Aufgabe
der Erfindung ist es, ein Herstellungsverfahren für eine Sensorvorrichtung,
insbesondere eine Neuro-Sensorvorrichtung,
sowie eine entsprechende Sensorvorrichtung anzugeben, welches die
Ausbildung einer Sensorvorrichtung mit einer Vielzahl von Sensorelementen
bei ausgezeichneter Detektionsempfindlichkeit der einzelnen Sensorelemente
gestattet.
Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den in Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen sowie durch eine Sensorvorrichtung mit den in Anspruch
11 angegebenen Merkmalen gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen
sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Gemäß der Erfindung
umfaßt
ein Verfahren zum Herstellen einer Sensorvorrichtung, insbesondere
einer Neuro-Sensorvorrichtung, folgende Schritte:
- – Ausbilden
einer mikrostrukturierten Halbleitergrundstruktur mit einer Vielzahl
von Transistoren, wobei die Halbleitergrundstruktur scheibenförmig mit
einer im wesentlichen planen Grundstrukturscheibenfläche ausgebildet
ist;
- – Ausbilden
einer mikrostrukturierten Sensorstruktur mit einer Vielzahl von
Halbleitersensorelementen, welche jeweils ein an einen Halbleiterkanal
(n- oder p-Kanal) angrenzendes Sensordielektrikum mit einer Sensorelementoberfläche aufweisen,
wobei die Sensorstruktur scheibenförmig mit einer im wesentlichen
planen Sensorstrukturscheibenfläche
ist, welche der Sensorelementoberfläche gegenüberliegt, der Schritt des Ausbildens
der Sensorstruktur einen Abscheide- und nachfolgenden Ausheilschritt
zumindest eines Dielektrikums für
die Sensordielektrika umfaßt
und die Temperatur des Ausheilschritts zumindest zeitweise über 400°C, vorzugsweise über 600°C und am
meisten bevorzugt über
700°C liegt;
- – Festlegen
der Sensorstruktur an der Halbleitergrundstruktur über eine
Waferbondverbindung der Sensorstrukturscheibenfläche mit der Grundstrukturscheibenfläche; und
- – Ausbilden
von elektrischen Verbindungen zwischen zumindest einem Teil der
Sensorelemente der Sensorstruktur und zumindest einem Teil der Transistoren
der Halbleitergrundstruktur.
Das
erfindungsgemäße Herstellungsverfahren
für eine
Sensorvorrichtung beruht auf einer zweigeteilten Prozeßführung. So
werden eine Halbleitergrundstruktur und eine Sensorstruktur, welche
zusammen die Sensorvorrichtung bilden, in getrennten Prozessen weitgehend
fertiggestellt und erst in einem späten Prozeßstadium durch eine Waferbondverbindung
miteinander verbunden. Die mikrostrukturierte Halbleitergrundstruktur
kann insbesondere eine Vielzahl von Auswahl- und Verstärkungstransistoren
umfassen und ist vorzugsweise CMOS-kompatibel ausgeführt. Die mikrostrukturierte
Sensorstruktur, welche die eigentlichen Sensorelemente mit den Sensortransistoren
umfaßt,
wird in einem getrennten Prozeß weitgehend
fertiggestellt. Die Halbleitergrundstruktur ist mit der Sensorstruktur über eine Waferbondverbindung
verbunden. Derartige Waferbondverfahren, bei welchen zwei plane
Oberflächen bei
Annäherung
aufgrund von Van-der-Waals-Kräften
dauerhaft verbunden werden, sind aus der Halbleitertechnologie bekannt
und bedürfen
keiner genaueren Erläuterung.
Bei dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren
wird die Halbleitergrundstruktur mit der Sensorstruktur durch eine Van-der-Waals-Kopplung
zwischen der planen Grundstrukturscheibenfläche und der planen Sensorstrukturscheibenfläche verbunden.
Mit
der getrennten Prozeßführung zwischen der
Halbleitergrundstruktur und der Sensorstruktur sind erhebliche Vorteile
verbunden, die sich die Erfindung zunutze macht. So hängt eine
hohe Detektionsempfindlichkeit der Sensorelemente einer Sensorvorrichtung
in hohem Maße
von der Kopplungsstärke der
extrazellulären
Signale an den Halbleiterkanal (Sensortransistorkanal) der Sensorelemente
ab. Die Kopplungsstärke
wird maßgeblich
durch Material und Dicke des verwendeten Sensordielektrikums bestimmt.
Besonders vorteilhaft ist der Einsatz von Dielektrika mit hohen
Dielektrizitätskonstanten ("High-k-Dielektrika"), welche eine hohe
Kopplung gestatten. Gleichzeitig ist es für eine hohe Detektionsempfindlichkeit
von Vorteil, das Sensordielektrikum möglichst dünn auszubilden, ohne daß jedoch ohmsche
Leckströme
fließen
können.
Qualitativ
hochwertige, dünne
und dichte Sensordielektrika aus vorzugsweise biokompatiblen Dielektrika
mit hohen Dielektrizitätskonstanten
herzustellen, erfordert jedoch Prozeßschritte, welche in einem "Back-End"-Stadium eines CMOS-Prozesses nicht zulässig sind.
Typischerweise werden derartige "high-k"-Dielektrika bei
Temperaturen von etwa 200°C
abgeschieden und nachfolgend zur Qualitätsverbesserung einem Hochtemperaturausheil-
und Temperschritt bei Temperaturen von typischerweise 900°C unterworfen.
Bereits bei Temperaturen welche 400°C überschreiten, werden jedoch
die im CMOS-Prozeß zuvor
ausgebildeten metallischen Leiterbahnen sowie sonstige Schichtstrukturen
stark in Mitleidenschaft gezogen, sodaß das "Temperatur-Budget" in einem CMOS-Back-End-Prozeß stark eingeschränkt ist.
Durch
das erfindungsgemäße Konzept,
die Prozeßführung zur
Herstellung der Halbleitergrundstruktur von derjenigen der Sensorstruktur
zu trennen und die Strukturen erst zu einem späteren Herstellungsstadium zusammenzuführen, werden
die oben genannten Nachteile vollständig vermieden. So ist es bei
dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren
möglich,
das für
die Detektionsempfindlichkeit ausschlaggebende Sensordielektrikum
unter optimalen Prozeßbedingungen
auszubilden. Insbesondere können
Hochtemperaturausheil- und Temperschritte zur Qualitätsverbesserung
des "high-k"-Dielektrikums zum
Einsatz kommen. Gleichermaßen
kann die Prozessierung der Halbleitergrundstruktur, welche ein hochdichtes
Array von Sensorelementen erst ermöglicht, in Form eines standartisierten CMOS-Prozesses
ausgeführt
werden. Vorzugsweise wird der CMOS-Prozeß hierbei derartig gewählt, daß die im "Front-End"-Stadium ausgebildeten
MOSFETs gute Analogeigenschaften aufweisen.
Um
die Halbleitergrundstruktur und die Sensorstruktur mittels des Waferbondprozesses
zusammenführen
zu können,
weisen beide Strukturen jeweils eine im wesentlichen plane Scheibenfläche auf, welche
beim Waferbondprozeß in
Flächenanlage miteinander
treten. Hierzu weist die Halbleitergrundstruktur eine Grundstrukturscheibenfläche auf,
welche beispielsweise die durch einen CMP-Schritt (Chemical-Mechanical-Polishing)
planarisierte Oberfläche
eines Isolators nach Abschluß des CMOS-Herstellungsprozesses
der Halbleitergrundstruktur ist. Die Sensorstruktur weist dem gegenüber auf
ihrer der Sensorelementoberfläche
abgewandten Seite eine ebenfalls plane Sensorstrukturscheibenfläche auf,
welche beispielsweise ebenfalls durch einen CMP-Prozeß oder durch
ein Ablösen
des Bulk-Siliziumsubstrats eines SOI-Wafers gewonnen werden kann.
Vorzugsweise
ist die Grundstruktur eine CMOS-Halbleiterstruktur.
Die Sensorstruktur wird vorzugsweise als mikrostrukturierte SOI-Struktur
(Silicon-On-Insulator) ausgeführt.
Insbesondere kann der Schritt des Ausbildens der Sensorstruktur
ein Bereitstellen eines SOI-Wafers mit einer Top-Siliziumschicht,
ein Abscheiden zumindest eines Dielektrikums auf die Top-Siliziumschicht
für die
Sensordielektrika und ein Ausheilen des abgeschiedenen Dielektrikums
umfassen. Eine derartige Ausbildung der Sensorstruktur als die abgelöste Top-Silizium-
und Oxidschicht eines SOI-Wafers ist besonders vorteilhaft.
Erfindungsgemäß umfaßt der Schritt
des Ausbildens der Sensorstruktur einen Abscheide- und nachfolgenden
Ausheilschritt zumindest eines Dielektrikums für die Sensordielektrika und
die Temperatur des Ausheilschritts liegt zumindest zeitweise über 400°C, vorzugsweise über 600°C und am
meisten bevorzugt über
700°C. Durch
die getrennte Prozeßführung zwischen
Halbleitergrundstruktur und Sensorstruktur ist es möglich, ein
nicht durch vorangegangene "Front-End"-Prozessierung beschränktes Temperaturbudget nutzen
zu können.
Stattdessen können
Hochtemperaturausheil- und Temperschritte Verwendung finden, welche
zu qualitativ hochwertigen Sensordielektrika führen.
Vorzugsweise
umfaßt
das Sensordielektrikum zumindest ein Dielektrikum mit hoher Dielektrizitätskonstant,
insbesondere Al2O3,
Hf2O3, ZrO2 und/oder TiO2.
Gleichermaßen
sind jedoch alle anderen "high-k"-Dielektrika einsetzbar,
solang diese im Hinblick auf die zu untersuchenden neuronalen Zellen
oder das neuronale Gewebe biokompatibel sind.
Vorzugsweise
weist das Sensordielektrikum eine Dicke von weniger als 20 nm vorzugsweise
weniger als 10 nm auf. Durch den Einsatz eines Hochtemperaturausheil-
und Temperschritts und der abgeschiedenen "high-k"-Dielektrika ist es möglich, "dichte" Sensordielektrika
mit Schiehtdicken von weniger als 20 nm zu erzeugen. Derartige dünne Sensordielektrika
gestatten demgemäß eine hohe
Kopplungseffizienz extrazellulärer
Potentiale an die Sensorelelmente.
Vorzugsweise
weist die Sensorstruktur eine Vielzahl von matrixartig angeordneten
Sensorelementen auf. Durch die vorzugsweise CMOS-strukturierte Halbleitergrundstruktur
ist es möglich,
ein Sensorelementarray mit einer Vielzahl von insbesondere matrixartig
angeordneten Sensorelementen aufzubauen, ohne hierbei auf eine hohe
Kopplungseffizienz verzichten zu müssen.
Vorzugsweise
weist die Halbleitergrundstruktur eine Vielzahl von Verbindungskontakten
mit der Kontaktfläche
von zumindest 1 μm2, vorzugsweise zumindest 2 μm2 auf, welche zumindest teilweise mit Transistoranschlüssen von
zumindest einem der Transistoren der Halbleitergrundstruktur elektrisch verbunden
sind, und der Schritt des Ausbildens der elektrischen Verbindungen
zwischen den Sensorelementen der Sensorstruktur und den Transistoren
der Halbleitergrundstruktur umfaßt ein Ausbilden von elektrischen
Verbindungen zwischen zumindest einem Teil der Verbindungskontakte.
Gemäß dieser bevorzugten
Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens
werden in der Halbleitergrundstruktur Verbindungskontakte bereitgestellt, welche
eine vergleichsweise große
Kontaktfläche von
zumindest 1 μm2, typischerweise 4 μm2 aufweisen.
Diese Verbindungskontakte, welche auch als sogenannte "Landing pads" bezeichnet werden
erleichtern die herzustellenden elektrischen Verbindungen zwischen
den Sensorelelmenten der Sensorstruktur und den Transistoren der
Halbleitergrundstruktur. Zwar ist es mit modernen Waferjustiertechniken,
welche bei Waferbondprozessen üblich
sind, möglich,
eine ausgezeichnete relative Positioniergenauigkeit der Sensorstruktur
relativ zu der Halbleitergrundstruktur herzustellen. Die Verbindungskontakte
mit den vergleichsweise großen
Kontaktflächen tolerieren
jedoch einen gewissen unerwünschten
lateralen Versatz zwischen der Sensor- und der Halbleitergrundstruktur,
ohne daß dies
zu Bauelementausfällen
führen
würde.
Nach
dem Waferbondprozeß werden
mittels planarlithographischer Techniken elektrische Verbindungen
zwischen den entsprechenden Anschlüssen der Sensorelemente (Sensortransistoranschlüsse) zu
den Verbidungskontakten ausgebildet, so daß die typischerweise in Normalenrichtungen
der Scheibenflächen
verlaufenden Verbindungen ("VIAs") auf den "Landing-Pads" enden.
Gemäß der Erfindung
umfaßt
eine Sensorvorrichtung, vorzugsweise eine Sensorvorrichtung hergestellt
nach einem der vorangegangenen erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren:
- – zumindest
eine mikrostrukturierte Halbleitergrundstruktur mit einer Vielzahl
von Transistoren, wobei die Halbleitergrundstruktur scheibenförmig mit
einer im wesentlichen planen Grundstrukturscheibenfläche ausgebildet
ist;
- – zumindest
eine mikrostrukturierte Sensorstruktur mit einer Vielzahl von Halbleitersensorelementen,
welche jeweils ein an einen Halbleiterkanal angrenzendes, bei einer
Temperatur von zumindest zeitweise über 400°C, vorzugsweise über 600°C und am
meisten bevorzugt über
700°C ausgeheiltes
Sensordielektrikum mit einer Sensorelementoberfläche aufweisen, wobei die Sensorstruktur
scheibenförmig
mit einer im wesentlichen planen Sensorstrukturscheibenfläche ist,
welche der Sensorelementoberfläche
gegenüberliegt;
- – eine
Vielzahl von elektrischen Verbindungen zwischen zumindest einem
Teil der Sensorelemente der Sensorstruktur und zumindest einem Teil
der Transistoren der Halbleitergrundstruktur;
wobei die
Sensorstruktur und die Halbleitergrundstruktur über eine Waferbondverbindung
der Sensorstrukturscheibenfläche
mit der Grundstrukturscheibenfläche
verbunden sind.
Hinsichtlich
der Beschreibung der Merkmale und Vorzüge einer erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung
wird auf die vorangegangene Beschreibung der erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren
Bezug genommen.
Vorzugsweise
ist die Grundstruktur eine CMOS-Halbleiterstruktur.
Verzugsweise ist die Sensorstruktur eine mikrostrukturierte SOI-Struktur.
Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
umfaßt
das Sensordielektrikum zumindest ein Dielektrikum mit hoher Dielektrizitätskonstante, insbesondere
Al2O3, Hf2O3, ZrO2 und/oder
TiO2. Vorzugsweise weist das Sensordielektrikum
eine Dicke von weniger als 20 nm, vorzugsweise weniger als 10 nm
auf. Vorzugsweise weist die Sensorstruktur eine Vielzahl von matrixartig
angeordneten Sensorelementen auf.
Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
weist die Halbleitergrundstruktur eine Vielzahl von Verbindungskontakten
mit einer Kontaktfläche
von zumindest 1 μm2, vozugsweise zumindest 2 μm2 auf, welche zumindest teilweise mit Transistoranschlüssen von
zumindest einem der Transistoren der Halbleitergrundstruktur elektrisch
verbunden sind, und die Sensorvorrichtung umfaßt elektrische Verbindungen
zwischen zumindest einem Teil der Sensorelemente und zumindest einem
Teil der Verbindungskontakte.
Die
Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf begleitende Zeichnungen
bevorzugter Ausführungsformen
beispielhaft beschrieben.
Es
zeigt:
1 eine
schematische Schnittansicht einer Halbleitergrundstruktur einer
bevorzugten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung;
2 eine
schematische Schnittansicht eines Herstellungsstadiums einer Sensorstruktur
der bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung;
3 eine
schematische Schnittansicht eines späteren Herstellungsstadiums
der Sensorstruktur von 2;
4 eine
schematische Schnittansicht eines weiteren späteren Herstellungsstadiums
der Sensorstruktur von 2;
5 eine
schematische Schnittansicht eines weiteren Herstellungsstadiums
der Sensorstruktur von 2 mit aufgeklebtem Handlewafer;
6 eine
schematische Schnittansicht der bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung
nach dem Waferbondprozeß der
Halbleitergrundstruktur von 1 und der
Sensorstruktur von 2 bis 5;
7 eine
schematische Schnittansicht eines weiteren Herstellungsstadiums
der bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung
von 6;
8 eine
schematische Schnittansicht eines weiteren Herstellungsstadiums
der bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung
von 6;
9 eine
schematische Schnittansicht der fertiggestellten bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung
gemäß 6 bis 8;
10 eine
schematische Schnittansicht der bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung
gemäß 9,
wobei der Substratkontakt an dem Sensortransistor dargestellt ist;
und
11 eine
schematische Schnittansicht einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung
mit einem "fully-depleted"-SOI-Sensortransistor.
Anhand
der schematischen Schnittzeichnungen gemäß 1 bis 10 wird
nachfolgend eine besonders bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung
beschrieben. Die Schnittebene der Schnittzeichnungen der 1 bis 11 verläuft hierbei
senkrecht zu einer Scheibenflächenebene
der Sensorvorrichtung, d. h. parallel zur Normalenrichtung der verwendeten
Halbleitersubstrate.
In 1 ist
eine mikrostrukturierte Halbleitergrundstruktur 10 in schematischer
Schnittansicht am Ende des verwendeten CMOS-Prozesses dargestellt.
Bei dem verwendeten CMOS-Prozeß kann
es sich um einen herkömmlichen,
aus der Halbleitertechnologie bekannten Prozeß handeln. Vorzugsweise wird
ein CMOS-Prozeß eingesetzt,
welcher zu Transistoren (MOSFETs) mit guten Analogeigenschaften
führt.
In 1 sind schematisch zwei Auswahl- bzw. Verstärkungstransistoren 12 dargestellt, welchem
im "Front-End"-Stadium des CMOS-Prozesses
hergestellt wurden. In üblicher
Weise weisen die Transistoren 12 hochdotierte Kontaktregionen 14 auf,
zwischen welchen sich jeweils der Transistorkanal erstreckt, dessen
elektrische Leitfähigkeit
durch jeweils eine Gateelektrode 16 steuerbar ist. Die
hochdotierten Kontaktregionen 14 der Transistoren 12 sind
mit einer ersten Metallebene M1 in üblicher Weise elektrisch verbunden.
Im
oberen Bereich der Schnittansicht von 1 ist eine
zweite Metallebene M2 dargestellt, welche teilweise über "VIAs" mit Verbindungskontakten 18 elektrisch
verbunden ist. Die Verbindungskontakte 18 sind dazu ausgelegt,
elektrische Verbindungen mit Sensorelementen der später anzubringenden
Sensorstruktur einzugehen.
In 2 ist
in schematischer Schnittansicht ein SOI-Wafer (Silicon-On-Insulator-Wafer)
dargestellt, welcher das Ausgangsmaterial für die zu prozessierende Sensorstruktur 30 ist.
Der SOI-Wafer umfaßt
ein (Bulk-)Halbleitersubstrat 32, vorzugsweise ein Siliziumsubstrat.
Auf dem Siliziumsubstrat 32 ist eine Oxidschicht 34 angeordnet,
welche auch als "burried
oxide layer (BOX)" bezeichnet
wird. Auf der Oxidschicht 34 ist eine Top-Siliziumschicht 36 angebracht,
deren Dicke vorzugsweise zwischen 10 und 300 Nanometer, typischerweise
100 Nanometer, liegt. Die Dicke der Top-Siliziumschicht 36 sollte
vorzugsweise derartig bemessen sein, daß der auszubildende Sensortransistor
der späteren
Sensorelemente gute Analogeigenschaften aufweist. Wie im späteren gezeigt
wird, ist jedoch eine dünne
Top-Siliziumschicht 36 ebenfalls denkbar, wobei die Sensortransistoren
in diesem Fall entsprechende Bereiche der Top-Siliziumschicht 36 vollständig verarmen
und als "fully-depleted"-Transistoren ausgebildet
sind.
Die
Strukturierung des SOI-Wafers, insbesondere der Top-Siliziumschicht 36,
erfolgt mit herkömmlichen
Strukturierungsverfahren der Halbleitertechnologie. Insbesondere
werden in gewohnter Weise Isolationsbereiche STI definiert, um die
einzelnen Sensortransistoren elektrisch voneinander zu trennen (vgl. 3).
Mittels eines Belackungs- und Lithographieschritts und eines nachfolgenden
Implantationsschritts von Donatoren werden n+-dotierte Halbleiterbereiche 38 in
der Top-Siliziumschicht 36 definiert. Nachfolgend wird
der Fotolack entfernt und die Struktur ausgeheilt.
Anschließend wird,
wie in 4 dargestellt, ein Dielektrikum abgeschieden,
welches das Sensordielektrikum 40 bildet. Das Dielektrikum
wird vorzugsweise aus einer Materialgruppe der sogenannten "high-k-Dielektrika" ausgewählt, welche
besonders hohe Dielektrizitätskonstanten
aufweisen. Hiermit ist eine gute kapazitive Kopplung der später zu untersuchenden
neuronalen Zellen an die Sensorelemente gewährleistet. Nach dem Abscheideschritt
des Dielektrikums 40, welcher typischerweise bei Temperaturen
von 200°C
erfolgt, wird ein Hochtemperaturausheil- und Temperschritt angeschlossen,
bei welchem die Temperaturen zeitweise über 400°C, insbesondere über 600°C liegen.
Da in diesem Prozeßstadium
der Strukturierung der Sensorstruktur das "Temperaturbudget" nicht durch vorangegangene CMOS-Front-End-Prozesse
beschränkt
ist, können die
optimalen Ausheil- und Temperparameter zur Ausbildung eines qualitativ
hochwertigen Dielektrikums gewählt
werden. Insbesondere braucht – im Gegensatz
zum Stand der Technik – nicht
auf tieferliegende Verdrahtungsebenen eines vorangegangenen CMOS-Prozesses
Rücksicht
genommen zu werden. Die Schichtdicke des Sensordielektrikums 40 kann
im Vergleich zu Sensordielektrika, welche nicht einem Hochtemperaturausheilschritt
unterworfen werden konnten, erheblich dünner gewählt werden, ohne daß schädliche Leckströme durch
das Dielektrikum auftreten würden.
Anschließend wird
eine Nitridschicht 42 auf die Sensordielektrikumsschicht 40 aufgebracht.
Wie
in 5 dargestellt ist, wird nachfolgend ein sogenannten
Handlewafer 50 mit Hilfe einer geeigneten Klebeschicht 52 flächig auf
die Nitridschicht 42 aufgeklebt. Der Handlewafer 50 hat
die Aufgabe, die Sensorstruktur 30 zu stabilisieren, sobald
das Bulk-Halbleitersubstrat 32 des SOI-Wafers entfernt wurde. Die untere Oberfläche der
Oxidschicht 34, welche nach Entfernen des Halbleitersubstrats 32 offen
liegt, stellt eine plane Oberfläche
dar, welche als Sensorstrukturscheibenfläche 44 bezeichnet
wird.
Nachfolgend
wird, wie in 6 dargestellt ist, die Sensorstruktur 30 mittels
eines Waferbondverfahrens mit der Halbleitergrundstruktur 10 verbunden.
Hierbei tritt die Sensorstrukturscheibenfläche 44 mit einer Grundstrukturscheibenfläche 20 der
Halbleitergrundstruktur 10 in Flächenanlage, wobei Van-der-Waals-Kräfte zu einer
dauerhaften Verbindung zwischen der Halbleitergrundstruktur 10 und der
Sensorstruktur 30 führen.
Nach
dem erfolgten Waferbondprozeß der Sensorstruktur 30 auf
die Halbleitergrundstruktur 10 wird der Handlewafer 50 abgelöst. Mittels
eines Lithographieschritts wird in einer geeigneten Maskenschicht
ein Fenster zur Erstellung von elektrischen Verbindungen zwischen
der Sensorstruktur 30 und der Halbleitergrundstruktur 10 geöffnet. Nach
einem erfolgten Ätzschritt
der Nitridschicht 42, des Sensordielektrikums 40,
der Top-Siliziumschicht 36, der Oxidschicht 34 sowie
des planarisierten Oxid- bzw. Nitridmaterials der Halbleitergrundstruktur 10 endet die Ätzfront
auf den Verbindungskontakten 18 (vgl. 7).
Nachfolgend
wird eine elektrische Verbindung 62 zwischen einem der
Verbindungskontakte 18 und dem hochdotierten Halbleitergebiet 38 (Source-
bzw. Drain-Anschluß des
Sensortransistors) ausgebildet. Zu berücksichtigen ist hierbei, daß eine Verbindung
mit dem Top-Siliziumsubstrat 36, d. h. eine sogenannter "Bulk-Kontakt" vermieden werden
muß. Daher
erfolgt die Prozeßführung unter
Ausbildung einer Oxidisolierung 60 in den ausgebildeten
Kontaktlöchern.
Hierzu erfolgt zunächst
die Abscheidung einer Oxidschicht, welche nachfolgend mittels eines Spacerätzschritts
zurückgeätzt wird.
Die Spacerätzung
wird hierbei derartig stark überzogen,
daß die Spacerhöhe nur knapp überhalb
der Unterkante der hochdotierten Halbleiterbereiche 38 endet.
Auf diese Weise isoliert die Oxidisolierung 60 die spätere elektrische
Verbindung 62 von der Top-Siliziumschicht 36,
so daß kein
parasitärer
Bulk-Kontakt ausgebildet wird.
Nachfolgend
wird, wie in 8 dargestellt ist, eine metallische
Verbindung 62, beispielsweise aus Wolfram, abgeschieden
und zurückgeätzt, welche
den hochdotierten Sensortransistoranschluß 38 mit dem Verbindungskontakt 18 elektrisch
verbindet. Auf die rückgeätzte Oberfläche der
elektrischen Verbindung 62 wird eine Oxidschicht 64 abgeschieden und
rückgeätzt, welche
einen Kontakt der elektrischen Verbindung 62 mit dem Elektrolyten
verhindern soll. Auf diese Weise werden die Sensortransistoranschlüsse 38 elektrisch
mit der Metallebene M2 der Halbleitergrundstruktur 10 verbunden.
An geeigneten Stellen werden die elektrischen Signale der Sensorelemente,
welche derartige Sensortransistoren umfassen, von der Metallebene
M2 an die tieferliegende Metallebene M1 zu den Auswerte- und Auswahltransistoren 12 weitergegeben,
wobei auf bekannte Schaltungstechniken der CMOS-Fertigung zurückgegriffen wird.
Nach
einem Ätzschritt
der Nitridschicht 42 wird das Sensordielektrikum 40 freigelegt,
dessen Oberfläche
die Sensorfläche
darstellt. Eine in die Nähe
des Sensordielektrikums 40 positionierte (nicht dargestellte)
neuronale Zelle kann somit an den Sensortransistor- bzw. Halbleiterkanal,
welcher zwei benachbarte hochdotierte Halbleiterbereiche 18 miteinander
verbindet, kapazitiv koppeln und über den Feldeffekt die Ladungsträgerdichte
bzw. die elektrische Leitfähigkeit
beeinflussen. Die neuronale Zelle wirkt somit gewissermaßen als
Gateelektrode der Sensortransistoren. 9 zeigt
das Abschlußstadium
der bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung.
10 zeigt
eine weitere schematische Schnittansicht eines anderen Bereichs
der bevorzugten Sensorvorrichtung gemäß 1 bis 9.
In dieser Schnittansicht ist die Ausbildung eines Substrat- bzw.
Bulkkontakts 70 dargestellt, mit welchem das elektrische
Potential in der Top-Siliziumschicht 36 elektrisch gesteuert
werden kann.
In 11 ist
eine weitere bevorzugte Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Sensorvorrichtung
mit modifizierter Sensorstruktur 30' in schematischer Schnittansicht
dargestellt. Die Ausführungsform
gemäß 11 entspricht
in wesentlichen Teilen derjenigen der 1 bis 10,
so daß identische
Bezugszeichen für
gleiche oder ähnliche
Elemente verwendet wurden. Jedoch ist bei der Ausführungsform
gemäß 11 die
Dicke der Top-Siliziumschicht 36 derartig gewählt, daß die Sensortransistoren
zwischen den hochdotierten Transistorbereichen 38 eine
Raumladungszone ausbilden, welche die Top-Siliziumschicht 36 vollständig verarmt.
Somit werden die Sensortransistoren in einem "Fully-depleted"-Modus betrieben. Hierdurch vereinfacht
sich der Prozeßablauf,
da auf die Ausbildung der Oxidisolierung 60 verzichtet
werden kann.
Jedoch
weisen derartige "Fully-depleted"-Sensortransistoren
unter Umständen
schlechtere Analogeigenschaften auf, so daß die Prozeßvereinfachung gegebenenfalls
auf Kosten der Detektionsempfindlichkeit erzielt wird.