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Die
Erfindung betrifft ein selbstjustierendes Verfahren zur Verkleinerung
von Strukturen, insbesondere bei der Herstellung von Halbleiter-Bauelementen.
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Die
hochgenaue und dabei preiswerte Erzeugung von Strukturen im Nanometerbereich
ist der Schlüssel
zur Herstellung zukünftiger
miniaturisierter optischer, mikroelektronischer und mikrosystemtechnischer
Bauelemente und Komponenten. Die Realisierung derartiger Strukturen
im Nanometermaßstab ist
von verschiedenen Standpunkten her interessant, so z. B. für eine erhöhte Packungsdichte
innerhalb von Bauelementen, für
einen niedrigeren Leistungsverbrauch, für das Verständnis neuartiger physikalischer
Phänomene
und damit verknüpft,
der Entwicklung neuartiger nanoelektronischer Devices, wie z. B. dem
single-electron transistor, dem metal/insulator tunnel transistor
und so weiter.
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Chemische
Chips und Biochips repräsentieren
weitere Beispiele, die sich derzeit im schnellen Wandel befinden
und von einem hohen Grad von Funktionalität und Integration profitieren.
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Zur
Herstellung von regelmäßigen Strukturen
oberhalb von 100 Nanometern bilden optische Lithographieverfah ren
den Stand der Technik.
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Nachteilig
ist die dadurch bedingte Auflösung
durch die Wellenlänge
des Lichts begrenzt.
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Zur
Herstellung von Strukturen im Bereich kleiner als 100 Nanometer
kommen die Elektronenstrahl-, die Ionenstrahl- oder auch die Röntgenlithographie
in Frage. Strukturen kleiner als 50 Nanometer werden vor allem mittels
Elektronenstrahllithographie hergestellt.
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Nachteil
derartiger Verfahren ist der generell hohe technische und zeitliche
Aufwand. Die erforderlichen Geräte
sind kostenintensiv in Anschaffung und Betrieb und arbeiten zum
Teil wegen ihrer seriellen Betriebsart langsam.
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Es
wurden daher Techniken auf Basis der Photolithographie diskutiert,
um Nanostrukturen unterhalb deren Auflösung herzustellen.
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So
ist aus
JP 10092791
A ist ein Verfahren zur Nanostrukturierung bekannt, dass
auf der Abscheidung eines schmalen Wolframfilms auf den Seiten von
Siliziumstegen beruht. Dadurch wird eine Verkleinerung des Abstandes
zwischen den Stegen erzielt.
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Aus
Hashioka et al. (Jpn. J. Appl. Phys., 39 (2000) 7063–7066) ist
ein Verfahren zur Herstellung von nanostrukturierten metallischen
Masken bekannt. Während
des Verfahrens werden örtlich
aufgelöst,
die Kanten von Metallfilmen anodisch oxidiert, um Gräben im Nanometerbereich
zu realisieren.
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Nachteilig
ist diese Methode komplex, da die Maskenherstellungstechnik zahlreiche
Prozesse umfasst, wie z. B. die zusätzliche Abscheidung weiterer Metallschichten,
Lift-off-Prozesse, verschiedene Ätzungen
und so weiter. Der gesamte Prozess ist teuer und die anodische Oxidation
ist üblicherweise
nicht prozesskompatibel zur CMOS-Technologie.
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Aus
Heidemeyer et al. (J. Appl. Phys., 87 (2000) 4580–4585) ist
ein kontrollierbarer, größenreduzierender
Prozess durch unvollständige
Oxidation von Silizium bekannt.
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Nachteilig
ist eine Vorhersage der Verkleinerung nur unter hohem Aufwand und
auf Grund vorher zu ermittelnder empirischer Daten möglich. Das
Verfahren ist nicht selbstjustierend.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, ein selbstjustierendes Verfahren zur Verkleinerung
von Strukturen bereit zu stellen, das den Herstellungsprozess vereinfacht,
die Kosten senkt und dabei zu reproduzierbaren Resultaten führt.
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Die
Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Hauptanspruch gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen ergeben sich aus den darauf jeweils rückbezogenen Patentansprüchen.
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Das
Verfahren zur selbstjustierenden Verkleinerung sieht vor, zumindest
eine Metall-Schicht auf einem Substrat anzuordnen, wobei die zu
verkleinernde Struktur durch die Metall-Schicht(en) begrenzt wird.
Die Metall- Schicht(en)
wird bzw. werden durch Oxidation vollständig in ein Metalloxid umgewandelt.
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Auf
Grund der Dicke und über
die Materialeigenschaften der Metall-Schicht(en) bzw. des Metalloxids
ist die zu erwartende Verkleinerung der Struktur definiert und vorhersehbar.
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Es
wird im Gegensatz zum Stand der Technik während der Oxidation keine Maske
auf dem Metall belassen, da dies zusätzliche Verfahrensschritte, wie
Lift-off, Abscheidung weiterer Metall-Schichten und so weiter nach
sich ziehen würde.
Statt dessen wird durch vollständige
Oxidation des Metalls ein Metalloxid gebildet, das Strukturen unterhalb
der Auflösung
der Photolithographie aufweisen kann. Die gebildete Struktur kann
selbst als Maske dienen.
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Der
Grad der Verkleinerung wird über
die Ausdehnbarkeit des oxidierenden Metalls, sowie über die
Gitterkonstante und/oder über
die Kristallstruktur des gebildeten Oxids bestimmt. Weiterhin relevant
ist die Stöchiometrie,
das heißt
in welchem Verhältnis
Sauerstoffatome zu Metallatomen während der Oxidation eingebaut
werden. Bedingungen während
Verfahrens, wie z. B. die Oxidationsbedingungen können ebenfalls
Einfluss auf die Verkleinerung haben.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
zur Verkleinerung zeichnet sich durch seine Einfachheit und seine
Reproduzierbarkeit aus, da immer eine vollständige Oxidation des Metalls
herbeigeführt
wird.
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Als
Substrat kommen vor allem Halbleiterschichten und Isolatoren, aber
auch metallhaltige Schichten in Betracht.
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Es
ist auch denkbar, das Verfahren außerhalb der Halbleitertechnologie
einzusetzen.
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Vorzugsweise
wird das zu oxidierende Metall aus der Gruppe Tantal, Titan, Chrom,
Aluminium oder Zirkonium ausgewählt.
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Bei
der vollständigen
Oxidation einer reinen Tantal-Schicht
zu einer Tantalpentoxid-Schicht (Ta2O5) auf einem Substrat dehnt sich diese Schicht um
das 2 bis 2,5-fache
der Dicke der Schicht aus.
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Für die anderen
genannten Metalle existieren ebenfalls derartige Faktoren. Zum Beispiel
wird eine Titanschicht zu Titandioxid (TiO2)
oxidiert, wobei die Oxidschicht die 2,7-fache Dicke aufweist.
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Bei
der Oxidation erfolgt selbstverständlich die Ausdehnung auch
lateral, so dass die selbstjustierende Verkleinerung einer angrenzenden
Struktur auftritt.
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Über die
Dicke der Schicht und über
diese Faktoren ist somit eine Verkleinerung von Strukturen, z. B.
Gräben,
die von reinen Metallschichten begrenzt werden in einem bisher nicht
bekanntem Maße
möglich.
Es ist möglich
Verkleinerungen derartiger Strukturen so vorzunehmen, dass reproduzierbar
schmalste Strukturen, wie Gräben
zwischen den gebildeten Stegen aus Metalloxid verbleiben. Diese können dann
weiter prozessiert werden, z. B. aufgefüllt oder für Ätzungen verwendet werden.
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Sofern
die Metall-Schicht vor der Oxidation photolithographisch strukturiert
wurde, wird die durch die Metallschicht begrenzte Struktur durch
Oxidation derartig verkleinert, dass die Abmessungen der Struktur
nach der Oxidation reproduzierbar unterhalb der photolithographischen
Auflösung
und damit kleiner als 130 Nanometer liegen.
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Dies
hat zur Folge, dass mit dem Verfahren Verkleinerungen von Strukturen
in Bereichen vorgenommen werden können, die bisher aufwendigen Verfahren
wie der Ionenstrahllithographie, der Röntgenlithographie und der Elektronenstrahllithographie vorbehalten
waren.
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Es
ist zu beachten, dass das erfindungsgemäße Verfahren im Vergleich zu
diesen Verfahren durch die bereits oben genannten Vorteile erhebliche Kosten
einzusparen hilft, da es sich auch in der Serienherstellung einsetzen
lässt.
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Erfindungsgemäß ist es
möglich
eine photolithographisch strukturierte Metallmaske auf einem Substrat
durch Oxidation vollständig
in eine Metalloxidmaske umzuformen und für weitere Strukturierungen
zu verwenden.
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Dabei
wird vorteilhaft bewirkt, dass über
die Zunahme des Volumens der Metalloxidschicht die Größe der photolithographisch
strukturierten Öffnungen
reduziert wird. Demzufolge wird eine Metalloxidmaske mit selbstjustierenden Öffnungsgrößen, die von
der Dicke und Ausdehnbarkeit des Metalls bei der Oxidation definiert
wird, erzeugt. Vorteilhaft wird für das Verfahren konventionelle
Photolithographie-Verfahren eingesetzt, um definierte Nanometerstrukturen
zu erzeugen.
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Die
erzielte Metalloxidmaske kann in nachfolgenden Prozessschritten
eingesetzt werden und der Erzeugung von Nano-Schlitzen, -Gräben, -Kanälen, -Elektroden,
-Drähten,
-Abständen
(Gap) und anderweitigen Nanostrukturen, Nanoanordnungen und Nanobauelementen
dienen. Dabei sind auch komplexe dreidimensionale Strukturen herstellbar,
z. B. Nanoelektrodenarrays.
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Für die Oxidation
kommen vor allem die thermische Oxidation und die anodische Oxidation
in Betracht. Besonders vorteilhaft wird eine thermische Oxidation
als Oxidation durchgeführt.
Diese ist kompatibel zur CMOS-Technologie.
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Die
Technik kann vorteilhaft die konventionelle Photolithographie mit
der Verringerung der minimalen Strukturgrößen kombinieren.
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Auch
damit lassen sich technologisch einfach und kostengünstig Nanometer-Strukturen
sowohl im Labor- als auch Produktionsmaßstab realisieren.
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Da
Verfahren ist sehr gut reproduzierbar, da die Verkleinerung der
Strukturen im wesentlichen über
die Dicke der zu oxidierenden Metallschicht sowie über die
Eigenschaften des Metalls selbstjustierend definiert ist.
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Es
ist auch möglich
die Metallschicht teilweise thermisch zu oxidieren, und die Verkleinerung
im wesentlichen über
die Oxidationsdauer und/oder über
die Oxidationstemperatur zu kontrollieren.
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Mit
dem erfindungsgemäßen Verfahren
ist es z. B. mög lich,
Abstände
zwischen Metallelektroden auf kleiner 100 Nanometer (nano-Gap) einzustellen.
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Es
kann somit z.B. zunächst
eine erste Metallschicht auf einem Isolator oder Halbleiter-Substrat oder
auch auf einem mit einer Isolatorschicht bedeckten Substrat und
sodann eine zweite Metallschicht auf der ersten Metallschicht abgeschieden
werden.
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Die
Strukturierung der zweiten Metallschicht kann sodann mittels konventioneller
Photolithographie zur Ausbildung einer Metallmaske mit trennfugenförmiger Öffnungsgeometrie
(slit) mit der für
Photolithographie üblichen
Auflösung
erfolgen. Die Umwandlung der Metallmaske zu Metalloxid erfolgt mittels
thermischer Oxidation bei Temperaturen, die zu keiner Oxidation
der ersten Metallschicht führen.
Damit lässt
sich eine selbstjustierende Metalloxidmaske ausbilden mit reduzierten Öffnungen
im Nanometerbereich.
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Sodann
wird die erste Metallschicht zur Realisierung eines Nano-Abstandes
(Nano-Gap) geätzt.
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Es
können
mit diesem Verfahren auch sogenannte Interdigitate-Elektroden mit
einem Abstand (Gap) im Nanometerbereich hergestellt werden.
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Weiterhin
erlaubt das Verfahren die Herstellung von Nanoelektroden oder Nanoelektrodenarrays mittels
konventioneller Photolithographie. Dabei wird beispielweise auf
einem Isolator-Substrat eine erste Metallschicht abgeschieden und
photolithographisch strukturiert. Die Verkleinerung der ersten Metallschicht
erfolgt wiederum mit konventioneller Photolithographie zur Erzeugung
der gewünschten
Elektrodengeometrie. Danach erfolgt die Ab scheidung einer zweiten
Metallschicht auf der ersten Metallschicht und deren Strukturierung
mit konventioneller Photolithographie, um die Öffnungen für die Elektrodenkonfiguration
(Kreis, Quadrat, Band, etc.) mit dieser Auflösung zu erzielen.
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Sodann
erfolgt die Umwandlung der kompletten zweiten Metallschicht zu Metalloxid
mittels thermischer Oxidation bei einer Temperatur, bei der die
erste Metallschicht nicht oxidiert. Damit bildet sich eine Metalloxidmaske
mit reduzierten Öffnungen
aus, die die Elektrodengrößen definieren.
Damit lassen sich Metallelektroden und sogar Metallelektrodenarrays
ausbilden, mit Elektrodengrößen im Nanometerbereich
und mit geringeren Abständen
als dies mittels Photolithographie möglich ist.
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In
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden zusätzliche
elektrochemische Abscheidungen von Metallen in die Öffnungen
derartiger Metalloxidmasken vorgenommen, um bestimmte Bauteile herzustellen.
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Es
kann auch eine zusätzliche
Galvanisierung mit verschiedenen Metallen für solche Öffnungen vorgenommen werden.
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In
einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden die Kompartimente
durch Ätzen
des Substrats gebildet. Danach wird eine weitere organische oder
inorganische Isolator-, Metall- oder Halbleiterschicht abgeschieden,
um das Kompartiment in zwei Teile aufzutrennen und/oder zwei Nanometer-Kanäle auszubilden.
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Es
können
auch zusätzliche
elektrochemische Abscheidun gen von Metallen in die Öffnungen vorgenommen
werden, um bestimmte Bauteile herzustellen.
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In
einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird ein
selbstjustierendes Verfahren zur Herstellung von Nanometerbauelementen (Nanodevice)
durchgeführt,
wobei bei dem Verfahren eine derartig hergestellte Nanometerstruktur
verwendet wird.
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Als
Bauelemente, die derartige erfindungsgemäß verkleinerte Strukturen umfassen,
eignen sich vor allem Feldeffekttransistoren und Sensoren.
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Derartige
Bauelemente können
z. B. mit Kanälen
mit isolierten Seitenwänden
versehen sein. Solche Kanäle
lassen sich dann für
fluidische Anwendungen oder andere Trennverfahren sowie sensorische
Anwendungen nutzen.
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Im
weiteren wird die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen und den beigefügten acht
Figuren näher
beschrieben.
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Es
zeigen:
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1a–c: Schematische Abfolge von
Verfahrensschritten zur Herstellung einer Nanometer-Metalloxidmaske.
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2: Aufsicht auf eine Nanometer-Trennfuge
(slit).
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3: Verfahren zur Herstellung
eines Nanometer-Grabens (trench) im Querschnitt.
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4a–c: Verfahren zur Herstellung
eines Nanometer-Kanals bzw. eines geschlossenen Raums (Kompartiment)
im Nanometerbereich.
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5a–d: Verfahren zur Herstellung
eines Nanometer-Abstands (Lücke,
nano-gap).
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6: Verfahren zur Herstellung
eines Dünnschicht-Feldeffekttransistors
bzw. eines organischen Feldeffekttransistors im Querschnitt.
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7a–c: Verfahren zur Herstellung
einer Nano-Elektrode
bzw. eines Nano-Elektrodenarrays.
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8: Verfahren zur Herstellung
einer Nanometer-Elektrode bzw. eines Nano-Elektrodenarrays.
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Die 1a–c zeigen im Querschnitt die
wesentlichen Schritte zur Herstellung einer Nanometer-Maske. Dabei
wird zunächst
auf ein Substrat 1 eine dünne Schicht 2 aus
einem Metall mittels eines Beschichtungsverfahrens abgeschieden
(1a).
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Als
Materialien für
das Substrat sind Isolator- oder Halbleitermaterialien oder mit
einer Isolatorschicht bedeckte Halbleiter und sogar Metalle oder mit
einer Metallschicht bedeckte Isolatoren- bzw. Halbleitermaterialien
oder auch Metall-Isolator-Halbleiter bzw. Metall-Isolator-Metall
Strukturen geeignet. In 1 ist
das Substrat somit grob schematisch dargestellt. Als Materialien
für die
Metallschicht 2 sind insbesondere die mit der Silizium-
bzw. Dünnschichttechnologie
kompatiblen Metalle mit relativ niedriger Oxidationstemperatur und/oder
mit relativ hoher Zunahme des Schichtvolumens bei der Umsetzung
des Metalls zum Metalloxid geeignet (z. B. Ta, Ti, usw.). Die Dicke
dieser Schicht 2 kann in der Größenordnung von einigen Nanometern
bis zu einigen Mikrometern betragen.
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Danach
wird die Metallschicht 2 mit der gewünschten Geometrie mittels konventioneller
Photolithographie zu einer Metallmaske 2a strukturiert.
In diesem Zustand ist die Öffnungsgröße 3 in
der Metallmaske 2a durch die Auflösung der konventionellen Photolithographie
bestimmt. Die Metallmaske 2a wird vollständig zu
Metalloxid mittels thermischer Oxidation umgewandelt. Die Temperatur
und Dauer der Oxidation hängt
vom Metall selbst und von der Dicke der Metallschicht ab. Aufgrund
der Volumenzunahme der Schicht 2a kommt es zu einer Reduzierung
der Öffnung 3.
Es bildet sich eine selbstjustierende Metalloxidmaske 4 mit Öffnungen 3a aus,
die weit unterhalb der mittels Photolithographie gebildeten Öffnungsgrößen 3 liegen
kann. Aufgrund der definierten Auflösung der mittels Photolithographie strukturierten
Metallmaske 2a, wird die Größe der Struktur 3a in
der Metalloxidmaske 4 durch die Dicke der Metallschicht 2,
sowie deren Ausdehnung aufgrund der Umwandlung von Metall zu Metalloxid,
bestimmt.
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Eine
Tantal-Schicht 2a wächst
beispielsweise um den Faktor 2 bis 2,5 bei der Umwandlung zu Ta2O5. Eine Ti tanschicht
wächst
bei der Oxidation etwa um den Faktor 2,7.
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Der
Graben 3 in 1b hat
beispielsweise eine Breite von 250 Nanometern. Die Schicht 2a sei auf
beiden Seiten des Grabens 100 Nanometer dick und bestehe jeweils
aus Tantal.
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Durch
Oxidation von Schicht 2a auf beiden Seiten der Öffnung 3 zu
Tantalpentoxid, wird die Breite des Grabens 3a auf 50 Nanometer
verkleinert.
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Bei
einer 120 Nanometer dicken Schicht aus Tantal verbleibt nach Oxidation
ein Graben 3a von nur noch 10 Nanometer Breite. In beiden
Beispielen wird als Berechnungsgrundlage ein Ausdehnungsfaktor 2 angenommen.
Es wird deutlich, dass bei erfindungsgemäß vollständiger Oxidation des Tantals die
Reproduzierbarkeit gegeben ist.
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Auf ähnliche
Weise lassen sich die Verkleinerungen bei Wahl anderer Metalle wie
z. B. Titan vorab berechnen.
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Unter
Ausnutzung dieser Technik ist es möglich, die Strukturgrößen von
konventioneller Photolithographie somit um bis zu mehrere Größenordnungen
zu verkleinern. Die resultierende Metalloxidmaske 4 mit
verbesserter struktureller Auflösung
kann in nachfolgenden Prozessschritten eingesetzt werden, um Nano-Schlitze,
-Gräben,
-Öffnungen, – Abstände (Gap)-,
Elektroden, -Drähte,
-Kanäle
oder anderweitige Nanostrukturen, Nanoanordnungen und Nanobauelemente
zu realisieren.
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2 zeigt eine Aufsicht auf
erfindungsgemäß herge stellte
Nanometer-Trennfugen (slit) 5. Es können in der selben Art und
Weise aber auch Öffnungen
und Strukturen anderer Anordnungen bzw. Geometrien (z. B. Kreise,
Quadrate, Rechtecke usw.) im Nanometermaßstab mit einer entsprechenden Metalloxidmaske
realisiert werden. Die übrigen
Bezugszeichen entsprechen denen in 1.
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3 zeigt im Querschnitt ein
weiteres Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Verfahrens zur
Herstellung von Nanometer-Gräben
(Trench) 6, welches bei anisotropem Ätzen des Substrats 1 unter Verwendung
der trennfugen-(slit)-förmigen
Metalloxidmaske 4 aus 2 ausgebildet
wurde.
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Es
können
weitere Strukturen im Nanometermaßstab realisiert werden, wie
z. B. Nanoporen, regelmäßige Nanoöffnungen
und so weiter. Die erzeugten Nanostrukturen der 1 und 2 und 3 können mit unterschiedlichen
chemisch und/oder biologisch sensitiven Materialien modifiziert
werden, so dass eine Immobilisierung derselben auf oder in der Nanostruktur
erfolgt (z. B. von Enzymen, Proteinen, DNA, etc.), um chemische
oder biologische Sensoren im Nanomaßstab aufzubauen.
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In 4a–c sind die wesentlichen Schritte des
Herstellungsverfahrens eines Nanometer-Kanals bzw. eines geschlossenen
Raums (closed compartments) im Nanometer-Bereich gezeigt.
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Nach
Ausbildung einer Metalloxidmaske 4 aus einer Metallschicht
mit der gewünschten
Geometrie, z. B. mit einem Schlitz 5, wie in 2 gezeigt, wird ein Kompartiment
7 im Substrat 1 mittels isotropem Ätzen ausgebildet. Danach wird
eine Isolator- oder Metall- oder eine Halbleiterschicht 8 auf
der Struktur abgeschieden. Die Dicke der Schicht 8 ist genügend groß, um das
Kompartiment in zwei Teile aufzutrennen und damit zwei Nanometer-Kanäle oder
geschlossene Kompartimente 9 auszubilden.
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Auf
die gleiche Weise ist es möglich,
Kanäle mit
isolierten Seitenwänden
herzustellen. Solche Kanäle
lassen sich für
fluidische Anwendungen oder andere Trennverfahren sowie sensorische
Anwendungen nutzen.
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5a–d zeigt im Querschnitt die
schematische Abfolge von Verfahrensschritten zur Herstellung eines
Nano-Abstands (nano-gap)
zwischen mindestens zwei metallischen Elektroden.
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In
diesem Fall umfasst das Substrat 1 einen Isolator bzw.
einen Halbleiter 10, bedeckt mit einer Metallschicht 11.
Zunächst
erfolgt die Abscheidung einer zweiten Metallschicht 2 auf
der ersten Metallschicht 11. Die Strukturierung der zweiten
Metallschicht 2 zu einer Metallmaske 2a mit einer
Strukturgröße 3,
erfolgt durch Photolithographie. Die vollständige Umwandlung der Metallmaske 2a zu
einer Metalloxidschicht erfolgt mittels thermischer Oxidation bei
einer Temperatur, bei der die erste Metallschicht 11 (z.
B. aus Pt, Pd, Au usw.) nicht oxidiert.
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Die
erste Metallschicht und die zweite Metallschicht unterscheiden sich
also in diesem Punkt.
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Es
kommt zur Ausbildung einer selbstjustierenden Me talloxidmaske 4 mit
reduzierter Breite 3a. Sodann wird die erste Metallschicht 11 unter
Zuhilfenahme der Metalloxidmaske 4, zur Realisierung eines
Abstandes 12 im Nanometerbereich zwischen den zwei Metallelektroden 11a,
geätzt.
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Auch
hier kann der Nano-Abstand 12 mit unterschiedlichen chemisch
und/oder biologisch sensitiven Materialien modifiziert werden, so
dass eine Immobilisierung derselben auf oder in der Nanostruktur erfolgt
(z. B. von Enzymen, Proteinen, DNA, etc.), um chemische oder biologische
Sensoren im Nanometer-Maßstab
aufzubauen.
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Darüber hinaus
kann eine solche Anordnung interessant sein für Grundlagenuntersuchungen
von Molekülen,
zur bioinformatischen Signalweiterleitung, zu Ladungstransportmessungen
und zur direkten Messung von elektrischen Eigenschaften einzelner
Moleküle.
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6 zeigt im Querschnitt ein
Ausführungsbeispiel
zur Herstellung eines Dünnschicht
Feldeffekttransistors bzw. eines organischen Feldeffekttransistors
mit einem kurzem Kanal im Nanometerbereich.
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In
diesem Fall umfasst das Substrat 1 einen Metall-Isolator-Halbleiter
bzw. eine Struktur aus einem Metall-Isolator-Metall. Nach Ausbildung
eines Nanometer-Gaps
zwischen zwei Metallelektroden 11a unter Zuhilfenahme der
Metalloxidmaske 4 kann ein anorganischer (z. B. Si, CdS,
PbS, CdSe, CdTe, etc.) oder organischer Halbleiter als Schicht 15 zur Erzeugung
des jeweiligen Transistors abgeschieden werden. Das Halbleiter-
oder Metallsubstrat 13 dient gleichzeitig als Gatelektrode.
Die Isolatorschicht 14 muss genügend dünn sein, um den Feldeffekt
im Kanalbereich 15a der Schicht 15 zwischen zwei
Metallelektroden 11a umsetzen zu können.
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Eine
zusätzliche
Immobilisierung unterschiedlicher chemisch und/oder biologisch sensitiver Materialien
(z. B. von Enzymen, Proteinen, DNA, etc.), ermöglicht die Realisierung von
speziellen Chemo- und Biosensoren auf Basis der Dünnschicht-Feldeffekttransistoren
bzw. der organischen Feldeffekttransistoren.
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In 7a–c ist im Querschnitt ein Verfahren zur
Herstellung von Nano-Elektroden bzw. eines Nano-Elektrodenarrays 16 gezeigt.
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Das
Substrat umfasst einen Isolator 10, bedeckt mit einer mit
konventioneller Photolithographie strukturierten Metallschicht 11a.
Diese dient als Elektrodenschicht und besteht z. B. aus Platin,
Palladium oder Gold (Au). Dann wird eine zweite Metallschicht 2 auf
der gesamten Struktur abgeschieden und zu einer Metallmaske 2a mit Öffnungen 3 mit
der photolithographisch limitierenden Auflösung und der gewünschten
Elektrodengeometrie (z. B. Kreis, Quadrat, etc) strukturiert. Danach
wird die Metallmaske 2a vollständig zu Metalloxidschicht mittels
thermischer Oxidation umgewandelt, bei einer Temperatur, die zu
keiner thermischen Oxidation der strukturierten Metallschicht 11a führt. Es
kommt zur Ausbildung einer selbstjustierenden Metalloxidmaske 4 mit
reduzierter Größe für die Öffnungen 3a,
die die Strukturgröße von Elektroden
bzw. Elektrodenarrays 16 definiert. Diese sind deutlich
kleiner, als die, die mit optischer Lithographie erreicht werden
können.
Damit lassen sich Metallelektroden 16 oder eine Vielzahl hiervon
für ein
Metallelektrodenarray im Nanometerbereich ausbilden.
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Eine
zusätzliche
Immobilisierung derartiger Nano-Elektroden
bzw. des Nano-Elektrodenarrays mit unterschiedlichen chemisch und/oder
biologisch sensitiven Materialien (z. B. von Enzymen, Proteinen,
DNA, etc.), ermöglicht
die Realisierung von speziellen Chemo- und Biosensoren.
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8 zeigt im Querschnitt eine
weitere Ausführungsform
zur Herstellung von Nano-Elektroden 17 oder eines Nano-Elektrodenarrays,
welches mittels electrochemischer Metallabscheidung in den Öffnungen
der Struktur, die in 7c gezeigt
sind, ausgebildet ist.
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Ebenso
können
auf diese Art und Weise metallische Nano-Punkte (dots), elektrische Nano-Leitbahnen
bzw. Nano-Drähte hergestellt
werden. Es ist auch möglich,
unterschiedliche Metalle selektiv abzuscheiden, um Nanoelektroden
bzw. Nanoelektroden-Array auf unterschiedliche Art herzustellen.
Die Nanoelektroden können
wiederum entsprechend mit chemisch und/oder biologisch aktiven Molekülen für sensorische
Anwendungen oder Grundlagenuntersuchungen modifiziert werden.
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Neben
den oben beschriebenen Möglichkeiten
in den Ausführungsbeispielen
biologische und/oder chemische Materialien an bzw. in die Nanostrukturen
einzubringen, sind alle Anordnungen, die man aus dem Bereich der
Mikrostrukturierung kennt, auch im Nanometermaßstab übertragbar.