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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von pulverförmigen Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisaten
(EVOH) durch radikalische Polymerisation von Ethylen und einem oder
mehreren Vinylestern, und gegebenenfalls weiteren damit copolymerisierbaren
Monomeren, anschließende Verseifung
der damit erhaltenen Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisate zu Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisaten
und Ausfällung
des Verseifungsproduktes.
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Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisate
finden aufgrund ihres vorteilhaften Eigenschaftsprofils in vielerlei
Anwendungen Verwendung. Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisate zeichnen
sich aus durch Chemikalienresistenz, gute Haftung auf verschiedensten
Substraten, Transparenz, antistatische Eigenschaften, Sauerstoffundurchlässige Filme,
gute thermoplastische Verarbeitbarkeit, beispielsweise mittels Extrusion.
Aufgrund dieser vorteilhaften Eigenschaften werden Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisate
als Folien und Filme bei Lebensmittelverpackungen, zur Herstellung
chemikalienbeständiger Flaschen
und Tanks sowie zum Schutz von Rohren und Pipelines eingesetzt.
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Im
Stand der Technik sind eine Reihe von Verfahren zur Herstellung
von Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisaten bekannt, beispielsweise
aus der
JP-A 60-199004 ,
JP-A 11-80263 ,
EP-A 997250 und
EP-A 1085028 . Bei
diesen Verfahren werden Ethylen und Vinylacetat in alkoholischer
Lösung
radikalisch polymerisiert. Anschließend werden die Vinylacetat-Einheiten
mit einer alkoholischen Lösung
von Basen, beispielsweise methanolischer NaOH, zu Vinylalkohol verseift.
Die Isolierung der Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisate erfolgt
mittels Extrusion der Mischpolymerisate in ein Koagulationsbad, üblicherweise
Wasser oder ein Wasser/Methanol-Gemisch. Die damit erhaltenen Stränge werden
schließlich
zu Pellets geschnitten. Nach Trocknung der Pellets können diese
dann mittels Extrusion zu den gewünschten Formkörpern verarbeitet
werden.
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Mit
diesen Verfahren werden generell sehr hochmolekulare Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisate
mit entsprechend hoher Schmelzviskosität erhalten, die aber mittels
Extrusion problemlos verarbeitet werden können. Nachteilig ist allerdings,
dass bei der Verseifung nur schlechte Ausbeuten erzielt werden,
und die Pellets einen hohen Lösungsmittelgehalt
aufweisen, der bei der Trocknung entfernt werden muss. Um pulverförmige Produkte
zu erhalten, müssten
die Pellets in einem zusätzlichen,
aufwändigen
Schritt gemahlen werden.
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Aus
der
US-A 4100335 ,
der
US-A 4104453 und
der
US-A 4820803 ist
bekannt, dass Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisate in Wasser in
Gegenwart von Emulgatoren oder Salzen im geschmolzenen Zustand dispergiert
werden, anschließend
verseift, danach unter die Erweichungstemperatur des Verseifungsprodukts
abgekühlt
werden und mittels Filtration als Pulver isoliert werden können. Nachteilig
ist dabei die Eintragung von Hilfsmitteln, welche das pulverförmige Endprodukt
stark verunreinigen. Die
US-A 4719259 beschreibt
ein Verfahren, bei dem das Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisat
mit Wasser in Form eines Teiges ausgefällt wird.
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Der
Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Verfügung zu
stellen, mit welchem Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisate auf
einfache Weise und mit hoher Reinheit in Pulverform zugänglich werden.
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Gegenstand
der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von pulverförmigen Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisaten
durch radikalische Polymerisation von Ethylen und einem oder mehreren Vinylestern,
und gegebenenfalls weiteren damit copolymerisierbaren Monomeren,
anschließende
Verseifung der damit erhaltenen Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisate
zu Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisaten,
dadurch gekennzeichnet, dass das Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisat nach der
Verseifung aus der alkoholischen Lösung mittels Abkühlung mit
einem Temperatur-Gradienten, und gegebenenfalls Zugabe von Wasser,
ausgefällt
wird,
wobei bei Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisaten, welche
sich von niedermolekularen Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisaten
mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht Mw von 2000 bis 100000
g/mol ableiten, der Temperaturgradient –0.1°C/min bis –10°C/min beträgt, und
bei Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisaten,
welche sich von hochmolekularen Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisaten
mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht Mw von > 100000 g/mol ableiten, der
Temperaturgradient –0.1°C/min bis –1°C/min beträgt.
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Die
Ethylen-Vinylester-Polymerisate können in bekannter Weise mittels
radikalischer Polymerisation hergestellt werden; vorzugsweise durch
Substanzpolymerisation, Emulsionspolymerisation, Suspensionspolymerisation
oder durch Polymerisation in organischen Lösungsmitteln, besonders bevorzugt
in alkoholischer Lösung
mit einwertigen, aliphatischen Alkoholen mit 1 bis 4 C-Atomen oder deren
Gemischen als Lösungsmittel.
Geeignete Lösungsmittel sind
beispielsweise Methanol, Ethanol, Propanol, Isopropanol sowie ein
Ethanol-Isopropanol-Gemisch. Die Polymerisation wird unter Rückfluss
bei einer Temperatur von 35°C
bis 100°C
durchgeführt.
Ethylen wird mit einem Druck von 10 bis 90 bar abs. aufgedrückt. Die
radikalische Initiierung erfolgt mittels Zugabe gängiger Initiatoren.
Beispiele für
gängige
Initiatoren sind Percarbonate wie Cyclohexylperoxidicarbonat, Perester
wie t-Butylperneodecanoat oder t-Butylperpivalat, Peroxid-Initiatoren
wie tert.-Butylhydroperoxid, Diacylperoxide wie Dilauroylperoxid, und
Azoinitiatoren wie Azobisisobutyronitril (AIBN), 2,2'-Azobis-(4-methoxy-2,4-dimethylvaleronitril).
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Vorzugsweise
werden zum Erhalt relativ niedermolekularer Produkte, das heißt mit einem
gewichtsmittleren Molekulargewicht Mw von 2000 bis 100000 g/mol,
vorzugsweise 5000 bis 60000 g/mol, relativ hohe Initiatormengen
eingesetzt, von vorzugsweise 0.2 bis 1.0 Gew.-%, besonders bevorzugt
0.4 bis 0.8 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der Comonomeren
ohne den Ethylenanteil. Um relativ hochmolekulare Produkte, das
heißt
Produkte mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht Mw > 100000 g/mol zu erhalten,
wird vorzugsweise mit einer Initiatormenge von 0.01 bis 0.1 Gew.-%,
bezogen auf das Gesamtgewicht der Comonomeren ohne den Ethylenanteil,
polymerisiert.
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Die
Monomere können
insgesamt vorgelegt werden, insgesamt zudosiert werden oder in Anteilen vorgelegt
werden und der Rest nach der Initiierung der Polymerisation zudosiert
werden. In einer bevorzugten Ausführungsform, insbesondere für den Erhalt
niedermolekularer Mischpolymerisate, wird der Vinylester-Anteil
zu 5 bis 50 Gew.-%, besonders bevorzugt 15 bis 30 Gew.-%, vorgelegt
und der restliche Anteil jeweils zudosiert. Der Initiator wird vorzugsweise
zu 5 bis 50 Gew.-%, besonders bevorzugt 15 bis 30 Gew.-%, vorgelegt
und der restliche Anteil jeweils zudosiert.
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Die
Einstellung des Molekulargewichts kann auch in dem Fachmann bekannter
Weise durch Polymerisation in Gegenwart von Molekulargewichtsreglern
erfolgen. Geeignete Regler sind beispielsweise Alkohole wie Ethanol
oder Isopropanol, Aldehyde wie Acetaldehyd oder Propionaldehyd,
Mercaptane wie Mercaptopropionsäure
und Dodecylmercaptan, silanhaltige Regler wie Mercaptosilane, beispielsweise 3-Mercaptopropyltrimethoxysilan.
Vorzugsweise wird in Methanol oder in Lösungsmitteln mit hoher Übertragungsrate
wie Ethanol oder Isopropanol oder deren Gemische polymerisiert.
Die Einstellung des Molekulargewichts kann ferner über die
Temperatur, die Initiatorart und -konzentration sowie über den
Lösemittelgehalt
erfolgen.
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Geeignete
Vinylester sind Vinylester von unverzweigten oder verzweigten Carbonsäuren mit
1 bis 18 C-Atomen. Bevorzugte Vinylester sind Vinylacetat, 1-Methylvinylacetat,
Vinylpropionat, Vinylbutyrat, Vinyl-2-ethylhexanoat, Vinyllaurat,
Vinylpivalat und Vinylester von α-verzweigten
Monocarbonsäuren
mit 5 bis 13 C-Atomen, beispielsweise VeoVa9R oder
VeoVa10R (Handelsnamen der Firma Shell).
Besonders bevorzugt ist Vinylacetat.
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Der
Ethylenanteil im Mischpolymerisat beträgt im allgemeinen 5 bis 75
Mol-%, vorzugsweise 20 bis 60 Mol-%, besonders bevorzugt 25 bis
50 Mol-%. Am meisten bevorzugt werden Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisate
mit den genannten Ethylenanteilen.
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Neben
Vinylester können
gegebenenfalls noch ein oder mehrere Monomere aus der Gruppe umfassend
Methacrylsäureester
und Acrylsäureester von
Alkoholen mit 1 bis 15 C-Atomen, alpha-Olefine mit 3 bis 12 C-Atomen,
Diene, Vinylaromaten und Vinylhalogenide copolymerisiert sein. Geeignete
Monomere aus der Gruppe der Ester der Acrylsäure oder Methacrylsäure sind
Ester von unverzweigten oder verzweigten Alkoholen mit 1 bis 15
C-Atomen. Bevorzugte Methacrylsäureester
oder Acrylsäureester
sind Methylacrylat, Methylmethacrylat, Ethylacrylat, Ethylmethacrylat,
Propylacrylat, Propylmethacrylat, n-, iso- und t-Butylacrylat, n-,
iso- und t-Butylmethacrylat, 2-Ethylhexylacrylat, Norbornyl-acrylat.
Geeignete alpha-Olefine sind beispielsweise Propen, Isobutylen,
1-Buten, 1-Hexen, 1-Octen, 1-Dodecen. Geeignete Diene sind 1,3-Butadien und
Isopren. Als Vinylaromaten können
Styrol und Vinyltoluol einpolymerisiert werden. Aus der Gruppe der
Vinylhalogenide wird Vinylchlorid und Vinylidenchlorid bevorzugt.
Der Anteil dieser Comonomere wird so bemessen, dass die Summe des
Ethylen- und Vinylesteranteils > 50
Mol-% im Ethylen-Vinylester-Polymerisat beträgt.
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Gegebenenfalls
können
auch funktionelle Comonomere in einem Anteil von vorzugsweise 0.1 bis
25 Mol-% enthalten sein. Beispiele hierfür sind ethylenisch ungesättigte Mono-
und Dicarbonsäuren, vorzugsweise
Acrylsäure,
Methacrylsäure,
Fumarsäure,
Crotonsäure,
Itaconsäure
und Maleinsäure; ethylenisch
ungesättigte
Carbonsäureamide
und -nitrile, vorzugsweise N-Vinylformamid, Acrylamid und Acrylnitril;
Mono- und Diester der Fumarsäure
und Maleinsäure
wie die Diethyl-, und Diisopropylester sowie Maleinsäureanhydrid,
ethylenisch ungesättigte Sulfonsäuren bzw.
deren Salze, vorzugsweise Vinylsulfonsäure, 2-Acrylamido-2-methyl-propansulfonsäure; Alkylvinylether,
Vinylketone, N-Vinylpyrrolidon; Vinyl- und Methacrylsilane wie Vinyltrimethoxysilan
und Methacryloxypropyltrimethoxysilan; Mercaptosilan. Weitere Beispiele
sind vorvernetzende Comonomere wie mehrfach ethylenisch ungesättigte Comonomere,
beispielsweise Divinyladipat, Diallylmaleat, Allylmethacrylat, Butandioldiacrylat
oder Triallylcyanurat, oder nachvernetzende Comonomere, beispielsweise
Acrylamidoglykolsäure
(AGA), Methylacrylamidoglykolsäuremethylester
(MAGME), N-Methylolacrylamid (NMA), N-Methylolmethacrylamid, N-Methylolallylcarbamat,
Alkylether wie der Isobutoxyether oder Ester des N-Methylolacrylamids, des
N-Methylolmethacrylamids und des N-Methylolallylcarbamats.
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Die
Verseifung (Umesterung, Hydrolyse) des Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisats
erfolgt in an sich bekannter Weise, zum Beispiel nach dem Kneterverfahren
oder im Rührkessel,
im Alkalischen oder Sauren, unter Zugabe von Säure oder Base. Vorzugsweise
liegt das Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisat in alkoholischer Lösung mit
einwertigen, aliphatischen Alkoholen mit 1 bis 4 C-Atomen oder deren
Gemischen als Lösungsmittel
vor. Besonders bevorzugt werden Methanol und ein Ethanol/Isopropanol-Gemisch. Der Gehalt
an Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisat in der Lösung beträgt 20 bis 85 Gew.-%, vorzugsweise
30 bis 80 Gew.-%.
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Zur
Initiierung der Hydrolyse werden die dabei üblichen sauren oder alkalischen
Katalysatoren eingesetzt. Saure Katalysatoren sind beispielweise starke
Mineralsäuren,
wie Salzsäure
oder Schwefelsäure,
oder starke organische Säuren,
wie aliphatische oder aromatische Sulphonsäuren. Bevorzugt werden alkalische
Katalysatoren eingesetzt. Dies sind beispielsweise die Hydroxide,
Alkoholate und Carbonate von Alkali- oder Erdalkalimetallen. Bevorzugt
werden die Hydroxide von Lithium, Natrium und Kalium; besonders
bevorzugt wird Natriumhydroxid. Die alkalischen Katalysatoren werden
entweder in fester Form (100 %-ig) oder in Form deren wässrigen oder
alkoholischen Lösungen
eingesetzt, vorzugsweise in alkoholischer Lösung, und besonders bevorzugt
im gleichen Alkohol gelöst,
welcher zur Lösung des
Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisat
eingesetzt wird. Am meisten bevorzugt ist eine methanolische Lösung von
NaOH. Die eingesetzten Mengen an alkalischem Katalysator betragen
im allgemeinen 0.2 bis 20.0 Gew.-%, bezogen auf Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisat.
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Die
Hydrolyse wird im allgemeinen bei Temperaturen von 40°C bis 90°C, vorzugsweise
50°C bis 85°C, durchgeführt. Bei
diskontinuierlicher Fahrweise wird die alkoholische Polyvinylester-Lösung einem
Reaktionsgefäß zugeführt, im
allgemeinen einem Rührkessel
oder einem Kneter. Durch Zugabe der Katalysatorlösung wird die Verseifung initiiert.
Bei Erreichen des gewünschten
Hydrolysegrades, im allgemeinen bei einem Hydrolysegrad des Vinylester-Anteils von 85 bis
100 Mol-%, vorzugsweise 95 bis 100 Mol-%, wird die Hydrolyse abgebrochen.
Vorzugsweise wird während
der Verseifungsreaktion der bei der Umesterung gebildete Ester abdestilliert.
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Bei
sauer katalysierter Hydrolyse erfolgt der Abbruch durch Zugabe von
alkalischen Reagentien. Dies sind beispielweise die Hydroxide, Alkoholate und
Carbonate von Alkali- oder Erdalkali metallen. Bevorzugt werden die
Hydroxide von Lithium, Natrium und Kalium; besonders bevorzugt wird
Natriumhydroxid. Bei der bevorzugten alkalisch katalysierten Hydrolyse
erfolgt der Abbruch durch Zugabe von sauren Reagentien, wie Carbonsäuren oder
Mineralsäuren;
oder von neutralen Reagentien, wie Carbonsäureestern. Bevorzugt werden
Carbonsäureester wie
Methylacetat oder Ethylacetat, sowie relativ starke Carbonsäuren und
Mineralsäuren,
vorzugsweise mit einem pKs-Wert von kleiner als 4.5, besonders bevorzugt
mit einem pKs-Wert kleiner als 2.5. Geeignete Mineralsäuren sind
beispielsweise Salzsäure, Schwefelsäure und
Salpetersäure;
geeignete Carbonsäuren
sind beispielsweise Essigsäure,
Oxalsäure,
Ameisensäure,
aliphatische und aromatische Sulfonsäuren und Halogencarbonsäuren wie
Mono-, Di- oder Trichloressigsäure.
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Nach
Beendigung der Verseifungsreaktion wird das dabei gebildete Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisat
durch Fällung
von der flüssigen
Phase abgetrennt.
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Bei
Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisaten, welche sich von niedermolekularen
Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisaten mit einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht Mw von 2000 bis 100000 g/mol, vorzugsweise 5000
bis 60000 g/mol, ableiten, beträgt
der Temperaturgradient –0.1°C/min bis –10°C/min, vorzugsweise –1°C/min bis –10°C/min.
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Bei
Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisaten, welche sich von hochmolekularen
Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisaten mit einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht Mw von > 100000
g/mol ableiten, beträgt
der Temperaturgradient –0.1°C/min bis –1°C/min, vorzugsweise –0.1°C/min bis –0.5°C/min.
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Im
allgemeinen wird auf eine Temperatur abgekühlt, welche oberhalb der Tg
des lösemittelhaltigen
Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisats liegt, aber unterhalb des
Schmelzpunktes des Ethy len-Vinylalkohol-Mischpolymerisats liegt.
Vorzugsweise wird bis zu einer Temperatur von 10°C bis 35°C abgekühlt.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
wird bei den hochmolekularen Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisaten,
zunächst
mit relativ hoher Kühlleistung,
das heißt
einem Temperaturgradienten von –1°C/min bis –10°C/min, auf
eine Temperatur von vorzugsweise 40°C bis 70°C abgekühlt, und anschließend die
Abkühlung
mit einem niedrigeren Temperatur-Gradienten von –0.1°C/min bis –1°C/min fortgesetzt, bis zu einer
Temperatur von 10°C
bis 35°C.
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Die
Ausfällung
des Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisats wird vorzugsweise durch
Zugabe von Wasser unterstützt.
Dazu wird während, vorzugsweise
nach der Abkühlung
auf die gewünschte
Endtemperatur, Wasser zugegeben. Die Wassermenge beträgt im allgemeinen
das 0.3-fache bis 5.0-fache, vorzugsweise das 0.8-fache bis 2.5-fache der
Gewichtsmenge des eingesetzten Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisats. Die Temperatur
des Wasser entspricht im allgemeinen der Raumtemperatur bzw. der
Temperatur des abgekühlten
Verseifungsansatzes. Es kann auch so vorgegangen werden, dass nach
der Fällung
der Alkoholanteil abdestilliert wird und sukzessive mit der entsprechenden
Menge Wasser ersetzt wird.
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Das
ausgefällte
Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisat kann mittels Filtration abgetrennt
werden und liegt im allgemeinen mit einer Restfeuchte von ≤ 50 % vor.
Das Produkt wird üblicherweise
getrocknet, beispielsweise mit Heißluft, und liegt nach der Trocknung
als Pulver vor. Die Korngröße, bestimmt
als mittlerer Volumendurchmesser Dv, beträgt 20 bis 2000 μm, vorzugsweise
100 bis 1000 μm.
Die gewünschte
Korngröße kann
dabei durch das Verfahren gesteuert werden, das heißt über den
Temperaturgradienten bei der Abkühlung
und Fällung, über die
Zugabe von Wasser und deren Menge, sowie über die Rührgeschwindigkeit bei der Auskristallisation.
Die komplexe Schmelzviskosität
der Produkte beträgt
vorzugsweise 0.5 bis 100000 Pas, insbesondere 1 bis 1000 Pas (bei
180°C; oszillierende
Messung bei 1 Hz mit Platte/Platte-Meßsystem, Gerät: Bohlin
CVO 120 HR).
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
wird das erhaltene Pulver in Wasser resuspendiert, gegebenenfalls
durch Destillation oder Strippen von Lösungsmittelresten befreit,
und das pulverförmige
Produkt durch Filtration isoliert. Zur Entfernung von Alkalisalzen
und zur Einstellung des gewünschten
Aschegehalts kann das Pulver gegebenenfalls noch mit Wasser gewaschen
werden.
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Zur
Vermeidung von Verfärbung
in der Schmelze, das heißt
zur Erhöhung
der Thermostabilität,
zur Vermeidung von Gelkörpern
oder Fischaugen in Schmelze und zur Verbesserung der Haftung, kann
das Pulver gegebenenfalls noch dotiert werden. Geeignete Dotiermittel
sind dem Fachmann bekannt: Beispielsweise Carbonsäuren wie
Essigsäure,
Milchsäure,
Ascorbinsäure,
Zitronensäure,
Hydroxylactone; Salze wie Alkalimetall-, Erdalkalimetall-Salze sowie Salze
der Elemente der 3. Hauptgruppe mit anorganischen oder organischen
Anionen wie Natrium-, Kalium-, Calcium- und Magnesiumacetat; Borverbindungen
wie Borsäure,
Borsäureester
(Borate) und Borsäuresalze;
weiter Phosphor-haltige Verbindungen, wie Salze der Phosphor- (1-
bis 3-wertig) oder der Phosphonsäure
(1- bis 2-wertig) wie NaH2PO4, Na2HPO4. Die Dotierung
erfolgt bevorzugt im Zuge der Resuspendierung, durch Zugabe einer
wässrigen Lösung der
genannten Stoffe. Die Zugabemengen richten sich nach dem gewünschten
Eigenschaftsprofil.
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Die
Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisate können gegebenenfalls noch mit
Additiven versetzt werden, beispielsweise Füllstoffe, UV-Absorber, Weichmacher,
Antioxidantien, Flammschutzmittel, Extender, Thermostabilisatoren,
Thermoplasten, Haftvermittler.
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Die
Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisate können zur Herstellung von Folien,
Filmen und Laminaten, zur Herstellung von Formkörpern verwendet werden. Weitere
Anwendungsgebiete sind die als Beschichtungsmittel, als Additiv
für Pulverlacke,
als Klebemittel und als Bindemittel in Baumaterialien.
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Die
Vorteile dieses Verfahrens können
wie folgt zusammengefasst werden:
Es können niedermolekulare Produkte
erhalten werden, wobei die Bandbreite des Molekulargewichts sehr
groß sein
kann. Die niedermolekularen Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisate
(Mw ≤ 100000 g/mol),
besonders die sehr niedermolekularen mit Mw ≤ 50000 g/mol, können mit
dem Verfahren zu gut aufzuarbeitenden, pulverförmigen Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisaten
umgesetzt werden. Die erhaltenen Produkte sind homogen aufgebaut.
Die niedrige Lösungsviskosität führt bei
der Polymerisation zu Vorteilen: Es können auch Lösungen mit einem Festgehalt
von bis zu 95 % noch gerührt
werden.
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Ein
Tromsdorff-Effekt tritt nicht auf. Demnach kann der Umsatz von Vinylacetat
auf nahezu 100 % geführt
werden, das heißt
sehr hohe Ausbeuten, da Vinylacetat fast komplett polymerisiert
wird. Dies bedingt eine sehr leichte Entmonomerisierung: Vinylacetat,
das ohnehin schon sehr gut auspolymerisiert ist und deshalb nur
noch in kleiner Menge vorliegt, kann wegen der geringen Lösungsviskosität sehr leicht
entfernt werden. Der Gehalt an Restmonomer Vinylacetat kann auf
Werte von 20 ppm und geringer eingestellt werden. Dies führt bei
der Verseifung dazu, dass durch Verunreinigungen keine Lauge verbraucht
wird und vor allem dazu, dass kein Acetaldehyd aus Vinylacetat gebildet
wird (Acetaldehyd führt im
alkalischen Milieu durch Aldolkondensation zu einer gelben Verfärbung des
Endprodukts EVOH).
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Die
Lösung
des niedermolekularen Harzes ist – je nach Molekulargewicht – mit einem
sehr hohen Festgehalt von ca. 70 bis 80 noch pumpbar und kann sehr
hochprozentig der Verseifung zugeführt werden. Damit wird insgesamt
sehr viel Lösungsmittel
gespart. Mit Ethylen-Vinylester-Mischpolymerisaten mit niederen
Molekulargewichten werden Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisate
mit einem sehr guten und vorteilhaften Schmelzfluß erhalten.
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Herstellung der Ethylen-Vinylacetat-Festharze:
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Beispiel A (hochmolekulares
Festharz):
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In
einem 19 Liter Druckautoklaven wurden 789.45 g Methanol, 9.52 kg
Vinylacetat, 1.88 g PPV (Tertiärbutylperpivalat,
75 Gew.-%-ig in Aliphaten, 0.0148 Gew.-%. bezogen auf VAc) vorgelegt.
Der Kessel wurde auf 70°C
aufgeheizt und es wurden 60 bar Ethylen aufgedrückt, welche bis zum Reaktionsende
gehalten wurden. Anschließend
lief der Ansatz bei 70°C
7 h lang bis zu einem Festgehalt von 59.8 %.
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Bei
diesem Festgehalt dickte der Ansatz ein, das heißt eine Durchmischung und somit
das Abführen
der Reaktionswärme
war nicht mehr möglich.
An diesem Punkt war die Polymerisation jedoch schon abgeschlossen,
da der Initiator aufgebraucht war. Nun wurden 4 kg Methanol im Entspannungskessel vorgelegt
und 4 kg Methanol dosiert, gleichzeitig wurde der Ansatz entspannt.
Nach dem Entspannen wurde der Kessel aufgeheizt zur Destillation,
dabei wurde alle 30 min frisches Methanol in den Kessel gegeben,
das der abdestillierten Menge entsprach (Entmonomerisierung).
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Analysen:
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- Festgehalt FG: 30.55 % (in Methanol);
- Viskosität
(Höppler – 10 %-ig
in Ethylacetat): 14.34 mPas;
- Säurezahl
SZ (Methanol): 5.61 mg KOH/g;
- Restvinylacetat: 55 ppm; Verseifungszahl: 519.05 mg KOH/g;
- Ethylengehalt aus 1H-NMR: 20.69 Gew.-%
(44.54 Mol-%);
- SEC Mw = 114632, Mn =
35223, Polydispersität
= 3.52 (Anmerkung: Elutionsmittel ist immer THF, die Werte sind
relativ auf Polystyrol-Standards bezogen);
- Tg des getrockneten Harzes: 0.9°C. Anmerkung: Die Tg von ethylenhaltigen
Festharzen kann mit folgender Formel sehr einfach abgeschätzt werden (Fox-Gleichung):
1/Tg = Gew.-%(Et)/180K + Gew.-%(Vac)/316K. Hier wird theoretisch
ein Wert von 0.13°C
berechnet.
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Beispiel B (niedermolekulares
Festharz):
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In
einem 19 Liter Druckautoklaven wurden 2250 g Ethanol, 411.29 g Isopropanol,
2.38 kg Vinylacetat und 14.3 g PPV (Tertiärbutylperpivalat, 75 Gew.-%-ig
in Aliphaten) vorgelegt. Der Kessel wurde auf 70°C aufgeheizt und es wurden 60
bar Ethylen aufgedrückt,
welche bis zum Dosierende der Monomerdosierung gehalten wurden.
Bei Erreichen von 70°C
startete die Initiatordosierung, welche aus 417.22 g Ethanol und
55.63 g PPV (Tertiärbutylperpivalat,
75 Gew.-%-ig in Aliphaten) bestand. Diese Dosierung lief über 430
min mit einer Dosierrate von 66 g/h.
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10
min nach dem Start der Initiatordosierung startete die Monomerdosierung,
welche aus 7.15 kg Vinylacetat bestand. Diese Dosierung lief über 360 min.
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Nach
dem Dosierende der Initiatordosierung wurde die Temperatur von 70°C noch 90
min gehalten. Anschließend
wurde entspannt. Nach dem Entspannen wurde der Kessel aufgeheizt
zur Destillation, dabei wurde alle 30 min frisches Methanol in den Kessel
gegeben, das der abdestillierten Menge entsprach (Entmonomerisierung
und Lösungsmittelaustausch).
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Analysen:
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- FG: 45.55 % (in Methanol); Viskosität (Höppler – 10 %-ig in Ethylacetat):
2.23 mPas; SZ (Methanol): 5.05 mg KOH/g;
- Restvinylacetat: 16 ppm; Verseifungszahl: 425.37 mgKOH/g;
- Ethylengehalt aus 1H-NMR: 30.48 Gew.-%
(57.44 Mol-%);
- SEC Mw = 23666, Mn =
8900, Polydispersität
= 2.66;
- Tg des getrockneten Harzes: –17.0°C.
- Anmerkung: Hier wird theoretisch ein Wert von –16.3°C berechnet.
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Herstellung der Ethylen-Vinylalkohol-Pulver:
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Beispiel 1 (Hochmolekulares
EVOH, zwei Temperatur-Gradienten):
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In
einem 3 Liter doppelwandigen, temperierbaren Glasreaktionsgefäß (mit Destillationsbrücke und
Tropftrichter) wurden 838 g einer 35.8 Gew.-%-igen methanolischen
Lösung
eines analog Beispiel A erhaltenen Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats
mit 36.25 Mol-% Ethylen und 63.75 Mol-% Vinylacetat und einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht Mw von 175581 g/mol, eingewogen. Diese Lösung wurde
durch Zugabe von 162 g Methanol verdünnt, so dass sich eine 30 Gew.-%-ige
Lösung
ergab. Anschließend
wurde die Lösung
unter Rühren (200
Upm, Flügelrührer) auf
eine Manteltemperatur von 80°C
aufgeheizt. Nachdem die Temperatur erreicht war, wurde der Verseifungsprozess
durch Zutropfen von 333 g einer 9 Gew.-%-igen methanolischen Natronlauge – entsprechen
30 g NaOH fest = 10 Gew.-% der Festharzmenge – gestartet. Die Dosierung
erfolgte durch zweimalige Laugenzugabe zu je 15 Minuten in einem
Abstand von 30 Minuten. Während
der Dosierung und im Anschluss daran noch 1 h 40 min lang, wurden
insgesamt 800 ml Lösemittelgemisch
Methylacetat/Methanol unter Vakuum abdestilliert und durch Methanol
ersetzt. Anschließend
wurde die verseifte Lösung,
bei voller Kühlleistung
(–2°C/min), auf
zuerst 60°C
abgekühlt. Von
da an wurde über
eine Temperaturrampe von –0.17°C/min langsam
auf 30°C
abgekühlt,
so dass das Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisat kristallisieren
konnte.
-
Nach
dem Abkühlen
wurden 500 g destilliertes Wasser zugegeben und kurz eingerührt. Dadurch wurde
der ethylenhaltige Polyvinylalkohol als Pulver ausgefällt. Dann
wurde eine Fest-Flüssig-Trennung über Nutsche
vorgenommen. Der ausgefallene, pulverför mige Feststoff ließ sich sehr
gut von der Suspension abtrennen. Der Filterkuchen wurde wieder
in das Reaktionsgefäß eingelegt
und mit 1 l dest. Wasser resuspendiert. Nun wurde durch Destillation
bei einer Manteltemperatur von 50°C
und Vakuum das restliche Lösemittel
entfernt (Strippen). Anschließend wurde
wieder auf Raumtemperatur abgekühlt,
der Feststoff abermals von der Suspension über Nutsche abgetrennt und
der Filterkuchen mit 2 l dest. Wasser nachgewaschen.
-
Es
wurde ein feinpulvriges EVOH mit einer Verseifungszahl von 0.78
mg KOH/g erhalten.
-
Analysen:
-
- Zusammensetzung aus 1H-NMR: 26.56
Gew.-% (36.25 Mol-%) Ethylen; 0.12 Gew.-% VAc; 73.32 Gew.-% VOH;
- DSC-Messung: Tg: 56.92°C;
Peaktemperatur Tm (Peak) des Schmelzpunkts: 179.35°C; Schmelzenthalpie
Hm: 86.45 J/g
- Partikelgröße des Produkts
(Coulter-Messung): Oberfläche
774.2 cm2/g; mittlerer Volumendurchmesser
Dv (mean) 821.3 μm;
zahlenmittlere Teilchengröße Dn (mean)
0.0891 μm.
-
Beispiel 2 (Hochmolekulares
EVOH, einstufige Abkühlung
mit niederem Temperaturgradienten):
-
In
einem 120 Liter doppelwandigen, temperierbaren Reaktionskessel (mit
Destillationsbrücke und
Dosierpumpe) wurden 34.6 kg einer 49.9 Gew.-%-igen Festharzlösung eines
analog Beispiel A erhaltenen Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats mit
44.0 Mol-% Ethylen und 56.0 Mol-% Vinylacetat und einem mittleren
Molekulargewicht Mw von 111794 g/mol eingelegt und durch Zugabe
von 20.95 kg Methanol auf einen Festgehalt von 31 % verdünnt. Anschließend wurde
die Lösung
unter Rühren
(95 Upm, Ankerrührer)
auf eine Manteltemperatur von 70°C
aufgeheizt. Nachdem die Temperatur erreicht war, wurde der Verseifungsprozess
durch Dosieren von 20.31 kg einer 8.5 Gew.-%-igen methanolischen Natronlauge – entsprechen
1.73 kg NaOH fest = 10 Gew.-% der Festharzmenge – gestartet. Die Dosierung
erfolgte innerhalb 1 h 20 min. Während
der Dosierung und im Anschluss daran noch 2 h 15 min lang, wurden
insgesamt 31.5 kg Lösemittelgemisch Methylacetat/Methanol
unter Vakuum abdestilliert und durch 10 kg Methanol ersetzt, das
heißt
die Lösung
wurde leicht auf konzentriert. Anschließend wurde die verseifte Lösung über eine
Temperaturrampe von –0.5°C/min auf
23°C abgekühlt. Während des
Abkühlens,
bei 60°C,
wurde die Lösung
mit 300 ml Essigsäure
100 %-ig von pH-Wert 9.4 auf pH-Wert 7.3 eingestellt. Die gekühlte Lösung wurde
dann 18 h 20 min bei 23°C
und einer Rührgeschwindigkeit
von 45 Upm gerührt.
Nach dieser „Kristallisationszeit" wurden 40 kg destilliertes
Wasser zugegeben und eingerührt.
Zum Entfernen des Lösemittels
wurde die Suspension dann auf eine Manteltemperatur von 50°C aufgeheizt
und mit Vakuum destilliert (gestrippt). Insgesamt wurden so 38 kg
Lösemittelgemisch
abdestilliert, wobei nach und nach, in Portionen zu 10 kg, dest.
Wasser zugegeben wurde (insgesamt 60 kg).
-
Nach
dem Abkühlen
auf Raumtemperatur wurde nun die Fest-Flüssig-Trennung über Nutsche mit
eingelegtem Leinentuch vorgenommen. Der pulverförmige Feststoff ließ sich von
der Suspension sehr gut abtrennen (sehr guter Durchfluss), so dass der
Filterkuchen ohne Probleme noch mit 20 kg destilliertem Wasser nachgewaschen
werden konnte.
-
Es
wurde ein feinpulvriges EVOH mit einer Verseifungszahl von 28.7
mg KOH/g erhalten.
-
Analysen:
-
- Zusammensetzung aus 1H-NMR: 32.61
Gew.-% (44.00 Mol-%) Ethylen; 4.41 Gew.-% VAc; 62.98 Gew.-% VOH;
- DSC-Messung: Tg: 51.2°C;
Peaktemperatur Tm (Peak) des Schmelzpunkts: 164.3°C; Schmelzenthalpie
Hm: 91.3 J/g
- Partikelgröße des Produkts
(Coulter-Messung): Oberfläche
223.7 cm2/g; mittlerer Volumendurchmesser
Dv (mean) 588.5 μm;
zahlenmittlere Teilchengröße Dn (mean)
1.55 μm.
-
Beispiel 3 (Niedermolekulares
EVOH):
-
In
einem 3 Liter doppelwandigen, temperierbaren Glasreaktionsgefäß (mit Destillationsbrücke und
Tropftrichter) wurden 1084 g einer 73.8 %-igen methanolischen Festharzlösung des
in Beispiel B erhaltenen Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats mit 57.44
Mol-% Ethylen und 42.56 Mol-% Vinylacetat und einem mittleren Molekulargewicht
Mw von 23666 g/mol eingewogen. Anschließend wurde die Lösung unter
Rühren
(200 Upm, Flügelrührer) auf
eine Manteltemperatur von 80°C
aufgeheizt. Nachdem die Temperatur erreicht war, wurde der Verseifungsprozess
durch Zutropfen von 800 g einer 10 Gew.-%-igen methanolischen Natronlauge – entsprechen
80 g NaOH fest = 10 % der Festharzmenge – gestartet. Die Dosierung
erfolgte innerhalb 1 Stunde. Während
der Dosierung und im Anschluss daran noch 1 h 15 min lang, wurden
insgesamt 763 g Lösemittelgemisch
Methylacetat/Methanol im Vakuum abdestilliert und durch 343 g Methanol
ersetzt.
-
Anschließend wurde
die verseifte Lösung über eine
Temperaturrampe von –1°C/min auf
23°C abgekühlt. Dabei
kristallisierte das EVOH (teilweise). Während des Abkühlens, bei
60°C, wurde
die Lösung
mit 20 ml Essigsäure
100 %-ig von pH-Wert 10.5 auf pH-Wert 7.5 eingestellt. Nach dem
Abkühlen wurden
800 g dest. Wasser zugegeben, kurz eingerührt, wodurch eine Ausfällung des
(teil kristallinen EVOH's
in Form eines Pulvers gelang. Dann wurde die Fest-Flüssigtrennung über Nutsche
vorgenommen. Der pulverförmige
Feststoff ließ sich
sehr gut von der Suspension abtrennen. Der Filterkuchen wurde wieder
in das Reaktionsgefäß eingelegt
und mit 1 l dest. Wasser resuspendiert. Nun wurde durch Destillation
bei einer Manteltemperatur von 45°C
und Vakuum das restliche Lösemittel
entfernt (Strippen). Anschließend
wurde wieder auf Raumtemperatur abgekühlt, der Feststoff abermals
aus der Suspension über
Nutsche abgetrennt und der Filterkuchen mit 2 l dest. Wasser nachgewaschen
(sehr guter Durchfluss).
-
Es
wurde ein weißes,
feinpulvriges EVOH mit einer Verseifungszahl von 12.6 mg KOH/g erhalten.
-
Analysen:
-
- Zusammensetzung aus 1H-NMR: 45.77
Gew.-% (57.44 Mol-%) Ethylen; 1.94 Gew.-% VAc; 52.29 Gew.-% VOH.
- DSC-Messung: Tg: 17.3°C;
Peaktemperatur Tm (Peak) des Schmelzpunkts: 125.5°C; Schmelzenthalpie
Hm: 64.0 J/g
- Partikelgröße des pulverförmigen Produkts
(Coulter-Messung): Oberfläche
2316 cm2/g; mittlerer Volumendurchmesser
Dv (mean) 217.6 μm;
zahlenmittlere Teilchengröße Dn (mean)
1.90 μm.
-
Vergleichsbeispiel 4 (Hochmolekulares
EVOH):
-
In
einem 3 Liter doppelwandigen, temperierbaren Glasreaktionsgefäß (mit Destillationsbrücke und
Tropftrichter) wurden 838 g einer 35.8 %-igen Festharzlösung eines
analog Beispiel A erhaltenen Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats
mit 36.25 Mol-% Ethylen und 63.75 Mol-% Vinylacetat und einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht Mw von 175581 g/mol eingewogen. Diese Lösung wurde durch
Zugabe von 162 g Methanol verdünnt,
so dass sich eine 30 %-ige Lösung
ergab. Anschließend
wurde die Lösung
unter Rühren
(200 Upm, Flügelrührer) auf
eine Manteltemperatur von 80°C
aufgeheizt. Nachdem die Temperatur erreicht war, wurde der Verseifungsprozess
durch Zutropfen von 333 g einer 9 %-igen methanolischen Natronlauge – entsprechen 30
g NaOH fest = 10 der Festharzmenge – gestartet. Die Dosierung
erfolgte durch zweimalige Laugenzugabe zu je 15 Minuten in einem
Abstand von 30 Minuten. Während
der Dosierung und im Anschluss daran noch 1 h 10 min lang, wurden
insgesamt 600 ml Lösemittelgemisch
Methylacetat/Methanol durch Methanol ersetzt. Anschließend wurde
die verseifte Lösung
innerhalb von 25 min auf 30°C,
bei voller Kühlleistung
der Temperiereinheit (–2°C/min), abgekühlt. Ab
ca. 38°C
Manteltemperatur plastifizierte das Produkt in der Lösung zu
gummiartigen Teilchen, die – insgesamt
betrachtet – einem
moosartigen Gebilde glichen.
-
Daraufhin
wurden 500 g dest. Wasser zugegeben, kurz eingerührt und dann die Fest-Flüssigtrennung über Nutsche
vorgenommen. Aufgrund des geringen Durchflusses gestaltete sich
die Trennung sehr mühsam.
-
Es
wurde ein plastifiziertes EVOH mit einer Verseifungszahl von 1.7
mg KOH/g erhalten. Die sehr groben Teilchen besaßen veräs telte Struktur und glichen
insgesamt betrachtet einem Moosgebilde.
-
Analysen:
-
- Zusammensetzung aus 1H-NMR: 26.54
Gew.-% (36.25 Mol-%) Ethylen; 0.26 Gew.-% VAc; 73.20 Gew.-% VOH.
- DSC-Messung: Tg: 54.55°C;
Peaktemperatur Tm (Peak) des Schmelzpunkts: 175.73°C; Schmelzenthalpie
Hm: 68.29 J/g
- Partikelgröße des Produkts
(Coulter-Messung): entfällt,
da kein pulverförmiges
Produkt anfiel.
-
Beispiel 5 (Niedermolekulares
EVOH mit hohem Reinheitsgrad):
-
In
einem 3 Liter doppelwandigen, temperierbaren Glasreaktionsgefäß (mit Destillationsbrücke und
Tropftrichter) wurden 724.6 g einer 69.0 %-igen methanolischen Festharzlösung eines
analog Beispiel B erhaltenen Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats
mit 56.5 Mol-% Ethylen und 43.5 Mol-% Vinylacetat und einem mittleren
Molekulargewicht Mw von 53463 g/mol eingewogen. Anschließend wurde
die Lösung
unter Rühren
(200 Upm, Flügelrührer) auf eine
Manteltemperatur von 60°C
aufgeheizt. Nachdem die Temperatur erreicht war, wurde der Verseifungsprozess
durch Zutropfen von 403 g einer 6.2 Gew.-%-igen methanolischen Natronlauge – entsprechen
25 g NaOH fest = 5.0 % der Festharzmenge – gestartet. Die Dosierung
erfolgte durch zweimalige Laugenzugabe zu je 15 Minuten in einem
Abstand von 30 Minuten.
-
Nach
einer Verseifungszeit von 5 Stunden wurde der Ansatz von 60°C auf 40°C mit einer
Rampe von –3°C/min abgekühlt. Dabei
trat eine (teilweise) Kristallisation des Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisats
ein. Bei Rührerstillstand
wurden anschließend
250 g Ethylacetat zur Neutralisation zugegeben und kurz mit 50 Upm
eingerührt.
Nach einer Einwirkzeit des Ethylacetats von 10 min (ohne Rühren) wurde
die Fällung
des kristallinen Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisats
durch Zugabe von 500 g Wasser (mit einer Temperatur von 23°C) vervollständigt. Es
wurde eine Suspension mit feinteiligem Pulver erhalten.
-
Danach
wurde die Suspension wieder auf 60°C erwärmt, mit 100 Upm gerührt und
unter Vakuum destilliert. Dabei wurden 550 ml Lösungsmittel entfernt und es
wurden im Zuge der Destillation 950 ml Wasser zugegeben. Die Suspension
wurde danach mit einer Rampe von –3°C/min auf 23°C abgekühlt. Dann wurde die Fest-Flüssigtrennung über Nutsche
vorgenommen.
-
Der
Rückstand
auf der Nutsche wurde in einen Leinensack gegeben und 1 Stunde unter
fließendem
Wasser gewaschen. Das gewaschene Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisat
im Leinensack wurde wieder in das Reaktionsgefäß eingelegt und mit 1 l dest.
Wasser resuspendiert. Bei einer Manteltemperatur von –60°C und einer
Rüherdrehzahl
von 100 Upm wurde restliches Lösungsmittel
unter Vakuum entfernt (Strippen). Anschließend wurde wieder auf Raumtemperatur
(23°C) abgekühlt, der
Feststoff abermals aus der Suspension über Nutsche abgetrennt und
der Filterkuchen mit 2 l dest. Wasser nachgewaschen (sehr guter
Durchfluss). Zuletzt wurde das Produkt im Vakuumtrockenschrank getrocknet.
-
Es
wurde ein hochreines, feinpulvriges, weißes EVOH mit einer Verseifungszahl
von 22.1 mg KOH/g erhalten.
-
Analysen:
-
- Zusammensetzung aus 1H-NMR: 44.5
Gew.-% (56.5 Mol-%) Ethylen; 3.4 Gew.-% Vinylacetat; 52.1 Gew.-%
Vinylalkohol.
- DSC-Messung: Tg: 31.1°C,
Tm (Peak) = 118.6°C, Schmelzenthalpie
Hm = 59.7 J/g;
- Partikelgröße des pulverförmigen Produkts
(Coulter-Messung): Oberfläche
1775 cm2/g; mittlerer Volumendurchmesser
Dv (mean) 405 μm;
zahlenmittlere Teilchengröße Dn (mean)
0.103 μm.
-
Vergleichsbeispiel 6 (Niedermolekulares
EVOH, keine Abkühlung
mit Temperaturgradient)
-
Wie
Beispiel 5 nur mit dem Unterschied, dass direkt nach der Verseifung
bei einer Manteltemperatur von 60°C
mit 250 g Ethylacetat neutralisiert wurde und anschließend 500
g Wasser zugegeben wurden. Da das Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisat
zu dieser Zeit noch nicht kristallisiert war und zu diesem Zeit punkt
noch im plastischen Zustand vorlag, führte die Wasserzugabe zu einer
unmittelbaren Koagulation, sodass ein „Teig" erhalten wurde. Ein pulverförmiges Produkt
konnte somit nicht erhalten werden, da dazu erst eine kontrollierte
Abkühlrate über eine
bestimmte Temperaturrampe erforderlich gewesen wäre.
-
Beispiel 7 (sehr niedermolekulares
EVOH):
-
In
einem 3 Liter doppelwandigen, temperierbaren Glasreaktionsgefäß (mit Destillationsbrücke und
Tropftrichter) wurden 653.6 g einer 76.5 %-igen methanolischen Festharzlösung eines
analog Beispiel B erhaltenen Ethylen-Vinylacetat-Mis-chpolymerisats
mit 70.9 Mol-% Ethylen und 29.1 Mol-% Vinylacetat und einem mittleren
Molekulargewicht Mw von 6872 g/mol eingewogen. Anschließend wurde die
Lösung
unter Rühren
(200 Upm, Flügelrührer) auf eine
Manteltemperatur von 60°C
aufgeheizt. Nachdem die Temperatur erreicht war, wurde der Verseifungsprozess
durch Zutropfen von 820 g einer 6.1 Gew.-%-igen methanolischen Natronlauge – entsprechen
50 g NaOH fest = 10.0 % der Festharzmenge – gestartet. Die Dosierung
erfolgte durch zweimalige Laugenzugabe zu je 15 Minuten in einem
Abstand von 30 Minuten.
-
Nach
einer Verseifungszeit von 3.5 Stunden wurde der Ansatz von 60°C auf 23°C mit einer
Rampe von –5°C/min abgekühlt. Dabei
trat eine Kristallisation des Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisats ein.
Durch Zugabe von 1000 g Wasser wurde die Fällung zu pulverförmigen Partikeln
mit gewünschter Korngröße erreicht.
Schließlich
wurde die Fest-Flüssigtrennung über Nutsche
vorgenommen.
-
Der
pulverförmige
Feststoff ließ sich
sehr gut von der Suspension abtrennen. Der Filterkuchen auf der
Nutsche wurde mit 2 l Wasser gewaschen, anschließend wieder in das Reaktionsgefäß eingelegt und
mit 1 l dest. Wasser resuspendiert. Bei einer Manteltemperatur von
50°C und
einer Rührerdrehzahl
von 100 Upm wurde restliches Lösungsmittel
unter Vakuum entfernt (Strippen). Anschließend wurde wieder auf Raumtemperatur
(23°C) abgekühlt, der Feststoff
abermals aus der Suspension über
Nutsche abgetrennt und der Filterkuchen mit 2 l dest. Wasser nachgewaschen
(sehr guter Durchfluss). Schließlich wurde
das Produkt im Vakuumtrockenschrank getrocknet.
-
Es
wurde ein feinpulvriges, weißes
EVOH mit einer Verseifungszahl von 11.7 mg KOH/g erhalten.
-
Analysen:
-
- Zusammensetzung aus 1H-NMR: 60.3
Gew.-% (70.9 Mol-%) Ethylen; 1.8 Gew.-% Vinylacetat; 37.9 Gew.-%
Vinylalkohol.
- DSC-Messung: Tg: 8.6°C,
Tm (Peak) = 100.4°C, Schmelzenthalpie
Hm = 65.2 J/g;
- Partikelgröße des pulverförmigen Produkts
(Coulter-Messung): Oberfläche
4035 cm2/g; mittlerer Volumendurchmesser
Dv (mean) 231.7 μm;
zahlenmittlere Teilchengröße Dn (mean)
0.105 μm.
-
Beispiel 8 (sehr niedermolekulares
EVOH)
-
Exakt
wie Beispiel 7, nur mit geänderter
Aufarbeitung: Nachdem durch Zugabe von 1000 g Wasser die Fällung zu
pulverförmigen
Partikeln mit gewünschter
Korngröße erreicht
wurde, wurde die Fest-Flüssigtrennung über Nutsche
vorgenommen. Der pulverförmige
Feststoff ließ sich
sehr gut von der Suspension abtrennen. Der Filterkuchen auf der
Nutsche wurde mit 2 l Wasser gewaschen und anschließend im
Vakuumtrockenschrank getrocknet. Die Entfernung des Restlösungsmittels
durch erneutes Resuspendieren und Vakuumdestillation (Strippen)
wurde nicht vorgenommen.
-
Es
wurde ein feinpulvriges, weißes
EVOH mit einer Verseifungszahl von 26.7 mg KOH/g erhalten.
-
Analysen:
-
- Zusammensetzung aus 1H-NMR: 59.6
Gew.-% (70.9 Mol-%) Ethylen; 4.1 Gew.-% Vinylacetat; 36.3 Gew.-%
Vinylalkohol.
- DSC-Messung: Tg: 1.3°C,
Tm (Peak) = 97.8°C, Schmelzenthalpie
Hm = 59.9 J/g;
- Partikelgröße des pulverförmigen Produkts
(Coulter-Messung): Oberfläche
4104 cm2/g; mittlerer Volumendurchmesser
Dv (mean) 288.2 μm;
zahlenmittlere Teilchengröße Dn (mean)
0.106 μm.
-
Beispiel 9 (sehr niedermolekulares
EVOH):
-
In
einem 3 Liter doppelwandigen, temperierbaren Glasreaktionsgefäß (mit Destillationsbrücke und
Tropftrichter.) wurden 1091.4 g einer 73.3 %-igen methanolischen
Festharzlösung
eines analog Beispiel B erhaltenen Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats
mit 67.6 Mol-% Ethylen und 32.4 Mol-% Vinylacetat und einem mittleren
Molekulargewicht Mw von 5520 g/mol eingewogen. Anschließend wurde
die Lösung
unter Rühren
(200 Upm, Flügelrührer) auf
eine Manteltemperatur von 80°C
aufgeheizt. Nachdem die Temperatur erreicht war, wurde der Verseifungsprozess
durch Zutropfen von 920 g einer 8.7 Gew.-%-igen methanolischen Natronlauge – entsprechen
80 g NaOH fest = 10.0 % der Festharzmenge – gestartet. Die Dosierung
der Lauge erfolgte innerhalb einer Stunde. Während der Verseifungszeit von
2.5 Stunden wurden unter Vakuum 821 g Lösungsmittelgemisch Methylacetat/Methanol
abgezogen und es wurden 342 g Methanol zugegeben. Die Verseifung wurde
nach dieser Zeit durch Zugabe von 25 ml Eisessig abgebrochen, d.h.
es wurde neutralisiert auf pH-Wert = 7.2.
-
Anschließend wurde
mit einer Temperaturrampe von –1°C/min auf
23°C abgekühlt, wodurch das
EVOH-Polymer kristallisierte. Die Fällung wurde durch Zugabe von
800 g Wasser vervollständigt. Schließlich wurde
die Fest-Flüssigtrennung über Nutsche
vorgenommen. Der pulverförmige
Feststoff ließ sich
sehr gut von der Suspension abtrennen. Der Filterkuchen auf der
Nutsche wurde mit 2 l Wasser gewaschen, anschließend wieder in das Reaktionsgefäß eingelegt
und mit 1 l dest. Wasser resuspendiert. Bei einer Manteltemperatur
von 45°C
und einer Rührerdrehzahl
von 100 Upm wurde restliches Lösungsmittel
unter Vakuum entfernt (Strippen). Anschließend wurde wieder auf Raumtemperatur
(23°C) abgekühlt, der
Feststoff abermals aus der Suspension über Nutsche abgetrennt und
der Filterkuchen mit 2 l dest. Wasser nachgewaschen (sehr guter
Durchfluss). Schließlich
wurde das Produkt im Vakuumtrockenschrank getrocknet.
-
Es
wurde ein feinpulvriges, weißes
EVOH mit einer Verseifungszahl von 8.4 mg KOH/g erhalten.
-
Analysen:
-
- Zusammensetzung aus 1H-NMR: 56.65
Gew.-% (67.6 Mol-%) Ethylen; 1.29 Gew.-% Vinylacetat; 42.06 Gew.-%
Vinylalkohol.
- DSC-Messung: Tg: 7.9°C,
Tm (Peak) = 99.8°C, Schmelzenthalpie
Hm = 63.3 J/g;
- Partikelgröße des pulverförmigen Produkts
(Coulter-Messung): Oberfläche
1235 cm2/g; mittlerer Volumendurchmesser
Dv (mean) 814.4 μm;
zahlenmittlere Teilchengröße Dn (mean)
0.105 μm.
-
Beispiel 10 (Hochmolekulares
EVOH):
-
In
einem 3 Liter doppelwandigen, temperierbaren Glasreaktionsgefäß (mit Destillationsbrücke und
Tropftrichter) wurden 674.2 g einer 44.5 Gew.-%-igen methanolischen
Lösung
eines analog Beispiel A erhaltenen Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats
mit 43.72 Mol-% Ethylen und 56.28 Mol-% Vinylacetat und einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht Mw von 192875 g/mol, eingewogen. Diese Lösung wurde
durch Zugabe von 326 g Methanol verdünnt, so dass sich eine 30 Gew.-%-ige
Lösung
ergab. Anschließend
wurde die Lösung
unter Rühren (200
Upm, Flügelrührer) auf
eine Manteltemperatur von 80°C
aufgeheizt. Nachdem die Temperatur erreicht war, wurde der Verseifungsprozess
durch Zutropfen von 330 g einer 9.1 Gew.-%-igen methanolischen Natronlauge – entsprechen
30 g NaOH fest = 10 Gew.-% der Festharzmenge – gestartet. Die Dosierung
erfolgte durch zweimalige Laugenzugabe zu je 15 Minuten in einem
Abstand von 30 Minuten. Während
der Dosierung und im Anschluss daran noch 1 h 30 min lang, wurden
insgesamt 800 ml Lösemittelgemisch
Methylacetat/Methanol abdestilliert und 800 ml Methanol zugegeben.
-
Anschließend wurde
die verseifte Lösung
mit einer Abkühlrate
von –0.3°C/min auf
23°C abgekühlt. Dann
wurde die verseifte Lösung
4 h bei 23°C
gerührt,
so dass das Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisat
kristallisieren konnte. Der Ansatz wurde daraufhin wieder auf 40°C erwärmt, und
die Fällung
zum Pulver wurde durch Zugabe von 1000 ml Wasser erreicht. Nach
dem Abkühlen
auf Raumtemperatur wurde eine Fest-Flüssig-Trennung über Nut sche
vorgenommen. Der ausgefallene, pulverförmige Feststoff ließ sich sehr
gut von der Suspension abtrennen.
-
Der
Filterkuchen auf der Nutsche wurde mit 2 l Wasser gewaschen, danach
wieder in das Reaktionsgefäß eingelegt
und mit 2 l dest. Wasser resuspendiert. Nun wurde durch Destillation
bei einer Manteltemperatur von 50°C
und Vakuum das restliche Lösemittel
entfernt (Strippen). Anschließend
wurde wieder auf Raumtemperatur abgekühlt, der Feststoff abermals
von der Suspension über
Nutsche abgetrennt und der Filterkuchen mit 2 l dest. Wasser nachgewaschen.
Das Produkt wurde schließlich
im Vakuumtrockenschrank getrocknet.
-
Es
wurde ein feinpulvriges, weißes
EVOH mit einer Verseifungszahl von 0.0 mg KOH/g (100 % vollverseiftes
Produkt) erhalten.
-
Analysen:
-
- Zusammensetzung aus 1H-NMR: 33.08
Gew.-% (43.72 Mol-%) Ethylen, 66.92 Gew.-% Vinylalkohol;
- DSC-Messung: Tg: 52.74°C,
Tm (peak) = 165.3°C, Schmelzenthalpie
Hm = 87.9 J/g.
- Partikelgröße des Produkts
(Coulter-Messung): Oberfläche
127.1 cm2/g; mittlerer Volumendurchmesser
Dv (mean) 769.5 μm;
zahlenmittlere Teilchengröße Dn (mean)
3.57 μm.
-
Beispiel 11 (Hochmolekulares
EVOH, Wasserzugabe während
Abkühlung):
-
In
einem 3 Liter doppelwandigen, temperierbaren Glasreaktionsgefäß (mit Destillationsbrücke und
Tropftrichter) wurden 1020 g einer 49.0 Gew.-%-igen methanolischen
Lösung
eines analog Beispiel A erhaltenen Ethylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats
mit 29.82 Mol-% Ethylen und 70.18 Mol-% Vinylacetat und einem gewichtsmittleren
Molekulargewicht Mw von 155247 g/mol, eingewogen. Anschließend wurde
die Lösung
unter Rühren
(200 Upm, Flügelrührer) auf
eine Manteltemperatur von 70°C
aufgeheizt. Nachdem die Temperatur erreicht war, wurde der Verseifungsprozess
durch Zutropfen von 556 g einer 9.0 Gew.-%-igen methanolischen Natronlauge – entsprechen
50 g NaOH fest = 10 Gew.-% der Fest harzmenge – gestartet. Die Dosierung
erfolgte durch zweimalige Laugenzugabe zu je 15 Minuten in einem
Abstand von 30 Minuten. Während
der Dosierung der Lauge wurden insgesamt 260 ml Lösemittelgemisch
Methylacetat/Methanol abdestilliert und 300 ml Methanol zugegeben.
-
Anschließend wurde
die verseifte Lösung
mit einer Abkühlrate
von –0.2°C/min auf
40°C abgekühlt. Nun
wurden zur Neutralisation 200 ml Ethylacetat bei Rührerstillstand
zugegeben, mit 50 Upm kurz eingerührt und der Ansatz wurde 10
min ohne Rühren
stehen gelassen. Dann wurden 1500 ml Wasser zugegeben und mit 50
Upm kurz eingerührt.
Dabei trat eine pulverförmige
Fällung
ein. Die erhaltene Suspension wurde daraufhin mit einer Rampe von 0.2°C/min auf
23°C abgekühlt, um
die Kristallisation des Ethylen-Vinylalkohol-Mischpolymerisats zu
vervollständigen.
Danach wurde eine Fest-Flüssig-Trennung über Nutsche
vorgenommen. Der ausgefallene, pulverförmige Feststoff ließ sich sehr
gut von der Suspension abtrennen.
-
Der
Filterkuchen auf der Nutsche wurde mit 2 l Wasser gewaschen, danach
wieder in das Reaktionsgefäß eingelegt
und mit 1 l dest. Wasser resuspendiert. Nun wurde durch Destillation
bei einer Manteltemperatur von 45°C
und Vakuum das restliche Lösemittel
entfernt (Strippen). Anschließend
wurde wieder auf Raumtemperatur abgekühlt, der Feststoff abermals
von der Suspension über
Nutsche abgetrennt und der Filterkuchen mit 3 l dest. Wasser nachgewaschen.
Das Produkt wurde schließlich
im Vakuumtrockenschrank getrocknet.
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Es
wurde ein feinpulvriges, weißes
EVOH mit einer Verseifungszahl von 9.6 mg KOH/g erhalten.
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Analysen:
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- Zusammensetzung aus 1H-NMR: 21.13
Gew.-% (29.82 Mol-%) Ethylen; 1.48 Gew.-% Vinylacetat; 77.39 Gew.-%
Vinylalkohol;
- DSC-Messung: Tg: 58.1°C,
Tm (peak) = 177.4°C, Schmelzenthalpie
Hm = 67.7 J/g.
- Partikelgröße des Produkts
(Coulter-Messung): Oberfläche
973.4 cm2/g; mittlerer Volumendurchmesser
Dv (mean) 574.4 μm;
zahlenmittlere Teilchengröße Dn (mean)
0.109 μm.