DE10360313A1 - Schweißvorrichtung - Google Patents
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Abstract
Schweißvorrichtung
mit zwei durch einen Servomotor relativ zueinander bewegbaren, mit
Elektroden bestückbaren
Elektrodenträgern,
dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens eine Linearführung (1)
aufweist, auf der beide Elektrodenträger (6, 12) geführt sind, dass
die Elektrodenträger
(6, 12) und der Servomotor (9) eine schwimmend auf der Linearführung (1)
gelagerte Baugruppe bilden und dass die Baugruppe durch Mittel zum Ausgleich
ihres Gewichtes in einer Grundposition gehalten wird, aus der die
Elektrodenträger
(6, 12) in die Schweißposition überführbar sind.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Schweißvorrichtung mit zwei durch einen Servomotor relativ zueinander bewegbaren, mit Elektroden bestückbaren Elektrodenträgern.
- Bekannt sind Schweißvorrichtungen der vorstehenden Art, bei denen – wie im Falle der
DE 101 44 731 A1 – entweder von beiden Elektrodenträgern oder aber – wie im Falle derDE 33 27 510 C2 – zumindest von einem Elektrodenträger eine scherenförmige Bewegung ausgeführt wird. - Bei beiden auch als Schweißzangen bezeichneten bekannten Vorrichtungen bewegt sich zumindest eine Elektrode auf einer Kreisbahn. Dies bedeutet, dass z. B. beim Schweißen von Blechen unterschiedlicher Stärke keine Gewähr für gleichbleibende Kontaktflächen zwischen den Blechen und den Elektroden gegeben ist. Wird die Schwenkbewegung in die Elektrodenträger – wie im Falle der
DE 101 44 731 A1 – zudem durch von einem gemeinsamen Elektromotor angetriebene Spindeln in die den Elektroden abgewandten Enden der Elektrodenträger eingeleitet, so muss mit den Verschleiß der Spindeltriebe fördernden Biegebelastungen der Spindeln gerechnet werden. Als nachteilig erweist sich bei den bekannten Konstruktionen zudem der Umstand, dass immer dann, wenn der Abstand der in die Schweißposition überführten Elektroden vom Schweißgut vor dem Anpressen der Elektroden unterschiedlich ist, Verformungen des Schweißgutes nicht ausgeschlossen werden können, da die dem Schweißgut nähergelegene Elektrode das Schweißgut gegen die dem Schweißgut ferner gelegenen Elektrode verlagert. Die hierbei zurückgelegten Wege sind in der Praxis zwar gering, aber für den einwandfreien Schweißprozess durchaus nicht bedeutungslos. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schweißvorrichtung der in Betracht gezogenen Art zu schaffen, bei der beide Elektroden eine lineare Bewegung ausführen und bei der Positionierungsfehler beim Überführen der Elektroden in die Schweißposition ohne störende Verlagerungen bzw. Verformungen des Schweißgutes ausgeglichen werden. Gelöst wird diese Aufgabe bei einer Schweißvorrichtung der in Betracht gezogenen Art erfindungsgemäß dadurch, dass sie mindestens eine Linearführung aufweist, auf der beide Elektrodenträger geführt sind, dass die Elektrodenträger und der Servomotor eine schwimmend auf der Linearführung gelagerte Baugruppe bilden und dass die Baugruppe durch Mittel zum Ausgleich ihres Gewichtes in einer Grundposition gehalten wird, aus der die Elektrodenträger in die Schweißposition überführbar sind.
- Die erfindungsgemäße Schweißvorrichtung bietet den Vorteil, dass aufgrund der Linearbewegung der Elektrodenträger unabhängig von der Lage und Dicke der zu verschweißenden Teile eine vollflächige und satte Anlage zwischen den Elektroden und dem Schweißgut gewährleistet ist. Die schwimmende Lagerung der zur Durchführung des Schweißvorganges dienenden Teile ermöglicht es, die Elektroden automatisch in eine symmetrische Position gegenüber dem Schweißgut zu überführen. Die vorzugsweise von mindestens einer Feder gebildeten Mittel zum Gewichtsausgleich halten die Elektrodenträger und den Servomotor in einer Mittellage.
- Als besonders vorteilhaft erweist es sich, wenn die Vorrichtung mit einer Bremse ausgestattet ist, durch die die von den Elektrodenträgern und dem Servomotor gebildete Baugruppe während bestimmter Prozessphasen auf der Linearführung arretierbar ist.
- Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachstehenden Beschreibung einer in den beigefügten schematischen Zeichnungen dargestellten Ausführungsform der Erfindung. Es zeigen:
-
1 die wesentlichen Teile der an eine Schweißstelle überführten Vorrichtung in ihrer Ausgangsposition -
2 die Lage der Teile der Schweißvorrichtung gemäß1 in einer ersten Zwischenposition -
3 die Lage der Teile der Schweißvorrichtung in einer zweiten Zwischenposition -
4 die Lage der Teile der Schweißvorrichtung in der Schweißposition und -
5 die Lage der Teile der Schweißvorrichtung während der Rückführung in die Ausgangsposition. - In
1 ist1 eine Linearführung auf der schwimmend drei Schlitten2 ,3 und4 gelagert sind. Mit dem Schlitten2 ist durch Schrauben5 ein oberer Elektrodenträger6 verbunden, der an seinem einen Ende eine Elektrode7 trägt und an seinem anderen Ende mit einer nicht dargestellten Mutter die Spindel8 eines durch einen Servomotor9 angetriebenen Gewindetriebs umschließt.10 ist eine Kupplung, die den oberen Wellenstumpf11 der Welle des Servomotors9 mit der Spindel8 verbindet. - Mit dem Schlitten
4 ist mittels Schrauben5 ein unterer Elektrodenträger12 verbunden, der an seinem einen Ende eine Elektrode13 trägt und an seinem anderen Ende mit einer nicht dargestellten Mutter eine weitere Spindel14 des Gewindetriebes umschließt, wobei die Spindel14 über eine Kupplung15 mit dem Wellenstumpf16 der Welle des Servomotors9 verbunden ist. Die Spindeln8 und14 haben gegenläufige Gewinde. - Der Servomotor
9 ist mittels eines Querträgers17 mit dem Schlitten3 verbunden.. Am dem Servomotor9 abgewandten Ende des Querträgers17 ist eine Bremsschiene18 befestigt, deren Position durch den Bremskolben19 einer elektrisch oder pneumatisch betätigbaren Bremse20 in jeder Lage arretierbar ist. - Die Schlitten
2 ,3 ,4 mit den Elektrodenträgern6 und12 sowie dem Querträger17 bilden zusammen mit dem Servomotor9 und den Spindeln8 ,14 eine Baugruppe, die schwimmend auf der Linearführung1 gelagert ist, wobei eine Feder21 mit einer möglichst linearen Kennlinie für einen Gewichtsausgleich sorgt. Statt des Gewichtsausgleiches durch eine Feder kommt auch ein pneumatischer Gewichtsausgleich in Betracht. - Am oberen und unteren Ende der Linearführung sind Endanschläge
22 und23 angeordnet, die zusammen mit den als Rutschkupplungen ausgebildeten Kupplungen10 und15 ein Herausdrehen der Spindeln8 und14 aus den in den Elektrodenträgern6 ,12 angeordneten Muttern der Gewindetriebe verhindern. Sowohl die Endanschläge22 ,23 als auch die Linearführung1 sind an einer Grundplatte24 befestigt, über die die Schweißvorrichtung z. B. mit einem Industrieroboter verbunden werden kann. - Die beschriebene Anordnung der Bauteile wird als besonders vorteilhaft erachtet, schließt jedoch Modifikationen nicht aus. So könnte die Linearführung
1 beispielsweise durch zwei im Abstand voneinander angeordnete Parallelführungen ersetzt werden, zwischen denen der Servomotor9 und die Spindeln8 ,14 liegen können. Möglich wäre es zudem, den Gewindetrieb zwischen den die Elektroden7 ,13 haltenden Enden der Elektrodenträger6 ,12 anzuordnen, um nur einige denkbare Varianten zu erwähnen. In jedem Fall ist sichergestellt, dass in die Spindeln des Gewindetriebes keine Biegemomente eingeleitet werden und dass die Stirnflächen25 ,26 der Elektroden7 und13 parallel zueinander und zum Schweißgut ausgerichtet sind. - Zum besseren Verständnis der Dinge erfolgt nunmehr anhand der
1 bis5 die Schilderung des Ablaufes eines Schweißvorganges. - Die Schweißvorrichtung wird bei angezogener Bremse
20 in den Bereich zweier miteinander zu verschweißender Bleche27 ,28 , d. h. in die in1 dargestellte Position überführt. Sobald sie die in2 dargestellte Lage erreicht hat, d.h. sobald sich eine der Elektroden7 ,8 in unmittelbarer Nähe des Blechpaketes27 ,28 befindet, wird die Bremse20 mit Hilfe einer hier nicht näher beschriebenen Programmsteuerung gelöst und wie in3 dargestellt, setzt die obere Elektrode7 auf dem Blech27 auf. Der Servomotor9 läuft weiter und „zieht" die untere Elektrode13 nach oben, während sich die obere Elektrode7 auf dem gewissermaßen einen Festpunkt bildenden Blech27 abstützt. Es erfolgt mit anderen Worten ein automatischer Ausgleich der asymmetrischen Lage der Elektroden7 ,13 gegenüber dem Blechpaket27 ,28 . Dieser Ausgleich verhindert, dass die Bleche27 ,28 verformt oder verlagert werden. Sobald die Schließbewegung der Elektroden7 ,13 beendet und die Position in4 erreicht ist, erfolgt der Schweißvorgang, wobei der Anpressdruck der Elektroden7 ,13 und die Schweißdauer durch auf den Servomotor9 einwirkende, nicht dargestellte Sensoren gesteuert werden. Nach Abschluss des Schweißvorganges wird die Bremse20 erneut betätigt, so dass sich beide Elektroden7 ,13 gleichmäßig von den Blechen27 ,28 entfernen können, bis sie die in5 dargestellte Position erreicht haben. Entspricht die erreichte Position nicht der Mit tellage, so wird bei geöffneter Bremse20 der Servomotor9 eingeschaltet und die Elektrodenträger6 ,12 entfernen sich voneinander bis z. B. der obere Schlitten2 mit dem Elektrodenträger6 am Endanschlag22 zur Anlage kommt. Von diesem Augenblick an drückt der weiterlaufende Servomotor sich nach unten, wobei der untere Schlitten2 mit dem Elektrodenträger6 sich gleichzeitig relativ zum Servomotor20 ebenfalls nach unten bewegt, bis er gegen den Endanschlag23 anschlägt. Dieser Zeitpunkt wird durch einen nicht dargestellten Kraftsensor erfasst, der den Servomotor20 abschaltet. Die Elektrodenträger6 ,12 befinden sich nunmehr in ihrer Soll-Ausgangslage.
Claims (12)
- Schweißvorrichtung mit zwei durch einen Servomotor relativ zueinander bewegbaren, mit Elektroden bestückbaren Elektrodenträgern, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens eine Linearführung (
1 ) aufweist, auf der beide Elektrodenträger (6 ,12 ) geführt sind, dass die Elektrodenträger (6 ,12 ) und der Servomotor (9 ) eine schwimmend auf der Linearführung (1 ) gelagerte Baugruppe bilden und dass die Baugruppe durch Mittel zum Ausgleich ihres Gewichtes in einer Grundposition gehalten wird, aus der die Elektrodenträger (6 ,12 ) in die Schweißposition überführbar sind. - Schweißvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit einer Bremse (
20 ) ausgestattet ist, durch die die von den Elektrodenträgern (6 ,12 ) und dem Servomotor (9 ) gebildete Baugruppe auf der Linearführung (1 ) arrretierbar ist. - Schweißvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Linearführung (
1 ) drei Schlitten (2 ,3 ,4 ) gelagert sind. 4 Schweißvorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Bremse (20 ) der mit dem Servomotor (9 ) verbundene Schlitten (3 ) arretierbar ist. - Schweißvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem den Servomotor (
9 ) tragenden Schlitten (3 ) eine durch einen Kolben (19 ) der Bremse (20 ) arretierbare Bremsschiene (18 ) verbunden ist. - Schweißvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Servomotor (
9 ) zwischen den Elektrodenträgern (6 ,12 ) angeordnet ist. - Schweißvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass durch den Servomotor (
6 ,12 ) zwei mit gegenläufigem Gewinde versehene Spindeln (8 ,14 ) antreibbar sind, die mit den Elektrodenträgern (6 ,12 ) zugeordneten Muttern in Eingriff stehen. - Schweißvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Spindeln (
8 ,14 ) über Kupplungen (10 ,15 ) mit sich gegenüberliegenden Wellenstümpfen (11 ,16 ) der Welle des Servomotors (9 ) verbunden sind. - Schweißvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungen (
10 ,15 ) als Rutschkupplungen ausgebildet sind. - Schweißvorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die durch den Servomotor (
9 ) antreibbaren Spindeln (8 ,14 ) mit Muttern an den den Elektroden (7 ,13 ) abgewandten Enden der Elektrodenträger (6 ,12 ) in Eingriff stehen. - Schweißvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Ausgleich ihres Gewichtes von mindestens einer Feder (
21 ) gebildet werden. - Schweißvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Ausgleich ihres Gewichtes von einem Pneumatikzylinder gebildet werden.
- Schweißvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearführung (
1 ) mit Endanschlägen (22 ,23 ) versehen ist.
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