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Adressendruckmaschine Die Erfindung betrifft eine Adressendruckmaschine
mit einem aus einer Reihe von getrennten Druckkissen zusammengesetzten Druckelement,
deren Anzahl der Zeilenzahl der Druckplatten und ortsfesten Druckstöcke entspricht
und die je an einer Tragplatte angebracht sind, welche Platten in Führungen des
Druckkopfes frei auf und ab verschiebbar sind und jede durch Federn im Sinne der
Herbeiführung des Abdruckes der entsprechenden Zeilen der Druckplatte bzw. des Druckstockes
betätigbar ist.
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Es sind Adressendruckmaschinen bekannt, bei denen der Druck mittels
eines Gummikissens erfolgt, welches auf das zu bedruckende Papierblatt drückt, unter
welchem sich das Farbband befindet, welches seinerseits über den erhabenen Buchstaben
der Druckplatte liegt. In diesen bekannten Maschinen mit Druckkissen wird der Druck
sozusagen statisch ausgeübt, und es gibt keinen Aufschlag auf das zu bedruckende
Papier, wie beispielsweise bei den gewöhnlichen Schreibmaschinen.
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Bei einer anderen bekannten Art von Adressendruckmaschinen ist das
Druckkissen mit ebener Fläche, welche die gesamte Zone der Druckplatte, welche zum
Abdruck gebracht werden soll, abdeckt, durch eine zylindrische Walze ersetzt, die
mit einer Erzeugenden auf das zu bedruckende Blatt drückt. Diese Walze dreht und
verschiebt sich auf dem Blatt und bleibt dabei mit ihren aufeinanderfolgenden Erzeugenden
ständig mit der Fläche in Berührung, auf die sie drückt.
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Bei dieser letztgenannten Art von Adressendruckmaschinen besteht der
Vorteil geganäb;.r den Maschinen mit Druckkissen, daß in einem Augenblick nicht
die gesamte für den Abdruck der ganzen Druckplatte erforderliche Kraft ausgeübt
zu werden braucht, sondern lediglich die für den Abdruck einer einzigen Zeile erforderliche
Kraft, auch wenn dieselbe für eine Aufeinanderfolge von Augenblicken aufgebracht
werden muß. Dies bringt es mit sich, daß die Gehäuseteile, welche die Reaktionskräfte
aufzunehmen haben, leichter gebaut werden können. Trotzdem weisen diese Art von
Adressendruckmaschinen einige Nachteile auf, die beispielsweise auf die kompliziertere
Ausbildung des Bewegungsmechanismus der Druckwalze zurückzuführen sind, welche,
wie erwähnt, gleichzeitig eine Drehbewegung und eine Verschiebung ausführen muß.
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In den häufig vorkommenden Fällen, in denen man nur einen Teil des
auf der Druckplatte vorgesehenen Textes abdrucken will, wird die Walze an jener
Stelle ihrer zylindrischen Oberfläche ausgeschnitten, die mit der Zone der Druckplatte
zusammenfällt, welche nicht zum Abdruck gebracht werden soll. Die genaue Begrenzung
dieser Zone auf der Walze ist verhältnismäßig schwierig, und auftretendes Spiel
im Antriebsmechanismus der Gummiwalze kann eine Verschiebung der nicht abgedruckten
Zone hervorrufen, so daß unter Umständen ungenaue Abdrucke zustande kommen können.
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Ferner ist ein weiterer Faktor von erheblicher Bedeutung, und zwar
der, daß mit den oben angeführten Systemen nur eine beschränkte Anzahl von Kopien
erhalten werden kann.
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Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß - nachdem bei beiden Systemen,
wie dargelegt, beim Abdruck ein statischer Druck angewendet wird - die gewöhnlichen
Durchschlagpapiere, wie sie in Schreibmaschinen verwendet werden, nicht benutzt
werden können und um so weniger jene Art von Kohlepapier, die bei den fortlaufenden
Vordrucken verwendet wird, welche durch Tabulatoren in Lochkartenzentren bedruckt
werden. Diese »Monocarbon« genannte Kohlepapierart ist äußerst billig, da sie nur
für einen Abdruck dient, nach welchem das Kohlepapier weggeworfen wird.
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Die Adressendruckmaschinen könnten für den Verwendungszweck, für den
sie oft herangezogen werden, vorteilhafterweise fortlaufende Vordrucke verarbeiten,
nachdem häufig der fortlaufende Abdruck von Daten einer Reihe von Druckplatten verlangt
wird.
Die fortlaufenden Vordrucke weisen ferner den Vorteil auf,
daß sie schon von vornherein mit bestimmten Angaben versehen sein können, so daß
die nachher von den Druckplatten abgedruckten Daten in vorbestimmte Zonen des Vordruckes
fallen.
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Wollte man mit fortlaufenden Vordrucken Kopien erhalten, dann wäre
das dazu erforderliche Kohlepapier derart teuer, daß es die Betriebskosten beträchtlich
beeinflussen würde.
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Fernerhin ist eine Adressendruckmaschine bekanntgeworden, bei der
das Druckelement aus einer Anzahl je an einer Führungsplatte angebrachter, getrennter
Druckkissen besteht, von denen jedes mit einer entsprechenden Zeile der Druckplatte
zusammenzuwirken geeignet ist, wobei auf die Druckkissenführungsplatten als Betätigungsorgane
Federn im Sinne der Herbeiführung des Abdruckes einwirken. Die Druckkissen werden
durch Klinken, welche in Kerben der Führungsteile eingreifen, zurückgehalten. Die
Steuerungsorgane zur Betätigung der einzelnen Druckkissenplatten bestehen aus einer
schwenkbaren Welle, die über ein Gestänge bei jedem Arbeitsspiel eine einzige Druckkissentragplatte
zum Abdruck einer einzigen Zeile der Druckplatte freigibt.
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Infolge einer derartigen Ausgestaltung hat diese bekannte Adressendruckmaschine
den wesentlichen Nachteil, daß nur eine einzige Zeile der Druckplatte je Arbeitsspiel
abgedruckt werden kann, wobei die nacheinander ausgewählten Druckplatten nebeneinander
auf den Bogen abgedruckt werden.
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Bei einer anderen bekannten Ausführungsform einer Adressendruckmaschine
erfolgt der Abdruck der Druckplatten zeilenweise mittels statischen Druckes, was
den vorerwähnten Nachteil mit sich bringt, daß bei diesem Abdrucksystem keine Durchschläge
unter Verwendung von Kohlepapier hergestellt werden können. Bei dieser bekannten
Ausführungsform werden die Druckkissen für den Abdruck unmittelbar durch Kurvenscheiben
betätigt, die gegeneinander verdreht auf einer gemeinsamen, über der Mittelzone
der Druckkissen angeordneten Welle sitzen und die Druckkissen nacheinander betätigen.
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Von diesem Stand der Technik ausgehend, liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Adressendruckmaschine zu schaffen, welche in einfacher Weise aufgebaut
ist und den Abdruck des gesamten Textes einer Druckplatte, bestehend aus einer gewissen
Anzahl von Zeilen, in einem einzigen Arbeitsspiel, und zwar eine Zeile nach der
anderen, ermöglicht und gleichzeitig eine Rückführung der einzelnen Druckkissen
in die Ausgangslage stattfindet, wobei überdies die Möglichkeit besteht, von Hand
oder selbsttätig eine beliebige Anzahl der auf der Druckplatte vorhandenen Zeilen
für den Abdruck auszuwählen.
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Gemäß der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß je Druckkissentragplatte
eine Kurvenscheibe vorgesehen ist, die die Tragplatte entgegen der Wirkung der Federn
in der angehobenen Stellung hält und nach einem gewissen Drehwinkel die zugehörige
Tragplatte freigibt, so daß sie unter der Federwirkung die Bewegung zur Herbeiführung
des Abdruckes durchführen kann.
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Mit der erfindungsgemäßen Druckmaschine werden sämtliche Nachteile
der bisher bekannten Druckverfahren beseitigt. So erfolgt der Druck einer Druckplatte,
ähnlich wie im Fall der Verwendung einer Druckwalze, progressiv, und demzufolge
ist der zum Abdruck erforderliche Momentandruck begrenzt. Andererseits ist die Festlegung
der nicht abzudruckenden Zone der Druckplatte äußerst einfach zum Unterschied von
den Druckwalzen, da der Druck mittels ebener Flächen ausgeübt wird, die nacheinander
mit den aufeinanderfolgenden Zeilen der Druckplatte in Berührung gebracht werden.
Im Gegensatz zu beiden erwähnten bekannten Druckverfahren wird der den Abdruck bewirkende
Druck durch einen Schlag ausgelöst, so daß man eine große Anzahl von Kopien unter
Verwendung des billigen »Monocarbon«-Kohlepapiers erhalten kann.
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Die Kurvenscheiben können, wie an sich bekannt, gegeneinander jeweils
verdreht auf ein und derselben Welle sitzen.
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Zur näheren Erläuterung der Erfindung werden unter Bezugnahme auf
die Zeichnung einige praktische Ausführungsbeispiele beschrieben.
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Fig. 1 zeigt die Adressendruckmaschine in perspektivischer Drauf-
und Vorderansicht; Fig. 2 ist ein Grundriß der Maschine, wobei zur besseren Sichtbarmachung
des Druckwerkes verschiedene Abdeckteile entfernt wurden; Fig. 3 ist ein Längsschnitt
des Druckwerkes nach der Linie 111-11T der Fig. 4; Fig. 4 ist ein Querschnitt des
Druckwerkes; Fig. 5 zeigt einen Teil des Druckwerkes in Druckstellung; Fig. 6 und
7 zeigen eine Druckplatte bzw. einen mit derselben erhaltenen Abdruck; Fig. 8 zeigt
das Druckwerk im Längsschnitt nach der Linie VIII-VIII der Fig. 9 im Zustand zum
teilweisen Abdruck des Inhaltes einer Druckplatte; Fig. 9 ist ein Querschnitt durch
das Druckwerk in dem der Fig. 8 entsprechenden Zustand; Fig. 10 zeigt eine Druckplatte,
auf welcher einige Reiter aufgesteckt sind; Fig. 11 zeigt den mit dieser Druckplatte
erhaltenen Abdruck einiger Zeilen; Fig.12 veranschaulicht das elektrische Schaltschema
des Druckwerkes; Fig. 13 zeigt ein sich auf dieses Schaltschema beziehendes Arbeitsschaubild;
Fig. 14 zeigt das Druckwerk, welches mit Hilfe einer Handsteuerung in Nichtabdruckstellung
gebracht ist, und Fig. 15 zeigt dasselbe Druckwerk in Abdruckeinstellung; Fig.16
zeigt eine andere Ausführungsform des Druckwerkes, und Fig. 17 ist eine Draufsicht
zu Fig. 16, während Fig. 18 eine Vorderansicht des Druckwerkes nach Fig. 16 ist;
Fig. 19 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Druckwerkes; Fig. 20 ist eine
Ansicht der Maschine von unten; Fig. 21 zeigt die mit den Reitern an den Druckplatten
zusammenwirkende Auswahlvorrichtung, und Fig. 22 veranschaulicht stark vergrößert
die Anbringung eines solchen Reiters an einer Druckplatte. Die in Fig. 1 dargestellte
Adressendruckmaschine besitzt einen Vorratsbehälter 3 für die Druckplatten 26, welche
zum Abdruck längs einer Bahn 5 bewegt werden, um schließlich in einen Sammelbehälter
4 zu gelangen. Entlang der Bahn 5 sind seitliche Führungen 6, 7 vorgesehen. Zwischen
den beiden Behältern 3, 4 erfolgt längs der Bahn 5 zunächst die Auswahl der Druckplatten
bzw. bestimmter Zeilen
und anschließend der Abdruck, wie nachfolgend
einzeln erläutert wird. Die zur Auswahl und zum Abdruck erforderlichen Einrichtungen
sind in einem auskragend angeordneten Arm 2 untergebracht, der sich oberhalb der
Basisfläche 1 der Maschine erstreckt. Ein Deckel 17 gestattet es, den Arm 2 zu öffnen,
und macht die in ihm untergebrachten Einrichtungen zugänglich.
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In Fig. 1 ist ferner das Farbband 10 sichtbar sowie zwei entfernbare
Platten 11, 12, die zum Farbbandwechsel entfernt werden.
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Entlang der Bahn 5 ist eine Auswahlstellung 8 der an den Druckplatten
angebrachten Reiter und eine Auswahlstellung 9 für andere etwaige Kennzeichenelemente,
wie Kerben od. dgl., vorgesehen, deren Aufgabe aus der folgenden Beschreibung hervorgehen
wird.
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Drei Druckschalter 14, 15 und 16 dienen zur Steuerung des Abdruckes
bzw. des Vorschubes der Platten. Diese Druckschalter betätigen die im elektrischen
Schaltschema der Fig. 12 gezeigten Kontakte 14/1 bzw. 15/1 bzw. 16/1.
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In Fig. 2 sind teilweise die im Arm 2 untergebrachten Abdruckorgane
sichtbar.
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Ein Motor 18 treibt über ein Untersetzungsgetriebe 19 mittels dessen
langsam laufender Welle 20 eine Kupplung 21 an, die in an sich bekannter Weise derart
ausgebildet ist, daß sie, nachdem sie eingeschaltet wird, die angetriebene Welle
für eine volle Umdrehung (360°) mitnimmt und dann selbsttätig wieder auskuppelt.
Durch diese Kupplung wird somit die fortlaufende Drehung der Welle 20 in eine einmalige
volle Umdrehung der Ausgangswelle verwandelt, nach welcher dieselbe von selbst wieder
stillgesetzt wird. Die Steuerung der Kupplung 21 erfolgt mittels eines Elektromagneten
22 (Fig. 12).
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Die verschiedenen Operationen des Druckes werden durch eine mechanische
Vorrichtung durchgeführt, auf welche sowohl zur Auswahl der abzudruckenden Druckplatten
als auch zur Auswahl der abzudruckenden Zeilen der Platten eine elektrische Einrichtung
einwirkt, auf welche noch näher eingegangen werden wird.
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Die mechanische Vorrichtung besteht aus einer Welle 23, die von der
Welle 20 über die Kupplung 21 angetrieben wird. Auf die Welle 23 sind acht Kurvenscheiben,
die in den Figuren mit 25/1 bis 25/8 bezeichnet sind (s. Fig. 3 bis 5), mittels
der Keile 24/1 bis 24/8 aufgekeilt.
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Die acht Kurvenscheiben entsprechen jede einer der acht Zeilen der
Druckplatten 26 und jede einer der Zeilen der ortsfesten Druckstöcke, die normalerweise
in den Adressendruckmaschinen oberhalb und unterhalb der Druckplatten angebracht
sind. In den Zeichnungen sind diese ortsfesten Druckstöcke der Einfachheit halber
nicht dargestellt, doch versteht es sich, daß sich die folgenden Erläuterungen auch
auf sie erstrecken, da sie sich im Prinzip nicht von den Zeilen einer Druckplatte
unterscheiden.
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Es sei weiter bemerkt, daß die Zeilenzahl »acht« rein willkürlich
gewählt ist und beliebig abweichen kann, wobei es sich versteht, daß sämtliche Organe,
die je Zeile vorhanden sind, in einer der tatsächlichen Zeilenzahl entsprechenden
Anzahl vorgesehen werden müssen.
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Je Kurvenscheibe 25/1 bis 25/8 ist eine Platte 28/1 bis 28/8 vorgesehen,
und zwar liegt jede dieser Platten 28/i (i =1, 2, 3 ... 8) im wesentlichen
in der gleichen Ebene mit der zugehörigen Kurvenscheibe 25/i (i =1, 2, 3
... 8) und ist mit einer Ausnehmung versehen, in der sich die entsprechende
Kurvenscheibe befindet.
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Am unteren Rand einer jeden Platte 28/i ist ein Kissenträger 44/i
mit einem Druckkissen 51/i (jeweils i=1, 2, 3... 8) angebracht, wobei die Platte
mit ihrem unteren Rand in eine U-förmige Rille des Kissenträgers 44/i eingreift,
der mittels zweier Federn 47/i und 48/i an der Platte 28/i aufgehängt ist. Diese
Federn sind oben im Punkt 45/i bzw. 46/i an der Platte 28/i und mit ihren unteren
Enden am Kissenträger befestigt. Auf diese Weise lassen sich die Kissenträger im
Bedarfsfall leicht austauschen.
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Zwei Querstifte 49/i und 50/i verhindern Längsverschiebungen
der Kissenträger 44/i in bezug auf die zugehörige Platte 28/i.
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Sämtliche Platten 28/i sind durch kammartige Führungsleisten 29, 30,
31 und 32 derart geführt, daß sie sich auf und ab verschieben können. Die Leisten
29 bis 32 sind je an einem im Querschnitt quadratischen Stab 38, 39, 40, 41 angebracht,
welche Stäbe an Seitenwänden 42, 43 des Armes 2 befestigt sind (Fig. 2).
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Zur Abwärtsbewegung der Platten 28/i sind je Platte zwei Federn
52/i und 52'/i (i = 1, 2 ... 8) vorgesehen, die mit ihren oberen
Enden an der zugehörigen Platte und mit ihren unteren Enden an den Stäben 41 bzw.
40 befestigt sind. Diese Federn üben auf die Platten ständig einen Zug nach unten
aus.
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Für jede Platte 28/i ist ferner ein Haken 55/i vorgesehen,
der um eine im Arm 2 befestigte Stange 56 frei drehbar ist, und unter der Wirkung
einer Feder 59/i (i = 1, 2, 3 ... 8) steht, die einerseits am Haken
und andererseits an einer am Stab 38 angebrachten Leiste 60 befestigt ist.
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Die Feder 59/i trachtet den zugehörigen Haken 55/i im Uhrzeigersinn
(auf die Fig. 3 schauend) zu drehen. Die Haken 55/i sind durch eine kammartige
Führungsleiste 57 geführt, die an einem quadratischen, zwischen den Wänden 42, 43
befestigten Stab 58 angebracht ist.
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Jedem Haken 55/i ist ein Elektromagnet 63/i zugeordnet, dessen
Anker 62/i mittels eines Zugseiles 61/i mit dem entsprechenden Haken verbunden ist.
Wie aus den Fig. 2 und 8 hervorgeht, sind die Elektromagneten 63/i gegeneinander
versetzt angeordnet und an einer Tragplatte 64 befestigt. Die Platten 28/i weisen
je eine Ausnehmung 53/i auf, in welche der zugehörige Haken 55/i eingreift,
um in einen vorspringenden Teil 54/i der besagten Ausnehmung einzuhaken,
was unter der Wirkung der Feder 59/i erfolgt, während der Elektromagnet 63/i
geeignet ist, die Platte 28/i vom Haken 55/i frei zu machen.
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In die mittlere Ausnehmung einer jeden Platte 28/i, innerhalb welcher
sich die zugehörige Kurvenscheibe befindet, steht ein Zahn 65/i vor, der
auf das Profil der Kurvenscheibe 25/i an der Stelle dessen größten Radius
aufliegen kann (s. Fig. 3).
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Die Kurvenscheiben 25/1 bis 25/8 sind gegeneinander fortschreitend
etwas verdreht an der Welle 23 befestigt, um - wie nachfolgend erläutert wird -den
Abdruck der verschiedenen Zeilen einer Druckplatte in aufeinanderfolgenden Augenblicken
zu bewirken.
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Was die Wirkungsweise der soeben beschriebenen mechanischen Druckvorrichtung
anbelangt, sei bemerkt, daß während der Drehung der Welle 23 im Uhrzeigersinn (in
Fig. 3 gesehen) die Kurvenscheiben 25/1 bis 25/8 nacheinander die Zähne
6511 bis 65/8
der zugehörigen Platten 28/1 bis 28/8 freigeben.
Jene Platten, die vorher vom zugehörigen Haken 55/1 bis 55/8 befreit wurden, werden
somit unter der Wirkung ihrer Federn 52/i und 52'/i nach unten gezogen,
und folglich wird die entsprechende Zeile der Druckplatte zum Abdruck gebracht.
Wie erwähnt, sind im dargestellten Ausführungsbeispiel (s. auch Fig. 6 und 7) Druckplatten
26 mit einer Höchstzahl von acht Zeilen vorgesehen, die je durch ein Gummidruckkissen
51/1 bis 51/8 abgedruckt werden.
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Jene Platten 28/i, die hingegen von ihren Haken 5511 nicht
befreit wurden, bleiben bei Drehung der Welle 23 auch dann in angehobener Stellung,
wenn die entsprechenden Kurvenscheiben 25/i die Zähne 65/i freigeben.
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Es ergibt sich daraus, daß der Abdruck einer ganzen Druckplatte bzw.
einzelner Zeilen derselben durch die genannten Elektromagneten 63/i vorbereitet
bzw. verhindert wird. Auf die Steuerung dieser Magneten wird nachfolgend näher zurückgekommen.
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In Fig. 20 sind die unterhalb der Abdruckebene 1 der Maschine angeordneten
Organe sichtbar. Das Farbband 10 wird in bekannter Weise durch eine Pleuelstange
96 bewegt, die mit einem Exzenter 97 verbunden ist, der auf einer Welle 98 befestigt
ist, welche über das Kegelräderpaar 99, 100 von einem Motor mit Untersetzungsgetriebe
angetrieben wird.
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Die sich ständig drehende Welle 98 steuert mittels zweier Nocken 130,
131 (s. Fig. 20) zwei Kontakte 130/1 bzw. 131/1, deren Schließzeiten, bezogen auf
eine volle Umdrehung der Welle 98 (360°), in Fig. 13 mit stark ausgezogenen Linien
ersichtlich sind.
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Wie noch erläutert wird, haben diese Kontakte die Aufgabe, die Abstimmung
der Vorschub- und Abdruckphasen sicherzustellen.
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Die Welle 98 treibt ferner mittels eines Exzenters 148 die Auswahlvorrichtung
8 der Druckplatten an, welche nachfolgend noch näher erläutert wird.
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Aus Fig. 20 geht hervor, daß sowohl das Farbband 10 als auch die Auswahlvorrichtung
8 je Umdrehung der Welle des Untersetzungsgetriebes 101 einen Vorschubimpuls erhalten.
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Das Getriebe 101 treibt ferner über eine nach einer vollen Umdrehung
selbsttätig auskuppelnde, von einem Magneten 103 gesteuerte Kupplung 102 eine Welle
160 an, an der ein Exzenter 104 befestigt ist, der mittels einer Pleuelstange
105 hin- und herdreht, welche über ein Kegelräderpaar 107,108 einen Hebel
109 hin- und herschwenkt, mit welchem der Druckplattenvorschubschlitten 110 verbunden
ist. Die Welle 160 trägt ferner Nocken 78, 88 und 132, mittels welcher Kontakte
78/1, 88/1, 132/1 gesteuert werden, deren Schließzeiten ebenfalls im Schaubild der
Fig.13 dargestellt sind und auf deren Zweck nachfolgend noch näher eingegangen wird.
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Die Elektromagneten 63/i gehören einer elektrischen Schalteinrichtung
an, die in Fig.12 schematisch dargestellt ist und deren Wirkungsweise an Hand des
Schaubildes der Fig. 13 besser verständlich wird.
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Im Schaltschema der Fig. 12 ist ein Buchsenfeld 75 ersichtlich, das
eine erste Reihe von Buchsen 76, eine zweite Reihe von vierundzwanzig Buchsen 80/1
bis 80/24, eine dritte Reihe von ebenfalls vierundzwanzig Buchsen 801/1 bis 801/24
und schließlich eine vierte Reihe von Buchsen umfaßt, wobei diese vierte Buchsenreihe
in vier Gruppen unterteilt ist. Eine dieser Gruppen umfaßt acht Buchsen 82/1 bis
82/8, die zweite Gruppe umfaßt einige Buchsen N, die dritte Gruppe einige Buchsen
P und schließlich die vierte Gruppe acht Buchsen 83/1 bis 83/8.
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Die erste Reihe Buchsen 76 kann über einen Kontakt 78/1 aus einer
Transformatorgleichrichterschaltung 77 positive Spannung erhalten, und sämtliche
Buchsen 76 dieser Reihe sind untereinander elektrisch verbunden. Der Kontakt 78/1
wird durch einen Nocken 78 geöffnet und geschlossen.
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Die Buchsen 76 können mittels steckbarer Verbindungskabel, von denen
in Fig. 12 eines dargestellt und mit 161 bezeichnet ist, jede mit einer der Buchsen
80/1 bis 80/24 elektrisch verbunden werden.
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Zwischen jeder Buchse der Buchsenreihe 80I1 bis 80/24 und der
entsprechenden Buchse der Buchsenreihe 801/1 bis 801/24 (z. B. zwischen der Buchse
80/3 und der Buchse 801/3) liegt ein Arbeitskontakt, der mittels eines Reiters an
einer Druckplatte (beispielsweise der Reiter der die dritte Reihe der Platte kennzeichnet)
geschlossen werden kann.
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Die Buchsen 801/1 bis 801/24 stellen somit die Ausgänge dieser Arbeitskontakte
dar und können ihrerseits mittels steckbarer Verbindungsschnüre von Hand aus mit
den Buchsengruppen 82/1 bis 82/8, N, P und 83/1 bis 83/8 verbunden werden.
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Die Buchsen P sind untereinander und mit einem Ende der Wicklung eines
Relais 81 verbunden, dessen anderes Wicklungsende über einen Widerstand 87 mit dem
negativen Pol der Transformatorgleichrichtergruppe 77 verbunden ist. Das Relais
81 besitzt neun Arbeitskontakte 81/1 bis 81/9. Der Kontakt 81/1 ist ein Haltekontakt
für das Relais 81, um es, nachdem es zum Ansprechen gebracht wurde, weiter zu halten,
auch wenn von den Buchsen P kein Strom mehr zugeführt wird. Der Haltestromkreis
für das Relais 81 führt jedoch außer über den genannten Haltekontakt auch über einen
weiteren Arbeitskontakt 88/1, der von einem Nocken 88 gesteuert wird, welcher wie
der Nocken 78 zur Steuerung des genannten Kontaktes 78/1 auf der Welle 160 zur Vorschubbetätigung
der Druckplatten sitzt (s. Fig. 20). Die Welle 160 ist mit der Welle 23 synchronisiert,
auf welcher der Nocken 89 sitzt, auf den später noch zurückgekommen wird (s. Fig.
2).
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Die Buchsen N sind ebenfalls untereinander und mit der Wicklung des
Relais 81 verbunden, jedoch am anderen Wicklungsende als die Verbindung zu den Buchsen
P.
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Die Buchsen 83/1 bis 83/8 sind mit acht Relais 84./1 bis 84/8 verbunden,
und zwar ist jeder Buchse eines dieser Relais zugeordnet, wobei in die jeweiligen
Verbindungsleitungen je ein Gleichrichter 85/1 bis 85/8 eingeschaltet ist, der den
Stromfluß nur von der Buchse zum zugehörigen Relais und nicht umgekehrt zuläßt.
Das andere Ende der Relaiswicklungen ist über je einen Widerstand 86/1 bis 86/8
mit dem Negativpol verbunden und ferner an je eine der Buchsen 821 bis 82/8 angeschlossen.
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Jedes der Relais 84/i (i = 1, 2 ... 8) besitzt zwei
Arbeitskontakte, die mit 841/1 bis 84 8/1 und mit 841/2 bis 84 8/2 bezeichnet sind.
Die Relaiskontakte 84 rls (worin s = 1, 2 und r = 1, 2 ...
8 ist) werden nachfolgend verschiedentlich in dieser allgemeinen Form bezeichnet,
in der der Index r die Zugehörigkeit zum entsprechenden Relais und der Index s die
Zugehörigkeit zu einer der beiden Kontaktreihen angibt.
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Beispielsweise entsprechen dem Relais 84/5 die beiden Kontakte 84
511 und 84 5/2, die je einer der beiden Kontaktreihen angehören.
Die
Kontakte 841/1 bis 84 8/1 sind Haltekontakte der entsprechenden Relais
84/1 bis 84/8 und halten die Relais im erregten Zustand, auch wenn.
über die Buchsen 83/1 bis 83/8 keine Spannung anliegt. Die Relais halten
sich daher selbsttätig über den geschlossenen Arbeitskontakt 88/1, ähnlich wie dies
bereits für das Relais 81 beschrieben wurde.
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Im Schaltschema sind auch die Wicklungen der acht Elektromagneten
63/1 bis 63/8 eingezeichnet, von denen jeder, wie ersichtlich, durch zwei der oben
erläuterten Kontakte (die parallel liegen) erregt werden kann, und zwar durch die
Kontakte 81/2 bis 81/9 des Relais 81 und durch die Kontakte 841/2 bis 84 8/2 der
Relais 84.!i.
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Beispielsweise kann der Elektromagnet 63/4 durch den Arbeitskontakt
81/5 oder durch den Arbeitskontakt 84 4/2 erregt werden. Die Erregung
sämtlicher Elektromagneten 63/i wird jedoch noch durch einen gemeinsamen Arbeitskontakt
89/1 kontrolliert, der durch den auf der Welle 23 sitzenden Nocken 89 gesteuert
wird.
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Im Schaltschema ist ferner die Wicklung 22 eingezeichnet, in deren
Stromkreis ein Schalter 14/1 liegt; wenn derselbe geschlossen ist, wird - wie bereits
erwähnt - bei jedem Arbeitszyklus der Maschine die Wicklung 22 erregt, weiche über
die Kupplung 21 eine volle Umdrehung der Welle 23 bewirkt.
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Der durch den Druckschalter 15 betätigte Kontakt 15/1 schaltet, wie
aus dem Schaltschema hervorgeht, einen Elektromagneten 103 ein.
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Der durch den Druckschalter 16 betätigte Kontakt 16/1 schaltet ein
Relais 133 ein, wenn der mit ihm in Reihe liegende, von einem Nocken 131 gesteuerte
Arbeitskontakt 131/1 geschlossen ist.
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Das Relais 133 besitzt drei Arbeitskontakte 133/1, 133/2 und 133/3,
von denen der Kontakt 133/1 ein Haltekontakt für das Relais ist, das über diesen
Kontakt sowie über den durch den Nocken 130 gesteuerten Kontakt 13011 erregt
gehalten wird.
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Der Kontakt 132/2 gestattet im geschlossenen Zustand über einen Arbeitskontakt
132/1 die Erregung der Magnetwicklung 22. Der Kontakt 132/1 wird durch einen auf
der Welle 1.60 sitzenden Nocken 132
gesteuert.
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Der Kontakt 133/3 des Relais 133 gestattet schließlich im geschlossenen
Zustand die Erregung der Magnetwicklung 103.
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Im Schaubild der Fig. 13 sind die Schließzeiten der verschiedenen
Kontakte angegeben.
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Das Intervall von 0 bis 360° entspricht einer vollen Umdrehung der
Welle 23.
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Es ist ersichtlich, daß der Nocken 78 den Kontakt 78/1 im Intervall
von 170 bis 190°, der Nocken 88 den Kontakt 88/1 im Intervall von 0 bis 160° und
von 173 bis 360° und der Nocken 89 den Kontakt 89/1 im Intervall von 110 bis 160°
geschlossen hält.
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In der mit 90 bezeichneten Zeile sind ferner die aufeinanderfolgenden
Intervalle angegeben, in denen der Abdruck der acht Zeilen einer Druckplatte stattfinden
kann, wobei die voll ausgezogenen kurzen Abschnitte die Zeiten angeben, welche die
aufeinanderfolgenden Druckkissen 51/i benötigen, um mit den zugehörigen Zeilen
der Druckplatte in Berührung zu kommen, nachdem die Zähne 65/i nacheinander
durch die Kurvenscheiben 25/i freigegeben wurden.
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Der erste Abdruck beginnt bei 120°, der letzte endet bei 160°. Die
Schließdauer des Kontaktes 131/1 durch den Nocken 131 erstreckt sich von
310 bis 355°, jene des Kontaktes 130/1 durch den Nocken 130 von 310
bis 30° des folgenden Arbeitskreislaufes und jene des Kontaktes 132/1 durch den
Nocken 132 von 5 bis 30°.
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Schließlich gibt die letzte Zeile des Schaubildes das Intervall an,
in dem die Druckplatten vorgeschoben werden; dieses Intervall erstreckt sich von
210 bis 360°.
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Bei Betätigung des den Abdruck und den Vorschub der Druckplatten auslösenden
Druckschalters 16 wird sein Kontakt 16/1 geschlossen, über den während der Schließdauer
des Kontaktes 131/1 das Relais 133 erregt wird, das seine drei Arbeitskontakte 133/1/2/3
schließt. Über den ersten Kontakt hält sich das Relais weiter, so lange der Kontakt
130/1 geschlossen ist.
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Mittels des Kontaktes 133/3 wird der Magnet 103 erregt, welcher im
folgenden Arbeitskreislauf dann den Plattenvorschub bewirkt.
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Der Kontakt 133/2 bewirkt während der Schließzeit des Kontaktes 132/1
die Erregung des Elektromagneten 22, der die Drehung der Welle 23 kontrolliert.
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Auf diese Weise sind der Vorschub und Abdruck der Druckplatten genau
aufeinander abgestimmt, wie es beim Betrieb der Maschine erforderlich ist.
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Will man eine Druckplatte zum Abdruck bringen, ohne den Vorschub auszulösen,
ist der Druckschalter 14 zu betätigen, der den Elektromagnet 22 erregt, ohne daß
auch der Vorschubmagnet 103 erregt wird.
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Sollen schließlich die Platten vorgeschoben werden, ohne abgedruckt
zu werden, dann ist der Druckschalter 15 zu drücken, welcher mittels seines Kontaktes
1511 nur den Magnet 103 erregt.
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Es werden nun einige Beispiele der Wirkungsweise der bisher beschriebenen
Einrichtungen der erfindungsgemäßen Adressendruckmaschine erläutert.
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Diese Beispiele beziehen sich auf Druckplatten mit acht Zeilen, wie
in den Fig. 6 und 10 dargestellt, welche entweder vollständig (Fig. 7) oder nur
teilweise, d. h. in einigen Zeilen zum Abdruck gebracht werden können.
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Es sei zunächst angenommen, daß eine ganze Druckplatte abgedruckt
werden soll, die in Stellung 1 mit einem Reiter versehen ist.
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Man verbindet mittels einer Verbindungsschnur eine der Buchsen 76
mit der Buchse 80/1 und mit einer zweiten Schnur die Buchse 801/1 mit einer beliebigen
Buchse P.
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In der Auswahlstellung längs der Vorschubbahn 5 schließt der Reiter
an der Druckplatte den Arbeitskontakt zwischen den Buchsen 80/1 und 801/1.
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Infolgedessen wird, wenn zu Beginn des Intervalls 170 bis 180° (Fig.
13) der Kontakt 78/1 geschlossen wird, das Relais 81 erregt, das seine neun Kontakte
81/1 bis 81/9 schließt.
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Nach dem Ende des genannten Intervalls 170 bis 180° öffnet sich der
Kontakt 78/1 wieder, so daß die Relaiswicklung 81 nicht mehr über die Buchse P gespeist
wird, sondern über den Haltekreis, der über die Kontakte 81/1 und 88/1 führt (letzterer
Kontakt ist in diesem Zeitpunkt, wie Fig.13 zeigt, geschlossen).
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Die Kontakte des Relais 81 bleiben somit geschlossen, darunter auch
die den acht Magneten 63/i entsprechenden Kontakte 81/2 bis 81/9.
Im
darauffolgenden Arbeitszyklus wird von 110° an (Fig. 13) der Kontakt 89/1 geschlossen,
so daß die acht Magneten 63/i über die geschlossenen Kontakte 81/2 bis 81/9 erregt
werden können. Dies hat zur Folge, daß ihre Anker 62/i über die Zugglieder 61/i
die acht Haken 55/i verschwenken, so daß die acht Platten freigegeben werden.
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Unmittelbar darauf werden im Intervall von 120 bis 160° in aufeinanderfolgenden
Augenblicken die Zähne 65/i der Platten 28/i durch die Kurvenscheiben
25/i freigegeben, so daß die Platten 28/i alle, und zwar eine nach der anderen,
unter der Wirkung der Federn 52/i und 52'/i nach unten gezogen werden.
Auf diese Weise führen alle acht Druckkissen 51/i
den Abdruck der acht Zeilen
der Druckplatte aus.
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Im beschriebenen Beispiel war angenommen worden, daß an der Druckplatte
ein Reiter in der Stellung 1 angebracht sei. Wäre der Reiter hingegen in einer anderen
Stellung an der Druckplatte angebracht worden, beispielsweise in der dritten Stellung,
dann wäre durch die Verbindung einer Buchse 76 mit der Buchse 80/1 und der Buchse
801I1 mit einer Buchse P das Relais 81 nicht zum Ansprechen gebracht worden, da
der Arbeitskontakt zwischen den Buchsen 80/1 und 801/1 nicht geschlossen worden
wäre. Infolgedessen wäre die Druckplatte, welche von der Auswahlstellung in die
Abdruckstellung gelangte, nicht zum Abdruck gekommen.
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Mit dem Reiter in der dritten Stellung an der Druckplatte kann man
den Abdruck der gesamten Platte erzielen, wenn man hingegen eine der Buchsen 76
mit der Buchse 80/3 und die Buchse 801/3 mit einer Buchse P verbindet.
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Es sei nun der Fall angenommen, daß man von einer Druckplatte nur
eine Zeile, beispielsweise nur die erste Zeile abdrucken will. Hierzu bringt man
zunächst einen Reiter an der Druckplatte, beispielsweise in Stellung 1 an. Sodann
stellt man mittels steckbarer Verbindungsschnüre eine Verbindung zwischen einer
der Buchsen 76 und der Buchse 80/1 sowie zwischen der Buchse 801/1 und der Buchse
83/1 her. In der Auswahlstellung schließt der Reiter der Druckplatte den Arbeitskontakt
zwischen den Buchsen 80/1 und 801/1.
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Zu Beginn des Intervalls von 170 bis 190° schließt der Nocken 78 den
Kontakt 78/1 (wie beim vorherigen Beispiel), so daß das Relais 84/1 erregt wird
und seine Kontakte 841/1 und 841/2 schließt. Über den Kontakt 841/1 hält sich das
Relais 84/1 für die Dauer der Schließzeit des Kontaktes 88/1 (Fig. 13).
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Wenn die Druckplatte sodann von der Auswahlstellung in die Abdruckstellung
gelangt, wird im nächsten Zyklus zu Beginn des Intervalls von 110 bis 160° der Kontakt
89/1 geschlossen und der Elektromagnet 63I1 erregt. Dabei wird die Platte 28/1 vom
Haken 55/1 befreit und der Abdruck der ersten Zeile vorbereitet. Der Abdruck erfolgt,
wie beim vorherigen Beispiel, im Intervall von 120 bis 160°, in dem der Kontakt
89/1 immer geschlossen ist.
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Auf analoge Weise kann der Abdruck mehrerer Zeilen einer Druckplatte
hervorgerufen werden. Will man beispielsweise die dritte und fünfte Zeile zum Abdruck
bringen, dann müssen an der Druckplatte zwei Reiter, beispielsweise in der dritten
und vierten Stellung angebracht werden.
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Es sind weiter eine Buchse 76 mit der Buchse 80/3 und eine andere
Buchse 76 mit der Buchse 80/5 zu verbinden, und die Buchse 801/3 ist mit der Buchse
83/3 und die Buchse 83/5 zu verbinden. Durch die beiden Reiter an der Druckplatte
werden die Relais 84/3 und 84/5 zum Ansprechen gebracht, welche ihre Kontakte 84
3/1 und 84 3/2 bzw. 84 5I1 und 84 5/2 schließen.
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Über ihre Kontakte 84 3/1 und 84 5/1 halten sich die Relais selbst,
solange der Kontakt 88/1 geschlossen ist. Wenn der Kontakt 89/1 geschlossen wird
(Intervall von 110 bis 160°), werden sodann die Elektromagneten 63/3 und 63/5 erregt,
und im Intervall von 120 bis 160° werden die Zeilen drei ind fünf der betreffenden
Druckplatte abgedruckt.
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Die Fig. 8, 9 und 11 betreffen ein Beispiel, in dem die zweite, dritte
und achte Zeile der in Fig. 10 dargestellten Druckplatte abgedruckt werden. Die
abgedruckten Zeilen (vom oberen Rand der Druckplatte gezählt) sind in Fig. 11 dargestellt.
Ihr Abdruck erfolgt durch die Platten 28/2, 28/3 und 28I8.
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In Fig. 8 ist die Platte 28/3 gesenkt, da der Magnet 63/3 erregt wurde,
während die Platte 28/4 angehoben ist, da der Magnet 63/3 nicht erregt wurde.
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Es sei nun ein etwas komplizierter Fall in Betracht gezogen, in dem
außer den Verbindungen zwischen einer Buchse 76 und der Buchse 80!1 und zwischen
der Buchse 801/1 und einer Buchse P auch eine Buchse 76 mit der Buchse 80/2 und
die Buchse 801/2 mit einer Buchse N verbunden sein sollen. Ferner sei angenommen,
daß sich in der Auswahlstellung eine Druckplatte befindet, die sowohl in der Stellung
1, als auch in der Stellung 2 mit einem Reiter versehen ist.
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In diesem Fall wird beim Schließen des Kontaktes 78/1 sowohl an die
Buchsen N als auch an die Buchsen P Spannung angelegt. Es wird somit an beide Wicklungsenden
des Relais 81 die gleiche Spannung angelegt und das Relais wird daher nicht erregt.
Demzufolge wird keiner der Magneten 63/i erregt, und die Druckplatte wird nicht
abgedruckt.
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Dies ist ein Beispiel der Wirkungsweise der negativen Auswahl, deren
praktische Verwendung sehr häufig vorkommt.
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Es sei nun angenommen, daß man nur eine Zeile einer Druckplatte abdrucken
will, wobei negative und positive Auswahl kombiniert werden sollen.
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Hierzu werden eine Buchse 76 mit der Buchse 80/1, die Buchse 801/1
mit der Buchse 83/1, ferner eine andere Buchse 76 mit der Buchse 80/2 und die Buchse
801/2 mit der Buchse 82/1 verbunden.
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In der Auswahlstellung befände sich eine Druckplatte mit einem Reiter
in Stellung 1 und mit einem zweiten Reiter in Stellung 2.
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Sobald der Kontakt 78/1 geschlossen wird, gelangt Strom an die Buchsen
83/1 und 82/1, so daß gleichzeitig beide Enden der Wicklung des Relais 84/1 an Spannung
gelegt werden und das Relais nicht anspricht. Wenn die Druckplatte von der Auswahlstellung
in die Druckstellung gelangt, wird also keine Zeile abgedruckt. Hätte die Druckplatte
jedoch nur einen Reiter in Stellung 1 gehabt, dann wäre die Zeile Eins abgedruckt
worden.
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Auch diese Möglichkeit der kombinierten positiven und negativen Auswahl
ist bei der praktischen Verwendung der Maschine sehr nützlich.
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Was die Kennzeichnung der Druckplatten anbelangt, so können sie beispielsweise
mit Reitern versehen werden, von denen jeder einer oder zwei Auswahlstellen entsprechen
kann. Der Reiter 163 (Fig. 22) ist mit einer Fahne für eine Auswahlstelle versehen,
desgleichen die in Fig. 10 an der Druckplatte links
und rechts angebrachten
Reiter, während der mittlere Reiter eine breitere Fahne besitzt, die für zwei Auswahlstellen
dient.
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Im vorliegenden Fall ist angenommen, daß an den Druckplatten zwölf
Reiter angebracht werden können, so daß vierundzwanzig Auswahlstellen möglich sind.
Die Anbringung der Reiter 163 an den Druckplatten 26 ist an sich bekannt und übrigens
aus Fig. 22 klar ersichtlich.
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Die genannten vierundzwanzig Auswahlstellen entsprechen den vierundzwanzig
Buchsen 80/1 bis 80/24 und 801/1 bis 801/24 bzw. den zwischen diesen Buchsen angeordneten
Arbeitskontakten, welche durch die Reiter an den Druckplatten geschlossen werden
können, wenn sich die Druckplatten längs ihrer Vorschubbahn 5 (Fig. 1) in der Stellung
8 befinden.
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Die Vorrichtung, welche die Kontakte zwischen den Buchsen 80/1 bis
80/24 und 801/1 bis 801/24 vermittels der Reiter an den Druckplatten zum Schließen
bringt, ist in Fig. 21 näher dargestellt.
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Bei jedem Arbeitszyklus der Maschine führt die Welle 98 eine volle
Umdrehung aus und bewirkt dabei mittels eines Exzenters 148 und eines Hebels 140
eine Aufundabbewegung einer Platte 141. In der angehobenen Stellung liegt die Platte
141 mit ihrem Ende auf eine Isolierhülse 142/'k (k =1, 2 ... 24) auf,
die an einer Stange 143/k angebracht ist.
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Jede der vierundzwanzig Stangen 143/k besitzt eine Feder
144/k, die bestrebt ist, die betreffende Stange nach oben zu verschieben.
Jeder Stange 143/k ist ferner ein Kontaktpaar zugeordnet, und zwar ein fester Kontakt
152/k und ein an einer Blattfeder 146/k angebrachter beweglicher Kontakt
1511k.
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Die beiden Kontakte sind elektrisch mit den Buchsen 80 1i
k bzw. 80/k (k =1, 2 ... 24) verbunden. Die vierundzwanzig Stangen
143/k entsprechen den möglichen vierundzwanzig Auswahlstellen, welche durch die
Teile der Reiter an den Druckplatten festgelegt sind. Wenn bei Drehung der Welle
98 und beim Anheben der Platte 141 die Stange 143/k einen dieser Teile der Reiter
vorfindet, dann bleiben die Kontakte 151/k und 152/k geschlossen.
Ist hingegen kein Teil eines Reiters 163 vorhanden, dann kann die Stange 143/k durch
ihre Feder 144/k nach oben verschoben werden, wobei der Rand 149/k der Hülse 142/k
das Ende der Blattfeder 146/k ergreift und anhebt, so daß die Kontakte
151/k und 152/k geöffnet werden.
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Je nachdem, ob die Kontakte zwischen den Buchsen 80/k und 801/k geschlossen
oder geöffnet sind, wird beim Schließen des Kontaktes 78/1 von den Buchsen 80/k
zu jenen 801/k Strom fließen oder nicht.
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In den Fig. 14 und 15 ist eine andere Ausführungsform dargestellt,
bei der die Auswahl der von einer Druckplatte abzudruckenden Zeilen von Hand aus
durchgeführt wird.
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Hier ist der Haken 551i (i=1, 2 ... 8) mittels eines
Zugstabes 120/i mit einem Hebel 121/i verbunden, welcher Zugstab im Punkt 66/i an
besagtem Hebel angelenkt ist, der frei um eine ortsfeste Achse 67 schwingbar ist.
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Am unteren verbreiterten Ende besitzt der Hebel 121/i zwei Kerben
681i und 69/i, in die eine Feder 70/i einrasten kann, welche an einem quadratischen,
zwischen den Seitenwänden 42, 43 befestigten Stab 71 angebracht ist. Das obere Ende
72/i des Hebels 121/i ragt über eine kammartige Führungsleiste 73 hinaus, die an
einem Stab 74 befestigt ist.
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In der in Fig. 14 dargestellten Lage ist die Feder 70/i in
die Raste 69/i des zugehörigen Hebels 121/i eingerastet, wobei die zugehörige Platte
28/i vom Haken 55/i gehalten wird.
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Wird das Hebelende 72/i von Hand aus in die in Fig. 15 gezeigte Lage
gebracht, dann wird die Platte 28/i vom Haken 55/i freigegeben und kann,
wenn auch die zugehörige Kurvenscheibe 25/i den Zahn 65/i freigibt,
zur Durchführung des Abdruckes der entsprechenden Zeile der Druckplatte nach unten
schnellen.
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Durch Betätigung der acht Hebel 121/i im einen oder anderen Sinn kann
man somit die abzudrukkenden Zeilen auswählen. Diese Handeinstellung zur Zeilenauswahl
kann beispielsweise für eine Reihe abzudruckender Druckplatten bestehenbleiben.
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Weitere Ausführungsvarianten .der Einrichtung zum Abdruck der Zeilen
der Druckplatten sind in den Fig. 16, 17 und 18, 19 dargestellt.
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Das Ausführungsbeispiel nach den Fig. 16, 17 sieht zur Steuerung der
Abwärtsbewegung der Druckkissenträgerplatten 28/i wieder Kurvenscheiben 25/i vor,
die an der Welle 23 befestigt sind. Diese Kurvenscheiben wirken hier jedoch nicht
unmittelbar auf die Platten 28/i, sondern mittels eines dreiarmigen Hebels 93/i,
der um eine Achse 125 schwenkbar ist und an einem Arm die Platte 28/i trägt. Auf
den zweiten, im wesentlichen senkrecht stehenden Arm des Hebels 93/i wirkt eine
Feder 94/i, die am betreffenden Hebelarm und an einem quadratischen Querstab 126
befestigt ist, derart ein, daß sie bestrebt ist, den Hebel im Gegenuhrzeigersinn
(in Fig. 16) um die Achse 125 zu drehen. Der dritte Hebelarm kann am Profil der
Kurvenscheibe 25/i anliegen. Auf das Ende des senkrechten Hebelarmes wirkt
ein um eine ortsfeste Achse 127 schwenkbarer Haken 92/i ein, der mittels eines Zylinders
128/i mit dem Anker der Magneten 63/i verbunden ist. In der Lage nach Fig. 16 hält
der Haken 92/i den Hebel 93/i fest.
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Gibt die Kurvenscheibe 25/i bei ihrer Drehung das auf sie aufliegende
Ende des Hebelarmes frei, dann kann sich der entsprechende Hebel 93/i unter der
Wirkung der Feder 941i verdrehen, wenn er nicht vom zugehörigen Haken 92/i festgehalten
wird. Die Steuerung der Magneten 63/i, die auf die Haken 92/i einwirken, erfolgt
in gleicher Weise, wie unter Bezugnahme auf Fig. 12 bereits beschrieben.
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Nach dem Ausführungsbespiel der Fig. 18, 19 ist ebenfalls je Platte
28/i ein dreiarmiger Hebel 93/i vorgesehen, der an einem Arm wieder mittels eines
Hakens 1301i festgehalten bzw. freigegeben werden kann, während die eigentliche
Herbeiführung des Abdruckes nicht durch eine Kurvenscheibe, sondern durch einen
Hebel 95/i gesteuert wird. Die Haken 130/i und die Hebel 951i können im Uhrzeigersinn
gedreht werden, um den Abdruck der entsprechenden Zeile herbeizuführen.