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Zuführungsvorrichtung für die Spulenkörper zu den Spulstellen an
Schußspulautomaten Bei den bekannten Konstruktionen von Schußspulautomaten legt
die Bedienung leere Spulenkörper in einer Zahl von 5 bis 15 Stück in ein Spulenmagazin
ein, das an jeder Spulstelle angeordnet ist. Bei den modernen Konstruktionen ist
die Auffüllung so automatisiert, daß die Spulenkörper für eine ganze Maschine mit
zehn oder mehr Spulstellen in einen Spulenbehälter, der üblicherweise an einer Seite
der Maschine angeordnet ist, frei eingeschüttet werden.
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Daraus werden sie mittels einer Kette oder eines Bandes einer Fördervorrichtung
zugeführt, welche die ganze Maschine umläuft und nach Bedarf die Spulenkörper selbsttätig
an der Spulstelle, an welcher der Wechsel durchzuführen ist, abgibt.
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Die Förderung von Spulenkörpern erfolgt entweder durch Ketten mit
Mitnehmern oder Behältern oder durch einen Spulenwagen, der an der Maschine entlang
hin- und herfährt.
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Am Transportband der bekannten Fördervorrichtung für Leerspulen ist
für jeden Spulenkörper ein Tragelement in Form eines mulden artigen Behälters oder
einer sonstigen Einspannvorrichtung vorgesehen.
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Bei großer Zahl der Spulstellen ist die Zahl der Tragelemente sehr
groß, z. B. bei einer zehnspindllgen Maschine mit einer Spindelteilung von 320 mm
und einer Teilung der Tragelemente auf dem Transportband von 90 mm etwa 70 Stück.
Da die Ketten bzw.
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Transportbänder noch zahlreiche Führungselemente, etwa in Form von
Tragrollen od. dgl., benötigen, ergibt sich ein Aufwand, der die Zuführungsvorrichtung
erheblich verteuert. Infolge der Vielzahl der Einzelteile ist die Störanfälligkeit
solcher Vorrichtungen sehr groß.
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Zu diesem Nachteil kommt noch ein weiterer. Das Transportband muß
wesentlich mehr Behälter haben, als Spulstellen vorhanden sind, weil es derart dicht
mit Spulenkörpern gefüllt sein muß, daß nach einem Umlauf des Transportbandes von
den ersten zu den letzten Spulstellen diese noch verläßlich mit Spulenkörpern beliefert
werden können. Um diese Sicherheit zu erreichen, muß dafür gesorgt werden, daß das
Transportband bei seinem Rückgang noch etwa 50 0/( Spulenkörper enthält. Das Band
fördert also ständig eine große Anzahl Spulenkörper, die ebenso wie die zugehörigen
Halter nicht ausgenutzt werden. Bei einer bekannten Ausführungsform dieser Gattung
sind für vier Spulstellen mehr als dreimal so viel Tragelemente am Transportband
vorgesehen.
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Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, eine Zuführungsvorrichtung
flir Spulenkörper zu den Spulstellen an Schußspulautomaten zu schaffen, die gegenüber
den bekannten. diesem Zweck dienenden Vorrichtungen durch eine Minderung der Zahl
der Einzelteile auf einen Bruchteil wesentlich vereinfacht ist.
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Die Erfindung besteht darin, daß bei Verwendung einer pneumatischen
Rohrförderanlage sowohl die Ableitungen zu jeder Spulstelle als auch die Zuführung
aus dem Spulenkörpermagazin vom Spulenwechselmechanismus jeder einzelnen Spulstelle
steuerbar sind.
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Pneumatische Rohrförderanlagen sind in der Technik allgemein bekannt.
Beispiele dafür sind Förderanlagen für Behälter und Rohrpostanlagen. Die pneumatische
Förderung zur Versorgung von Schußspulautomaten mit Spulénkörpern, die bisher noch
nicht angewendet worden ist, hat den Vorteil, daß der Umlauf einer großen Zahl nicht
ausgenutzter Spulenkörper einschließlich der zugehörigen Tragelemente vermieden
wird und daß eine erhebliche Fördergeschwindigkeit erreichbar und die Steuerung
von jeder Spulstelle aus durchführbar ist.
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Infolge der hohen Transportgeschwindigkeit entsteht auch kein nennenswerter
Zeitverlust, wenn zwei Spulstellen zugleich einen Spulenkörper anfordern, was aber
praktisch kaum jemals vorkommt. In div sem Falle würde eine der Spulstellen zuerst
bedient werden, während die zweite Spulstelle auf die Ankunft eines Spulenkörpers
eine ganz kurze Zeit warten
müßte. Diese geringe Verzögerung ist
aber unerheblich. Auch ist keine Gefahr vorhanden, daß sich die Spulenkörper im
Förderrohr verkanten, sofern dafür gesorgt wird, daß die lichte Weite des Förderrohres
den Durchmesser des Spulenkörpers erheblich übersteigt, und die Luftgeschwindigkeit
hoch genug ge wählt wird, um eine schnelle und wirksame Förderang sicherzustellen,
trotzdem der Spulenkörper das Förderrohr bei weitem nicht ausfüllt. Diese Forderung
ist aber ebenso zu erfüllen, wie bei den bekannten Zettel-Rohrpo St anlagen.
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Zweckmäßig ist es, das Rohr für die pneumatische Förderung der Spulenkörper
im Bereich jeder Spulstelle aufzutrennen und den in Förderrichtung vor der Treimstelle
liegenden Rohrabschnitt als kippbares Teil auszubilden.
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Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung in Verbindung mit den Unteransprüchen und der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung zeigt.
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Die Spulenkörper werden vom gemeinsamen Spulenbehälter durch eine
Fördervorrichtung von irgendwelcher üblichen Konstruktion in ein Spulenkörpermagazin
1 gefördert. Aus diesem werden die Spulenkörper durch einen Verteiler einzeln in
das Innere eines Rohres 2 frei gelassen. Dieses Rohr verläuft längs der ganzen Maschine.
In kurzer Entfernung von der Stelle, wo die Spulenkörper in das Rohr eingelegt werden,
ist ein Gebläse 3 angeordnet, dessen Druckstutzen an das Ende des Rohres 2 angeschlossen
ist.
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Bei den einzelnen Spulstellen ist das Rohr 2 zweifach in geringem
Abstand voneinander zerschnitten, so daß eine Ableitung 4 entsteht. Diese ist an
dem dem Ventilator zugekehrten Ende kippbar gelagert.
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Durch Kippen der Ableitung nach unten kann ihr freies Ende an die
Rutsche einer Führung angeschlossen werden, welche den Spulenkörper zur eigenen
Spulstelle führt.
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Bei der Durchführung eines Spulenwechsels wird der Verteiler durch
die betreffende Spulstelle in Tätigkeit gesetzt, wobei die Ableitung 4 des Rohres
bei der zuständigen Spulstelle ausschwenkt. Die Durchführung dieser Bewegungen kann
durch verschiedene Arten gesichert werden. Im gegebenen Falle ist eine Vorrichtung
angedeutet, die wie folgt arbeitet: Von jedem Spulenwechselmechanismus wird eine
Zugstange 6 in der Richtung nach unten bestätigt. AI: ihrem oberen Ende ist durch
ein Gelenk die Ableitung 4 des Rohres angeschlossen, welche durch eine Bewegung
der Zugstange 6 geöffnet wird. An der Zugstange 6 ist seitlich ein Zapfen 7 befestigt,
der mit einem Ende im geöffneten Lager eines Hebels 8 liegt.
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Dieser Hebel sitzt an einer durchlaufenden Welle 9, welche die ganze
Maschine entlang durchgeht.
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Für die Bedienung des Verteilers ist an dem, dem Ventilator 3 zu
gelegenen Ende der Welle 9 ein Zaimsegment 10 befestigt, das mit einem dicht beim
Spulenkörpermagazin
1 lose auf dem Rohr 2 sitzenden Zahnkranz 11 im Eingriff steht. An diesem sitzt
seitlich ein Schließblech 12 zum Abdecken eines Ausschnittes des Rohres 2 innerhalb
des Spulenkörper magazins 1. Die Welle 9 trägt außerdem noch am Ende einen Arm 13
mit einem Finger 14. Durch die Schwenkung der Welle 9 werden das Zahnsegment 10,
der Zahnkranz 11 und das Schließblech 12 so geschwenkt, daß die Öffnung im Rohr
2 geöffnet wird.
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Gleichzeitig aber wird der Finger 14 zwischen den ersten und zweiten
Spulenkörper im Spulenkorpermagazin 1 eingeschoben. Der unterste Spulenkörper fällt
durch die entstandene Öffnung in das Rohr 2 ein, während die anderen durch den Finger
gehalten werden, bis die Vorrichtung in die Ausgangslage zurückkommt.
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Der in das Rohr 2 eingefallene Spulenkörper wird durch den Luftstrom
so weit weggetragen, bis er über die jeweils abgekippte Ableitung 4 zu der zugeordneten
Spulstelle abgeführt ist.
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Ein Vorteil der beschriebenen Vorrichtung gegenüber den bisher bekannten
Vorrichtungen ist ihre einfache Durchführung und daß eine kleinere Zahl von Spulenkörpern
als bei den anderen Vorrichtungen nötig ist.