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Handbremsbetätigungsvorrichtung, insbesondere für Kraftfahrzeuge Die
Erfindung betrifft eine Handbremsbetätigungsvorrichtung, insbesondere für Kraftfahrzeuge,
mit einem Bremshebel, an dem im Bereich der Lagerstelle eine von einem Handgriff
der Bremse her lösbare federbelastete Ratschenklinke gelagert ist, die mit einem
am Lagerbock für den Bremshebel befindlichen Sägezahnsegment zusammenwirkt, wobei
am Lagerbock noch ein zweites, im wesentlichen kreisbogenförrniges und an einer
Stelle eine Raste für ein weiteres auslösbares Verriegelungsmittel aufweisendes
Führungssegment angeordnet ist, so daß beim Betätigen der Bremse nach einem vorbestimmten
Weg ein größeres übersetzungsverhältnis eingeschaltet wird.
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Als feststellbare Bremsbetätigungsvorrichtung werden auch an Fahrzeugen
in der Regel einfache Handbremshebel mit nur einer übersetzung des Hebels oder mit
sogenannten Ratschen verwendet, bei denen der Bremshebel zum Bremsen mehrmals betätigt
werden kann. Nachteilig ist bei der erstgenannten Bremsausführung, daß sich zum
Feststellen der Bremse ein verhältnismäßig langer Handbetätigungsweg ergibt, wenn
die erforderliche Betätigungskraft nicht zu hoch liegen soll. Bei der letztgenannten
Bremsenausführung ist wiederum ungünstig, daß der Handbremshebel mehrfach betätigt
werden muß, bis eine gewünschte Festbremsung gewährleistet ist. Ähnlich ungünstig
sind auch andere bekannte Bremsbetätigungsvorrichtungen, bei denen zur Vermeidung
eines zu langen Handbetätigungsweges zwei verschiedene Handbetätigungsstellen vorgesehen
sind, von denen her mit unterschiedlichen übersetzungsverhältnissen auf das Bremsgestänge
eingewirkt werden kann.
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Es sind auch schon eingangs genannte Handbremsbetätigungsvorrichtungen
bekanntgeworden, bei denen im Verlaufe der Schwenkbewegung des Bremshebels dessen
übersetzungsverhältnis durch einen zusätzlichen, an der Lagerstelle des Bremshebels
gelagerten Winkelhebel geändert wird, an dessen längerem Hebelarm das Bremsgestänge
angelenkt ist. Vom kürzeren Hebelarm des Winkelhebels geht ein parallel zum Bremshebel
nach dessen freiem Ende hin ragendes Gestänge aus, an dem ein am oberen Ende des
Bremshebels gelagerter weiterer Winkelhebel mit seinem einen, kürzeren Hebelarm
angreift, während der andere Hebelarm als Handgriff ausgebildet ist. Im übrigen
kann der erstgenannte Winkelhebel am Bremshebel entsprechend einer durch das Betätigungsgestänge
in Abhängigkeit von seiner Winkelstellung gesteuerten Verriegelungsvorrichtung verriegelt
werden. Die Anordnung ist im einzelnen so getroffen, daß beim Betätigen des genannten
Handgriffes zunächst lediglich die beiden Winkelhebel gegenüber dem in seiner Ausgangsstellung
verbleibenden Bremshebel bei einem großen übersetzungsverhältnis geschwenkt werden,
während die Winkelhebel nach Zurücklegung eines bestimmten Winkelweges starr mit
dem Bremshebel gekuppelt werden, so daß nunmehr die weitere Bremsbetätigung unter
einer Schwenkung des ganzen Bremshebels mit entsprechend verkleinertem übersetzungsverhältnis
rrfolgt. Nachteilig ist bei dieser Betätigungsvorrichtung je-
doch, daß bei
ihr zur übertragung der Betätigungskraft vom Handgriff bis zum eigentlichen Bremsgestänge
nicht weniger als fünf kraftbelastete Lagerstellen erforderlich sind und
im Falle der Ausbildung der Vorrichtung mit einem Stockhebel sogar sechs solche
Lagerstellen benötigt werden. Damit fällt die bekannte Betätigungsvorrichtung verhältnismäßig
kompliziert und störanfällig aus.
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Es ist auch schon eine weitere Handbremsbetätigungsvorrichtung bekanntgeworden,
bei der der kürzere Hebelarm des als Doppelhebel ausgebildeten Bremshebels aus zwei
zueinander schwenkbaren Teilen besteht, die eine Änderung der wirksamen Länge dieses
Hebelarmes zulassen. Abgesehen davon, daß auch bei dieser Vorrichtung die Kraftübertraguilg
bei einer Ausrüstung mit einem Stockhebel mindestens -über vier kraftbelastete Lagerstellen
erfolgt, ist die richtige Wirkung dieser in keiner praktischen Ausführung bekanntgewordenen
Vorrichtung unklar.
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Der Erfindung hegt die Aufgabe zugrunde, die vorgenannten Mängel zu
beheben und die eingangs genannte Handbremsbetätigungsvorrichtung so zu verbessern
>
daß die arigestrebte Übersetzungsänderung und Verkürzung des Handbetätigungsweges
mit einfacheren und womöglich zugleich zuverlässiger wirksamen Mitteln erreicht
wird.
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Die gestellte Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Ratschenklinke an einem Lagerbolzen gelagert und außer diesem am Bremshebel noch
ein zweiter Lagerbolzen vorgesehen ist, der gegenüber dem ersten nach dem Angriffspunkt
der Handbetätigungskraft hin versetzt ist und eine weitere, das weitere Verriegelungsmittel
bildende Klinke trägt, die durch eine Schraubenzugfeder nach dem der Sägeverzahnung
gegenüberliegenden Führungssegment hin vorgespannt ist, in dessen Raste diese Klinke
bei gelöster Bremse einrastet, wobei der Krümmungsmittelpunkt des Sägezahnsegmentes
der zweite Lagerbolzen in der Stellung bei eingerasteter weiterer Klinke ist und
das Führungssegment einen Krümmungsmittelpunkt aufweist, der im Bereich des in seiner
Bremsstellung befindlichen, Lagerbolzens lieg und wobei ferner der Lagerbock an
den Stellen der beiden Lagerbolzen Langlöcher aufweist, die beim Betätigen des Bremshebels
einen Wechsel der Schwenkachse des Bremshebels zwischen den beiden Lagerbolzen zulassen,
und wobei schließlich der Bremshebel in seiner Bremsstellung noch durch eine gesonderte,
an sich bekannte Vorrichtung festlegbar ist.
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Bei einer solchen Ausbildung der Handbremsbetätigungsvorrichtung erfolgt
die Kraftübertragung selbst bei Anwendung eines Stockhebels nur über drei kraftbelastete
Lagerstellen, und die Konstruktion kann dementsprechend einfach und unempfindlich
ausgeführt werden.
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Damit die den beiden übersetzungsverhältnissen zugeordneten Handbetätigungswege
auch an einer vorhandenen Ausführung der erfindungsge»äßen Betätigungsvorrichtung
noch geändert und den praktischen Bedürfnissen angepaßt werden können, ist gemäß
einer bevorzugten Ausführungsforin der Erfindung die die weitere Klin e in die Raste
des Füh- 4 rungssegmentes vorspannende Federkraft einstellbar und unabhängig von
anderen Feder- oder Bremskräften, was z. B. im einzelnen dadurch ermöglicht sein
kann, daß die an der weiteren Klinke angreifende Fede'r zumindest klinkenseitig
an der Stelle eines zu-
gehörigen Hebelarmes der Klinke wahlweise in vom Drehpunkt
der Klinke unterschiedliche Abstände aufweisende Bohrungen oder ösen einhängbar
ist.
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Man kann den Wechsel zwischen den beiden übersetzungsverhältnissen
gewünschtenfalls auch an 5
einer beliebig wählbaren Stelle des Handbetätigungsweges
willkürlich vornehmen, wenn nach einer anderen Ausgestaltung der Erfindung das durch
die weitere Klinke gebildete und in an sich bekannter Weise vom Handgriff der Handbremsbetätigungsvorrichtung
her auslösbare weitere Verriegelungsmittel gegen die an der Klinke angreifende Schraubenzugfeder
aus der Raste des Führungssegmentes ausklinkbar ist.
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Bei einer Ausbildung der Handbremsbetätigungsvorrichtung mit einem
am Bremshebel angelenkten Stockhebel, an dem zum Festlegen der Bremse eine zahnstangenartige
Sägeverzahnung vorgesehen ist, die mit einer am Fahrzeugaufbau festgelegten Rastklinke
zusammenwirkt, wobei die Bremse durch Drehen des Stockhebels im Sinne eines Herausdrehens
der Sägeverzahnung aus dem Bereich der Rastklinke gelöst werden kann, kann erfindungsgemäß
der aus seiner mit der am Fahrzeugaufbau angeordneten RastkEnke zusammenwirkenden
mittleren Winkelstelhing in beiden Drehrichtungen herausdrehbare Stockhebel im Bereich
des den Stockhebel am Bremshebel anlenkenden Bolzens eine exzentrisch und zugleich
seitlich des Bremshebels verlaufende Lasche tragen, wobei eine einerseits an der
Ratschenkffi&e eingehängte Betätigungsstange andererseits in ein in etwa in
Längsrichtung dieser Betätigungsstange verlaufendes Langloch der Lasche eingehängt
ist, das bei eingerasteter Ratschenklinke und bei in seiner mittleren Winkelstellung
befindlichem angezogenen Stockhebel ein Drehen der Lasche nach der Betätigungsstange
hin bis zum Ausrasten der am Fahrzeugaufbau angeordneten Rastklinke aus der Sägeverzahnung
des Stockhebels zuläßt, über das aber bei einem umgekehrten Drehen von Lasche und
Stockhebel die Betätigungsstange im Sinne des Ausrastens der Ratschänklinke aus
dem Sägezahnseginent mitgenommen wird.
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Bei einer solchen Konstruktion läßt sich auch ein willkürliches Ausklinken
der weiteren Klinke leicht erreichen, wenn nach einer wiederum anderen Ausgestaltung
der Erfindung auch eine einerseits in die weitere Klinke eingehängte Betätigungsstange
andererseits in ein in etwa in Längsrichtung dieser Betätigungsstange verlaufendes
Langloch der Lasche eingehängt ist, das bei ausgerasteter weiterer Klinke ein Drehen
der Lasche und des angezogenen Stockhebels nach der Betätigungsstange hin bis zum
Ausrasten der am Fahrzeugaufbau angeordneten Rastklinke aus der Sägeverzahnung des
Stockhebels zuläßt, über das aber bei einem umgekehrten Drehen des in seiner noch
mehr oder weniger gelösten Stellung befindlichen Stockhebels die Betätigungsstange
im Sinne eines Ausrastens der weiteren Klinke aus der Raste des Führungssegmentes
mitgenommen wird.
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Da der Bremshebel bei der erfindungsgemäßen Lagerung über seine Lagerbolzen
wegen der dortigen Langlöcher des Lagerbockes nicht mehr allseitig geführt ist,
ist es nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besonders zweckmäßig, wenn
das Führungssegment ein vom Bremshebel durchsetztes und zu dessen undrehbaren Führung
dienendes.Langloch aufweist, wodurch das Führungssegment nicht nur zur Führung der
weiteren Klinke, sondern zugleich zur sicheren Führung des Bremshebels selbst dient.
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Andere Ausgestaltungen der Erfindung betreffen schließlich weitere
konstruktive Einzelheiten der erfindungsgemäßen Handbreinsbefätigungsvorrichtung.
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In den Zeichnungen ist die Erfindung beispielsweise veranschaulicht;
es zeigt Fig. 1 die erfindungsgemäße Handbremsbetätigungsvorrichtung in einer
Seitenansicht (bei gelöster Bremse), Fig. 2 dieselbe Handbremsbetätigungsvorrichtung
in einer Seitenansicht in Richtung des Pfeiles 11 der Fig. 1 (Teile
der Vorrichtung sind zur besseren Sichtbarmachung von Einzelheiten geschnitten dargestellt),
Fig. 3 einen Lagerbock -derselben Handbremsbefätigungsvorrichtung in einer
Ansicht in Richtung des Pfeiles III der Fig. 2, Fig. 4 denselben Lagerbock in einer
Ansicht von oben, Fig. 5 eine der Fig. 1 entsprechende Seitenansicht,
bei der sich ein Bremshebel der Handbremsbetätigungsvorrichtung jedoch in einer
Zwischenstellung befindet, bei der gerade das Übersetzungsverhältnis vergrößert
werden soll,
. Fig. 6 eine gleiche Seitenansicht,
bei der sich der Bremshebel jedoch in seiner Festbremsstellung befindet, Fig.
7 eine etwa der Fig. 1 entsprechende Ausschnittdarstellung, bei der
für eine Klinke der Vorrichtung eine etwas abgewandelte Spannvorrichtung vorgesehen
ist, Fig. 8 eine Ausschnittdarstellung der Fig. 1 mit einer abgewandelten,
für beide Klinken der Vorrichtung gemeinsam dienenden Spannvorrichtung.
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Die, dargestellte Handbrernsbetätigungsvorrichtung ist Bestandteil
einer Stockhandbremse mit einem Stockhebel 1, der am oberen Ende eines Bremshebels
2 angelenkt ist, der seinerseits an seinem unteren Ende, beispielsweise an einem
Zapfen 3, mit einem Bremsgestänge 4 verbunden ist. Das Bremsgestänge 4 führt
zu den zugeordneten eigentlichen Bremsen, die irgendeiner bekannten Ausführung entsprechen
können und deshalb nicht dargestellt sind.
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Wie insbesondere aus Fig. 2 hervorgeht, ist der Bremshebel 2 an einem
Lagerbock 5 der Handbremsbetätigungsvorrichtung über zwei an ihm festgelegte
Lagerbolzen 6 und 7 geführt, die jedoch nicht in üblichen Lagerbohrungen,
sondern in Langlöchem 8
und 9 des Lagerbockes 5 gelagert sind.
Diese Langlöcher 8 und 9 erstrecken sich gemäß Fig. 3 im wesentlichen
in waagerechter Richtung, so daß der Bremshebel mit seinen Lagerbolzen
6 und 7 in nachstehend noch näher beschriebener Weise entlang den
Langlöchem 8 und 9 geschwenkt werden kann.
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Während der Zapfen 3 vom Lagerbolzen 6 nur einen kleinen
Abstand aufweist, der bei einer Schwenkung des Bremshebels 2 um diesen Lagerbolzen
ein sehr großes übersetzungsverhältnis bei nur sehr kleinem Zapfenweg ergibt, beträgt
der Abstand des zweiten Lagerbolzens 7 vom Zapfen 3 ein Vielfaches
des vorgenannten Abstandes, so daß sich bei einer Schwenkung des Bremshebels 2 um
diesen Lagerbolzen ein erheblich größerer Zapfenweg bei zugleich wesentlich kleinerem
übersetzungsverhältnis ergibt.
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Damit der Schwenkpunkt des Bremshebels 2 im Verlaufe einer Brernsbetätigung
zwischen den beiden Lagerbolzen 6 und 7 gewechselt werden kann, sind
auf beiden Lagerbolzen Klinken gelagert, und zwar auf dem Lagerbolzen
6 eine Ratschenklinke 10 und auf dem Lagerbolzen 7 eine weitere
Klinke 11. Beide Klinken sind in nachstehend noch näher beschriebener Weise
durch Federkräfte in Längsrichtung des Bremshebels 2 nach voneinander abgelegenen
Seiten hin vorgespannt, wobei die untere Ratschenklinke 10
mit einem unter
ihr befindlichen Sägezahnsegment 12 und die weitere Klinke 11 mit einem über
ihr befindlichen Führungssegment 13 zusammenwirkt.
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Wie vor allem aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist der Bremshebel 2 an
seinem unteren Ende gegabelt, wobei der Lagerbolzen 6 die beiden Arme 2 a
und 2 b
der Gabel durchsetzt und die Ratschenklinke 10 zwischen
den beiden Armen aufnimmt. Der den Angriffspunkt für das Bremsgestänge 4 bildende
Zapfen 3 befindet sich dabei an einem unteren Ansatz 2 c des dem Lagerbock
5 abgelegenen Armes 2a der genannten Gabel. Die weitere Klinke
11 ist nicht nur mit ihrer zur Lagerung auf dem Lagerbolzen 7 dienenden
Querbohrung, sondern auch noch mit einer zu dieser Bohrung senkrecht verlaufenden
Ausnehmung 14 versehen, mittels der sie von oben über den Bremshebel 2 bis zu ihrer
Lagerstelle gestreift ist, so daß sie auf dem zweiten Lagerbolzen 7 beiderseits
des Bremshebels 2 gelagert ist. Die Ausnehmung 14 ist dabei so groß bemessen, daß
die Klinke 11 auf dem Lagerbolzen 7 bis zum Einrasten in eine Raste
15 des Führungssegmentes 13 geschwenkt werden kann. Das als gesondertes
Teil hergestellte und an den Lagerbock 5 anschraubbare Führungssegment
13 weist einen Krümmungsmittelpunkt 16 auf, der nach dem
Zusammen au dicht oberhalb der Verzahnung und nahe dem am weitesten unten
befindlichen Ende des Sägezahnsegmentes 12 Regt. Das mit seiner Sägeverzahnung unterhalb
der Ratschenklinke 10 befindliche Sägezahnsegment 12 wird durch einen unteren
seitlichen Ansatz 5a des Lagerbockes 5 gebildet und weist einen Krümmungsmittelpunkt
17
auf (vgl. Fig. 5), der auf der Achse des zweiten Lagenbolzens
7 Regt, wenn die an diesem gelagerte Klinke 11 in die Rasten
15 des Führungssegmentes 13 eingerastet ist.
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Wie insbesondere aus Fig. 4 hervorgeht, weist das Führungssegment
13 außerdem ein vom Bremshebel -
durchsetztes und zu dessen unverdrehbarer
Führung dienendes Langloch 18 auf. Der Bremshebel 2 ist dort im Querschnitt
rechteckig ausgebildet und an der Stelle seiner Führung im Langloch 18 des
Führungssegmentes 13 bearbeitet, um so im ebenfalls bearbeiteten Langloch
18 des Führungssegmentes 13 eine möglichst reibungsfreie Führung zu
erhalten. Eine weitere Führung erhält der Bremshebel 2 mittels einer gegenüber der
Langlochbreite größeren und am Lagerbolzen 6 festgelegten Führungsscheibe
6', die an den Seitenwänden des Langloches 8 anderseits des Bremshebels
2 anliegt (vgl. Fig. 2).
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Die Sägeverzahnung des Sägezahnsegrnentes 12 und die Ratschenklinke
10 sind so geformt, daß diese Klinke beini Schwenken des Bremshebels 2 (gemäß
den Fig. 1, 5 und 6) im Uhrzeigersinn über die Sägeverzahnung nach
links gleiten kann. Im übrigen wird die Ratschenklinke 10 über eine an einem
zweiten Hebelarm 19 der Klinke angreifende Schraubenzugfeder 20a, die anderseits
an einem oberhalb der Ratschenklinke 1.0 am Bremshebel 2 befestigten Ansatz
21 festgelegt ist, ständig mit einer bestimmten Vorspannung gegen das Sägezahnsegment
12 gespannt. Auch die Klinke 11 weist einen zweiten Hebelarm 22 auf, an den
eine Schraubenzugfeder 20 b
eingehängt ist, die anderseits an einem
Ansatz 23 des Bremshebels 2 festgelegt ist.
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Der Stockhebel 1 ist am oberen Ende des Bremshebels 2 über
einen Bolzen 24 angelenkt und weist an seiner Anlenkungsstelle einen Gabelkopf
25 auf, in dem der übrige Stockhebel drehbar aufgenommen ist. Dabei ist eine
am Stockhebel 1 angeschweißte und über den Stegteil des Gabelkopfes
25 greifende Führungshülse 26 an einer äußeren Umfangsstelle noch
mit einer Lasche 27 versehen, die exzentrisch zur Stockhebelachse neben dem
Gabelkopf 25 bis vor die Anlenkstelle ragt. Der an seinem freien Ende einen
üblichen Handgriff 28 tragende Stockhebel 1
ist im Bereich einer zu
seiner Führung dienenden und am (nicht dargestellten) Fahrzeugaufbau eines mit der
beschriebenen Handbremsbetätigungsvorrichtung ausgerüsteten Fahrzeuges gelagerten
Führungsbuchse 29 mit einer zahnstangenartigen Sägeverzahnung 30
versehen,
die sich an einer Umfangsstelle in Längsrichtung des Stockhebels 1 erstreckt.
An der Lagerstelle der Führungsbuchse 29 ist außerdem eine Rastklinke
31 angeordnet, die bei angezogenem Stockhebel
1 in
die Sägeverzahnung 30 im Sinne einer Feststellung der angezogenen Bremse
eingreift. Diese Feststellung kann jedoch durch ein Drehen des Stockhebels
1 mit Hilfe des Handgriffs 28 (vgl. Fig. 2) wieder gelöst werden,
weil dadurch die Sägeverzah-nung 30 aus dem Bereich der Rastklinke
31 herausgedreht wird.
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Die Lasche 27 weist in Längsrichtung des Stockhebels
1 nebeneinander zwei Langlöcher 32 und 33
auf, in die
je eine entlang dem Bremshebel nach unten ragende Betätigungsstange 34 bzw.
35 eingehängt ist. Dabei verlaufen die Langlöcher 32 und
33 beide etwa in Längsrichtung der Betätigungsstangen 34 und 35. Die
Betätigungsstange 34 ist an ihrem uÜteren Ende in die Ratschenklinke 10 eingehängt,
während die Betätigungsstange 35 in einen weiteren Hebelarm 36 der
Klinke 11 eingehängt ist. Die Betätigungsstangen 34 und 35 sind so
lang bemessen, daß bei gelöster Bremse (vgl. Fig. 1) die mit der Ratschenklinke
10 zusammenwirkende Betätigungsstange 34 sich gerade etwa am unteren Ende
des zugehörigen Langloches 32 und die mit der Klinke 11 zusammenwirkende
Betätigungsstange 35 sich gerade etwa im mittleren Bereich des ihr zugeordneten
Langloches 33 befindet, wenn sich der die Lasche 27 tragende Stockhebel
1 zugleich gerade in seiner aus Fig. 6 hervorgehenden mittleren WinkelsteRung
befindet, in der die Rastklinke 31 bei angezogenem Stockhebel 1 gerade
in die Sägeverzahnung 30 dieses Stockhebels einrasten würde. Dabei ist das
Langloch 32 mindestens so lang, daß die Ratschenklinke 10 bei einer
ersten Schwenkbewegung des Bremshebels 2 um den mit seiner Klinke 11 in die
Raste 15 eingerasteten Lagerbolzen 7 über das Sägezahnsegment 12 (gemäß
Fig. 1)
nach links gleiten kann. Das Langloch 33 ist so lang, daß die
zugehörige Betätigungsstange 35 auch die beim Ausklinken der Klinke
11 eintretende Schwenkbewegung der Klinke 11 mitmachen kann, ohne
dadurch die vorgenannte Winkelstellung des mit der Lasche 27 verbundenen
Stockhebels 1 zu beeinflussen. Nach dem Ausklinken der Klinke 11 nehmen
die beiden oberen Enden der Betätigungsstangen 34 und 35
in den Langlöchern
32 und 33 der Lasche 27 wührend der weiteren Schwenkbewegung
des Bremshebels 2, die dann lediglich um den Lagerbolzen 6 bei eingerasteter
Ratschenklinke 10 erfolgen kann, die aus Fig. 6 oben ersichtliche
untere Lage ein.
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Die beschriebene Handbremsbetätigungsvorrichtung wird folgendermaßen
angewendet: Geht man davon aus, daß sich der Bremshebel 2 bei in seiner mittleren
Winkelstellung befindlichem Stockhebel 1 in seiner einen, in Fig.
1 dargestellten Endstellung befindet, bei der die Bremse gelöst ist, dann
greift hierbei die Ratschenklinke 10 in das Sägezahnsegment 12 an einer im
Bereich dessen rechten Endes befindlichen Stelle ein, während die Klinke
11 in die Raste 15 des Führungssegmentes 13
eingreift. Beide
Klinken werden dabei in ihren Einraststellungen durch die zugeordneten Schraubenzugfedern
20 a und 20 b nachgiebig festgehalten. Dabei ist jedoch die an der Klinke
11 wirkende Einrastkraft der Schraubenzugfeder 20 b um ein bestimmtes
Maß größer als die an der Ratschenklinke 10 wirkende Einrastkraft, die schon
wegen der Sägeverzahnung des Sägezahnsegmentes 12 und wegen der angepaßten i Klinkenforrn
der Ratschenklinke 10 in der einen, dem Anzug des Bremsgestänges 4 entsprechenden
Richtung geringer ist. Wird der über die beiden Klinken am Lagerbock 5
gehaltene
Bremshebel 2 durch ein Anziehen des Handgriffes 28 nebst Stockhebel
1 gemäß Fig. 1 ini Uhrzeigersinn geschwenkt, so erfolgt diese Schwenk-5
bewegung zunächst um den Lagerbolzen 7, wobei sich zwischen dem Angriffspunkt
des Bremsgestänges 4 und dem Angriffspunkt der Handbetätigungskraft ein Hebelarmverhältnis
1 = a: b von etwa 4: 1 ergibt, was einer verhältnismäßig
kleinen übersetzung entspricht, bei der also einem im Verhältnis zum vollen Handbetätigungsweg
s (Fig. 6) relativ kleinen Handbetätigungsweg e ein verhältnismäßig großer
Bremsbetätigungsweg f (am Zapfen 3) zugeordnet ist. Bei dieser Schwenkbewegung
des Bremshebels 2 rutscht die Ratschenklinke 10 über das Sägezahnseginent
12 und der Lagerbolzen 6 innerhalb des Langloches 8 (gemäß Fig.
1) nach links, wobei zugleich das Bremsgestänge 4 entsprechend angezogen
wird.
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Wird der Handgriff 28 beispielsweise bei der in Fig.
5 dargestellten Stellung losgelassen, so kann infolge der Sägeverzahnung
und der angepaßten Ausbildung der Ratschenklinke 10 doch kein Rückwärtsgleiten
der Ratschenklinke 10 mehr erfolgen, und der Bremshebel 2 bleibt in der jeweiligen
Stellung stehen. Die in Fig. 5 dargestellte Stellung des Bremshebels 2 entspricht
im übrigen gerade derjenigen Stellung, bei dem das im Bremsgestänge 4 zwischen den
eigentlichen Bremsen und dem Zapfen 3 des Bremshebels befindliche Spiel überwunden
ist und eine weitere Schwenkung des Bremshebels 2 nur noch unter gleichzeitiger
Betätigung der eigentlichen Bremsen, d. h. zum Beispiel Anpressung der Bremsbacken
an die Bremstrommeln der angeschlossenen Bremsen, möglich ist.
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Die Schraubenzugfeder 20 b ist so abgestimmt, daß sie
bei überschreiten einer bestimmten Betätigungskraft am Bremshebel 2, die noch unter
derjenigen Betätigungskraft liegt, bei der die eigentliche Bremse festgebremst wird,
ein Schwenken der Klinke 11 (gemäß Fig. 5) entgegen dem Uhrzeigersinn
zuläßt, so daß sich die Klinke 11 in diesem Augenblick aus der Raste
15 des Führungssegmentes 13 herausbewegen kann und nunmehr
- bei der weiteren Schwenkbewegung des Bremshebels 2 (gemäß Fig.
5 nach rechts) - lediglich noch an der kreisbogenförmigen Unterkante
des Führungsseginentes 13 geführt bleibt. Auch der im Langloch
9 des Lagerbockes 5 geführte zweite Lagerbolzen 7 kann diese
Verschiebung mitmachen.
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Bei der weiteren Schwenkbewegung des Bremshebels 2 um den Lagerbolzen
6 ergibt sich am Bremshebel 2 zwischen dem Angriffspunkt des Bremsgestänges
4 und dem Angriffspunkt der Handbetätigungskraft ein übersetzungsverhältnis i =
c: d von etwa 30: 1, d. h. also ein übersetzungsverhältnis,
welches über siebenmal so groß wie das zuerst wirksame übersetzungsverhältnis i
ist. Infolgedessen ergibt sich am Bremsgestänge 4 über den ganzen restlichen Hub
g des Stockhebels 1 nur ein kleiner zusätzlicher Bremsbetätigungsweg
h, dem aber eine dem großen übersetzungsverhältnis entsprechende große Betätigungskraft
zugeordnet ist, die zum Festbremsen der angeschlossenen eigentlichen Bremsen mit
Sicherheit ausreicht.
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Im Augenblick des Ausrastens der Klinke 11 aus der Raste
15 des Führungssegmentes 13 wird auch die zugeordnete Betätigungsstange
35 längsverschoben, so daß ihr oberer Ansatz sich nunmehr am unteren Ende
des
Langloches 33 der Lasche 27 befindet. Der entsprechende obere Ansatz
der Betätigungsstange 34 befindet sich bei der eingeklinkten Stellung der Ratschenklinke
10 jedoch nach wie vor im unteren Bereich des zugehörigen Langloches
32.
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Bei der Festbrenisbewegung des Bremshebels 2 gelangt der Stockhebel
mit seiner Sägeverzahnung 30
im übrigen in die Führungsbuchse 29, wobei
auch die darin befindliche Rastklinke, 31 -über die Sägeverzahnung
30 gleitet. Wird der Handgriff 28 nach beendeter Betätigung in der
aus Fig. 6 hervorgehenden Winkelstellung losgelassen, so bleibt die Sägeverzahnung
30 mit ihrem gerade an der Rastklinke 31 befindlichen Zahn an der
Rastklinke 31 hängen, so daß auch die Bremse weiterhin festgestellt bleibt.
Ein Lösen der Bremse kann jedoch durch ein Herausdrehen des Handgriffs
28 nebst Stockhebel 1 aus der in Fig. 6 dargestellten Winkelstellung
erfolgen. Wird der Handgriff 28 dabei aus seiner Mittelstellung 28'
(Fig.
2) im Gegenuhrzeigersinn, d. h. in Richtung des Pfeiles x der Fig.
2 gedreht, so wird dabei nicht nur die Sägeverzahnung 30 aus dein Bereich
der Rastklinke 31, sondern auch die Achse des Stockhebels 1
gedreht,
wodurch auch die beiden Betätigungsstangen 34 und 35 nach oben angezogen
werden.
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Während sich das Anziehen der Betätigungsstange 35 in diesem
Falle nicht auswirken kann, weil die Klinke 11 bereits vorher ausgerastet
war, wird durch das Anziehen der Betätigungsstange 34 die Ratschenklinke
10 aus dem Sägezahnseginent 12 nach oben herausgezogen, was ein sofortiges
Lösen der eigentlichen Bremsen-mit entsprechenderVerschiebung des Lagerbolzens
6 (gemäß Fig. 6 nach rechts) - zur Folge hat. Diese entlang
dem Sägezahnsegment 12 etwas nach oben gerichtete Rückwärtsbewegung des Lagerbolzens
6 ist ohne ein Verklemmen der Lagerbolzen 6 und 7 in den Langlöchern
8 und 9 des Lagerbockes 5 möglich, weil das obere Langloch
9 an seinem rechten Ende entsprechend verbeitert ist und somit auch der obere
Lagerbolzen 7 eine entsprechende geringfügige Aufwärtsbewegung machen kann.
Es ist dann lediglich noch erforderlich, den nunmehr frei beweglichen Stockhebel
1 vom Handgriff 28 her bis in die aus Fig. 1 ersichtliche Anfangsstellung
zurückzuschieben und den Handgriff 28 wieder in seine aus Fig. 2 ersichtliche Mittelstellung
28' zurückzudrehen.
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Die vorher angezogene Bremse kann aber auch durch eine entgegengesetzte
Drehung des Handgriffs 28 - gemäß Fig. 2 im Uhrzeigersinn und in Richtung
des Pfeiles y - wieder gelöst werden, wodurch die Sägeverzahnung
30 des Stockhebels 1 ebenfalls aus dem Bereich der Ratschenklinke
31 herausgedreht wird. Hierbei bewegt sich die Lasche 27 aber lediglich
so weit nach unten, daß die beiden Detätigungsstangen 34 und 35 nicht mitbewegt
werden und mit ihren oberen Enden lediglich an den oberen Enden der Langlöcher
32 und 33 anliegen. Daraus folgt, daß der Bremshebel 2 hierbei zunächst
nur um seinen Lagerbolzen 6 zurückschwenken kann, wobei auch der Stockhebel
1 sofort um einen großen Betrag mit zurückgezogen wird. Dreht man minmehr
den Handgriff 28 wieder im Gegenuhrzeigersinn über seine Mittelstellung
28' hinaus bis in die andere Endstellung, so wird nunmehr die Ratschenklinke
10 aus dem Sägezahnsegment 12 herausgezogen, woraufhin sich jetzt das Brenisgestänge
4 ganz entspannen und der Lagerbolzen 6 unter einer entsprechenden weiteren
Schwenkbewegung des Bremshebels 2 in die aus Fig. 1 ersichtliche Ausgangslage.
zurückbewegen kann. Man braucht schließlich nur noch den hierbei ebenfalls in seine
Ausgangslage zurückgelangten Stockhebel 1 wieder in seine Ausgangswinkelstellung
zurückzudrehen, bei der der Handgriff 28 wieder seine Mittelstellung 28' einnimmt.
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Die dargestellten Hebelarmverhältnisse entsprechen selbstverständlich
nur einem Ausführungsbeispiel und können beliebig abgewandelt werden, wenn die Betätigungsvorrichtung
einer bestimmten Bremsenkonstruktion angepaßt werden soll. Ebenso entspricht die
insbesondere aus Fig. 2 hervorgehende konstruktive Ausführung und Anordnung des
Bremshebels, des Lagerbockes und der Klinken nebst Lagerbolzen nur dem Ausführungsbeispiel
und läßt zahlreiche Ab-
wandlungen zu. So könnten beispielsweise die beiden
Klinken auf den Lagerbolzen auch seitlich des Bremshebels angeordnet sein, und der
Bremshebel selbst braucht an seinem unteren Ende nicht gegabelt zu sein.
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Damit die Kraft, mit der die Klinke 11 in ihre Einraststellung
vorgespannt ist, bei ein und derselben sonstigen Konstruktion der Handbreinsbetätigungsvorrichtung
geändert werden kann, kann die Klinke 11
gemäß Fig. 7 auch mit einem
längeren Hebelarm 22" versehen sein, der mehrere Aufnahmebohrungen 22" mit verschiedenen
Abständen vom Lagerbolzen 7 aufweist. Ebenso kann auch der Ansatz
23 des Bremshebels 2 länger ausgeführt und ebenfalls mit mehreren Aufnahmebohrungen
23' versehen sein, wodurch sich eine Anzahl verschiedener Einhängungsmöglichkeiten
und entsprechend verschiedener Vorspannungen für die Schraubenzugfeder 20
b ergeben, woraus auch ein entsprechend unterschiedliches Drehmoment folgt,
mit welchem die Klinke 11 in die Raste 15 des Führunasseginentes
13 hineingespannt wird.
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In Fig. 8 ist schließlich eine weitere Abwandlung der beschriebenen
Handbreinsbetätigungsvorrichtung dargestellt, nach der die beiden Schraubenzugfedern.
20 a und 20 b durch eine einzige Schraubenzugfeder 20 c ersetzt sind, die
einerseits in den Hebelann 22 der Klinke 11 und andererseits in den Hebelarm
19
der katschenklinke 10 eingehängt ist. Den unterschiedlich gewünschten
Drehmornenten kann dabei leicht dadurch Rechnung getragen werden, daß die Hebelarrne
22 und 19 entsprechend unterschiedlich lang ausgeführt werden. Die beschriebene
Funktion der Handbreinsbetätigungsvorrichtung bleibt bei einer solchen Vorspannung
der Klinken unberührt, und es wird lediglich eine Feder weniger benötigt.
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Die Erfindung ist nicht an die Einzelheiten des beschriebenen Ausführungsbeispiels
gebunden. So ist es insbesondere nicht erforderlich, daß die weitere Klinke
11 über die Betätigungsstange 35 vom Handgriff 28 aus ausgerastet
werden kann. Die Betätigungsstange 35 und der weitere Hobelarm
36 der Klinke 11 könnten vielmehr auch weggelassen werden, in welchem
Falle sich eine vereinfachte Konstruktion der Betätigungsvorrichtung ergibt, bei
der die Klinke 11 lediglich selbsttätig kraftabhängig ausrasten kann.