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Photographische Kamera mit selbsttätiger oder manueller Blendeneinstellung
Die Erfindung bezieht sich auf eine photographische Kamera mit einem auf Stellung
»Automatik« und auf Stellung »Nicht-Automatik« einstellbaren Umschalter und einem
unter Federwirkung stehenden Blendensteller, dessen Einstellbewegung in Abhängigkeit
von der Betätigung des Kameraauslösers ausgelöst und in Einstellage »Automatik«
des Umschalters durch einen vom Belichtungsmesser gesteuerten Abtaster beendet wird.
während in Einstellage »Nicht-Automatik« die Begrenzung der Einstellbewegung des
Blendenstellers durch einen am Umschalter angeordneten Anschlag entsprechend der
vorgewählten Blendenöffnung erfolgt.
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Es ist bereits eine Kamera dieser Gattung bekanntgeworden, bei der
Blendensteller und Abtaster formschlüssig, und zwar mittels eines Zahnradgetriebes,
miteinander verbunden sind. Infolge dieser Verbindung muß der Abtaster stets an
der Bewegung des Blendenstellers teilnehmen, unabhängig davon, ob die Kamera in
dem einen oder anderen Arbeitsbereich, d. h. in Stellung »Automatik« oder »Nicht-Automatik«
des Umschalters arbeitet.
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Um den Steuereinfluß des Abtasters im Arbeitsbereich »Nicht-Automatik«
auszuschalten, ist bei der bekannten Kamera eine mit der Klemmvorrichtung für den
Meßwerkzeiger des Belichtungsmessers zusammenarbeitende Sperre vorgesehen, die bei
Einstellung des Arbeitsbereiches »Nicht-Automatik« die Klemmvorrichtung in einer
unwirksamen, einen ungehinderten Bewegungsausschlag für den Meßwerkzeiger gewährleistenden
Stellung festhält.
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Abgesehen von dem zusätzlichen baulichen Aufwand, der sich aus der
Anwendung einer mit der Klemmvorrichtung zusammenarbeitenden Sperre ergibt, haftet
der bekannten Anordnung der weitere Nachteil an, daß die Blendenlamellen erst dann
wieder in die Offenstellung zurückkehren, wenn der Verächluß gespannt wird. Diese
Arbeitsweise ist aber besonders bei einäugigen Spiegelreflexkameras unerwünscht,
insofern nämlich, als bei dieser Kameragattung Wert vor allem darauf gelegt wird,
daß dem Photographierenden unmittelbar nach dem Belichtungsablauf wieder ein helles
Sucherbild zur Verfügung steht, d. h. die Blende voll geöffnet ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Kamera der eingangs
bezeichneten Art die vorerwähnten Nachteile auszuschalten und diese so auszubilden,
daß unter Gewährleistung eines unverwickelten und aufwandsparenden Aufbaus der Blende
und der mit ihr zusammenwirkenden Steuervorrichtung das Einstellen derselben auf
größte Öffnung unmittelbar nach dem Belichtungsablauf in einfacher, die Bedienung
der Kamera nicht erschwerender Weise erzielt ist. Weiterhin soll die Kamera so beschaffen
sein, daß die Öffnung der Blende sowohl bei Einstellung »Automatik« als auch bei
Einstellung »Nicht-Automatik« unabhängig von der jeweiligen Einstell- bzw. Arbeitslage
der Beleuchtungsstärkemeßeinrichtung sowie unabhängig davon, ob sich die Kamera
in gespanntem cder in ungespanntem Zustand befindet, erfolgt.
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Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß eine mit
dem Kameraauslöser zusammenarbeitende, unter der Wirkung einer Feder stehende Rückstellvorrichtung
vorgesehen ist, die in Abhängigkeit von der Freigabe des Kameraauslösers den Blendensteller
unter Überwindung der ihn beeinflussenden Federkraft aus der beim Auslösevorgang
erzielten Einstellage in die der größten Öffnungsweite der Blende entsprechende
Ausgangslage zwangläufig wieder zurückführt, und daß ferner dem Abtaster mittel-oder
unmittelbar eine Klinke zugeordnet ist, die durch eine am Umschalter vorgesehene
Steuerkurve derart beeinflußbar ist, daß sie in Einstellage »Automatik« des Umschalters
den Abtaster mit dem Blendensteller wirkungsgemäß verbindet, in Einstellage »Nicht-Automatik«
des Umschalters hingegen die Wirkungsverbindung zwischen diesen beiden Teilen aufhebt.
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Eine gemäß der Erfindung ausgebildete Kamera weist vor allem den Vorteil
auf, daß sowohl bei selbsttätiger als auch bei nicht selbsttätiger Blendeneinstellung
die Blendenlamellen unmittelbar nach dem Belichtungsablauf von ihrer jeweiligen
Einstellage in die der größten Öffnung entsprechende Lage zurückkehren, und zwar
unabhängig von der jeweiligen Einstell-bzw. Arbeitslage der Beleuchtungsstärkemeßeinrichtung
sowie
unabhängig davon, ob sich die Kamera in gespanntem oder in ungespanntem Zustand
befindet. Diese insbesondere bei einäugigen Spiegelreflexkameras vorteilhafte Arbeitsweise
ist erfindungsgemäß durch die Anordnung einer Rückstellvorrichtung erreicht, die
mit dem Kameraauslöser in Wirkungsverbindung steht und in Abhängigkeit von der Freigabe
desselben den Blendensteller unter Überwindung der ihn beeinflussenden Federkraft
von der jeweiligen Einstellage in die der größten Öffnungsweite der Blende entsprechende
Ausgangslage zurückgeführt. Dadurch, daß zur Verbindung zwischen Abtaster und Blendensteller
erfindungsgemäß eine dem Abtaster zugeordnete und vom Umschalter gesteuerte Klinke
dient, ist weiterhin gewährleistet, daß die an der Einstellung der Blende nicht
beteiligte Einstellvorrichtung jeweils vom Blendensteller getrennt ist, so daß es
zur Ausschaltung des Steuereinflusses derselben keiner weiteren Vorkehrungen und
keines Eingriffs in die Einstellvorrichtung selbst, insbesondere auch keines Abschaltens
der Beleuchtungsstärkemeßeinrichtung oder mit ihr zusammenwirkender Teile bedarf.
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Ein in besonderer Weise übersichtlicher, funktionssicherer sowie unverwickelter
Aufbau der Einrichtung ist dadurch erreichbar, daß die Rückstellvorrichtung einen
bewegbaren Anlage- und Mitnehmerteil besitzt, an welchem der Blendensteller im unbeeinflußten
Zustand des Kameraauslösers unter Wirkung seiner Feder anliegt und welcher beim
Niederdrücken des Kameraauslösers - vor der Auslösung des Kameraverschlusses - in
eine außerhalb des Verstellbereichs der Blende befindliche Lage bewegt wird.
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Hierbei läßt sich eine im Hinblick auf Aufwandersparnis vorteilhafte
Ausbildung dadurch erzielen, daß als Anlage- und Mitnehmerteil ein ortsfest gelagerter,
sowohl am Kameraauslöser als auch am Blendensteller angreifender Hebel dient, dem
als Rückstellkraft die Feder des Kameraauslösers zugeordnet ist.
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In anderer Weise kann die Rückführung der Blende auf größte Öffnung
dadurch herbeigeführt sein, daß als Anlage- und Mitnehmerteil ein zweiarmiger Hebel
vorgesehen ist, der sich unter dem Einfluß einer besonderen, an ihm angreifenden
Rückstellfeder einenends am Kameraauslöser abstützt und anderenends über eine gelenkig
an ihm angeordnete Schubstange, die an ihrem freien Ende einen Stift trägt, mit
dem Blendensteller zusammenarbeitet, und daß eine Sperre angeordnet ist, mittels
der Anlage- und Mitnehmerteil in seiner dem niedergedrückten Zustand des Kameraauslösers
entsprechenden Lage festhaltbar ist, und daß die Sperre durch einen Teil des Verschlußantriebsmechanismus,
beispielsweise durch den Hauptantriebsteil, am Ende seines Ablaufs - nach erfolgtem
Wiederschließen des Verschlusses - lösbar ist.
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Diese Ausbildung ist insbesondere im Hinblick auf die Durchführung
von Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten sowie Vorlaufwerkaufnahmen von besonderem
Vorteil, da die Rückführung der Blende in ihre Offenstellung unabhängig vom Loslassen
des Kameraauslösers stets erst dann erfolgt, wenn der Kameraverschluß nach erfolgter
Aufnahme seine Geschlossenstellung wieder erreicht hat.
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Eine leichte, vom Zusammenbau der Kamera unabhängige Justierung einer
Einrichtung der zuletzt genannten Art läßt sich dadurch erreichen, daß der Hebel
und die Sperre an einem Trägerteil des Kameraverschlusses, beispielsweise an einer
Verschlußgrundplatte, angeordnet sind, während der Hebel mit dem Verschlußauslöser
auf Mitnahme verbunden ist.
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Ein teile- sowie raumsparender Aufbau einer solchen Einrichtung ergibt
sich hierbei dadurch, daß der Verschlußauslöser und der Hebel gleichachsig zueinander
angeordnet sind.
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Weiterhin ist es mit Rücksicht auf eine leichte Anpaßbarkeit der Vorrichtung
an den jeweiligen Kameraaufbau sowie hinsichtlich einer freizügigen Anordnung derselben
von Vorteil, wenn zur Verbindung der Teile der Rückstellvorrichtung einerseits und
des Kameraauslösers anderseits ein oder mehrere übertragungsteile zwischengeschaltet
sind.
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In der Zeichnung ist die Erfindung an zwei Ausführungsbeispielen gezeigt.
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Fig. 1 zeigt schematisch in einer Draufsicht von rückwärts einen an
einer Kamera angeordneten photographischen Objektivverschluß. Dieser besitzt eine
Lamellenblende sowie gemäß der Erfindung ausgebildete Einrichtungen zur selbsttätigen
und nicht selbsttätigen Einstellung der Blende, welche durch Einstellen eines Umschalters
in Stellungen »AUTO« (Automatik) und »MAN« (manuell = Nicht-Automatik) wahlweise
einschaltbar sind. Weiterhin ist erfindungsgemäß eine Vorrichtung angeordnet, mittels
welcher die Blende nach Abschluß der Belichtung von ihrer jeweiligen Einstellage
in eine der größten Blendenöffnung entsprechende Lage bewegbar und in dieser Lage
feststellbar ist und welche in Abhängigkeit von der Betätigung des Kameraauslösers
außer Wirkung setzbar ist. Letzterer befindet sich im unbeeinlußten Zustand, während
der Umschalter auf Stellung »AUTO« eingestellt ist.
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Fig. 2 zeigt die Einrichtung gemäß Fig. 1 bei Einstellung »MAN« des
Umschalters.
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Fig. 3 zeigt die Einrichtung bei niedergedrücktem Kameraauslöser und
Einstellung »AUTO« des Umschalters.
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Fig. 4 zeigt die Einrichtung bei niedergedrücktem Kameraauslöser und
Einstellung »MAN« des Umschalters.
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Fig. 5 zeigt schematisch in einer Draufsicht von vorn einen an einer
Kamera angeordneten photographischen Objektivverschluß, bei welchem zwecks Sicht
in den Verschlußinnenraum die Verschlußfrontplatte und der Belichtungszeiteinstellring
entfernt sind. Im Verschlußgehäuse ist eine von der in den Fig. 1 bis 4 gezeigten
Vorrichtung verschiedene, gemäß der Erfindung ausgebildete Einrichtung zum Öffnen
der Blende angeordnet. Der Vergchluß befindet sich in gespannter Stellung.
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Fig. 6 zeigt die Einrichtung gemäß Fig. 5 bei niedergedrücktem Kameraauslöser
unmittelbar vor der Auslösung des Verschlusses.
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In den Figuren ist mit 1 das Gehäuse einer photographischen Kamera
bezeichnet, an dessen Vorderseite in an sich bekannter Weise ein ein Gehäuse 2 besitzender
photographischer Objektivverschluß befestigt ist. Im Verschlußgehäuse 2 ist eine
einen Rohrstutzen 4n besitzende Grundplatte 4 angeordnet (Fig. 5 und 6), welche
zur Lagerung und Befestigung der an sich bekannten Teile des Verschlußmechanismus,
insbesondere einer Spann- und Antriebsscheibe 3, dient. Weiterhin ist im rückwärtigen
Teil des Verschlußgehäuses gleichfalls in an sich bekannter Weise eine Lamellenblende
angeordnet. Letztere besitzt mehrere sektorenartig ausgebildete Blendenlamellen
5, von denen aus Gründen der Übersichtlichkeit
nur eine dargestellt
ist. Die Lamellen sind im Verschlußgehäuse an ortsfesten Stiften 6 gelagert und
stehen außerdem in Stift-Schlitz-Verbindung 7, 8 a mit einem drehbaren, an der Rückseite
des Verschlußgehäuses um einen Rohrstutzen 2a desselben gelagerten Stellring B.
Die Darstellung dieses Stellrings ist in den Fig. 5 und 6 aus Gründen der Übersichtlichkeit
gleichfalls in ausgezogenen Linien vorgenommen.
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Zwecks selbsttätiger Einstellung der Blende arbeitet mit dem Stellring
8 ein Abtaster 9 zusammen, mittels dessen in an sich bekannter Weise die Stellung
der Drehspule eines in die Kamera eingebauten elektrischen Belichtungsmessers in
Abhängigkeit von der Betätigung eines senkrecht zur Kameraachse gegen die Wirkung
einer Feder 10 bewegbaren Kameraauslösers il abtastbar ist. Letzterer arbeitet in
der in den Fig. 5 und 6 gezeigten, nachstehend näher beschriebenen Weise mit einem
Verschlußauslöser zusammen, mittels dessen der zuvor gespannte Antriebsteil 3 zum
Ablauf freigegeben wird.
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Der in den Fig. 1 bis 4 gezeigte Abtaster 9 ist in senkrechter Richtung
bewegbar und steht unter der Wirkung einer Druckfeder 12, welche ihn in Anlage an
einem Bund 11a des Auslösers 11 zu halten sucht. Die Feder 12 wird hierbei von der
den Auslöser 11 beeinflussenden Feder 10 überwunden, so daß der Abtaster 9 im unbeeinflußten
Zustand des Auslösers die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Lage einnimmt. Zur Zusammenarbeit
mit der Drehspule des Galvanometers besitzt der Abtaster eine Stufeneinstellkurve
9a, mit welcher er beim Betätigen des Auslösers 11 unter Wirkung der Feder 12 zur
Anlage an einem an der Drehspule befindlichen, sich gegen einen ortsfesten Anschlag
13 abstützenden Zeiger 14 kommt. Vor Durchführung der Abtastung wird der Zeiger
14 in an sich bekannter Weise mittels einer Klemmvorrichtung in seiner jeweiligen
Stellung gesichert. Als Klemmvorrichtung dient hierbei ein um eine Achse 15 schwenkbarer
Hebel 16, welcher bei in Ausgangslage befindlichem Abtaster unter Wirkung einer
Feder 17 an einem Stift 180 des Abtasters anliegt. In dieser Lage kann der Zeiger
14 frei spielen. Wird dagegen durch Betätigen des Auslösers 11 der Abtastvorgang
ausgelöst, so gelangt zuerst der Hebel 16 mit seiner geriffelten Seite zur
Anlage am Zeiger 14 und preßt diesen gegen den ortsfesten Anschlag 13. Dieser Vorgang
ist abgeschlossen, bevor der Abtaster eine Verstellung der Blende durchführt, wobei
zu diesem Zweck an dem der größten Blendenöffnung zugeordneten Teil der Steuerschlitze
8 a konzentrisch zur Drehachse des Stellrings 8 verlaufende Fortsätze ausgebildet
sind, innerhalb welcher keine Verstellung der Blende erfolgt.
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Zur wahlweisen Durchführung von Aufnahmen mit selbsttätiger und nicht
selbsttätiger Einstellung der Blende besitzt die Kamera bzw. der Verschluß weiterhin
einen von Hand betätigbaren, auf Stellungen »Automatik« und »Nicht-Automatik« einstellbaren
Umschalter sowie einen bei Einstellung »Nicht-Automatik« wirksamen Handeinsteller.
Auf Einzelheiten derselben ist weiter unten näher eingegangen.
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Gemäß der Erfindung ist nunmehr ein für einen Einstellvorgang erforderliches
Bewegen der Blende auf größte Öffnung sowohl bei selbsttätiger als auch bei nicht
selbsttätiger Blendeneinstellung dadurch erreicht, daß dem Blendenstellring 8 eine
Feder 18 zugeordnet ist, welche ihn in Richtung auf kleinste Blendenöffnung beeinflußt,
und daß zur wahlweisen Verbindung des Blendenstellrings entweder mit dem Abtaster
9 oder mit dem Blenden-Handeinsteller sowohl der Abtaster als auch der Blenden-Handeinsteller
Anschläge aufweisen, welche in Abhängigkeit von der Einstellung des Umschalters
in Stellung »Automatik<; bzw. in Stellung »Nicht-Automatik« in Wirkstellung führbar
sind und an denen der Blendenstellring mittels an ihm angeordneter Gegenanschläge
unter Wirkung der ihn beeinflussenden Feder 18 anlegbar ist, und daß weiterhin eine
Vorrichtung angeordnet ist, mittels welcher der Blendenstellring nach Abschluß der
Belichtung von seiner jeweiligen Einstellage in eine der größten Blendenöffnung
entsprechende Lage bewegbar und in dieser Lage festhaltbar ist und welche in Abhängigkeit
von der Betätigung des Kameraauslösers 11 außer Wirkung setzbar ist.
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Der dem Abtaster 9 zugeordnete Anschlag ist als schwenkbarer Hebel
19 ausgebildet, welcher an einem weiter unten näher beschriebenen Übertragungsring
20 um eine Achse 21 gelagert ist und durch eine Feder 22 im Uhrzeigersinn beeinflußt
wird. Der eine Arm 19 a ist hierbei als Anschlag für einen am. Blendenstellring
8 befindlichen, als Gegenschlag dienenden Vorsprung 8 b ausgebildet, während der
andere Arm 19b mittels eines an ihm befestigten Stifts 23 mit einer Steuerkurve
24 a des mit 24 bezeichneten Umschaltrings zusammenarbeitet, welcher in der aus
den Fig. 1 bis 4. ersichtlichen Weise an der Rückseite des Verschlußgehäuses 2 gelagert
ist.
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Zwecks Erzielung einer Teileersparnis sowie einer schnellen und übersichtlichen
Einstellbedienung der Kamera dient der Umschaltring 24 gleichzeitig zur Handeinstellung
der Blende. Zu diesem Zweck ist am Umschalt- und Blenden-Handeinstellring eine mit
»AUTO<: gekennzeichnete Einstellmarke 25 sowie eine mit dem Wort »MAN« (manuell=.
Nicht-Automatik) bezeichnete Blendenskala 26 angeordnet, mittels welcher der Ring
gegenüber einer ortsfesten Marke 27 einstellbar ist.
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Der Übertragungsring 20 ist, wie aus den Fig. 1 bis 4 ersichtlich,
gleichfalls an der Verschlußgehäuserückwand gelagert und steht mit dem Abtaster
9 in Stift-Schlitz-Verbindung 9b, 28. Im unbeeinflußten Zustand des Auslösers
11 liegt der Übertragungsring mittels eines an ihm ausgebildeten Vorsprungs 20a
an einem ortsfesten Anschlag 29 an.
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Die Steuerung der Einstellbewegung des Blendenstellrings 8 bei Aufnahmen
mit selbsttätiger und nicht selbsttätiger Belichtungseinstellung erfolgt derart,
daß bei Einstellage »AUTO« des Umschaltrings 24, wie sie in den Fig. 1 und 3 gezeigt
ist, der Anschlaghebel 19 die in diesen Figuren dargestellte Lage einnimmt, in welcher
der Vorsprung 8 b des Blendenstellrings unter Wirkung der Feder 18 am Teil 19 a
des Hebels 19 anliegt. Bei der Durchführung der Abtastung bewegt sich somit
der Blendenstellring unter Wirkung seiner Feder 18 von der in Fig. 1 dargestellten
Ausgangslage in eine durch die Stellung des Meßwerkzeigers 1.4 bestimmte Lage, wie
dies in Fig. 3 gezeigt ist.
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Wird dagegen zwecks Durchführung von Aufnahmen mit nicht selbsttätiger
Belichtungseinstellung der Umschalt- und Blenden-Handeinstellring 24 auf einen Wert
der Blendenskala 26 eingestellt, so erfolgt mittels der Steuerkurve 24a des Rings
24 eine Verschwenkung des Anschlaghebels 19 entgeg--n der Wirkung seiner Feder 22,
wodurch sein Teil 19a aus der Bahn des Vorsprungs 8 b des Blendenstellrings geschwenkt
wird. An die Stelle der Anschlagvorrichtung
8 b, 1.9 tritt nunmehr
eine am Blenden-Handeinstellring 24 und am Blendenstellring 8 angeordnete Anschlagvorrichtung
für den letztgenannten Stellring. Diese umfaßt bei der Einrichtung gemäß den Fig.
1 bis 4. einen am Umschaft und Blenden-Handeinstellring ausgebildeten Vorsprung
24b, der in die Bahn eines Arms 8 c des Blendenstellrings 8 bewegbar ist. Die Anordnung
der Teile 8 c und 24 b ist hierbei so getroffen, daß bei der *Bewegung des Umschah-
und Blenden-Handeinstellrings 24 von Stellung »AUTO« in Stellung »MAN« der bewegbare
Anschlaghebel 19 abgeschaltet ist, bevor die Anschlagvorrichtung 8c, 24 6 zur Wirkung
kommt.
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Die zum Bewegen des Blendenstellrings 8 von seiner jeweiligen durch
die Stellung des Meßwerkzeigers 14 bzw. die Einstellung des Umschah- und Blenden-Handeinstellrings
24 bestimmte Einstellage in eine der größten Blendenöffnung entsprechende Lage dienende
Vorrichtung umfaßt einen bewegbaren Anlage- und Mitnehmerteil, an welchem der Blendenstellring
im unbeeinflußten Zustand des Kameraauslösers 11 unter Wirkung der Feder 18 anliegt
und welcher beim Niederdrücken des Kameraauslösers - vor der Auslösung des Kameraverschlusses
- in eine außerhalb des Verstellbereichs der Blende befindliche Lage bewegt wird.
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Als bewegbarer Anlage- und Mitnehmerteil dient im Ausführungsbeispiel
gemäß den Fig. 1 bis 4 ein Hebel 30; welcher an der Kamera um eine Achse 31 gelagert
ist und mit dem Kameraauslöser 11 in Stift-Schlitz-Verbindung 30a, 32 steht. Mit
seinem freien Ende arbeitet der Hebel 30 mit einem am Blendenstellring 8 befestigten
Anschlagstift 33 zusammen. Wie hierbei aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, liegt
der Blendenstellrzng im Ruhezustand des Kameraauslösers mittels seines Anschlagstifts
33 am Hebel 30
an und wird durch diesen in einer der größten Blendenöffnung
entsprechenden Lage gegen die Wirkung der Feder 18 gehalten.
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Bei Niederdrücken des Kameraauslösers wird der Hebel 30 entgegen
dem Uhrzeigersinn verschwenkt, wobei sein freies Ende aus der Bewegungsbahn des
Anschlagstifts 33 des Blendenstellrings gelangt. Der vom Hebel 30 freigegebene Stellring
führt unter Wirkung seiner Feder 18 eine Bewegung im Uhrzeigersinn, also in Richtung
auf kleinste Blendenöffnung, aus. Die Größe dieser Bewegung wird, wie bereits beschrieben,
bei Aufnahmen mit selbsttätiger Belichtungseinstellung durch die Stellung des mit
dem Abtaster 9 verbundenen Anschlaghebels 19 bestimmt, auf den der Stellring mit
seinem Vorsprung 8 b auftrifft. Bei Handeinstellung der Blende ist dagegen für die
Größe der unter Wirkung der Feder 18 erfolgenden Einstellbewegung des Stellrings
8 der am Umschalt- und Blenden-Handeinstellring ausgebildete Vorsprung 24 b maßgebend.
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Wird der Kameraauslöser 11 nach erfolgter Auslösung des Verschlusses
wieder losgelassen, so kehrt der Hebel 30 unter Wirkung der den Kameraauslöser beeinflussenden
Feder 10 in seine in den Fig. 1 und 2 dargestellte Ausgangslage zurück. Hierbei
gelangt der Hebel 30 mit seinem freien Ende zur Anlage am Stift 33 des Blendenstellrings
8 und stellt letzteren wieder in seine der größten Blendenöffnung entsprechende
Lage zurück.
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Eine in vorstehend beschriebener Weise ausgebildete Öffnungseinrichtung
für die Blende besitzt einen besonders unverwickelten und aufwandsparenden Aufbau
unter gleichzeitiger Gewährleistung einer funktionssicheren Arbeitsweise.
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In den Fig. 5 und 6 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer gemäß
der Erfindung ausgebildeten Einrichtung zum Bewegen der Blende von ihrer jeweiligen
Einstellage in die Volloffenlage gezeigt.
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Die besonderen Merkmale dieser Einrichtung bestehen darin, daß dem
Anlage- und Mitnehmerteil eine eigene, der Feder 18 des Blendenstellrings 8 entgegengesetzt
wirkende und diese überwindende Federkraft zugeordnet ist und daß eine Sperre angeordnet
ist, mittels welcher der Anlage- und Mitnehmerteil in seiner dem niedergedrückten
Zustand des Kameraauslösers 11 entsprechenden wirkungslosen Lage festhaltbar ist,
und daß die Sperre durch einen Teil des Verschlußantriebsmechanismus, beispielsweise
durch den Hauptantriebsteil, am Ende seines Ablaufs - nach erfolgtem Wiederschließen
des Verschlusses - lösbar ist.
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Bei einer in dieser Weise ausgebildeten Einrichtung erfolgt somit
das Öffnen der Blende unabhängig vom Loslassen des Kameraauslösers jeweils dann,
wenn der Belichtungsablauf des Verschlusses beendet ist. Dies erbringt den bedeutsamen
Vorzug, daß auch Vorlaufwerkaufnahmen und Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten
in bedienungseinfacher und -sicherer Weise durchführbar sind.
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Die Anlage- und Mitnehmervorrichtung für den Blendenstellring 8 umfaßt
im Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 5 und 6 unter anderem einen an der Verschlußgrundplatte
4 um eine Achse 34 gelagerten Hebel 35, welcher durch eine Feder 36
im Uhrzeigersinn beeinflußt wird und in weiter unten näher beschriebener Weise mit
dem Kameraauslöser L1 zusammenarbeitet. Am Arm 35 a des Hebels 35 ist eine
Klinke 38 angelenkt. Letztere trägt an ihrem freien Ende einen Stift 39, welcher
sich in Richtung der optischen Achse nach rückwärts erstreckt, und für den in der
Verschlußgehäuseseitenwand ein Führungs-und Bewegungsschlitz 2 b ausgebildet ist.
Mit dem aus der Verschlußgehäuserückwund herausragenden Ende des Stifts 39 arbeitet
der Blendenstellring 8 mittels eines Arms 8d zusammen. Befindet sich hierbei der
Kameraauslöser 11 in seiner Ruhelage, wie dies in Fig. 5 gezeigt ist, so nimmt der
Stift 39 unter Wirkung der Feder 36 eine Lage ein, in welcher der Blendenstellring
8 mittels seines Arms 8 d in einer der größten Blendenöffnung entsprechenden Lage
unter dem Einfluß der Feder 18 am Stift 39 anliegt.
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Wird der Kameraauslöser niedergedrückt, so erfolgt hierdurch eine
Verschwenkung des Hebels 35 entgegen der Wirkung seiner Feder 36, wobei der Stift
39 in die in Fig. 6 dargestellte, außerhalb des Verstellbereichs der Blende befindliche
Lage bewegt wird. Dieser Bewegung des Stifts 39 folgt der Blendenstellring 8 unter
Wirkung seiner Feder 18 so weit nach, bis der dem Abtaster 9 bzw. dem Umschaft-
und Blendenhandeinstellring 24 zugeordnete Anschlag zur Wirkung gelangt und die
Verstellbewegung des Blendenstellrings in Richtung auf kleinste Blendenöffnung abstoppt.
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Als Anschlagvorrichtung für die nicht selbsttätige Einstellung der
Blende dient bei der Einrichtung gemäß den Fig.5 und 6 die linke Begrenzungsfläche
24d einer am Umschaft- und Blenden-Handeinstellring 24 ausgebildeten Aussparung
24e und ein in diese Aussparung hineinragender abgebogener Teil 8 e des am Blendenstellring
ausgebildeten Arms 8d.
Die dem Abtaster zugeordnete, bei
der selbsttätigen Einstellung der Blende wirksame Anschlagvorrichtung 8 b, 19 ist
in den Fig. 5 und 6 aus Gründen der übersichtlichkeit nicht dargestellt.
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Als Sperre zum Festhalten der Anlage- und Mitnehmervorrichtung 35,
38. 39 für den Blendenstellring 8 in ihrer dem niedergedrückten Zustand des Kameraauslösers
1 1 entsprechenden wirkungslosen Lage dient ein zweiarmiger Hebel 40, der an der
Verschlußgrundplatte 4 um eine Achse 41 gelagert ist und durch eine Feder 42 im
Uhrzeigersinn beeinflußt wird. Mit seinem einen Arm 40a arbeitet der Hebel
40
hierbei in der in Fig. 6 gezeigten Weise mit dem Arm 35a des Hebels 35
zusammen und hält letzteren in seiner der niedergedrückten Stellung des Kameraauslösers
11 zugeordneten wirkungslosen Lage fest. Der andere Arm 40 b des Hebels liegt im
Bewegungsweg eines an der Spann- und Antriebsscheibe 3 des Verschlusses befestigten
Stifts 44. Bei dem in Pfeilrichtung von Fig.6 erfolgenden Ablauf der Antriebsscheibe
3 gelangt der Stift 44 nach erfolgtem Wiederschließen der Verschlußblätter
zur Anlage am Arm 40 b. Dies bewirkt, daß der Hebel 40 entgegen der
Wirkung seiner Feder 42 verschwenkt und die durch seinen Arm 40 a bewirkte Festhaltung
des Hebels 35 gelöst wird. Letzterer kehrt unter Wirkung seiner Feder 36 in die
in Fig. 5 dargestellte Lage zurück, wobei mittels des Stiftes 39 der Blendenstellring
8 in eine der größten Blendenöffunng entsprechende Stellung zurückgeführt wird.
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Die Spann- und Antriebsscheibe 3 selbst ist an der Verschlußgrundplatte
4 um eine Achse 45 gelagert und besitzt eine Antriebsfeder 46. Zum Festhalten der
Antriebsscheibe in gespannter Stellung ist an der Verschlußgrundplatte um eine Achse
47 ein Sperrhebel 48 angeordnet. Der eine Arm 48a dieses Hebels befindet sich mittels
eines an ihm abgebogenen Lappens 48 b in Anlage an einem Vorsprung 43 a der gespannten
Antriebsscheibe 43, während der andere Arm 48c unter Wirkung einer Feder 49 mit
einem Verschlußauslösehebel 50 zusammenarbeitet. Der Hebel 50 ist in teilesparender
Weise um die Achse 34 des Hebels 35 gelagert und wird durch eine Feder 51 im Uhrzeigersinn
beeinflußt. Unter Wirkung dieser Feder steht der Hebel 50 in kraftschlüssiger Verbindung
mit dem Kameraauslöser 11.
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Zur Übertragung der Auslösebewegung des Kameraauslösers 11 auf den
Hebel 35 der Anlage-und Mitnehmereinrichtung besitzt der Auslösehebel 50 einen sich
in Richtung der optischen Achse erstreckenden Stift 52, mittels dessen er beim Niederdrücken
des Kameraauslösers zur Anlage am Hebel 35 gelangt und diesen in die in Fig. 6 dargestellte
Lage bewegt.
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Im vorstehenden ist die Erfindung an Hand einer photographischen Kamera
mit Objektivverschluß gezeigt und beschrieben. Darüber hinaus hat die Erfindung
jedoch Bedeutung bei Kameras jeder Art, bei welchen zwecks selbsttätiger Blendeneinstellung
die Stellung des beweglichen Meßwerkteils eines Belichtungsmessers in Abhängigkeit
von der Betätigung des Kameraauslösers abtastbar und auf einen Blendensteller übertragbar
ist und welche einen von Hand betätigbaren, auf Stellung »Automatik« und »Nicht-Automatik«
einstellbaren Umschalter sowie einen bei Einstellung »Nicht-Automatik« wirksamen
Handeinsteller besitzen.
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Für sämtliche dieser Kameras ist durch die Erfindung der Vorteil erbracht,
daß ein für einen Einstellvorgang erforderliches Öffnen der Blende auf größte Öffnung
sowohl bei Einstellung »Automatik« als auch bei Einstellung »Nicht-Automatik« vollkommen
selbsttätig und unabhängig vom jeweiligen Anzeige-bzw. Arbeitszustand der Beleuchtungsstärke-Meßeinrichtung
und der Kamera .erfolgt.