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Zellenradschleuse, insbesondere zum Beschicken von Schachtöfen Die
Erfindung betrifft eine Zellenradschleuse, bei welcher jeder Arm des Zellenrades
mit einer Dichtung versehen ist, die an der Innenwand des Zellenradgehäuses anliegt,
und ihr liegt die Aufgabe zugrunde, eine derartige Zellenradschleuse zu schaffen,
die insbesondere zum Beschicken von Schachtöfen bestimmt ist.
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Als Beschickungseinrichtungen für Schachtöfen sind Zellenradschleusen
bekannt. Hierbei hat sich gezeigt, daß es durch Kondensation der im Ofengas enthaltenen
Dämpfe und/oder durch Anbackungen des Aufgabegutes im Laufe der Zeit zu so starken
Ansätzen an der Innenwand des Zellenradgehäuses kommen kann, daß sich das Zellenrad
festklemmt.
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Es ist auch eine Zellenradschleuse bekannt, bei welcher jeder Arm
des Zellenrades mit einem Dichtungsstreifen, z. B. aus Filz, versehen ist, der an
der Innenwand des Zellenradgehäuses anliegt. Eine solche Dichtung eignet sich jedoch
nicht für Zellenräder, die verhältnismäßig hohen Temperaturen ausgesetzt sind.
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Die gestellte Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß
die Dichtung aus einem elastischen Metallstreifen besteht, der auf der rückwärtigen
Seite des Armes befestigt und derart nach rückwärts umgebogen ist, daß er durch
seine Federkraft mit dem freien Ende an der Innenwand des Gehäuses anliegt, und
daß jeder Arm auf der vorderen Seite einen Schaber trägt, der auf der Innenwand
des Gehäuses gleitet. Der Schaber säubert die Innenwand des Gehäuses von etwaigen
Anbackungen, so daß die nachfolgende Dichtung stets unmittelbar an der glatten Innenwand
anliegt. Infolgedessen eignet sich die erfindungsgemäße Zellenradschleuse besonders
für solche Fälle, in denen man Gut, welches zum Anbacken neigt, in einen Raum schaffen
muß, in dem verhältnismäßig hohe Temperaturen (etwa 300 bis 400° C) herrschen. Heißes
und backfähiges Gui, wie z. B. Steinkohle, neigt dann dazu, sich auf der Innenwand
des Gehäuses festzusetzen.
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Ferner ist die neue Zellenradschleuse auch dort sehr gut am Platze,
wo die Räume vor und hinter dem Zellenrad einen Druckunterschied aufweisen.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wiedergegeben,
und zwar zeigt Fig. 1 eine Zellenradschleuse im Querschnitt und Fig. 2 einen Schnitt
nach der Linie II-II in Fig. 1. Die Zellenradschleuse besitzt ein Gehäuse 1, beispielsweise
-aus Stahlguß mit einer Innenwand 2 sowie einen oberen Einlaßstutzen 3 und einen
unteren Auslaßstutzen 4. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ragt die Innenwand beiderseits
etwas über die Öffnungen der Stutzen 3 und 4 hinaus. An den Stirnseiten
ist das Gehäuse durch Deckel s und 6 verschlossen. In diesen ist eine Welle
8 gelagert. Auf ihrem linken Ende (Fig. 2) ist mittels eines Keiles 9 eine
nicht gezeichnete Riemenscheibe befestigt, die mit einem ebenfalls nicht gezeichneten
Motor in Verbindung steht. Hierdurch wird die Welle in Richtung des Pfeiles
7 (Fig.1) angetrieben. Innerhalb des Gehäuses sitzt auf der Welle und durch
zwei Keile 10 fest mit ihr verbunden ein Zellenrad. Es besteht ebenfalls
aus Stahlguß und besitzt eine Nabe 11, die mit geringem Spiel bis an die Deckel
heranreicht. Die Seitenwände 12 des Zellenrades enden mit Abstand von der
Innenwand 2 und weisen vorteilhaft einen Abstand a voneinander auf, der etwa
gleich der lichten Weite b der Stutzen 3 und 4
ist (Fig. 2). Außen
ist jede Wand 12 mit einem Zentrierring 13 versehen. Auf ihm sitzt
ein Ring 14, der vorteilhaft aus gehärtetem, verschleißfestem Stahl besteht
und unter Zwischenschaltung einer Blechscheibe 15 an der Wand 12 angeschraubt
ist. Der Ring ist zweckmäßig am äußeren Umfang schneidenartig abgeschrägt und ragt
bis an die Innenwand 2 heran. Hierdurch ist das Zellenrad seitlich gut gegenüber
dem Gehäuse 1 abgedichtet.
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Das Zellenrad besitzt vier Arme 18, die Zellen 19 einschließen. Die
Arme enden außen mit Spiel von der Innenwand 2 und schneiden seitlich mit
den Außenflächen der Wände 12 ab. Auf der - in Richtung des Pfeiles
7 gesehen - rückwärtigen Seite ist an jedem Arm mittels mehrerer Schrauben
20 ein elastischer Metallstreifen 21 befestigt. Er ist derart nach rückwärts
umgebogen, daß er durch seine Federkraft mit dem freien Ende an der Innenwand anliegt.
Der
Metallstreifen erstreckt sich über die ganze Länge des Armes.
Dabei ist durch die Blechscheiben 13 dafür gesorgt, daß zwischen dem Metallstreifen
und jedem der Ringe 14 etwas Spiel verbleibt. Durch die Metallstreifen sind
auch die Arme gut gegen das Gehäuse 1 abgedichtet.
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Jeder Arte. trägt auf der vorderen Seite an einem entsprechenden Vorsprung
27 .einen Schaber 23. Er ist mit mehreren Langlöchern 25 versehen, durch welche
Schrauben 26 hindurchragen, Mittels dieser ist er nachstellbar an dem Vorsprung
27 befestigt, und zwar so, daß er auf der Innenwand 2 gleitet. Zweckmäßig
besteht der Schaber ebenfalls aus einem gehärteten, verschleißfesten Stahl.
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Im Betrieb eilt der Schaber 23 jedes Armes dem zugehörigen Metallstreifen
21 voraus und reinigt die Innenwand 2 von Ansätzen. Infolgedessen
liegt der nachfolgende Metallstreifen stets unmittelbar an der glatten Innenwand
an. Die Metallstreifen erleiden daher nur einen geringen Verschleiß und sichern
auch nach langer Betriebsdauer eine gute Abdichtung der Zellen gegenüber der zylindrischen
Wand.
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Die neue Schleuse eilet sich auch besonders zum Beschicken von Schachtöfen,
die nach dem Schwelverhüttungsverfahren betrieben werden, welches unter anderem
in der deutschen Patentschrift 889 900, Klasse 18 a, beschrieben ist. In. der Gicht
des Schachtofens herrscht hierbei Eine Temperatur von Ara 300 bis 400° C, und die
Gichtgase enthalten einen hohen Anteil m. Schweldämpfen, Andererseits wird der Ofen
beschickt mit Briketts, die zu einem erheblichen Teil aus Steinkohle bestehen. Die
Brilaetts werden dann durch die Rutsche 28 der Zellenradschleuse zugeführt. Aus
ihr gelangen sie durch eine allseitig geschlossene Schurre, die an den Auslaßstutzen
4 angeschlossen ist, oben in den Ofen. Etwaige Kondensate der Schweldämpfe, die
durch die Schurre in die Zellenradschleuse gelangen, werden durch die Schaber 23
gut von der Innenwand entfernt. Ferner wird etwaiger Abrieb der Beschickungsbriketts,
der an der Innenwand festbacken will, ebenfalls durch die Schaber abgelöst und beseitigt.
In der Gicht des Schachtofens und damit in dem Stutzen 4 herrscht ein Überdruck
gegenüber der Atmosphäre, d. h. gegenüber der Rutsche 28.