[go: up one dir, main page]

DE1035130B - Verfahren zur Herstellung von Hecogenin und seinen Acylderivaten aus Rohhecogenin - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Hecogenin und seinen Acylderivaten aus Rohhecogenin

Info

Publication number
DE1035130B
DE1035130B DEG19024A DEG0019024A DE1035130B DE 1035130 B DE1035130 B DE 1035130B DE G19024 A DEG19024 A DE G19024A DE G0019024 A DEG0019024 A DE G0019024A DE 1035130 B DE1035130 B DE 1035130B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
hecogenin
crude
alcohol
lower alcohol
methanol
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEG19024A
Other languages
English (en)
Inventor
Thomas Eric Holt
John Charles Clayton
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Glaxo Laboratories Ltd
Original Assignee
Glaxo Laboratories Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Glaxo Laboratories Ltd filed Critical Glaxo Laboratories Ltd
Publication of DE1035130B publication Critical patent/DE1035130B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07JSTEROIDS
    • C07J71/00Steroids in which the cyclopenta(a)hydrophenanthrene skeleton is condensed with a heterocyclic ring

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Steroid Compounds (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Hecogenin und seinen Acylderivaten aus Rohhecogenin Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Hecogenin und seinen Acylderivaten aus Rohliecogenin.
  • Hecogenin ist eine Steroidverbindung, die aus verschiedenen Pflanzenarten, vor allem aus der Sisalpflanze gewonnen werden kann und sich als Ausgangsstoff für die Synthese verschiedener Steroidverbindungen, insbesondere des Cortisons und verwandter Verbindungen, eignet. Der Gewinnung von Hecogenin in praktisch reiner Form in technischem Maßstab kommt daher beträchtliche Bedeutung zu, sie ist jedoch, wie sich gezeigt hat, mit Schwierigkeiten verbunden.
  • Hecogenin liegt im Saft der Pflanze in Form des entsprechenden Saponins vor, dessen glvcosidische Bindung zunächst hydrolysiert werden muß, was beispielsweise durch Autolyse des Pflanzensaftes und saure Hydrolyse der erhaltenen Aufschlämmung bewirkt wird. Das Hydrolyseprodukt des natürlichen Materials ist gefärbt und enthält neben dem gewünschten Hecogenin viele Verunreinigungen, wie andere Steroidverbindungen, Wachse oder Gummen.
  • Bei den bekannten Verfahren zur Gewinnung von Hecogenin aus Heconinhydrolysateii werden Äther, Isopropylätlier, Essigsäureäthylester, Benzol, Tetrachlorkohlenstofl oder Trichloräthvlen als Extraktionsmittel verwendet. Diese Verfahren sind umständlich und zeitraubend, da entweder ein großes Volumen verarbeitet oder das Sapogenin vor der Extraktion mit Hilfe eines Adsorbens aus dem Hydrolysat entfernt werden muß. Außerdem liegt das Hydroly seprodukt, der rohe Hecogeninrückstand, meistens in Form eines wachsartigen Preßkuchens vor, der sich nur schwierig in zufriedenstellender Weise pulverisieren läßt. Zur Erzielung guter Ergebnisse bei einer Lösungsmittelextraktion ist jedoch ein :Material in feinverteiltem Zustand erforderlich. Eine derartige Feinverteilung läßt sich mit den bisher verwendeten Lösungsmitteln nicht erreichen.
  • Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß bei der Behandlung von Rohhecogenin mit einem niederen Alkohol der Ausgangsstoff rasch dispergiert wird, wobei das Hecogenin in Lösung geht und die Verunreinigungen suspendiert bleiben, so daß sie leicht abgetrennt werden können.
  • Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung von Hecogenin wird das durch Hydrolyse des entsprechenden in der Natur vorkommenden Pflanzensaponins erhaltene Rohhecogenin als Ausgangsstoff verwendet; der Einfachheit halber soll unter der Bezeichnung »Rohhecogenin« hecogeninhaltiges Material verstanden werden, wie es direkt bei der Hydrolyse anfällt und das die normalerweise nach der Hydrolyse von natürlich vorkommendem Saponin vorliegenden Verunreinigungen aufweist. Das direkt aus der Hydroly sestufe gewonnene Rohhecogenin enthält gewöhnlich bis zu 30'% und meistens zwischen 5 und 25% Hecogenin.
  • Dieses Rohhecogenin wird in einem niederen Alkohol gelöst und die erhaltene Lösung von den ungelösten Verunreinigungen befreit. Der niedere Alkohol kann 1 bis 5 Kohlenstoffatome enthalten, bevorzugte Alkohole sind Äthanol und Methanol.
  • Das Hecogenin höherer Reinheit läßt man entweder direkt aus der erhaltenen Lösung auskristallisieren, oder man gewinnt es durch Eindampfen der alkoholischen Lösung praktisch zur Trockne, Entwachsen des Rückstands. Auflösen des gereinigten Materials in einem niederen Alkohol und Auskristallisierenlassen des Hecogenins aus dieser Lösung.
  • Die Löslichkeit von Hecogenin in niedermolekularen Alkoholen ist verhältnismäßig groß, wodurch geringere Lösungsmittelmengen erforderlich sind als bei den bekannten Verfahren.
  • Die alkoholische Lösung kann auch einer Behandlung mit Aktivkohle unterworfen werden.
  • Das entweder durch Kristallisation oder durch Eindampfen zur Trockne erhaltene feste Material kann anschließend vorteilhafterweise mit einem kalten Kohlenwasserstofflösungsmittel, insbesondere einem aliphatischen Kohlenwasserstoff, beispielsweise Petroläther, extrahiert werden. Durch diese Arbeitsweise werden die Wachse entfernt. Es ist selbstverständlich möglich, das rohe Hecogenin mit dem kalten Kohlenwasserstofflösungsmittel vor der Alkoholextraktion zu behandeln, doch ist, wie oben ausgeführt, die Natur der festen Rohhecogenin enthaltenen Wachse derart, daß die Extraktion mit solchen Lösungsmitteln gewisse Schwierigkeiten bereitet. Es ist deshalb besser, die Verteilungswirkung des niedrigermolekularen Alkohols auf das wachshaltige Rohmaterial auszunutzen, ehe man versucht, die Wachse mit dem kalten Kohlenwasserstofflösungsmittel zu entfernen.
  • Falls man zunächst das Rohhecogenin mit einem niedermolekularen Alkohol extrahiert, dann zur Trockne eingedampft und schließlich mit einem kalten Kohlenwasserstofflösungsmittel extrahiert hat, ist es dann zweckmäßig, das erhaltene Material aus einem niedrigeren Alkohol zur Kristallisation zu bringen. Diese Stufe ist nicht unbedingt erforderlich, wenn man das Material aus der ersten Alkoholextraktion direkt auskristallisieren läßt, doch wird im allgemeinen oft eine weitere Reinigung erzielt, wenn bei dieser Stufe ein Umkristallisieren aus Alkohol eingeschaltet wird, selbst dann, wenn die erste Alkoholextraktion eine solche Kristallisationsstufe einschloß. Bei der Anwendung dieser zweiten Behandlung mit Alkohol kann selbstverständlich auch eine Behandlung mit Aktivkohle eingeschlossen sein; dies kann unnötig sein, wenn die erste Alkoholextraktion eine Behandlung mit Aktivkohle einschloß.
  • Das bei den obenerwähnten Arbeitsweisen erhaltene hecogeninhaltige Material wird dann zweckmäßig in an sich bekannter Weise acvliert, vorzugsweise mit einer aliphatischen Säure. wie Essigsäure. Durch anschließende Kristallisation des Acetats aus Essigsäure wird eine weitere merkbare Reinigung erzielt.
  • Im folgenden sei zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens eine allgemeine Beschreibung der bevorzugten Durchführungsformen der vorliegenden Erfindung gegeben.
  • Die rohen Hecogeninrückstände können entweder in der Hitze oder in der Kälte mit den niedermolekularen Alkoholen als Lösungsmittel extrahiert werden. Dabei ist für die Verwendung von genügend Lösungsmittel zur Lösung des gesamten vorhandenen Hecogenins bei der angewandten Extraktionstemperatur Sorge zu tragen. Vorzugsweise wird die Extraktion in der Hitze, insbesondere beim Siedepunkt des Lösungsmittels, durchgeführt und Methanol als Extraktionslösungsmittel verwendet. Etwa 90 Volumteile Methanol pro Gewichtsteil an Isosapogeninen stellen eine zweckmäßige Lösungsmittelmenge dar. Die -Menge an Isosapogenin in den rohen Rückständen kann selbstverständlich durch vorherige Extraktion in kleinem -Maßstab bestimmt werden. Vorzugsweise werden die festen Rückstände mit dem Extraktionslösungsmittel gründlich verrührt, wodurch eine gründliche Dispersion der festen Substanz in der Flüssigkeit und somit eine maximale Extraktion des vorhandenen Hecogenins in Lösung gewährleistet wird.
  • Die in der Suspension enthaltenen Feststoffe können nach einem beliebigen üblichen Verfahren, beispielsweise durch Absitzenlassen der Suspension und Abdekantieren der überstehenden Flüssigkeit, durch Zentrifugieren oder vorzugsweise durch Filtrieren, zweckmäßigerweise in einer Filterpresse, leicht abgetrennt werden. Die Abtrennung der festen Substanz voll der Flüssigkeit kann in der Hitze oder in der Kälte erfolgen, vorausgesetzt, daß bei der Durchführung der Extraktion der rohen Rückstände in der Hitze genügend Lösungsmittel angewandt wurde, um ein Ausfallen des Hecogenins aus der Lösung beim Abkühlen vor dem Abtrennen der festen Substanz zu verhindern.
  • Die Behandlung des alkoholischen Extrakts mit Entfärbungsaktivkohle hat sich bei dieser Stufe als besonders gut erwiesen, da dadurch die Farbe des Extrakts in hohem Maße verbessert wird und die anschließenden Verfahrensstufen leichter durchzuführen sind. Die Behandlung mit Tierkohle erfolgt vorzugsweise in der Hitze, vorteilhaft zur gleichen Zeit wie die Extraktion der rohen Rückstände, da die Aktivkohle dann gleichzeitig mit den bei der Extraktion zurückbleibenden Feststoffen entfernt werden kann. Die anzuwendende Menge an Aktivkohle wird am besten durch Vorversuche bestimmt: ganz allgemein wird vorzugsweise eine solche Menge Aktivkohle verwendet, die der Menge an vorhandenen Isosapogeninen praktisch gleich ist.
  • Der erhaltene alkoholische und von Feststoffen befreite Extrakt enthält neben Hecogenin andere Isosapogeniiie sowie wachsartige Substanzen und andere Verunreinigungen und muß deshalb weiter gereinigt werden. Eine beträchtliche Reinigung wird jedoch durch die Alkoholextraktion erreicht, und diese Extrakte zeigen insbesondere dann, wenn Entfärbungsaktivkohle verwendet worden war, nur eine verhältnismäßig helle Färbung.
  • Die nächste Stufe besteht in der Konzentrierung des alkoholischen Extrakts, die vorzugsweise durch Verdampfen in der Hitze auf das geeignete Volumen durchgeführt wird, wobei das Hecogenin auskristallisiert. Bei der Verwendung von -Iethanol und der Anwendung von 90 Voluinteilen Lösungsmittel bei der Extraktion ist es zweckmäßig. den Extrakt auf etwa ein Viertel des ursprünglichen Volumens einzudampfen, wonach das Rohhecogenin beim Abkühlen auskristallisiert und beispielsweise durch Filtrieren abgetrennt werden kann; weitere Hecogeninmengen werden in üblicher Weise aus den Mutterlaugen gewonnen. Der alkoholische Extrakt kann natürlich? auch zur Trockne eingedampft werden, doch ist die dabei erhaltene feste Substanz unter Umständen ziemlich pastös, was für die Behandlung in der nachfolgenden Stufe weniger zweckmäßig ist als ein kristallines Material.
  • Die nächste Stufe besteht in der Abtrennung der wachsartigen Verunreinigungen von den Rohhecogenin enthaltenden Feststoffen aus den alkoholischen Extrakten. Dies kann zweckmäßig durch Extraktion dieser Feststoffe mit einem kalten Kohlenwasserstofflösungsmittel, insbesondere aliphatischen Kohlenwasserstofflösungsmitteln erreicht werden. Benzinfraktionen sind für diese Stoffe sehr geeignet, und die Verwendung einer im Bereich von 100 bis 120° C siedenden Fraktion hat sich als zweckmäßig erwiesen. Die Extraktion wird vorzugsweise durchgeführt, indem man die feste Substanz in der Kälte mit dem Kohlenwasserstofflösungsmittel verrührt, wobei die Menge an angewandtem Lösungsmittel -.lein, d. h. gerade zur Extraktion der vorhandenen wachsartigen Verunreinigung ausreichend, gehalten wird. Das Lösungsmittel kann dann auf beliebige zweckmäßige Weise, vorzugsweise durch Filtrieren entfernt werden, und das zurückbleibende Rohhecogenin wird vorzugsweise mit weiteren Mengen des Lösungsmittels gewaschen. Es sei erwähnt, daß bei der Arbeitsweise, wo in der vorhergehenden Stufe das Hecogeninmaterial auskristallisieren gelassen und nicht lediglich durch Eindampfen des alkoholischen Extrakts zur Trockne erhalten wurde, das Auslaugen mit dem Kohlenwasserstofflösungsmittel und das Filtrieren von demselben leichter durchführbar ist.
  • Das bei der Kälteextraktion mit Kohlenwasserstofflösungsmitteln erhaltene Material variiert je nach dem Ursprung der ursprünglichen Rohhecogeninrückstände in der Reinheit, doch enthält ein derartiges Material im allgemeinen 50 bis 85°/o Hecogenin. Die in Fällen, wo der Reinheitsgrad unter 80°!o liegt, gewöhnlich wünschenswert erscheinende weitere Reinigung kann durch Umkristallisieren aus einem niedriger molekularen Alkohol, wie Methanol, vorzugsweise in Gegenwart einer geringen Menge, zweckmäßig 5 bis 25°/o Entfärbungsaktivkohle erzielt werden. Das erhaltene umkristallisierte Material besitzt im allgemeinen eine Reinheit von 60 bis 100"/0. Diese Umkristallisierungsstufe ist selbstverständlich dann wesentlich, wenn der erste Extrakt zur Trockne eingedampft und nicht zur Kristallisation gebracht wurde.
  • Bei der Synthese anderer Steroide, wie Cortison, und der Sexualhormone wird üblicherweise als Ausgangsmaterial ein Hecogeninester, insbesondere das Acetat. verwendet. Es wurde gefunden, daß die Stufe der Hecogeninacvlierung häufig gleichzeitig eine weitere Reinigung herbeiführt.
  • Das bei den im vorstehenden beschriebenen Stufen des erfindungsgemäßen Verfahrens erhaltene Hecogeninmaterial kann vorzugsweise mit einer aliphatischen Säure, wie Essigsäure, acyliert werden. Eine derartige Acylierung wird vorzugsweise unter Verwendung einer Mischung aus dem entsprechenden Säureanhydrid und der Säure selbst als Acylierungsmittel durchgeführt. So kann beispielsweise das hecogeninhaltige Material unter Verwendung einer Mischung aus Essigsäureanhydrid und Essigsäure, vorzugsweise in 1Iengenverhältnissen von 2 bis 3 Volumteilen Essigsäure zu 1 V olumteil Essigsäureanhydrid, ganz besonders gut acetyliert werden. Die Verwendung von Essigsäure ist insofern vorteilhaft, als dadurch erstens die Abscheidung des Hecogeninacetats vor Beendigung der Acetylierung vermieden und zweitens die Kristallisation durch Zersetzung eines gegebenenfalls vorhandenen Überschusses an Anhydrid zu Essigsäure durch Zugabe einer geeigneten Menge Wasser und Auskristallisierenlassen des Acetats aus der erhaltenen Essigsäurelösung leicht erreicht werden kann. Die Kristallisation von Hecogeninacetat aus Essigsäure hat im allgemeinen den Vorteil, daß unerwünschte steroidartige Verunreinigungen, wie andere Sapogenine, sowie noch verbliebene Farbspuren entfernt werden, wodurch das Produkt nach dem Waschen mit Wasser für die meisten synthetischen Zwecke geeignet ist.
  • Falls erwünscht, kann eine weitere Reinigung durch Umkristallisieren des Hecogeninesters aus einem geeigneten Lösungsmittel, wie Essigsäureäthylester, Essigsäure oder Petroläther (vorzugsweise eine im Bereich von 100 bis 120° C siedende Fraktion), falls erforderlich, in Gegenwart einer geringen Menge, z. B. etwa 511/o Aktivkohle erzielt werden.
  • Das im vorstehenden beschriebene Verfahren kann unter Umständen zu einem Material führen, das nicht ganz so rein ist, wie dies wünschenswert erscheint. Ein derartiges illaterial besitzt beispielsweise oft ein gutes Aussehen, zeigt aber einen etwas niedrigeren Schmelzpunkt als reines Hecogenin. So wurde beispielsweise nach den oben beschriebenen Kristallisationsverfahren bei der Anwendung von Hecogeninacetat ein derartiges unreines Material aus den Mutterlaugen gewonnen, dessen Schmelzpunkt etwa 10° C unterhalb von dem von reinem Hecogeninacetat liegt. Die Reinigung eines derartigen, den Anforderungen nicht genügenden -Materials hat erfahrungsgemäß Schwierigkeiten bereitet, doch wurde festgestellt, daß es durch erneute Hydrolyse zu Hecogenin mit einer Lösung einer Alkalilauge in einem niedriger molekularen Alkohol und anschließende erneute Acylierung und Behandlung nach der oben beschriebenen Arbeitsweise gereinigt werden kann.
  • Die folgenden Beispiele erläutern das erfindungsgemäße Verfahren ohne sie zu beschränken. Beispiel 1 14 kg Sisalrückstände (Tanganyika) wurden unter Rühren mit 225 1 Methylalkohol 11/z Stunden unter Rückfluß erhitzt. Nach dem Absitzenlassen der suspendierten Feststoffe wurde der klare Methanolextrakt abdekantiert. Die hinterbleibenden Feststoffe wurden ferner mit 225 1 frischem Methanol unter Rühren 1 Stunde zum Sieden unter Rückfluß erhitzt. Nach Absitzenlassen der suspendierten Feststoffe wurde der Methanolextrakt wiederum abdekantiert und die vereinigten Extrakte wurden zur Trockne eingedampft, wobei die letzten Spuren Methanol unter vermindertem Druck entfernt wurden. Der viskose Rückstand wurde mit 18 1 Petroläther (Siedebereich 100 bis 120° C) verrührt und abf ltriert. Der Kuchen wurde mit 6 1 Petroläther gewaschen und bei 80° C getrocknet. 4,3 kg des schwachgrünen Rohhecogenins wurden 2 Stunden mit 73 1 ?@lethylalkohol, 1,1 kg Aktivkohle und 0,5 kg Kieselgur zum Sieden unter Rückfluß erhitzt. Die Mischung wurde durch ein erwärmtes Filter aus rostfreiem Stahl filtriert, der Rückstand mit 61 Methylalkohol gewaschen und Filtrat und Waschflüssigkeiten wurden abkühlen gelassen; am nächsten Tag wurde das gereinigte Hecogenin abfiltriert, mit 4 1 Methanol gewaschen und bei 80° C in einem Ofen getrocknet; es wurden 1,76 kg einer weißen, festen Substanz erhalten. Aus den Mutterlaugen wurden nach dem Eindampfen auf ein Viertel ihres Volumens weitere 0,5 kg gewonnen.
  • 1,67 kg des gereinigten Hecogenins wurden mit 1,7 1 Essigsäureanhydrid und 3,41 Essigsäure bis zur vollständigen Lösung und dem Beginn einer heftigen Reaktion erwärmt. Nach 2stündigem Kochen unter Rückfluß wurden 226 ml Wasser zur Zersetzung des Überschusses an Essigsäureanhydrid vorsichtig zugesetzt und die Lösung über Nacht abkühlen gelassen, wobei Hecogeninacetat auskristallisierte. Nach dem Abfiltrieren wurde dieses mit etwas Essigsäure und dann mit Wasser gewaschen. Nach dem Trocknen bei 100° C in einem Ofen erhielt man 1,435 kg Substanz vom F. = 243 bis 248° C. Aus den Essigsäuremutterlaugen wurde beim Verdampfen auf ein Viertel ihres Volumens eine zweite Ausbeute von 125 g vom F. = 237 bis 243° C erhalten. Beispiel 2 15 kg Sisalrückstände (Jamaika) wurden 1 Stunde mit 280 1 1-lethanol unter Rühren und Rückfluß erhitzt. Die Mischung wurde auf Zimmertemperatur abgekühlt und durch eine Filterpresse filtriert, wobei der Filterkuchen mit 22 1 Methanol gewaschen wurde. Filtrat und Waschflüssigkeiten wurden vereinigt und 1/z Stunde mit 2,25 kg Aktivkohle und 1,6 kg Kieselgur unter Rückfluß erhitzt. Nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur wurde die Mischung durch eine Filterpresse filtriert und der Kuchen mit 221 Methanol gewaschen. Filtrat und Waschflüssigkeiten wurden gemeinsam auf ein Volumen von 701 eingeengt und abkühlen gelassen. Das kristallisierte Produkt wurde filtriert, mit 6 1 Methanol gewaschen und bei 80° C getrocknet, wobei 2,26 kg erhalten wurden. Nach dem Einengen der Mutterlaugen auf 6 1 und Abkühlenlassen wurde das kristallisierte Produkt abfiltriert, gewaschen und bei 80° C getrocknet, was weitere 0,89 kg ergab.
  • 2,94 kg des so erhaltenen Rohhecogenins wurden aus 381 Methylalkohol mit 0,29 kg Aktivkohle (18%), wie im Beispiel 1 beschrieben, umkristallisiert. Dabei wurde eine erste Ausbeute von 1,57 kg und eine zweite Ausbeute von 0,49 kg erhalten.
  • 1,57 kg des gereinigten Hecogenins wurden wie im Beispiel 1 beschrieben unter Verwendung von 1,6 1 Essigsäureanhydrid und 3,2 1 Essigsäure acetyiiert, wobei am Ende der Umsetzung 212 ml Wasser zugegeben wurden. Man erhielt 1,14 kg Acetat vom F. = 225 bis 235° C. Es wurde durch Auflösen in 44 1 Petroläther (Siedebereich 100 bis 120° C) und Behandlung mit 100 g Aktivkohle gereinigt. Nach dem Abfiltrieren der Lösung in der Hitze ließ man das Filtrat abkühlen und erhielt dann als erste Ausbeute 810 g Hecogeninacetat vom F. = 240 bis 246° C und als zweite Ausbeute 98 g vom F. = 229 bis 236° C. Beispiel 3 25 kg Sisalrückstände (Tanganyika) wurden 1 Stunde mit 270 1 Methanol und 3 kg Aktivkohle unter Rühren und Rückfluß erhitzt und dann in der Hitze durch eine Filterpresse abfiltriert. Nach dem Waschen des Filterkuchens mit 221 Methanol wurde das mit den Waschflüssigkeiten vereinigte Filtrat auf etwa 501 eingedampft und über Nacht abkühlen gelassen. Die kristallisierte feste Substanz wurde abfiltriert und mit 5 1 Methanol gewaschen. Der Filterkuchen wurde mit 151 Petroläther (Siedebereich 100 bis 120° C) aufgeschlämmt, abfiltriert, mit weiteren 5 1 Petroläther gewaschen und bei 80° C getrocknet, was -1,82 kg braungelbgefärbtes Rohhecogenin ergab.
  • Die Methanolmutterlaugen wurden auf 71 eingeengt und abkühlen gelassen. Das kristalline Produkt wurde abfiltriert und mit 2 1 Methanol gewaschen. Der Filterkuchen wurde mit 11 Petroläther (Siedebereich 100 bis 120° Cl verrührt, abfiltriert, mit 200 ml Petroläther gewaschen und dann bei 80° C getrocknet; man erhielt 0,26 kg.
  • Das Rohhecogenin wurde durch Umkristallisieren aus Methanol gereinigt und gemäß den Beispielen 1 und 2 acetyliert. Beispiel 4 20 g des aus den bei früheren Versuchen erhaltenen Mutterlaugen gewonnenen Rohhecogeninacetats vom F. = 230 bis 235° C wurden 1/2 Stunde mit 450 ml Methanol und 20 ml 40%igem Natriumhvdroxvd unter Rückfluß erhitzt. lach dem Abkühlen wurde die kristalline feste Substanz abfiltriert, mit etwas Methanol gewaschen und getrocknet. Sie wurde durch Erwärmen mit 16,5 ml Essigsäureanhydrid und 33 ml Essigsäure während einer Stunde unter Rückfluß acetyliert. Man ließ die Mischung abkühlen, filtrierte den kristallinen Niederschlag ab und wusch mit etwas Essigsäure und dann mit Wasser. Die trockene feste Substanz wurde unter Verwendung von 0,7g (5%) Aktivkohle aus 560m1 Petroläther umkristallisiert. Das isolierte Hecogeninacetat (9,7g) zeigte einen Schmelzpunkt von 242 bis 246° C.
  • Beispiel s 100 g Sisalrückstände (Tanganyika) wurden 1 Stunde mit 800 ml mit Methanol vergälltem Äthanol unter Rühren und Rückfluß erhitzt. Nach Zugabe von 30 g Kieselgur wurde die Lösung heiß filtriert und der Filterkuchen mit 50 ml Alkohol gewaschen. Der Filterkuchen wurde eine weitere Stunde mit 800 ml Alkohol erneut extrahiert und die Mischung heiß filtriert. Der Filterkuchen wurde mit 50 ml Alkohol gewaschen, und die mit den Waschflüssigkeiten vereinigten Filtrate wurden zur Trockne eingedampft. Der viskose Rückstand wurde mit 30 ml Petroläther (Siedebereich 100 bis 120° C) aufgeschlämmt, und die Kristalle wurden nach dem Waschen mit 30 ml Petroläther bei 100° C getrocknet. Man erhielt 25,9 g schwachgrünes Rohhecogenin, dessen Prüfung 17% Sapogenine ergab.

Claims (5)

  1. PATEN TANSPRÜCHF-1. Verfahren zur Herstellung von Hecogenin und seinen Acylderivaten aus Rohhecogenin, dadurch gekennzeichnet, daß man das Rohhecogenin in einem niederen Alkohol löst, die ungelösten Verunreinigungen aus der erhaltenen Lösung abtrennt und das Hecogenin höherer Reinheit entweder direkt aus der erhaltenen Lösung auskristallisieren läß.t oder aber durch Eindampfen der erhaltenen Lösung praktisch zur Trockne, Entwachsen des Rückstandes, Auflösen des gereinigten Materials in eine ril niederen Alkohol und Auskristallisierenlassen des Hecogenins aus der so erhaltenen Lösung gewinnt und gegebenenfalls in an sich bekannter Weise mit einem Säureanhvdrid acvliert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet. daß man als niederen Alkohol Methanol oder Äthanol verwendet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man etwa 90 Volumteile heißen Alkohol pro Gewichtsteil der in dem Rohmaterial vorhandenen Isosapogenine verwendet.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man außerdem die Lösung des Rohhecogenins in dem niederen Alkohol mit Entfärbungsaktivkohle behandelt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet. daß man das Entwachsen mit einem kalten Kohlenwasserstofflösungsmittel, insbesondere mit einem aliphatischen Kohlenwasserstofflösungsmittel, insbesondere Petroläther, durchführt-In Betracht gezogene Druckschriften Journ. Amor. Cliem. Soc., 65, 1943, S. 1199; 64, 1942, S. 1283: britische Patentschriften Nr.722186, 702072.
DEG19024A 1955-02-21 1956-02-20 Verfahren zur Herstellung von Hecogenin und seinen Acylderivaten aus Rohhecogenin Pending DE1035130B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
GB1035130X 1955-02-21

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1035130B true DE1035130B (de) 1958-07-31

Family

ID=10869431

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEG19024A Pending DE1035130B (de) 1955-02-21 1956-02-20 Verfahren zur Herstellung von Hecogenin und seinen Acylderivaten aus Rohhecogenin

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1035130B (de)

Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB702072A (en) * 1951-04-02 1954-01-06 Nat Res Dev Improvements in or relating to the production of hecogenin from plant material
GB722186A (en) * 1951-11-12 1955-01-19 Nat Res Dev Improvements relating to the production of sapogenins

Patent Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB702072A (en) * 1951-04-02 1954-01-06 Nat Res Dev Improvements in or relating to the production of hecogenin from plant material
GB722186A (en) * 1951-11-12 1955-01-19 Nat Res Dev Improvements relating to the production of sapogenins

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE833815C (de) Verfahren zur Abtrennung von Cholesterin aus Wollwachsalkoholen
DE3301995A1 (de) Verfahren zur kristallisation von trimellithsaeure
DE1035130B (de) Verfahren zur Herstellung von Hecogenin und seinen Acylderivaten aus Rohhecogenin
US2827456A (en) Process for purification of hecogenin
DE1040543B (de) Verfahren zur Reinigung eines rohen, durch Hydrolyse von natuerlichem saponinhaltigenMaterial erhaltenen sapogeninhaltigen Materials
DE1618819B1 (de) Inokosteron und Verfahren zu seiner Gewinnung
DE2319493B2 (de) Verfahren zur Gewinnung von optisch aktivem a -Phenylglycin-benzolsulfonat durch optische Aufspaltung von DL- a -Phenylglycinbenzolsulfonat
DE69519656T2 (de) Verfahren zur Gewinnung von procyanidolischen Oligomeren
CH345002A (de) Verfahren zur Reinigung von rohem Hecogenin
DE1243206B (de) Verfahren zur Trennung von racemischem 1-Hydroxy-2-aminobutan in seine optisch aktiven Antipoden
EP0043031B2 (de) Verfahren zur Gewinnung von reinen Anilin-Verbindungen
DE1015422B (de) Verfahren zum Reinigen von Terephthalsaeure
DE1025875B (de) Verfahren zur Abtrennung von Begleitstoffen aus kristallinen Stoffen
DE937349C (de) Verfahren zur Abtrennung und Reinigung von Ketosteroiden
DD295637A5 (de) Verfahren zur reinigung von steroiden
DE1793596C3 (de) 13-Alkyl-gona-l,3,(10)-triene. Ausscheidung aus: 1443123
DE682392C (de) Verfahren zur Trennung von Dihydroequilin und OEstradiol
DE1954280C3 (de) Verfahren zur Gewinnung eines Germin-Addukts aus Germinwerten
DE934230C (de) Verfahren zur Abtrennung von Desoxycholsaeure aus einem Cholsaeure-Desoxycholsaeuregemisch
CH357719A (de) Verfahren zur Herstellung von reinem Hecogeninacetat
DE385933C (de) Verfahren zur Wiedergewinnung der Schwefelsaeure bei der Verzuckerung von Zellulose und zellulosehaltigem Material mit Konzentrierter Schwefelsaeure
DE532212C (de) Verfahren zum Entharzen von Rohmontanwachs
DE875515C (de) Verfahren zur Aufarbeitung von Fettpechen und Sterinkonzentraten unter Gewinnung vonSterinen
CH358078A (de) Verfahren zur Reinigung von Hecogeninacetat
CH297407A (de) Verfahren zur Isolierung von Cholesterin aus dem Gemisch der nicht verseifbaren Bestandteile des Wollfettes.