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Die
Erfindung betrifft ein Magnetpinnwandsystem mit einer im Wesentlichen
vertikal angeordneten Trägerfläche aus
magnetisierbarem Material gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1.
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Magnetpinnwandsysteme
werden bereits seit langem dazu verwendet, Notizzettel, Pläne, Rechnungen
oder sonstige blattförmige
Informationsträger,
die in der Regel aus Papier bestehen, zu halten.
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Hierzu
werden ein oder mehrere übereinanderliegende
blattförmige
Informationsträger
mit Hilfe eines aus permanentmagnetischem Material bestehenden Klemmmagneten
an eine Trägerfläche aus magnetisierbarem
Material geheftet, an der sie infolge der durch die Magnetkräfte erzeugten
Reibungswirkung zwischen der Trägerfläche und
der der Trägerfläche zugewandten
Klemmfläche
des Magneten in einer gewünschten
Position gehalten werden.
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Der
Vorteil der bekannten Magnetpinnwandsysteme besteht darin, dass
durch einfaches Abheben der Klemmmagnete weitere zusätzliche
Informationsträger,
die beispielsweise einer bestimmten Kategorie oder einem bestimmten
Projekt zugeordnet sind, gemeinsam durch einen einzigen Klemmmagneten
an der Magnettafel befestigt werden können. Hierdurch eignen sich
die bekannten Magnetpinnwandsysteme vorzüglich zum Ordnen von blattförmigen Informationsträgern oder
sonstigem blattförmigen
Material.
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Ein
mit den bekannten Magnetpinnwandsystemen verbundenes Problem besteht
darin, dass die magnetischen Haltekräfte der Klemmmagnete aufgrund
der starken Abstandsabhängigkeit
der Magnetkräfte
sowie der vergleichsweise geringen Magnetfeldstärken nur eine geringe Anzahl
von blattförmigen
Informationsträgern
halten können,
beispielsweise lediglich 3–4
Notizzettel, und bei einer größeren Anzahl
von Schriftträgern
die Magnetkräfte
nicht mehr dazu ausreichen, das entstehende Bündel von Informationsträgern zuverlässig an
der Trägerfläche zu halten.
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In
diesem Zusammenhang schafft auch der Einsatz von höherwertigem
Magnetmaterial für
die bekannten Klemmmagnete mit einer beispielsweise um den Faktor
2 bis 10 erhöhten
Magnetkraftwirkung keine Lösung
des zuvor beschriebenen Problems, da sich hiermit zwar eine größere Anzahl
von Blättern oder
Nutizzetteln an der Trägerfläche festklemmen lassen.
jedoch beim Halten von lediglich einem einzigen Informationsträger das
Problem entsteht, dass der Klemmmagnet aufgrund der hohen Magnetkräfte nicht
mehr ohne Weiteres von Hand von der Trägerfläche gelöst werden kann.
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Demgemäß ist es
eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Magnetpinnwandsystem
zu schaffen, welches die Nachteile des Standes der Technik überkommt.
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Diese
Aufgabe wird erfindunsgemäß durch die
Merkmale von Anspruch 1 gelöst.
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Gemäß der Erfindung
umfasst ein Magnetpinnwandsystem eine im Wesentlichen vertikal angeordnete
Trägerfläche aus
magnetisierbarem Material, sowie mindestens einen Klemmmagneten,
der eine der Trägerfläche zugewandte
Klemmfläche
aufweist, und der aus einem permanentmagnetischem Material mit einer
sehr hohen Magnetfeldstärke
besteht, das heißt
einem Material, wie z.B. Kobalt-Samarium, Neodym-Eisen-Bor oder
einem sonstigen bekannten Seltenen-Erden-Material, welches gegenüber den bekannten
Klemmmagneten aus Weicheisen eine um den Faktor 2 bis 10 erhöhte magnetische
Klemmkraft erzeugt.
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Gemäß der Erfindung
enthält
der Klemmmagnet einen in einem Gehäuse aus magnetisierbarem Material,
beispielsweise aus Eisen, rotierbar aufgenommenen Stabmagneten,
der über
ein auf den Stabmagneten wirkendes Betätigungselement, beispielsweise
einen Schalter aus Kunststoffmaterial, ein gerändeltes Rad oder ein sonstiges
hebelförmiges
Betätigungselement,
das stirnseitig am Magneten befestigt ist, aus einer ersten Freigabeposition,
in der die Wirkung der Magnetkräfte
aufgehoben ist, in eine zweite Klemmposition rotiert werden kann,
in der der Klemmmagnet durch die Magnetkräfte an die Trägerfläche angezogen
wird.
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Hierdurch
ergibt sich der Vorteil, dass bei einer vergleichsweise kleinen
räumlichen
Abmessung des erfindungsgemäßen Klemmmagneten
dieser zum Klemmen von einer Vielzahl, beispielsweise von 60 bis
80 Notizzetteln oder sonstigen blattförmigen Schriftträgern durch
Drehen des Stabmagneten aus der Freigabeposition in die Klemmposition
fixiert werden kann. Die hierzu erforderlichen Betätigungskräfte zum
Verdrehen des Stabmagneten innerhalb des Gehäuses sind hierbei erfindungsgemäß sehr gering, so
dass keine zusätzlichen
Hilfsmittel erforderlich sind, um den Klemmmagneten wieder von der
Trägerfläche zu lösen, beispielsweise
um einen weiteren Notizzettel zu einem Bündel hinzuzufügen.
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Wie
die Anmelderin gefunden hat, lassen sich durch den Einsatz von sehr
hochwertigen Magnetmaterialien mit einer sehr hohen Magnetfeldstärke von
z.B. 0,9 bis 1,3 Tesla an der Oberfläche des Stabmagneten, die inzwischen
vergleichsweise kostengünstig
hergestellt und bezogen werden können, eine
Vielzahl von übereinanderliegenden üblichen Blättern zuverlässig an
der Trägerfläche befestigen, und
durch einfaches Verdrehen des Stabmagneten mittels des Betätigungselements
wieder von der Trägerfläche lösen.
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Die
Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die Zeichnungen beschrieben.
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In
den Zeichnungen zeigen:
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1a ein erfindungsgemäßes Magnetpinnwandsystem,
bei dem sich der Stabmagnet des Klemmmagneten in der ersten Freigabeposition
befindet,
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1b einen Klemmmagneten,
bei dem der Stabmagnet durch Rotieren des Betätigungselements in die zweite
Klemmposition verdreht wurde und ein Bündel von Blättern an der zugehörigen Trägerfläche aus
magnetisierbarem Material festklemmt,
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2 eine Seitendarstellung
eines weiteren Klemmmagneten der Ausführungsform nach den 1a und 1b in der zweiten Klemmposition,
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3a eine weitere Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Klemmmagneten
mit zwei axial im Gehäuse
angeordneten und relativ zueinander verdrehbaren Permanentmagneten
in der ersten Freigabeposition,
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3b einen Klemmmagneten gemäß der Ausführungsform
von 3a in der zweiten
Klemmposition, in der sich die Einzelfelder der beiden axial angeordneten
Magneten konstruktiv überlagern,
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4 eine weitere Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Klemmmagneten,
bei welchem auf dem Gehäuse
zusätzlich
noch federbelastete Klemmmittel zum Halten von weiteren Informationsträgern am
Gehäuse
angeordnet sind, und
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5 eine weitere Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Stabmagneten,
der durch zwei Halbschalen aus permanentmagnetischem Material besteht,
die an einem zentralen Stützkörper aus
magnetisierbarem Material in Form von Eisen oder dergleichen durch
Schrauben befestigt sind, um den Stabmagneten zu bilden.
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Wie
in 1 gezeigt ist, umfasst
ein erfindungsgemäßes Magnetpinnwandsystem 1 eine
Trägerfläche 2 aus
magnetisierbarem Material, beispielsweise aus Eisen, an der erfindungsgemäße Klemmmagnete 4 zum
Halten von einem oder mehreren blattförmigen Informationsträgern 6 befestigbar sind.
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Jeder
der in den 1a, 1b und 2 gezeigten Klemmmagnete 4 besitzt
ein Gehäuse 8 aus
magnetisierbarem Material, beispielsweise aus Eisen, welches mit
vorzugsweise streifenförmigen
Bereiches 10 aus nichtmagnetisierbarem Material, beispielsweise
aus Aluminium, versehen ist.
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Im
Gehäuse 8 eines
jeden Klemmmagneten 4 ist ein vorzugsweise zylindrischer
Stabmagnet 12 aus permanentmagnetischem Material, wie beispielsweise
Kobalt-Samarium
oder aus Neodym-Eisen-Bor mit einer Magnetfeldstärke im Bereich von z.B. 0,9
bis 1,3 Tesla an der Oberfläche
angeordnet, der durch ein Betätigungselement
in Form eines stirnseitig am Stabmagneten 12 befestigten
Hebels 14 aus einer in 1a gezeigten
ersten Freigabeposition in eine in 1b gezeigte
zweite Klemmposition verdrehbar ist.
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Der
Stabmagnet 12 weist bei der in den 1a, 1b und 2 gezeigten Ausführungsform
der Erfindung eine durch die Buchstaben „S" und „N" angedeutete Polarisation auf, die im
Wesentlichen senkrecht zur Längsachse
des Magneten 12 gerichtet ist, und die zusammen mit den
streifenförmigen
Bereichen 10 in der in 1a gezeigten
ersten Freigabeposition einen solchen Verlauf des Magnetfeldes erzeugt,
dass die Magnetkraftwirkung auf die Trägerfläche 2 im Außenbereich
des Gehäuses 8 vollständig oder
zumindest nahezu vollständig
aufgehoben ist.
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In
der Klemmposition wird das Gehäuse 8 hingegen
durch die sich ergebendende Magnetkraft infolge des geänderten
Verlaufs des Magnetfeldes mit einer am Gehäuse 8 gebildeten,
vorzugsweise aufgerauten oder beschichteten Klemmfläche 15 gegen
die Trägerfläche 2 gezogen,
um durch die entstehende Klemmwirkung einen oder mehrere blattförmige Informationsträger 6 zu
klemmen und an der Trägerfläche 2 zu
halten.
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Gemäß der in
den 3a und 3b gezeigten weiteren Ausführungsform
der Erfindung ist im Gehäuse 1U8 aus
magnetisierbarem Material ein über den
stirnseitigen Hebel 14 rotierbarer Stabmagnet 112 sowie
ein im Gehäuse 108 vorzugsweise
fest angeordneter weiterer Stabmagnet 113 aufgenommen, wobei
die Klemmfläche 115 des
Klemmmagneten 4 bei dieser Ausführungsform der Erfindung stirnseitig verläuft. Die
Polarisation des Stabmagneten 112 und des weiteren Stabmagneten 113 ist
bei dieser Ausführungsform
der Erfindung im Wesentlichen senkrecht zu der nicht näher bezeichneten
Längsachse der
Magneten 112, 113 gerichtet, so dass durch Drehen
des Stabmagneten 112 aus der in 3a gezeigten Freigabeposition mittels
des Hebels 14 in die in 3b gezeigte Klemmwirkung
eine konstruktive Überlagerung
der Einzelfelder der beiden Stabmagnete 112, 113 erhalten
wird, durch die das Gehäuse 108 mit
der Klemmfläche 115 an
die Trägerfläche 2 angezogen
wird. Gegebenenfalls kann hierbei ebenfalls ein Bereich (nicht gezeigt)
aus nicht magnetisierbarem Material innerhalb des Gehäuses 108 vorgesehen
sein, um den Feldverlauf in der Weise zu beeinflussen, dass in der
ersten Freigabeposition keine oder nahezu keine Magnetkraft im Außenraum
des Gehäuses 108 erzeugt
wird.
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Bei
der in 4 gezeigten Ausführungsform der
Erfindung sind auf der Außenseite
des Gehäuses 8 zusätzliche
Klemmmittel zum Halten weiterer blattförmiger Informationsträger 6 angeordnet,
die beispielsweise durch einen federbelasteten Winkelhebel 16 gebildet
werden können,
welcher in Richtung des Pfeils 18 um eine Drehachse 19 verschwenkbar
ist. Hierdurch können
in vorteilhafter Weise durch Umlegen des Hebels 14 z.B. 60 blattförmige Informationsträger 6 infolge
der Magnetkraftwirkung an der Trägerfläche 2 befestigt
werden, und gleichzeitig können weitere
Informationsträger 6 in
mechanischer Weise über
den federelastischen Winkelhebel 16 am Gehäuse 8 festgeklemmt
werden.
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Bei
der in 5 gezeigten Ausführungsform der
Erfindung wird der Stabmagnet 12 durch eine erste und zweite
Schale 20, 22 aus permanentmagnetischem Material
gebildet, die an einem zentralen Stützkörper 24 beispielsweise
durch Verkleben oder durch in 5 gezeigte,
nicht näher
bezeichnete Schrauben befestigt werden. Bei dieser Ausführungsform
der Erfindung ist der Hebel 14 zum Verdrehen des Permanentmagneten 12 in
vorteilhafter Weise am zentralen Stützkörper 24 befestigt,
wodurch in erfindungsgemäßer Weise
das Drehmoment zum Drehen des Stabmagneten 12 über den
mechanisch widerstandsfähigen
zentralen Stützkörper 24 und nicht über das
permanentmagnetische Material des Magneten 12 eingeleitet
wird, welches in der Regel nur eine sehr geringe mechanische Widerstandsfähigkeit
besitzt. Hierdurch ergibt sich bei einer nahezu gleichen Magnetfeldstärke eine
deutlich höhere
Lebensdauer des erfindungsgemäßen Klemmmagneten 4.
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- 1
- erfindungsgemäßes Magnetpinnwandsystem
- 2
- Trägerfläche
- 4
- Klemmmagnet
- 6
- blattförmiger Informationsträger
- 8
- Gehäuse
- 10
- Bereich
aus nichtmagnetisierbarem Material
- 12
- Stabmagnet
- 14
- Hebel
- 15
- Klemmfläche
- 16
- federelastischer
Winkelhebel
- 18
- Pfeil
- 14
- Drehachse
- 20
- erste
Halbschale
- 22
- zweite
Halbschale
- 24
- zentraler
Stützkörper
- 108
- Gehäuse gemäß der Ausführungsform
von 3a, 3b
- 112
- Stabmagnet
gemäß der Ausführungsform von 3a, 3b
- 113
- weiterer
Stabmagnet gemäß der Ausführungsform
von 3a, 3b
- 115
- stirnseitige
Klemmfläche