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Die Erfindung betrifft eine Betankungsvorrichtung
mit einem Tankbehälter,
der eine Zapfeinrichtung und eine Fülleitung aufweist, einer durch
einen befahrbaren Rost abgedeckten und durch einen Klappdeckel verschließbaren Auffangwanne
und einem durch den Deckel hindurchführbaren Zapfschlauch.
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In
DE 298 04 740 U1 wird eine Betankungsvorrichtung
dieser Art beschrieben, die insbesondere zum Betanken von Baufahrzeugen
auf Baustellen dient. Der Tankbehälter und die Auffangwanne sind transportabel,
so daß sich
die Betankungsvorrichtung mit geringem Aufwand am jeweiligen Einsatzort installieren
läßt. Die
zu betankenden Fahrzeuge fahren auf die durch den Rost abgedeckte
Auffangwanne und werden dann mit Hilfe des Zapfschlauches über der
Auffangwanne betankt, so daß etwa
verschütteter,
verspritzter oder herabtropfender Kraftstoff in der Auffangwanne
aufgefangen wird. Damit die Auffangwanne bei Regen nicht überläuft, wird
sie bei Nichtgebrauch durch den Deckel verschlossen. Die Fülleitung
dient zum Befüllen
des Tankbehälters aus
einem Tankfahrzeug.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine
Betankungsvorrichtung dieser Art zu schaffen, mit der sich noch
sicherer verhindern läßt, daß Kraftstoff
in die Umgebung gelangt.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
daß der
Deckel eine Durchführung
für die
Fülleitung
aufweist.
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Aufgrund dieses Merkmals ist es möglich, auch
das Befüllen
des Tankbehälters
aus einem Tankfahrzeug vorzunehmen, während das Tankfahrzeug über der
Auffangwanne steht, so daß auch
der bei einem Befüllvorgang
etwa austretende Kraftstoff in der Auffangwanne aufgefangen wird.
Insbesondere kann so der Kraftstoff aufgefangen werden, der beim
Ankuppeln eines Schlauches des Tankfahrzeugs an die Fülleitung
oder beim späteren
Lösen dieser
Kupplung nach dem Befüllvorgang
ausläuft oder
herabtropft.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Bevorzugt wird die Fülleitung
durch ein starr am Tankbehälter
angebrachtes Rohr gebildet, das so in Bezug auf die Auffangwanne
angeordnet ist, daß es
beim Aufklappen des Deckels durch die Durchführung hindurchtritt und sich
dann in einer vom Tankfahrzeug aus zugänglichen Position über der
Auffangwanne befindet.
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Damit bei geschlossenem Deckel kein
Regenwasser durch die Durchführung
für die
Fülleitung in
die Auffangwanne gelangen kann, ist die Durchführung vorzugsweise mit einen
lösbaren
Verschlußdeckel
versehen. Weiterhin ist es zweckmäßig, in der Durchführung eine
Dichtung anzubringen, die das Hindurchstecken der Fülleitung
gestattet und sich dann dicht um die Fülleitung schließt, so daß auch Kraftstoff,
der bei dem Betankungsvorgang verspritzt wird, sicher aufgefangen
wird und auf der Innenseite des Deckels verbleibt und dann in die
Auffangwanne abläuft.
Die Dichtung kann zum Beispiel durch eine doppelte Gummimembran
mit versetzt angeordneten Schlitzen gebildet werden.
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Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
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Es zeigen:
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1 eine
Ansicht der Betankungsvorrichtung mit aufgeklapptem Deckel;
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2 einen
vergrößerten Teilschnitt
durch den Deckel im Bereich einer Durchführung für eine Fülleitung;
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3 eine
Dichtung der in 2 gezeigten Durchführung;
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4 die
Betankungsvorrichtung nach 1 in
der Draufsicht;
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5 eine
Ansicht der Betankungsvorrichtung bei geschlossenem Deckel; und
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6 die
Betankungsvorrichtung mit geschlossenem Deckel in der Draufsicht.
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Die in 1 gezeigte
Betankungsvorrichtung umfaßt
einen Tankbehälter 10 und
eine neben dem Tankbehälter
angeordnete Auffangwanne 12, die ebenso wie der Tankbehälter 10 fest
auf dem Untergrund 14 verankert ist oder starr an ein Fußgestell 16 des
Tankbehälters
angeschlossen ist, so daß eine unveränderliche
Positionsbeziehung zwischen dem Tankbehälter 10 und der Auffangwanne 12 besteht. An
dem Rand der Auffangwanne 12, der dem Tankbehälter 10 zugewandt
ist, ist mit Hilfe eines Scharniers 18 ein Deckel 20 angebracht,
der in 1 in einer aufgeklappten
Stellung gezeigt ist, in der er neben dem Tankbehälter 10 aufragt
und sich ggf. an den Tankbehälter
anlehnt. Der Deckel hat die Konfiguration eines flachen, pyramidenförmigen Daches, so
daß in
geschlossener Stellung nach jeder Kante ein Gefälle zum Ableiten von Regenwasser
besteht. Zum leichteren Öffnen
und Schließen
des Deckels 20 ist ein Dämpfer 22, beispielsweise
in der Form einer Gasfeder vorgesehen. Das Scharnier 18 ist
so gestaltet, daß Kraftstoff,
der bei einem Betankungsvorgang gegen die Innenfläche des
Deckels 20 spritzt und am Deckel herabläuft, in das Innere der Auffangwanne 12 geleitet
wird. Die Auffangwanne ist von dem zu betankenden Fahrzeug befahrbar
und ist zu diesem Zweck an ihrem Rand von Auffahrrampen 24 umgeben.
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Der Tankbehälter 10 weist eine
Zapfeinrichtung 26 auf, die in üblicher Weise durch eine motorgetriebene
Pumpe und dergleichen gebildet wird und zusammen mit anderen Armaturen
des Tankbehälters
in einem Dom auf der Oberseite des Tankbehälters untergebracht ist. Von
der Zapfeinrichtung 26 geht ein Zapfschlauch 28 aus,
der flüssigkeitsdicht durch
eine Öffnung
des Deckels 20 hindurchgeführt ist und auf der Innenseite
des Deckels an eine Zapfpistole 30 angeschlossen ist. Wenn
die Zapfpistole 30 nicht benötigt wird, der Deckel 20 jedoch
geöffnet bleibt,
kann die Zapfpistole zum Beispiel an einem Haken auf der Innenseite
des Deckels aufgehängt werden.
Wenn der Deckel 20 geschlossen werden soll, weil die Betankungsanlage
für längere Zeit
nicht gebraucht werden soll oder weil Regen aufzieht, wird die Zapfpistole 30 in
eine hierfür
vorgesehene, nicht gezeigte Aufnahme in der Auffangwanne 12 eingelegt,
so daß der
Zapfschlauch 28 auch beim Schließen des Deckels 20 nicht
aus der Öffnung
des Deckels herausgezogen zu werden braucht.
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Der Tankbehälter 10 weist weiterhin
eine Fülleitung 32 auf,
die im gezeigten Beispiel als starres Rohr ausgebildet ist, das
waagerecht vom Dom des Tankbehälters
ausgeht. Am Ende der Fülleitung 32 ist eine
Kupplung 34 für
den Schlauch eines Tankfahrzeugs angebracht, aus dem der Tankbehälter 10 befüllt werden
soll. Bei geöffnetem
Deckel 20 ragt die Fülleitung 32 durch
eine Durchführung 36 des
Deckels, so daß sich
die Kupplung 34 auf der Innenseite des Deckels befindet.
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Wenn der Tankbehälter 10 aus einem
Tankfahrzeug befüllt
werden soll, so fährt
das Tankfahrzeug auf die Auffangwanne 12, und der Schlauch
des Tankfahrzeugs wird an die Kupplung 34 angeschlossen.
Auf diese Weise ist sichergestellt, daß auch während eines Befüllvorgangs
etwa verschütteter oder
verspritzter Kraftstoff durch den Deckel 20 und die Auffangwanne 12 aufgefangen
wird und nicht in die Umgebung gelangt.
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Wenn der Deckel 20 geschlossen
wird, tritt die Fülleitung 32 mit
der Kupplung 34 aus der Durchführung 36 aus. Zu diesem
Zweck weist die Durchführung 36 zum
Beispiel die in 2 gezeigte
Konstruktion auf. Auf der Außenseite
des Deckels 20, rechts in 1 und 2, ist eine zylindrische
Muffe 38 angebracht, die eine Öffnung für die Fülleitung 32 umgibt
und durch einen als Klappdeckel ausgebildeten Verschlußdeckel 40 verschließbar ist.
Der Verschlußdeckel 40 ist
so am Deckel 20 angebracht, daß er bei hochgeklapptem Deckel 20 aufgrund
seines Eigengewichts in der geöffneten
Stellung bleibt und das Durchstecken der Fülleitung 32 durch
die Öffnung des
Deckels 20 nicht behindert. Die Öffnung des Deckels 20 ist
durch eine Dichtung 42 verschlossen, die das Durchstecken
der durch die Kupplung 34 verdickten Fülleitung 32 gestattet
und sich dann dicht um die Fülleitung
schließt.
Die Dichtung 42 wird im gezeigten Beispiel durch eine Doppelmembran
aus Gummi gebildet, die in 3 in einer
Frontansicht dargestellt ist. In den beiden Membranen der Dichtung
sind kongruente Öffnungen 44 ausgebildet,
die das Durchstecken der Kupplung 34 und der Fülleitung 32 gestatten.
Vom Rand der Öffnung 44 jeder Membran
gehen vier radiale Schlitze 46 bzw. 48 aus, die eine vorübergehende
elastische Aufweitung der Dichtung beim Durchstecken der Kupplung 34 ermöglichen.
Die Schlitze 48 der in 3 hinteren Membran
sind jedoch winkelversetzt zu den Schlitzen 46 der vorderen
Membran angeordnet, so daß die
beiden Membranen zusammen, wenn sie sich um die Fülleitung 32 schließen, den
Zwischenraum zwischen dieser Fülleitung 32 und
dem Innenrand der Öffnung
des Deckels 20 lückenlos
verschließen.
Auf diese Weise wird zuverlässig
verhindert, daß Spritzflüssigkeit
auf die Außenseite
des Deckels 20 gelangt.
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In 2 erkennt
man an dem durch die Durchführung 36 hindurchragenden
Ende der Fülleitung 32 noch
einen Stecker 49, der über
eine an der Fülleitung 32 entlanggeführte Signalleitung 49a mit einem
nicht gezeigten Grenzwertgeber im Tankbehälter 10 verbunden
ist. Dieser Grenzwertgeber überwacht
in bekannter Weise den Füllstand
des Tankbehälters
und wird bei einem Befüllvorgang über den
Stecker 49 mit der Pumpe des Tankfahrzeugs verbunden und
bewirkt das automatische Abschalten der Pumpe, wenn der maximale
Füllstand
erreicht ist. Da sich der Stecker 49 hier ebenso wie die
Kupplung 34 auf der dem Tankfahrzeug zugewandten Seite
des Deckels 20 befindet, wird der Anschlug des Grenzwertgebers
an die Pumpe des Tankfahrzeugs erleichtert. Wahlweise kann dieser
Anschlug auch über
eine an der Innenseite des Deckels 20 angebrachte Steckdose
erfolgen, die über
ein flexibles, ausreichend langes Kabel mit dem Grenzwertgeber im Tankbehälter verbunden
ist.
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In 4 blickt
man in die geöffnete
Auffangwanne 12, in der ein Tragrost 50 angeordnet
ist, der das Gewicht der zu betankenden Fahrzeuge und bei einem
Befüllvorgang
des Gewicht des Tankfahrzeugs aufnimmt. Dabei versteht es sich,
daß das
Tankfahrzeug während
des Befüllvorgangs
nicht mit einer Achse auf der Auffangwanne 12 stehen muß, sondern
die Auffangwanne lediglich zu überfahren braucht,
damit der Schlauch des Tankfahrzeugs an die Fülleitung 32 angekuppelt
werden kann. Der Tragrost 50 ist durch in 4 nur teilweise dargestellte engmaschigere
Gitterroste 52 abgedeckt.
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5 und 6 zeigen die Betankungsvorrichtung
bei geschlossenem Deckel 20. Da die Fülleitung 32 waagerecht
vom Dom des Tankbehälters 10 ausgeht
und der Deckel 20 beim Öffnen
in eine im wesentlichen vertikale Position geschwenkt wird, tritt das
mit der Kupplung 34 versehene Ende der Fülleitung 32 beim Öffnen des
Deckels 20 automatisch in die Durchführung 36 ein, wobei
die Massenträgheit des
Deckels das Durchstoßen
der Dichtung 42 erleichtert. Die Dichtung trägt zugleich
dazu bei, den Deckel in der aufrechten Position zu halten.
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In einer modifizierten, nicht zeichnerisch
dargestellten Ausführungsform
kann die Fülleitung 32 auch
durch einen flexiblen Schlauch gebildet werden, der beim Aufklappen
des Deckels 20 von Hand durch die Durchführung 36 gesteckt
wird oder ständig
an die Durchführung 36 angeschlossen
bleibt. Im letzteren Fall muß die
Fülleitung
allerdings eine relativ große
Länge aufweisen,
damit das Schließen
des Deckels ermöglicht
wird.
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Schließlich sind noch folgende Weiterbildungen
der Betankungsvorrichtung denkbar.
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Auf der Innenseite des Deckels 20 kann
ein Schalter angeordnet sein, der zum Ein- und Ausschalten der Pumpe
der Zapfeinrichtung 26 dient. Beim Betanken eines Baufahrzeugs
kann der Benutzer dann die Zapfeinrichtung von der Seite der Auffangwanne 12 aus
ein- und ausschalten, so daß er nicht
um den Deckel 20 herumzugehen braucht, um die Zapfeinrichtung
zu aktivieren und zu deaktivieren. Wahlweise kann dieser Schalter
auch in die Aufnahme oder den Aufhänger für die Zapfpistole 30 integriert
sein, so daß sich
wie bei einer herkömmlichen Zapfsäule die
Pumpe selbsttätig
einschaltet, sobald die Zapfpistole aus der Aufnahme entnommen bzw. vom
Aufhänger
abgenommen wird. Zusätzlich
kann ein Sicherheitsschalter vorgesehen sein, der die Öffnungsstellung
des Deckels 20 abtastet und das Einschalten der Pumpe der
Zapfeinrichtung 26 verhindert, solange der Deckel 20 nicht
vollständig
geöffnet ist.
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An der Auffangwanne 12 können ein
oder mehrere Flüssigkeitssensoren
angeordnet sein, die einen Alarm, beispielsweise ein akustisches
Signal auslösen,
wenn die Auffangwanne 12 überzulaufen droht. Die Flüssigkeitssensoren
reagieren vorzugsweise sowohl auf Wasser als auch auf Kraftstoff,
so daß zuverlässig ein
Signal ausgelöst
wird, wenn etwa infolge einer Störung
zuviel Kraftstoff in die Auffangwanne gelangt oder wenn Regenwasser
in die Auffangwanne gelangt, etwa weil das Schließen des
Deckels vergessen wurde. Ebenso kann automatisch ein Alarm ausgelöst werden,
wenn nach einem Betankungsvorgang der Deckel 20 nicht innerhalb
einer bestimmten Zeitspanne wieder geschlossen wird.
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Weiterhin ist es auch möglich, eine
Vorrichtung zum automatischen Öffnen
und Schließen
des Deckels 20 mit Hilfe eines hydraulischen, pneumatischen
oder mechanischen Antriebs, beispielsweise über Seilzüge, vorzusehen.
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In einer abgewandelten Ausführungsform kann
der Zapfschlauch 28 durch eine feste Leitung ersetzt werden,
die die Zapfeinrichtung 26 mit einer der Durchführung 36 analogen
Durchführung
im Deckel 20 verbindet und an die auf der Innenseite des Deckels über eine
Kupplung ein mit der Zapfpistole 30 verbunde ner Schlauch
anschließbar
ist. Falls beim Lösen
dieser Kupplung geringe Kraftstoffmengen austreten, werden diese
ebenfalls in der Auffangwanne aufgefangen.