann zwischen 0,2 und 2 liegen. Vorzugsweise verwendet man zum Einstellen des PH-Wertes starke Mineralsäuren. Aus praktischen Gründen bevorzugt man die Schwefelsäure, die in der Regel noch von der Herstellung der Naphthalinsulfonsäuren her im Gemisch vorliegt.
  • Die Ausgangsstoffe werden in ein auf über 1000 C erhitztes Leitungssystem, das vollständig mit Reaktionsgemisch gefüllt ist, also keine Gasphase enthält, eingepumpt. Gute Ergebnisse erzielt man, wenn die Temperatur in der Reaktionszone des Leitungssystems 100 bis 2000 C beträgt; vorzugsweise arbeitet man zwischen 120 und 1400 C.
  • Der Druck in dem Leitungssystem soll dabei über dem bei der Umsetzungstemperatur herrschenden Dampfdruck der Reaktionsmischung liegen, damit sich während der Kondensation keine Gasphase ausbilden kann. Der erforderliche Druck läßt sich leicht einstellen, indem man das Einpumpen der Ausgangsstoffe und die Entnahme des Endproduktes in an sich bekannter Weise aufeinander ab stimmt. Die Entnahme des Endproduktes regelt man im übrigen so, daß das Reaktionsgemisch je nach den verwendeten Ausgangsstoffen ungefähr 30 Minuten bis 8 Stunden in der Reaktionszone des Leitungssystems verbleibt.
  • An die Reaktionszone schließt sich eine an sich bekannte, vorteilhafterweise mit Wärmeaustauschern versehene Kühlzone und eine gebräuchliche Vorrichtung zum Entspannen des Endproduktes an.
  • Das Mengenverhältnis der Ausgangsstoffe kann bei dem neuen Verfahren in weiten Grenzen gewählt werden. So kann man auf 1 Mol einer Naphthalinsulfonsäure 0,2 bis 2 Mol eines Aldehyds oder die äquivalente Menge eines Aldehyd abgebenden Stoffes verwenden. Wegen ihrer wertvollen technischen Eigenschaften bevorzugte Produkte erhält man, wenn man je 1 Mol einer Naphthalinsulfonsäure mit 0,55 bis 1,1 Mol Formaldehyd kondensiert.
  • Die Kondensation ist bei Verwendung von Formaldehyd in der Regel in 30 Minuten bis einer Stunde beendet. Die Umsetzung mit anderen Aldehyden verläuft im allgemeinen langsamer; zur vollständigen Kondensation sind je nach Art des Aldehyds etwa 1 bis 8 Stunden erforderlich. Der Zeitbedarf für die Umsetzung läßt sich leicht durch Vorversuche unter Kontrolle des Aldehydverbrauchs ermitteln. Falls das erhaltene Reaktionsgemisch von der Sulfonierung des Naphthalins oder seiner Homologen her noch größere Mengen an Schwefelsäure enthält, ist es vorteilhaft, diese in bekannter Weise durch Zusatz von Kalk und durch Abfiltrieren des gebildeten Calciumsulfats zu entfernen.
  • Das neue Verfahren zeichnet sich gegenüber den bekannten Kondensationsverfahren durch eine Reihe unvorhersehbarer Vorteile aus. Es ermöglicht, Naphthalinsulfonsäuren mit Aldehyden in unerwartet kurzer Zeit umzusetzen. Erst dadurch ist überhaupt eine kontinuierliche Durchführung der Kondensation möglich. Außerdem kann man es nicht nur mit Formaldehyd, sondern auch mit anderen Aldehyden durchführen, ohne daß infolge einer Reaktion der Aldehyde mit sich selbst störende Mengen an Nebenprodukten entstehen. Von hervorragender Bedeutung ist die Möglichkeit, nach dem neuen Verfahren mehr als 0,55 Mol Formaldehyd mit 1 Mol Naphthalinsulfonsäure umzusetzen, ohne daß durch »Überkondensation« unbrauchbare Produkte erhalten werden.
  • Die nach dem neuen Verfahren erhältlichen Kondensationsprodukte sind hervorragende Hilfsmittel für die Gerberei; sie haben die Fähigkeit, die schwerlöslichen Bestandteile natürlicher Gerbstoffe zu lösen; außerdem besitzen sie selbst die Fähigkeit zu gerben. Die mehr als 0,55 Mol Formaldehyd auf 1 Mol Naphthalinsulfonsäure enthaltenden Kondensationsprodukte sind den bisher zugänglichen, weniger Formaldehyd enthaltenden Kondensaten durch wesentlich höhere Anteilzahlen beträchtlich überlegen.
  • Die erfindungsgemäß erhältlichen Stoffe sind außerdem vorzügliche Dispergiermittel, beispielsweise für Farbstoffe und für die Papierherstellung.
  • Man kann die Verfahrensprodukte als wäßrige, erforderlichenfalls mit Kalk entsäuerte Lösungen der freien Sulfonsäuren, wie sie bei der Herstellung anfallen, verwenden; die Lösungen der freien Sulfonsäuren lassen sich jedoch auch vor der Verwendung mit Alkali- oder Erdalkalihydroxyden, mit Ammoniak oder mit Aminen neutralisieren. Vorzugsweise trocknet man die gewünschtenfalls neutralisierten Lösungen jedoch nach bekannten Verfahren, wie Walzen- oder Sprühtrocknung, zu Pulvern, die sich leicht wieder in Wasser lösen lassen. In jeder der genannten Anwendungsformen sind die Produkte temperaturbeständig und unbeschränkt lagerfähig.
  • Die in den Beispielen genannten Teile und Prozente sind Gewichtseinheiten.
  • Beispiel 1 1000 Teile Naphthalin werden in 5 Stunden bei 1600 c mit 1000 Teilen 98°/oiger Schwefelsäure sulfoniert. Die erhaltene Sulfonsäure wird mit 500 Teilen Wasser verdünnt und mit 530 Teilen wäßrigem Formaldehyd versetzt. Die erhaltene Lösung wird mit einer Geschwindigkeit von 1,5 Vh unter einem Druck von 4 atm durch ein von außen auf 1200 C geheiztes 8 m langes Rohr von 1,6 cm Durchmesser gepumpt. Das umgesetzte Gemisch durchläuft dann einen Wärmeaustauscher und wird nach Abkühlung am Ende des Systems unter Entspannung entnommen. Ein Schema der Apparatur ist in Fig. 1 wiedergegeben, in der A den Zulauf, B die Heizungsanschlüsse, C den Wärmeaustauscher, D die Austragsvorrichtung und E das beheizte Rohr bedeutet. Nach Verdünnen mit 1000 Teilen Wasser wird das Gemisch mit 1000 Teilen 50°/Oiger Natronlauge bis pH 7,2 bis 8,0 neutralisiert und über einem Doppelwalzentrockner zu 2200 Teilen Pulver getrocknet.
  • Die GerbstoffanWe liefert folgende Werte: Gerbstoff , . . . . . . 52,0e/o Nichtgerbstoff.. . 42,5e/o Anteilzahl. . 55,0 Beispiel 2 1000 Teile Naphthalin werden mit 1000 Teilen Schwefelsäure 5 Stunden auf 1600 C erhitzt, mit 500 Teilen Wasser verdünnt und mit 690 Teilen 3OO/oigem Formaldehyd versetzt. Mit der Lösung wird, wie im Beispiel 1 beschrieben, weiter verfahren.
  • Die Gerbstoffanalyse des erhaltenenen hellbraunen Pulvers liefert folgende Werte: Gerbstoff .. 66,1 /o Nichtgerbstoff . 30,2°/0 Anteilzahl. . 68,6 Beispiel 3 Die Lösung von 400 Teilen der wie im Beispiel 1 erhaltenen Naphthalinsulfonsäure in 200 Teilen Wasser wird mit einer Geschwindigkeit von 0,6ph über den Zulauf A 1 (Fig. 2) durch ein von außen auf 1500 C über die Anschlüsse B geheiztes 8 m langes Rohr E von 1,6 cm Durchmesser gepumpt (s. Fig. 2).
  • 80 ml/h i-Butyraldehyd werden in vier gleichen Teilen (Zulauf A 2 bis A 5) in die Apparatur eindosiert.
  • Das umgesetzte Gut wird in einem Wärmeaustauscher C abgekühlt und über die Austragsvorrichtung D entspannt und entnommen. Die erhaltene Lösung wird mit 500/obiger Natronlauge bis pH 7,2 bis 8,0 neutralisiert, filtriert und in einem Sprühdüsentrockner zu Pulver getrocknet.

Claims (1)

  1. Die Gerbstoffanalyse liefert folgende Werte: Gerbstoff .. 37,5 o Nichtgerbstoff . . 59,0e/o Anteilzahl . .. 38,9 PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten durch Umsetzung von Naphthalinsulfonsäuren und Aldehyden oder Aldehyde abgebenden Stoffen in saurem Medium bei Temperaturen über 1000 C, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung kontinuierlich in heizbaren völlig mit Reaktionsgemisch gefüllten Rohrschlangen durchführt, wobei man die Zugabe der Ausgangsstoffe und die Entnahme des Endproduktes in an sich bekannter Weise so regelt, daß in der Reaktionszone der Apparatur ein Druck herrscht, der den Dampfdruck der Reaktionsmischung übersteigt.
DEB61610A 1961-03-10 1961-03-10 Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Naphthalinsulfonsaeuren und Aldehyden Pending DE1156791B (de)

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DEB61610A DE1156791B (de) 1961-03-10 1961-03-10 Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Naphthalinsulfonsaeuren und Aldehyden
CH240662A CH412866A (de) 1961-03-10 1962-02-28 Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Naphthalinsulfonsäuren und Aldehyden
BR136959/62A BR6236959D0 (pt) 1961-03-10 1962-03-08 Aperfeicoamento em processo para a fabricacao de produtos de condensacao de acidos naftaleno sulfonicos e aldeidos
BE614909A BE614909A (fr) 1961-03-10 1962-03-09 Procédé pour la production de produits de condensation à partir d'acides naphtalène sulfoniques et d'aldéhydes
FR890511A FR1317095A (fr) 1961-03-10 1962-03-09 Procédé pour la production de produits de condensation à partir d'acides naphtalène sulfoniques et d'aldéhydes
GB9091/62A GB948695A (en) 1961-03-10 1962-03-09 Production of condensation products of naphthalenesulfonic acids and aldehydes

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4214872A (en) 1974-09-05 1980-07-29 Hoechst Aktiengesellschaft Dispersing agents for finely dividing and stabilizing dyestuffs, pigments and optical brighteners as well as the dispersions thereby obtained

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4214872A (en) 1974-09-05 1980-07-29 Hoechst Aktiengesellschaft Dispersing agents for finely dividing and stabilizing dyestuffs, pigments and optical brighteners as well as the dispersions thereby obtained

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