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DE1153695B - Verfahren zur Trennung schlammbildender Bestandteile von Kalirohsalzen mittels Prallmuehlen - Google Patents

Verfahren zur Trennung schlammbildender Bestandteile von Kalirohsalzen mittels Prallmuehlen

Info

Publication number
DE1153695B
DE1153695B DEW26720A DEW0026720A DE1153695B DE 1153695 B DE1153695 B DE 1153695B DE W26720 A DEW26720 A DE W26720A DE W0026720 A DEW0026720 A DE W0026720A DE 1153695 B DE1153695 B DE 1153695B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
clay
grinding
salt
impact
crude
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEW26720A
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Ing Kurt Schmidlapp
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Wintershall AG
Original Assignee
Wintershall AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Wintershall AG filed Critical Wintershall AG
Priority to DEW26720A priority Critical patent/DE1153695B/de
Publication of DE1153695B publication Critical patent/DE1153695B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01DCOMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
    • C01D3/00Halides of sodium, potassium or alkali metals in general
    • C01D3/04Chlorides
    • C01D3/08Preparation by working up natural or industrial salt mixtures or siliceous minerals
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B03SEPARATION OF SOLID MATERIALS USING LIQUIDS OR USING PNEUMATIC TABLES OR JIGS; MAGNETIC OR ELECTROSTATIC SEPARATION OF SOLID MATERIALS FROM SOLID MATERIALS OR FLUIDS; SEPARATION BY HIGH-VOLTAGE ELECTRIC FIELDS
    • B03BSEPARATING SOLID MATERIALS USING LIQUIDS OR USING PNEUMATIC TABLES OR JIGS
    • B03B1/00Conditioning for facilitating separation by altering physical properties of the matter to be treated

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geochemistry & Mineralogy (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treatment Of Sludge (AREA)

Description

  • Verfahren zur Trennung schlammbildender Bestandteile von Kalirohsalzen mittels Pr allmühlen Kalisalzvorkommen enthalten tonige und andere wasserunlösliche Begleitmineralien, die bei der fabrikatorischen Verarbeitung durch Verlösen oder durch Flotation als schädliche Schlammbildner auftreten. Schlammbildende Bestandteile bestehen z. B. aus Montmorillonit, Ascharit, Koenenit, Syngenit. Der Tonanteil kann in sylvinitischem Hartsalz etwa 2% der Lagermächtigkeit ausmachen. Er steigt bei sylvinitischen Vorkommen auf über 10%.
  • Die Erschwernisse beim Heißlösen durch die Schlammbildner werden durch die Verunreinigungen der heißen Lösung hervorgerufen, da sich die in feinster Verteilung vorliegenden Schlämme in Kläreindickern meist nur unter Zuhilfenahme von Klärhilfsmitteln zum Absinken bringen lassen. Die von Schlämmen ungenügend befreiten heißen Lösungen ergeben bei der Abkühlung niedrige und unerwünscht feinkörnige Endprodukte und machen das Löseverfahren oft unwirtschaftlich.
  • Auch bei ausreichender Absonderung der Schlämme aus der Lösung bildet deren Weiterverarbeitung auf Entwässerungsfiltern große Schwierigkeiten, da der zuweilen betonithaltige und somit zur Thixotropie neigende Schlammkuchen die anhaftende K.,0-haltige Lauge bindet, wobei hohe K20-Verluste durch ungenügend entwässerte Schlammabgänge entstehen.
  • Auch die Flotation von Kalisalzen wird durch Schlammbildner ungünstig beeinflußt, da diese gleichfalls die Konzentratabgänge verunreinigen und deren K20-Gehalt drücken. Außerdem blockieren die feinstverteilten Schlammteilchen die Flotationsreagenzien und setzen deren selektive Wirksamkeit bedeutend herab, wodurch der Verbrauch an Flotationsmitteln erhöht wird. Außerdem wird die Schaumzerstörung an den Flotationsabgängen wesentlich erschwert. Ein zu hoher Tonanteil führt schließlich zur »Vergiftung« des Flotationsprozesses und macht eine wirtschaftliche Verarbeitung der Rohsalze durch Flotation unmöglich.
  • Zur Umgehung dieser Verarbeitungsschwierigkeiten ist man bemüht, die schlammbildenden Mineralien vor dem Verlösen bzw. vor der Flotation auf trockenem oder nassem Wege herauszuhalten. Während für den trockenen Weg zunächst nur das wenig wirksame Klauben von tonhaltigem Grobkorn aus dem Fördersalzstrom in Frage kam, wurde ein wirksameres, allerdings sehr aufwendiges trockenes Verfahren zur Entschlämmung durch elektrostatische Scheidung vorgeschlagen. Bei dem nassen Verfahren zur Tonbeseitigung bedient man sich der Ausschlämmung aus dem zerkleinerten Mahlgut in Klassierern mit anschließender Schlammeindickung in Kläranlagen und Auswaschung in sogenannten Gegenstrom-Wascheindickern, wobei die salzhaltigen Waschlaugen in die Flüsse abgestoßen oder versenkt werden müssen. Falls eine Abstoßmöglichkeit nicht vorhanden ist, muß eine meist verlustreiche Aufarbeitung der Schlämme durch Filtration mit anschließendem Haldenversatz erfolgen.
  • Es wurde auch der Vorschlag gemacht, tonreichen Sichtergrieß aus der Vermahlung nochmals abzusieben und den Siebüberlauf mit Lauge aufzuschlämmen. Wegen der schwierigen und K.0-verlustreichen Schlammfiltration und mangels geeigneter Abstoßmöglichkeiten für Waschlaugen ist dieser nasse Weg meist nicht gangbar.
  • Es ist auch bekannt, den Schlamm vor der Hauptflotation zusammen mit ausschwimmenden Feinsalzen mittels besonderer Flotationsreagenzien teilweise als schlammreiches Schwimmgut zum Ausschwimmen zu bringen. Übersteigt jedoch der Gehalt an Tonmineralien im Rohsalz und damit auch in der Flotationslauge einen bestimmten Wert, so ist auch die Schlammvorflotation für eine befriedigende Hauptflotation nicht mehr ausreichend.
  • Somit verbleibt im allgemeinen nur der wenig wirksame Weg, durch Handklauben größerer Tonstücke aus dem Haufwerk vor Ort und an den Transportwegen über Tag und unter Tage den Rohsalztongehalt so weit zu senken, daß der für die Flotation erträgliche Grenzwert erreicht oder unterschritten wird. Mit zunehmender Fördermenge führt auch das Klaubeverfahren nicht mehr zum Erfolg, da der Klaubeeffekt bei hoher Belastung der Fördermittel naturgemäß zurückgeht.
  • Es wurde bereits vorgeschlagen, Anhydrit von Steinsalz mittels eines Prallbrechers durch Umhüllung der Schlagorgane und Prallplatten mit Kunststoff abzutrennen, wodurch die hohe Schlagwirkung abgebremst werden soll.
  • Weiter wurde vorgeschlagen, mittels einer Schleudermühle, deren Schlagflächen schaufelartig ausgebildet sind und deren Prallfläche einen bestimmten Abprallwinkel für das Gut besitzt, Anhydrit von Salz abzutrennen.
  • Beide Vorschläge betreffen kein kontinuierliches Verfahren zur Entschlämmung von Kalirohsalzen auf eine niedrige Tongehaltsgrenze von etwa 1,5'% Unlöslichem durch Verwendung mehrerer hintereinandergeschalteter Prallmühlen mit bestimmten Drehzahlbereichen und anschließende Zwischensiebung als Voraussetzung für eine anschließende wirtschaftliche Aufbereitung des tonarmen Rohsalzes.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung kann mit einer Schleudermühle oder einem Prallbrecher nicht durchgeführt werden und hat auch die Abtrennung von schlammbildenden Bestandteilen von weichen, plastischen und spröden Kalirohsalzen nicht nahegelegt. Die großtechnisch durchgeführte Entschlämmung von Kalirohsalzen konnte erst durch die Lehre dieser Erfindung gelöst werden.
  • Nach dem Verfahren gemäß der Erfindung wird die selektive Entschlärnmung während der stufenweisen trockenen Zerkleinerung mittels Pralhnühlen und Sieben nach jeder Mahlstufe mit bestimmten aufeinander abgestimmten Mahlgeschwindigkeiten durchgeführt.
  • Bei der bekannten Prallmühle erfolgt die Zerkleinerung des Aufgabegutes auf einem schnelllaufenden Rotor mit auswechselbaren Schlagleisten. Das Gut wird von diesen zerschlagen bzw. gegen Prallplatten geschleudert und zerplatzt durch seinen Aufprall auf den Leisten oder Prallflächen an seinen natürlichen Spaltflächen. Beim Durchgang durch die Mühle wird das Aufbereitungsgut von den Schlagleisten mehrmals erfaßt, abgeschleudert, an der Wand reflektiert, erneut zerkleinert und durch das aufgegebene Gut zusätzlich zerprallt. Es gelingt damit, die Zerkleinerung des Rohsalzes z. B. auf eine maximale Körnung von 4 mm mit hohem Trenneffekt für den abzutrennenden Ton bei wirtschaftlich tragbaren K20-Verlusten automatisch durchzuführen und dabei die für die nachfolgende Verarbeitung, z. B. durch Flotation, einzuhaltenden Tongehaltsgrenzen von etwa 1,5'%, insbesondere von 1,2% Unlöslichem zu unterschreiten.
  • Überraschend zeigt sich, daß sich die leicht plastischen Tonbestandteile einer Zerkleinerung in Prallmühlen durch elastisches Nachgeben mehr oder weniger widersetzen, wenn mit nicht allzu hohen Drehzahlen gearbeitet wird. Hierdurch gelingt es, die schlammbildenden Tonbestandteile bereits in trockener Form aus dem spröderen Salz herauszuschälen und in bestimmten Kornfraktionen anzureichern und schließlich abzuführen.
  • Eine Pralhnühle ergibt beispielsweise bei 24 m/sec Schlaggeschwindigkeit für eine Aufgabekörnung von maximal 40 mm und einen Tonanteil von 2,5% Unlöslichem im trockenen Aufgabegut die nachfolgende prozentuale Verteilung:-
    Prozentuale Prozentuale
    Fraktion Tonverteilung Fraktion Tonverteilung
    in den in den
    mm Fraktionen mm Fraktionen
    Über 4 20,52 0,3 bis 0,4 6,28
    1 bis 4 39,34 0,2 bis 0,3 5,13
    0,75 bis 1 10,50 0,1 bis 0,2 2,19
    0,5 bis 0,6 6,70 0,06 bis 0,1 1,31
    0,4 bis 0,5 7,13 Unter 0,06 0,90
    Die Tonanreicherung findet also in den groben Kornfraktionen statt, die durch geeignete Klassiermaßnahmen, wie Sieben, von dem feinen, tonarmen Salzgut getrennt und erneut einer selektiven Mahlung mit anschließender Korntrennung unterworfen wird. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis ein fast reines Tongut als Rückstand abgetrennt werden kann. Das gereinigte Kalirohsalz bereitet bei seinem nur noch geringen Tongehalt für die nachfolgende Aufbereitung keine Schwierigkeiten mehr.
  • Sofern höhere Umfangsgeschwindigkeiten, z. B. 60 m/sec, angewendet werden, wird die maximale Tonverteilung in die feineren Fraktionen zwischen 0,4 und 0,75 verlegt, so daß eine wirtschaftliche Abtrennung dann nicht mehr möglich ist. Es ist deshalb erforderlich, die Umfangsgeschwindigkeiten der Pralhnühle so abzustimmen, daß mit fallender Aufgabekorngröße jeweils maximale Tonausbeuten, aber auch niedrigere K20-Gehalte im angereicherten Trenngut erzielt werden.
  • So wird von der ersten zur zweiten Stufe die Umfangsgeschwindigkeit gesteigert und in den weiteren Stufen wieder erniedrigt, um eine Separierung des Tones und Befreiung vom Salz zu erreichen.
  • In welcher Weise die Steigerung der Umlaufgeschwindigkeit den K20-Verlust erniedrigt, zeigt die nachfolgende Tabelle:
    Umlauf- Umlauf-
    geschwindig- K20-Verlust geschwindig- K20-Verlust
    keit keit
    m/see °/o m/sec °/o
    15 0,85 30 0,43
    20 0,61 35 0,35
    25 0,51 40 0,29
    Für tonhaltiges Kalirohsalz gelingt es, die selektive Zerkleinerung zur Abschälung und Entfernung des Tones aus dem Rohsalz optimal in der Weise durchzuführen, daß die Umfangsgeschwindigkeit der Rotorschlagleisten in den hintereinandergeschalteten Prallmühlen etwa in. folgenden bevorzugten Bereichen gehalten werden: Erste Stufe 17 bis 27 m/sec, vorzugsweise 18 bis 22 m/sec, zweite Stufe 26 bis 38 m/sec, vorzugsweise 30 bis 36 m/sec, in den weiteren Stufen 20 bis 30 m/sec, vorzugsweise 22 bis 26 m/sec. Dabei ist die Reihenfolge der Mahlgeschwindigkeiten gemäß dem Verfahren der Erfindung einzuhalten. Der Ton findet sich schließlich in den groben Fraktionen über 0,5 mm und wird auf dem Wege über diese automatische Abtrennung aus dem Aufgabegut entfernt. Es werden also die in der ersten Mahlstufe angeschlagenen Salzteile in der zweiten Mahlstufe bei einer höheren Drehzahl stärker zerprallt, um die verwachsenen Tonteile soweit wie möglich abzulösen. Die noch verbleibenden Tonteile werden dann in der dritten Mahlstufe wieder bei geringerer Drehzahl schonender zerkleinert. Die Steigerung der Umfangsgeschwindigkeiten von der ersten zur zweiten Stufe und die Erniedrigung in den folgenden Stufen, die erst zur Lösung der Aufgabe der kontinuierlichen selektiven Abtrennung schlammbildender Bestandteile führt, konnte aus der vorbekannten Anwendung einer Mühle für die Trennung von Anhydrit und Steinsalz nicht abgeleitet werden.
  • Es wurde zwar bereits vorgeschlagen, Anhydrit von Salz abzutrennen. Diese beiden Komponenten sind harte und spröde Stoffe, welche die selektive Trennung von weichem, plastischem Ton von hartem, sprödem Salz, wie Kalirohsalz, nicht nahegelegt haben. Diese Aufgabe kann mit einer Schleudermühle, welche die Gutsteile nur einmal erfaßt und gegen die Prallfläche schleudert, nicht gelöst werden. Dies ist ebenso wenig mit einem Prallbrecher möglich, der keine verstellbaren Prallflächen besitzt und das Aufgabegut ebenfalls nur einmal gegen die Prallflächen schleudert. Mit dieser Mühle ist es nicht möglich, die Spaltweite zwischen Außenkante und Unterkante der Prallplatte zu verändern, so daß dieser »Brecher« nur zur groben Zerkleinerung von Steinkohle verwendet wird.
  • Auch die zur Abtrennung von Schiefer aus Kohle vorgeschlagene Umlaufgeschwindigkeit von 30 m/sec gibt keine Hinweise für die selektive Entschlämmung von Kalirohsalzen durch mehrstufige Prallvermahlung mit bestimmten, aufeinander abgestimmten Mahlgeschwindigkeiten. Zur Lösung dieser Aufgabe gehört aber auch die jeder Mühle nachgeschaltete Zwischensiebung zur Anreicherung der tonhaltigen Grobfraktion. Eine solche selektive Siebung wird bei der einstufigen Vermahlung von anhydrithaltigem Steinsalz nicht benötigt, so daß diese Anordnung zur Lösung der Aufgabe der Erfindung nicht geeignet ist.
  • Auch mit dem von Gründer (Aufbereitungskunde, Bd.l, 1951, S.238, Abb.128) vorgeschlagenen Backenbrecher, dem ein Schwingsieb und eine Hammermühle nachgeordnet sind, ist eine selektive Vermahlung von schlammbildend;. Bestandteile enthaltenden Kalirohsalzen nicht möglich. Gründer hält die Unterschiede in den physikalischen Eigenschaften zwischen Ton und Salz für zu gering und schreibt (S. 95 bis 96): »Plastisches oder elastisches Haufwerk, das sich beim Aufprallen nur deformieren würde, wie z. B. Tonklumpen, ist für die Zerkleinerung in Prallmühlen ungeeignet«. Dieses Vorurteil ist durch das Verfahren der Erfindung zur selektiven Entschlämmung von Kalirohsalzen überwunden worden.
  • Auch ein Naßverfahren in Rührg--fäßen führt zu keiner ausreichenden Entschlämmung von Kalirohsalzen. Diese Arbeitsweise konnte nicht in die Praxis übertragen werden, da die eingedickte Trübe nicht ausreichend filtrierbar und schleuderfähig ist.
  • Das Ergebnis der Arbeitsweise nach dem Verfahren gemäß der Erfindung kann durch zusätzliches Besprühen oder Benetzen mit feinverteilten polaren oder apolaren Flüssigkeiten, wie Wasser bzw. Salzlösungen, oder durch kurzzeitiges Bedampfen mit feuchtwarmer Luft, deren Wasserdampf gesättigt ist, noch verbessert werden. Hierbei tritt eine Oberflächenimprägnierung der tonigen Bestandteile ohne tiefer gehende Erweichung des Minerals ein und vergrößert ihre plastischen Eigenschaften gegenüber denen des spröden Salzminerals, so daß es sich danach mit noch größerer Anreicherung der Prallmahlung widersetzt.
  • Es wurde weiter gefunden, daß die Flüssigkeitsmenge bei der Bedämpfung geringer sein kann als bei der Bedüsung oder Benetzung. Die nachstehende Tabelle zeigt die Tonverteilung bei einer Bedüsung mit beispielsweise 0,3"/o Wasser im Vergleich zu einer Bedämpfung mit gesättigtem Wasserdampf.
    Art der Behandlung des Salzes
    Fraktion bedüst mit ' bedampft mit
    unbehandelt 0,31/0 I gesättigtem
    j Wasser j 11,0-Dampf
    mm 0/Q Unlösliches
    Über 3 66,6 68,5 82,4
    1,5 bis 3 10,6 10,3 6,1
    1 bis 1,5 5,6 6,1 i 3,8
    0,75 bis 1
    0,5 bis 0,75 4,0 2,9 1,9
    0,3 bis 0,5 3,0 2,9 1,5
    0,1 bis 0,3 4,2 4,5 2,0
    Unter 0,1 6,0 i 4,8 2,3
    Die Tabelle zeigt die auffallend günstige Tonanreicherung in der Grobfraktion eines benetzten tonhaltigen Salzminerals, wodurch ein höherer Trenneffekt erreicht wird. Dieser bringt für die Grobfraktion von 3 mm im Vergleich zum unbehandelten Salz eine Steigerung durch Bedüsung von nur 1,9%, dagegen bei Bedämpfung sogar von 15,8%. Dabei betrug die Einwirkungsdauer bei der Bedüsung 5 Minuten und bei der Bedämpfung nur 3 Sekunden, worin also ein weiterer Vorteil für diese Behandlungsart liegt.
  • Es ist durchaus möglich, die erste Behandlung mit Feuchtigkeit noch unter Tage, z. B. beim Kippen der Förderwagen, vorzunehmen, wodurch gleichzeitig der besonders durch Feinkieserit hervorgerufene Staub gebunden wird.
  • Es gibt natürlich einen Schwellenwert, bei dessen L7berschreitung die angestrebte Steigerung der Selektivität nicht mehr erreicht wird, die etwa bei 0,5% Feuchtigkeit liegt, wobei der Ton plastisch und schmierig wird und die nachfolgende Absiebung erschwert wird.
  • Auch die Zugabe von polaren Netzmitteln, wie Fettsäureamine, zusammen mit dem Wasser bringt eine weitere Steigerung des selektiven Trenneffekts.
  • Die erste Mahlstufe trennt auf dem Sieb ein tonreiches überlaufgut ab, während ein tonärmeres Feingut durch das Sieb hindurchgeht. Die Trennung erfolgt bei den weiteren Stufen in gleicher Weise, wobei das tonreiche Überlaufgut bedüst, benetzt oder bedampft wird zur Steigerung der Selektivität in der nachfolgenden Vermahlungsstufe.
  • Es ist auch von Vorteil, auf der Benetzungsstrecke am Siebende, einen Blindboden einzulegen und diese Siebstrecke gegen das eigentliche Sieb abzuschirmen. Erfindungsgemäß kann die apparative Trennung der Siebung von der Oberflächenbehandlung durch Nachschalten eines Vibrationstisches erfolgen, auf welchem das intensiv bewegte Gut während des Weitertransportes bedüst oder gesättigtem Sattdampf ausgesetzt wird. Die genau zu dosierende Feuchtigkeitszugabe ist jedoch durch Bedampfen am günstigsten zu erreichen.
  • Nach der letzten Stufe, insbesondere nach der vierten Stufe, wird das im Ton angereicherte Gut aus dem Prozeß gezogen, während die Feingüter der einzelnen Siebstufen über den Sammelelevator zur Verarbeitung kommen.
  • Für einen Mühlendurchsatz von etwa 250 t/h ergibt sich für ein Rohsalz folgendes überraschende Ergebnis für die selektive Tonabtrennung nach der Arbeitsweise gemäß der Erfindung im Vergleich zum bisher üblichen Handklauben:
    Tonentschlämmung durch
    Handklauben 1 selektive Vermahlung
    gemäß der Erfindung
    Ausgeschiedenes Tonsalz, t/h . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 3,15
    Gehalt an Unlöslichem im Tonsalz, 0/0 . .. .. . . . ... . 13,1 34,1
    Tonfortbringen (bezogen auf Mineralton), 0/0 ...... 16,14 45
    Restgehalt Ton im Rohsalz, o/o Unlösliches . . . . . . . . . 1,2 0,91
    KO-Verlust in Tonabgängen, % . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,29 0,33
    Es wird also durch die vollautomatische selektive Mahlung ein niedrigerer Restgehalt an Ton im Kalirohsalz erreicht als beim Handklauben bei praktisch gleichem K20-Verlust in den Tonabgängen. Der erhebliche Fortschritt besteht jedoch darin, daß für den genannten Mühlendurchsatz der hohe Personalbedarf in Fortfall kommt. Die Auswirkung der Arbeitsweise gemäß der Erfindung z. B. bei der Salzflotation zeigt das nachstehende Beispiel, welches eine bessere K20-Ausbeute bei höheren Konzentraten mit geringerer spezifischer Menge an Flotationsmittel bringt, als dies mit dem nur von Hand ausgeklaubten Salz möglich ist.
    Verfahren zur Tonabtrennung Menge Flotationsmittel Konzentrathöhe Ausbeute
    g/t
    °/o K,0
    oio K20
    Keine Abtrennung
    Rohsalz 1,85 0/0, H20-Unlösliches entsprechend
    2,5% Tonsubstanz ........................... 75 57,3 84,6
    Handklauben
    Rohsalz 1,31%, H20-Unlösliches entsprechend
    1,6% Tonsubstanz ............................ 40 58,3 90,2
    Tonabtrennung beim Mahlprozeß gemäß der Erfindung
    Rohsalz 0,84%, H20-Unlösliches entsprechend
    0,9 % Tonsubstanz . . . . . . . . . . . . . . : . . . . . . . . . . . . . 32 59,0 91,6
    Das tonreiche Mahlgut wird als Versatz ausgeschieden. Dieses kann aber auch zur Granulierung von Kalisalzen verwendet werden. Dieser Vorschlag ermöglicht eine selektive Abtrennung des Tonschlammes durch Variation der Drehzahlen der Prallmühlen, da in diesem Fall auf K20-Verluste durch verbliebene Tonverwachsungen in den Abgängen nicht mehr geachtet werden muß.
  • Sofern also das im Tongehalt angereicherte Produkt aus dem Prozeß zur Weiterverarbeitung mit anderen Düngekomponenten verwendet wird, kann dieses durch eine oder mehrere weitere Vermahlungsstufen mit höherer Umlaufgeschwindigkeit, insbesondere mit 25 bis 70 m/sec, zerkleinert werden, wobei es vorteilhaft ist, diese Prallmühlen mit Warmluft zu beheizen. Die Weiterverarbeitung kann insbesondere nach der Arbeitsweise des deutschen Patents 1022 241 erfolgen.

Claims (9)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Trennung schlammbildender Bestandteile von Kalirohsalzen mittels Prallmühlen, dadurch gekennzeichnet, daß durch mehrstufige Mahlung mittels hintereinandergeschalteter Frallmühlen mit mindestens zwei, vorzugsweise vier Mahlstufen mit Zwischensiebung hinter jeder Prallmühle eine tonreichere Grobfraktion im Siebüberlauf und ein tonärmeres Kallrohsalz im Siebunterlauf selektiv abgetrennt werden, wobei die Umlaufgeschwindigkeiten der Rotorschlagleisten der Prallmühlen so aufeinander abgestimmt sind, daß die erste der Prallmühlen mit niedriger Mahlgeschwindigkeit, die zweite mit gesteigerter und die dritte und weitere mit niedrigen Mahlgeschwindigkeiten arbeiten und ein tonarmes Kalirohsalz als Feingut aus den Siebunterläufen und ein aus schlammbildenden, tonhaltigen Bestandteilen bestehender Rückstand hinter dem letzten Sieb entnommen werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mehlgeschwindigkeit der ersten Pralhnühle 17 bis 27, insbesondere 18 bis 22 m/sec, der zweiten 26 bis 38, insbesondere 30 bis 36 m/sec, und der dritten und gegebenenfalls weiteren Prallmühle 20 bis 30, insbesondere 22 bis 26 m/see, beträgt.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Haufwerk vor oder während der Zerkleinerung mit polaren oder apolaren Flüssigkeiten, wie Wasser oder Salzlösungen oder Dämpfen, einer Oberflächenimprägnierung der toreigen Bestandteile unterworfen wird, gegebenenfalls unter Zugabe von polaren Netzmitteln, wie Fettsäureaminen.
  4. 4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberflächenimprägnierung bis auf einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 0,511/o erfolgt.
  5. 5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Befeuchtung gesättigter Niederdruckdampf verwendet wird.
  6. 6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das benetzte Rohsalz zur Durchmischung und Einwirkung der Oberflächenimprägnierung auf die tonhaltigen Mineralien vor oder nach der Grubenförderung in Bunkern zwischengelagert wird.
  7. 7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das grobzerkleinerte und vorbenetzte Rohsalz vor der stufenweisen Weiterzerkleinerung auf besonderen Vibrationstischen oder Sieben erneut eine Oberflächenimprägnierung erhält. B.
  8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder mehrere weitere Prallmühlen mit höherer Umlaufgeschwindigkeit, insbesondere mit 25 bis 70 m/sec, zur Zerkleinerung des tonreichen Gutes nachgeschaltet und diese Vermahlungsstufen gegebenenfalls mit Warmluft beheizt werden.
  9. 9. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die feingemahlenen tonreichen Abgänge zur Weiterverarbeitung von Kalisalzen nach dem deutschen Patent 1002 241 verwendet werden. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 965 961; deutsche Auslegeschrift Nr. 1022 082; Gründer, »Aufbereitungskunde«, Bd.1, 1951, S. 95, 96 und 238.
DEW26720A 1959-11-14 1959-11-14 Verfahren zur Trennung schlammbildender Bestandteile von Kalirohsalzen mittels Prallmuehlen Pending DE1153695B (de)

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