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DE1038239B - Verfahren zur Herstellung von Loesungen fuer Blutplasmaersatz - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Loesungen fuer Blutplasmaersatz

Info

Publication number
DE1038239B
DE1038239B DEM32562A DEM0032562A DE1038239B DE 1038239 B DE1038239 B DE 1038239B DE M32562 A DEM32562 A DE M32562A DE M0032562 A DEM0032562 A DE M0032562A DE 1038239 B DE1038239 B DE 1038239B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
glucamine
gelatin
solution
solutions
blood plasma
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEM32562A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Ernst Jacobi
Dr Rudolf Hotovy
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Merck KGaA
Original Assignee
E Merck AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by E Merck AG filed Critical E Merck AG
Priority to DEM32562A priority Critical patent/DE1038239B/de
Publication of DE1038239B publication Critical patent/DE1038239B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07KPEPTIDES
    • C07K14/00Peptides having more than 20 amino acids; Gastrins; Somatostatins; Melanotropins; Derivatives thereof
    • C07K14/435Peptides having more than 20 amino acids; Gastrins; Somatostatins; Melanotropins; Derivatives thereof from animals; from humans
    • C07K14/78Connective tissue peptides, e.g. collagen, elastin, laminin, fibronectin, vitronectin or cold insoluble globulin [CIG]
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K38/00Medicinal preparations containing peptides

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Gastroenterology & Hepatology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Biophysics (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Genetics & Genomics (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Proteomics, Peptides & Aminoacids (AREA)
  • Toxicology (AREA)
  • Medicinal Preparation (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Lösungen für Blutplasmaersatz Es ist bekannt, als Lösungen für Blutplasma- oder Serumersatz Gelatinelösungen zu verwenden. Die bisher verwendeten Gela.tinelösungen haben aber einige Nachteile: Entweder sie sind bei Zimmertemperatur fest - dann müssen sie vor Gebrauch durch Erwärmen verflüssigt werden und der damit verbundene Zeitverlust kann die gewünschte Wirkung entscheidend gefährden -, oder man hat, um eine bei gewöhnlicher Temperatur flüssige Lösung zu erhalten, die Gelatine, mit Chemikalien, z. B. mit hyd,rolysierenden Mitteln, abgebaut. Damit war bisher jedoch stets eine so starke Senkung des Durchschnittsmolekulargewichts der Gelatine verbunden, daß die Retentionsperiode einer solchen Lösung untragbar verkürzt wurde. Man hat zwar schon derart abgebaute Gelatine durch einen sekundären Kondensationsprozeß (z. B. mit Bernsteinsäureanhydrid oder dem Anhydrid oder Chlorid einer anderen Polycarbonsäure) wieder zu größeren Molekülen aufgebaut oder Gelatine z. B. mit Glyoxal, Acetaldehyd oder Chinon bei pH 7 bis 4,5 kondensiert und anschließend mit Wasserstoffperoxyd bei plI 7,5 bis 5.5 oxydiert bzw. mit Formaldehyd behandelte Gelatine mit Eiweiß spaltenden Agentien partiell abgebaut; diese Verfahren sind jedoch alle sehr umständlich. Außerdem setzt man derartigen Lösungen häufig aus Gründen der Isotonie Kochsalz zu, so daß solche Lösungen für gewisse Fälle (z. B. bei nephrotischen Erkrankungen) nicht verwendet werden können, weil hier Kochsalz kontraindiziert ist.
  • Die Erfindung beschäftigt sich tnit der Aufgabe, eine als Plasma- oder Serumersatz geeignete Gelatinelösung durch ein einfaches Verfahren herzustellen, das folgenden Voraussetzungen entspricht: Die Gelatine darf nur in so geringem Ausmaß abgebaut werden, daß die Retentionsperiode nicht wesentlich herabgesetzt wird; sie darf außerdem keinen Kochsalzzusatz erfordern: sie soll physiologisch gut verträglich und bei Zimmertemperatur flüssig sein, und ihre Stabilität soll auch nach Zugabe therapeutisch wertvoller, bei Blutersatzflüssigkeiten üblicher Zusatzstoffe erhalten bleiben.
  • Nach der Erfindung werden diese Bedingungen dadurch erfüllt, daß man eine bei Zimmertemperatur gelatinierende wäßrige Gelatinelösung mit Glucamin, niedertnolekularetn N-Alkyl- oder N-Aralkylglucatnin allein oder in Gegenwart von etwa 2 Äquivalenten (bezogen auf Glucamin) einer physiologisch indifferenten, vorzugsweise zweibasischen Säure oder mit Tatirin, vorzugsweise in der Wärme, behandelt. Diese Behandlung soll mindestens so lange fortgesetzt werden, bis eine bei Zimmertemperatur flüssig bleibende Lösung erreicht ist, jedoch nicht länger als bis zu dem Zeitpunkt, zu welchem das durchschnittliche Molekulargewicht der Gelatine - gemessen nach üblichen Methoden - um etwa 20% gesenkt ist.
  • Die 1\T-alkylierten und N-aralkylierten Glucamine können z. B. durch Hydrierung eines Gemisches von Glukose und der entsprechenden primären Amine nach der von K a r r e r und H e r k e n r a t h (Helv. Chim. Acta, Bd.20, S.83 [1937]) beschriebenen Methode hergestellt werden. Glucamin selbst kann man durch hydrierende Spaltung seines N-Benzylderivates gewinnen.
  • Als physiologisch indifferente Säuren kommen z. B. H" S 04, Adipinsäure, Bernsteinsäure usw. in Frage. Einer wie oben beschrieben behandelten Gelatinelösung kann man noch andere therapeutisch wertvolle Stoffe, wie z. B. Vitamine, Hormone, Rutin oder seine wasserlöslichen Derivate, wie z. B. Rutinschwefelsäureester-Natriumsalz, Glukose, Fruktose usw. zusetzen, ohne daß die Stabilität der Lösung dadurch beeinträchtigt wird. Sie besitzen einen sehr breiten Indikationsbereich, weil vorzugsweise solche Mengen an Chemikalien (Glucamin usw.) verwendet werden, daß die Endlösung isotonisch und daher ein Kochsalzzusatz nicht erforderlich ist.
  • Das Verfahren nach der Erfindung hat insbesondere den Vorteil, daß die zugesetzten Stoffe in der Lösung verbleiben können und daß somit keine Trennungsverfahren notwendig sind.
  • Die hiernach gewonnenen Gelatinelösungen besitzen entsprechend dem erhalten gebliebenen hohen Durchschnittsmolekulargewicht der Gelatine eine genügend lange Retentionsperiode; sie sind andererseits bei Zimmertemperatur flüssig und erweisen sich z. B. den ebenfalls flüssig bleibenden. häufig als Blutersatz verwendeten Dextranlösungen überlegen. Das zeigt sich z. B. deutlich bei der Prüfung am Hund nach S c h e g a. Bei dieser Prüfung (Beiträge zur Klinischen Chirurgie, Bd.188, S. 109 [1954]) wird nach Ersatz des entnommenen Blutes durch die Blutplasmaersatzflüssigkeit die Oedembereitschaft an einer mobilisierten Darmschlinge geprüft, wobei sich die erfindungsgemäßen Gelatinelösungen als vorteilhaft erwiesen.
  • Beispiele 1. Eine etwa 80° C heiße Lösung von 540 g Gelatine in 81 Wasser wird mit 1 bis 2,5% N-Methylglucamin versetzt und einige Stunden auf 100° C erhitzt. Nach Abkühlen und Neutralisation wird mit Wasser auf 9 1 aufgefüllt und in der Hitze sterilisiert.
  • 2. Eine Lösung von 300 g Gelatine in 4 1 heißem Wasser wird nach Zusatz von 125 g Taurin längere Zeit auf etwa 100° C Innentemperatur erhitzt, abgekühlt. neutralisiert, mit Wasser auf 51 aufgefüllt und sterilisiert.
  • 3. Eine Lösung von 600 g Gelatine in 9 1 heißem Wasser wird mit 40g N-Methyl-glucamin mehrere Stunden bei 100° C gehalten. Nach Abkühlen auf Zimmertemperatur und Neutralisieren werden 72 g Kochsalz zugesetzt, mit Wasser auf 101 aufgefüllt und sterilisiert.
  • 4. Eine Lösung von 300g Gelatine in 41 Wasser wird mit 100 g N-Benzyl-glucamin oder 100 g Glucamin oder 100g N-Äthyl- oder N-Propyl-glucamin versetzt und 1 bis 5 Stunden auf etwa 100° C erhitzt. Nach Abkühlung und Neutralisation wird mit Wasser auf 5 1 aufgefüllt und sterilisiert.
  • 5. Eine Lösung von 300 g Gelatine in Wasser wird mit einer Lösung von 50g N-Methyl-glucamin und 37,4 g Adipinsäure in Wasser I/3 bis 3 Stunden auf etwa 100° C erhitzt. Dann wird abgekühlt, neutralisiert, mit Wasser auf 5 1 aufgefüllt und sterilisiert.
  • 6. 300 g Gelatine werden in 3,5 1 heißem Wasser gelöst. Nach Zusatz von 50 g N-Methyl-glucamin und 25,2g 100%iger Schwefelsäure wird einige Zeit auf 1Q0° C erhitzt, abgekühlt, mit 1\T-Methyl-glucamin neutralisiert, auf 5 1 aufgefüllt und sterilisiert.
  • 7. 300 g Gelatine werden in 41 heißem Wasser gelöst, mit 50 g Benzvl-glucamin und 21,8 g Bernsteinsäure versetzt und auf 100° C erhitzt. Nach einiger Zeit wird abgekühlt, mit Benzyl-glucamin neutralisiert, auf 5 1 aufgefüllt und sterilisiert.
  • B. Eine mit 50 g Glucamin und 27,1 g 100%ige Schwefelsäure versetzte Lösung von 300 g Gelatine in 3.51 Wasser wird nach einigem Erwärmen auf etwa 100° C abgekühlt, mit Glucamin neutralisiert, auf 5 1 aufgefüllt und sterilisiert.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von Lösungen für Blutplasmaersatz, dadurch gekennzeichnet, daß man eine bei Zimmertemperatur gelatinierende wäßrige Gelatinelösung mit Glucamin, niedermolekularem N-Alkyl-, '\T-Aralkylglucamin oder mit Taurin, vorzugsweise in der Barme, so lange behandelt, daß eine bei Zimmertemperatur flüssig bleibende Lösung entsteht, jedoch nicht so lange, daß das durchschnittliche Molekulargewicht der Gelatine um mehr als etwa 20% gesenkt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Gelatinelösung mit Glucamin oder dessen Derivaten in Gegenwart von etwa 2 Äquivalenten einer physiologisch indifferenten Säure (bezogen auf Glucamin) erhitzt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Behandlung der Gelatinelösung solche Mengen der genannten Chemikalien (Glucamin usw.) benutzt, daß die entstehende Lösung isotonisch ist.
DEM32562A 1956-12-06 1956-12-06 Verfahren zur Herstellung von Loesungen fuer Blutplasmaersatz Pending DE1038239B (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1165606B (de) * 1961-11-11 1964-03-19 Bayer Ag Verfahren zur Herstellung waessriger Loesungen von Gelatinederivaten
DE1179944B (de) * 1963-02-01 1964-10-22 Bayer Ag Verfahren zur Herstellung eines Blut-ersatzmittels

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1165606B (de) * 1961-11-11 1964-03-19 Bayer Ag Verfahren zur Herstellung waessriger Loesungen von Gelatinederivaten
DE1179944B (de) * 1963-02-01 1964-10-22 Bayer Ag Verfahren zur Herstellung eines Blut-ersatzmittels

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