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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein neues Indikationsgebiet für Phenoxyessigsäurederivate, gemäß der europäischen Patentanmeldung
EP 1095932 . Es wurde jetzt
gefunden, dass sich die dort beschriebenen Verbindungen zur Herstellung
eines Medikaments zur Behandlung der Hyperaktiven Blase (englisch:
Overactive Bladder: OAB) eignen. Dementsprechend steht mit diesen
Wirkstoffen eine Methode zur Behandlung dieses urologischen Krankheitsbildes
zur Verfügung.
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Stand der Technik
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Die
Blasenfunktionsstörung
OAB ist eine chronische, weit verbreitete Erkrankung, die in den Industrieländern schätzungsweise
mehr als 50 Millionen Menschen betrifft. Entsprechend der in 2002
publizierten neuen Terminologie der International Continence Society
wird die OAB symptomatisch diagnostiziert. Als Symptome der OAB
gelten imperativer Harndrang mit oder ohne Dranginkontinenz, in
der Regel, aber nicht zwingend verbunden mit Pollakisurie und Nykturie.
Die OAB ist auch durch unwillkürliche
Detrusorkontraktionen gekennzeichnet, die entweder durch Provokation
ausgelöst
werden oder spontan auftreten. Man kann zwei Arten von Detrusorhyperaktivität unterscheiden:
Liegen der beobachteten Detrusorhyperaktivität neurologische Ursachen zugrunde
(z.B. M. Parkinson, Apoplex, einige Formen der Muliplen Sklerose
oder des Rückenmark-Querschnitts)
spricht man von neurogene Detrusorhyperaktivität. Kann keine klare Ursache
erkannt werden spricht man von idiopathischen Detrusorhyperaktivität. Die OAB
hat ein eigenständiges, von
anderen Krankheiten mit ähnlicher
Symptomatik unterscheidbares Krankheitsbild und darf mit solchen Krankheiten,
wie z.B. Infektionen der unteren Harnwege, Urothelcarcinome, Harnabflussstörungen etc. nicht
verwechselt werden.
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Zu
den wenigen etablierten Behandlungsformen gehören Medikamente mit Antimuskarinika
als aktiven Wirkstoff. Vertreter dieser Wirkstoffklasse können aufgrund
schlechter Selektivität
für die
Harnblase zu geringer Verträglichkeit
oder zu Mundtrockenheit führen.
Derartige Nebenwirkungen können therapielimitierend
sein.
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Die
EP 1095932 offenbart eine
Reihe von Phenoxyessigsäurederivaten
aus der Reihe der Katecholamine. Diese Verbindungen besitzen eine
dem Noradrenalin nachempfundene Seitenkette, wobei jedoch nicht
nur die benzylische Hydroxygruppe, sondern auch die homobenzylische
Aminogruppe an ein asymmetrisches Kohlenstoffatom gebunden ist. Den
dort beschriebenen Verbindungen wird eine positive Wirkung bei der
Behandlung der Harninkontinenz zugeschrieben. Die Schrift schweigt
sich über die
Wirkung dieser Substanzen bin Bezug auf die Behandlung der hyperaktiven
Blase aus.
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Es
wurde nun gefunden, dass sich diese Verbindungen auch zur Behandlung
des urologischen Phänomens
der hyperaktiven Blase eignen.
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Beschreibung der Erfindung
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Es
ist ein Anliegen der vorliegenden Erfindung, Medikamente für die Indikation
hyperaktive Blase bereit zu stellen.
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Als
weitere Aufgabe soll durch die vorliegende Erfindung eine neue Therapiemöglichkeit
zur Behandlung der hyperaktiven Blase geschaffen werden.
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Eine
weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, neue medizinisch-pharmazeutische
Einsatzmöglichkeiten
für Phenoxyessigsäurederivate
aus der Reihe der Katecholamine zu finden.
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Eine
weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, mit Phenoxyessigsäurederivate
aus der Reihe der Katecholamine die Lebensqualität von Menschen mit urologischen
Beschwerden, Fehl- oder Überfunktionen,
insbesondere von Menschen mit hyperaktiver Blase, zu verbessern.
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Dabei
ist es ein Anliegen der vorliegenden Erfindung, Medikamente bereit
zu stellen, die gezielt die entsprechende physiologische Fehlfunktion
behandeln, ohne dabei inakzeptable Nebenwirkungen aufzuweisen, welche
die Lebensqualität
der betroffenen Menschen vermindern.
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Beschreibung der Erfindung
im Detail
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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Phenoxyessigsäurederivaten
gemäß der
EP 1095932 zur Herstellung
eines Medikaments zur Behandlung der hyperaktiven Blase. Gemäß der
EP 1095932 handelt es sich
bei den der erfindungsgemäßen Verwendung
zugrunde liegenden Verbindungen um beta-3-Adrenoceptor-Agonisten.
Insbesondere können
die Substanzen eingesetzt werden zur Behandlung von neurogener Blasenhyperaktivität, neurogene
Detrusorhyperaktivität,
aber auch zur Behandlung der idiopathischen Blasenhyperaktivität und idiopathischen
Detrusorhyperaktivität.
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Die
der erfindungsgemäßen Verwendung
zugrund liegenden Verbindungen werden durch die folgende allgemeine
Formel I repräsentiert: Formel
I:
wobei
X ein chirales Kohlenstoffatom mit R-
oder S-, bevorzugt S-Konfigurie ist,
Y ein chirales Kohlenstoffatom
mit R- oder S-, bevorzugt R-Konfigurie ist,
wobei die beiden
Stereozentren X und Y bevorzugt inverse Konfigurien aufweisen, d.h.
(R; S) oder (S; R) aufweisen;
R1 eine Hydroxygruppe, C
1-C
6-Alkoxygruppe,
eine Aryl- C
1-C
6-alkoxygruppe,
eine primäre
Aminogruppe oder eine mono oder di (C
1-C
6-Alkyl)aminogruppe ist;
eine der Gruppen
R2 und R3 ein Wasserstoffatom, bevorzugt R2, der andere Rest ein
Wasserstoffatom, ein Halogenatom, eine C
1-C
6-Alkylgruppe, eine Trifluormethylgruppe
oder eine C
1-C
6-Alkoxygruppe
ist;
R4 ein Halogenatom, eine C
1-C
6-Alkylgruppe, eine Halo(C
1-C
6-Alkyl)- Gruppe, eine Hydroxygruppe, eine C
1-C
6-Alkoxygruppe,
Aryl- C
1-C
6-alkoxygruppe,
eine C
1-C
6-Alkoxygruppe, eine
Cyanogruppe , eine Nitrogruppe, eine Aminogruppe, eine mono oder di(C
1-C
6-Alkyl)aminogruppe, eine Carbamoylgruppe, eine
mono oder di(C
1-C
6-Alkyl)carbamoylgruppe
ist oder R4 entspricht der Gruppe -NHCOR5, wobei R5 ein Wasserstoffatom
oder eine C
1-C
6-Alkylgruppe
ist;
oder ein pharmazeutisch akzeptables Salz davon.
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In
der vorliegenden Erfindungsbeschreibung bedeuten die Begriffe:
Halogenatom:
Fluor (F), Chlor (Cl), Brom (Br) oder Jod (I);
C1-C6-Alkyl: ein verzweigter oder unverzweigter
Alkyl- Rest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, wie Methyl, Ethyl, Propyl,
Isopropyl, Butyl, Isobutyl, sec.Butyl, tert.Butyl, Pentyl, Isopentyl,
Hexyl, etc.;
C1-C6-Alkoxy:
ein verzweigter oder unverzweigter Alkoxy-Rest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen,
Methoxy, Ethoxy, Propoxy, Isopropoxy, Butoxy, Isobutoxy, sec.Butoxy,
tert.Butoxy, Pentoxy, Isopentoxy, Hexoxy, etc.;
Aryl: Pheny,
Naphthyl;
mono oder di (C1-C6-Alkyl)aminogruppe: bedeutet eine Aminogruppe
mit einem oder zwei gleichen oder verschiedenen C1-C6-Alkylresten;
mono oder di(C1-C6-Alkyl)carbamoylgruppe:
bedeutet eine Carbamoylgruppe mit einem oder zwei gleichen oder
verschiedenen C1-C6-Alkylresten
an der N-Funktion.
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Herstellungsmethoden
für die
genanten Verbindungen sind in der
EP
1095932 offenbart. Analoge Herstellungsmethoden können für die Synthese von
Trifluormethly-Derivaten angewandt werden.
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Bevorzugte
Verbindungen sind solche gemäß der allgemeinen
Formel I,
wobei
X ein chirales Kohlenstoffatom mit S-Konfigurie
ist,
Y ein chirales Kohlenstoffatom mit R-Konfigurie ist,
R1
eine Hydroxygruppe, C1-C3-Alkoxygruppe,
eine Aryl- C1-C3-alkoxygruppe
ist;
eine der Gruppen R2 und R3 ein Wasserstoffatom ist, bevorzugt
R2, der andere Rest ist eine C1-C3-Alkylgruppe
ist;
R4 eine C1-C3-Alkylgruppe
ist;
oder ein pharmazeutisch akzeptables Salz davon.
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Im
Rahmen der vorliegenden Erfindung sind die Verbindungen gemäß der allgemeinen
Formel II oder pharmakologisch akzeptable Salze davon, besonders
bevorzugt Formel
II:
wobei
X ein chirales Kohlenstoffatom mit R-
oder S-, bevorzugt S-Konfigurie ist,
Y ein chirales Kohlenstoffatom
mit R- oder S-, bevorzugt R-Konfigurie ist,
wobei die beiden
Stereozentren bevorzugt inverse Konfigurien aufweisen, d.h. (R;
S) oder (S; R); aufweist,
R für eine Hydroxygruppe, eine
Methoxy oder Ethoxygruppe, bevorzugt Hydroxygruppe oder Ethoxygruppe
steht.
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Am
stärksten
bevorzugt sind die Verbindungen
- – (–)-Ethyl
2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat
und
- – (–)-2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat.
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Die
erfindungsgemäße Verwendung
kann mit den neutralen Verbindungen als auch mit einem Säureadditionssalz
oder einem Solvat durchgeführt werden.
Beispiele für
solche Salze sind solche mit Mineralsäuren, wie Salzsäure, Brom-Wasserstoff, Schwefelsäure, Phosphorsäure oder
organische Säuren
wie Essigsäure,
Zitronensäure,
Weinsäure, Äpfelsäure, Bernsteinsäure, Fumarsäure, p-Toluolsulfonsäure, Benzolsulfonsäure, Methansulfonsäure, Milchsäure, Ascorbinsäure und
andere.
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Die
Salze können
aus den Neutralverbindungen nach bekannten Methoden hergestellt
werden.
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Als
Salzformen ist jeweils das Hydrochlorid bevorzugt. In diesem Zusammenhang
wird besonders auf die WO 2003024916 verwiesen, auf die hiermit
ausdrücklich
Bezug genommen wird. Unter den oben erwähnten Salzen ist die in der
WO 2003024916 beschriebene Verbindung (–)-Ethyl 2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat
hydrochlorid im Rahmen der vorliegenden Erfindung besonders bevorzugt.
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Die
durch die Formel I oder II charakterisierten Verbindungen sind erfindungsgemäß Bestandteil einer
pharmazeutischen Formulierung oder eines Medikaments.
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Erfindungsgemäß soll die
Krankheit hyperaktive Blase durch Verabreichung einer der erfindungsgemäßen Verbindungen,
pharmazeutischen Formulierungen oder Medikamente behandelt werden.
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Die
erfindungsgemäße Medikation
kann oral, inhalativ, intravenös,
transdermal oder als Suppositorium appliziert werden. Bevorzugt
ist die orale Applikation.
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Um
die optimale Dosis des Wirkstoffs für die erfindungsgemäße Verwendung
zu bestimmen, müssen
verschiedene Rahmenbedingungen berücksichtigt werden, wie beispielsweise
Alter und Körpergewicht
des Patienten, Natur und Stadium der Erkrankung.
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Die
für den
Menschen bevorzugte Dosis liegt zwischen 0,001 mg und 1 g pro Tag,
bevorzugt beträgt
sie zwischen 10 mg und 500 mg.
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In
einigen Fällen
kann auch eine geringere Menge genügen, während in anderen Fällen eine größere Gesamtmenge
notwendig sein kann.
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Die
tägliche
Gesamtdosis kann in Abhängigkeit
des Therapieregiments als Einmalgabe oder portionsweise mehrmals
am Tag eingenommen werden. Das Therapieregiment kann auch Abstände zwischen
den Einnahmen vorschreiben, die länger als ein Tag sind.
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Für die orale
Applikation stehen verschiedene, phamrazeutische Formulierungen
zur Verfügung, wie
beispielsweise Feststoffe, Flüssigkeiten,
Pulver, Puder, Tabletten, zuckerüberzogene
Tabletten, Kapseln, Dragees, Granulate, Suspensionen, Lösungen, Sirup,
Sublingualtabletten oder andere Formen.
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Ein
Pulver kann beispielsweise hergestellt werden, in dem die Partikel
der aktiven Substanz durch Mahlen auf eine geeignete Größe gebracht werden.
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Verdünnte Pulver
können
dadurch hergestellt werden, dass der pulverförmige aktive Wirkstoff mit
einem untoxischen Trägermaterial,
wie beispielsweise Laktose fein vermahlen und als Pulver ausgebracht
wird. Andere diesbezüglich
geeignete Trägermaterialien
sind andere Kohlenhydrate, wie Stärke oder Mannitol. Gegebenenfalls
können
diese Pulver Geschmacksstoffe, Konservierungsstoffe, Dispergierungsagentien,
Farbmittel und andere pharmakologische Hilfsstoffe enthalten.
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Kapseln
können
ausgehend von einem Pulver der oben genannten Art oder anderen Pulvern hergestellt
werden, die in eine Kapsel, bevorzugt eine Gelatinekapsel, eingebracht
werden und die Kapsel danach geschlossen wird.
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Es
ist auch möglich,
dass aus dem Stand der Technik bekannte Schmierstoffe in die Kapsel
eingebracht werden oder für
den Verschluss der beiden Kapselteile verwendet werden. Die Wirksamkeit
einer Kapsel bei oraler Einnahme kann dadurch verstärkt werden,
dass disintegrierende oder solubilisierende Stoffe hinzugegeben
werden, wie beispielsweise Carboxymethylzellulose, Carboxymethylzellulosecalcium,
niedrig substituierte Hydroxyprophylzellulose, Calciumcarbonat,
Natriumcarbonat und andere Stoffe. Der Wirkstoff kann in der Kapsel
nicht nur als Feststoff, sondern auch suspendiert vorliegen, beispielsweise
in Pflanzenöl,
Polyethylenglykol, Glycerol mit Hilfe von oberflächenaktiven Substanzen usw.
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Tabletten
können
hergestellt werden, in dem die pulverförmige Mischung gepresst wird
und anschließend
z.B. zu Granulaten weiterverarbeitet wird. Die Tabletten können verschiedene
Hilfsstoffe beinhalten, wie z.B. Stärken, Milchzucker, Rohrzucker, Glukose
(z.B. für Vaginaltabletten),
Natriumchlorid, Harnstoff für
Lösungs-
u. Injektionstabletten, Amylose, verschieden Zellulosearten wie
oben beschrieben und andere.
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Als
Feuchthaltemitte können
beispielsweise Glycerin oder Stärke
verwendet werden.
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Als
Sprengmittel können
beispielsweise Stärke,
Alginsäure,
Calciumalginat, Pektinsäure,
pulverisierter Agar-Agar, Formaldehydgelatine, Calciumcarbonat,
Natriumbicarbonat, Magnesiumperoxid, Amylose verwendet werden.
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Als
Gegensprengmittel oder Lösungsverzögerer kommen
beispielsweise Rohrzucker, Stearin, festes Paraffin, (bevorzugt
mit einem Schmelzbereich von 50–52°C); Kakaofett,
hydrierte Fette in Betracht.
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Als
Resorptionsbeschleuniger eignen sich unter anderem quaternäre Ammoniumverbindungen, Natriumlaurylsulfat,
Saponine.
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Als
Bindemittelverteiler kann z.B. Ether verwendet werden und als Hydrophilisierungsmittel
beziehungsweise als Zerfallsbeschleuniger Cetylalkohol, Glycerinmonostearat,
Stärke,
Milchzucker, Netzmittel (z.B. Aerosol OT, Pluronics, Tweens) und
andere.
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Im übrigen kommen
als Tabletten-Hilfsstoffe ganz allgemein in Betracht: +Aerosil,
Aerosol OT Ethylcellulose, Amberliteharz, XE-88, Amijel, Amisterol,
Amylose, Avicel microcrystallinecellulose, Bentonit, Calciumsulfat,
Carbowax 4000 u. 6000, Carrageenan, Castorwax, Cellulose, Cellulose
microcristalline, Dextrane, Dextrin, Grundmasse für pharmazeutische
Tabletten, Kaolin, Laktose (USP) spray dried, Lactosil, Magnesiumstearat,
Mannit, Mannitol granular N. F. Methylcellulose, Miglyol 812 Neutralöl, Milchpulver,
Milchzucker, nal-tab, Nepol-Amylose, Pöfizer crystalline sorbitol,
Plasdone, Polyethylenglykole, Polyvinylpyrrolidon, Précirol,
Rinderklauenöl
(hydriert), Schmelztablettengrundmasse, Silicone, Stabiline, Sta-rx
1500, Syloid, Tablettengrundmasse Waldhof, Tablettol, Talcum cetylatum
u. stearatum, Tego-Metallseifen, Traubenzucker u. Tylose. Besonders
geeignet ist das Tablettierhilfsmittel K (M25), das im übrigen den
Anforderungen der nachfolgenden Pharmakopoen entspricht: DAB, Ph,
Eur, BP u. NF.
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Auch
andere Hilfsstoffe aus dem Stand der Technik können verwendet werden.
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Die
Tabletten können
beispielsweise durch Direktverpressung hergestellt werden.
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Auch
andere oral applizierbare Formulierungen wie Lösungen, Sirup, Elixier usw.
können
hergestellt werden. Gegebenenfalls kann die Verbindung mikroverkapselt
werden.
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Eine
parenterale Verabreichung kann dadurch hergestellt werden, dass
die Verbindung in einer Flüssigkeit
gelöst
wird und subkutan, intramuskulär
oder intravenös
injiziert wird. Als Lösungsmittel eignet
sich beispielsweise Wasser oder ölige
Medien.
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Zur
Herstellung von Suppositorien, z.B. Vaginalzäpfchen, kann die Verbindung
mit niedrigschmelzenden und wasserlöslichen oder wasserunlöslichen Materialien
wie Polyethylenglykol, Kakaobutter, höheren Estern (beispielsweise
Moerysthyl, Palmitat) oder Gemischen daraus formuliert werden.
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Zur
Herstellung von transdermalen Applikationsformen können Salben,
Cremes oder Pflaster verwendet werden.
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Beispiele
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Zur
Wirkung von (–)-2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat,
dem aktiven Metaboliten von (–)-Ethyl
2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat,
einem neuen beta-3-Agonist auf den isolierte Affen-Detrusor.
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Die
vorliegenden Experimente belegen die Wirkung von (–)-2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat
auf den isolierte Affen-Detrusor.
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Methode
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Der
Detrusor von Cynomolgus Affen (beiderlei Geschlecht) wurde isoliert
und präpariert.
Auch wurden tracheale, atriale und urethrale Präparationen hergestellt. Dann
wurde die Wirkung von (–)-2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat
auf den Tonus des Detrusor-Präparats
getestet. Ebenfalls wurden Carbachol-induzierte tonische Kontraktionen
der tracheale Präparate,
die Herzrate der atrialen Präparate
und Endthelin-1 induzierte tonische Kontraktionen der urethralen
Präparate
nach der Methode von Magnus untersucht.
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Ergebnisse
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Sowohl
(–)-2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat
als auch Isoproterenol erniedrigen den Tonus des isolierten Affen-Detrusor. Der EC50
Wert beider Substanzen lag bei 8.2 × 10–7 M, bzw.
1.9 × 10–7 M.
Keine signifikante Entspannung wurde unter den beiden anti-muscarinen
Wirkstoffen Propiverin oder Oxybutynin beobachtet. Isoproterenol
erniedrigte die Carbachol-induzierte tonische Kontraktion der isolierten
Trachea (beta 2-AR-stimulierte Funktion) und erhöhte die Herzrate der isolierten
Atria (beta1-AR-stimulierte Funktion), jeweils Konzentrations-abhängig. (–)-2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat
zeigte geringere Auswirkungen auf die Trachea und Atria. Die Detrusor-Selektivität von (–)-2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat
lag um das etwa dem 1200 fache (gegenüber Trachea) und das 80 fache
(gegenüber
Atria) höher.
()-2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat
zeigte keine Wirkung auf die Endthelin-1-induzierte tonische Kontraktion
der isolierten Urethra.
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Schlussfolgerung
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(–)-2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino
}-2,5-dimethylphenoxy]acetat
zeigte Detrusor-Selektivität.
Das zeigt, dass (–)-2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat,
als „Produrg" von (–)-Ethyl 2-[4-(2-{[(1S,2R)-2-hydroxy-2-(4-hydroxyphenyl)-1-methylethyl]amino}-2,5-dimethylphenoxy]acetat
als therapeutisches Agens zur Behandlung der überaktiven Blase eingesetzt
werden kann und dabei weniger Nebenwirkungen als die aus dem Stand
der Technik bekannten Wirkstoffe aufweist.